Per­len der Vor­ent­schei­dung: war­um, Weiß­russ­land?

Ver­gan­ge­nen Don­ners­tag fand das Semi­fi­na­le der weiß­rus­si­schen Vor­ent­schei­dung Euro­fest statt, in wel­cher das Publi­kum und eine Jury zehn von ursprüng­lich 15 Kan­di­da­ten eli­mi­nier­te. Dar­un­ter auch den ein­zi­gen (!) nen­nens­wer­ten Bei­trag des ansons­ten unglaub­lich nichts­sa­gen­den Vor­ent­schei­dungsrei­gens, die ‘Mes­sa­ge to the World’ der Band Thril­ler. Ich weiß, das mag vom Titel her klin­gen wie etwas aus dem Hau­se Sie­gel & Mei­nun­ger. Und text­lich trifft das auch sicher zu – auch wenn sich, der ost­eu­ro­pa­ty­ischen Aus­spra­che der blon­den Lead­sän­ge­rin sei Dank, nur ein­zel­ne Bruch­stü­cke davon erra­ten las­sen. Musi­ka­lisch aber weiß die Num­mer zu über­ra­schen, wie bereits der gro­ße Roy Dela­ney so schön beschrieb: “Es beginnt mit dem lan­gen, sich nur sehr gemäch­lich auf­bau­en­den Intro einer Ibi­za-Rave-Num­mer. Und gera­de, wenn man glaubt, jetzt geht’s rich­tig los… Nun, es geht los, aber in eine völ­lig ande­re Rich­tung als erwar­tet. Und nach wei­te­ren 40 Sekun­den über­rascht Dich der Song noch­mal.”

httpv://youtu.be/gGT1EDbiD5I
Lei­der nicht dabei: Café del Mar trifft Six4One (Thril­ler)

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Born again in Belo­rus­sia

Heu­te gab das weiß­rus­si­sche Fern­se­hen die fünf­zehn Teil­neh­mer der ers­ten Vor­ent­schei­dungs­run­de des Euro­fests am 21.12. bekannt. Mit dabei ist auch wie­der die fabel­haf­te Ana­sta­si­ya Vin­ni­ko­va, die uns 2011 mit dem unglaub­li­chen ‘Born in Belo­rus­sia’ (wel­ches dann lei­der aus irgend­wel­chen alber­nen Grün­den dis­qua­li­fi­ziert wur­de) zu Begeis­te­rungs­stür­men hin­riss und in Düs­sel­dorf mit dem fast eben­so trash­tas­ti­quen ‘I love Bela­rus’ im Semi an den bis ins sieb­te Glied ver­flucht sein sol­len­den Jurys schei­ter­te. Ihr neu­er Song heißt ‘Shi­ning in Twi­light’ und ver­spricht wie­der­um uptem­po­rier­ten Dis­co­trash ers­ter Güte. Unter den Kon­kur­ren­ten befin­den sich eini­ge alte Bekann­te, wie die Grup­pe Lite­sound, die schon etli­che Anläu­fe nahm und mit ‘We are the Heroes’ zumin­dest the­ma­tisch auf Ana­sta­si­yas Spu­ren wan­delt. Nur fünf der 15 Kan­di­da­ten kom­men ins Fina­le, das im Janu­ar statt­fin­den soll. Jeden­falls bie­tet mir die­se Mel­dung einen hoch will­kom­me­nen Anlass, noch­mal Frau Vin­ni­ko­vas Patrio­tis­mus-Klop­per aus der letz­ten Sai­son zu prä­sen­tie­ren, was hier­mit gesche­he:

httpv://youtu.be/wx6ou6iDosg
Back to the USSR: das Ori­gi­nal

httpv://www.youtube.com/watch?v=frhQMuyH0lg
Got you deep insi­de: der ESC-Bei­trag

Got it deep insi­de (BY 2011)

Ende Febru­ar wähl­te die fins­te­re Halb­dik­ta­tur Weiß­russ­land (aka Bela­rus) in einem strik­ten Jury­ent­scheid ihren Bei­trag für Düs­sel­dorf: eine aller­liebs­te, wun­der­bar tra­shi­ge Acht­zi­ger­jah­re-Euro­dis­co-Uptem­po­num­mer mit dem selbst­re­fe­ren­ti­el­len Titel ‘Born in Belo­rus­sia (USSR Time)’. Das war wohl Luka­schen­kos musi­ka­li­sches Bewer­bungs­schrei­ben für die Wie­der­ver­ei­ni­gung mit dem Mut­ter­land Russ­land. Nach Geme­cker über den “polit­schen” Text und einen angeb­li­chen Regel­ver­stoß zog das Land den Song zu mei­nem gro­ßen Bedau­ern zurück (Luka­schen­ko hät­te ich dicke­re Eier zuge­traut). Und ersetz­te ihn durch einen neu­en, ähn­lich dis­co­t­as­ti­schen, mit dem nicht min­der sub­ti­len Titel ‘I love Bela­rus’! Geschrie­ben vom sel­ben Autoren und dar­ge­bo­ten von der­sel­ben Inter­pre­tin, Ana­sta­si­ya Vin­ni­ko­va. Und damit ste­hen alle 43 Bei­trä­ge für Düs­sel­dorf end­lich fest!

httpv://www.youtube.com/watch?v=Asz9f-9SxiE
Das Land, wo Euro­dance lebt: I love Bela­rus!

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Bela­rus 2010: Dein Flüs­tern ver­spricht Licht

Eine lus­ti­ge Dik­ta­tur, die­ses Weiß­russ­land! Seit ihrer Erst­teil­nah­me 2004 ver­lau­fen ihre Vor­ent­schei­dun­gen jedes­mal anders, aber immer gleich chao­tisch. Sei­en es Publi­kums­vo­ten, die ledig­lich als unver­bind­li­che Emp­feh­lung für Ent­schei­dung der Fach­ju­ry gel­ten, sei es Wirr­warr um die Zustän­dig­kei­ten: sicher ist zumeist nur, dass der bela­rus­si­sche Ver­tre­ter am Ende mit einem völ­lig ande­ren Lied zum Grand Prix fährt, als das, mit dem er ursprüng­lich antrat. So auch dies­mal.


Oops, they did it again

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Bela­rus 2009: Kön­nen die­se Augen lügen?

Die­sen Mon­tag leg­te sich Weiß­russ­land auf sei­nen Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter für das befreun­de­te Mos­kau fest. Oh Zei­chen und Wun­der: erst­ma­lig seit sei­ner Teil­nah­me am Wett­be­werb durf­ten die Zuschau­er ganz allei­ne und ohne jede staat­li­che Ein­mi­schung per Tele­vo­ting ent­schei­den, wen sie auf der Büh­ne sehen wol­len. Und was soll man sagen: nach dem am Sonn­tag schon die Hes­sen bewie­sen, dass Demo­kra­tie nicht immer eine gute Idee sein muss, zeig­ten sich auch die Weiß­rus­sen ihrer unwür­dig. Mit brei­ter Mehr­heit ent­schie­den sie sich für Niko Schwanz Die­ter Tho­mas Kuhn Karin “Krö­nung” Som­mer Peter Elfi­mov, einen sem­mel­blon­den Schrei­hals mit einem schreck­li­chen Nerv­ti­tel namens ‘Eyes that never lie’. Kön­nen die­se Augen lügen? Ich den­ke schon! Hier ist das pla­tin­blon­de Schnitt­lauch­löck­chen mit sei­nem gekrächz­ten Furz, der wohl schwer­lich die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de über­ste­hen dürf­te…


Elfi Peter – Eier lie­gen nie

ESC 2. Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (1. Semi)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

PORTUGAL!!! PORTUGAL!!! PORTUGAL!!! Ich muss um Ver­zei­hung bit­ten, aber ich schrei­be die­se Zei­len noch ein wenig im Über­schwang der Gefüh­le. Das letz­te Mal, dass so viel Adre­na­lin durch mei­ne Adern floss wie vor der Ver­kün­dung des zehn­ten und letz­ten Fina­lis­ten am Ende der zwei­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de in Bel­grad gera­de eben, sprang ich an einem Bun­gee-Seil 50 Meter in die Tie­fe. Hät­te der Name in dem aller­letz­ten Umschlag, den die Mode­ra­to­rin Jova­na Jan­ko­vić nach end­lo­sen Minu­ten hoch­ge­koch­ter Span­nung ver­las, nicht “Por­tu­gal” gelau­tet, wäre es in der Bel­gra­der Hal­le wohl zu gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen gekom­men. Und hier zu Hau­se vor mei­nem Com­pu­ter­bild­schirm (dazu gleich mehr) auch!

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Bela­rus 2008: Weiß Russ­land?

In Ost­eu­ro­pas unter­halt­sams­ter Dik­ta­tur Weiß­russ­land bleibt man dem The­ma Film­mu­sik treu: nach Dis­ney-Dis­co (2005) und James Bond für Arme (2007) ent­schied sich die Jury in die­sem Jahr für den ver­sto­ße­nen Zwil­lings­bru­der Kea­nu Ree­ves und sei­nen lus­ti­gen Schwe­den­schla­ger ‘Has­ta la Vis­ta’, ohne jede Fra­ge der per­fek­te Titel­song für die dem­nächst zu pro­du­zie­ren­de Musi­cal­ver­si­on des Ter­mi­na­tor (um die weib­li­che Haupt­rol­le strei­ten sich dann sicher­lich Caro­la und, ha ha: Sarah Con­nor).


Arnie ist wohl im Stau ste­cken­ge­blie­ben!

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ESC Semi 2007: Wo ist Andor­ra?

Logo des Eurovision Song Contest 2007 (Finale)
Das Jahr der Damen­dar­stel­ler

Natür­lich hät­te ich auf die Ent­täu­schung vor­be­rei­tet sein müs­sen. Schließ­lich bin ich lan­ge genug Fan, um zu wis­sen, dass die fie­sen, geschmacks­ge­stör­ten Tele­vo­ter im Semi­fi­na­le immer die bes­ten Songs aus­sor­tie­ren. Gan­ze 28 Län­der tra­ten in die­sem Jahr in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de gegen­ein­an­der an, so vie­le wie noch nie seit der Ein­füh­rung der Semis. Ledig­lich zehn Slots für das Fina­le am Sams­tag gab es, aber 16 von mir favo­ri­sier­te Titel, die unbe­dingt hät­ten wei­ter­kom­men müs­sen! Selbst unter Zuhil­fe­nah­me der Fin­ger konn­te ich mir also aus­rech­nen, dass ein Gut­teil mei­ner Lieb­lin­ge auf der Stre­cke blei­ben wer­den.

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ESC Semi 2005: La Musi­ca Alpi­na

Logo des Eurovision Song Contest 2005 (Semifinale)
Das Jahr des Trom­mel­tan­zes

Bedenkt man, wie spät die Ukrai­ner auf­grund der poli­ti­schen Ereig­nis­se im Land mit den Vor­be­rei­tun­gen anfin­gen, erstaunt, wie rei­bungs­los und pro­fes­sio­nell der Abend im Sport­pa­last zu Kiew über die Büh­ne ging. Zwi­schen dem Euro­vi­si­ons­sieg in Istan­bul und der Orga­ni­sa­ti­on die­ses Con­tests lag eine mani­pu­lier­te Prä­si­dent­schafts­wahl und eine voll­kom­men fried­li­che, aber kraft­vol­le Revo­lu­ti­on, ange­führt unter ande­rem von der Vor­jah­res­sie­ge­rin Rus­la­na. Dem Gejau­le besorg­ter Fans zufol­ge stand schon zu befürch­ten, dass die Kom­bat­tan­ten auf einem eilig mit Teer zuge­kleis­ter­ten Kar­tof­fel­feld wür­den sin­gen müs­sen. Bis auf klei­ne­re tech­ni­sche Pan­nen lief aber alles glatt. Mal abge­se­hen von der gro­ßen Pan­ne: dem Ergeb­nis des Tele­vo­tings.

Wei­ter­le­senESC Semi 2005: La Musi­ca Alpi­na