Ukraine

Vid­bir 2020: Does your Mother know?

Um dieses Wochenende wenigstens mit einem erfreulichen Ergebnis zu beschließen, habe ich mir das gestrige Finale der Vidbir bis zum Schluss aufgehoben. Dort siegte - und zwar erstmalig in der ukrainischen Vorentscheidungsgeschichte gleichermaßen bei den Anrufer:innen wie bei der dreiköpfigen Jury - die Band Go_A (für das englische Wort Go und das griechische Zeichen Alpha) mit der von einer besonders schlimmen Form des Resting-Bitchface-Syndroms heimgesuchten Frontfrau Kateryna Pavlenko. Ihre in der Landessprache und im slawischen Stil des monotonen Weißen Gesangs, den wir bereits von den letztjährigen polnischen Vertreterinnen Tulia kennen, vorgetragene Elektro-Folk-Nummer über die Nachtigall ('Solovey') erzählt die hoch romantische…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vira­le Schlach­ten

Mit der üblichen Verspätung folgt heute noch der Nachschlag zum vergangenen Supersamstag, an dem neben gleich drei nationalen Finalen weitere vier Vorrunden und Semis über die Bühne gingen. Beginnen wir im hohen Norden beim isländischen Söngvakeppnin, wo sich im zweiten Semi zwei der Favorit:innen auf den Sieg im Finale nächsten Samstag durchsetzten. Der eine von ihnen, der fantastische Daði Freyr, gewinnt gerade international Momentum: sowohl der einflussreiche deutsche Satiriker und Talkshow-Host Jan Böhmermann als auch der neuseeländische Schauspieler Russell Crowe (sowie der deutsche ESC-Verantwortliche Thomas Schreiber) teilten heute auf Twitter den superlustigen, herrlich selbstironischen Videoclip zu 'Think about Thinks'. So…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I should be strai­ght

Bevor heute in wenigen Minuten der nächste Supersamstag beginnt, gilt es noch etliche Perlen vom letzten Wochenende nachzuliefern, an welchem ich im Zuge des längsten Vorentscheidungstages der bisherigen Eurovisionshistorie aus arbeitskapazitären Gründen leider gezwungen war, etliche Vorrunden und Semis zu vernachlässigen. Den herbsten Verlust gab es dabei in der Ukraine zu beklagen. Dort hatten wir das seltene Vergnügen, einem knapp vierminütigen schamanistischen Ritual beiwohnen zu dürfen, zu dem uns Katya Chilly und ihr Geistheilerzirkel einluden. Der bestand aus einem pittoresk gekleideten Druiden, der völlig in sich versunken heilige Verse murmelte; drei Damen, die den, wenn man so will, entfernt an…
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Offi­zi­ell: 41 Natio­nen star­ten beim ESC 2020

Zwei raus - zwei rein: mit 41 bleibt die Anzahl der von der EBU heute bestätigten Teilnehmernationen beim Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam gegenüber Tel Aviv unverändert hoch. Oder, je nach Sichtweise, niedrig: den bisherigen Rekord von 43 Ländern, zuletzt eingestellt in Lissabon, holt die EBU nicht wieder ein. Von dem im Vorjahr beteiligten Nationen sagten zwei ab: das kleine Montenegro aus finanziellen Gründen, das unter dem Populisten Viktor Orbán zusehends ins Faschistische driftende Ungarn wohl eher aus kulturellen. Dort folgt man dem traurigen Vorbild der seit 2013 beim ESC absenten Türkei und igelt sich kulturell ein: zwar ist…
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Vid­bir 2020 mit Krim-Klau­sel

Wie esctoday heute unter Bezugnahme auf den ukrainischen Staatssender UA:PBC mitteilt, implementiert dieser in die Teilnahmebedingungen für seinen nationalen Eurovisionsvorentscheid Vidbir eine Ausschlussregel für Künstler*innen, die mit dem verfeindeten Russland kollaborieren. An der Vidbir teilnehmen darf nur noch, wer seit 2014 nicht im Gebiet der Föderation aufgetreten ist oder dort aufzutreten beabsichtigt. Auch eine Reise auf die Halbinsel Krim seit ihrer Annexion durch Russland stellt ein Ausschlusskriterium dar. UA:PBC reagiert damit auf das Debakel um den diesjährigen Vorentscheid, das zu einem Rückzug des Landes vom Wettbewerb in Tel Aviv führte, nachdem die Siegerin Maruv sich weigerte, im Nachgang zu ihrer…
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Kazka­es­ke Zustän­de in der Ukrai­ne: auch die Ersatz­kan­di­da­ten sagen ab

Nach dem Eklat um die Suspendierung der Vidbir-Siegerin Maruv durch den staatlichen ukrainischen Sender UA:PBC tut dieser sich schwer, jemanden zu finden, der einspringen möchte. Nach den Zweitplatzierten des Vorentscheids vom Samstag, dem Neo-Swing-Trio Freedom Jazz, winkte heute auch die drittplatzierte Band Kazka ab, wie ESCkaz berichtete. "Unsere Mission ist es, die Menschen mit unserer Musik zu vereinen und nicht, Zwietracht zu säen," kommentierten die Musiker in einem Statement. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass die Ukraine 2019 nicht am Eurovision Song Contest teilnimmt. [Nachtrag: Zwischenzeitlich hat die Ukraine offiziell für Tel Aviv abgesagt]. UA:PBC hatte bereits angekündigt, diese Option…
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Vid­bir 2019: Komm doch mal rüber

Ist das herrlich: nuttiger Trash, schmutzige Politik, Aufregung, Drama, Ränkespiele und ein stürmischer Rückzug - so kennen und so lieben wir die Ukraine! Seit dem Finale des Vorentscheids Vidbir am vergangenen Samstag überschlagen sich dort die Ereignisse und haben mit der heute verkündeten Suspendierung der Siegerin durch den Sender UA:PBC nun ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. Doch der Reihe nach: gegen den Willen der dreiköpfigen Jury gewann vor knapp 48 Stunden die Sängerin Hanna Korsun unter ihrem Bühnennamen Maruv aufgrund des klaren Plazets des ukrainischen Publikums die Vidbir. Und zwar mit einem gräuslich gesungenen, aber erfrischend billig bollernden Uptempo-Trasher mit dem…
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Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitz­ho­mos

Bevor sie ganz unter den Tisch fallen: neben den fünf nationalen Vorentscheidungen des vergangenen Wochenendes mit ihren fünf furchtbaren Beiträgen für Tel Aviv fanden am vergangenen Samstag in zahlreichen Ländern diverse Semifinale statt, die nun hier in Windeseile abgearbeitet sein wollen. Beginnen wir bei den Gastgebern des letzten Jahres: in der ersten von zwei Vorrunden des portugiesischen Festival da Canção kam der Favorit Conan Osíris erwartungsgemäß eine Runde weiter, landete mit dem rundweg experimentell-bizarren 'Telemóveis' ('Mobiltelefon') jedoch bei der augenscheinlich ausschließlich mit Kulturbanausen besetzten Jury lediglich auf dem vierten Rang. Das wesentlich sachverständigere Publikum bedachte ihn hingegen mit der Höchstwertung. Der…
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Drit­ter Super­sams­tag 2019: eine Chan­ce für den Hass

Richtig rund ging es am gestrigen Supersamstag: neben den Vorentscheidungs-Finalen in Australien, Italien und Montenegro fanden in fünf weiteren Ländern Vorrunden statt. Wir beginnen unsere Reise im hohen Norden, wo das erste von zwei Semis des isländischen Söngvakeppnin Anlass zum hoffnungsvollen Frohlocken gab. Unter den zwei ins Finale delegierten Beiträgen befindet sich nämlich mit 'Hatrið mun sigra' ('Der Hass wird siegen') mein persönlicher Lieblingstitel der gesamten Eurovisionssaison 2019. Die Industrial-Band Hatari (die Hassenden) liefert damit die wütend-düstere Hymne zur aktuellen Endzeitstimmung, die einen beim Anblick des Zustands Europas und der Welt unabwendbar überfällt, verpackt in eine frappante musikalische Mischung aus Rammstein…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hams­ter

So langsam geht es in die Vollen: heute Abend steigt der erste Supersamstag der Vorentscheidungssaison 2019. Um so dringender ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letzten Wochen liegen gebliebenen Vorentscheidungsperlen abzuarbeiten. Und da kein ESC-Jahrgang komplett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die moldawische Eurovisionslegende Alexandru "Sasha" Bognibov natürlich den Auftakt geben. Der machte bekanntlich erstmals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch fragwürdigen Titel 'I love the Girls of 13 Years old' für den Vorentscheid des Landes bewarb und auch auf die vom Sender vorab veröffentlichte Auswahlliste kam, es dann aber nicht…
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Ukrai­ni­sches Fern­se­hen stellt Aus­strah­lung ein

"Extreme Besorgnis" äußerte der EBU-Oberste Noel Curran heute in einer Pressemitteilung hinsichtlich der Lage der ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt UA:PBC, nachdem diese aufgrund fehlender Geldmittel die analoge Verbreitung ihrer Programme im Lande stoppen musste. Dieses Jahr habe der Sender, der nach den Worten Currans ohnehin "mit einem der kleinsten Budgets Europas" auskommen müsse, lediglich die Hälfte der ihm nach den nationalen Festlegungen gesetzlich zustehenden Finanzmittel erhalten. UA:PBC zeichnet auch für die ukrainische Eurovisionsteilnahme verantwortlich (wobei der Vorentscheid Vidbir auf einen privaten Musikkanal ausgelagert wurde, um Kosten zu sparen) und hatte erst in dieser Woche bekräftigt, in Tel Aviv an den Start…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Auf­er­stan­den aus Rui­nen: vier­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Sanft gestaltete sich der Start in Tag heute Morgen für die nach Lissabon gereisten Blogger/innen. Denn der vierte Probentag begann mit dem georgischen Beitrag. Die Kaukasusrepublik schickt in diesem Jahr bekanntlich die offiziell so benannte Ethno-Jazz Band Iriao - und betreibt mit dieser Auslobung klaren Etikettenschwindel. Schließlich hat das, was die für den ESC-Auftritt vom Septett zum Quintett geschrumpfte Formation in Portugal singt, weder etwas mit Ethno zu tun, noch mit Jazz. Stattdessen nehmen die Fünf, wie mir diesbezüglich bewanderte Quellen glaubhaft versicherten, die Melodie irgendeines uralten christlichen Kirchenliedes und tarnen diese mit Harmoniegesang in Landessprache. Das Ganze tun sie in…
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Geld­sor­gen: ukrai­ni­sche Teil­nah­me 2018 ist in Gefahr

Das kurzfristige Wackeln von Eurovisionsteilnahmen aus pekuniären Gründen scheint sich zu einem wiederkehrenden Thema zu entwickeln, an das wir uns wohl oder übel gewöhnen müssen. Wie die EBU heute morgen in einer Presseerklärung verlautbarte, ist der ukrainische Sender UA:PBC aufgrund chronischer Unterfinanzierung unmittelbar in seinem Bestand gefährdet. Bereits Ende April 2018, also in wenigen Wochen, könnte das öffentlich-rechtliche Fernsehen gezwungen sein, den Sendebetrieb einzustellen, da der sich in einem massiven Umstrukturierungsprozess befindliche Sender derzeit nur die Hälfte der benötigten Mittel erhalte. Muss das EBU-Mitglied wirklich dicht machen, kann auch der für den Eurovision Song Contest 2018 ausgewählte Emo-Boy Melóvin nicht…
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UA 2018: Mélo­vin hat Feu­er unterm Arsch

Das Unvermeidliche ist eingetreten: Konstantin Mikolajewitsch Bocharov, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Mélovin, vertritt die Ukraine beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon. Im Vorjahr nahm der X-Factor-Sieger bereits an der Vorentscheidung Vidbir teil, scheiterte jedoch an der dreiköpfigen Jury, was ihn selbst "Rache" schwören ließ und zu Todesdrohungen seiner empörten, hauptsächlich aus minderjährigen Emo-Mädchen bestehenden, fanatischen Anhängerschaft gegenüber den verantwortlichen Juror/innen, insbesondere Jamala (→ UA 2016), führte. Auch im gestrigen Vidbir-Finale waren das Teenie-Gekreische und die "Mélovin! Mélovin!"-Sprechchöre nicht zu überhören. Wohl aus Angst vor einer offenen Publikumsrevolte fügte man sich daher dem Schicksal: mit dem zweiten Platz in der Jurywertung…
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Fünf­ter Super­sams­tag 2018, Teil 1: schö­nes Haar ist Dir gege­ben

Es war ein Abend der endlosen eurovisionären Überforderung, der gestrige Supersamstag, an dem gleich acht Vorrunden und ein nationales Finale gleichzeitig um die Aufmerksamkeit des Grand-Prix-Fans rangen. Darunter mit den Semis der slowenischen EMA und der Eesti Laul diejenigen aus gleich zwei meiner liebsten Perlen-vor-die-Säue-Ländern, in denen jedes Jahr die allerschönsten Lieder unter die Räder kommen und stattdessen (fast) immer der größte Mist zum Song Contest geschickt wird. Die Esten trugen ihre Finalchancen ja bereits vergangenen Samstag zu Grabe (und vergaben gestern eine weitere Gelegenheit), in Ljubljana hingegen rettete man zu meinem großen Erstaunen gleich mehrere vielversprechende Titel ins EMA-Finale. Dennoch…
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Vier­ter Super­sams­tag 2018: ent­mün­digt die Esten!

Reihenweise fanden am gestrigen Supersamstag neben den abschließenden Entscheidungen in Dänemark und Italien noch Semifinale quer durch Europa statt, bei denen sich die abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen und Juror/innen mal wieder von ihrer schlechtesten Seite zeigten und eine katastrophale Fehlentscheidung nach der anderen trafen. Am wenigstens ausgeprägt erstaunlicherweise diesmal in Schweden, wo sich das zweite Semifinale des allgemein beliebten Melodifestivalen musikalisch noch schwächer präsentierte als das eigentlich schon unterirdische erste vom vorvergangenen Samstag. Mit den Augenschmäusen Limaoo und Samir & Victor wählten die Skandinavier/innen drei kernige Knaben mit träshigen Titeln ins Finale weiter, wogegen sich natürlich nicht das Geringste einwenden lässt. In…
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Bizarr: Euro­vi­si­ons­fans im Visier des digi­ta­len Info-Krie­ges?

Wie das Heise-Online-Magazin Telepolis unter Bezugnahme auf eine Meldung der britischen Tageszeitung Guardian berichtet, soll die britische Regierung die PR-Agentur Saatchi beauftragt haben, mit gezielten Kampagnen in den sozialen Medien das Ansehen der Ukraine bei Fans des Eurovision Song Contest positiv zu beeinflussen. Dies sei Teil einer großangelegten Offensive, mit welcher die Regierung des Inselstaates im sogenannten Info-Krieg zwischen Russland und dem Ausrichterland der europäischen Gesangsfestspiele von 2017 der Ukraine beistehen will. Die Firma Saatchi, die zuletzt Wahlkampagnen für die konservativen Torys gefahren habe, soll nach Angaben des Guardian hierfür rund 100.000 £ bekommen (was natürlich die Frage aufwirft, ob…
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Not good to be back: Ukrai­ne ermit­telt gegen Scoo­ter

Die deutschen Techno-Veteranen Scooter (→ Vorentscheid DE 2004) sind nach einem Auftritt auf der Krim in das Visier der ukrainischen Ermittlungsbehörden geraten. Die Band spielte, wie bereits im Juni diesen Jahres angekündigt, am vergangenen Freitag beim ZB-Festival in der Nähe von Sewastopol vor begeisterten Fans, was in der Ukraine auf wenig Gegenliebe stieß. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, bezeichnete der Botschafter des Landes, Andrej Melnyk, die aus Sicht des Landes "illegale" Einreise auf die seit 2014 von Russland annektierte Krim als "Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen: Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende Straftat, die weltweit geahndet wird". Man wolle daher…
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EBU erlässt eine Lex Samoy­l­o­va

Wie Dr. Eurovision, Irving Wolther, heute auf eurovision.de meldet, hat die European Broadcasting Union (EBU) in Reaktion auf Juliagate Anpassungen in den offiziellen Regeln für die Ausrichtung des und die Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) vorgenommen. So müssen die einzelnen nationalen Sendeanstalten künftig eigenverantwortlich sicherstellen, dass die von ihnen ausgewählten Repräsentant/innen und Delegationsmitglieder "den Behörden des Gastgeberlandes" keinen "Anlass dafür geben, aufgrund nationaler Gesetze ein Einreiseverbot gegen diese zu verhängen." Genau dieses war beim ESC 2017 in Kiew geschehen: der ukrainische Geheimdienst belegte die von Russland nominierte 28jährige Sängerin Julia Samoylova mit einer Einreisesperre, weil diese zuvor auf der annektierten…
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Julia­ga­te: Ukrai­ne will Ein­spruch gegen Geld­stra­fe ein­le­gen

Die öffentlich-rechtliche ukrainische Rundfunkanstalt UA:PBC will Einspruch gegen die heute von der EBU wegen des Juliagates verhängte Geldstrafe einlegen, wie der Intendant Zurab Alasania gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte: "Formell gesehen haben nicht wir die Entscheidung getroffen, sie [Julia Samoylova] nicht zuzulassen". Da hat er nicht ganz Unrecht: der faktische Ausschluss der russischen Repräsentantin basierte auf der Entscheidung des ukrainischen Geheimdienstes, der aufgrund eines Krim-Auftritts der Sängerin in Übereinstimmung mit geltenden ukrainischen Gesetzen ein dreijähriges Einreiseverbot verhängte, von dem auch der Staatschef keine Ausnahme für den Eurovision Song Contest 2017 machen wollte, wodurch dem Sender die Hände gebunden waren. Alasania,…
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Geld heilt alle Wun­den: die EBU legt Julia­ga­te ad acta

Wie der Nachrichtendienst Reuters heute Vormittag meldete, wolle die EBU die gastgebende TV-Anstalt des Eurovision Song Contest 2017 aufgrund der massiven Verzögerungen bei der Vorbereitung des Events und des "unkooperativen Verhaltens" der Ukraine im Zusammenhang mit dem Bann der russischen Vertreterin Julia Samoylova mit einer Geldstrafe belegen. Die Krise um die monatelangen Verspätungen bei der Organisation, die ein Einschreiten der Genfer und die Entsendung eines Rettungsteams rund um den schwedischen Melodifestivalen-Impresario Christer Björkman (→ SE 1992) notwendig machte, und das Drama um Juliagate hätten die mediale Aufmerksamkeit überlagert und die "Reputation der Marke Eurovision Song Contest gefährdet," so die EBU in einer…
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Dem Arsch von Kiew droht der Knast

Wer vergangene Samstagnacht während der Wertungspause beim Finale des 62. Eurovision Song Contest in Kiew gerade kurz mit der Stimmabgabe, dem Plaudern mit Freunden oder dem Getränkenachschub beschäftigt war oder auch nur kurz blinzelte, verpasste womöglich die ärgerlich-unterhaltsamsten fünf Sekunden der gesamten Show: während die Vorjahressiegerin Jamala gerade ihre spektakulär langweilige und musikalisch erstaunlich farblose neue Single 'I believe in U' vorstellte, enterte ein mit der australischen Flagge umhüllter Mann urplötzlich die Satellitenbühne, umtänzelte kurz die ukrainische Sängerin (die sich nichts anmerken ließ und ihren Auftritt professionell weiter durchzog), um dann überraschend blankzuziehen und seinen Allerwertesten in die Kamera zu strecken. So schnell, wie er…
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Julia­ga­te: EBU kün­digt Stra­fen an

Das unselige Drama um den Ausschluss der russischen Teilnehmerin Julia Samoylova vom Eurovision Song Contest 2017 in der ukrainischen Metropole Kiew wird Konsequenzen für beide Länder haben, wie die European Broadcasting Union am heutigen Tage nach einer Meldung von heute.de bekannt gab. Die Nachrichtensendung des ZDF zitiert den hauseigenen Leiter der Abteilung Internationale Angelegenheit und Vorsitzenden der EBU-Reference Group, Frank-Dieter Freiling, nach dessen Darstellung sich der gastgebende Sender sowie der ukrainische Premierminister verpflichtet hätten, alle Gäste der EBU wie des ESC in Kiew willkommen zu heißen. "Insofern ist das ein Verstoß gegen die Statuten, der sanktioniert werden muss", so Freiling gegenüber…
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Julia­ga­te: “Die Rus­sen woll­ten nie­mals teil­neh­men”

Einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe des russischen Rückzugs beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew lecken die Beteiligten ihre Wunden. So erneuerte der Senderchef des russischen Perwy Kanal, Konstantin Ernst, am heutigen Karfreitag das Versprechen gegenüber der ausgebooteten Julia Samoylova, dass die schwerbehinderte Sängerin fix für 2018 gesetzt sei. Diese Auftrittsgarantie sei laut Ernst mit der EBU abgestimmt, wie Die Presse unter Bezug auf die Moskauer Agentur Interfax berichtet. Damit steht gleichzeitig fest, dass sich die Föderation nach der geplatzten Teilnahme in Kiew nicht dauerhaft vom europäischen Wettsingen zurückzieht - eine gute Nachricht nicht nur für die EBU, der in diesem Jahr…
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