WSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Mit Rie­sen­schrit­ten nähern wir uns dem Ende der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Mit dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len steht an die­sem Sams­tag der letz­te öffent­li­che Vor­ent­scheid an. Aus­ge­rech­net all jene Natio­nen, die zu faul oder zu gei­zig waren, einen sol­chen zu orga­ni­sie­ren, haben sich nun ver­ab­re­det, Fans und Euro­vi­si­ons­blog­ger in den Stress­in­farkt zu schi­cken, in dem sie all ihre – teils seit vie­len Wochen im Tre­sor gebun­ker­ten – Bei­trä­ge mehr oder min­der gleich­zei­tig ver­öf­fent­lich­ten. Den Beginn in unse­rer klei­nen Werk­schau macht das mitt­ler­wei­le auch von­sei­ten der EBU offi­zi­ell umbe­nann­te Nord­ma­ze­do­ni­en, das als ein­zi­ge der betei­lig­ten Natio­nen einen vali­den Grund vor­wei­sen kann, sei­nen Song heu­te – am Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag – her­aus­zu­brin­gen. Han­delt es sich bei ‘Proud’ doch um eine Bal­la­de zum The­ma der weib­li­chen Selbst­er­mäch­ti­gung, die den zusam­men­ge­cas­te­ten deut­schen Sis­ters, die mit dem glei­chem Sujet unter­wegs sind, zeigt, wo der Ham­mer hängt. Und zwar sowohl musi­ka­lisch, wo nach einem etwas sprö­den, ver­hal­te­nen Anfang ein zwar schon hun­dert­mal gehör­ter, aber gera­de des­we­gen sofort mit­sing­ba­rer Refrain kommt und wo der Song nach einer zwei­ten Stro­phe ziem­lich unver­mit­telt in die Vol­len geht und dabei fast schon gos­pel­haf­te Qua­li­tä­ten ent­wi­ckelt.

Das Alpha­weib­chen: Tama­ra Todevs­ka führt die Schwes­tern­schaft auf die Bar­ri­ka­den. Recht so!

wei­ter­le­senWSV 2019: das Bes­te und die Res­te

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So lang­sam geht es in die Vol­len: heu­te Abend steigt der ers­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Um so drin­gen­der ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letz­ten Wochen lie­gen geblie­be­nen Vor­ent­schei­dungs­per­len abzu­ar­bei­ten. Und da kein ESC-Jahr­gang kom­plett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die mol­da­wi­sche Euro­vi­si­ons­le­gen­de Alex­an­dru “SashaBogni­bov natür­lich den Auf­takt geben. Der mach­te bekannt­lich erst­mals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch frag­wür­di­gen Titel ‘I love the Girls of 13 Years old’ für den Vor­ent­scheid des Lan­des bewarb und auch auf die vom Sen­der vor­ab ver­öf­fent­lich­te Aus­wahl­lis­te kam, es dann aber nicht in die Sen­dung schaff­te. Ein Ritu­al, das sich seit­her regel­mä­ßig wie­der­holt, wobei sei­ne Lie­der von Jahr zu Jahr musi­ka­lisch bes­ser und text­lich weni­ger gru­se­lig wer­den. Bis auf 2019: heu­er knüpft Alex mit ‘Love me like my Daugh­ter’ wie­der an sei­ne Anfän­ge an. Wenn ich sei­nen jau­len­den Gesang rich­tig ver­ste­he, umschwärmt unser Kar­pa­ten-Goth dar­in eine jugend­li­che Halb­wai­se mit Vater­kom­plex. Der mol­da­vi­sche Sen­der TRM erklär­te bei der Vor­stel­lung der Bewer­ber­lis­te für die O Melo­die Pen­tru Euro­pa bereits, dass einer der ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge auf­grund sei­nes Tex­tes nicht euro­vi­si­ons­kom­pa­ti­bel sei und vom öffent­li­chen Vor­sin­gen für die Aus­wahl­ju­ry aus­ge­schlos­sen wer­de, das am 2. Febru­ar 2019 mit­tags in Chișinău statt­fin­det. Und ich habe das Gefühl, ich weiß auch schon, wel­cher das ist!

Gru­se­lig-düs­te­res Sujet vor weih­nacht­lich-ste­ri­ler, hell erleuch­te­ter Stu­dio­ku­lis­se: ein unpas­sen­de­res Set­ting hät­te man sich kaum aus­den­ken kön­nen.

wei­ter­le­senPer­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter