Schlagwort: Tonina Torrielli

IT 1956; Vor­ent­scheid IT 1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962, 1963.
Tor­ri­el­li (*1934) ver­trat Ita­li­en beim ers­ten ESC in Luga­no. Nahm noch bis 1963 jähr­lich mit Erfolg am San-Remo-Fes­ti­val teil.

San-Remo-Fes­ti­val 1963: A Cock in a Frock on a Rock
1963, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1963: A Cock in a Frock on a Rock

Italiens berühmtester TV-Moderator, der Gameshow-Gastgeber Mike Bongiorno (nein, kein Künstlername: der hieß wirklich so!), übernahm ab 1963 für eine komplette Dekade, die aus heutiger Sicht aufgrund der Einschaltquoten als die goldene Ära des San-Remo-Festivals gilt, die Aufgabe des Conferenciers beim ligurischen Liederwettstreit. Lustiger Wikipedia-Fakt: der Autor Umberto Eco sah in Signor Gutenmorgen, der schon 1954 beim Sendestart der Rai mit an Bord war und bis zu seinem Tode im Jahre 2009 im TV auftrat, das "Abbild der Beschränkheit" der Zuschauer:innen, der seinen Erfolg alleine der Tatsache verdanke, "dass aus jeder Handlung und jedem Wort eine absolute Mittelmäßigkeit spricht". Warum nur muss ich spontan an Jörg Pilawa denken und an Markus Lanz? Bongiorno jedenfalls, der noch an...
San-Remo-Fes­ti­val 1962: Sag mir quan­do, sag mir wann
1962, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1962: Sag mir quan­do, sag mir wann

Die ungebrochene Popularität des auch als Eurovisionsvorentscheid fungierenden italienischen Liederfestivals von San Remo sorgte im zwölften Jahr seines Bestehens trotz Störfeuer vonseiten der Musikindustrie für einen außergewöhnlich starken Zulauf von Bewerber:innen, und so stockten die Veranstalter die beiden Vorrunden auf insgesamt 32 Titel auf, dargeboten von jeweils zwei verschiedenen Künstler:innen. Dem staatlichen Sender Rai wurde das zu viel: er beschränkte die TV-Übertragung auf eine Stunde (!) vom Finalabend und eine kurze Zusammenfassung der aufgrund des Abstimmungsverfahrens erst eine Woche später stattfindenden Siegerehrung. Das mag man sich heutzutage, wo die Rai in der Festivalwoche praktisch 26 Stunden täglich sein Programm mit Sanremo-Content füllt, kaum noch vorstellen....
San-Remo-Fes­ti­val 1961: Küss mich, ich bin der Frosch aus dem Mär­chen
1961, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1961: Küss mich, ich bin der Frosch aus dem Mär­chen

Die ungebrochen hohe Popularität des italienischen San-Remo-Festivals sowohl beim Publikum als auch bei den auftretenden Künstler:innen, zehn Jahre zuvor aus der Taufe gehoben, um dem ligurischen Küstenstädtchen auch in der kalten Jahreszeit touristische Impulse zu geben, erlaubte es den Veranstaltern, ein wenig mit dem Format zu experimentieren. So stockte man 1961 die beiden Qualifikationsrunden auf jeweils zwölf Titel auf, präsentiert von je zwei verschiedenen Interpret:innen, aus denen eine Jury je die Hälfte für das Finale heraussiebte. Dort aber hatte erstmals das Publikum das alleinige Sagen. Da Postkarten, wie sie beispielsweise beim Eurovisionsvorentscheid in den Niederlanden zum Einsatz kamen, aufgrund der chronischen Unzuverlässigkeit der italienischen Post ausschieden; vor al...
San-Remo-Fes­ti­val 1960: Love is the Drug
1960, Die Sechziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1960: Love is the Drug

Ich weiß nicht, welche Drogen beim erneut als italienischer Eurovisionsvorentscheid fungierenden San-Remo-Festival von 1960 backstage so im Umlauf waren. Beziehungsweise beim Dreh des Schlagerfilms San Remo - die große Herausforderung, aus welchem die im Netz verfügbaren Youtubeclips mit den Auftritten der Teilnehmer:innen zum großen Teil stammen und von dem mir nicht hundertprozentig klar ist, ob er digital (dann allerdings sehr gut) aufgearbeitetes Originalmaterial verwendet oder mit den Interpret:innen eigens nachgestellte Szenen. So oder so: die Substanzen müssen von hervorragender Qualität gewesen sein! Zwar neigt bekanntlich, wenn wir mal kurz Stereotype bemühen wollen, der typische Italiener generell zur großen Geste. Aber das, was insbesondere die männlichen Kombattanten des zehn...
San-Remo-Fes­ti­val 1959: Ver­span­nun­gen im Vati­kan
1959, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1959: Ver­span­nun­gen im Vati­kan

Erfolg gebiert meist noch mehr Erfolg: nachdem 'Volare', der Vorjahressiegertitel des San-Remo-Festivals, in zahllosen Coverversionen weltweit die Hitparaden erobert hatte, wuchs die Zuschauer:innenzahl der diesjährigen, wiederum als Grand-Prix-Vorentscheid genutzten Festspiele des italienischen Canzone, die per Eurovision erneut in etlichen europäischen Ländern zur Ausstrahlung gelangte, auf geschätzte 20 Millionen. Auch in der ligurischen Kurstadt, so weiß Wikipedia zu berichten, stürmten Fans die Hotels und das städtische Kasino, in welchem der Wettbewerb damals stattfand. Der Rummel forderte mit San-Remo-Star Claudio Villa gar ein Opfer: renitente Autogrammjäger:innen belagerten ihn so hart, dass er sich eine Verrenkung der Schulter zuzog. Im Wettstreit mit alten und neuen Konkurrent...
San-Remo-Fes­ti­val 1958: Heu­te blau und mor­gen blau
1958, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1958: Heu­te blau und mor­gen blau

Er sollte einen unsterblichen Welthit hervorbringen, dieser Jahrgang des San-Remo-Festivals, das erneut als italienische Eurovisionsvorentscheidung fungierte. Der bislang auch für die Inhalte zuständige Staatssender Rai legte die Organisation des Wettbewerbs nunmehr vollständig in die Hände des Tourismusbüros der ligurischen Kurstadt - schließlich verfolgte der festliche Event in erster Linie den Zweck der Fremdenverkehrswerbung - und beschränkte sich auf die Übertragung der Show. Inhaltlich blieb jedoch alles beim Alten: erneut gab es zwei Vorrunden mit je zehn Liedern, die jeweils von zwei meist arrivierten Künstler:innen unterschiedlich interpretiert wurden. Zehn davon schafften es ins Finale am Samstag. Darunter auch eine eingängige, ohrwurmhafte Melodie namens 'Nel blu dipinto di bl...
San-Remo-Fes­ti­val 1957: Kein Ent­kom­men
1957, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1957: Kein Ent­kom­men

Das wohlmeinende Experiment war gescheitert: hatte man 1956 beim San-Remo-Festival, dem auch als italienischen Vorentscheid genutzten ligurischen Musikfestival, die etablierten Sänger:innen mit den großen Namen außen vor gehalten, um dem musikalischen Nachwuchs eine Chance zu geben, so holte der verantwortliche Sender Rai aufgrund des ausgesprochen geringen öffentlichen Zuspruchs bereits ein Jahr später die Stars wieder zurück. Es gab zwei Vorrunden mit jeweils zehn Titeln, von denen sich jeweils die Hälfte per Jury-Entscheid für das samstägliche Finale qualifizierte. So jedenfalls die Planung. Tatsächlich flog in den Semis in letzter Sekunde noch das Lied 'La cosa più bella' heraus, da es sich herausstellte, dass davon verbotenerweise bereits vor dem Wettbewerb eine Plattenaufnahme exis...
<span class="caps">ESC</span> 1956: Da hilft auch kein Flat­ti­ern
1956, Die Fünfziger, ESC Finale

ESC 1956: Da hilft auch kein Flat­ti­ern

"Wer hat's erfunden?": der bekannte Werbeclaim eines schweizerischen Hustenpastillenherstellers bildet die perfekte Überschrift zur Illustration des Disputes um die Urheberschaft des beliebtesten und erfolgreichsten Unterhaltungsevents der Welt, des Eurovision Song Contest. Gilt nach allgemeiner Übereinkunft und offizieller Geschichtsschreibung der seinerzeitige eidgenössische TV-Generaldirektor und verantwortliche Programmbeauftragte der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Marcel Bezençon, als geistiger Vater des paneuropäischen Events, so reklamiert der britische Buchautor Gordon Roxburgh in seiner 2012 erschienenen Fibel Songs for Europe, Volume 1, zumindest eine Mittäterschaft des heimischen Schauspielers Michael Brennan und des damaligen BBC-Generaldirektors Sir Ian Jacob an der Einfü...
San-Remo-Fes­ti­val 1956: Die Wur­zel alles Guten
1956, Die Fünfziger, Internationale Vorentscheidungen

San-Remo-Fes­ti­val 1956: Die Wur­zel alles Guten

Auch wenn sich sowohl Irland - die Nation mit den meisten Grand-Prix-Siegen - als auch die Schweiz gerne mal den selbst verliehenen Titel "Heimat des Eurovision Song Contest" an die Brust heften, so steht die kulturelle Wiege unseres Lieblingsevents tatsächlich in Italien. Genauer gesagt in der ligurischen Kurstadt San Remo: dort fand im Februar 1951 erstmalig das Festival della Canzone italiana statt, ein nationaler, von Anfang an live im Radio übertragener Liederwettstreit, der im Lande rasch eine hohe Gunst genoss. Bereits mit ihrer fünften Ausgabe brachte das italienische Staatsfernsehen Rai im Jahre 1955 die im deutschsprachigen Raum als San-Remo-Festival bekannte Veranstaltung auch auf die Bildschirme. Just also zu jener Zeit, da die 1950 im schweizerischen Genf gegründete European...