Ukrai­ne schmeisst rus­si­sche TV-Sen­der aus dem Kabel­netz

Die Span­nun­gen zwi­schen der Ukrai­ne und dem gro­ßen Bru­der Russ­land trei­ben immer neue Blü­ten. Nun erließ das ukrai­ni­sche Par­la­ment ein Gesetz, mit dem alle TV-Sen­der aus dem Rei­che Putins aus dem Kabel­netz des Lan­des ver­bannt wer­den sol­len. Offi­zi­el­le Begrün­dung: Ein­nah­me­ver­lus­te in den Wer­be­pau­sen beim Euro­vi­si­on Song Con­test! Denn die pro­rus­si­schen Ein­woh­ner in den öst­li­chen Gebie­ten der Ukrai­ne schau­en sich die Live-Über­tra­gung auf RTR Pla­ne­ta, einem rus­si­schen Kabel­sen­der, an und drü­cken so die Ein­schalt­quo­te. Damit gin­gen dem ukrai­ni­schen Staats­sen­der Wer­be­ein­nah­men ver­lo­ren. Ein Zusam­men­hang der Akti­on mit den anste­hen­den Neu­wah­len wird indes bestrit­ten.


Da gibt es nur eins zu sagen!

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ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kavi­ar

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (2. Semi)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

Zwölf Anläu­fe hat­te der flä­chen­größ­te und ein­woh­ner­stärks­te Teil­neh­mer­staat des Euro­vi­si­on Song Con­test für sei­nen ers­ten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Sei­nen Füh­rungs­an­spruch und sei­ne kul­tu­rel­le Zuge­hö­rig­keit zu Euro­pa woll­te Russ­land damit unter­strei­chen – und ver­tief­te doch nur die Grä­ben, denn kaum ein Sie­ger­ti­tel rief im Wes­ten so eine star­ke Ableh­nung her­vor wie Dima Bilans musi­ka­lisch mala­des und über­an­strengt dar­ge­bo­te­nes ‘Belie­ve’, wel­ches der Sarg­na­gel für das hun­dert­pro­zen­ti­ge Zuschau­er­vo­ting sein soll­te. Für den rus­si­schen Plat­ten­mil­lio­när, dem bei sei­nem Erst­ver­such 2006 mit dem deut­lich bes­se­ren ‘Never let you go’ nur die fin­ni­schen Mons­ter­ro­cker Lor­di in die Que­re kamen, reich­te es ledig­lich für einen schwa­chen Rang 54 in den deut­schen Ver­kaufs­charts.

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Ukrai­ne 2008: Ladys­ha­ver at Sha­dy Pines

Phil­ip Kir­ko­rov (die rus­si­sche Gru­sel­tran­se von 1997) hat sei­nen nächs­ten Euro­vi­si­ons­bei­trag unter: die vom ukrai­ni­schen Sen­der direkt nomi­nier­te Ani Lorak bringt in Bel­grad sei­nen C.C.Catch-Gedächtniskracher ‘Sha­dy Lady’ zu Gehör. Unter fünf Lied­vor­schlä­gen ver­ein­te der lus­ti­ge Dis­co-Heu­ler heu­te die meis­ten Stim­men auf sich. Ani war schon 2004 und 2005 kurz davor, wur­de aber jeweils von Rus­la­na und Green­jol­ly (mit der Hym­ne der Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on) geschla­gen. Dies­mal muss­te sie sich erst gar kei­ner Kon­kur­renz stel­len. Die 29jährige Nel­ly-Furtado-Dop­pel­gän­ge­rin ist einer der größ­ten Stars des Lan­des.


Benutz­te ganz sicher den Ladys­ha­ver: Ani Lorak

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ESC Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Logo des Eurovision Song Contest 2007 (Semifinale)
Das Jahr der Damen­dar­stel­ler

Ein kol­lek­ti­ves, erleich­ter­tes Seuf­zen ging durch Euro­pa: nach fünf Jah­ren Vor­herr­schaft der Show über die Musik sieg­te end­lich wie­der ein Lied! Ein sanf­tes, melo­diö­ses, in der Lan­des­spra­che gesun­ge­nes noch dazu. Eines ganz ohne Cho­reo­gra­fie! Aller­dings: so ganz stimm­te das nicht. Molit­va’ gewann natür­lich auch auf­grund sei­ner Show – nur, dass die­se halt sehr viel unauf­dring­li­cher daher­kam als bei­spiels­wei­se bei den fin­ni­schen Mons­ter­ro­ckern. Genau die­se char­man­te Prä­sen­ta­ti­on zärt­li­cher Soli­da­ri­tät zwi­schen fünf gut aus­se­hen­den und einer stimm­ge­wal­ti­gen Frau (nicht zu ver­ges­sen der sub­til les­bi­sche Unter­ton) hob den ser­bi­schen Bei­trag aus der Flut auf­wän­di­ger Tanz­cho­reo­gra­fi­en her­aus und führ­te ihn zum hoch ver­dien­ten Sieg.

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DJ Bobo: Stich in die Braut!

Nach­dem ein paar reli­gi­ös fehl­ge­lei­te­te Schwei­zer DJ Bobos Euro­vi­si­ons­bei­trag ‘Vam­pi­res are ali­ve’ wegen sata­ni­scher Bot­schaf­ten ver­bie­ten las­sen wol­len, macht das Bou­le­vard­blatt 20 Minu­ten die Pro­be aufs Exem­pel und stellt den Song zum rück­warts Anhö­ren ins Netz. Das scho­ckie­ren­de Ergeb­nis: Bobo hul­digt dem Ter­ro­ris­mus! Aber auch in der Ukrai­ne hat Ver­ka Ser­duch­ka gegen Geis­tes­schwa­che zu kämp­fen.


Fürch­tet Euch: der Schwei­zer Fürst der Fins­ter­nis

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Sieb­ter Super­sams­tag 2007 (PT, RU, SE, UA)

In der letz­ten Woche sind noch eine gan­ze Rei­he wei­te­rer Bei­trä­ge ein­ge­tru­delt. Hier die Über­sicht.


“Also, wenn de Lam­ba­da ned debei gewe­se wär, isch hätt des Gerät net genom­me!” (PT)

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ESC Semi 2006: I’ll fuck­ing win

Logo des Eurovision Song Contest 2006 (Finale)
Das Jahr der Mons­ter­ro­cker

West­eu­ro­päi­sche Grand-Prix-Fan­clubs bestehen in der Regel – in exak­ter Umkeh­rung der übli­chen Bevöl­ke­rungs­an­tei­le – zu 95% aus schwu­len Män­nern. Und die haben, logi­scher­wei­se, einen völ­lig ande­ren Musik­ge­schmack als das beim Euro­vi­si­on Song Con­test abstim­men­de Mas­sen­pu­bli­kum an den Bild­schir­men. Natür­lich scherz­ten die im Athe­ner Olym­pia­sta­di­on ver­sam­mel­ten Fans noch vor Beginn des Halb­fi­na­les, dass man hin­ter­her, wenn die zehn Fina­lis­ten fest­stün­den, wohl mal wie­der kopf­schüt­telnd in der Hal­le säße. Und genau so kam es auch.

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Rus­la­na: Wild Poli­tics

Das muss­te ja so kom­men: Rus­la­na geht in die Poli­tik! Bei der Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on in der Ukrai­ne hat­te die Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin von 2004 bereits in vor­ders­ter Front mit­ge­mischt und sich als eine der pro­mi­nen­tes­ten und flei­ßigs­ten Unter­stüt­ze­rin­nen des neu­en Prä­si­den­ten Juscht­schen­ko gezeigt. Bei der jetzt anste­hen­den Par­la­ments­wahl tritt sie nun auf dem fünf­ten Lis­ten­platz von Juscht­schen­kos Par­tei ‘Unse­re Ukrai­ne’ an. Womit ziem­lich sicher sein dürf­te, dass die Gute ihre wil­den Tän­ze dem­nächst im Par­la­ment auf­füh­ren kann.


More Power to the Peop­le: Rus­la­na (UA)

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ESC Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Logo des Eurovision Song Contest 2005 (Finale)
Das Jahr der Trom­mel­tän­ze

Ange­droht war, dass die letzt­jäh­ri­ge Sie­ge­rin, die von Staats­chef Wik­tor Juscht­schen­ko zur Euro­vi­si­ons­be­auf­trag­ten ernann­te Volks­hel­din Rus­la­na, durch den Abend füh­ren sol­le. Die Gali­ons­fi­gur der Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on sag­te aber in letz­ter Sekun­de ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht rich­tig vor­be­rei­ten kön­ne, so die offi­zi­el­le Begrün­dung. Jeg­li­che Spe­ku­la­ti­on über einen Zusam­men­hang mit ihren eher frag­men­ta­ri­schen Eng­lisch­kennt­nis­sen ist hin­ge­gen so bös­ar­tig wie wohl begrün­det. Ob Mascha und Pascha, die Ersatz­mo­de­ra­to­ren, nun so viel bes­ser Eng­lisch spra­chen? Es gab an die­sem Abend kei­ne rech­te Ant­wort dar­auf. Denn sie zwit­scher­te ihre Tex­te zwi­schen stets zum debi­len Dau­er­g­rin­sen gebleck­ten Perl­weiß­zäh­nen her­aus wie eine Sing­dros­sel auf Speed, er mur­mel­te sie bestän­dig in sei­nen zwi­schen­zeit­lich abra­sier­ten Goatee wie ein bekiff­ter Elch.

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ESC Fina­le 2004: Just may­be I’m cra­zy

Logo des Eurovision Song Contest 2004 (Semifinale)
Das Jahr der wil­den Tän­ze

Man möge es mir nach­se­hen: die­sen Jahr­gang kann ich nicht nach den übli­chen Maß­stä­ben beur­tei­len. Denn zum ers­ten Mal ver­folg­te ich das Gesche­hen nicht mehr zu Hau­se am Fern­se­her, son­dern live vor Ort in der Hal­le. Ein völ­lig ande­res Erleb­nis, das ich jedem nur emp­feh­len kann! Die EBU hat­te just in jenem Jahr erst­mals dem eigent­li­chen Grand Prix eine Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de vor­ge­schal­tet, die ich als beken­nen­der Trash­gour­met seit­her noch mehr lie­be als das Fina­le, weil sich dort die tra­gi­sche­ren Bei­trä­ge sam­meln. In die­ser End­run­de nun tum­mel­ten sich die Big Four und die zehn best­plat­zier­ten Län­der aus 2003. Sowie eben die zehn Bes­ten aus dem Semi, die im Fina­le eben­falls sehr gut abschnit­ten.

Wei­ter­le­senESC Fina­le 2004: Just may­be I’m cra­zy