Zypern

Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Noch nachzuliefern ist die Besprechung des diesjährigen zyprischen Beitrags 'El Diablo' der griechischen Sängerin Elena Tsagrinou. Der wurde vonseiten der verantwortlichen hellenischen Plattenfirma Panik Records zwar bereits Mitte vergangene Woche mit großem Tamtam veröffentlicht, das dazugehörige, mit Werbung für ein Schuppenshampoo vollgestopfte Youtube-Video aber erst gestern für die Allgemeinheit freigeschaltet. Was mich dermaßen anpisst, dass ich die als kompositorisches Gemeinschaftswerk unter Mitwirkung des The-Voice-of-Germany-Stars Oxa vermutlich in einem der zahlreichen Songwritingcamps für den deutschen Vorentscheid 2021 entstandene Nummer ganz bewusst mit Nichtachtung strafte. Anders übrigens als eine Handvoll erzkonservativ-religiös Verblödeter, die sich über die angeblich "satanischen Verse" echauffierten und in…
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Türk­vi­zyon 2020: Und täg­lich grüßt der Schnelldurchlauf

Türk­vi­zyon 2020: Und täg­lich grüßt der Schnelldurchlauf

Man hätte es ja ahnen können. Nicht umsonst heißt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Und von Recep bis Recap, dem englischen Wort für den Schnelldurchlauf, ist es nur ein Buchstabe. Dennoch erwies sich die gestern am frühen Abend nach über fünfjähriger Zwangspause und fünfstündiger Sendedauer zu Ende gegangene vierte Ausgabe der Türkvizyon selbst für den geduldigsten Eurovisionsfan, der schon durch die Stahlbäder des Festivali i Kënges, der Melodi pentru Europa und von San Remo gegangen ist, als extreme Geduldsprobe. Da das Einsammeln, Auszählen und wohl vor allem die grafische Darstellung der Jurystimmen beim Songcontest der Turkvölker sich um einige…
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World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Zypern 2020: Stan­ding naked

Zypern 2020: Stan­ding naked

Seit ewigen Zeiten bereits steht der deutsche Sänger und The Voice-Teilnehmer Alessandro Rütten alias Sandro Nicolas als Vertreter Zyperns beim Eurovision Song Contest 2020 fest. Auch, dass sein Beitrag 'Running' heißt, wissen wir schon länger. Heute nun, nur wenige Tage vor dem offiziellen Annahmeschluss für Rotterdam, durfte die Öffentlichkeit endlich des Machwerks gewahr werden. Lohnte sich das lange Warten wenigstens? Naja. Das (seufz!) midtemporäre 'Running' verfügt über einen ordentlichen Beat, entwickelt aber keinen Schub. Dafür kommt die Nummer über das Weglaufen vor den inneren Dämonen zu düster daher und kann sich auch nie so richtig zwischen Jammerpop und Dance-Banger entscheiden.…
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Can’t get him out of my Head: Geor­gi­en schickt Tor­ni­ke Kipia­ni nach Rotterdam

Can’t get him out of my Head: Geor­gi­en schickt Tor­ni­ke Kipia­ni nach Rotterdam

Den Silvesterabend 2019 wählte das georgische Fernsehen als prominenten Sendeplatz für das Finale der aktuellen Staffel der Castingshow Sakartvelos Varskvlavi, hierzulande bekannt als DSDS. Spannungsarm ging diese zu Ende: wie bereits in ausnahmslos allen vorangegangenen Runden setzte sich der 32jährige Tornike Kipiani auch im Finale spielend gegen drei verbliebene Konkurrent/innen durch und vertritt damit das Kaukasusland beim Eurovision Song Contest 2020. Sein Beitrag für Rotterdam steht allerdings noch nicht fest: die Show diente heuer nur zur Ermittlung des Interpreten. Man lehnt sich aber nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man spekuliert, dass es laut und düster werden dürfte, denn…
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ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

ESC-Fina­le 2019: Song Con­test is a losing Game

Da hatte die EBU in diesem Jahr eigens erneut das Auszählungsverfahren geändert, um die Sache spannender zu gestalten. Und doch trat die langweiligste aller möglicher Optionen ein: wie bereits seit Monaten von allen Wettbüros eisern vorhergesagt, gewann heute Nacht der Niederländer Duncan Laurence den Eurovision Song Contest 2019. Der 24jährige Musiker vereinte die in diesem Jahr augenscheinlich wichtigsten Eigenschaften für eine erfolgreiche Grand-Prix-Teilnahme: er ist männlich, vollbärtig, gutaussehend und er jaulte weite Teile seiner gefühlvollen Klavierballade 'Arcade' in Falsettstimme. Sein Lied handelt dem reinen Text nach von einer unglücklichen Beziehung, die der Protagonist nicht beenden kann, weil er süchtig nach…
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Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zweifach erfuhr die fabelhafte Dana International, die 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham den mit weitem Abstand bedeutsamsten Sieg in der über sechzigjährigen Geschichte des Grand Prix errang, die ihr gebührende Ehrung im gestrigen ersten Semifinale 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Interval Act auftrat. Der für seine 40 Lenze erstaunlich jung aussehende Assi Azar, einer der überflüssigerweise erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benannte die offensichtlich in den selben Jungbrunnen gefallene LGBTQI*-Ikone in seiner Anmoderation als sein persönliches Idol. War es doch ihr seinerzeitiger Sieg, der dem damals Zwanzigjährigen aus dem Versteck half und ihm die…
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Rank and File 2019: Platz 14 – Replay

Rank and File 2019: Platz 14 – Replay

Viel Tamtam machten Zypern dieses Jahr um seinen Beitrag: zwischen Weihnachten 2018, als der Sender die Interpretin bekanntgab, und März 2019, als der Knaller endlich veröffentlicht wurde, verging gefühlt kein Tag ohne eine Pressemitteilung aus Nikosia. Dabei musste der Versuch, Spannung zu erzeugen, fehlgehen: bei kaum einem anderen Land war von Anfang an dermaßen klar, wie der Song klingen wird. Platz 14: Zypern - Tamta Goduadze: Replay (Dauerschleife) Schließlich gelang der sonnigen Mittelmeerinsel letztes Jahr bekanntlich ein Beinahesieg mit einer echten Krachernummer, dem Sommerhit 'Fuego'. Kein Wunder, dass man heuer alle Hebel in Bewegung setzte, die Erfolgsformel weiter auszumelken. Und…
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Zypern 2019: Feu­er brennt doch auch in dir drin

Zypern 2019: Feu­er brennt doch auch in dir drin

Dem Eurovisionssieg so nah wie 2018 war Zypern noch nie: mit dem beeindruckend vorgetanzten, fluffig-leichten Pop-Stampfer 'Fuego' erreichte Eleni Foureira in Lissabon mit dem zweiten Platz das bislang beste Ergebnis des zweigeteilten Mittelmeer-Eilandes. Warum also nicht die selbe Rezeptur noch einmal anwenden? Als zyprische Vertreterin stand die in Georgien geborene griechische Sängerin Tamta Goduadze bereits seit Ende Dezember 2018 offiziell fest. Seither warf man perpetuell mit kleinsten Informationsbröckchen (Titel, Komponist, Teaser, Veröffentlichungsdatum, Verschiebung des Veröffentlichsdatums) um sich: eine von immer mehr Ländern verfolgte und unglaublich nervige Strategie, um permanent in den sozialen Medien präsent zu sein. Heute Abend nun stellte…
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Tam­ta macht Tam­tam für Zypern

Tam­ta macht Tam­tam für Zypern

An entsprechenden Gerüchten und Hinweisen herrschte zuletzt kein Mangel. Heute bestätigte, wie Wiwibloggs rapportierte, das zyprische Fernsehen CYBC das offene Geheimnis: die 37jährige Tamta Goduadze tritt für die sonnige Mittelmeerinsel in Tel Aviv in die Fußstapfen von Eleni Foureira. Auch musikalisch: ihr (noch nicht veröffentlichter) Beitrag 'Replay' stammt aus der Feder des schwedisch-hellenischen Hitmachers Alex P, der bereits für 'Fuego' und das nicht minder süffige und lyrisch federleichte 'La La Love' von Ivi Adamou verantwortlich zeichnete. Die in Georgien geborene und mit 21 nach Griechenland ausgewanderte Sängerin war in der Vergangenheit bereits mehrfach sowohl für ihr jetziges Heimatland als auch für die vorgelagerten…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
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Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wettquotenkönigin

Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wettquotenkönigin

Seit Monaten führte die Israelin Netta Barzilai mit ihrem Beitrag 'Toy' unangefochten die Listen der internationalen Wettbüros für einen Sieg beim Eurovision Song Contest 2018 an. Bis heute früh. Gewissermaßen auf dem letzten Meter überholte sie da die für Zypern antretende Eleni Foureira mi ihrer Nummer 'Fuego'. Und ein schöneres Paradebeispiel für überschnappende Fan-Hysterie in der hermetisch in ihrem eigenen Saft schmorenden Bubble könnte es meines Erachtens nicht geben. Sowie für die Art und Weise, wie das Belohnungszentrum in unserem Gehirn, der Nucleus accumbens, arbeitet. Der schüttet bekanntlich Dopamin aus, den Botenstoff, der uns mit Glücksgefühlen belohnt, wenn etwas (eine Situation,…
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Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lissabon

Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lissabon

Eigentlich gehört es zur Eröffnungstradition des Pressezentrums, dass die dort versammelten Schwurnalisten von der allerersten Probe aus technischen Gründen nichts mitbekommen, weil die Leitung von der Halle noch nicht steht. Das war am Sonntag zwar nicht der Fall, dafür aber am heutigen Montag: pünktlich zum Probenbeginn um zehn Uhr liefen noch Tourismuswerbeclips in Dauerschleife, während in der Altice-Arena bereits das mazedonische Duo Eye Cue auf der Bühne stand. Erst zum dritten Durchlauf drückte jemand den Knopf: auf den Monitoren erschien, wie OnU berichtete, bildfüllend der Hintern der Leadsängerin Marija. Und falls sich jemand noch mit Schaudern an das pinkfarbene Cameltoe-Outfit…
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Zypern 2018: Zwei Apfel­si­nen im Haar und an der Hüf­te Bananen

Zypern 2018: Zwei Apfel­si­nen im Haar und an der Hüf­te Bananen

Bereits über einen Monat liegt die Bekanntgabe der vom zyprischen Sender CyBC intern ausgewählten albanisch-griechischen Sängerin Eleni Foureira als Repräsentantin der zweigeteilten Mittelmeerinsel beim Eurovision Song Contest 2018 zurück. Heute endlich erfolgte die Vorstellung des Videoclips zum Beitrag der als Entela Fureraj geborenen Tänzerin und Sängerin, 'Fuego'. Dieser entpuppt sich als hochglanzpolierter Midtempotrack aus schwedischer Serienproduktion, dessen hörbar auf das heftigste synthetisierte, frugale Lyrics das bisherige künstlerische Schaffen Elenis konsequent fortführen und uns schon mal darauf einstimmen, dass wir in Lissabon weniger mit einem Song im klassischen Sinne rechnen dürfen. Sondern mit einer spektakulären Hochleistungschoreographie und einer, wie schon im Videoclip,…
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Zypern schickt einen Star mit Car-Crash-Potential

Drei Mal bereits versuchte die griechische Song-Sirene Eleni Fourerira, ihr Heimatland beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Ohne Erfolg: 2010 landete sie im Vorentscheid hinter Giorgios Alkaios auf Rang zwei, 2016 und 2017 lehnte der Sender ERT sie ab. Nun wanderte sie ein Haus weiter: wie bereits seit längerem gerüchtet und heute offiziell bestätigt, vertritt die unter dem bürgerlichen Namen Entela Fureraj in Albanien geborene, mit ihrer Familie aber bereits in jungen Jahren nach Griechenland ausgewanderte Sängerin in Lissabon die zypriotische Fahne. Und zwar mit einem (bislang nicht veröffentlichten) Titel namens 'Fuego' aus der Feder von Alex Papaconstantinou, der unter anderem…
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Ers­tes ESC-Semi 2017: no more Drama

Ers­tes ESC-Semi 2017: no more Drama

Je unsicherer die Zeiten, um so mehr suchen die Menschen fröhlich stimmende Ablenkung und Zerstreuung, so jedenfalls suggeriert es das Ergebnis der ersten Qualifikationsrunde des Eurovision Song Contests 2017, das am gestrigen Dienstagabend im Internationalen Ausstellungszentrum zu Kiew über die Bühne ging. Bestimmten im Vorfeld dieses Jahrgangs noch die schändlichen Ränkespiele um das vom Gastgeberland Ukraine verhängte Einreiseverbot gegen die russische Repräsentantin Julia Samoylova sowie die deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen rund um die Veranstaltung die öffentliche Wahrnehmung des Wettbewerbs und schufen damit ein mulmiges Klima, so setzten sich im gestrigen Semi größtenteils diejenigen Beiträge durch, die sich an eher uptemporären, aktuellen Sounds orientierten…
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Euro­vi­si­on Death­match #3: I heard it all before

Runde 3 im Zweikampf der Grand-Prix-Teilnehmer/innen 2017. Diesmal schicken wir zwei Künstler/innen in die tödliche Schlacht, die es in Sachen musikalischer Originalität nicht all zu genau nehmen: Zypern gegen Deutschland oder der Zweikampf der "Plagiat!"-Titel lautet unsere heutige Auslosung. Für die sonnige Mittelmeerinsel tritt der 28jährige Hovig Demirjan an, Sohn armenischer und zyprischer Eltern, der - wie so viele Andere - erstmalig durch eine Teilnahme an einer Castingshow (in seinem Falle: X Factor Ellada) ins Rampenlicht trat. Der optisch durchaus kernige, dafür stimmlich nicht unbedingt besonders gesegnete Sänger bediente sich für seinen Eurovisionsbeitrag 'Gravity' unverkennbar am 2016er Monsterhit 'Human' von Rag'n'Bone…
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Zypern 2017: Hovig will uns runterziehen

Zypern 2017: Hovig will uns runterziehen

Die Schwerkraft möchte er für uns sein. Also das, was uns unten hält und am Fliegen hindert. So singt es der zyprische Vertreter Hovig Demirjian jedenfalls in seinem heute der Weltöffentlichkeit vorgestellten Eurovisionsbeitrag 'Gravity'. Und so klingt das Lied auch. Es stammt, wie schon im Vorjahr, aus der Feder des schwedischen Grand-Prix-Veteranen Thomas G:sson und erinnert mit seinem scheppernden Beat zum Auftakt gleich ein wenig an den Monsterhit 'Human' vom Rag'n'Bone Man. Mit diesem kann der im Vergleich zum bulligen Briten eher zwergenhaft wirkende Hovig aber werden stimmlich mithalten noch verfügt er auch nur annähernd über dessen Charisma. Schiebt man das (durch den…
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Zypern 2017: ein schö­ner Saisonauftakt!

Der Early-Bird-Award für die früheste Nominierung des Eurovisions-Repräsentanten geht in dieser Saison überraschend an... Zypern! Das sonnige, zweigeteilte Mittelmeer-Eiland gab heute bekannt, dass der 27jährige Hovig Demirjian das Land in Kiew vertritt. Der intern ausgewählte, optisch ein wenig an Antony Costa von Blue (UK 2011) erinnernde Hovig ist gebürtiger Armenier, lebt aber in Zypern, wo er sich 2015 mit der etwas zähen Ballade 'Stone in a River' ohne Erfolg beim Vorentscheid bewarb. Erste größere Bekanntheit erlangte der gut aussehende Sänger durch seine Teilnahme an der griechischen Ausgabe der Castingshow X Factor im Jahre 2009. Wie eurovision.tv verkündet, komponiert der schwedische Serienschreiber Thomas G:sson,…
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Zypern 2016: das Schaf im Wolfspelz

Zypern 2016: das Schaf im Wolfspelz

Nominiert ist die zypriotische Band Minus One schon seit dem 4. November vergangenen Jahres - heute endlich veröffentlichte sie ihren Wettbewerbsbeitrag für Stockholm, das vom schwedischen Hit-Magier G:sson geschriebene 'Alter Ego'. Wer nun einen süffigen Schwedenschlager mit sofort eingängiger Hookline erwartet, sieht sich nicht getäuscht. Allerdings handelt es sich bei den Interpreten um gestandene Rocker, und entsprechend hauen uns Minus One die Gitarren nur so um die Ohren und posen dazu wie die ganz harten Kerle. Selbst ein Wolf darf im Videoclip nicht fehlen. Der etwas härtere Anstrich tut den aus dem skandinavischen Powerhouse des Pop allseits gewohnten Klängen aber erstaunlich gut und…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Hey you, the Rock­s­teady Crew

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Hey you, the Rock­s­teady Crew

Von einer schweren Halsentzündung war er heimgesucht bei seinem Live-Auftritt in der gestrigen zweiten Vorrunde der ungarischen Vorentscheidung A Dal: der diesjährige Favorit András Kállay Saunders, der schon 2014 dem Land der Magyaren mit dem düster-druckvollen 'Running' seine zweitbeste Platzierung beim Eurovision Song Contest bescherte. Nun versucht er es erneut, diesmal begleitet von der Kállay Saunders Band, und trotz der deutlich hörbaren, krankheitsbedingten stimmlichen Schwächen ihres Frontmannes gewann selbige gestern aus dem Stand. Zu Recht: das rockige 'Who we are' (mit passender Dubstep-Einlage) überzeugt durch melodiöse Eingängigkeit und Biss, wenngleich es nicht ganz die finstere Tiefe seines vorgehenden Meisterwerks erreicht. András…
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Minus One für Zypern?

Bereits beim letzten Contest hätte die zyprische Jury gerne die inseleigene Rockband Minus One nach Wien geschickt. Doch die aufsässigen Televoter machten ihnen einen Strich durch die Rechnung und bedachten ihren von der Jury präferierten, außergewöhnlich faden Song 'Shine' im Finale der groß angelegten Vorentscheidung Euro Challenge mit dem letzten Platz. Diesmal geht CyBC auf Nummer Sicher und nominiert direkt. Und, Überraschung: glaubt man einer lokalen Klatschseite, so läuft es wohl diesmal auf besagte Kapelle hinaus, wie EuroVisionary rapportiert. Ob der Bandname als Omen hinsichtlich des angestrebten Eurovisionsergebnisses zu werten ist; ob es Minus One dementsprechend gelingt, noch einen Punkt weniger zu erringen als…
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The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

Na, das war aber auch an der Zeit! Da musste erst ein kerniger siebzehnjähriger 'Golden Boy' aus Tel Aviv kommen, um den Fluch von 'Ding-Dong'-Dana (IL 1998, 2011) abzuschütteln und die Israelis nach einer fünfjährigen Durststrecke endlich wieder ins Gelobte Land zu führen. Dramaturgisch geschickt hatte sich der ORF die Verkündung des Finaleinzugs von Nadav Guedj bis ganz am Schluss aufgehoben, und der kollektive Erleichterungsschrei aus über zehntausend Fankehlen ließ die Wiener Stadthalle beinahe in ihren Grundfesten erbeben. Wäre Israel diesmal wieder kleben geblieben, hätte ich auch endgültig den Glauben an die Menschheit verloren. Doch dazu erwies sich die Mischung aus…
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Schwe­den und die HJ: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015

In Wien setzten sich am Mittwoch und Donnerstag die ersten Probedurchläufe fort, diesmal mit den Teilnehmer/innen des zweiten Semifinales vom kommenden Donnerstag. Eine Fortsetzung fand auch die Saga um die händchenhaltenden Ampelmännchen: ausgerechnet die sich selbst als "freiheitlich" titulierende FPÖ drohte an, die hübsche Geste gegenüber der Eurovisions-Kernzielgruppe (und Umsetzung der Toleranzbotschaft der aktuell regierenden Eurovisionskaiserin Conchita) zur Anzeige zu bringen. Es handele sich um "grüne Klientelpolitik und Steuergeldverschwendung in Reinkultur," so der FPÖ-Mann Toni Mahdalik laut Kronenzeitung. Da Beides nicht verboten ist, begründete die FPÖ die Anzeige offiziell mit einem "Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung" - und musste sich prompt belehren lassen,…
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