Style over Sub­s­tan­ce: 2. Pro­ben BY, PT, UA, BG

Ich bin ja nor­ma­ler­wei­se kein Freund der von Blog­gern in der Hal­le mit­ge­dreh­ten Pro­ben­vi­de­os, allei­ne schon auf­grund der Qua­li­tät. Die offi­zi­el­len Mit­schnit­te der letz­ten vier heu­ti­gen Star­ter waren aber im you­tube-Kanal von eurovision.tv zum Zeit­punkt der Erstel­lung die­ser Mel­dung aus tech­ni­schen Grün­den nicht ver­füg­bar (ein wei­te­rer Hacker­an­griff?). Und manch­mal haben die sta­ti­schen Fan-Auf­nah­men auch ihr Gutes. Gera­de bei stark durch­cho­reo­gra­fier­ten Dar­bie­tun­gen wie der von Gay­ta­na für die Ukrai­ne. Im Fern­se­hen wer­den wir von den (nur noch) vier Tän­zern und ihrem fas­zi­nie­ren­den Spiel mit ihren LED-Dou­bles näm­lich wie­der die zen­tra­len Ele­men­te ver­pas­sen, der blö­den, schnitt­gei­len Kame­r­a­re­gie wegen. Also, schaut und genießt das Spek­ta­kel ein­mal genau so, wie es gedacht war.


Und sogar ein Flashmob! (UA)

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I love you so, Matsch: 1. Pro­be Ukrai­ne, Bul­ga­ri­en

Ja, ich weiß, ich hän­ge hoff­nungs­los hin­ter­her mit den Pro­ben­be­rich­ten. Ich ver­flu­che 1&1 für den Aus­fall mei­nes Inter­net­zu­gangs ges­tern Abend und mich für mei­ne Unfä­hig­keit zur bes­se­ren Urlaubs­pla­nung. Aber jetzt zur Ukrai­ne: Gay­ta­na wird von vier männ­li­chen Tän­zern in Röcken beglei­tet. Nein, kei­ne schot­ti­schen Kilts. Fal­ten­rö­cke. Dazu tra­gen sie weiß­la­ckier­te Sprin­ger­stie­fel und rosa­far­be­nen Jeans­jäck­chen. Sowie, zum Teil, Wol­le-Petri-Fri­su­ren. Ein fünf­ter Tän­zer in einem LED-Anzug läuft auch noch über die Büh­ne, wenn er nicht gera­de Kulis­sen schiebt. Denn die Ukrai­ner haben, wie letz­tes Jahr Blue, vier eige­ne, beweg­li­che LED-Wän­de mit­ge­bracht, auf denen zusätz­li­che Sche­men­bil­der tan­zen: die DJ-Bobo-Vari­an­te des Ver­suchs, die Sechs-Per­so­nen-Regel zu umge­hen. Nur cle­ve­rer gelöst. Also mal wie­der der bewähr­te Fron­tal­auf­griff auf die visu­el­le Auf­nah­me­fä­hig­keit der Zuschau­er, wohl in der Hoff­nung, von dem Umstand abzu­len­ken, dass Gay­ta­na – zumin­dest in der gest­ri­gen Pro­be – singt wie eine Kreis­sä­ge. Und wie ich die Zuschau­er ken­ne, wird das auch wie­der funk­tio­nie­ren.


Over­kill als Kon­zept­kunst: dar­in ist die Ukrai­ne gut!

Wei­ter­le­senI love you so, Matsch: 1. Pro­be Ukrai­ne, Bul­ga­ri­en

Let’s get hap­py and let’s be gay! (UA 2012)

Be my Guest’: mit die­ser – ursprüng­lich für die Besu­cher der dies­jäh­ri­gen Fuß­ball-EM geschrie­be­nen – Ein­la­dung will die Ukrai­ne 2012 auch die Euro­vi­si­ons­fans zu sich locken. Und da man in Rus­la­naland aus eige­ner, leid­vol­ler Erfah­rung mit sich zu Tode lang­wei­len­den weib­li­chen Pro­sti­tu­ier­ten im Euro­club zu Kiew wäh­rend der Euro­vi­si­ons­wo­che von 2005 genau weiß, aus wel­cher Ziel­grup­pe die­se sich rekur­rie­ren, han­delt es sich bei der Num­mer musi­ka­lisch um eine klas­si­sche Neun­zi­ger­jah­re-CSD-Hym­ne. Vor­ge­tra­gen zu allem Über­fluß von einer Sän­ge­rin namens Gay­ta­na. Und beglei­tet von vier hin­rei­ßend fit­ten Tän­zern in spe­zi­ell an den stra­te­gi­schen Stel­len haut­eng anlie­gen­den Motor­rad-Leder-Kom­bis. Mit ande­ren Wor­ten: ein feuch­ter schwu­ler Traum! Wäre da bloß nicht die ent­setz­li­che (oder genau­er: nicht vor­han­de­ne) Stim­me der Inter­pre­tin, die alles kaputt macht und gegen die Stel­la Mwan­gi klingt wie die Cal­las.

httpv://youtu.be/eTivploARYI
Schwu­ler geht’s nim­mer: Gay­ta­na & die Tanz­sport­ab­tei­lung von Vol­les Rohr

Wei­ter­le­senLet’s get hap­py and let’s be gay! (UA 2012)

Smai – ha – ha – ha – hail! (UA 2011)

Ukrai­ne: das Land, in dem Cha­os und Kor­rup­ti­on regie­ren. Die­sen Ein­druck kann man jeden­falls gewin­nen, wenn man die dor­ti­gen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dun­gen ver­folgt. Nach dem alp­traum­haf­ten Desas­ter des letzt­jäh­ri­gen Vor­auswahl­ver­fah­rens inklu­si­ve Last-Minu­te-Nomi­nie­rung eines, wie sich dann her­aus­stell­te, bereits vor­ver­öf­fent­li­chen Titels, woll­te der Sen­der ver­mut­lich dies­mal bloß kei­nen erneu­ten Feh­ler bege­hen. Und so zog sich das Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­ren über vie­le, vie­le Mona­te hin – steck­te aber den­noch vol­ler Merk­wür­dig­kei­ten, ver­scho­be­ner Ter­mi­ne, bereits aus­ge­schie­de­ner und dann doch wie­der mit­ma­chen­der Teil­neh­mer, Abstim­mungs­ma­ni­pu­la­tio­nen und par­tei­ischen Jurys. Getoppt von einem tage­lan­gen, bei­spiel­lo­sen Ver­wirr­spiel um die Recht­mä­ßig­keit des Sie­ges von Mika New­ton im Fina­le. Die, um das gleich vor­weg­zu­neh­men, das Land nun aber doch in Düs­sel­dorf mit dem Titel ‘Angel’ reprä­sen­tie­ren wird.

Die Freu­den pho­ne­ti­schen Eng­lischs: Mika “Isaak” New­ton

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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Ukrai­ne 2011

Die­ser Titel (‘Smi­le’ von Jama­la) nahm an der fünf­ten Vor­run­de der ukrai­ni­schen Vor­ent­schei­dung teil – ich hof­fe und bete, dass er es bis ins Fina­le schafft und gen Düs­sel­dorf ent­sandt wird!


Unbe­dingt bis Minu­te 2:00 durch­hal­ten, auch wenn es schmerzt – Ihr wer­det reich ent­lohnt!

Jama­la, offen­sicht­lich die ukrai­ni­sche Amy Wine­house (jeden­falls was den über­mä­ßi­gen Kon­sum bewußt­s­eins­ver­än­dern­der Sub­stan­zen angeht), zieht hier alle Regis­ter und prä­sen­tiert in kom­pak­ten drei Minu­ten alles, was an einem Euro­vi­si­ons­song falsch sein kann. So falsch, dass es schon wie­der gut ist. Zu weih­nacht­li­chen Glo­cken­klän­gen fährt die Kame­ra auf eine eksta­tisch zucken­de Tran­se zu, die ihre Aus­pols­te­rung ver­ges­sen hat und mit schreck­ge­wei­te­ten Augen in die Lin­se starrt. Schreck über­fällt auch den Zuhö­rer, sobald sie zu, ahem, “sin­gen” anfängt. Anfangs ist es nur immer so ganz knapp am Ton vor­bei, aber im Ver­lau­fe ihrer drei Minu­ten arbei­tet sich Jama­la in Nina-Hagen-ver­däch­ti­ge Höhen (bzw. Tie­fen) vor. In kür­zes­ter Zeit hat sie den kin­der­lied­haft simp­len und ent­spre­chend ohr­wurm­ver­ur­sa­chen­den Refrain erreicht, in dem sie nur noch “Smaaaaail-haaaa-haaaa-haaaail” kreischt und dies mal um mal wie­der­holt. Und gera­de wenn man nach knapp zwei Minu­ten denkt, so, nun kann es unter kei­nen Umstän­den mehr schlim­mer wer­den, schiebt Jama­la einen Zwi­schen­part ein, der sich jeder Beschrei­bung ent­zieht und den Ihr Euch ein­fach unbe­dingt selbst anschau­en müsst. Wirk­lich, es lohnt sich! Umstands­los schließt sich die vor­schrifts­mä­ßi­ge Rückung an, gefolgt von einem Brunftschrei und der – nur mit­hil­fe der Tech­nik absol­vier­ten – hohen Note am Schluß. Ganz, ganz gro­ßes Kino!

Ukrai­ne 2010: The Ant is near!

Wie man eine Euro­vi­si­ons­ka­ta­stro­phe durch hek­ti­sche Ret­tungs­ver­su­che immer nur noch schlim­mer macht, beweist die Ukrai­ne. End­gül­ti­ger Stand ist, dass Alyo­sha das Land mit dem Titel ‘Sweet Peop­le’ ver­tritt. Bis dahin war es ein sehr lan­ger Weg. Oder viel­mehr: eine sich anfangs lang­sam, dann immer schnel­ler und über­stürz­ter dre­hen­de Abwärts­spi­ra­le. Nach­fol­gend der Ver­such einer Chro­no­lo­gie der Ereig­nis­se. Ich hof­fe, Sie brin­gen ein biss­chen Zeit und Geduld mit.


Blond, Wind & Fire: die Aljoscha mit ‘Sweet Peop­le’

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ESC 2. Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Logo des Eurovision Song Contest 2009 (Finale)
Das Jahr der Gei­gen

Schi­zo­phren: die unglaub­lich lus­ti­ge Come­dy-Tech­no-Num­mer ‘Tinga­li­in’, mit denen die Schwe­den beim dies­jäh­ri­gen Melo­di­fes­ti­va­len zur Ein­stim­mung auf Mos­kau spa­ßes­hal­ber sämt­li­che Russ­land­kli­schees auf den Arm nah­men, zog eine diplo­ma­ti­sche Kri­se zwi­schen bei­den Län­dern und den offi­zi­el­len Pro­test des dor­ti­gen Bot­schaf­ters nach sich. Als Eröff­nungs­act des zwei­ten Semis prä­sen­tier­ten die Rus­sen dann selbst exakt die glei­chen tan­zen­den Bären, Matrosch­kas und Kalin­ka-Chö­re, über die sie sich zuvor beklagt hat­ten. Nur, dass der Mos­kau­er Act anschei­nend bier­ernst gemeint war. Womit sich erneut zeig­te: wer nicht über sich selbst lachen kann, dem ist auch sonst nicht zu trau­en.

Wei­ter­le­senESC 2. Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Ukrai­ne 2009: Just may­be, she’s cra­zy

So lang­sam eta­bliert sich eine eige­ne ukrai­ni­sche Euro­vi­si­ons­schu­le. Die soeben von der Jury zur Sie­ge­rin erklär­te Svet­la­na Lobo­da ver­eint eine Viel­zahl bis­he­ri­ger Grand-Prix-Ele­men­te der Oran­ge­nen: so keh­ren Tei­le von Rus­la­nas Xena-Leder­strei­fen-Out­fits (2004, Ele­ment #1) bei ihr und ihren wohl­ge­form­ten Hoch­leis­tungs­tän­zern (#2) zurück, wäh­rend ihr bil­li­ges Ani­ma­ti­ons­bus­tier mit den kecken Lap­dance-Trod­deln bei Madon­na ca. 1986 abge­schaut ist. Dazu kommt eine der­ma­ßen grau­en­haf­te eng­li­sche Aus­spra­che (#3), dass Tina “Hide it, you Mus­cle Mary” Karol (2006) dage­gen wie ein Nati­ve Speaker wirkt. Kommt aber bei dem eher rudi­men­tä­ren Text (#4) der flot­ten, durch­aus ein­gän­gi­gen Uptem­po­num­mer (#5) eh nicht drauf an. Und, als typisch ukrai­ni­sches Ele­ment Num­mer sechs: die Gesangs­leis­tung gleicht eher einem hei­se­ren, dis­so­nan­ten Krei­schen. Alles dabei!


Lebens­mit­tel­knapp­heit scheint in der Ukrai­ne nicht zu herr­schen

Russ­land 2009: Du sollst doch nicht um Dei­nen Jun­gen wei­nen

Sie kam, sang und sieg­te: erst zwei Tage vor dem gest­ri­gen Vor­ent­schei­dungs­fi­na­le vom Sen­der noch ganz schnell ins Par­ti­zi­pan­ten­feld gemo­gelt, über­zeug­te die durch ihren Sieg in der rus­si­schen Cas­ting­show Star Fac­to­ry bekann­te 21jährige ukrai­ni­sche Sän­ge­rin Ana­sta­sia Prihod­ko sowohl die Tele­vo­ter, die sie mit 26% der Stim­men an die Spit­ze setz­ten, als auch die Fach­ju­ry, die anschlie­ßend noch mal unter den drei Höchst­plat­zier­ten aus­wähl­te (auch bekannt als das weiß­rus­si­sche Ver­fah­ren). Ihr dra­ma­ti­scher Rock­song ‘Mama’ war zuvor von der ukrai­ni­schen Vor­ent­schei­dung aus­ge­schlos­sen wor­den – eine Ent­schei­dung, gegen die das Manage­ment der Sän­ge­rin laut einem Bericht von escK­az Rechts­mit­tel anstreng­te. Nun darf sie also in Mos­kau für Mos­kau röh­ren.


Dass die Ukrai­ne­rin­nen immer so schrei­en müs­sen!

Wei­ter­le­senRuss­land 2009: Du sollst doch nicht um Dei­nen Jun­gen wei­nen

Ukrai­ne schmeisst rus­si­sche TV-Sen­der aus dem Kabel­netz

Die Span­nun­gen zwi­schen der Ukrai­ne und dem gro­ßen Bru­der Russ­land trei­ben immer neue Blü­ten. Nun erließ das ukrai­ni­sche Par­la­ment ein Gesetz, mit dem alle TV-Sen­der aus dem Rei­che Putins aus dem Kabel­netz des Lan­des ver­bannt wer­den sol­len. Offi­zi­el­le Begrün­dung: Ein­nah­me­ver­lus­te in den Wer­be­pau­sen beim Euro­vi­si­on Song Con­test! Denn die pro­rus­si­schen Ein­woh­ner in den öst­li­chen Gebie­ten der Ukrai­ne schau­en sich die Live-Über­tra­gung auf RTR Pla­ne­ta, einem rus­si­schen Kabel­sen­der, an und drü­cken so die Ein­schalt­quo­te. Damit gin­gen dem ukrai­ni­schen Staats­sen­der Wer­be­ein­nah­men ver­lo­ren. Ein Zusam­men­hang der Akti­on mit den anste­hen­den Neu­wah­len wird indes bestrit­ten.


Da gibt es nur eins zu sagen!

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