Stefan Raab

DE 2000; DE Vor­ent­scheid 2000
Der 1966 gebo­re­ne Köl­ner stieg nach einem abge­bro­che­nen Jura­stu­di­um und einer abge­schlos­se­nen Metz­ger­leh­re seit den Neun­zi­gern zum bekann­tes­ten TV-Enter­tai­ner Deutsch­lands und der Gali­ons­fi­gur des Sen­ders Pro­Sie­ben auf. Als Pro­du­zent und Kom­po­nist war er an eini­gen deut­schen ESC-Bei­trä­gen betei­ligt, so bei Guil­do Horn (1998), Max Mutz­ke (2004), Lena Mey­er-Land­rut (2010, 2011) und Roman Lob (2012). Zwi­schen 2005 und 2015 ver­an­stal­te­te er mit dem Bun­des­vi­si­on Song Con­test eine rein deut­sche Vari­an­te des ESC, mit mäßi­gem Erfolg. 2015 been­de­te er sei­ne TV-Karriere.

New Music Award als deut­sche Vorentscheidung?

Nach dem hausgemachten Quotendesaster von Unser Song für Baku und dem erwartbaren schlechten Abschneiden des ultralangweiligen 'Standing still' beim Wettbewerb stellt sich die Frage nach der weiteren Zusammenarbeit von Stefan Raabs Produktionsfirma Brainpool und der ARD beim deutschen Vorentscheid. Als eine mögliche Alternative sei nach Gerüchten aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der New Music Award im Gespräch, ein von den Jugendwellen der ARD jährlich vergebener Nachwuchspreis, dessen prominenteste Preisträger Kraftklub sind: die 2010 ausgezeichnete Chemnitzer Band trat 2011 bei Raabs Bundesvision Song Contest mit dem Titel 'Ich will nicht nach Berlin' an und konnte damit einen kleineren Charthit realisieren. Aktueller Awardinhaber ist die…
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USFB: Kein Schwein schaut mir zu

Stell Dir vor, es ist Eurovisionsvorentscheidung, und keiner schaut zu. So war es beim gestrigen Finale von Unser Star für Baku: lediglich 2,19 Millionen Zuschauer sahen den von Anfang an erwarteten Sieg von Roman Lob. Das ist die schlechteste Quote der letzten zwanzig Jahre und weniger als die Hälfte des Publikums von Unser Star für Oslo 2010. Selbst die desaströse Vorentscheidung von 2005, als das Castingsternchen Gracia Baur gegen zwei von Siegel geschickte Castingsternchen gewann, hatte anderthalb mal so viel Zuschauer. Von den durch Guildo Horn eingeleiteten Glanzzeiten um die Jahrtausendwende, als jeweils so um die 8 Millionen Menschen einschalteten,…
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Unser Star für Baku: wie wird gevotet?

Ein seit wenigen Tagen auf ProSieben kursierender Trailer für Unser Star für Baku suggeriert drastische Änderungen im Abstimmungsverfahren. Ein "Voting, dass es so noch nie gab" kündigt der neue Jurypräsident Thomas D. in dem Clip an. Seine beiden Mitjuroren Alina Süggeler (Frida Gold) und Stefan Raab sekundieren in gewohnt martialischer TV-Total-Diktion: "Ab jetzt kannst Du die ganze Wahrheit sehen" und "Ab jetzt zählt jede Sekunde". Da man in allen bisherigen Ankündigungen verlautbarte, dass die Entscheidung - wie auch schon bei Unser Star für Oslo - alleine beim Zuschauer liege, führt dies zur Vermutung, dass künftig in Gong-Show-Manier nicht nur Anrufe für, sondern…
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Ste­fan Raab: “Schluß­strich unter das Kapi­tel ESC

Er hat alles erreicht, was er beim Eurovision Song Contest erreichen konnte. Mit dem von ihm komponierten 'Guildo hat Euch lieb' holte Guildo Horn 1998 den Wettbewerb aus dem Tal der Finsternis und machte ihn wieder zu einem Event von breitem öffentlichen Interesse. Mit seiner eigenen Teilnahme im Jahre 2000 und dem für Max Mutzke, dem Sieger seiner von eben auf jetzt aus dem Boden gestampften Castingshow Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star, geschriebenen 'Can't wait until tonight' bescherte er dem wenig erfolgverwöhnten Deutschland vordere Plätze. Mit Lena Meyer-Landrut fand er im Vorjahr die zweite deutsche Eurovisionssiegerin. Mit der Moderation des diesjährigen…
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ESC-Fina­le 2011: I’m sca­red tonight

ESC-Fina­le 2011: I’m sca­red tonight

Europa macht mir Angst. Erst verwies es, natürlich unter tatkräftiger Mithilfe der gerontischen Jurys, in den Semis meine beiden jeweiligen Lieblingsbeiträge, das wunderbar optimistische 'Haba haba' (NO) und das exzellent dramatische 'San Angelos s'agapisa' (CY), auf die vorletzten Plätze. Und dann bestimmte es im Finale einen musikalisch glattgebügelten, beliebigen Seichtkram zum Sieger, in dem sehr offensichtlich die Zwangsheterosexualisierung eines bedauernswerten, sehr offensichtlich nicht interessierten Jünglings durch eine an Jahren und Erfahrung reiche Frau zelebriert wird. Bei evangelikalen Fundamentalisten mit ihren absurden Homo-Heilungs-Programmen dürften die Sektkorken geknallt haben. Für mich wurde an diesem Abend ein beträchtliches Stück der schwulen Identität des…
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Zwei­tes ESC-Semi 2011: Cau­se I know it’s pasibel

Zwei­tes ESC-Semi 2011: Cau­se I know it’s pasibel

Es geht doch, wenn man nur will: die ARD kann eine Eurovisionssendung ohne peinliche Technikpannen stemmen; Anke Engelke kann auch richtige Abendkleider tragen (und darin fantastisch aussehen); Stefan Raab kann witzig sein (als Sidekick von Anke Engelke, die bereits mit der Moderation der beiden Semis allen Schmach, den uns Marlene Charells überambitioniertes Straucheln 1983 bescherte, mehr als wettmachte) und das Erste kann einen richtig guten Pausenact organisieren, der multikulturell wirkt und dennoch etwas mit dem veranstaltenden Land zu tun hat. A propos Multikulti: noch nie war ich so begeistert von den Postkarten! Die schönsten Seiten Deutschlands im Märklin-Style, verknüpft mit…
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Ers­tes ESC-Semi 2011: Halb­zeit means Halbzeit

Ers­tes ESC-Semi 2011: Halb­zeit means Halbzeit

Mehrere Überraschungen hielt das erste Semi bereit: ein dank des unheilvollen Eingreifens geschmacksgestörter Gerontenjurys hochgradig schockierendes Abstimmungsergebnis, versagende Stimmen sowie eine peinliche Tonpanne. Und das am Technologiestandort Deutschland! Am unerwartesten aber: eine hinreißend lockere, amüsante Moderation, trotz Stefan Raab (DE 2000) als einer der drei Gastgeber des Abends! Wer auch immer die Eröffnungsmoderation mit dem Running Gag "Looks don't matter in Germany" schrieb, gehört für den Grimme-Preis nominiert. Entgegen meiner schlimmsten Befürchtungen präsentierte sich Deutschland durch den unverkrampft-lockeren Schlagabtausch zwischen der großartigen Anke Engelke und einem angenehm eigenironischen Stefan Raab als souverän und unterhaltsam. Bravo! https://www.youtube.com/watch?v=68sYLtR0ZAc Vermutlich hätte auch niemand sonst…
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Unser Song für Deutsch­land 2011: Reruns are a ris­ky Business

Unser Song für Deutsch­land 2011: Reruns are a ris­ky Business

Das Unglaubliche, das nicht mehr Erwartete, das Wunder war im Vorjahr geschehen: das in Stefan Raabs Castingshow Unser Star für Oslo entdeckte neue deutsche Fräuleinwunder Lena Meyer-Landrut hatte nach 28 Jahren Durststrecke das Märchen wahr gemacht und die Grand-Prix-Krone heim geholt. Deutschland war im kollektiven Freudentaumel und die mit Staatsehren zu Hause empfangene Lena unsere unumschränkte Volksheldin. Noch im Siegesrausch von Oslo entscheid Raab, Lena zur Titelverteidigung in diesem Jahr nochmals antreten zu lassen. Und ließ sich auch durch ungläubige bis entsetzte Reaktionen von Medien und Öffentlichkeit nicht mehr davon abbringen. So funktionierte er die Vorentscheidung 2011 in eine dreiteilige,…
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DVE 2010: Ich freu mich so, so hart

Ein allerletzter und ein vorvorletzter Platz beim Eurovision Song Contest, ansonsten nur Ergebnisse im tiefen zweistelligen Bereich: so konnte es nicht weitergehen, das war selbst der ARD klar. Also tat man, was man bei den Öffentlich-Rechtlichen immer tut, um die eigene Ideenlosigkeit zu bemänteln: man kaufte bei der privaten Konkurrenz ein. "Der Papa wird's schon richten" dachte man sich wohl in Anlehnung an einen alten Titel von Peter Alexander - und der Grand-Prix-Papa, das konnte natürlich niemand anders[ref]Nein, Herr Siegel. Sie nicht. Ihre Zeit als Deutschlands Dauerkomponist ist vorbei. Ich weiß, Sie wollen das nicht hören, es ist aber so.[/ref]…
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Unser Star für Oslo: ARD stellt Vor­ent­schei­dungs­kon­zept vor

"Ein kleiner Schritt für das Fernsehen, aber ein großer für den Eurovision Song Contest", so bezeichnete der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber heute die Zusammenarbeit mit ProSieben bei der kommenden deutschen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest in Oslo. Und auch Stefan Raab hielt sich mit Pathos nicht zurück auf der gemeinsamen, gleichzeitig auf Phoenix und N24 übertragenen Pressekonferenz: "Eine nationale Aufgabe von historischer Tragweite" sei es, die der von seiner Sender-Unterhaltungschefin als "Retter des Grand Prix" Gepriesene gemeinsam mit dem Ersten und den ARD-Popradiowellen in Angriff nehme. Mit der achtteiligen Castingshow wolle man, so Raab, die Zuschauer wieder "euphorisieren". Nicht ganz…
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Vor­ent­scheid 2010: Ste­fan sucht den Super Grand Prix Star

Nun also doch! Nach dem das Tischtuch zwischen Pro-Sieben-Aushängeschild Stefan Raab und der ARD bereits zerschnitten schien und der Komponist solch profunder Beiträge wie 'Wadde hadde dudde da' (DE 2000) öffentlichkeitswirksam die Flinte ins Korn warf, konnte man sich mit zweimonatiger Verspätung nun doch noch auf das ursprünglich ausgedachte Konzept zur Rettung der deutschen Eurovisionsehre einigen. Wie der NDR heute Mittag bekannt gab, will man die deutsche Vorentscheidung 2010 extrem breit aufstellen und sowohl die ARD-Radiowellen als auch Stefans Heimatsender ProSieben mit einbeziehen. Die Suche nach einem etablierten Künstler hat man - wohl nicht zuletzt aufgrund der Blamagen mit den No…
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Vor­ent­schei­dung: Ste­fan Raab gibt der ARD einen Korb

Föderalismus als Fortschrittsbremse: nach tagelangem Hickhack um eine mögliche Zusammenarbeit der ARD mit Pro Sieben beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid 2010 erteilte der Entertainer Stefan Raab jetzt der Anstalt eine Absage. "Die Entscheidungswege in der ARD sind derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind," zitiert DWDL vorab aus einem Interview, dass im neuen Spiegel erscheint. Eine schallende Ohrfeige für die reformunfähige ARD, zumal nach Aussage Raabs der NDR auf ihn zugekommen sei und um Hilfe gebeten habe. "Wir haben ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt", so Raab im Spiegel. Diess aber nun zerpflückten die Unterhaltungschefs und Intendanten der regionalen ARD-Anstalten, die…
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Neue Vor­ent­schei­dung 2010: SSDSG­PS reloaded?

Die ARD plant nach verschiedenen Medienberichten für das kommende Jahr offenbar eine mehrteilige, abwechselnd auf Pro Sieben und im Ersten auszustrahlende Castingshow als Vorentscheidungsformat für den deutschen Beitrag. Spekulationen gibt es über eine mögliche (naheliegende) Beteiligung von Stefan Raab, dessen 2004 spontan aus dem Boden gestampfte Show SSDSGPS (Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star) als Sprungbrett für den damaligen deutschen Vertreter Max Mutzke (Platz 8 in Istanbul) diente. Einzelheiten über das schon seit längerer Zeit geplante Format will man am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt geben. Außerdem sollen die Radiowellen der ARD stärker in die Eurovisionsdisziplin eingebunden werden. Der deutsche Beitrag sei…
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Oomph! gewin­nen BuVi­So­Co 2007

Gerade ging nach knapp vier Stunden Marathonsendung Stefan Raabs Miniatur-Eurovision zuende. Und ich könnte flennen. Nicht, weil mit Oomph! eine Band gewonnen hat, deren musikalischer Stil meinem persönlichen Geschmack nicht unbedingt entspricht und es meine Favoriten Mia. und D-Flame nur auf mittlere Plätze schafften. Sondern weil Oomph! DIE idealen Vertreter für Deutschland beim Eurovision Song Contest gewesen wären! Optisch wie akustisch würde diese Band im europäischen Ausland sofort und zweifelsfrei als deutsch wahrgenommen. Dazu noch war die Show gut und der Song eingängig. Mit 'Träumst Du?' hätten wir in Helsinki wenigstens den Hauch einer Chance auf eine Top-Ten-Platzierung gehabt. Von…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 2004: Als hät­te man uns die Son­ne genomm’

Deut­scher Vor­ent­scheid 2004: Als hät­te man uns die Son­ne genomm’

Sechs Jahre tobte der ungleiche Machtkampf zwischen Grand-Prix-Grandseigneur Ralph Siegel und dem lustigen Metzgersgesell Stefan Raab um die Hoheit über die deutsche Eurovisionsvorentscheidung. Mit ‘Guildo hat Euch lieb’ fing 1998 alles an: gepusht von einer massiven Medienkampagne der Bild und auf der Schaumkrone der Schlagerspaßwelle segelnd, drückte der Retter des Grand Prix mit über 60% der Stimmen die drei (!) Konkurrenzbeiträge des Altmeisters an die Wand. 1999 kam Siegel nur durch die unglückliche Disqualifikation der Siegerin Corinna May zum Zug, um ein Jahr später die Staffette wieder zurückgeben zu müssen. In den beiden letzten Jahren setzte Raab aus und Siegel…
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<span class="caps">ESC</span> 2000: Ich will, ich will eine Gurke

ESC 2000: Ich will, ich will eine Gurke

Freiheit fördert Kreativität. Kaum fiel die Sprachenregel, tauchten die ersten skurrilen linguistischen Mixe beim Song Contest auf, wie zum Beispiel ein auf italienisch und griechisch gesungener zyprischer Beitrag oder ein deutsches Lied in Babysprache ('Wadde hadde dudde da'), ein im Übrigen sehr professionell und modern produzierter, wenn auch etwas kalt wirkender Beitrag, wie die meisten in diesem Jahr. Der Wechsel von der Jury- zur reinen Zuschauerwertung brachte den erhofften Effekt und führte zu einer deutlichen Qualitätssteigerung. Fast alle Länder orientierten sich in Richtung der aktuellen Charts, wo tanzbarer, schneller Pop regierte. In einem Feld ähnlich klingender Songs fällt der auf, der sich unterscheidet:…
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Count­down Grand Prix 2000: Wird der Schmerz jemals wie­der vergehn?

Count­down Grand Prix 2000: Wird der Schmerz jemals wie­der vergehn?

Neues Jahrtausend - neues Glück. Noch hielt das Hoch der durch Guildo Horn (DE 1998) ausgelösten Revolution an; noch galt der Grand Prix auf ironische Weise als hip. Und so fand sich beim diesjährigen, hochgradig unterhaltsamen Vorentscheid neben den üblichen chancenlosen Nullnummern eine illustre Runde bekannter B-Listen-Stars ein, welche den Countdown zum Spitzenereignis des schlechten Geschmacks machten. Erotik-Trash, zertrümmerte Gitarren, blinkende Bühnengarderobe und Dragqueens galt es zu bewundern, sowie einen ungleichen Zweikampf von Pathos und Spaß zu verfolgen. Es war groß! (mehr …)
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Count­down Grand Prix 1998: Die Zeit voll Har­mo­nie und Glück

Count­down Grand Prix 1998: Die Zeit voll Har­mo­nie und Glück

Mit dem Isländer Paul Oscar, den die ARD als Stargast zur deutschen Vorentscheidung einfliegen ließ, und der schelmisch "alle Swüle" im Bremer Publikum grüßte, worüber sich Moderator Axel "Alexis" Bulthaupt besonders strahlend freute, hatte der Grand Prix Eurovision, schon seit jeher die jährliche Fußballweltmeisterschaft der Schwulen, im Vorjahr endlich sein offizielles Coming Out geschafft. So erscheint die Teilnahme von Rosenstolz an der diesjährigen Vorentscheidung nur folgerichtig. (mehr …)
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