Nicht dabei: die Slo­wa­kei

Nach Polen und Por­tu­gal heu­te die drit­te offi­zi­el­le Absa­ge: wie der slo­wa­ki­sche Sen­der RTVS gegen­über esctoday.com bestä­tig­te, nimmt das klei­ne, chro­nisch erfolg­lo­se Land eben­falls nicht am Euro­vi­si­on Song Con­test 2013 in Mal­mö teil. Für den ehe­ma­li­gen Teil der ČSSR ist das Schei­tern beim Grand Prix Pro­gramm: beim Erst­ver­such 1993 zogen die Slo­wa­ken in der Ost­block-Vor­run­de gegen­über den exju­go­sla­wi­schen Staa­ten den Kür­ze­ren; in der Fol­ge­zeit muss­te das Land wegen sei­ner schlech­ten Ergeb­nis­se jedes zwei­te Jahr aus­set­zen. Nach einer elf­jäh­ri­gen Pau­se kehr­te man 2009 zurück, schied seit­her jedoch jedes­mal kon­se­quent im Halb­fi­na­le aus. Und wenn ich die Bei­trä­ge der Slo­wa­kei mal so Revue pas­sie­ren las­se, muss ich sagen: völ­lig zu Recht! Nur Gerüch­te sind hin­ge­gen die in den letz­ten Tagen auch in deut­schen Medi­en auf­ge­tauch­ten Behaup­tun­gen, Grie­chen­land und Zypern hät­ten ihren Rück­zug ange­kün­digt. Die basie­ren auf einem ent­spre­chen­den Spar­vor­schlag eines hel­le­ni­schen Poli­ti­kers, wur­den von den betrof­fe­nen Sen­dern aber bis­lang nicht bestä­tigt. Nach dem der­zei­ti­gen Stand dürf­te es also kei­nen Teil­nah­mere­kord geben in Mal­mö, es dürf­te aber zumin­dest noch für zwei Semis lan­gen. Hof­fent­lich, denn die Ein­tritts­kar­ten dafür sind schon wei­test­ge­hend ver­kauft!


Noch der bes­te Bei­trag: das Ding aus dem Sumpf, 2010

Kei­ne Slo­wa­kei in Mal­mö 2013.

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Gen­der Ben­der Day in Baku: 2. Pro­ben EE, SK, NO

Männ­li­che Tän­zer in Röcken schei­nen die­ses Jahr beim Grand Prix ein The­ma zu sein (sie­he HR und UA), und so lie­ßen sich heu­te früh wei­te­re Euro­vi­si­ons­künst­ler vom Spiel mit den Rol­len­kli­schees anste­cken. Zunächst beschloß der als ers­tes pro­ben­de Este Ott Lep­land, des­sen mit einem Magen-Darm-Virus danie­der­lie­gen­de Backing­sän­ge­rin durch sei­ne Stimm­trai­ne­rin ersetzt wer­den muss­te, sei­ne inne­re Whit­ney her­vor­zu­kra­men und in sei­nen drei Minu­ten so vie­le nerv­tö­ten­de wie über­flüs­si­ge Stimm­mo­du­la­tio­nen wie nur irgend geht unter­zu­brin­gen. Gut, Ott, jetzt hast Du das auch mal aus­pro­biert: beim Semi aber bit­te wie­der in der rich­ti­gen Fas­sung, ja? Dan­ke! Ein wenig irri­tie­rend auch der Back­drop nach dem Cre­scen­do bei 2:15 Min: was soll uns die­se Auf­nah­me schwe­ben­der roter Blut­kör­per­chen sagen?


Ein Come­dy-High­light: der ver­sem­mel­te Schluß­ton (EE)

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You can call me Man­boy: 1. Pro­be Slo­wa­kei, Nor­we­gen

Sind wir froh, dass der Euro­vi­si­on Song Con­test im auto­kra­tisch regier­ten Baku statt­fin­det und nicht im demo­kra­ti­schen Frank­furt am Main: dort wäre Max Jason Mais Begleit­band ange­sichts ihrer Schwar­zer-Block-arti­gen Out­fits mit schwar­zen Hoo­dies und tief ins Gesicht gezo­ge­nen Müt­zen ange­sichts der aktu­el­len Occu­py-Demo-Hys­te­rie erst gar nicht durch die Poli­zei­kon­trol­len gekom­men. Max Jason, der sei­ne Farrah-Faw­cett-Fri­sur eben­falls unter einer Müt­ze ver­steck­te, schon­te bei der Pro­be sei­ne Stim­me für den ech­ten Auf­tritt. Jeden­falls hof­fe ich das! Wobei: eigent­lich auch wie­der nicht, denn soll­te er auch vor lau­fen­den Kame­ras so falsch sin­gen und kräch­zen wie heu­te, flö­ge er wenigs­tens raus, was mir ja nur recht wäre. Zu sei­ner Show gibt’s nicht viel zu sagen: authen­ti­scher Poser­rock. Bleurgh.


Im Semi dann bit­te wie­der ohne T-Shirt, Max! (SK)

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Sol­di­ers of Love (FR, MT, TR, SK 2012)

Neue Video­clips und / oder Son­gab­mi­schun­gen tru­del­ten in den letz­ten Tagen aus etli­chen Län­dern ein. Für die größ­te Begeis­te­rung in Fan­krei­sen sorg­te der offi­zi­el­le Video­clip zu Angguns ‘Echo (You and I)’. Wohl weni­ger auf­grund der pene­tran­ten Wer­be­ein­blen­dun­gen für Autos und Haar­pro­duk­te, son­dern auf­grund der mit die­sen Ein­nah­men finan­zier­ten männ­li­chen Unter­ho­sen­mo­dels und der sub­ti­len, wenn auch merk­wür­dig ent­menscht wir­ken­den Homo­ero­tik des Clips, die ihren Höhe­punkt in einem Gas­mas­ken­kuss zwei­er Her­ren im rosa Nebel fin­det. Auch die­ses ziel­grup­pen­ge­rech­te opti­sche Bon­bon dürf­te den fran­zö­si­schen Bei­trag zwar nicht vor dem anti­zi­pier­ten Car­crash ret­ten, wenn Anggun (die nun in den zurück­lie­gen­den Mona­ten kei­nen Gast­auf­tritt bei natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen aus­ließ) in Baku das ers­te Mal tat­säch­lich live sin­gen muss. Auf­merk­sam ist es trotz­dem!

httpv://youtu.be/SnSmB7uBo-Y
Ich sehe da tol­le Ide­en für Tän­zer-Trick­kos­tü­me in Baku!

wei­ter­le­senSol­di­ers of Love (FR, MT, TR, SK 2012)

Also doch: Miros­lav Šmaj­da für die Slo­wa­kei (SK 2012)

Nach mona­te­lan­gem Dra­ma und etli­chem Hin und Her hat sich die Slo­wa­kei heu­te dann doch für Jon Bon Jovi… Ver­zei­hung: für Miros­lav Šmaj­da ent­schie­den. Bereits im Novem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res annon­cier­te das slo­wa­ki­sche Fern­se­hen den durch eine Cas­ting­show berühmt Gewor­de­nen als sei­nen Ver­tre­ter, nur um die­se Bekannt­ma­chung kur­ze Zeit spä­ter wie­der zu stor­nie­ren und auf unbe­stimm­te Zeit zu ver­schie­ben. Es ging hin­ter den Kulis­sen ver­mut­lich ums schnö­de Geld, denn bereits letz­tes Jahr muss­ten die Twi­ins ihre Euro­vi­si­ons­teil­nah­me selbst finan­zie­ren. Nun konn­te man sich nach knapp vier­mo­na­ti­gem Geran­gel doch noch eini­gen: das Büb­chen mit der schlim­men Poser-Mäh­ne tritt mit dem Rock­song ‘Don’t clo­se your Eyes’ an. Was ange­sichts des Fri­su­ren­ver­bre­chens, das er spa­zie­ren trägt, wie ein Hohn klingt. Span­nend bleibt noch, unter wel­chem Namen: nann­te sich Miros­lav im Novem­ber noch My.RO, so heißt er jetzt offi­zi­ell Max Jason Mai. Ein Fall von mul­ti­pler Per­sön­lich­keit?

httpv://youtu.be/z2_7YdLk1Tc
Net­te Mus­keln. Jetzt noch zum Fri­sör und wir kön­nen reden

Ein Rock­song für die Slo­wa­kei. Wer­den sie es je ler­nen?

  • Ist nicht meins, aber ein biss­chen Abwechs­lung scha­det nicht. (28%, 28 Votes)
  • Nie. Das gibt wie­der den letz­ten Platz im Semi. Zu Recht. (27%, 27 Votes)
  • Find ich gut! Jeden­falls bes­ser als Schwe­den­schla­ger. (27%, 27 Votes)
  • Der Osten mag Rock, und Miro hat vie­le Fans. Kommt wei­ter. (14%, 14 Votes)
  • Rock hat beim Grand Prix ein­fach nichts ver­lo­ren. (3%, 3 Votes)

Total Voters: 92

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Miros­lav Šmaj­da für die Slo­wa­kei

Wie escdai­ly heu­te unter Bezug auf eine tsche­chi­sche Euro­vi­si­ons­sei­te berich­tet, will die Slo­wa­kei trotz durch­gän­gi­gen Schei­terns in den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den seit ihrem Wie­der­ein­stieg 2009 nun doch noch einen wei­te­ren Euro­vi­si­ons­ver­such wagen. Das Land habe heu­te den Cas­ting­show-Zwei­ten Miros­lav Šmaj­da, optisch das unehe­li­che Kind von Jon Bon Jovi und Bon­nie Tyler, als Direkt­kan­di­da­ten nomi­niert. Der Song ste­he noch nicht fest, wird aber dank der Drei-Minu­ten-Regel der EBU deut­lich kür­zer aus­fal­len als Miros sons­ti­ge Auf­trit­te, die nach einer ers­ten You­tube-Über­sicht übli­cher­wei­se nicht unter sie­ben Minu­ten enden. Dan­ke, oh Du wei­se EBU! Miro, der wie schon die Twi­ins sei­ne Teil­nah­me selbst finan­zie­ren muss, will unter sei­nem Band­na­men My.RO antre­ten. Hmmm, mal sehen, was die rumä­ni­sche Dele­ga­ti­on dazu sagt!


Jah­res­zeit­lich pas­send: Miro schän­det Whams Welt­hit

I’m still asleep (SK 2011)

Nicht nur Irland ent­sen­det die­ses Jahr ein ein­ei­iges Zwil­lings­pär­chen mit bizar­ren Fri­su­ren. Auch in der Slo­wa­kei hält man sich an das Mot­to “dop­pelt genäht hält bes­ser” und schickt die Schwes­tern Vero­ni­ka und Danie­la Nízlo­vá ali­as Twi­ins, die ein biss­chen wie jün­ge­re Aus­ga­ben von Bree van de Kamp aus­se­hen. Heu­te stell­ten sie ihren Euro­vi­si­ons­bei­trag ‘I’m still ali­ve’ vor: natür­lich (seufz!) eine wei­te­re Bal­la­de. Von denen haben wir ja auch erst sie­ben­tau­send­fünf­hun­dert­sechs­und­drei­ßig die­ses Jahr! Zudem klingt sie nach einer mus­ter­ty­pi­schen, mecha­nisch glat­ten Auto­tu­ne-RnB-Radio-Bal­la­de, wie wir sie im Dut­zend von Rihan­na, Beyon­cé und ähn­li­chen zu Tode lang­wei­len­den Voll­plas­tik-Püpp­chen ken­nen. Wer im letz­ten hal­ben Jahr mal auch nur für weni­ge Minu­ten irgend­ei­ne belie­bi­ge For­ma­t­ra­dio-Jugend­wel­le ein­schal­te­te, kennt ‘I’m still ali­ve’ bereits in- und aus­wen­dig.

httpv://www.youtube.com/watch?v=uT_8il_fkAs
Die unehe­li­chen Zwil­lings­töch­ter von Bree van de Kamp und Vicky Lean­dros machen einen auf ‘Heal the World’. Klingt aller­dings lei­der eher nach ‘Disap­pe­ar’…

ESC 1. Semi 2010: Der Wür­ger von Wol­fen­büt­tel

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Semi 2)
Das Jahr des Akkor­de­ons

Jurys sind Wich­ser!™ Mei­ne Leser mögen mir die­se etwas unfei­ne Aus­drucks­wei­se ver­zei­hen, aber manch­mal ist die Wahr­heit grau­sam und pro­fan. Nicht nur sorg­te die Wie­der­ein­füh­rung des Bevor­mun­dungs­gre­mi­ums, wel­ches den Grand Prix bereits zu Zei­ten sei­ner Allein­herr­schaft von 1956 bis 1997 mit schier unfass­li­chen Ent­schei­dun­gen in Miss­kre­dit gebracht hat­te, wie nicht anders zu erwar­ten, für eine geball­te Rück­kehr ver­staub­ter und längst über­wun­den geglaub­ter musi­ka­li­scher Schreck­nis­se (jawohl, Mal­ta, der Fin­ger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacks­be­hin­der­ten Geron­ten schaff­ten es auch, in bei­den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den jeweils den bes­ten Bei­trag gegen den Wil­len der kla­ren Zuschau­er­mehr­heit her­aus­zu­ma­ni­pu­lie­ren. Und das, obwohl ihr Urteil “nur” zu 50% ins End­ergeb­nis ein­fließt. Aber auch das reicht bereits, um gro­ßes Unglück anzu­rich­ten. Um es mit den legen­dä­ren Wor­ten Zlat­kos (DVE 2001) zu sagen: dan­ke, ihr Fotz­köp­pe!

wei­ter­le­senESC 1. Semi 2010: Der Wür­ger von Wol­fen­büt­tel

Slo­wa­kei 2010: Wenn die Son­ne erwacht in den Ber­gen

Mild Dan­ces’ trifft ‘Hero’ – so könn­te man viel­leicht den slo­wa­ki­schen Song beschrei­ben, der sich soeben erwar­tungs­ge­mäß im behin­der­ten­freund­lichs­ten Vor­ent­scheid Euro­pas durch­setz­te. Gut gewählt!


Nehmen’se jrün, det hebt!

wei­ter­le­senSlo­wa­kei 2010: Wenn die Son­ne erwacht in den Ber­gen

Slo­wa­kei 2009: Look at me, I need some Atten­ti­on

Die­se Ost­eu­ro­pä­er! Wenn man schon gar nicht mehr damit rech­net, taucht in letz­ter Sekun­de aus dem Nichts noch mal eine Jury auf! Doch dies­mal bestä­tig­te sie über­ra­schend das ein­deu­ti­ge Ergeb­nis des Tele­vo­tings. Somit setz­te sich in der erst­mals seit elf Jah­ren wie­der am Grand Prix teil­neh­men­den Slo­wa­kei heu­te Abend ein Bei­trag der gro­ßen alten Bal­la­den­schu­le durch: das Breit­wand-Tech­ni­co­lor-Kitsch-Mär­chen ‘Let tmou’ knüpft naht­los an vor­an­ge­gan­ge­ne Exem­pla­re die­ser Gat­tung wie dem rumä­ni­schen ‘Tell me why’ (2002) oder dem mal­te­si­schen ‘On again, off again’ (2004) an. Mit letz­te­rem teilt es auch die – tech­nisch ein­wand­frei sau­ber gesun­ge­nen, den­noch gele­gent­lich erschre­cken­den (weil als Hörer nichts Böses ahnend) opern­haf­ten Gesangs­ein­la­gen.


Super Idee, die aktu­el­len Zwi­schen­stän­de live ein­zu­blen­den (*face­palm*)

wei­ter­le­senSlo­wa­kei 2009: Look at me, I need some Atten­ti­on