Ungarn

Ex-unga­ri­scher HoD: Homo­se­xua­li­tät ist noch immer ein Stigma

Ex-unga­ri­scher HoD: Homo­se­xua­li­tät ist noch immer ein Stigma

Wie eurovoix berichtet, interviewte der ehemalige tschechische Delegationsleiter Jan Bors in der aktuellen Ausgabe seiner Youtube-Reihe Humans of Eurovision seinen früheren ungarischen Eurovisionskollegen Lörinc Bubnó, der seit 2016 die magyarische Grand-Prix-Teilnahme verantwortete. In dem rund einstündigen Gespräch ging es unter anderem auch um die Gründe für den Ausstieg des unter seinem Präsidenten Viktor Orbán zunehmend ins rechtskonservativ-nationalistische abgedrifteten Landes beim Eurovision Song Contest. Bubnó, der zum Zeitpunkt der letzten Teilnahme der Paprikanation in Tel Aviv bereits seinen Rückzug vom Posten des HoD verkündet hatte und in die Entscheidungsfindung des Senders MTV nicht eingebunden war, nannte hierfür - neben der hohen…
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Offi­zi­ell: 41 Natio­nen star­ten beim Song Con­test 2020

Offi­zi­ell: 41 Natio­nen star­ten beim Song Con­test 2020

Zwei raus - zwei rein: mit 41 bleibt die Anzahl der von der EBU heute bestätigten Teilnehmernationen beim Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam gegenüber Tel Aviv unverändert hoch. Oder, je nach Sichtweise, niedrig: den bisherigen Rekord von 43 Ländern, zuletzt eingestellt in Lissabon, holt die EBU nicht wieder ein. Von dem im Vorjahr beteiligten Nationen sagten zwei ab: das kleine Montenegro aus finanziellen Gründen, das unter dem Populisten Viktor Orbán zusehends ins Faschistische driftende Ungarn wohl eher aus kulturellen. Dort folgt man dem traurigen Vorbild der seit 2013 beim ESC absenten Türkei und igelt sich kulturell ein: zwar ist…
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Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zweifach erfuhr die fabelhafte Dana International, die 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham den mit weitem Abstand bedeutsamsten Sieg in der über sechzigjährigen Geschichte des Grand Prix errang, die ihr gebührende Ehrung im gestrigen ersten Semifinale 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Interval Act auftrat. Der für seine 40 Lenze erstaunlich jung aussehende Assi Azar, einer der überflüssigerweise erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benannte die offensichtlich in den selben Jungbrunnen gefallene LGBTQI*-Ikone in seiner Anmoderation als sein persönliches Idol. War es doch ihr seinerzeitiger Sieg, der dem damals Zwanzigjährigen aus dem Versteck half und ihm die…
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Rank and File 2019: Platz 5 – Az én Apám

Rank and File 2019: Platz 5 – Az én Apám

Salvador Sobral, der Sieger von 2017, antwortete erst unlängst auf eine (ziemlich überflüssige) Interviewfrage, dass er nicht zwingend nochmal am ESC teilnehmen möchte. Andere Künstler/innen zieht es hingegen immer wieder zurück auf die große europäische Bühne, dieses Jahr alleine sind es sechs Wiederkehrer/innen. Zu ihnen zählt auch mein Platz 5: Ungarn - Joci Pápai - An én Apám (Mein Vater) Der schöne Joschi steuerte im Jahr des Sobral-Siegs die hochgradig ergreifende Schmerzensballade 'Origo' zum Geschehen bei und erreichte damit eine der wenigen Top-Ten-Platzierungen des Landes. Sein aktueller Beitrag folgt einem Trend der beiden letzten Jahre, ist es doch ein Lied…
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Dansk Melo­di Grand Prix / A Dal 2019: Was kann der Sigis­mund dazu, dass er so schwul ist?

Dansk Melo­di Grand Prix / A Dal 2019: Was kann der Sigis­mund dazu, dass er so schwul ist?

Nach all der Aufregung um die Ukraine kehren wir in ruhigere Fahrwasser zurück und handeln rasch die beiden noch liegengebliebenen, eher zweitrangigen nationalen Vorentscheide vom vergangenen Samstag ab, nämlich das Dansk Melodi Grand Prix und das ungarische A Dal. In ersterem setzte sich die 20jährige Eiskunstläuferin und Sängerin Leonora Jepsen im Superfinale des dänischen Vorentscheids mit 42% der Anrufe gegen die Konkurrenz durch. Ihr völlig harmloses und grundegales La-La-Liedchen 'Love is forever', dessen Auftakt leider frappant an die Bestie in Schlagergestalt erinnert, das unerträgliche 'Lemon Tree' der Pforzheimer Kapelle Fools Garden, verbreitet seine lyrischen Plattitüden gleich in vier Sprachen: im…
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Pla­gi­at­skan­dal: Petrus­ka bei der A Dal 2019 disqualifiziert

Pla­gi­at­skan­dal: Petrus­ka bei der A Dal 2019 disqualifiziert

Sie wird jedes Jahr aufs Neue geführt, die manchmal ermüdende Diskussion um angeblich irgendwo abgekupferte Eurovisionsbeiträge. Heute erwischte es in Ungarn mit Petruska allerdings einen Künstler, der seinen ironischerweise auch noch 'Help me out of here' betitelten Vorentscheidungssong nun wirklich völlig zweifelsfrei einfach Ton für Ton von dem 2010 veröffentlichen Lied 'White Sky' der US-amerikanischen Indie-Rock-Band Vampire Weekend kopierte. Einschließlich des charakteristischen, gejodelten Refrains. Was er sich bei diesem dreisten Klau nur gedacht haben mag? Hier zieht ja noch nicht mal das beliebte Argument, das Unterbewusstsein habe beim Kreativprozess des Schreibens eine mal irgendwo gehörte Melodie wieder hervorgekramt, denn Petruska…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2019: Wo sind die Katzen?

Zwei­ter Super­sams­tag 2019: Wo sind die Katzen?

Wie in einer der inflationär ausgestrahlten nachmittäglichen Zoo-Sendungen in den dritten Programmen der ARD ging es stellenweise zu beim gestrigen zweiten, ausschließlich aus Semis bestehenden Supersamstag der Eurovisionssaison 2019. So beispielsweise in Lettland, wo das zweite Pusfināls der Supernova stattfand, die bekanntlich keine solche ist ohne den legendären Riga-Biber alias Mārtiņš Kozlovskis, ein Schauspieler und Comedian, der in den vergangenen Jahren, im Kostüm des die Kanäle der lettischen Hauptstadt heimsuchenden Nagers steckend, für skurrile Unterhaltung in den Werbepausen sorgte. Diesmal allerdings nahm er am Wettbewerb teil, unter seinem Musiker-Namen Kozmens und in Begleitung der Band Dziļi Violets (Deep Purple). Ihr Beitrag 'Tautasdziesma'…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fallen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fallen

Neben dem Finale der französischen Vorentscheidung Destination Eurovision wählten gestern Abend auch die Malteser/innen ihre Repräsentantin für Tel Aviv aus. Das notorisch grand-prix-begeisterte Eiland bediente sich in diesem Jahr erstmalig des britischen Castingshow-Formates X-Factor, das sich für den Sender TVM als Einschaltquotenerfolg herausstellte, aber auch für Kontroversen sorgte: vergangenen Oktober kritisierte die maltesische Gleichstellungsbeauftragte Helena Dalli die Show und den Sendert öffentlich, weil ein Vorrundenteilnehmer dort unwidersprochen Werbung für die ethisch verwerfliche, wissenschaftlich widerlegte und seit 2016 auf der Insel illegale Konversionstherapie machen durfte, die ihn von seiner "sündhaften" Homosexualität "geheilt" habe. "Junge Menschen, die schwul sind, brauchen weder Vergebung noch…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hamster

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hamster

So langsam geht es in die Vollen: heute Abend steigt der erste Supersamstag der Vorentscheidungssaison 2019. Um so dringender ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letzten Wochen liegen gebliebenen Vorentscheidungsperlen abzuarbeiten. Und da kein ESC-Jahrgang komplett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die moldawische Eurovisionslegende Alexandru "Sasha" Bognibov natürlich den Auftakt geben. Der machte bekanntlich erstmals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch fragwürdigen Titel 'I love the Girls of 13 Years old' für den Vorentscheid des Landes bewarb und auch auf die vom Sender vorab veröffentlichte Auswahlliste kam, es dann aber nicht…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tierleben

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Brehms Tierleben

Echte Eurovisionsfans befinden sich - getreu des Mottos: nach dem ESC ist vor dem ESC - bereits seit vergangenem Mai gedanklich im Jahr 2019. Seit heute stimmt dann auch der offizielle Kalender wieder mit dem Empfinden überein. Höchste Zeit also für einen Überblick über die Geschehnisse in den 42 in Tel Aviv teilnehmenden Nationen, die mir in den letzten Wochen durchgerutscht sind. Dabei scheint, dass das gackernde Huhn vom letzten Jahr so manch anderes lustiges Getier inspirierte: dabei sind unter anderem singende Katzen und ironische Hyänen.  Den Auftakt aber macht eine halbe Göttin. Sagt sie zumindest von sich selbst. Sie,…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine…
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Auf­er­stan­den aus Rui­nen: vier­ter Pro­ben­tag in Lissabon

Auf­er­stan­den aus Rui­nen: vier­ter Pro­ben­tag in Lissabon

Sanft gestaltete sich der Start in Tag heute Morgen für die nach Lissabon gereisten Blogger/innen. Denn der vierte Probentag begann mit dem georgischen Beitrag. Die Kaukasusrepublik schickt in diesem Jahr bekanntlich die offiziell so benannte Ethno-Jazz Band Iriao - und betreibt mit dieser Auslobung klaren Etikettenschwindel. Schließlich hat das, was die für den ESC-Auftritt vom Septett zum Quintett geschrumpfte Formation in Portugal singt, weder etwas mit Ethno zu tun, noch mit Jazz. Stattdessen nehmen die Fünf, wie mir diesbezüglich bewanderte Quellen glaubhaft versicherten, die Melodie irgendeines uralten christlichen Kirchenliedes und tarnen diese mit Harmoniegesang in Landessprache. Das Ganze tun sie in…
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A Dal 2018: Und es war Sommer

A Dal 2018: Und es war Sommer

Ähnlich wie in der Ukraine verlor auch im benachbarten Ungarn gestern Abend beim dortigen Eurovisionsvorentscheid A Dal die machtbewußte Jury den bis zuletzt eisern geführten Kampf gegen den Willen des Publikums. Allerdings mit einem zumindest musikalisch deutlich erfreulicheren Ergebnis. Die mutigen Magyaren schicken nämlich mit der von den Musikexperten bei Wiwibloggs als "Post-Hardcore-Band" bezeichneten Kapelle AWS fünf sehr laut aufspielende und herumschreiende, ausgesprochen kernige Buben. Mit leider arg kryptofaschistisch anmutenden Popper-Haarschnitten, so dass man sich spontan zunächst fragt, ob das Band-Akronym für "Amazon Web Services" oder doch eher für "Aggressive White Supremacists" stehen mag. Da sie auf ungarisch singen, hilft…
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Vier­ter Super­sams­tag 2018: ent­mün­digt die Esten!

Vier­ter Super­sams­tag 2018: ent­mün­digt die Esten!

Reihenweise fanden am gestrigen Supersamstag neben den abschließenden Entscheidungen in Dänemark und Italien noch Semifinale quer durch Europa statt, bei denen sich die abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen und Juror/innen mal wieder von ihrer schlechtesten Seite zeigten und eine katastrophale Fehlentscheidung nach der anderen trafen. Am wenigstens ausgeprägt erstaunlicherweise diesmal in Schweden, wo sich das zweite Semifinale des allgemein beliebten Melodifestivalen musikalisch noch schwächer präsentierte als das eigentlich schon unterirdische erste vom vorvergangenen Samstag. Mit den Augenschmäusen Limaoo und Samir & Victor wählten die Skandinavier/innen drei kernige Knaben mit träshigen Titeln ins Finale weiter, wogegen sich natürlich nicht das Geringste einwenden lässt. In…
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Drit­ter Super­sams­tag 2018: die hei­ße Schlacht am kal­ten Büffett

Mit einem erschreckend faden ersten Semi des schwedischen Melodifestivalen begann gestern Abend die offizielle Vorentscheidungs-Hauptsaison 2018. In Karlstad versammelten sich sieben Acts im Kampf um den Finaleinzug, die hoffen ließen, dass der Mello-Macher Christer Björkman (→ SE 1992) sich die guten Songs für die noch folgenden drei Vorrunden aufgehoben hat. Auf dem letzten Platz landete, völlig zu Recht, die Schlagerlegende Kikki Danielsson (→ SE 1982, 1985), die es hinsichtlich ihres barocken Umfangs mittlerweile mit der viel zu früh verstorbenen deutschen Grand-Prix-Kollegin Joy Fleming (→ DE 1975) aufnehmen kann, stimmlich allerdings eher an die späte Bonnie Tyler (→ UK 2013) erinnerte. Eingehüllt…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2018: Rock the Puszta

Existiert ein Zusammenhang zwischen Landessprache und musikalischen Vorlieben? Ungarisch gehört, so sagen es die Forscher, entwicklungsgeschichtlich zu den sogenannten finno-ugrischen Sprachen und weist eine (wenn auch entfernte) Verwandtschaft zum Finnischen auf. Deren Sprecher/innen sagt man nun nicht erst seit der siegreichen Teilnahme von Lordi am Eurovision Song Contest 2006 einen ausgeprägten Hang zum Schwermetall nach, der jedoch auch den Magyaren verhaftet scheint. So gewann am vergangenen Samstag das Quartett AWS mit der sauber bretternden Metal-Nummer 'Viszlát nyár' die zweite Vorrunde des ungarischen Vorentscheidungsverfahrens A Dal 2018 und stellt sich damit in eine direkte Linie mit den Siegern der ersten A-Dal-Runde vor einer…
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Ers­ter Super­sams­tag 2018: Das Schiff sticht in See heu­te Nacht

"Ich wurde heute Morgen geboren / Mein Name ist Gnade / In der Mitte des Meeres / Zwischen zwei Ländern, Gnade": was so poetisch anfängt, entpuppt sich als ein gleichermaßen lakonischer wie vielschichtiger, in keiner Sekunde anklagender oder agitatorischer und damit umso fesselnder und tiefer unter die Haut gehender Text über die humanitäre Katastrophe, die sich täglich vor unseren fest verschlossenen Augen und Herzen vor den hochgezogenen Grenzen der Festung Europa abspielt. Das beim gestrigen zweiten Semifinale der französischen Vorentscheidung Destination Eurovision in einheitlichen, existenzialistisch schwarzen Klamotten aufgetretene Elektro-Pop-Pärchen Emilie Satt und Jean-Karl Lucas alias Madame Monsieur bediente sich bei seinem lyrisch wie…
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ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung…
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Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo…
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Euro­vi­si­on Death­match #16: Rapper’s Surprise

Mit der Maxisingle (die Älteren unter meinen Leser/innen werden sich noch erinnern) 'Rapper's Delight' der Sugarhill Gang fand bereits 1979 der als Rap bezeichnete Sprechgesang erstmalig weltweit Einzug in die Charts: die kommerzielle Geburtsstunde des Hip-Hop, bis heute eines der erfolgreichsten Musikgenres aller Zeiten. Außer beim Eurovision Song Contest: dort sind Beiträge, die sich dieser Technik bedienen, meist nicht so gut gelitten. Dabei erfand die legendäre Lys Assia die stakkatoartige Spracheinlage ("Polenta, Polenta, Polenta, Polenta") doch bereits im Jahre 1958! Auch im Jahre 2017 gehen jedenfalls zwei mutige Nationen erneut das Risiko ein, es mit Rap zu versuchen. Als erster Kombattant…
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A Dal 2017: Die Wagen so bunt, die Pferd­chen so zottig

A Dal 2017: Die Wagen so bunt, die Pferd­chen so zottig

Die Magyaren haben gewählt. Oder, um genauer zu sein: sie wählten aus dem, was die Jury ihnen übrig ließ. Die holzte den in der Endrunde des heutigen A Dal-Finales alleine abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen im ersten Durchgang gezielt ihre bisherigen Favoriten weg, das Trio Toyota Totova nämlich, das zum noch nicht mal notdürftig kaschierten Bühnenhintergrund von Jamalas '1944' einen äußerst zähen, anstrengenden Song in die Gegend brüllte. Und auch wenn ich die krasse Bevormundung durch die Juroren natürlich als undemokratisch geißeln muss: inhaltlich bin ich schon froh, dass uns das erspart blieb. Unter den verbliebenen Titeln entschieden sich die Ungarn dann für den…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2017: Rotz­gö­ren und schlech­te Lover

Zwei­ter Super­sams­tag 2017: Rotz­gö­ren und schlech­te Lover

Was für ein Abend: insgesamt sieben Vorentscheidungsrunden liefen am gestrigen Samstagabend parallel zueinander, davon zwei Finale (nämlich in Italien und Spanien). Den Auftakt machte mal wieder das Gastgeberland Ukraine, wo sich weitere acht Semifinalisten dem Jury-Trio aus Vorjahressiegerin Jamala, Andrij Danylko (der Mann hinter der Bühnenfigur Verka Serdutschka [→ UA 2007]) und einem TV-Produzenten stellen mussten. Das kegelte mit seiner Stimmmacht einen der Publikumsfavoriten heraus, den Sänger Ruslan Kuznetsov, umstrittener Gewinner der Wildcard-Vorrunde im Internet und Zweitplatzierter im Televoting. Umstritten deswegen, weil das ukrainische Fernsehen ihm und ein paar Mitstreitern im November 2016 Manipulationsversuche vorwarf und all seine bis dato angesammelten Stimmen annullierte. Innerhalb…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: ich bin eine Vulva

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: ich bin eine Vulva

Neben dem finnischen Finale fanden am gestrigen Samstag ebenfalls - gewissermaßen wie immer - weitere Viertelfinale in Ungarn und in Litauen statt. Über die gibt es allerdings nur wenig Interessantes zu berichten. In der dritten Vorrunde von A Dal rangen erneut zehn Kombattant/innen um die Gunst der Jury - allesamt ziemlich kompetente Acts mit ziemlich kompetenten Songs; also nichts, was einen veranlassen würde, schreiend wegzurennen, aber auch nichts unfreiwillig Komisches oder sonstwie Herausragendes. Wie langweilig! Verdienter Spitzenreiter wurde der bereits aus Kopenhagen und vom A Dal bekannte András Kállay-Saunders (→ HU 2014, Vorentscheid 2016) mitsamt Band, der mit dem Beitrag '17' unter Beweis…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Tanz den Horn, Muttersöhnchen!

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Tanz den Horn, Muttersöhnchen!

Welch ein ereignisreiches Eurovisionswochenende! Es begann mit einem leider sehr traurigen Ereignis: nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Nähe der italienischen Stadt Verona ein Reisebus mit ungarischen Schüler/innen verunglückte, verhängte die magyarische Regierung angesichts von 16 Todesopfern verständlicherweise Staatstrauer, woraufhin die eigentlich für Samstagabend geplante zweite Vorrunde der heimischen Eurovisionsvorentscheidung A Dal bis auf Weiteres um eine Woche verschoben wurde. Neben dieser Tragödie und den bereits verbloggten zwei nationalen Endausscheidungen vom Samstag in Weißrussland und Georgien blieb kaum noch Zeit für eine Sichtung der bereits am Freitagabend veröffentlichten zwölf Songs des für den 11. März 2017 terminierten isländischen Söngvakeppnin,…
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