Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vira­le Schlach­ten

Mit der übli­chen Ver­spä­tung folgt heu­te noch der Nach­schlag zum ver­gan­ge­nen Super­sams­tag, an dem neben gleich drei natio­na­len Fina­len wei­te­re vier Vor­run­den und Semis über die Büh­ne gin­gen. Begin­nen wir im hohen Nor­den beim islän­di­schen Söng­vakepp­nin, wo sich im zwei­ten Semi zwei der Favorit:innen auf den Sieg im Fina­le nächs­ten Sams­tag durch­setz­ten. Der eine von ihnen, der fan­tas­ti­sche Daði Freyr, gewinnt gera­de inter­na­tio­nal Momen­tum: sowohl der ein­fluss­rei­che deut­sche Sati­ri­ker und Talk­show-Host Jan Böh­mer­mann als auch der neu­see­län­di­sche Schau­spie­ler Rus­sell Cro­we (sowie der deut­sche ESC-Ver­ant­wort­li­che Tho­mas Schrei­ber) teil­ten heu­te auf Twit­ter den super­lus­ti­gen, herr­lich selbst­iro­ni­schen Video­clip zu ‘Think about Thinks’. So der eng­li­sche Ori­gi­nal­ti­tel des wun­der­bar ein­gän­gi­gen Elek­tro-Pop-Songs (mit euro­vi­si­ons­ge­rech­ter Rückung!), den der lang­haa­ri­ge Hip­sterz­ot­tel im Söng­vakepp­nin-Semi frei­lich auf­grund der dort gel­ten­den Lan­des­spra­chen­pflicht noch als ‘Gagna­ma­gnið’ (sinn­ge­mäß: ‘Daten­vo­lu­men’) vor­tra­gen muss­te. Auf den glei­chen Namen hört auch Dad­dy Fires fünf­köp­fi­ge Begleit­band, die ihn, bewaff­net mit klo­bi­gen Mul­ti-Fake-Instru­men­ten, bei sei­ner extrem läs­si­gen Euro­vi­si­ons-Cho­reo­gra­fie unter­stütz­te, wel­cher das Kunst­stück gelang, deren klas­si­sche Ele­men­te gleich­zei­tig ernst und auf die Schip­pe zu neh­men.

Sogar die Wind­ma­schi­ne kommt zum Ein­satz: Dad­dy Fire weiß, wie ESC geht!

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Tsche­chi­en 2020: Ben Cris­to gibt ’ne Par­ty

Gechill­te Par­ty-Vibes bringt der 32jährige Ben da Sil­va Cris­tóvão mit dem sehr gei­len Song ‘Kema­ma’ zum dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test. Nein, nicht für Por­tu­gal, wie man auf­grund sei­nes Geburts­na­mens ver­mu­ten könn­te, son­dern für sein Hei­mat­land Tsche­chi­en. Dort ist der Sohn eines Ango­la­ners und einer Tsche­chin seit sei­ner Teil­nah­me am ört­li­chen Super­star-For­mat im Jah­re 2009 als Ben­ny Cris­to ein eta­blier­ter Künst­ler mit bereits meh­re­ren erfolg­rei­chen Alben. Neben sei­ner Musik­kar­rie­re ist er auch als Tän­zer, Schau­spie­ler und Sport­ler aktiv. Und als Mensch mit Hal­tung: 2016, so ver­rät es Wiki­pe­dia, lehn­te er die per­sön­li­che Ent­ge­gen­nah­me eines Prei­ses für den meist­ge­stream­ten Song des Jah­res ab, weil “er sich nicht im sel­ben Raum auf­hal­ten woll­te” wie die frem­den­feind­li­che Rechts­rock­band Ortel. Cris­to setz­te sich ges­tern im mit sie­ben größ­ten­teils musi­ka­lisch ori­gi­nel­len, her­vor­ra­gend pro­du­zier­ten und “kan­ti­gen” Titeln erneut hoch­klas­sig besetz­ten tsche­chi­schen Online-Vor­ent­scheid Euro­vi­si­on CZ 2020 mit der Höchst­wer­tung durch das abso­lut geschmacks­si­che­re hei­mi­sche Publi­kum gegen die Stim­men der Jury und des inter­na­tio­na­len Inter­net-Votings durch. Eine sehr klu­ge Wahl und ein Grund zur Freu­de, denn mit ‘Kema­ma’ bringt Ben­ny einen fei­nen musi­ka­li­schen Stim­mungs­auf­hel­ler mit nach Rot­ter­dam, den wir im heu­er zu befürch­ten­den Meer der Jam­mer­lap­pen­bal­la­den als see­li­sche Ret­tungs­in­sel drin­gend zum Über­le­ben benö­ti­gen.

Cha­ris­ma­tisch, talen­tiert, gut­aus­se­hend, gechillt: wer möch­te nicht mit Ben­ny Par­ty machen?

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Rank & File 2019: Platz 12 – Fri­end of a Fri­end

Huch, was macht denn der tsche­chi­sche Bei­trag soweit hier oben im aufrechtgehn.de-Ran­king? Manch­mal wun­dert man sich ja über sei­nen eige­nen Geschmack. Gehen wir der Sache gemein­sam auf den Grund, wenn Sie mögen.

Platz 12: Tsche­chi­en – Lake Mala­wi: Fri­end of a Fri­end (Freun­din eines Freun­des)

Beim Vor­ent­scheid auf das Tele­vo­ting ver­zich­ten möch­te kaum ein Sen­der, oft allei­ne schon aus finan­zi­el­len Grün­den. Aber dem Geschmack des Publi­kums ver­trau­en will auch kaum ein Ver­ant­wort­li­cher. So reiht sich das klei­ne Land jen­seits des ehe­ma­li­gen eiser­nen Vor­hangs ein in die in die­sem Jahr auf­fäl­lig star­ke Front an Natio­nen, in denen die Jury die hei­mi­schen Zuschauer/innen aus­boo­te­te und ihren Favo­ri­ten nach Tel Aviv ent­sand­te. Und so ungern ich es zuge­be: die Pro­fes­sio­nel­len tra­fen hier eine gute Wahl. ‘Fri­end of a Fri­end’ ist klas­si­sches, zunächst recht unauf­fäl­li­ges, aber hoch effek­ti­ves For­ma­t­ra­dio­fut­ter und wäre in kaum einer Play­list fehl­plat­ziert: geschmei­dig schmei­chelt es sich in die Ohren, nervt nicht (noch nicht ein­mal durch den Fal­sett­ge­sang, ein wei­te­res 2019er Mar­ken­zei­chen), arbei­tet spie­le­risch geschickt mit der Stil­mit­tel der humor­vol­len Repe­ti­ti­on, und ehe man es sich ver­sieht, summt man die Melo­die mit und wackelt im Takt mit den Zehen. Dazu erzählt Front­mann Albert Černý, der trotz sei­ner 30 Len­ze aus­sieht wie ein Puber­tie­ren­der, auf augen­zwin­kernd lako­ni­sche Wei­se eine Roland-Kai­ser-kom­pa­ti­ble Geschich­te vom heim­li­chen Begeh­ren der Nach­ba­rin, die er, anders lässt sich der Text nicht inter­pre­tie­ren, beim Sex belauscht. Eigent­lich ziem­lich cree­py, aber irgend­wie kann man es ihm nicht übel neh­men.

Manch­mal möch­te er schon mit ihr: Albert Černý ist genau so durch­trie­ben wie Miko­las Josef, sieht aber unschul­di­ger aus.

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Tsche­chi­en 2019: Ich fra­ge für einen Freund

Fri­end of a Fri­end’ heißt er, der Bei­trag Tsche­chi­ens zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. So das heu­te Mit­tag ver­öf­fent­lich­te Ergeb­nis des dor­ti­gen Online-Ver­fah­rens. Acht Bei­trä­ge stan­den auf dem You­tube-Kanal des Sen­ders ČT zur Aus­wahl, neben dem knapp einen Monat geöff­ne­ten Inter­net­vo­ting durf­ten zehn ehe­ma­li­ge Eurovisionsteilnehmer/innen über die Lie­der abstim­men. Fünf von ihnen gaben dem Song des Tri­os Lake Mala­wi ihre Dou­ze Points und ver­hal­fen der nach einem See in Ost­afri­ka benann­ten Band damit zum Gesamt­sieg. Und war­um auch nicht: ‘Fri­end of a Fri­end’ klingt, wie schon der letzt­jäh­ri­ge Bei­trag des Lan­des, als könn­te es auch im rea­len Pop­le­ben exis­tie­ren, und das ist beim Euro­vi­si­on Song Con­test sel­ten genug. Im Ver­gleich zum deut­lich anzüg­li­che­ren ‘Lie to me’ fehlt dem Gan­zen zwar der beson­de­re Kick (sowie ein Kamel im Video­clip) und der Front­mann Albert Černý kann in Sachen Cha­ris­ma auch nicht ganz mit Miko­las Josef mit­hal­ten. Den­noch gibt es kei­nen Anlass zum Meckern: die ganz unter­halt­sa­me Num­mer über einen ehe­ma­li­gen Jugend­schwarm, der jetzt eher unpas­send wie­der die eige­nen Bah­nen kreuzt, legt zumin­dest ein tanz­ba­res Tem­po vor und kommt somit auto­ma­tisch in das Töpf­chen mit den Guten.

Lebt nun wie­der Tür an Tür mit Ali­ce: Albert von Lake Mala­wi.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So lang­sam geht es in die Vol­len: heu­te Abend steigt der ers­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019. Um so drin­gen­der ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letz­ten Wochen lie­gen geblie­be­nen Vor­ent­schei­dungs­per­len abzu­ar­bei­ten. Und da kein ESC-Jahr­gang kom­plett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die mol­da­wi­sche Euro­vi­si­ons­le­gen­de Alex­an­dru “SashaBogni­bov natür­lich den Auf­takt geben. Der mach­te bekannt­lich erst­mals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch frag­wür­di­gen Titel ‘I love the Girls of 13 Years old’ für den Vor­ent­scheid des Lan­des bewarb und auch auf die vom Sen­der vor­ab ver­öf­fent­lich­te Aus­wahl­lis­te kam, es dann aber nicht in die Sen­dung schaff­te. Ein Ritu­al, das sich seit­her regel­mä­ßig wie­der­holt, wobei sei­ne Lie­der von Jahr zu Jahr musi­ka­lisch bes­ser und text­lich weni­ger gru­se­lig wer­den. Bis auf 2019: heu­er knüpft Alex mit ‘Love me like my Daugh­ter’ wie­der an sei­ne Anfän­ge an. Wenn ich sei­nen jau­len­den Gesang rich­tig ver­ste­he, umschwärmt unser Kar­pa­ten-Goth dar­in eine jugend­li­che Halb­wai­se mit Vater­kom­plex. Der mol­da­vi­sche Sen­der TRM erklär­te bei der Vor­stel­lung der Bewer­ber­lis­te für die O Melo­die Pen­tru Euro­pa bereits, dass einer der ein­ge­reich­ten Bei­trä­ge auf­grund sei­nes Tex­tes nicht euro­vi­si­ons­kom­pa­ti­bel sei und vom öffent­li­chen Vor­sin­gen für die Aus­wahl­ju­ry aus­ge­schlos­sen wer­de, das am 2. Febru­ar 2019 mit­tags in Chișinău statt­fin­det. Und ich habe das Gefühl, ich weiß auch schon, wel­cher das ist!

Gru­se­lig-düs­te­res Sujet vor weih­nacht­lich-ste­ri­ler, hell erleuch­te­ter Stu­dio­ku­lis­se: ein unpas­sen­de­res Set­ting hät­te man sich kaum aus­den­ken kön­nen.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tier­le­ben

Slo­gan ESC 2019 © EBU

Ech­te Euro­vi­si­ons­fans befin­den sich – getreu des Mot­tos: nach dem ESC ist vor dem ESC – bereits seit ver­gan­ge­nem Mai gedank­lich im Jahr 2019. Seit heu­te stimmt dann auch der offi­zi­el­le Kalen­der wie­der mit dem Emp­fin­den über­ein. Höchs­te Zeit also für einen Über­blick über die Gescheh­nis­se in den 42 in Tel Aviv teil­neh­men­den Natio­nen, die mir in den letz­ten Wochen durch­ge­rutscht sind. Dabei scheint, dass das gackern­de Huhn vom letz­ten Jahr so manch ande­res lus­ti­ges Getier inspi­rier­te: dabei sind unter ande­rem sin­gen­de Kat­zen und iro­ni­sche Hyä­nen.  Den Auf­takt aber macht eine hal­be Göt­tin. Sagt sie zumin­dest von sich selbst. Sie, das ist die ehe­ma­li­ge X‑Factor-Zwei­te Srbuhi Sargsi­an, bes­ser bekannt unter ihrem Künst­le­rin­nen­na­men Srbuk. Die 24jährige wur­de von ArmTV als Euro­vi­si­ons­re­prä­sen­tan­tin nomi­niert. Nun sucht der arme­ni­sche Sen­der noch ein pas­sen­des Lied, bis zum 10. Janu­ar nimmt man in Jere­wan noch Kom­po­si­tio­nen ent­ge­gen. Dabei hät­te die 24jährige mit ihrer erst im Novem­ber 2018 ver­öf­fent­li­chen Sin­gle ‘Half a Godess’ doch sogar einen wett­be­werbs­fä­hi­gen Titel am Start. Die Ent­schei­dung über den Bei­trag soll eben­falls intern fal­len.

Halb­göt­tin Srbuk mit ihrer aktu­el­len Sin­gle (Reper­toire­bei­spiel).

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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Ich dach­te immer, Du seist bil­lig: fünf­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Am heu­ti­gen Don­ners­tag dreh­te sich alles um Unfäl­le in der zwei­ten Pro­ben­run­de der ers­ten Semi­fi­na­lis­ten zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Por­tu­gal. Auf­grund eines Ver­kehrs­un­fal­les, der einen Stau in der Lis­sa­bon­ner Innen­stadt ver­ur­sach­te, kam die dort fest­ste­cken­de islän­di­sche Dele­ga­ti­on heu­te Mor­gen zu spät, so dass Ari Olafs­sons Pro­be ver­scho­ben wer­den muss­te. Die grö­ße­re Rol­le spiel­ten jedoch die Rücken­ver­let­zun­gen, die sich der tsche­chi­sche Teil­neh­mer (und Sie­geraspi­rant) Miko­las Josef ver­gan­ge­nen Sonn­tag bei einem Sal­to zuge­zo­gen hat­te und die einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt not­wen­dig mach­ten. Josef erschien, wie bereits ange­kün­digt, den­noch heu­te zum zwei­ten Durch­lauf und absol­vier­te – mit zusam­men­ge­bis­se­nen Zäh­nen, wie die Blog­ger vor Ort beob­ach­te­ten – bra­vou­rös auch etli­che klei­ne­re Tanz­be­we­gun­gen und die artis­tisch-alber­nen Spie­le­rei­en mit sei­nem Ruck­sack, dem ihm sei­ne Begleittänzer/innen zuerst von der Schul­ter lupf­ten, ein­mal durch die Luft wir­bel­ten und dann wie­der drauf­pack­ten. Er ach­te­te jedoch akri­bisch dar­auf, sich nicht über­zu­stra­pa­zie­ren und brach die Durch­läu­fe mehr­fach wegen irgend­wel­cher Klei­nig­kei­ten ab: da scheint noch ein gehö­ri­ges Trau­ma in ihm zu ste­cken.

Heu­te nur im Schon­gang: mit sicher­heits­hal­ber noch ange­zo­ge­ner Hand­brem­se ver­liert Miko­las’ Per­for­mance lei­der viel von ihrem Spaß-Fak­tor.

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Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchs­te Zeit, dass die­ser Blog aus sei­nem Dorn­rös­chen­schlaf erwacht: am gest­ri­gen Sonn­tag eröff­ne­te das – ange­reis­ten Schwur­na­lis­ten zufol­ge viel zu klei­ne – Pres­se­zen­trum in der Lis­sa­bon­ner Alti­ce-Are­na zur Über­tra­gung der ers­ten Kame­ra­pro­ben für das in acht Tagen ange­setz­te ers­te Semi des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018. 19 Songs buh­len in die­sem bekannt­lich um einen der knap­pen zehn Plät­ze für das Fina­le. Und auch wenn die­se haupt­säch­lich für die Kame­ra­ein­stel­lun­gen und den Sound­check gedach­ten Pro­ben noch kei­nen umfas­sen­den Auf­schluss über die end­gül­ti­ge Per­for­mance in den bei­den Shows geben, in denen es zählt – näm­lich dem Jury­fi­na­le am kom­men­den Mon­tag und der TV-Show am 8. Mai, – so lässt sich doch zumin­dest ein Blick auf die Cho­reo­gra­fie- und Out­fit-Ide­en der Dele­ga­tio­nen erha­schen. Und da scheint sich in die­sem Jahr ein klei­ner Trend zurück zum Flat­ter­lap­pen zu ent­wi­ckeln, also zur Büh­nen­kla­mot­te mit lan­gen, kei­nem unmit­tel­ba­ren Beklei­dungs­zweck dien­li­chen Exten­si­ons, die man wun­der­bar effek­tiv im Sturm der Wind­ma­schi­ne wehen las­sen kann, um auch ohne LED-Wän­de etwas Dyna­mik in den Auf­tritt zu bekom­men.

Jeden Moment hebt sie ab: Aser­bai­dschans Aisel trotz der stür­mi­schen Hoch­see.

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CZ 2018: Set my Camel in the Mood

Da dürf­ten wohl etli­che Fans bei­der­lei Geschlech­tes eine Pfüt­ze unter sich machen: wenig über­ra­schend ent­sen­det Tsche­chi­en das 23jährige Exmo­del Miko­las Josef zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 nach Lis­sa­bon. Der smar­te Jüng­ling konn­te, wie bereits vor einer Woche ver­kün­det, in dem voll­stän­dig ins Inter­net aus­ge­la­ger­ten Vor­ent­scheid Euro­vi­si­on Song CZ die Stim­men der inter­na­tio­na­len Jury gewin­nen. Auch die per Euro­vi­si­ons-App votie­ren­den Zuschauer/innen gaben ihm anschei­nend ihr Pla­zet, selbst wenn bei der dür­ren Ver­kün­di­gung sei­ner Grand-Prix-Teil­nah­me in den heu­ti­gen Abend­nach­rich­ten des Sen­ders Čes­ká Tele­vi­ze nicht ein Wort über die dort erreich­ten Punk­te oder die Plat­zie­run­gen sei­ner fünf Konkurrent/innen fiel. Was die böse Ver­mu­tung auf­kei­men lässt, die wenig euro­vi­si­ons­be­geis­ter­ten Tschech/innen könn­ten sich viel­leicht der Abstim­mung ganz ent­hal­ten haben? Wie dem auch sei: die Wahl von Miko­las ist eine klu­ge, sein schmis­sig-fun­ki­ger Pop­song ‘Lie to me’ mit den fan­tas­ti­schen Hand­claps klingt wie etwas, das auch in den rea­len Charts statt­fin­den könn­te. Für Lis­sa­bon muss er jedoch sei­nen Song­text, in dem mehr­fach das Wort “Fuck” vor­kommt, noch etwas ent­schär­fen.

So unschul­dig er aus­sieht, so faust­dick hat er’s hin­ter den Ohren: Miko­las Josef.

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