A Dal 2018, Finale

Endlich ist es geschafft! Nach insgesamt fünf Vorrunden treffen heute in Budapest die verbliebenen sechs Aspirant/innen um das Ticket nach Lissabon zusammen, im lange überfälligen Finale des ungarischen Vorentscheids A Dal. Wie schon in den beiden Semis entscheiden Jurys und Zuschauer/innen gleichberechtigt. Das Einschalten lohnt alleine schon wegen des Moderators: der schöne Freddie (HU 2016) führt durch den Abend.

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A Dal 2018, 2. Semifinale

Auch im zweiten ungarischen Semifinale gibt es musikalisch nichts Neues mehr auf die Ohren: die heutigen sechs Künstler/innen haben sich in einer der drei Vorrunden qualifiziert, ihre Auftritte haben wir also alle schon einmal gesehen und gehört. Nur drei von ihnen, ausgewählt durch hundertprozentiges Televoting, dürfen ins A-Dal-Finale am nächsten Samstag weiterziehen, wo es um das das ungarische Ticket nach Lissabon geht.

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A Dal 2018, 1. Semifinale

Rein musikalisch gesehen passiert ab heute nichts Interessantes mehr beim ungarischen Vorentscheid A Dal. Alle Semifinal-Teilnehmer/innen kennen wir bereits: sie qualifizierten sich in einer der bislang drei Vorrunden. 12 von 30 Acts haben es bis hierher geschafft, sechs von ihnen wetteifern heute um die Gunst von Jurys und Zuschauer/innen (die anderen sechs dann nächste Woche), und nur die Hälfte von ihnen wird es ins Finale in zwei Wochen schaffen.

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A Dal 2018, 3. Vorrunde

Heute folgen die letzten zehn der insgesamt 30 Acts, die sich in Ungarn ums Ticket nach Portugal bewerben. Wie schon in den letzten beiden Wochen sucht auch heute wieder die Jury drei Glückliche aus, die Zuschauer einen weiteren. Die treffen sich in den beiden Semis an den beiden nächsten Samstagen wieder. Am 24. Februar 2018 folgt das endlich Finale, wo es sich unter den letzten sechs entscheidet, natürlich im Jury-Televoting-Mix. Freddie (HU 2016) moderiert.

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A Dal 2018, 2. Vorrunde

Das zweite Zehnerpack von insgesamt 30 Acts kämpft in der heutigen Vorrunde des ungarischen Vorentscheids A Dal um die Gunst der Jury, die drei Songs in die Halbfinale weiterwählt. Einen weiteren dürfen die Zuschauer/innen freundlicherweise „retten“. Am 24. Februar 2018 folgt das Finale, wo es sich unter den letzten sechs entscheidet, natürlich im Jury-Televoting-Mix. Freddie (HU 2016) moderiert.

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A Dal 2018, 1. Vorrunde

Never change a winning Team: das ungarische Fernsehen behält auch 2018 das bewährte Konzept der über sechs Runden laufenden Vorentscheidung A Dal bei. 30 Acts treten insgesamt an, zehn in jeder der drei Vorrunden, von denen heute die erste über die Bühne geht. Fünf davon sucht die Jury aus, einen weiteren darf das Publikum gnädigerweise „retten“. Das ist doch mal großherzig! Es folgen – jeweils im Wochenabstand – zwei Semis und endlich am 24. Februar 2018 das Finale, wo es sich unter den letzten sechs entscheidet, natürlich im Jury-Televoting-Mix. Freddie (HU 2016) moderiert.

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Teilnehmer/innen:

  • Ceasefire X – Satellites
  • Fourtissimo feat. Markanera – Kisnyuszi a kalapban
  • Viktor Király – Budapest girl
  • Gabi Knoll – Nobody to die for
  • Leander Kills – Nem szól harang
  • LivingRoom – Kirakat élet
  • Noémo – Levegőt!
  • Patikadomb – Jó szelet!
  • Zsolt Süle – Zöld a május
  • Tamás Vastag – Ne hagyj reményt

Finale 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung der gigantischen, futuristisch aufgebrezelten Showbühne im Internationalen Ausstellungszentrum der ukrainischen Metropole und sang stattdessen inmitten des andächtig schweigenden, von seiner intimen Darbietung ebenso wie die Fernsehzuschauer/innen tief ergriffenen Hallenpublikums auf der kleinen Satellitenbühne stehend seine zerbrechliche, hauchzarte Trennungsschmerzballade ‚Amar pelos Dois‘, ein flehendes Abschiedslied an seine Verflossene, in welcher er in poetischen Worten seine Trauer, seine noch immer sanft glimmende Hoffnung auf eine Rückkehr der Geliebten und seine Entschlossenheit, seine Liebe niemals sterben zu lassen, vor uns ausgoß. Was ich im Übrigen nur weiß, weil ich die Übersetzung seines in Landessprache verfassten Songtextes gegoogelt habe. Doch die Sprachbarriere spielte keine Rolle: auch ohne ein Wort zu verstehen, konnte man die mit dem Lied verbundenen Emotionen fühlen, ja geradezu mit Händen greifen. Die Bildregie des veranstaltenden Senders blendete im Anschluss an seinen Auftritt in den Green Room, wo sich die armenische Teilnehmerin Artsvik Harutyunyan gerade ein Tränchen aus dem Auge wischte und damit wohl auf den Punkt brachte, was wir alle (oder jedenfalls alle mit einem offenen Herzen) in diesem Moment empfanden. Es war eine seltener Moment der Überwältigung, ein Sieg der „Musik, die wirklich etwas ausdrückt,“ wie der portugiesische Adelsspross sagte, als man ihn am Ende des Abends zur Reprise auf die Bühne holte.

Jackett frisst Künstler: Hutzelmännchen Salvador überzeugte dennoch (PT)

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Zweites Semifinale 2017: We have lost our Verona

Zwei der irischen Backings (c) Martin Schmidtner

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo zwischen Raumschiff Enterprise und der Außenreklame für das berühmt-berüchtigte Reeperbahn-Etablissement Zur Ritze changierenden Bühne sowie den drei komplett unlustigen Moderatoren Tick, Trick und Track, nervte es nur noch. Zumal man uns damit um einige Augenweiden brachte, so beispielsweise um die zwei rothaarigen Hingucker des milchbübigen Iren Brendan Murray, die deutlich mehr hergemacht hätten als der armselige, windschiefe und zu allem Übel auch noch am Boden bleibende Fesselballon, den die RTÉ-Delegation stattdessen als schlecht überlegtes Bühnengimmick mitbrachte.

Zweieinviertel Stunde fragwürdige Musik und noch fragwürdigere Garderoben: das zweite Semifinale 2017 am Stück

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Eurovision Deathmatch #16: Rapper’s Surprise

Mit der Maxisingle (die Älteren unter meinen Leser/innen werden sich noch erinnern) ‚Rapper’s Delight‘ der Sugarhill Gang fand bereits 1979 der als Rap bezeichnete Sprechgesang erstmalig weltweit Einzug in die Charts: die kommerzielle Geburtsstunde des Hip-Hop, bis heute eines der erfolgreichsten Musikgenres aller Zeiten. Außer beim Eurovision Song Contest: dort sind Beiträge, die sich dieser Technik bedienen, meist nicht so gut gelitten. Dabei erfand die legendäre Lys Assia die stakkatoartige Spracheinlage („Polenta, Polenta, Polenta, Polenta“) doch bereits im Jahre 1958! Auch im Jahre 2017 gehen jedenfalls zwei mutige Nationen erneut das Risiko ein, es mit Rap zu versuchen. Als erster Kombattant steigt für Ungarn Joci Pápai in den Ring, der sich beim magyarischen Vorentscheid A Dal erstaunlicherweise durchsetzen konnte. Der vollbärtige Papí, Verzeihung, Pápai, gehört der (nicht nur) in Ungarn unterdrückten Minderheit der Roma an, was man in dem Ethno-Folk-Stampfer ‚Origo‘ auch musikalisch deutlich hört: schmerzlich sehnsuchtsvolle Zigan-Gitarren und leise klagende Flötentöne begleiten einen tief unter die Haut gehenden Text, der sich auf poetische Weise mit den bedrückenden Erfahrungen des alltäglichen Rassismus beschäftigt: „Warum hast du mir vorgelogen / Dass meine Farbe keine Rolle spiele,“ so fragt er verbittert im Refrain. „Du wusstest, dass meine Augen braun sind / Es verändert nichts in mir“. Und gerade auch die Rap-Parts erschüttern die Seele: „Geheimnisvolle Kräfte wohnten in dem Kind / Sie hatten Angst vor ihm, man sah es in seinen Augen,“ beschreibt er unter anderem die magischen Kräfte der Musik: „Die Tränen Tausender klingen auf meiner Gitarre“. Auch hier gilt jedoch: man muss der ungarischen Sprache gar nicht mächtig sein und den (Sprech-)Gesang verstehen, um im Gefühl des trotzigen Schmerzes zu ertrinken, welchen Joci hier vor uns ausgießt.

Berührt das Herz: Joci Pápai (HU)

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Ungarn 2017: Die Wagen so bunt, die Pferdchen so zottig

Die Magyaren haben gewählt. Oder, um genauer zu sein: sie wählten aus dem, was die Jury ihnen übrig ließ. Die holzte den in der Endrunde des heutigen A Dal-Finales alleine abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen im ersten Durchgang gezielt ihre bisherigen Favoriten weg, das Trio Toyota Totova nämlich, das zum noch nicht mal notdürftig kaschierten Bühnenhintergrund von Jamalas ‚1944‘ einen äußerst zähen, anstrengenden Song in die Gegend brüllte. Und auch wenn ich die krasse Bevormundung durch die Juroren natürlich als undemokratisch geißeln muss: inhaltlich bin ich schon froh, dass uns das erspart blieb. Unter den verbliebenen Titeln entschieden sich die Ungarn dann für den interessantesten. Um mich selbst zu zitieren‚Origo‘ von Joci Pápai (der Gewinnertitel) verknüpft sehnsuchtsvolles ziganes Geigengefiedel und wehmütige Klagegesänge mit zeitgemäßen, druckvollen Elektrobeats und einer technisch sauber abgelieferten, wenngleich für meinen Geschmack ohne Weiteres verzichtbaren Rap-Einlage. Auf ungarisch. Die in den Contests der Nuller Jahre ganz beliebte, aber natürlich zeitlos schöne Verbindung von Tradition und Moderne, welche der Beitrag liefert, drückte sich auch im Outfit des Sängers aus, der aussah, als habe sich ein Zirkus-Artist mit einem Lederbar-Besucher im Darkroom gepaart. Ein eher außergewöhnlicher, wenngleich gut anhörbarer Ethno-Song also, der die Grand-Prix-Fans vermutlich in zwei unversöhnliche Lager teilen dürfte. Und der ein Risiko für die zuletzt ziemlich erfolgreiche Eurovisionsnation darstellt: denn ob der Zigan-Zauber beim europäischen Publikum, vor allem aber bei den Jurys ankommt und für den Finaleinzug reicht, bleibt eine spannende Frage. Aber genau solche Beiträge, die Risiken eingehen und die Geschmäcker spalten, die sind bekanntlich die besten. Danke, Ungarn!

Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber: mit den Manbuns ist es langsam mal gut! (HU)

Schafft Ungarn mit Joci Pápai erneut das Finale?

  • Klar, warum nicht? Der Song fällt auf, und das auf positive Weise. Super! (48%, 50 Votes)
  • Ich würde es mir wünschen, weil Mut belohnt werden sollte, aber das Risiko ist hoch. (32%, 33 Votes)
  • Dieses furchtbare Gejaller? Eher nimmt Orban alle afghanischen Flüchtlinge auf. (20%, 21 Votes)

Total Voters: 104

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Zweiter Supersamstag 2017: Rotzgören und schlechte Lover

Was für ein Abend: insgesamt sieben Vorentscheidungsrunden liefen am gestrigen Samstagabend parallel zueinander, davon zwei Finale (nämlich in Italien und Spanien). Den Auftakt machte mal wieder das Gastgeberland Ukraine, wo sich weitere acht Semifinalisten dem Jury-Trio aus Vorjahressiegerin Jamala, Andrij Danylko (der Mann hinter der Bühnenfigur Verka Serdutschka [→ UA 2007]) und einem TV-Produzenten stellen mussten. Das kegelte mit seiner Stimmmacht einen der Publikumsfavoriten heraus, den Sänger Ruslan Kuznetsov, umstrittener Gewinner der Wildcard-Vorrunde im Internet und Zweitplatzierter im Televoting. Umstritten deswegen, weil das ukrainische Fernsehen ihm und ein paar Mitstreitern im November 2016 Manipulationsversuche vorwarf und all seine bis dato angesammelten Stimmen annullierte. Innerhalb weniger Tage hatte er diese aber wieder zusammen und zog ins Semi ein – umsonst. Zu den damaligen Schummlern soll auch die Gothic-Punk-Band Aghiazma gehört haben, die gestern Abend ebenfalls antrat, allerdings mit einem anderen Beitrag als in der Wildcard-Runde. Sie scheiterten sowohl an der Jury als auch an den Zuschauer/innen, und das ist eine gute Nachricht für Epileptiker/innen, denn die Lichtshow der sechs Tokio-Hotel-Epigonen war durchaus geeignet, bei entsprechend disponierten Menschen Anfälle auszulösen. Trotzdem schade um den Song: ‚Synthetic Sun‘ überzeugte durch einen guten Schub und sehr ordentlich bratzende Hardrock-Gitarren. Außerdem präsentierte sich das lustig frisierte und geschminkte Satanisten-Sextett im Jury-Interview außergewöhnlich sympathisch: ich habe keine Ahnung, über was der Moderator und Jamala endlos mit ihnen scherzten, aber es muss sehr witzig gewesen sein – und die Aghiazma-Leadsängerin sehr schlagfertig, jedenfalls der Publikumsreaktion nach zu urteilen.

Schicker Halsmuff! (UA)

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Perlen der Vorentscheidungen: ich bin eine Vulva

Neben dem finnischen Finale fanden am gestrigen Samstag ebenfalls – gewissermaßen wie immer – weitere Viertelfinale in Ungarn und in Litauen statt. Über die gibt es allerdings nur wenig Interessantes zu berichten. In der dritten Vorrunde von A Dal rangen erneut zehn Kombattant/innen um die Gunst der Jury – allesamt ziemlich kompetente Acts mit ziemlich kompetenten Songs; also nichts, was einen veranlassen würde, schreiend wegzurennen, aber auch nichts unfreiwillig Komisches oder sonstwie Herausragendes. Wie langweilig! Verdienter Spitzenreiter wurde der bereits aus Kopenhagen und vom A Dal bekannte András Kállay-Saunders (→ HU 2014, Vorentscheid 2016) mitsamt Band, der mit dem Beitrag ’17‘ unter Beweis stellte, dass er auch Undramatisches bestens beherrscht. Nur gut, dass der Contest in diesem Jahr nicht in Deutschland stattfindet, denn nach seinem Geständnis, in diesem Alter eine „Fake ID“, also einen gefälschten Ausweis, benutzt zu haben, um in die Clubs reinzukommen, dürfte ihn Thomas de Mazière vermutlich bereits bei der Einreise wegen Terrorismusverdachts festnehmen lassen. Kállay-Saunders machte im kleinen Schwarzen (sprich: Lederjacke und enganliegende Jeans) wieder eine gute Figur – nur über die teilblondierten Rastazöpfe und die Sonnenbrille müsste man vielleicht nochmal sprechen. Falls in den nächsten Wochen nicht noch etwas Besseres nachkommt, darf er wegen mir gerne noch mal ran.

Höllena Fürst hat angerufen und will ihre Frisur zurück: András Kállay-Saunders (HU)

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