Vor­ent­scheid 2010: Ste­fan sucht den Super Grand Prix Star

Nun also doch! Nach dem das Tisch­tuch zwi­schen Pro-Sie­ben-Aus­hän­ge­schild Ste­fan Raab und der ARD bereits zer­schnit­ten schien und der Kom­po­nist solch pro­fun­der Bei­trä­ge wie ‘Wad­de had­de dud­de da’ (DE 2000) öffent­lich­keits­wirk­sam die Flin­te ins Korn warf, konn­te man sich mit zwei­mo­na­ti­ger Ver­spä­tung nun doch noch auf das ursprüng­lich aus­ge­dach­te Kon­zept zur Ret­tung der deut­schen Euro­vi­si­ons­eh­re eini­gen. Wie der NDR heu­te Mit­tag bekannt gab, will man die deut­sche Vor­ent­schei­dung 2010 extrem breit auf­stel­len und sowohl die ARD-Radio­wel­len als auch Ste­fans Hei­mat­sen­der Pro­Sie­ben mit ein­be­zie­hen. Die Suche nach einem eta­blier­ten Künst­ler hat man – wohl nicht zuletzt auf­grund der Bla­ma­gen mit den No Angels (DE 2008) und Alex C. (DE 2009) – auf­ge­ge­ben, nun soll es ein auf­stre­ben­des Nach­wuchs­ta­lent rich­ten. Dabei fun­giert Raabs viel­fach gelob­tes For­mat SSDS­GPS, aus dem 2004 Max Mutz­ke (Platz 8 in Istan­bul) her­vor­ging, als Blau­pau­se – dem­entspre­chend über­nimmt Ste­fan den Jury­vor­sitz, die Ent­schei­dung aber obliegt den Fern­seh­zu­schau­ern. Tho­mas Schrei­ber, ARD-Koor­di­na­tor Unter­hal­tung, zur nicht mehr für mög­lich gehal­te­nen Ret­tung sei­nes For­mat­kin­des aus dem ARD-Gre­mi­en-Brun­nen: “Bin ich froh, dass das klappt: eine gute Idee ist eine gute Idee”. Wohl wahr!


Den Kom­men­tar über­las­sen wir His Raab­ness him­s­elf

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Vor­ent­schei­dung: Ste­fan Raab gibt der ARD einen Korb

Föde­ra­lis­mus als Fort­schritts­brem­se: nach tage­lan­gem Hick­hack um eine mög­li­che Zusam­men­ar­beit der ARD mit Pro Sie­ben beim deut­schen Grand-Prix-Vor­ent­scheid 2010 erteil­te der Enter­tai­ner Ste­fan Raab jetzt der Anstalt eine Absa­ge. “Die Ent­schei­dungs­we­ge in der ARD sind der­art kom­pli­ziert, dass sie mit unse­rer Arbeits­wei­se nicht ver­ein­bar sind,” zitiert DWDL vor­ab aus einem Inter­view, dass im neu­en Spie­gel erscheint. Eine schal­len­de Ohr­fei­ge für die reform­un­fä­hi­ge ARD, zumal nach Aus­sa­ge Raabs der NDR auf ihn zuge­kom­men sei und um Hil­fe gebe­ten habe. “Wir haben ein schlüs­si­ges Gesamt­kon­zept vor­ge­legt”, so Raab im Spie­gel. Diess aber nun zer­pflück­ten die Unter­hal­tungs­chefs und Inten­dan­ten der regio­na­len ARD-Anstal­ten, die sich mal wie­der über das gro­ße Gan­ze nicht eini­gen konn­ten, und dran­gen auf “Nach­bes­se­run­gen”. Ges­tern noch ver­laut­bar­te eine Spre­che­rin des Ers­ten, eine Zusam­men­ar­beit mit Raab sei “reiz­voll”. Damit ist die Bla­ma­ge für den öffent­lich-recht­li­chen Sen­der kom­plett.


Um’s mal mit den Fin­nen zu sagen!

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Neue Vor­ent­schei­dung 2010: SSDS­GPS rel­oa­ded?

Die ARD plant nach ver­schie­de­nen Medi­en­be­rich­ten für das kom­men­de Jahr offen­bar eine mehr­tei­li­ge, abwech­selnd auf Pro Sie­ben und im Ers­ten aus­zu­strah­len­de Cas­ting­show als Vor­ent­schei­dungs­for­mat für den deut­schen Bei­trag. Spe­ku­la­tio­nen gibt es über eine mög­li­che (nahe­lie­gen­de) Betei­li­gung von Ste­fan Raab, des­sen 2004 spon­tan aus dem Boden gestampf­te Show SSDS­GPS (Ste­fan sucht den Super-Grand-Prix-Star) als Sprung­brett für den dama­li­gen deut­schen Ver­tre­ter Max Mutz­ke (Platz 8 in Istan­bul) dien­te. Ein­zel­hei­ten über das schon seit län­ge­rer Zeit geplan­te For­mat will man am Diens­tag in einer Pres­se­kon­fe­renz bekannt geben. Außer­dem sol­len die Radio­wel­len der ARD stär­ker in die Euro­vi­si­ons­dis­zi­plin ein­ge­bun­den wer­den. Der deut­sche Bei­trag sei eine “natio­na­le Auf­ga­be”, so Unter­hal­tungs­chef Tho­mas Schrei­ber. Eine für Diens­tag geplan­te Pres­se­kon­fe­renz wur­de unter­des­sen abge­sagt, augen­schein­lich herrscht inner­halb des Sen­der­ver­bun­des mal wie­der Unei­nig­keit oder Hasen­fü­ßig­keit.


Kann Raab noch mal so einen Schatz heben?

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Oomph! gewin­nen BuVi­So­Co 2007

Gera­de ging nach knapp vier Stun­den Mara­thon­sen­dung Ste­fan Raabs Minia­tur-Euro­vi­si­on zuen­de. Und ich könn­te flen­nen. Nicht, weil mit Oomph! eine Band gewon­nen hat, deren musi­ka­li­scher Stil mei­nem per­sön­li­chen Geschmack nicht unbe­dingt ent­spricht und es mei­ne Favo­ri­ten Mia. und D‑Flame nur auf mitt­le­re Plät­ze schaff­ten. Son­dern weil Oomph! DIE idea­len Ver­tre­ter für Deutsch­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test gewe­sen wären! Optisch wie akus­tisch wür­de die­se Band im euro­päi­schen Aus­land sofort und zwei­fels­frei als deutsch wahr­ge­nom­men. Dazu noch war die Show gut und der Song ein­gän­gig. Mit ‘Träumst Du?’ hät­ten wir in Hel­sin­ki wenigs­tens den Hauch einer Chan­ce auf eine Top-Ten-Plat­zie­rung gehabt.


Von denen träum ich heut Nacht: Oomph!

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DVE 2004: Als hät­te man uns die Son­ne genomm’

Max Mutzke, Stefan Raab, DE 2004
Der Ver­schreck­te

Sechs Jah­re tob­te der unglei­che Macht­kampf zwi­schen Grand-Prix-Grand­sei­gneur Ralph Sie­gel und dem lus­ti­gen Metz­gers­ge­sell Ste­fan Raab um die Hoheit über die deut­sche Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung. Mit ‘Guil­do hat Euch lieb’ fing 1998 alles an: gepusht von einer mas­si­ven Medi­en­kam­pa­gne der Bild und auf der Schaum­kro­ne der Schla­ger­spaß­wel­le segelnd, drück­te der Ret­ter des Grand Prix mit über 60% der Stim­men die drei (!) Kon­kur­renz­bei­trä­ge des Alt­meis­ters an die Wand. 1999 kam Sie­gel nur durch die unglück­li­che Dis­qua­li­fi­ka­ti­on der Sie­ge­rin Corin­na May zum Zug, um ein Jahr spä­ter die Staf­fet­te wie­der zurück­ge­ben zu müs­sen. In den bei­den letz­ten Jah­ren setz­te Raab aus und Sie­gel sich gegen ein wenig über­zeu­gen­des Kon­kur­ren­ten­feld durch, mit eben­falls wenig über­zeu­gen­den Ergeb­nis­sen im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb.

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ESC 2000: Ich will, ich will eine Gur­ke

Logo des Eurovision Song Contest 2000
Das Drum­com­pu­ter­jahr

Frei­heit för­dert Krea­ti­vi­tät. Kaum fiel die Spra­chen­re­gel, tauch­ten die ers­ten skur­ri­len lin­gu­is­ti­schen Mixe beim Song Con­test auf, wie zum Bei­spiel ein auf ita­lie­nisch und grie­chisch gesun­ge­ner zypri­scher Bei­trag oder ein deut­sches Lied in Baby­spra­che (‘Wad­de had­de dud­de da’), ein im Übri­gen sehr pro­fes­sio­nell und modern pro­du­zier­ter, wenn auch etwas kalt wir­ken­der Bei­trag, wie die meis­ten in die­sem Jahr. Der Wech­sel von der Jury- zur rei­nen Zuschau­er­wer­tung brach­te den erhoff­ten Effekt und führ­te zu einer deut­li­chen Qua­li­täts­stei­ge­rung. Fast alle Län­der ori­en­tier­ten sich in Rich­tung der aktu­el­len Charts, wo tanz­ba­rer, schnel­ler Pop regier­te. In einem Feld ähn­lich klin­gen­der Songs fällt der auf, der sich unter­schei­det: am Ende gewan­nen zwei älte­re Her­ren mit einem melo­diö­sen Coun­try-Schla­ger. Doch der Rei­he nach!

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DE 2000: Wird der Schmerz jemals wie­der ver­gehn?

Stefan Raab, DE 2000
Der Stre­ber

Neu­es Jahr­tau­send – neu­es Glück. Noch hielt das Hoch der durch Guil­do Horn (DE 1998) aus­ge­lös­ten Revo­lu­ti­on an; noch galt der Grand Prix auf iro­ni­sche Wei­se als hip. Und so fand sich beim dies­jäh­ri­gen, hoch­gra­dig unter­halt­sa­men Vor­ent­scheid neben den übli­chen chan­cen­lo­sen Null­num­mern eine illus­tre Run­de bekann­ter B‑Lis­ten-Stars ein, wel­che den Count­down zum Spit­zen­er­eig­nis des schlech­ten Geschmacks mach­ten. Ero­tik-Trash, zer­trüm­mer­te Gitar­ren, blin­ken­de Büh­nen­gar­de­ro­be und Drag­queens galt es zu bewun­dern, sowie einen unglei­chen Zwei­kampf von Pathos und Spaß zu ver­fol­gen. Es war groß!

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DE 1998: Die Zeit voll Har­mo­nie und Glück

Guildo Horn, DE 1998
Der Ret­ter

Mit dem Islän­der Paul Oscar, den die ARD als Star­gast zur deut­schen Vor­ent­schei­dung ein­flie­gen ließ, und der schel­misch “alle Swü­le” im Bre­mer Publi­kum grüß­te, wor­über sich Mode­ra­tor Axel “Alexis” Bult­haupt beson­ders strah­lend freu­te, hat­te der Grand Prix Euro­vi­si­on, schon seit jeher die jähr­li­che Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft der Schwu­len, im Vor­jahr end­lich sein offi­zi­el­les Com­ing Out geschafft. So erscheint die Teil­nah­me von Rosen­stolz an der dies­jäh­ri­gen Vor­ent­schei­dung nur fol­ge­rich­tig.

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