Bos­ni­ens Sen­der bald plei­te, Måns schwul?

Für die bal­di­ge Rück­kehr des von mir schmerz­lich ver­miss­ten Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na zum Euro­vi­si­on Song Con­test sieht es fins­ter aus: einer Pres­se­mel­dung der EBU von letz­ter Woche zufol­ge ste­he der Staats­sen­der BHRT “kurz vor dem Kol­laps”. Die bos­ni­sche Regie­rung habe es seit Jah­ren ver­säumt, ein adäqua­tes und funk­tio­nie­ren­des Gebüh­ren­ein­zugs­mo­dell zu ver­ab­schie­den. In dem poli­tisch zwi­schen Bos­nia­ken und Ser­ben geteil­ten Land bestehen mit RTFBiH (Bos­ni­en) und RTRS (Repu­bli­ka Srps­ka) zwei wei­te­re auf das jewei­li­ge Bun­des­land aus­ge­rich­te­te  Sen­der, die sich laut EBU “als Riva­len ver­hal­ten”, anstatt mit der über­ge­ord­ne­ten, für die gesam­te Nati­on zustän­di­gen Sta­ti­on zusam­men­zu­ar­bei­ten. Das poli­tisch gewoll­te finan­zi­el­le Aus­blu­ten von BHRT, das bereits zur Fol­ge hat­te, dass das Land seit 2013 aus Kos­ten­grün­den nicht mehr am Euro­vi­si­on Song Con­test teil­nimmt, ver­hin­de­re nun auch die frist­ge­rech­te Umstel­lung des Sen­de­for­mats von ana­log auf digi­tal. “Die Ver­ant­wort­li­chen sind drin­gend auf­ge­for­dert, die öffent­li­chen Medi­en zu respek­tie­ren und zu unter­stüt­zen, anstatt ihre Unab­hän­gig­keit und Glaub­wür­dig­keit wei­ter zu unter­höh­len,” so die EBU-Direk­to­rin Ingrid Del­ten­re.

Kei­ne Lie­be unter den Eth­ni­en: in Bos­ni­en ver­hin­dert Poli­tik die ESC-Rück­kehr

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Hari Mata Hari für Bos­ni­en 2015?

Wie Wiwi­bloggs am Frei­tag unter Bezug­nah­me auf eine bos­ni­sche Tages­zei­tung rap­por­tier­te, könn­ten die Ver­tre­ter des nach einer zwei­jäh­ri­gen Pau­se vor­aus­sicht­lich 2015 wie­der zum Euro­vi­si­on Song Con­test zurück­keh­ren­den Lan­des alte Bekann­te sein: näm­lich Hari Mata Hari, die Band um Mas­ter­mind Haj­ru­din Vares­a­no­vic, die dem exju­go­sla­wi­schen Staat 2006 mit der von Žel­j­ko Jok­si­mo­vić (RS 2004, 2012) kom­po­nier­ten, herz­zer­rei­ßend schö­nen Bal­kan­bal­la­de ‘Lej­la’ sei­ne bis­lang bes­te Plat­zie­rung bescher­te. Jok­si­mo­vić wird in dem Arti­kel auch als erneu­ter mög­li­cher Kom­po­nist genannt, neben dem für die ster­bens­schö­nen Lyrics von ‘Lej­la’ ver­ant­wort­li­chen Fah­ru­din Peci­ko­za-Peca und Goran Bre­go­vic, dem Song­schrei­ber von ‘Ovo je Bal­kan’ (RS 2010). All das sind aber bis­lang nichts als Gerüch­te, und gleich­lau­ten­de gab es auch schon mal für den Grand Prix 2012, bei dem uns dann bekannt­lich statt­des­sen Maya Sar zu Tode lang­weil­te. Eine offi­zi­el­le Ver­kün­dung des Sen­ders BHRT ste­he für kom­men­den Frei­tag an.

Seufz: so ein Lied und dazu ein Sträuß­chen Ros­ma­rin! (BA 2006)

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Žel­j­ko Jok­si­mo­vić disst Trans­gen­der-Sän­ge­rin

Kri­tik von LGBT-Ver­bän­den muss­te der zwei­ma­li­ge ser­bi­sche Euro­vi­si­ons­teil­neh­mer und mehr­fa­che Grand-Prix-Song-Schrei­ber Žel­j­ko Jok­si­mo­vić ein­ste­cken, der in sei­ner Funk­ti­on als Jury­mit­glied bei der Cas­ting­show X Fac­tor Adria durch igno­ran­te Äuße­run­gen auf­ge­fal­len war, wie Wiwi­bloggs berich­tet. In der Sen­dung vom 5. Novem­ber trat die sich selbst als “Trans­gen­der” vor­stel­len­de Fifi Janev­ski auf, die für ihre Ver­si­on von Chers ‘Dov’e l’A­mo­re’ Applaus von drei der vier Juro­ren ern­te­te. Jok­si­mo­vić hin­ge­gen bestand trotz ent­spre­chen­der Erläu­te­rung Fifis, dass sie als “sie” behan­delt wer­den möch­te, dar­auf, sie mit ihrem Geburts­na­men Phil­lip anzu­spre­chen und sag­te zu den ande­ren Juro­ren “das sind wohl zwei [Per­sön­lich­kei­ten]”. Fifi ant­wor­te­te mit einem Zitat aus Chris­ti­na Agui­le­ras ‘Beau­ti­ful’ (“Wor­te kön­nen mich nicht ver­let­zen”) und kam schließ­lich eine Run­de wei­ter. Die Ver­bän­de Gay­ten-LGTB und Lab­ris kri­ti­sier­ten Žel­j­ko in einer öffent­li­chen Erklä­rung: “Als bekann­ter Musi­ker trägt er eine Ver­ant­wor­tung für das, was er sagt. Mit sei­ner Igno­ranz […] macht er es für Trans­men­schen, die in Ser­bi­en bereits jetzt täg­li­cher Dis­kri­mi­nie­rung und Gewalt aus­ge­setzt sind, nur noch schwie­ri­ger.” Trau­rig, dass es mal wie­der ein mut­maß­li­cher Schrank­schwu­ler ist, dem es selbst schwer fällt, tra­dier­te Geschlech­ter­rol­len­zu­schrei­bun­gen zu über­win­den.


Schön, egal, was Du denkst: Fifi aus Maze­do­ni­en

ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kavi­ar

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (2. Semi)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

Zwölf Anläu­fe hat­te der flä­chen­größ­te und ein­woh­ner­stärks­te Teil­neh­mer­staat des Euro­vi­si­on Song Con­test für sei­nen ers­ten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Sei­nen Füh­rungs­an­spruch und sei­ne kul­tu­rel­le Zuge­hö­rig­keit zu Euro­pa woll­te Russ­land damit unter­strei­chen – und ver­tief­te doch nur die Grä­ben, denn kaum ein Sie­ger­ti­tel rief im Wes­ten so eine star­ke Ableh­nung her­vor wie Dima Bilans musi­ka­lisch mala­des und über­an­strengt dar­ge­bo­te­nes ‘Belie­ve’, wel­ches der Sarg­na­gel für das hun­dert­pro­zen­ti­ge Zuschau­er­vo­ting sein soll­te. Für den rus­si­schen Plat­ten­mil­lio­när, dem bei sei­nem Erst­ver­such 2006 mit dem deut­lich bes­se­ren ‘Never let you go’ nur die fin­ni­schen Mons­ter­ro­cker Lor­di in die Que­re kamen, reich­te es ledig­lich für einen schwa­chen Rang 54 in den deut­schen Ver­kaufs­charts.

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