Eurovision Deathmatch #6: Ein Schlafsack und eine Gitarre

Handgeklampfte Gitarren, Lagerfeuerromantik, sommerliche Fröhlichkeit und hoch repetitive Lyrics kennzeichnen die Beiträge der Kombattanten im sechsten Eurovisionsbattle um Leben und Tod. Für das demokratisch unterentwickelte Weißrussland steigt das beim dortigen Vorentscheid von der Jury massiv gegen die Zuschauermehrheit durchgeboxte Folk-Duo Navi in den Ring. Die 2013 in Minsk gegründete Band erzählt uns die ‚Historyja majho žyccia‘, also die Geschichte ihres Lebens – und diese scheint textlich nicht besonders umfangreich zu sein, dafür aber um so schwungvoller: mit 155 BPM liefern die Belarussen den rasantesten Song der Saison ab. Von der Idee her passend wirkt das in einem durchgehenden Take im Wald gedrehte Video, demonstriert es doch die besondere Naturverbundenheit des possierlichen, lockenköpfigen Pärchens, das auf der Klampfe spielend einen Abhang hinunter zu einem kleinen See tollt und dabei vom Funkeln der Sonne in ihrem Blut berichtet. Schade nur, dass sie den Clip noch zum Winterende hin drehen mussten: dem sommerlich-leicht klingenden Lied mit seinen vielen „La la la“s hätte etwas mehr Grün (und etwas mehr von der besungenen Sonne) besser gestanden. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau: die landessprachlich (!) intonierte Weise zählt fraglos zu den Fan-Favoriten dieses Jahrgangs.

Verscheuchen noch die letzten Rehe aus dem Gehölz: Navi (BY)

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Ein Navi-Update für Weißrussland

Die Vorentscheidungssaison 2017 ist noch im vollen Gange, 17 von 43 Titeln fehlen noch, da tauchen bereits die ersten Remixe auf: die bereits im Januar 2017 ausgewählten weißrussischen Repräsentanten Navi haben ihrem possierlichen Folk-Stampfer ‚Historyja majho žyccia‘ einen neuen Anstrich verpasst. Wer, so wie ich, den Song in der Originalfassung sehr mag und nun im Hinblick auf die Tendenz der ehemaligen sowjetischen Semidiktatur zum brachialen Liedumbau das Schlimmste befürchtet, dem kann ich Entwarnung geben. Lediglich das Ende gestaltete man ein μ weniger repetitiv und fügte angeblich noch ein paar Violinen und Dudelsäcke hinzu. Auch meine ich, einen etwas druckvoller rollenden Drumbeat auszumachen, aber da mag ich mich auf der verzweifelten Suche nach einem Unterschied womöglich täuschen. Das Wichtigste jedoch: trotz des neuen Klammerzusatzes ‚Story of my Life‘ im Titel bleibt der Beitrag in der Landessprache, und zwar komplett. Was zu seinem Charme erheblich beiträgt. Sieh und lerne, Albanien!

Für die bessere Mitsingbarkeit: jetzt als Lyric-Video (BY)

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Weißrussland 2017: das feingestimmte Navi der Jury

Auffälliger hätte die Schiebung durch die international besetzte, sendereigene Jury beim gestrigen Vorentscheid in „Europas letzter Diktatur“ Weißrussland nicht ausfallen können. Nach der Vorstellung aller 13 Wettbewerbstitel lag nämlich das Bübchenduo Provokatsiya, eine Art Bros-Gedächtnisband, mit dem entsetzlichen ‚My Love‘ in der SMS-Abstimmung mit weitem Abstand vorne, und das trotz des ohrenbetäubend jauligen, völlig schiefen Gewinsels der beiden Milchfläume, die jedoch zuvor wohl irgendeine Kinder-Castingshow gewannen und auf unermüdlich votende pubertäre Mädchen setzen durften. Doch im Anschluss an die Bekanntgabe dieses Zwischenstands schob der belarussische Sender einen endlos langen Pausenblock mit mindestens 13 weiteren Überbrückungsliedern ein (darunter die neueste Single des 2014er Repräsentanten und gestrigen Moderators Teo, immer noch so schleimig und sexy wie einst), während dem die Juroren sich hinter den Kulissen geschlossen dazu entschieden, die offenbar ungeliebten Publikumsfavoriten sicherheitshalber mit generösen null Punkten (!) zu bedenken und statt ihrer das mittlerweile zum dritten Mal teilnehmende Duo Navi – lediglich Fünfte im Zuschauervoting – nach vorne zu manipulieren.

Please go easy on the Mate-Tee: Navi (BY)

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Perlen der Vorentscheidungen: it’s all your Head

Nicht nur das ukrainische Fernsehen hinkt derzeit mächtig hinter dem Zeitplan her bei der Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest 2017. Auch hier in der aufrechtgehn.de-Zentrale in Frankfurt stapeln sich die noch zu sichtenden Beiträge aus aller Welt – dabei sind wir noch bei Weitem nicht in der Hauptsaison! Aber wann soll man auch die Zeit (und die Leidensbereitschaft) finden, sich durch die Mitschnitte der rund sechzig (!) Live-Auditions zu quälen, die am Mittwoch letzter Woche in Minsk stattfanden und aus denen letztlich 13 Kandidat/innen für die nationale Vorentscheidung Weißrusslands hervorgingen. 13 Kandidat/innen, wie sie egaler nicht sein könnten und von denen nicht eine/r auch nur den Hauch einer Chance auf einen Finaleinzug in Kiew besitzt. Auch bei der Senderjury lagen die Nerven offensichtlich blank: einen Gutteil der sechzig Hoffnungsvollen würgte man mitten im Vortrag mit einem barschen „Spasiba!“ wieder ab. So wie beispielsweise einen äußerst tragischen Herrn mittleren Alters namens Frame, der zu einem bouncenden Disco-Track namens ‚Dance Power‘ die Inkarnation eines schwulen Straußenvogels darbot und vor lauter affektiertem Herumstolzieren mehrfach über seine eigene Zunge stolperte. Als sich dann auch noch seine Startnummer vom unglamourösen Karohemd löste, war’s genug: Sound aus, „Spasiba“, seitlich staksender Abgang. Herrlich!

Ein wenig unentspannt wirkt er, der Herr Frame

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Türkvizyon 2016: auch Polen debütiert

Die Gerüchte existierten schon länger, heute bestätigten sie sich: neben Lettland, Schweden, den Niederlanden und Moldawien treten auch unsere polnischen Nachbarn 2016 erstmals beim osmanischen Gegenentwurf zum Eurovision Song Contest, der Türkvizyon, an. Und auch hier bewahrheitet sich erneut, dass der türkische Eurovisionsableger in besonderer Zahl besonders ehrgeizige Kombattant/innen anzieht, die sich in den verschiedenen nationalen Grand-Prix-Vorentscheidungen noch nicht durchsetzen konnten: Olga Shimanskaya (in deutscher Schreibung: Olga Schimanskaja) vertritt nämlich den Weichselstaat in Istanbul, ihres Zeichens Leadsängerin des weißrussischen (!) Musikprojektes Napoli. Das versuchte es seit 2014 durchgehend beim Vorentscheid in Minsk und erzielte 2016 – da bereits vom Trio zur Solosängerin zusammengeschrumpft – mit dem grauenhaften ‚My Universe‘ und zweiten Platz das beste Ergebnis. Anschließend trat Olga mit dem selben Song auch in Warschau zur ESC-Auswahl an, wo sie allerdings Letzte wurde. Nun also ab zur Türkvizyon – die Tochter einer polnischen Mutter (und von Götz George?) spricht zwar kein Wort Türkisch, freut sich aber dennoch auf ihren Titel ‚Masal gibi bu dünya‘ (‚Die Welt ist wie ein Märchen‘) und will in Istanbul zudem mit einem „ungewöhnlichen Kleid“ punkten, wie sie Eurovoix verriet. Auch beim belarussischen Eurovisionsvorentscheid steht sie 2017 übrigens erneut auf der Teilnehmerliste! Mit ihrer Partizipation ist der Länderrekord der vierten Ausgabe der Türkviyzon wieder hergestellt – vorausgesetzt, der Musiksender TMB schafft es noch, das in achtzehn Tagen angesetzte Event auf die Beine zu stellen. Bislang herrscht nämlich von offizieller Seite immer noch das Schweigen im Walde…

Tolle Kleider tragen kann sie: Schimanskis Olga (Repertoirebeispiel)

Das Ljubav-Gate: wen die Jurys 2016 verhinderten

Nicht nur den rechtmäßigen Sieg des Russen Sergey Lazarev im Finale des Eurovision Song Contest 2016 hat ein kleines Häuflein von 210 willkürlich ausgesuchten Menschen auf dem Gewissen, die mit ihren Entscheidungen den Willen von Millionen (!) von Anrufer/innen aus ganz Europa überstimmen konnten. Wie immer verhinderten die Manipulatoren aus den Jurys auch den Finaleinzug bestimmter Teilnehmer/innen, die ihnen nicht in den Kram passten. Darunter natürlich wieder zwei meiner Lieblingsbeiträge. So unterbanden, wie ich es mir bereits dachte, die Juroren im ersten Semifinale am Dienstag die berechtigte Qualifikation des bosnischen Quartetts mit dem ehemaligen ‚In the Disco‘-Häschen Deen (BA 2004) und dem wunderbar dramatischen ‚Ljubav je‘. Lag es an der das Flüchtlingselend thematisierenden Bühnenshow? Einem Thema übrigens, das auch der veranstaltende Sender SVT in der selben Sendung mit einem hochgelobten Ballett als Pausenact aufgriff. Die politisch wachen und geschmacklich sicheren Zuschauer/innen goutierten das zu Recht und wählten die Bosnier auf Rang acht. Die vertrockneten Geronten von der Juryfront aber begeisterten sich stattdessen für die altbackene, wenn auch zugegebenermaßen sehr starke tschechische Ballade und manipulierten Gabriela Gunčíková ins Finale, wo sie im Televoting komplett punktefrei ausging. Hat sich ja gelohnt, ihr Vollspacken!

Ergreifende Balkanballaden mag die Jury nicht. Sterbt! (BA)

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Zweites Semifinale 2016: der sich den Wolf tanzt

Måns ist sehr enttäuscht“: das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte – im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper möglichst textilfrei der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und wie dankbar bin ich den Schweden dafür, dass sie mit solch einer Leichtigkeit durch diesen Abend führten und die Show mit einem wunderbaren Mini-Musical eröffneten, das uns in vier Minuten darüber aufklärte, was die Eurovision eigentlich ist und dabei so fachlich akkurat wie herrlich selbstironisch daherkam. Der Stimmauszählungs-Überbrückungsact ‚Man vs. Machine‘, eine Art Hommage an die Tanzszenen aus dem Achtzigerjahre-Streifen ‚Nummer 5 lebt‘, fiel gegen das bewegende Flüchtlingsballett vom Dienstag zwar etwas ab, ergab aber dennoch eine schöne Pausenunterhaltung. SVT: 12 Points!

Nicht nur Måns ist enttäuscht – ich ebenso: von der Größe seines, ähm, Wolfs!

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Bestätigt: nur die ersten zehn Plätze werden verlesen

Wie eurofire auf Nachfrage von der EBU erfahren hat, werden beim Eurovision Song Contest 2016 tatsächlich nur die ersten zehn Plätze im Televoting vorgelesen. Die Ränge 26 bis 11 sollen lediglich auf dem Scoreboard angezeigt werden. Immerhin will man die Ergebnisse wohl nicht gebündelt auf einmal einblenden, sondern so, dass sie vom Zuschauer noch nachvollzogen werden können. In welchem Tempo das vonstatten gehen soll, ließ die EBU jedoch offen, wie eurofire schreibt. Zu vermuten steht, dass die nationalen Kommentatoren die kumulierten Zuschauerpunkte für das eigene Land gesondert erwähnen, wenn dieses nicht unter den Top Ten landet, also beispielsweise Peter Urban die zu erwartenden zirka 23 Punkte für Jamie Lee Kriewitz ansagt. Insgesamt bleibt das Verfahren damit aber aus meiner Sicht völlig inakzeptabel – warum die Gastgeber Petra Mede und Måns Zelmerlöw nicht einfach alle 26 Ergebnisse verlesen, kann ich nicht nachvollziehen. Zumal dies im Vergleich zur Gesamtsendedauer des Finales von dreieinhalb Stunden nur Bruchteile von Zeit kostet und man das wesentlich irrelevantere Juryvoting zuvor in epischer Breite mit der persönlichen Abfrage bei 43 Ländersprechern zelebriert. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit von Anpassungen an sich verändernde Sehgewohnheiten und eine bessere Show-Dramaturgie: hier überschreitet die EBU für mein Empfinden eine Grenze. Ich kann daher nur auf eine breite, laut geäußerte kollektive Entrüstung hoffen, damit die verantwortliche Reference Group diesen Unfug wenigstens 2017 wieder korrigiert.

Dürften sang- und klanglos in der Tabelle verschwinden: die Punkte für Jamie Lee (DE)

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Gans oder gar nicht: mehr nackte Tatsachen aus Belarus

881de81f2cbe2c451ff00f150cb998a5 (1)Der geneigte Leser meines Blogs erinnert sich sicherlich noch mit Schaudern an die Androhung des diesjährigen weißrussischen Vertreters Ivan, in Stockholm nackt und in Begleitung zweier Wölfe auftreten zu wollen. Ein Ansinnen, das er trotz entsprechender Hinweise aus EBU-Kreisen auf das strikte Verbot von Tieren auf der Eurovisionbühne, seien es nun Wölfe oder Aale, angeblich weiterhin mit Vehemenz verfolgt. Und für das er nun Unterstützung von seinem Mitbewerber Vitaly Karpanov erhält. Der hatte es mit seiner Band Drozdy und einem Loblied auf die ‚Provinz‘ ebenfalls in der Vorrunde des diesjährigen weißrussischen Vorauswahlverfahrens versucht, es aber nicht bis ins Finale geschafft. Als Geste der Solidarität zog er sich für ein Fotoshooting nun ebenfalls aus und posierte mit Gänsen – eine der drei gefiederten Damen mit Namen Valera hatte er bei seinem (seinerzeit noch bekleideten) Vorentscheidungsauftritt bereits mit auf der Bühne. Mit der Aktion wolle Vitaly nach eigenen Worten neben dem Protest gegen die prüde EBU auch für die weißrussische Landwirtschaft werben, weswegen er nun noch Valeras Gänse-Kolleginnen Ilona und Snezhana hinzuholte, die allerdings auch nicht so glücklich dreinschauen. Welche Drogen nehmen die da nur in Belarus?

Stroke the Chicken: die Weißrussen haben’s gerne mit Tieren

Nackte graue Disco-Wölfe tanzen im Gewitter

Fantastische Nachrichten kommen aus San Marino: der türkischstämmige Serhat Hacıpaşalıoğlu, der die Miniatur-Republik in Stockholm vertritt, hörte auf die Stimme der Vernunft der Fans und tritt mit der fabelhaft campen Disco-Version seines Titels ‚I didn’t know‘ an. Die eher im Bar-Jazz beheimatete Orginalversion des sanmarinesischen Beitrags erntete bislang (völlig zu Recht) überwiegend negative Kritik, während der kurze Zeit später veröffentlichte, hemmungslos discofizierte Remix klassisch veranlagte Grand-Prix-Elsen wie mich natürlich in pure Verzückung versetzte. Diese strahlte über die sozialen Medien auch auf den Künstler zurück, und so ersuchte das Team um den Ex-Mode-Zar Thierry Mugler die EBU, den Song trotz abgelaufener Deadline noch gegen die beliebtere Fassung (die noch immer die lustige Zeile „I wanna pee inside your Mind“ enthält) austauschen zu dürfen. Und da niemand der hoch infektiösen Kraft der rotierenden Spiegelkugel zu widerstehen vermag, sagte diese natürlich „ja“. Juchhu! Serhats Chancen auf einen Finaleinzug dürften sich hierdurch zwar nur marginal verbessern, aber zumindest gibt er den Fans nun, was sie wollen und begehren. Und dafür kann man dem Mann nicht genug danken!

Camp as a Row of Tents: Serhat führt uns in die gute alte Disco-Ära zurück (SM)

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Lukaschenko, hilf ihm fliegen! (BY 2016)

Das kommt dabei heraus, wenn man ein jahrzehntelang an die Diktatur gewöhntes Volk urplötzlich in die Demokratie entlässt. Nachdem bei der weißrussischen Vorentscheidung seit Menschengedenken fischige Jury-Entscheidungen und nachträgliche Eingriffe ins Ergebnis an der Tagesordnung waren, legte man in diesem Jahr die Entscheidung über den belarussischen Eurovisionsbeitrag alleine in die Hände der Televoter. Die zeigten sich erwartungsgemäß der Aufgabe nicht gewachsen und wählten einen langhaarigen, supernasigen Mike-Krüger-Imitatoren namens Alexander Ivanov zu ihrem Vertreter. Ivan, wie er sich für die Eurovision nennt, krächzt ein hirnstarreödes Poprockliedchen mit dem Titel ‚Help you fly‘. Das einzige, was Ivan (ver-)fliegen lässt, ist allerdings meine Geduld: der Impuls, den Aus-Knopf beziehungsweise die Skip-Taste zu drücken, kommt hier schon nach drei Sekunden. Der etwas linkisch auf der Bühne herumtapernde blonde Schlacks lag während der dreißigminütigen Abstimmungsphase, deren Zwischenergebnisse der Sender öfters einblendete, übrigens lange Zeit auf Rang 2 und überholte erst auf der Zielgeraden.

Wie der uneheliche Sohn von Otto und Mike Krüger: Ivan (BY)

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Perlen der Vorentscheidungen: mir schwant Übles

Am gestrigen Dienstag ging in Minsk der zweite Teil des Vorsingens für den Vorentscheid Weißrusslands über die Bühne. Noch einmal rund 30 Hoffnungslose präsentierten sich im Sendestudio von BTRC und bewiesen neben unterirdischen Englischkenntnissen und fragwürdigem Klamottengeschmack vor allem großes stimmliches Unvermögen. Oder hatte der Tontechniker einen schlechten Tag? Jedenfalls jaulte die große Mehrzahl der Bewerber/innen derartig schief, dass einem das Ohrenschmalz gerann. Wenig Ausbeute gab es diesmal für den Trashfreund, und so ist vor allem die Band Drozdy lobend hervorzuheben: ein Quartett junger Herren in schauderhaft gemusterten Leggings, die zu einem akkordeongetriebenen Turbofolkstampfer lustig über die Bühne hüpften. Wohl, um vom grottigen Gesang abzulenken, zerrte der Frontmann nach ungefähr zwei Minuten einen pikiert dreinblickenden Schwan aus einer mitgebrachten Box, den er für die restlichen 60 Sekunden an sich presste und – Schock für alle Tierschützer – gar noch am Hals würgte. Ist das ein neuer Fetisch: Sado-Sodomie?

Sind solche Hosen nicht schon seit 20 Jahren verboten?

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