Vidbir 2018, Finale

Wie bereits in den beiden Vorjahren outsourcete das klamme ukrainische Staatsfernsehen PBC auch 2018 seinen Eurovisions-Vorentscheid an den Privatsender STB, der eine dreiteilige Show namens Vidbir organisierte. In den beiden Semis wie im heutigen, ab 18 Uhr deutscher Zeit übertragenen Finale müssen sich die Interpret/innen einer dreiköpfigen Jury stellen, die aus dem Dauerpanelist Andriy Danylko, die unaufgetranste Verka Serduchka (UA 2007), Jamala (UA 2016) und dem Komponisten Eugene Filatov besteht. Und die sehr gerne und sehr ausführlich kommentiert und diskutiert.

Alle Final-Lieder:

Nach dem die Drei im Verbund mit dem ebenfalls abstimmungsberechtigten Publikum in den beiden Semis bereits alle interessanten Beiträge rauskanteten, kommt es heute zum Duell der Giganten: sowohl die Sirenenquetsche Tayanna, im Vorjahr Jurys Liebling, wie auch das schlimme Emo-Bübchen Melovin2017 von der Jury geschasster haushoher Sieger des Televotings, haben es bis hierhin geschafft. Kann das Duo Kadnay, hochgelobt für ihr besonders „heterosexuelles“ Aussehen, ihnen die Krone streitig machen? Oder gar einer der drei restlichen Kandidat/innen?

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Vorentscheid UA 2018 (Finale)

Vidbir. Samstag, 24. Februar 2018, aus dem Kulturpalast der Technischen Universität in Kiew, Ukraine. 9 Teilnehmer/innen. Moderation: Serhiy Prytula.
#InterpretTitelTVJuryGesamtPlatz
ErisedHeroes
KadnayBeat of the Universe
LaudWaiting
MélovinUnder the Ladder
TayannaLeyla
VilnaForest Song

Fünfter Supersamstag 2018, Teil 1: schönes Haar ist Dir gegeben

Es war ein Abend der endlosen eurovisionären Überforderung, der gestrige Supersamstag, an dem gleich acht Vorrunden und ein nationales Finale gleichzeitig um die Aufmerksamkeit des Grand-Prix-Fans rangen. Darunter mit den Semis der slowenischen EMA und der Eesti Laul diejenigen aus gleich zwei meiner liebsten Perlen-vor-die-Säue-Ländern, in denen jedes Jahr die allerschönsten Lieder unter die Räder kommen und stattdessen (fast) immer der größte Mist zum Song Contest geschickt wird. Die Esten trugen ihre Finalchancen ja bereits vergangenen Samstag zu Grabe (und vergaben gestern eine weitere Gelegenheit), in Ljubljana hingegen rettete man zu meinem großen Erstaunen gleich mehrere vielversprechende Titel ins EMA-Finale. Dennoch musste die Hälfte der 16 im EMA-Semi vorgestellten Songs draußen bleiben, und auch unter ihnen fanden sich Musterbeispiele dafür, was den Vorentscheid des ehemals jugoslawischen Bundeslands so wertvoll macht: der unerschütterliche Glaube nämlich an essentielle eurovisionäre Grundgerüste wie die Synchrontanz-Choreografie, die Windmaschine und das Bühnenrequisit, vor allem aber an musikalische Tugenden wie zügiges Tempo und eine Melodie.

Nuša Derenda hat angerufen und will ihr Bühnenoutfit zurück: die komplementärfarbene Anabel (SI).

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Vidbir 2018, 2. Semifinale

Mit dem zweiten Semi des ukrainischen Vorentscheids Vidbir beginnt heute Abend um 18:00 Uhr deutscher Zeit der stressigste Supersamstag der Eurovisionssaison 2018, bei dem insgesamt 8 Vorrunden und ein nationales Finale um die Aufmerksamkeit der Fans ringen. Das Einschalten der Vidbir lohnt dabei auf jeden Fall, denn für Drama ist gesorgt in Kiew: die schlimme Sirenenquetsche Tayanna, im Vorjahr Jurys Liebling, macht wieder mit und das Emo-Bübchen Mélovin2017 von der Jury geschasster haushoher Sieger des Televotings, hat öffentlich „Rache“ geschworen. Da werden die drei Juror/innen sicher zittern vor Angst, allen voran der Vidbir-Dauerpanelist Andriy Danylko, die unaufgetranste Verka Serduchka (UA 2007), oder die ESC-Kollegin Jamala (UA 2016).

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Vorentscheid UA 2018 (2. Semi)

Vidbir. Samstag, 17. Februar 2018, aus dem Kulturpalast der Technischen Universität in Kiew, Ukraine. 9 Teilnehmer/innen. Moderation: Serhiy Prytula.
#InterpretTitelTVJuryGesamtPlatz
01Ingret KostenkoSave my Planet03020507
02MélovinUnder the Ladder09081701
03JulinozaHto ya?04010508
04TayannaLeyla07091602
05KadnayBeat of the Universe08071503
06The YurcashStop killing Love03050806
07Mountain BreezeI see you06061204
08IllariaSyla04050905
09DilemmaNa Party02010309

Vierter Supersamstag 2018: entmündigt die Esten!

Reihenweise fanden am gestrigen Supersamstag neben den abschließenden Entscheidungen in Dänemark und Italien noch Semifinale quer durch Europa statt, bei denen sich die abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen und Juror/innen mal wieder von ihrer schlechtesten Seite zeigten und eine katastrophale Fehlentscheidung nach der anderen trafen. Am wenigstens ausgeprägt erstaunlicherweise diesmal in Schweden, wo sich das zweite Semifinale des allgemein beliebten Melodifestivalen musikalisch noch schwächer präsentierte als das eigentlich schon unterirdische erste vom vorvergangenen Samstag. Mit den Augenschmäusen Limaoo und Samir & Victor wählten die Skandinavier/innen drei kernige Knaben mit träshigen Titeln ins Finale weiter, wogegen sich natürlich nicht das Geringste einwenden lässt. In die Wir-quälen-Dich-ein-zweites-Mal-Runde Andra Chansen delegierte man die polnische Krächze Margaret, deren Ausscheiden beim Vorentscheid ihres Heimatlandes im Jahre 2016 mit dem in den internationalen ESC-Wettquoten bis dato bereits ganz weit oben liegenden Titel ‚Cool me down‘ für europaweite Nervenzusammenbrüche bei den Fans sorgte.

Eine weitere Mitreisende auf dem ‚Despacito‘-Zug: Margaret lockt uns in ihre Strandhütte (SE).

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Vidbir 2018, 1. Semifinale

Wie bereits in den beiden Vorjahren outsourcete das klamme ukrainische Staatsfernsehen PBC auch 2018 seinen Eurovisions-Vorentscheid an die private TV-Station STB, die im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Senders eine dreiteilige Show namens Vidbir organisiert. In den beiden Semis wie im Finale müssen sich die Interpret/innen einer dreiköpfigen Jury stellen, die aus den ehemaligen ESC-Vertreterinnen Andriy Danylko (die unaufgetranste Verka Serduchka [UA 2007]) und Jamala (UA 2016) besteht. Anstelle des Produzenten Konstantin Meladze übernimmt heuer der Komponist Eugene Filatov die dritte Position. Mal schauen, ob sich das auf die Diskussionskultur auswirkt: in den vergangenen Jahren stritten sich die drei Juroren in der Live-Sendung gerne stundenlang wie die Kesselflicker, während die Interpret/innen bedröppelt daneben standen und das Gekeife mit anhören mussten.

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Als Stargast der heutigen Show stellt der tschechische Vertreter Mikolas Josef seinen ESC-Beitrag vor – mal schauen, ob bereits in der ESC-gerecht entschärften Fassung oder noch mit all den kleinen textlichen Schweinereien. Bekannteste ukrainische Teilnehmer des Abends dürfte die esoterisch angehauchte Kapelle Pur:Pur (Vidbir 2016) sein. Die Show beginnt um 18 Uhr deutscher Zeit und dauert bis halb elf (!) an, unterbrochen von einer halbstündigen Nachrichtensendung gegen 21 Uhr.

Vorentscheid UA 2018 (1. Semi)

Vidbir. Samstag, 10. Februar 2018, aus dem Kulturpalast der Technischen Universität in Kiew, Ukraine. 9 Teilnehmer/innen. Moderation: Serhiy Prytula.
#InterpretTitelTVJuryGesamtPlatz
01ConstantineMisto02070907
02Serhiy BabkinKriz tvoyi Ochi04081205
03LaudWaiting07091601
04KazkaDyva05040906
05The VyoNg'a-ng'a01020309
06Kozak SystemMamai03010408
07VilnaForest Song09031203
08Pur:PurFire06061204
09The ErisedHeroes08051302

Bizarr: Eurovisionsfans im Visier des digitalen Info-Krieges?

Wie das Heise-Online-Magazin Telepolis unter Bezugnahme auf eine Meldung der britischen Tageszeitung Guardian berichtet, soll die britische Regierung die PR-Agentur Saatchi beauftragt haben, mit gezielten Kampagnen in den sozialen Medien das Ansehen der Ukraine bei Fans des Eurovision Song Contest positiv zu beeinflussen. Dies sei Teil einer großangelegten Offensive, mit welcher die Regierung des Inselstaates im sogenannten Info-Krieg zwischen Russland und dem Ausrichterland der europäischen Gesangsfestspiele von 2017 der Ukraine beistehen will. Die Firma Saatchi, die zuletzt Wahlkampagnen für die konservativen Torys gefahren habe, soll nach Angaben des Guardian hierfür rund 100.000 £ bekommen (was natürlich die Frage aufwirft, ob man das Geld nicht sinnvoller für einen gescheiten britischen Eurovisionsbeitrag verwenden könnte). Erheblich höhere Mittel gebe man für die Beratung der Regierung in Kiew in PR-Fragen, Programme für die russischsprachigen Minderheiten in den Staaten des Baltikums oder zur Untersuchung des Einflusses des kremltreuen Senders Russia Today auf westeuropäische Mediennutzer/innen aus. Die benötigten Gelder stammen der Zeitung zufolge aus dem Topf des britischen Konflikt-, Stabilitäts- und Sicherheitsfonds CSSF, die Regierung betrachte dies als „Antwort auf die zunehmenden Infowar-Kampagnen, mit denen von Russland gesteuerte Medien angeblich versucht haben, das EU-Referendum wie auch die Wahlen in den USA, Frankreich und Deutschland zu beeinflussen,“ so der Guardian. Wie Telepolis ergänzt, bestünden ähnliche Programme bereits seit einigen Jahren innerhalb der EU. Auch deutsche Universitäten und der Auslandssender Deutsche Welle seien an diversen Medienprojekten in der oder für die Ukraine beteiligt, die sich spezifisch mit russischen Desinformationskampagnen beschäftigen. Ein gezielt auf Grand-Prix-Fans maßgeschneidertes Programm scheint jedoch neu zu sein. Wie dies im Einzelnen aussehen soll und ob das Budget ausreicht, um Eurovisions-Ikonen wie Lys Assia, Carola oder Loreen als Testimonial zu engagieren, darüber war leider nichts zu erfahren. Andererseits: Ruslana macht das bestimmt gerne kostenlos!

Auch das einstmals britisch besetzte Malta versuchte sich schon an subtilen Botschaften im Info-Krieg mit Russland.

Not good to be back: Ukraine ermittelt gegen Scooter

Die deutschen Techno-Veteranen Scooter (→ Vorentscheid DE 2004) sind nach einem Auftritt auf der Krim in das Visier der ukrainischen Ermittlungsbehörden geraten. Die Band spielte, wie bereits im Juni diesen Jahres angekündigt, am vergangenen Freitag beim ZB-Festival in der Nähe von Sewastopol vor begeisterten Fans, was in der Ukraine auf wenig Gegenliebe stieß. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, bezeichnete der Botschafter des Landes, Andrej Melnyk, die aus Sicht des Landes „illegale“ Einreise auf die seit 2014 von Russland annektierte Krim als „Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen: Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende Straftat, die weltweit geahndet wird“. Man wolle daher die deutschen Behörden im Wege der Amtshilfe bitten, Frontmann H.P. Baxxter zu dem Vorfall zu vernehmen. Es drohten, wie schon bei der russischen Vertreterin beim diesjährigen Eurovision Song Contest, Julia Samoylova, ein Einreiseverbot in die Ukraine sowie – bei einem Verstoß der Band hiergegen – bis zu acht Jahren Haft. Zudem habe Melnyk (und hier wird es irgendwie putzig) die Macher der RTL-Show Deutschland sucht den Superstar gebeten, Baxxter aus der Jury zu entfernen, weil er vorsätzlich gegen die Gesetze eines anderen Landes verstoßen habe. Die sich selbst als „unpolitisch“ verstehende ‚Harder! Faster! Louder!‘-Kapelle hatte trotz vorheriger Warnungen seitens der Ukraine im Vorfeld an ihrem Gig festgehalten: „Wir sehen das als rein musikalischen Event, wir spielen für unsere Fans,“ sagten sie bereits im Juni diesen Jahres auf entsprechende Kritik.

Dürften nach den neuesten Regeländerungen nun nicht mehr beim ESC antreten, falls dieser mal wieder in der Ukraine stattfände: Scooter mit ihrem damaligen Vorentscheidungsbeitrag.

EBU erlässt eine Lex Samoylova

Wie Dr. Eurovision, Irving Wolther, heute auf eurovision.de meldet, hat die European Broadcasting Union (EBU) in Reaktion auf Juliagate Anpassungen in den offiziellen Regeln für die Ausrichtung des und die Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) vorgenommen. So müssen die einzelnen nationalen Sendeanstalten künftig eigenverantwortlich sicherstellen, dass die von ihnen ausgewählten Repräsentant/innen und Delegationsmitglieder „den Behörden des Gastgeberlandes“ keinen „Anlass dafür geben, aufgrund nationaler Gesetze ein Einreiseverbot gegen diese zu verhängen.“ Genau dieses war beim ESC 2017 in Kiew geschehen: der ukrainische Geheimdienst belegte die von Russland nominierte 28jährige Sängerin Julia Samoylova mit einer Einreisesperre, weil diese zuvor auf der annektierten Krim aufgetreten war. Was zu einem unschönen (von Moskau vermutlich gezielt herbeigeführten) Propagandakrieg und für die EBU zu unangenehmen Schlagzeilen führte. Nochmal will man sich in Genf verständlicherweise nicht vor den Karren spannen lassen und schiebt dieser Form der Kriegsführung damit einen Riegel vor.

Die Posterfrau der Krim-Krise: die EBU bestätigt mit ihrer neuesten Regeländerung im Nachhinein den Ausschluss von Julia Samoylova vom ESC 2017. 

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Juliagate: Ukraine will Einspruch gegen Geldstrafe einlegen

Die öffentlich-rechtliche ukrainische Rundfunkanstalt UA:PBC will Einspruch gegen die heute von der EBU wegen des Juliagates verhängte Geldstrafe einlegen, wie der Intendant Zurab Alasania gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte: „Formell gesehen haben nicht wir die Entscheidung getroffen, sie [Julia Samoylova] nicht zuzulassen“. Da hat er nicht ganz Unrecht: der faktische Ausschluss der russischen Repräsentantin basierte auf der Entscheidung des ukrainischen Geheimdienstes, der aufgrund eines Krim-Auftritts der Sängerin in Übereinstimmung mit geltenden ukrainischen Gesetzen ein dreijähriges Einreiseverbot verhängte, von dem auch der Staatschef keine Ausnahme für den Eurovision Song Contest 2017 machen wollte, wodurch dem Sender die Hände gebunden waren. Alasania, der die Höhe der von der EBU verhängten Geldstrafe auf 200.000 € bezifferte, meinte mokant, er glaube allerdings nicht, dass die Regierung die Forderung der EBU begleichen werde. Das scheint noch ein lustiges Hauen und Stechen zu werden: erst letzte Woche hatte Alasania durchblicken lassen, dass sein Sender eine schweizerische Anwaltsfirma eingeschaltet habe, weil die EBU eine dort für den ESC 2017 hinterlegte Sicherheit in Höhe von 15 Millionen € eingefroren habe. Ob ein Zusammenhang mit der heute angekündigten Geldstrafe besteht, ist bis dato unklar. Der Verlautbarung der EBU von heute Vormittag zufolge basiere die Buße allerdings auch auf dem organisatorischen Chaos, das UA:PBC bei der Vorbereitung des Eurovision Song Contest 2017 angerichtet hatte und das der „Reputation“ des Wettbewerbs abträglich gewesen sei. Holt schon mal das Popcorn raus: da dürfte wohl noch ein wenig gefeilscht werden zwischen Kiew und Genf…

Wird sich noch eine Zeit lang hinziehen: das Drama ums Juliagate

Geld heilt alle Wunden: die EBU legt Juliagate ad acta

Wie der Nachrichtendienst Reuters heute Vormittag meldete, wolle die EBU die gastgebende TV-Anstalt des Eurovision Song Contest 2017 aufgrund der massiven Verzögerungen bei der Vorbereitung des Events und des „unkooperativen Verhaltens“ der Ukraine im Zusammenhang mit dem Bann der russischen Vertreterin Julia Samoylova mit einer Geldstrafe belegen. Die Krise um die monatelangen Verspätungen bei der Organisation, die ein Einschreiten der Genfer und die Entsendung eines Rettungsteams rund um den schwedischen Melodifestivalen-Impresario Christer Björkman (→ SE 1992) notwendig machte, und das Drama um Juliagate hätten die mediale Aufmerksamkeit überlagert und die „Reputation der Marke Eurovision Song Contest gefährdet,“ so die EBU in einer Erklärung. „Daher schlägt der Lenkungsausschuss in Übereinstimmung mit den Wettbewerbsregeln vor, dass UA:PBC eine empfindliche Geldstrafe erhält“. Die ursprünglich mal ins Gespräch gebrachte Eurovisionssperre für die Ukraine ist damit wohl vom Tisch. Über die Höhe der Buße schwieg sich die EBU indes wie immer aus [Nachtrag: laut UA:PBC beläuft sich die Strafe auf 200.000 €]. Das von russischer Seite sehr offensichtlich in provokativer Absicht inszenierte Juliagate hat für den sowjetischen Staatssender unterdessen keine Konsequenzen: gegenüber dem Perwy Kanal sprach man nach einer Meldung von Eurovoix lediglich einen „Tadel“ aus, weil dieser nicht an den Vorbereitungstreffen für Kiew teilnahm. Durch die Verknüpfung der Geldstrafe mit den unbestreitbaren, massiven Organisationsmängeln der ukrainischen Sendeanstalt UA:PBC kann diese sich kaum gegen die Sanktion wehren [Nachtrag: anscheinend doch]. Damit geht man in Genf mal wieder den Weg des geringsten Widerstands: von den unbedingt notwendigen Anpassungen der Wettbewerbsregeln an die veränderte politische Weltlage war jedenfalls keine Rede, ebenso wenig wie von der Mitverantwortung der EBU für das Desaster um den bewusst kalkulierten Ausschluss der russischen Rollstuhlfahrerin aufgrund ihres Krim-Auftrittes, obwohl sich ein solcher Clash bereits frühzeitig angekündigt hatte, ohne dass man hierauf irgendwie reagierte.

Ist laut dem russischen Sender jetzt für 2018 gesetzt: Julia Samoylova (RU)