ESC 1961: Stand up for your Love Rights

Logo des Eurovision Song Contest 1961
Das Jahr der schwu­len Eman­zi­pa­ti­on

Schon zum zwei­ten Mal in der noch jun­gen Grand-Prix-Geschich­te gas­tier­te der Wett­be­werb 1961 in Can­nes. Und erneut prä­sen­tier­te das fran­zö­si­sche Fern­se­hen die sel­be Eröff­nungs­se­quenz wie schon 1959. Sowie die sel­be Mode­ra­to­rin, Jac­que­line Jou­bert, die so viel Mas­ca­ra auf­ge­legt hat­te, dass sie stän­dig ange­strengt gen Him­mel schau­en muss­te, damit ihr die Augen­li­der nicht zusam­men­papp­ten. Ledig­lich auf die cha­rak­te­ris­ti­schen Dreh­ge­stel­le ver­zich­te­te man. Statt­des­sen ver­sam­mel­ten sich die 16 Teilnehmer/innen zum Auf­takt der erst­mals an einem Sams­tag aus­ge­strahl­ten Sen­dung auf einer opu­len­ten Show­trep­pe und stell­ten sich artig nach­ein­an­der per­sön­lich vor. Was für die Zuschauer/innen den unschätz­ba­ren Vor­teil bot, die Inter­pre­ten­na­men zur Abwechs­lung in feh­ler­frei­er Aus­spra­che hören zu kön­nen. Im Anschluss san­gen sie dann ihre Lied­chen, die alle ziem­lich gleich und alle gleich lang­wei­lig klan­gen.

Schlaf­los in Stutt­gart? Hier naht Hil­fe: der ESC 1961.

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A Song for Euro­pe 1961: Kon­kur­renz belebt das Geschäft

Inde­pen­dent Tele­vi­si­on (ITV), der im Jah­re 1955 als Regio­nal­sen­der­ket­te ins Leben geru­fe­ne kom­mer­zi­el­le Gegen­spie­ler der BBC, kam 1961 auf der Suche nach attrak­ti­ven Unter­hal­tungs­for­ma­ten auf eine nahe­lie­gen­de Idee: mit dem ITV Song Con­test, der sich sehr deut­lich am For­mat der bri­ti­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung ori­en­tier­te, ver­such­te man, den Erfolg der öffent­lich-recht­li­chen Sen­dung für sich zu kopie­ren. Im Gegen­satz zur BBC konn­te ITV, das sich des Öfte­ren (erfolg­los) um die ESC-Lizenz bewarb, jedoch kei­nen Start­platz beim Grand Prix anbie­ten. Statt­des­sen wink­ten Geld­prei­se. Eini­ge bekann­te Künst­ler lie­ßen sich abwer­ben, so bei­spiels­wei­se der in Anspie­lung auf sei­nen frü­he­ren Beruf als “sin­gen­der Bus­fah­rer” bekann­te Matt Mon­ro, der im Vor­jahr mit ‘Por­trait of my Love’ sei­nen ers­ten Top-Drei-Hit in den bri­ti­schen Charts hat­te. Sein Bei­trag zum ITV-Wett­be­werb hieß ‘My Kind of Girl’, er lan­de­te mit der Lob­prei­sung der bei­den wich­tigs­ten weib­li­chen Qua­li­tä­ten – gutes Aus­se­hen und Koch­küns­te – einen Num­mer-Fünf-Hit auf der Insel und erreich­te Platz 18 in den US-ame­ri­ka­ni­schen Bill­board-Charts. Noch grö­ße­re Bekannt­heit erlang­te der sexis­ti­sche Song in den Staa­ten aller­dings in der Cover­ver­si­on der Rat-Pack-Legen­de Dean Mar­tin.

Der ist doch betrun­ken, oder? Dean Mar­tin mit dem Matt-Mon­ro-Song ‘My Kind of Girl’.

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