Schlagwort: Svante Thuresson

1967, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

SE 1967: Im Östen nichts Neu­es

Das Melodifestivalen ist ein rundheraus sterbenslangweiliger Wettbewerb mit nicht einem einzigen auch nur ansatzweise interessanten Titel und null Glamour: würde man für eine solche Aussage heutzutage von vor Empörung schnappatmenden Fans als Ketzer bezichtigt und von einem wütenden Mob aufgeknüpft (und das zu Recht), so trifft obige Aussage für den Jahrgang 1967 indes voll und ganz zu, wie selbst der schwedophilste Grand-Prix-Fan ehrlicherweise zugeben muss. Zehn Lieder hatte eine Jury herausgesucht, und darunter befand sich nicht einer, der in irgendeiner Form als eingängig bezeichnet werden könnte. Am konventionellsten vielleicht noch der Titel 'Christina dansar' der schwedischen Schlagerette und MF-Teilnahmerekordhalterin Ann-Louise Hanson, die hier den dritten und vierten ihrer insges...
<span class="caps">ESC</span> 1966: Zwin­gen kann man kein Glück
1966, Die Sechziger, ESC Finale, Jurys sind Wichser, Schwules, Unsere Lieblinge

ESC 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

Das zehnjährige Jubliäum des Eurovision Song Contests nahm die EBU zum Anlass, im Frühjahr 1966 bei den teilnehmenden TV-Anstalten Ideen für die künftige Gestaltung des Wettbewerbs zu sammeln. Dabei zeigten sich regional sehr unterschiedliche Schwerpunkte, wie Gordon Roxburgh in der Fibel Songs for Europe auflistet: so bestanden die skandinavischen Sender darauf, dass der "musikalischen Qualität" der Beiträge die absolute Priorität einzuräumen sei. Die westeuropäischen Anstalten wie die ARD, das belgische BRT, der ORF und das französische Fernsehen wollten vor allem die Teilnehmerzahl von zuletzt 18 Nationen reduzieren und schlugen verschiedene Formate für Semifinale vor, wie sie sich aber erst 2004 durchsetzen sollten. Die linguistisch zwiegespaltenen Belgier votierten dabei für die Zut...
Melo­di­fes­ti­va­len 1966: Some­thing old, some­thing new, some­thing hip and some­thing cool
1966, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

Melo­di­fes­ti­va­len 1966: Some­thing old, some­thing new, some­thing hip and some­thing cool

Als das Musterbeispiel schlechthin für einen kontroversen, die Menschheit in glühende Anhänger/innen und völlig verständnislos mit dem Kopf schüttelnde Gegner/innen teilenden Grand-Prix-Beitrag kann der Siegertitel des schwedischen Melodifestivalen 1966 gelten. Sowie als bester Beleg dafür, warum ein derartig umstrittenes Lied in einem Wettbewerb wie dem Eurovision Song Contest einem gefälligen, um keinen Preis anecken wollenden Mainstreamsong zwangsläufig überlegen sein muss (und ja, lieber NDR, der Zaunpfahl, mit dem ich gerade im Schweiße meines Angesichts winke, richtet sich an Dich!). Alles an 'Nygammal Vals' ('Neu-alter Walzer') war ungewöhnlich und schräg. Das fing schon bei den beiden Interpreten an, bzw. mit dem Fakt, dass ein Duo das Lied sang, was beim eher auf Einzelkünstler/in...