Schlagwort-Archiv: Ukraine

Bei jedem Kuss (Finale 2013)

Eurovision Song Contest 2013 LogoNun liegt er also hinter uns, der Eurovision Song Contest 2013. Etliche Änderungen nahmen die schwedischen Veranstalter am bestehenden Konzept vor, selbstredend begleitet von reflexhaftem Weltuntergangsgejammer der Fans: eine deutlich kleinere Halle gab es, keine LED-Orgie bei der Beleuchtung, nur Stehplätze im Innenraum, ein verändertes Stimmauszählungsverfahren und eine handgemachte Startreihenfolge. Und was soll man sagen: die Welt ging nicht unter – im Gegenteil entpuppte sich die Show aus Malmö als intimer, freundlicher, runder. Was vor allem der großartigen Selbstironie geschuldet ist, mit der die gastgebenden Schweden sich selbst und den Contest sanft auf die Schippe nahmen. Seien es die fabelhaften Einspieler von Sarah Dawn Finer als Lynda Woodruff, Moderatorin Petra Mede selbst oder der zum Brüllen komische Kurzauftritt der Eurovisionslegende Carola, die sich als Part des Interval Acts von ihrem Markenzeichen, der Windmaschine, zu ‘Fångad av en Stormvind’ von der Bühne pusten ließ. Und damit auch bei mir, einem bekennenden Carola-Hasser, Coolnesspunkte erwarb. 

Eurovision 2013 Grand Final – Interval Act (Sweden)

Kann ich gar nicht oft genug sehen: der Fall der Schlagerhexe (bei 4:45 Min.)

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Ich kauf mir was: betreibt Aserbaidschan Stimmhandel?

Erst seit 2008 dabei, stets im Finale, bereits ein Sieg und kein Ergebnis schlechter als #8: die Erfolgsbilanz Aserbaidschans beim Eurovision Song Contest kann sich wahrlich sehen lassen. Die ehrgeizige Diktatur am Kaspischen Meer verfügt anscheinend über ein gutes Gespür für das richtige Song- und Showkonzept beim härtesten Musikwettbewerb der Welt – und über die notwendigen finanziellen Mittel. Dass es diese Mittel auch für anderes als Internetwerbung oder spektakuläre Bühnenaufbauten aufwendet, vermuten aufmerksame Statistikfans schon länger, kassiert der Erdölstaat doch öfters mal Punkte gerade aus kleineren Teilnehmerländern wie Malta, wo sich das Televoting leichter beeinflussen lässt. Nun will eine litauische Website eine Stimmenkaufaktion mit verdeckter Kamera gefilmt haben, wie unter anderem 12points.tv berichtet. Dabei hätten russischsprachige Männer einheimischen Litauern jeweils 20 Euro dafür geboten, so oft wie möglich – also zwanzig Mal – für Aserbaidschan anzurufen. Farid Mammadov erhielt am Ende des Abends 12 Punkte aus Vilnius.

Farid Mammadov – Hold Me (Azerbaijan) – LIVE – 2013 Grand Final

Kein Wunder, dass der Glaskasten so an ‘Grab that Dough‘ erinnert

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Gonorrhoe im Disneyland (1. Semi 2013)

Logo ESC 2013 Semi 1Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu “nur” noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der Fall war. Und eine das Gastgeberland selbst auf die Schippe nehmende Petra Mede ist als Host ein eben solcher Glücksgriff wie Sara Dawn Finer als Lyndra Woodruff als Comedyeinlage im Pausenprogramm. Wenn es die EBU jetzt noch schafft, der Bildregie begreiflich zu machen, dass die Zuschauer während der Auftritte die Bühnenshow der Acts sehen wollen und keine minutenlangen Kamerafahrten durch die Halle, dann ist alles perfekt!

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Fünfter Probentag in Malmö: erstes Semi, die Chancen

Logo ESC 2013 Semi 1Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des ersten Semis am Dienstag. Und ab heute stellt uns eurovision.tv auch einen kompletten, dreiminütigen Mittschnitt für jedes Land zur Verfügung. Damit lassen sich dann auch die Chancen für den Einzug ins Finale etwas realistischer einschätzen. Meine Damen und Herren: die Spiele sind eröffnet!

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Erster Probentag in Malmö: Goliath im Lampenladen

Es ist, folgt man den Liveblogs aus Malmö, der meistdiskutierte Auftritt am heutigen ersten Probentag und wird ohne jede Frage auch am Semi-Dienstag beim Fernsehzuschauer visuell am stärksten hängen bleiben: der Shrek-Moment, wenn der ukrainischstämmige Igor Vovkovinksy, mit 2 Meter 34 einer der größten Menschen der Welt, die vergleichsweise zerbrechliche Zlata Ognevich auf seinen gigantischen Händen auf die Bühne trägt und mittig auf einem stilisierten Felsen abstellt, wo sie dann armrudernd für den Rest ihrer drei Minuten versucht, den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen und nicht herunter zu fallen. Das Land bleibt also seinem Hang zu spektakulären Inszenierungen treu, wofür ich es ja liebe und womit es bislang immer gut gefahren ist. Selbst, wenn man sich fragt, was der Prinzessinnenabwurf durch den umgehend verschwindenden Märchenriesen eigentlich mit dem Song zu tun hat. Aber das fragte man sich bei der Sandfrau vor zwei Jahren auch: Mika Newton wurde dennoch Vierte. Erinnert sich noch jemand an ihren Song?

Zlata Ognevich – Gravity (Ukraine) First rehearsal

Stampf, stampf, plonk: UPS, der Ukrainische Prinzessinnen Service, liefert bis auf die Bühne

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It’s all in your Head: Zlata und das Ecstasy-Einhorn

Dass in ihrem Oberstübchen die Neuronen anders verknüpft sein könnten als beim Rest der Menschheit, diesen Eindruck erweckte die fabelhafte Zlata Ognevich ja bereits in der skandalumwitterten ukrainischen Vorentscheidung 2011, wo sie sich von synthetisierten Kuckucksrufen zu ihrem völlig skurrilen, nur als Gesamtkunstwerk zu würdigenden Lied ‘Kukushka’ begleiten ließ. Und auch ihr diesjähriger Song ‘Gravity’ gehört nicht gerade zu den klassischen Junge-liebt-Mädchen-Machwerken der Popgeschichte. Mit dem soeben veröffentlichten (hervorragenden!) Club-Remix des Beitrags dreht Zlata die Schraube noch ein Stückchen lockerer: hier mischt sie den absurden englischen Text (“Put your Heart where it belongs” – ähm, in den Brustkorb?) mit wohlklingenden Wörtern in einem komplett erfundenen Idiom. Wiwibloggs zitiert genüsslich aus dem Pressebegleittext: “Im Remix singt Zlata den Song in der Sprache Nakatonka, die nur von Menschen in der Fantasiewelt von Zlata Ognevich gesprochen wird”. Oookaaaay… Pfleger, bitte mal die grüne Jacke! Und untersucht mal einer das Einhorn aus dem Videoclip auf Drogen?


Viel besser als die ESC-Fassung: der Clubremix!

ЗЛАТА ОГНЕВИЧ – КУКУШКА (official) [клип]

Und noch ein Ausflug in Zlatas Fantasiewelt: Kukushka (2011)

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Die frischen Eurovisions-Remixe sind eingetroffen!

Eine knappe Woche noch bis zur offiziellen Deadline der EBU für das Einreichen der Eurovisionsbeiträge, und so langsam trudeln immer mehr offizielle Videoclips beim Youtube-Kanal von eurovision.tv ein. Ihre aufpolierten Eurovisionsfassungen präsentierten heute sowohl Albanien als auch die Ukraine. Große Überraschung: gerade die Skipetaren, die ja für das heftige Herumschrauben an ihren Songs bekannt sind, schafften es erstaunlicherweise, trotz massiven Kürzens von über vier auf regelkonforme drei Minuten die ‘Identitet’ ihres Beitrags zu bewahren.

Adrian Lulgjuraj & Bledar Sejko – Identitet (Albania) 2013 Eurovision Song Contest

Albanien, das Land des Plattenbaus: Adrian & Bledar

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We’re half the World, defying Gravity (UA 2013)

Mit einer Disney-Glee-Gospelballade wird uns, wenn nicht wie so oft in der Ukraine noch ein nachträglicher Skandal einen Songaustausch erzwingen sollte, das Schwarzmeerland in Malmö unterhalten. Mit gigantischer Führung im SMS-Voting und der vollen Punktzahl auch von den Jurys gewann soeben Zlata Ognevich den skurrilerweise Sonntagsmorgens abgehaltenen Vorentscheid. Jawohl, die Zlata, die uns 2011 das wunderbar lustig ‘Kukushka’ bescherte, in einem von offener Korruption geprägten Voting aber gegen Mika Newton unterlag. Ihr diesjähriger Beitrag ‘Gravity’ könnte direkt aus einem Disney-Musical stammen und vereint einen starken Gospelchor mit Zlatas makelloser Stimmkraft. In dem hauptsächlich aus dissonantem Gekreische bestehenden Vorentscheid ragte das wie eine Perle aus sumpfigem Brackwasser hervor, so dass der überragende Sieg wenig erstaunt. Ob sich auch die Zuschauer in Malmö von der leicht pompösen Nummer begeistern lassen, wird sich indes zeigen müssen.


Hat die Haare schön: Zlata

Kann es die Ukraine 2013 ins Finale schaffen oder hält sie die Schwerkraft am Boden?

  • Mit dieser wunderschönen Disneyballade erobert sie die Herzen der Zuschauer. Finale. (44%, 53 Votes)
  • Mit dieser Superkitschnummer wird Zlata die Jurys begeistern. Finale. (28%, 34 Votes)
  • Mit diesem abgestandenen Musicalquark lockt sie niemand hinter dem Ofen hervor. Keine Chance. (28%, 34 Votes)

Total Voters: 121

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Liveblog: Vorentscheidung der Ukraine

Zu völlig nachtschlafender Stunde beginnt in wenigen Minuten die namenlose Vorentscheidung (auch ohne Kyrillischkenntnisse vermute ich mal, dass Євробачення-2013 einfach nur Eurovisin 2013 heißt?) der Ukraine, die in der Vergangenheit ja schon öfters für Skandale gut war. Mal schauen, wie es diesmal läuft. 20 Titel sind am Start, prominentester Name ist Zlata Ognevich (‘Kukushka’), auch ein Großmütterchenquintett nach dem Vorbild der Buranovskiye Babushki ist am Start. Die Entscheidung fällt erneut im 50/50 Jury/Televoting-Mix. (Und wer auf die Kommentierung zum gestrigen albanischen FiK wartet: das habe ich noch nicht gesehen und hole es im Laufe des Tages nach). Und los geht es mit einem kreischenden Kind, vermutlich vom Junior ESC.


Zlatas Vorentscheidungsbeitrag von 2011. Grandios!

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Perlen der Vorentscheidungen: die teuren Uhren der Ukraine

An diesem Sonntag findet zu unchristlicher Stunde, nämlich bereits ab 10:30 Uhr, wo jeder normale Mensch noch schläft, die Vorentscheidung der Ukraine statt. Eine logistische Meisterleistung, denn noch bis Samstag werden Bewerbungen entgegengenommen. Dennoch veröffentlichte das ukrainische Fernsehen heute schon mal die Liste mit den 38 bisher aufgeschlagenen Interessenten, von denen man am Vorabend der Sendung 20 vorauswählen will. Einige schon aus früheren Jahren bekannte Größen sind wieder dabei, wie der eher für seinen authentischen Stricherlook als für seine Sangeskünste berühmte Eduard Romanyuta oder der für seinen extravaganten Klamottengeschmack berüchtigte Maxim Novitskyi, der auch für seinen aktuellen Vorentscheidungsbeitrag ‘Let’s come together’ wieder alle optischen Register zieht:


Die tiefsitzenden langen Unterhosen der Tänzer gefallen mir ja am besten!

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