NL 1965: Mar­mor, Stein und Schla­ger bricht

Nach zwei inter­nen Aus­wah­len kehr­te das nie­der­län­di­sche Fern­se­hen 1965 wie­der zum öffent­li­chen Vor­ent­scheid zurück. Und das mit Gran­dez­za: über eine gan­ze Woche lang erstreck­te sich das Natio­naal Song­fes­ti­val (NSF) in die­sem Jahr. Ins­ge­samt fünf aktu­el­le Schla­ger­stars betei­lig­ten sich dar­an und stell­ten in getrenn­ten Vor­run­den jeweils drei Songs vor, aus denen das Publi­kum jeweils einen für das gemein­sa­me Fina­le aus­wähl­te. Den Auf­takt mach­te die als Fünf­zehn­jäh­ri­ge in einer Talent­show ent­deck­te Trea van der Schoot. Die hat­te auf Anra­ten ihrer Men­to­rin Cate­ri­na Valen­te (!) zeit­gleich zu ihrer begin­nen­den Schla­ger­kar­rie­re in den Nie­der­lan­den ver­sucht, auch den lukra­ti­ven deut­schen Markt zu entern und dazu ihren Namen in das für ger­ma­ni­sche Zun­gen leich­ter aus­zu­spre­chen­de Trea Dobbs geän­dert, zu dem sich die Valen­te durch einen Zir­kus­clown inspi­rie­ren ließ. Es half Trea nicht viel: Plat­ten wie ‘Rita, Pepi­ta, Con­chi­ta’ (eine Ode an die spa­ni­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin 1965?) oder ‘Du hast mir einen Hund geschenkt’ blie­ben in den Rega­len lie­gen. Dafür lan­de­te sie zu Hau­se in die­sem Jahr mit der nie­der­län­di­schen Fas­sung des Dra­fi-Deut­scher-Ever­greens ‘Mar­mor, Stein und Eisen bricht’ (bei Trea: ‘Mar­mer, Staal en Ste­en ver­ga­an’) einen Top-Ten-Hit. Genau so übri­gens wie mit ihrem auf einem aktu­el­len Mode­tanz basie­ren­den NSF-Final­bei­trag ‘Plo­em plo­em Jen­ka’, mit wel­chem die Hol­län­der ein­mal mehr ihr Händ­chen für kar­ne­val­es­ke Schun­kel­schla­ger unter Beweis stell­ten.

Klingt genau so plem plem, wie der Titel es ver­spricht: Trea Dobbs Jen­ka.

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