Rank & File 2019: Platz 14 – Replay

Viel Tam­tam mach­ten Zypern die­ses Jahr um sei­nen Bei­trag: zwi­schen Weih­nach­ten 2018, als der Sen­der die Inter­pre­tin bekannt­gab, und März 2019, als der Knal­ler end­lich ver­öf­fent­licht wur­de, ver­ging gefühlt kein Tag ohne eine Pres­se­mit­tei­lung aus Niko­sia. Dabei muss­te der Ver­such, Span­nung zu erzeu­gen, fehl­ge­hen: bei kaum einem ande­ren Land war von Anfang an der­ma­ßen klar, wie der Song klin­gen wird.

Platz 14: Zypern – Tam­ta Goduad­ze: Replay (Dau­er­schlei­fe)

Schließ­lich gelang der son­ni­gen Mit­tel­meer­in­sel letz­tes Jahr bekannt­lich ein Bei­na­he­sieg mit einer ech­ten Kra­cher­num­mer, dem Som­mer­hit ‘Fue­go’. Kein Wun­der, dass man heu­er alle Hebel in Bewe­gung setz­te, die Erfolgs­for­mel wei­ter aus­zu­mel­ken. Und tat­säch­lich bekam man erneut alle Ingre­di­en­zen zusam­men: eine im hel­le­ni­schen Raum kom­mer­zi­ell erfolg­rei­che, tän­ze­risch begab­te und bis auf die Kno­chen abge­ma­ger­te Sän­ge­rin, einen druck­vol­len, E-Brass-las­ti­gen Club­rie­men, einen jed­we­der über­flüs­si­ger kaf­ka­es­ker Gedan­ken­schwe­re hoch­gra­dig absti­nen­ter Text sowie den in der aktu­el­len Pop­mu­sik zwin­gend vor­ge­schrie­be­nen Ein-Wort-Stot­ter-Refrain, freund­li­cher­wei­se auch noch als ‘Replay’ mar­kiert, was man pas­sen­der­wei­se sowohl als “Dau­er­schlei­fe” lesen kann denn als “Wie­der­ho­lung”. Und nichts ande­res ist der zypri­sche Bei­trag 2019: eine mög­lichst ori­gi­nal­ge­treue Wie­der­ho­lung vom Vor­jahr (die flug­haar­be­ton­te Hoch­leis­tungs­cho­reo­gra­fie dür­fen wir wohl als gege­ben vor­aus­set­zen). Das gibt natür­lich Abzü­ge in der B-Note für die man­geln­de Risi­ko­be­reit­schaft und reicht daher nur für Rang 14 in der aufrechtgehn.de-Wer­tung, auch wenn das Ergeb­nis, zumin­dest in der Stu­dio­fas­sung, zuge­ge­be­ner­ma­ßen ziem­lich geil ist.

Ein straff sit­zen­des Pan­zer­band aus Dis­co­ku­gel­strei­fen um den Busen, eine blick­dich­te Strumpf­ho­se unten­rum: fer­tig ist der Auf­zug im Fif­ty-Shades-of-Grey-Stil.

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Zypern 2019: Feu­er brennt doch auch in dir drin

Dem Euro­vi­si­ons­sieg so nah wie 2018 war Zypern noch nie: mit dem beein­dru­ckend vor­ge­tanz­ten, fluffig-leich­ten Pop-Stamp­fer ‘Fue­go’ erreich­te Ele­ni Fou­rei­ra in Lis­sa­bon mit dem zwei­ten Platz das bis­lang bes­te Ergeb­nis des zwei­ge­teil­ten Mit­tel­meer-Eilan­des. War­um also nicht die sel­be Rezep­tur noch ein­mal anwen­den? Als zypri­sche Ver­tre­te­rin stand die in Geor­gi­en gebo­re­ne grie­chi­sche Sän­ge­rin Tam­ta Goduad­ze bereits seit Ende Dezem­ber 2018 offi­zi­ell fest. Seit­her warf man per­pe­tu­ell mit kleins­ten Infor­ma­ti­ons­bröck­chen (Titel, Kom­po­nist, Teaser, Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum, Ver­schie­bung des Ver­öf­fent­lichs­da­tums) um sich: eine von immer mehr Län­dern ver­folg­te und unglaub­lich ner­vi­ge Stra­te­gie, um per­ma­nent in den sozia­len Medi­en prä­sent zu sein. Heu­te Abend nun stell­te man end­lich das voll­stän­di­ge Musik­vi­deo zum Titel ‘Replay’ vor, der eben­falls aus der Feder von Alex Papa­con­stan­tin­ou stammt und den Job des mög­lichst gleich klin­gen­den Nach­zie­hers tod­ernst nimmt. Eine kno­chig abge­ma­ger­te Inter­pre­tin; mas­si­ver Auto­tu­ne-Ein­satz; fluffi­ge Dance-Beats; ein der all­zu tie­fen Gedan­ken­schwe­re abhol­der Text; ein äußerst spär­li­cher, prak­tisch nur aus der Wie­der­ho­lung des Wor­tes “Wie­der­ho­lung” bestehen­der Refrain und ein abrup­tes Ende: hät­te Tam­ta nicht deut­lich kür­ze­re Haa­re als Ele­ni, könn­te man sie mit ihrer Vor­gän­ge­rin ver­wech­seln. Das soll natür­lich kei­ne Beschwer­de sein: nichts kön­nen wir gera­de in die­sem Jahr­gang so drin­gend gebrau­chen wie flott getanz­ten Pop-Fluff!

I’m shit­ting my Body”: Tam­ta scheint aus­ge­fal­le­ne Vor­lie­ben zu haben.

Tam­ta macht Tam­tam für Zypern

An ent­spre­chen­den Gerüch­ten und Hin­wei­sen herrsch­te zuletzt kein Man­gel. Heu­te bestä­tig­te, wie Wiwi­bloggs rap­por­tier­te, das zypri­sche Fern­se­hen CYBC das offe­ne Geheim­nis: die 37jährige Tam­ta Goduad­ze tritt für die son­ni­ge Mit­tel­meer­in­sel in Tel Aviv in die Fuß­stap­fen von Ele­ni Fou­rei­ra. Auch musi­ka­lisch: ihr (noch nicht ver­öf­fent­lich­ter) Bei­trag ‘Replay’ stammt aus der Feder des schwe­disch-hel­le­ni­schen Hit­ma­chers Alex P, der bereits für ‘Fue­go’ und das nicht min­der süf­fi­ge und lyrisch feder­leich­te ‘La La Love’ von Ivi Ada­mou ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Die in Geor­gi­en gebo­re­ne und mit 21 nach Grie­chen­land aus­ge­wan­der­te Sän­ge­rin war in der Ver­gan­gen­heit bereits mehr­fach sowohl für ihr jet­zi­ges Hei­mat­land als auch für die vor­ge­la­ger­ten Satel­li­ten-Insel als mög­li­che Grand-Prix-Ver­tre­te­rin im Gespräch. 2007 nahm sie erst­ma­lig am grie­chi­schen Vor­ent­scheid teil, zog mit dem fabel­haf­ten ‘With Love’ jedoch den Kür­ze­ren gegen den stak­si­gen Sar­bel. Sat­te zwölf Jah­re spä­ter klappt es nun dank zypri­scher Direkt­no­mi­nie­rung end­lich mit der Euro­vi­si­ons­teil­nah­me. Ob die stets nur unter ihrem Vor­na­men antre­ten­de Tam­ta beim ESC die von ihrer Vor­gän­ge­rin extrem hoch geleg­te Mess­lat­te rei­ßen oder gar über­trump­fen kann, bleibt abzu­war­ten. Jeden­falls kön­nen wir uns schon jetzt auf einen sicher­lich spek­ta­ku­lär insze­nier­ten Uptem­po-Stamp­fer freu­en, und das ist doch eine erfreu­li­che Nach­richt!

Gebt dem armen Kind doch mal was zu Essen! Tam­ta beim hel­le­ni­schen Vor­ent­scheid 2007.

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wett­quo­ten­kö­ni­gin

Seit Mona­ten führ­te die Israe­lin Net­ta Bar­zi­lai mit ihrem Bei­trag ‘Toy’ unan­ge­foch­ten die Lis­ten der inter­na­tio­na­len Wett­bü­ros für einen Sieg beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 an. Bis heu­te früh. Gewis­ser­ma­ßen auf dem letz­ten Meter über­hol­te sie da die für Zypern antre­ten­de Ele­ni Fou­rei­ra mi ihrer Num­mer ‘Fue­go’. Und ein schö­ne­res Para­de­bei­spiel für über­schnap­pen­de Fan-Hys­te­rie in der her­me­tisch in ihrem eige­nen Saft schmo­ren­den Bub­ble könn­te es mei­nes Erach­tens nicht geben. Sowie für die Art und Wei­se, wie das Beloh­nungs­zen­trum in unse­rem Gehirn, der Nucleus accum­bens, arbei­tet. Der schüt­tet bekannt­lich Dopa­min aus, den Boten­stoff, der uns mit Glücks­ge­füh­len belohnt, wenn etwas (eine Situa­ti­on, eine Leis­tung) deut­lich bes­ser ist als unse­re Erwar­tun­gen hier­an. So, wie gera­de bei ‘Fue­go’. Als die­ser Song im März die­sen Jah­res in Form eines mit gespon­ser­ten Ana­nas und Bana­nen ver­zier­ten Video­clips das Licht der Welt erblick­te, nahm die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit ihn als ein hoch­glanz­po­lier­tes Stück “Fast Food Music”Sal­va­dor Sobral) mit faden­schei­ni­gen Lyrics und hohem Poten­ti­al für einen Car Crash wahr. Lie­gen die Fähig­kei­ten ihrer Inter­pre­tin doch bekannt­lich eher im Tän­ze­ri­schen als beim Sin­gen.

Merk­wür­dig: wenn der schwar­ze Block bei Demos unschul­di­ge Autos abfa­ckelt, sind alle empört…

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Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigent­lich gehört es zur Eröff­nungs­tra­di­ti­on des Pres­se­zen­trums, dass die dort ver­sam­mel­ten Schwur­na­lis­ten von der aller­ers­ten Pro­be aus tech­ni­schen Grün­den nichts mit­be­kom­men, weil die Lei­tung von der Hal­le noch nicht steht. Das war am Sonn­tag zwar nicht der Fall, dafür aber am heu­ti­gen Mon­tag: pünkt­lich zum Pro­ben­be­ginn um zehn Uhr lie­fen noch Tou­ris­mus­wer­be­clips in Dau­er­schlei­fe, wäh­rend in der Alti­ce-Are­na bereits das maze­do­ni­sche Duo Eye Cue auf der Büh­ne stand. Erst zum drit­ten Durch­lauf drück­te jemand den Knopf: auf den Moni­to­ren erschien, wie OnU berich­te­te, bild­fül­lend der Hin­tern der Lead­sän­ge­rin Mari­ja. Und falls sich jemand noch mit Schau­dern an das pink­far­be­ne Camel­toe-Out­fit aus dem Video zu ‘Lost and found’ erin­nert: etwas Ähn­li­ches trägt sie auch in Lis­sa­bon, nur ohne Unter­teil. Dort stol­ziert Mari­ja in einem eben­falls knall­pin­ken, rücken­frei­en Läpp­chen über die Bret­ter, wel­ches die Bli­cke auf ihr sil­ber­nes Hös­chen eher frei­gibt als bedeckt. Passt aber: dafür kommt ihr Beglei­ter Bojan halt oben­rum ohne. Der Auf­tritt wirkt genau so unstruk­tu­riert und chao­tisch wie der aus meh­re­ren Ein­zel­tei­len not­dürf­tig zusam­men­ge­tacker­te Song. Das sehen wir am Sams­tag im Fina­le garan­tiert nicht wie­der.

Lead­sän­ge­rin Mari­ja und ihr Scham­lip­pen­lap­pen.

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CY 2018: Zwei Apfel­si­nen im Haar und an der Hüf­te Bana­nen

Bereits über einen Monat liegt die Bekannt­ga­be der vom zypri­schen Sen­der CyBC intern aus­ge­wähl­ten alba­nisch-grie­chi­schen Sän­ge­rin Ele­ni Fou­rei­ra als Reprä­sen­tan­tin der zwei­ge­teil­ten Mit­tel­meer­in­sel beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 zurück. Heu­te end­lich erfolg­te die Vor­stel­lung des Video­clips zum Bei­trag der als Ent­e­la Furer­aj gebo­re­nen Tän­ze­rin und Sän­ge­rin, ‘Fue­go’. Die­ser ent­puppt sich als hoch­glanz­po­lier­ter Mid­tem­po­track aus schwe­di­scher Seri­en­pro­duk­ti­on, des­sen hör­bar auf das hef­tigs­te syn­the­ti­sier­te, fru­ga­le Lyrics das bis­he­ri­ge künst­le­ri­sche Schaf­fen Ele­nis kon­se­quent fort­füh­ren und uns schon mal dar­auf ein­stim­men, dass wir in Lis­sa­bon weni­ger mit einem Song im klas­si­schen Sin­ne rech­nen dür­fen. Son­dern mit einer spek­ta­ku­lä­ren Hoch­leis­tungs­cho­reo­gra­phie und einer, wie schon im Video­clip, ver­mut­lich auch auf der Büh­ne äußerst spär­lich beklei­de­ten Inter­pre­tin, die dort ihre bei­den her­aus­ra­gends­ten Talen­te zur Schau stel­len wird, näm­lich ihre schier unend­li­chen Bei­ne und ihre Fähig­keit zum majes­tä­ti­schen Schrei­ten. Woge­gen natür­lich nicht das Gerings­te ein­zu­wen­den ist!

Feu­er / brennt nicht nur im Kamin / Feu­er / brennt doch auch in Dir drin: Ele­ni vor G-20-Kulis­se.

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Zypern schickt einen Star mit Car-Crash-Poten­ti­al

Drei Mal bereits ver­such­te die grie­chi­sche Song-Sire­ne Ele­ni Fou­rer­i­ra, ihr Hei­mat­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test zu ver­tre­ten. Ohne Erfolg: 2010 lan­de­te sie im Vor­ent­scheid hin­ter Gior­gi­os Alkai­os auf Rang zwei, 2016 und 2017 lehn­te der Sen­der ERT sie ab. Nun wan­der­te sie ein Haus wei­ter: wie bereits seit län­ge­rem gerüch­tet und heu­te offi­zi­ell bestä­tigt, ver­tritt die unter dem bür­ger­li­chen Namen Ent­e­la Furer­aj in Alba­ni­en gebo­re­ne, mit ihrer Fami­lie aber bereits in jun­gen Jah­ren nach Grie­chen­land aus­ge­wan­der­te Sän­ge­rin in Lis­sa­bon die zyprio­ti­sche Fah­ne. Und zwar mit einem (bis­lang nicht ver­öf­fent­lich­ten) Titel namens ‘Fue­go’ aus der Feder von Alex Papa­con­stan­tin­ou, der unter ande­rem bereits für das fabel­haf­te ‘La la Love’ von Ivi Ada­mou (→ CY 2012) ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Was berech­tig­ten Anlass zu der Hoff­nung gibt, dass wir 2018 mit einem ähn­li­chen Brett rech­nen dür­fen. Denn auch Ele­nis bis­he­ri­ger Kata­log zeich­net sich durch einen begrü­ßens­wer­ten Hang zur stark uptem­po­rä­rem, eth­no-fla­vou­risier­tem Dance-Pop aus, von der jeder­zeit atem­be­rau­bend gestyl­ten 30jährigen “Ram­pen­sau” (Prinz-Blog) stets in Ver­bin­dung mit einer spek­ta­ku­lä­ren Büh­nen­show abge­lie­fert.

Rasant: Ele­ni und ihre Renn­mäu­se (Reper­toire­bei­spiel).

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Ers­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Je unsi­che­rer die Zei­ten, um so mehr suchen die Men­schen fröh­lich stim­men­de Ablen­kung und Zer­streu­ung, so jeden­falls sug­ge­riert es das Ergeb­nis der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de des Euro­vi­si­on Song Con­tests 2017, das am gest­ri­gen Diens­tag­abend im Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trum zu Kiew über die Büh­ne ging. Bestimm­ten im Vor­feld die­ses Jahr­gangs noch die schänd­li­chen Rän­ke­spie­le um das vom Gast­ge­ber­land Ukrai­ne ver­häng­te Ein­rei­se­ver­bot gegen die rus­si­sche Reprä­sen­tan­tin Julia Samo­yl­o­va sowie die deut­lich ver­schärf­ten Sicher­heits­maß­nah­men rund um die Ver­an­stal­tung die öffent­li­che Wahr­neh­mung des Wett­be­werbs und schu­fen damit ein mul­mi­ges Kli­ma, so setz­ten sich im gest­ri­gen Semi größ­ten­teils die­je­ni­gen Bei­trä­ge durch, die sich an eher uptem­po­rä­ren, aktu­el­len Sounds ori­en­tier­ten und show­tech­nisch alten Wein in neue Schläu­che gos­sen. Also irgend­wie beru­hi­gend Ver­trau­tes und Bewähr­tes boten. Von fast aus­nahms­los allen Teilnehmer/innen ein­heit­lich befolg­te Trends ver­stärk­ten dabei den uni­for­men Ein­druck die­ses Abends: so das bedau­er­li­cher­wei­se fast durch­gän­gig prak­ti­zier­te Ver­ste­cken der Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne; die Domi­nanz der Unschuld und Rein­heit sug­ge­rie­ren­den Far­be Weiß für die Gar­de­ro­be; das ger­ne genom­me­ne Ein­blen­den von Aus­schnit­ten der pro­fes­sio­nel­len Musik­vi­de­os oder von über­le­bens­gro­ßen Por­trät­fo­tos der Künstler/innen auf der LED-Wand im Hin­ter­grund sowie der gera­de­zu skla­visch befolg­te Mode­trend des Flan­king (die Kom­bi­na­ti­on von unsicht­ba­ren Snea­ker­so­cken und Hoch­was­ser­ho­sen zum Zwe­cke des kecken Her­zei­gens eines Strei­fens Bein­flei­sches in Höhe der Fes­seln).

Zwei­ein­vier­tel Stun­den vol­ler hoch­pro­fes­sio­nel­ler TV-Unter­hal­tung: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le 2017

wei­ter­le­senErs­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Pro­ben ers­tes Semi 2017: Schüt­tel Dein Haar, wil­des Mäd­chen

Seit Sonn­tag haben die Pfor­ten des Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trums in Kiew ihre Pfor­ten geöff­net für die 42 Dele­ga­tio­nen des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­ons­jahr­gan­ges und für alle beson­ders uner­schro­cke­nen Schwur­na­lis­ten, die trotz der wid­ri­gen Umstän­de um die Vor­be­rei­tun­gen und den Ticket­ver­kauf die Rei­se in die ukrai­ni­sche Metro­po­le antra­ten. Das ers­te Semi­fi­na­le ist bereits ein­mal kom­plett durch­ge­probt, für die Zurück­ge­blie­be­nen offe­riert der offi­zi­el­le You­tube-Kanal der EBU aller­dings, wie schon aus den Vor­jah­ren gewohnt, ledig­lich kur­ze, fron­tal gefilm­te Aus­schnit­te von den Auf­trit­ten. Was durch­aus Sinn macht, denn eigent­lich ver­fügt der ers­te Pro­ben­durch­gang nur über eine sehr ein­ge­schränk­te Aus­sa­ge­kraft, geht es doch zunächst haupt­säch­lich um die rich­ti­gen Kame­ra­ein­stel­lun­gen. Ein Teil der Künstler/innen tritt noch casu­al an, ohne Büh­nen­gar­de­ro­be, nie­mand ver­aus­gabt sich stimm­lich, es geht erst mal dar­um, ein Gefühl für die Büh­ne zu bekom­men und einen Ein­druck für das TV-Signal, die Dele­ga­tio­nen haben noch die Mög­lich­keit, Din­ge aus­zu­pro­bie­ren und letz­te Ände­run­gen vor­zu­schla­gen. Den­noch bloggt die ver­sam­mel­te Fan­schaft natür­lich bereits flei­ßig aus der Hal­le, und so reicht es durch­aus für ers­te Ein­drü­cke aus zwei­ter Hand. So, wie zum Bei­spiel für die beru­hi­gen­de Nach­richt, dass man trotz allem Hin und Her im Vor­feld auch in Kiew an lieb­ge­won­ne­nen Tra­di­tio­nen fest­hält: bei der aller­ers­ten Pro­be am Sonn­tag­mor­gen, zur unchrist­li­chen Stun­de von 9 Uhr deut­scher Zeit, gab es nach über­ein­stim­men­den Berich­ten im Pres­se­zen­trum zunächst kei­nen Ton. Wie jedes Jahr, ganz egal, wo die Show statt­fin­det.

Die­se Fra­ge beant­wor­tet sich von selbst!

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