Inak­zep­ta­bel: SVT macht das Voting kaputt

Als Neben­as­pekt ein­ge­bet­tet in die wenig über­ra­schen­de Ver­kün­dung des NDR, dass die fabu­lö­se Bab­si Schö­ne­ber­ger die­ses Jahr erneut die deut­sche Punk­te­fee spielt und die ale­man­ni­schen Dou­ze Points ver­liest, ließ der Ham­bur­ger Sen­der ges­tern eine Bom­be plat­zen: das schwe­di­sche Fern­se­hen will beim Euro­vi­si­on Song Con­test im Mai die Ver­kün­di­gung des Tele­vo­tings – also der ein­zi­gen wirk­lich maß­geb­li­chen Stim­men – auf die ers­ten zehn Plät­ze beschrän­ken. Die Rän­ge 11 bis 26 sol­len hin­ge­gen zum Auf­takt der Zuschau­er­stim­men­aus­zäh­lung heim­lich, still und lei­se in die Ergeb­nista­bel­le ein­ge­le­sen wer­den. Damit schnei­den die Schwe­den in grob fahr­läs­si­ger Wei­se am wich­tigs­ten und – wie die Ein­schalt­quo­ten seit Jah­ren bele­gen – vom Publi­kum am liebs­ten gese­he­nen Teil der Show her­um und ent­mün­di­gen die Zuschau­er noch wei­ter, als sie es mit den bis­lang ver­kün­de­ten Ände­run­gen am Voting­ver­fah­ren schon getan haben. Und das Gan­ze ohne jeden Sinn und Ver­stand, denn wel­chen Zweck SVT mit die­ser Irr­sinns­ent­schei­dung ver­folgt, will mir beim bes­ten Wil­len nicht ein­leuch­ten.

Der schöns­te Moment der Sen­dung: das Voting

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Schwe­den: Power­vo­ting beim Melo­di­fes­ti­va­len?

Ver­band sich das unschö­ne Phä­no­men des Power­vo­ting, also der Mani­pu­la­ti­on des Tele­vo­tin­g­er­geb­nis­ses durch gekauf­te Mas­sen­an­ru­fe, bis­lang eher mit Staa­ten mit Demo­kra­tie­de­fi­zit wie Aser­bai­dschan und Russ­land, so steht nun das Land der Elche im Fokus des neu­es­ten “Stemme­fusk”-Skan­dals, wie das däni­sche Fern­se­hen DR heu­te unter Bezug auf das schwe­di­sche Afton­bla­ted berich­tet. Dem­zu­fol­ge sei es (so ich die Goog­le-Über­set­zung rich­tig inter­pre­tie­re) mit­hil­fe eines Com­pu­ters und eines spe­zi­ell pro­gram­mier­ten “Robo­ter-Han­dys” mög­lich, bis zu 2.500 Stim­men für einen Mel­lo-Bei­trag abzu­set­zen und so das Voting zu beein­flus­sen. Angeb­lich sei die Tech­nik in den letz­ten Jah­ren bereits zum Ein­satz gekom­men, bezahlt von einem Autoren eines Wett­be­werbs­ti­tels im Melo­di­fes­ti­va­len, der damit sei­nem Song Vor­tei­le ver­schaf­fen woll­te. Es soll eine Tele­fon­rech­nung exis­tie­ren, wel­che die Geschich­te bele­ge.


Ver­pass­te 2013 um nur knapp 2.100 Stim­men den Final­ein­zug: Modern Tal­king Mar­tin Rolink­si

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EBU und TRT gehen in Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen

Die Saga um die (Nicht-) Teil­nah­me der Tür­kei am Euro­vi­si­on Song Con­test geht in die nächs­te Run­de, wie euro­vi­sio­na­ry ges­tern ver­mel­de­te. Nach­dem die EBU ver­gan­ge­ne Woche mehr Trans­pa­renz beim Jury­vo­ting ankün­dig­te, soll es in 14 Tagen in Istan­bul offi­zi­el­le Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Euro­vi­si­ons-Orga­ni­sa­to­ren und dem tür­ki­schen Fern­se­hen TRT über eine mög­li­che Rück­kehr des Lan­des zum Song Con­test geben. “Die geän­der­ten Regeln erhö­hen die Trans­pa­renz hin­sicht­lich der Ergeb­nis­se, nun müs­sen sich die Jurys nach dem Con­test für ihre Abstim­mung recht­fer­ti­gen,” lob­ten Dele­ga­ti­ons­mit­glie­der von TRT zwar, bekräf­tig­ten jedoch zugleich, noch nicht völ­lig zufrie­den zu sein: “Man muss sich nur vor­stel­len, 10 Mil­lio­nen von Fans haben beim Con­test für ein Land ange­ru­fen, und dann kön­nen drei Leu­te die­ses Ergeb­nis kip­pen. Der Ein­fluss der Jury soll­te begrenzt wer­den und die Mei­nung des Publi­kums am meis­ten zäh­len.” Sie erneu­er­ten auch ihre Kri­tik an der “Absur­di­tät” des Big-Five-Pri­vi­legs. Die­se Punk­te sol­len nun in Istan­bul zwi­schen TRT-Inten­dant İbra­him Şahin und der EBU erneut zur Spra­che kom­men. Ein end­gül­ti­ge Ent­schei­dung über die Teil­nah­me der Tür­kei am Euro­vi­si­on Song Con­test 2014 in Kopen­ha­gen fal­le erst danach.


Beschul­di­gen die Ali­y­ews: Yük­sek Sada­kat (TR 2011)

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Split­vo­ting: EBU will die tota­le Trans­pa­renz

Da haben das fort­ge­setz­te Genör­gel der Fans und die Pres­se­be­rich­te über mög­li­chen Stim­men­kauf beim Euro­vi­si­on Song Con­test doch etwas genützt: ab 2014 will die EBU end­lich wie­der die Split­vo­tin­g­er­geb­nis­se ver­öf­fent­li­chen, wie sie heu­te Mor­gen bekannt gab. Und nicht nur das: um die Trans­pa­renz wei­ter zu erhö­hen, sol­len die Namen aller Juro­ren bereits vor dem Con­test, am 1. Mai 2014, bekannt gege­ben wer­den – sowie ihr per­sön­li­ches Abstim­mungs­ver­hal­ten, das heißt das indi­vi­du­el­le Ran­king jedes ein­zel­nen Juro­ren direkt nach dem Fina­le! Damit wis­sen erbos­te Fans künf­tig, wem sie das schlech­te Abschnei­den ihres Lieb­lings­bei­trags nament­lich zu ver­dan­ken haben. Dar­über hin­aus führt die EBU eine zwei­jäh­ri­ge Sperr­frist ein: wer 2012 und / oder 2013 bereits in der Jury saß, darf die­ses Jahr nicht wie­der ran. Wie schon bis­her gilt, dass aus­schließ­lich Radio-DJs, Sän­ger, Kom­po­nis­ten, Text­dich­ter oder Musik­pro­du­zen­ten – soge­nann­te “Pro­fes­sio­nel­le” – Teil einer Jury wer­den dür­fen, die natio­na­len Sen­der für die Ernen­nung zustän­dig blei­ben und die Stim­men der Jury zu 50% zäh­len (neben dem Tele­vo­ting). Ein­zi­ger Wer­muts­trop­fen der Trans­pa­renz­of­fen­si­ve: die von vie­len Fans gefor­der­te nach­träg­li­che Ver­öf­fent­li­chung der Split­vo­tin­g­er­geb­nis­se für 2013 lehnt die EBU wei­ter­hin ab.


Eins der Juryop­fer 2013: Who See und Nina Žižić (ME). Künf­tig ken­nen wir die Schul­di­gen in Per­son

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Tür­kei auch in 2014 nicht dabei

Die Tür­kei schmollt wei­ter: auch 2014 set­ze man beim Euro­vi­si­on Song Con­test aus, wenn nicht die Big-Five-Regel und das Jury­vo­ting sus­pen­diert wür­den, sag­te Ibra­him Sahin, der Gene­ral­di­rek­tor von TRT heu­te, wie escx­tra berich­tet. “Vor einer end­gül­ti­gen Ent­schei­dung wol­len wir abwar­ten, ob nicht noch Ände­run­gen am der­zei­ti­gen Abstim­mungs­ver­fah­ren vor­ge­nom­men wer­den. Es gibt also noch eine Chan­ce, dass wir nächs­tes Jahr teil­neh­men kön­nen,” sag­te er an die EBU gewandt. Wobei die Wahr­schein­lich­keit, dass man dort die kri­ti­sier­ten Rege­lun­gen tat­säch­lich kippt, unge­fähr so groß sein dürf­te wie die Chan­ce auf einen Wahl­sieg Stein­brücks bei der anste­hen­den Bun­des­tags­wahl. Und man mag natür­lich spe­ku­lie­ren, ob nicht ande­re Über­le­gun­gen finan­zi­el­ler oder kul­tu­rel­ler Art hin­ter der erneu­ten Absa­ge der Osma­nen, die bereits 2013 aus­setz­ten, ste­hen. Inhalt­lich hat Sahin aber Recht: die Big-Five-Rege­lung ist unfair. Und die Juro­ren wer­ten seit ihrer Wie­der­ein­füh­rung die Tür­kei vor­sätz­lich her­un­ter – zu die­sem Zweck wur­den sie über­haupt nur instal­liert. Dabei lie­ße sich das Dia­spora­vo­ting, von dem das Land am Bos­po­rus beim Tele­vo­ting über­durch­schnitt­lich stark pro­fi­tiert, mit einer ein­fa­chen tech­ni­schen Maß­nah­me ein­däm­men: indem man pro Tele­fon­an­schluss nur einen Anruf pro Teil­neh­mer­land wer­tet. Aber der EBU gehen halt Ein­nah­men vor Gerech­tig­keit, und so müs­sen wir wohl auch 2014 auf eines der pro­fi­lier­tes­ten Grand-Prix-Län­der ver­zich­ten. Ich fin­de das jam­mer­scha­de!


Könn­te sein Schiff jeder­zeit in mei­nem Hafen ver­sen­ken: Can Bono­mo (TR 2012)

Die Tür­kei fin­det das aktu­el­le Regel­werk unfair und bleibt zuhau­se. Ver­ständ­lich?

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Neue Gerüch­te um Stim­men­kauf

Wie die Fan-Sei­te 12points.tv unter Bezug­nah­me auf einen Bericht der schwe­di­schen Tages­zei­tung Skåns­ka Dag­bla­det berich­tet, soll es beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2013 Ver­su­che gege­ben haben, Jury­stim­men zu kau­fen. Ein nament­lich nicht genann­tes Mit­glied einer Euro­vi­si­ons­de­le­ga­ti­on habe der Zei­tung gegen­über behaup­tet, sowohl von­sei­ten der maze­do­ni­schen wie der aser­bai­dscha­ni­schen Dele­ga­ti­on zum Stim­men­tausch auf­ge­for­dert wor­den zu sein. Auch ein nicht wei­ter spe­zi­fi­zier­tes “süd­eu­ro­päi­sches Land” sei in die Mani­pu­la­ti­ons­ver­su­che invol­viert. Die Maze­do­ni­er wie­sen die Anschul­di­gun­gen als “Schmie­ren­kam­pa­gne” zurück. Siet­se Bak­ker, Pres­se­spre­cher der EBU für den Euro­vi­si­on Song Con­test, sag­te, es gebe kei­ner­lei stich­hal­ti­ge Bewei­se für die anony­men Behaup­tun­gen. Zu den in die­sem Zusam­men­hang eben­falls erneut vor­ge­brach­ten Anschul­di­gun­gen, Aser­bai­dschan betrei­be Power-Voting (beein­flus­se also das Tele­vo­ting durch geziel­te, gekauf­te Anru­fe), bemerk­te er, dies sei juris­tisch nicht zu bean­stan­den, wer­de aber tech­nisch aus­ge­fil­tert.


Nicht genug gezahlt? Farid Mam­ma­dov wur­de “nur” Zwei­ter

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Deut­sche Jury begeis­tert vom schwe­di­schen Jod­ler

Mit­leid mit dem Gast­ge­ber­land oder mit den Genen auf­ge­so­ge­ne Begeis­te­rung für alpi­ne Jodler­klän­ge? Wie sich dem vom NDR heu­te ver­öf­fent­lich­ten Abstim­mungs­er­geb­nis der deut­schen Jury beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2013 ent­neh­men lässt, gaben Lena Mey­er-Land­rut (DE 2010 und 2011), Tim Bendzko, Caro­lin Niemc­zyk (Glas­per­len­spiel), Ali­na Süg­ge­ler (Fri­da Gold) und Volks­mu­sik­i­ko­ne Flo­ri­an Sil­be­rei­sen ihre Dou­ze Points an Robin Stjern­berg (‘You’ – uuuh – ooooh – ooooh – uuuh). Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin Emme­lie de Forest lan­de­te hin­ge­gen ledig­lich auf dem fünf­ten Rang. Da sie ins­ge­samt zehn Punk­te aus Ham­burg bekam, dürf­te sie also von den Zuschau­ern deut­lich mehr Stim­men kas­siert haben. Inter­es­sant auch: Russ­land, das zwei Punk­te aus Deutsch­land erhielt, lag in der Jury­wer­tung auf Rang 16, muss daher eben­falls im Tele­vo­ting gut abge­schnit­ten haben. Hof­fen wir mal, dass der “Stim­men­dieb­stahl” kei­ne per­sön­li­chen Kon­se­quen­zen für unse­re fünf Juro­ren nach sich zieht, die Rus­sen ver­ste­hen da ja kei­nen Spaß! Der deut­sche Gesamt­sie­ger Bye­Alex lag bei den Juro­ren auf Rang 2.


Du-jödel-di ist zwei­tes Futur bei Son­nen­auf­gang!

Wei­ter­le­senDeut­sche Jury begeis­tert vom schwe­di­schen Jod­ler

Stim­men­schum­me­lei? Im Ernst?

Eine neue bri­ti­sche Stu­die för­dert schier Unglaub­li­ches zuta­ge: beim Song Con­test soll es Block­vo­ting geben! Die Welt ist scho­ckiert! Der wie immer gut infor­mier­te Euro­vi­si­onblog berich­tet die­ser Tage von einer aktu­el­len Stu­die eines brit­schen Com­pu­ter­pro­gram­mie­rers: Derek Gathe­rer will mathe­ma­ti­sche Bewei­se für das Bestehen meh­re­rer Län­der­ko­ali­tio­nen zusam­men­ge­tra­gen haben, die sich in auf­fäl­li­ger Wei­se gegen­sei­tig Stim­men zuschö­ben. Ach was!


Wir lie­ben sie: die Voting­pan­nen beim Grand Prix

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