Ein Navi-Update für Weiß­russ­land

Die Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2017 ist noch im vol­len Gan­ge, 17 von 43 Titeln feh­len noch, da tau­chen bereits die ers­ten Remi­xe auf: die bereits im Janu­ar 2017 aus­ge­wähl­ten weiß­rus­si­schen Reprä­sen­tan­ten Navi haben ihrem pos­sier­li­chen Folk-Stamp­fer ‘Histo­ry­ja majho žyccia’ einen neu­en Anstrich ver­passt. Wer, so wie ich, den Song in der Ori­gi­nal­fas­sung sehr mag und nun im Hin­blick auf die Ten­denz der ehe­ma­li­gen sowje­ti­schen Sem­idik­ta­tur zum bra­chia­len Lied­um­bau das Schlimms­te befürch­tet, dem kann ich Ent­war­nung geben. Ledig­lich das Ende gestal­te­te man ein μ weni­ger repe­ti­tiv und füg­te angeb­lich noch ein paar Vio­li­nen und Dudel­sä­cke hin­zu. Auch mei­ne ich, einen etwas druck­vol­ler rol­len­den Drum­beat aus­zu­ma­chen, aber da mag ich mich auf der ver­zwei­fel­ten Suche nach einem Unter­schied womög­lich täu­schen. Das Wich­tigs­te jedoch: trotz des neu­en Klam­mer­zu­sat­zes ‘Sto­ry of my Life’ im Titel bleibt der Bei­trag in der Lan­des­spra­che, und zwar kom­plett. Was zu sei­nem Charme erheb­lich bei­trägt. Sieh und ler­ne, Alba­ni­en!

Für die bes­se­re Mit­sing­bar­keit: jetzt als Lyric-Video (BY)

Zum Direkt­ver­gleich: die alte Fas­sung

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Weiß­russ­land 2017: das fein­ge­stimm­te Navi der Jury

Auf­fäl­li­ger hät­te die Schie­bung durch die inter­na­tio­nal besetz­te, sen­der­ei­ge­ne Jury beim gest­ri­gen Vor­ent­scheid in “Euro­pas letz­ter Dik­ta­tur” Weiß­russ­land nicht aus­fal­len kön­nen. Nach der Vor­stel­lung aller 13 Wett­be­werbs­ti­tel lag näm­lich das Büb­chen­duo Pro­vo­katsi­ya, eine Art Bros-Gedächt­nis­band, mit dem ent­setz­li­chen ‘My Love’ in der SMS-Abstim­mung mit wei­tem Abstand vor­ne, und das trotz des ohren­be­täu­bend jau­li­gen, völ­lig schie­fen Gewin­sels der bei­den Milch­fläu­me, die jedoch zuvor wohl irgend­ei­ne Kin­der-Cas­ting­show gewan­nen und auf uner­müd­lich voten­de puber­tä­re Mäd­chen set­zen durf­ten. Doch im Anschluss an die Bekannt­ga­be die­ses Zwi­schen­stands schob der bela­rus­si­sche Sen­der einen end­los lan­gen Pau­sen­block mit min­des­tens 13 wei­te­ren Über­brü­ckungs­lie­dern ein (dar­un­ter die neu­es­te Sin­gle des 2014er Reprä­sen­tan­ten und gest­ri­gen Mode­ra­tors Teo, immer noch so schlei­mig und sexy wie einst), wäh­rend dem die Juro­ren sich hin­ter den Kulis­sen geschlos­sen dazu ent­schie­den, die offen­bar unge­lieb­ten Publi­kums­fa­vo­ri­ten sicher­heits­hal­ber mit gene­rö­sen null Punk­ten (!) zu beden­ken und statt ihrer das mitt­ler­wei­le zum drit­ten Mal teil­neh­men­de Duo Navi – ledig­lich Fünf­te im Zuschau­er­vo­ting – nach vor­ne zu mani­pu­lie­ren.

Plea­se go easy on the Mate-Tee: Navi (BY)

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: it’s all your Head

Nicht nur das ukrai­ni­sche Fern­se­hen hinkt der­zeit mäch­tig hin­ter dem Zeit­plan her bei der Vor­be­rei­tung auf den Euro­vi­si­on Song Con­test 2017. Auch hier in der aufrechtgehn.de-Zentrale in Frank­furt sta­peln sich die noch zu sich­ten­den Bei­trä­ge aus aller Welt – dabei sind wir noch bei Wei­tem nicht in der Haupt­sai­son! Aber wann soll man auch die Zeit (und die Lei­dens­be­reit­schaft) fin­den, sich durch die Mit­schnit­te der rund sech­zig (!) Live-Audi­tions zu quä­len, die am Mitt­woch letz­ter Woche in Minsk statt­fan­den und aus denen letzt­lich 13 Kandidat/innen für die natio­na­le Vor­ent­schei­dung Weiß­russ­lands her­vor­gin­gen. 13 Kandidat/innen, wie sie ega­ler nicht sein könn­ten und von denen nicht eine/r auch nur den Hauch einer Chan­ce auf einen Final­ein­zug in Kiew besitzt. Auch bei der Sen­der­ju­ry lagen die Ner­ven offen­sicht­lich blank: einen Gut­teil der sech­zig Hoff­nungs­vol­len würg­te man mit­ten im Vor­trag mit einem bar­schen “Spa­si­ba!” wie­der ab. So wie bei­spiels­wei­se einen äußerst tra­gi­schen Herrn mitt­le­ren Alters namens Frame, der zu einem boun­cen­den Dis­co-Track namens ‘Dance Power’ die Inkar­na­ti­on eines schwu­len Strau­ßen­vo­gels dar­bot und vor lau­ter affek­tier­tem Her­um­stol­zie­ren mehr­fach über sei­ne eige­ne Zun­ge stol­per­te. Als sich dann auch noch sei­ne Start­num­mer vom ungla­mou­rö­sen Karo­hemd lös­te, war’s genug: Sound aus, “Spa­si­ba”, seit­lich stak­sen­der Abgang. Herr­lich!

Ein wenig unent­spannt wirkt er, der Herr Frame

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Türk­vi­zyon 2016: auch Polen debü­tiert

Die Gerüch­te exis­tier­ten schon län­ger, heu­te bestä­tig­ten sie sich: neben Lett­land, Schwe­den, den Nie­der­lan­den und Mol­da­wi­en tre­ten auch unse­re pol­ni­schen Nach­barn 2016 erst­mals beim osma­ni­schen Gegen­ent­wurf zum Euro­vi­si­on Song Con­test, der Türk­vi­zyon, an. Und auch hier bewahr­hei­tet sich erneut, dass der tür­ki­sche Euro­vi­si­ons­ab­le­ger in beson­de­rer Zahl beson­ders ehr­gei­zi­ge Kombattant/innen anzieht, die sich in den ver­schie­de­nen natio­na­len Grand-Prix-Vor­ent­schei­dun­gen noch nicht durch­set­zen konn­ten: Olga Shi­m­ans­ka­ya (in deut­scher Schrei­bung: Olga Schi­m­ans­ka­ja) ver­tritt näm­lich den Weich­sel­staat in Istan­bul, ihres Zei­chens Lead­sän­ge­rin des weiß­rus­si­schen (!) Musik­pro­jek­tes Napo­li. Das ver­such­te es seit 2014 durch­ge­hend beim Vor­ent­scheid in Minsk und erziel­te 2016 – da bereits vom Trio zur Solo­sän­ge­rin zusam­men­ge­schrumpft – mit dem grau­en­haf­ten ‘My Uni­ver­se’ und zwei­ten Platz das bes­te Ergeb­nis. Anschlie­ßend trat Olga mit dem sel­ben Song auch in War­schau zur ESC-Aus­wahl an, wo sie aller­dings Letz­te wur­de. Nun also ab zur Türk­vi­zyon – die Toch­ter einer pol­ni­schen Mut­ter (und von Götz Geor­ge?) spricht zwar kein Wort Tür­kisch, freut sich aber den­noch auf ihren Titel ‘Masal gibi bu dünya’ (‘Die Welt ist wie ein Mär­chen’) und will in Istan­bul zudem mit einem “unge­wöhn­li­chen Kleid” punk­ten, wie sie Euro­voix ver­riet. Auch beim bela­rus­si­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid steht sie 2017 übri­gens erneut auf der Teil­neh­mer­lis­te! Mit ihrer Par­ti­zi­pa­ti­on ist der Län­der­re­kord der vier­ten Aus­ga­be der Türk­vi­y­zon wie­der her­ge­stellt – vor­aus­ge­setzt, der Musik­sen­der TMB schafft es noch, das in acht­zehn Tagen ange­setz­te Event auf die Bei­ne zu stel­len. Bis­lang herrscht näm­lich von offi­zi­el­ler Sei­te immer noch das Schwei­gen im Wal­de…

Tol­le Klei­der tra­gen kann sie: Schi­m­anskis Olga (Reper­toire­bei­spiel)

Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 ver­hin­der­ten

Nicht nur den recht­mä­ßi­gen Sieg des Rus­sen Ser­gey Laza­rev im Fina­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 hat ein klei­nes Häuf­lein von 210 will­kür­lich aus­ge­such­ten Men­schen auf dem Gewis­sen, die mit ihren Ent­schei­dun­gen den Wil­len von Mil­lio­nen (!) von Anrufer/innen aus ganz Euro­pa über­stim­men konn­ten. Wie immer ver­hin­der­ten die Mani­pu­la­to­ren aus den Jurys auch den Final­ein­zug bestimm­ter Teilnehmer/innen, die ihnen nicht in den Kram pass­ten. Dar­un­ter natür­lich wie­der zwei mei­ner Lieb­lings­bei­trä­ge. So unter­ban­den, wie ich es mir bereits dach­te, die Juro­ren im ers­ten Semi­fi­na­le am Diens­tag die berech­tig­te Qua­li­fi­ka­ti­on des bos­ni­schen Quar­tetts mit dem ehe­ma­li­gen ‘In the Dis­co’-Häs­chen Deen (BA 2004) und dem wun­der­bar dra­ma­ti­schen ‘Lju­bav je’. Lag es an der das Flücht­lings­elend the­ma­ti­sie­ren­den Büh­nen­show? Einem The­ma übri­gens, das auch der ver­an­stal­ten­de Sen­der SVT in der sel­ben Sen­dung mit einem hoch­ge­lob­ten Bal­lett als Pau­se­nact auf­griff. Die poli­tisch wachen und geschmack­lich siche­ren Zuschauer/innen gou­tier­ten das zu Recht und wähl­ten die Bos­ni­er auf Rang acht. Die ver­trock­ne­ten Geron­ten von der Jury­front aber begeis­ter­ten sich statt­des­sen für die alt­ba­cke­ne, wenn auch zuge­ge­be­ner­ma­ßen sehr star­ke tsche­chi­sche Bal­la­de und mani­pu­lier­ten Gabrie­la Gun­čí­ko­vá ins Fina­le, wo sie im Tele­vo­ting kom­plett punk­te­frei aus­ging. Hat sich ja gelohnt, ihr Voll­s­pa­cken!

Ergrei­fen­de Bal­kan­bal­la­den mag die Jury nicht. Sterbt! (BA)

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Zwei­tes Semi­fi­na­le 2016: der sich den Wolf tanzt

Måns ist sehr ent­täuscht”: das war er, der Satz des Abends, gespro­chen vom deut­schen Kom­men­ta­tor Peter Urban, nach­dem Gast­ge­be­rin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auf­tritt des Weiß­rus­sen Ivan infor­mier­te, dass die­ser ursprüng­lich nackt und in Beglei­tung von Wöl­fen zu per­for­men gedach­te, was die EBU im Hin­blick auf die Regeln lei­der ver­bie­ten muss­te. Zum Miss­fal­len des komo­de­rie­ren­den Vor­jah­res­sie­gers, der gera­de hin­ter Petra die Büh­ne enter­te – im Adams­kos­tüm, lei­der mit einem stra­te­gisch plat­zier­ten Plü­sch­wolf vor dem Gemächt. Wie dank­bar bin ich dem Schwe­den dafür, dass er ein der­ge­stalt scham­los selbst­ver­lieb­ter, zei­ge­freu­di­ger Exhi­bi­tio­nist ist, der wirk­lich kei­ne Gele­gen­heit aus­lässt, sei­nen durch­trai­nier­ten Kör­per mög­lichst tex­tilfrei der Öffent­lich­keit zu prä­sen­tie­ren. Und wie dank­bar bin ich den Schwe­den dafür, dass sie mit solch einer Leich­tig­keit durch die­sen Abend führ­ten und die Show mit einem wun­der­ba­ren Mini-Musi­cal eröff­ne­ten, das uns in vier Minu­ten dar­über auf­klär­te, was die Euro­vi­si­on eigent­lich ist und dabei so fach­lich akku­rat wie herr­lich selbst­iro­nisch daher­kam. Der Stimm­aus­zäh­lungs-Über­brü­ckungs­act ‘Man vs. Machi­ne’, eine Art Hom­mage an die Tanz­sze­nen aus dem Acht­zi­ger­jah­re-Strei­fen ‘Num­mer 5 lebt’, fiel gegen das bewe­gen­de Flücht­lings­bal­lett vom Diens­tag zwar etwas ab, ergab aber den­noch eine schö­ne Pau­sen­un­ter­hal­tung. SVT: 12 Points!

Nicht nur Måns ist ent­täuscht – ich eben­so: von der Grö­ße sei­nes, ähm, Wolfs!

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Bestä­tigt: nur die ers­ten zehn Plät­ze wer­den ver­le­sen

Wie euro­fire auf Nach­fra­ge von der EBU erfah­ren hat, wer­den beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 tat­säch­lich nur die ers­ten zehn Plät­ze im Tele­vo­ting vor­ge­le­sen. Die Rän­ge 26 bis 11 sol­len ledig­lich auf dem Scoreboard ange­zeigt wer­den. Immer­hin will man die Ergeb­nis­se wohl nicht gebün­delt auf ein­mal ein­blen­den, son­dern so, dass sie vom Zuschau­er noch nach­voll­zo­gen wer­den kön­nen. In wel­chem Tem­po das von­stat­ten gehen soll, ließ die EBU jedoch offen, wie euro­fire schreibt. Zu ver­mu­ten steht, dass die natio­na­len Kom­men­ta­to­ren die kumu­lier­ten Zuschau­er­punk­te für das eige­ne Land geson­dert erwäh­nen, wenn die­ses nicht unter den Top Ten lan­det, also bei­spiels­wei­se Peter Urban die zu erwar­ten­den zir­ka 23 Punk­te für Jamie Lee Krie­witz ansagt. Ins­ge­samt bleibt das Ver­fah­ren damit aber aus mei­ner Sicht völ­lig inak­zep­ta­bel – war­um die Gast­ge­ber Petra Mede und Måns Zelmerlöw nicht ein­fach alle 26 Ergeb­nis­se ver­le­sen, kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Zumal dies im Ver­gleich zur Gesamt­sen­de­dau­er des Fina­les von drei­ein­halb Stun­den nur Bruch­tei­le von Zeit kos­tet und man das wesent­lich irrele­van­te­re Jury­vo­ting zuvor in epi­scher Brei­te mit der per­sön­li­chen Abfra­ge bei 43 Län­der­spre­chern zele­briert. Bei allem Ver­ständ­nis für die Not­wen­dig­keit von Anpas­sun­gen an sich ver­än­dern­de Seh­ge­wohn­hei­ten und eine bes­se­re Show-Dra­ma­tur­gie: hier über­schrei­tet die EBU für mein Emp­fin­den eine Gren­ze. Ich kann daher nur auf eine brei­te, laut geäu­ßer­te kol­lek­ti­ve Ent­rüs­tung hof­fen, damit die ver­ant­wort­li­che Refe­rence Group die­sen Unfug wenigs­tens 2017 wie­der kor­ri­giert.

Dürf­ten sang- und klang­los in der Tabel­le ver­schwin­den: die Punk­te für Jamie Lee (DE)

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Gans oder gar nicht: mehr nack­te Tat­sa­chen aus Bela­rus

881de81f2cbe2c451ff00f150cb998a5 (1)Der geneig­te Leser mei­nes Blogs erin­nert sich sicher­lich noch mit Schau­dern an die Andro­hung des dies­jäh­ri­gen weiß­rus­si­schen Ver­tre­ters Ivan, in Stock­holm nackt und in Beglei­tung zwei­er Wöl­fe auf­tre­ten zu wol­len. Ein Ansin­nen, das er trotz ent­spre­chen­der Hin­wei­se aus EBU-Krei­sen auf das strik­te Ver­bot von Tie­ren auf der Euro­vi­si­onbüh­ne, sei­en es nun Wöl­fe oder Aale, angeb­lich wei­ter­hin mit Vehe­menz ver­folgt. Und für das er nun Unter­stüt­zung von sei­nem Mit­be­wer­ber Vita­ly Kar­pa­nov erhält. Der hat­te es mit sei­ner Band Droz­dy und einem Lob­lied auf die ‘Pro­vinz’ eben­falls in der Vor­run­de des dies­jäh­ri­gen weiß­rus­si­schen Vor­auswahl­ver­fah­rens ver­sucht, es aber nicht bis ins Fina­le geschafft. Als Ges­te der Soli­da­ri­tät zog er sich für ein Foto­shoo­ting nun eben­falls aus und posier­te mit Gän­sen – eine der drei gefie­der­ten Damen mit Namen Vale­ra hat­te er bei sei­nem (sei­ner­zeit noch beklei­de­ten) Vor­ent­schei­dungs­auf­tritt bereits mit auf der Büh­ne. Mit der Akti­on wol­le Vita­ly nach eige­nen Wor­ten neben dem Pro­test gegen die prü­de EBU auch für die weiß­rus­si­sche Land­wirt­schaft wer­ben, wes­we­gen er nun noch Vale­ras Gän­se-Kol­le­gin­nen Ilo­na und Snezha­na hin­zu­hol­te, die aller­dings auch nicht so glück­lich drein­schau­en. Wel­che Dro­gen neh­men die da nur in Bela­rus?

Stro­ke the Chi­cken: die Weiß­rus­sen haben’s ger­ne mit Tie­ren

Nack­te graue Dis­co-Wöl­fe tan­zen im Gewit­ter

Fan­tas­ti­sche Nach­rich­ten kom­men aus San Mari­no: der tür­kisch­stäm­mi­ge Ser­hat Hacıpaşalıoğlu, der die Minia­tur-Repu­blik in Stock­holm ver­tritt, hör­te auf die Stim­me der Ver­nunft der Fans und tritt mit der fabel­haft cam­pen Dis­co-Ver­si­on sei­nes Titels ‘I did­n’t know’ an. Die eher im Bar-Jazz behei­ma­te­te Orgi­nal­ver­si­on des san­ma­ri­ne­si­schen Bei­trags ern­te­te bis­lang (völ­lig zu Recht) über­wie­gend nega­ti­ve Kri­tik, wäh­rend der kur­ze Zeit spä­ter ver­öf­fent­lich­te, hem­mungs­los dis­co­fi­zier­te Remix klas­sisch ver­an­lag­te Grand-Prix-Elsen wie mich natür­lich in pure Ver­zü­ckung ver­setz­te. Die­se strahl­te über die sozia­len Medi­en auch auf den Künst­ler zurück, und so ersuch­te das Team um den Ex-Mode-Zar Thier­ry Mug­ler die EBU, den Song trotz abge­lau­fe­ner Dead­line noch gegen die belieb­te­re Fas­sung (die noch immer die lus­ti­ge Zei­le “I wan­na pee insi­de your Mind” ent­hält) aus­tau­schen zu dür­fen. Und da nie­mand der hoch infek­tiö­sen Kraft der rotie­ren­den Spie­gel­ku­gel zu wider­ste­hen ver­mag, sag­te die­se natür­lich “ja”. Juch­hu! Serhats Chan­cen auf einen Final­ein­zug dürf­ten sich hier­durch zwar nur mar­gi­nal ver­bes­sern, aber zumin­dest gibt er den Fans nun, was sie wol­len und begeh­ren. Und dafür kann man dem Mann nicht genug dan­ken!

Camp as a Row of Tents: Ser­hat führt uns in die gute alte Dis­co-Ära zurück ℠

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Luka­schen­ko, hilf ihm flie­gen! (BY 2016)

Das kommt dabei her­aus, wenn man ein jahr­zehn­te­lang an die Dik­ta­tur gewöhn­tes Volk urplötz­lich in die Demo­kra­tie ent­lässt. Nach­dem bei der weiß­rus­si­schen Vor­ent­schei­dung seit Men­schen­ge­den­ken fischi­ge Jury-Ent­schei­dun­gen und nach­träg­li­che Ein­grif­fe ins Ergeb­nis an der Tages­ord­nung waren, leg­te man in die­sem Jahr die Ent­schei­dung über den bela­rus­si­schen Euro­vi­si­ons­bei­trag allei­ne in die Hän­de der Tele­vo­ter. Die zeig­ten sich erwar­tungs­ge­mäß der Auf­ga­be nicht gewach­sen und wähl­ten einen lang­haa­ri­gen, super­na­si­gen Mike-Krü­ger-Imi­ta­to­ren namens Alex­an­der Iva­nov zu ihrem Ver­tre­ter. Ivan, wie er sich für die Euro­vi­si­on nennt, krächzt ein hirn­star­re­ödes Poprock­lied­chen mit dem Titel ‘Help you fly’. Das ein­zi­ge, was Ivan (ver-)fliegen lässt, ist aller­dings mei­ne Geduld: der Impuls, den Aus-Knopf bezie­hungs­wei­se die Skip-Tas­te zu drü­cken, kommt hier schon nach drei Sekun­den. Der etwas lin­kisch auf der Büh­ne her­um­ta­pern­de blon­de Schlacks lag wäh­rend der drei­ßig­mi­nü­ti­gen Abstim­mungs­pha­se, deren Zwi­schen­er­geb­nis­se der Sen­der öfters ein­blen­de­te, übri­gens lan­ge Zeit auf Rang 2 und über­hol­te erst auf der Ziel­ge­ra­den.

Wie der unehe­li­che Sohn von Otto und Mike Krü­ger: Ivan (BY)

Wei­ter­le­senLuka­schen­ko, hilf ihm flie­gen! (BY 2016)