No no never ist der Deut­schen liebs­ter Euro­vi­si­ons­song

Sind wir etwa doch alle klei­ne Cow­boys und Cow­girls? Denn nicht etwa einer der bei­den hei­mi­schen Grand-Prix-Sie­ger­ti­tel ist der erfolg­reichs­te Euro­vi­si­ons­song in Deutsch­land. Son­dern, einer aktu­el­len Aus­wer­tung der Sei­te chartsurfer.de zufol­ge, Texas Light­nings herz­er­wär­men­de Coun­try­wei­se ‘No no never’, die beim ESC 2006 in Athen mit dem fünf­zehn­ten Platz eine schänd­li­che Unter­be­wer­tung erfuhr. Wobei, soviel sta­tis­ti­sche Kor­rekt­heit muss sein, Olli Ditt­rich und sei­ne Man­nen damit nicht die meist­ver­kauf­te Euro­vi­si­ons­sin­gle hin­leg­ten – das war ‘Save all your Kis­ses for me’ von den Bro­ther­hood of Men (UK 1976). Die hier vor­ge­stell­te Lis­te Euro­vi­si­ons­hits Deutsch­land wer­tet sämt­li­che Plat­zie­run­gen von Grand-Prix-Teil­neh­mern in den deut­schen Ver­kaufs­charts seit 1959[ref]In den ers­ten drei Eurov­si­ons­jah­ren exis­tier­ten hier­zu­lan­de noch kei­ne Ver­kaufs­hit­pa­ra­den. Dumm gelau­fen für Dome­ni­co Mudug­no (‘Vola­re’, 1958).[/ref] aus. Dar­in lan­den die Bri­ten auf Rang 11, denn sie waren “nur” 21 Wochen in der Hit­lis­te notiert. ‘No no never’ brach­te es hin­ge­gen auf 38 Nen­nun­gen und konn­te so flei­ßig Sta­tis­tik­punk­te sam­meln. Tat­säch­lich war der Song – mit Pau­sen – erst über ein Jahr nach sei­ner Erst­ver­öf­fent­li­chung das letz­te Mal in der deut­schen Top 100 plat­ziert, also ein ech­ter Dau­er­bren­ner.


Komm hol das Las­so raus: Deutsch­land steht auf Cow­girls

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Texas Light­ning: Cover-Mania

Wenn Sie, wie ich, musi­ka­lisch mit der ZDF-Hit­pa­ra­de auf­wuch­sen, erin­nern Sie sich viel­leicht noch an das Phä­no­men der “Deut­schen Ori­gi­nal­ver­si­on”. In den Sieb­zi­gern wur­de in Deutsch­land näm­lich jeder noch so frag­wür­di­ge eng­lisch­spra­chi­ge Hit geco­vert und von einem der damals zahl­rei­chen Schla­ger­stars in einer noch frag­wür­di­ge­ren deut­schen Fas­sung inter­pre­tiert. Die sich oft­mals sehr viel bes­ser ver­kauf­te als das Ori­gi­nal (auch bekannt als der ‘Men­do­ci­no’-Effekt). Manch­mal gab es sogar meh­re­re deut­sche Ver­sio­nen, so bei­spiels­wei­se von Bar­bra Strei­sands ‘Woman in Love’, das sowohl Git­te (‘Ich bin die Frau, die dich liebt’) als auch Mari­an­ne Rosen­berg (‘Ich hab auf Lie­be gesetzt’) mit unter­schied­li­chen Tex­ten und unter­schied­li­chem kom­mer­zi­el­len Erfolg ein­deutsch­ten.


Zum Dahin­schmel­zen: Mari­an­nes Ein­satz ist hoch!

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ESC Fina­le 2006: Hard Rock? Hal­le­lu­jah!

Logo des Eurovision Song Contest 2006 (Semifinale)
Das Jahr der Mons­ter­ro­cker

Dass ich das noch erle­ben durf­te: die Fin­nen gewin­nen! Athen warf ein bis dato unum­stöß­li­ches Grand-Prix-Gesetz über den Hau­fen. Was kommt als nächs­tes? Ein Sieg Por­tu­gals? Andor­ra im Fina­le? Eine ost­eu­ro­päi­sche Sän­ge­rin, deren Rock die Scham bedeckt? Man darf gespannt sein! Die meis­tens Fans in der Athe­ner Olym­pia­hal­le reagier­ten geschockt, als der Sieg der Mons­ter­ro­cker sich abzeich­ne­te. Nur weni­ge zeig­ten sich (wie ich) begeis­tert, unter­stütz­ten jede Zwölf-Punk­te-Wer­tung für Lor­di mit einem spon­ta­nen “Lap­po­nia”-Gesang oder rock­ten bei der Sie­ger­re­pri­se auf dem Stuhl ste­hend mit.

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Texas Light­ning: Ole ora­kelt

Offi­zi­el­ler Segen für die deut­sche Coun­try-Band: am Don­ners­tag emp­fing Ham­burgs Bür­ger­meis­ter Ole von Beust Texas Light­ning im Gäs­te­haus des Senats und erklär­te dabei zuver­sicht­lich: “Ich sehe gute Chan­cen, dass die Band unter die ers­ten drei kommt.” Was in viel­fa­cher Hin­sicht ein gutes Omen ist: zum einen mar­kiert das (in ost­eu­ro­päi­schen Län­dern durch­aus übli­che) Schul­ter­klop­fen für die Ver­tre­ter unse­res Lan­des beim Grand Prix durch einen Reprä­sen­tan­ten des Staa­tes den ver­än­der­ten Stel­len­wert des Song Con­tests. Noch vor weni­gen Jah­ren wäre es kaum vor­stell­bar gewe­sen, dass ein Poli­ti­ker einen Euro­vi­si­ons­sän­ger auch nur mit der Kneif­zan­ge ange­fasst hät­te.


Ole findet’s gut und ich auch: ‘No no never’ (DE)

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DVE 2006: Nor­disch by Natu­re

Jane Comerford von Texas Lightning, DE 2006
Deutsch­lands Liebs­te

Nach der Schan­de von Kiew (letz­ter Platz für Gra­cia mit 4 Mit­leids­zäh­lern) gab der NDR-Unter­hal­tungs­chef Jür­gen Mei­er-Beer ent­nervt sei­nen Rück­tritt als Euro­vi­si­ons­ver­ant­wort­li­cher bekannt. In sei­ner Rat­lo­sig­keit, was er nun mit der Sen­dung anfan­gen soll­te, hol­te sich der öffent­lich-recht­li­che Sen­der Unter­stüt­zung dort, wo in Deutsch­land die Unter­hal­tungs­kom­pe­tenz behei­ma­tet ist: bei den Pri­va­ten. Genau­er: bei Pro­Sie­ben und des­sen Come­dy-Aus­hän­ge­schild Tho­mas Her­manns (Quatsch Come­dy Club, Pop Club). Der beken­nen­de Grand-Prix-Fan stürz­te sich mit Feu­er­ei­fer an die Auf­ga­be und pro­du­zier­te eine gla­mou­rö­se, schwel­ge­ri­sche Retro-Show rund um den fünf­zigs­ten Geburts­tag des Song Con­tests.

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