Zypern

Chris­ter Björk­man, Du bist ein Arschloch!”

Nicht jeder kann mit Kritik gleichermaßen professionell umgehen. Das zeigte sich gestern Abend bei der vom Sender vorgezogenen ersten Ausscheidungsrunde des marathonmäßigen zyprischen Vorentscheids The Eurovision Project, wo es von 20 Beiträgen nur die Hälfte ins zweite Semi schaffte. Zu den Ausgeschiedenen zählte eine Sängerin mit dem schönen Namen Eva Diva. Sie musste sich von Melodifestivalen-Guru und Jurymitglied Christer Björkman (SE 1992) unter anderem anhören, dass ihr in der Tat etwas merkwürdiges Abendkleid (unten Zelt, oben Milchbeutel) womöglich nicht die passende Wahl für ihren dubstepverzierten Discoschlager 'Come and fight for Freedom' gewesen sei, was sie offensichtlich so erboste, dass sie anschließend auf…
Weiterlesen

Fri­sche, eis­ge­kühl­te Wurst: Con­chi­ta bei Wet­ten dass

Am 8. November kommt die vorletzte Ausgabe des ZDF-Unterhaltungsdinosauriers Wetten, dass? aus Graz. Diesmal gibt es sogar einen Grund, einzuschalten: die aktuelle Grand-Prix-Königin Conchita Wurst stellt nämlich in der Show ihre mit Spannung erwartete, neue Single 'Heroes' vor. Die werde kein bisschen wie 'Rise like a Phoenix' klingen und auch ohne großes Orchester auskommen, wie die Wurst der Nachrichtenagentur APA sagte: "Ich war selbst überrascht ob der Tatsache, dass ich so cool klingen kann". An ihrem Album bastelt sie weiterhin in aller Ruhe, dies soll erst 2015 erscheinen, um einen künstlerisch enttäuschenden Schnellschuss zu vermeiden. Wirbel gab es zwischenzeitlich um ihren…
Weiterlesen

Hur­ra: Maze­do­ni­en macht 2015 mit!

Sehr erfreuliche Nachrichten aus Skopje: wie esctoday berichtet, gab der mazedonische Sender MRT heute bekannt, in Österreich dabei sein zu wollen. Die Teilnahme des exjugoslawischen Landes schien zunächst unsicher: bei einer Online-Umfrage des chronisch klammen Senders sprach sich die Mehrheit der Mazedonier für einen Rückzug vom Eurovision Song Contest aus, was angesichts der mageren Erfolgsbilanz (seit der Einführung des zweiten Semis 2008 gelang es dem Land mit dem offiziellen Stolperstein-Namen nur ein einziges Mal, ins Finale einzuziehen) nicht weiter verwundert. Nun dachte man sich beim Sender wohl, dass, wenn schon das einstmals so seriöse deutsche ZDF seine Umfragen fälscht, man das in…
Weiterlesen

Türk­vi­zyon: Gom­ma­lar grei­nen für Zypern

Neues vom türkischen Ableger des Eurovision Song Contests: während der griechische Süden der geteilten Mittelmeerinsel 2014 aus Geldnot zu Hause bleibt und somit keine 12 Punkte mit dem voraussichtlich teilnehmenden Mutterland tauschen kann, fand im türkischen Nordteil gestern Abend die Vorentscheidung für die Türkvizyon statt. Unter zehn Teilnehmern vergab die Jury ihre Höchstpunktzahl an gleich zwei Acts. Der höhere Prozentanteil im Televoting gab dann denn Ausschlag für den Sieg der Band Gommalar. Die Performance ihres Beitrags 'Ayrıntılar' überrascht den westlich geprägten Zuschauer vor allem durch die Diskrepanz zwischen der mimischen Ernsthaftigkeit, mit der das musikalisch nur als Totenklage identifizierbare Songkonstrukt…
Weiterlesen
Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
Weiterlesen

Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
Weiterlesen

Zwei­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: It’s a small World

Gleich die ersten Interpreten des zweiten Probentages sorgten heute früh für die größte Überraschung: im weißen 2001-Weltraumanzug als Montenauten verkleidet, lieferten die beiden Jungs von Who see? eine astreine Performance ab, getoppt von ihrer ebenfalls kompetenten Sängerin Nina Žižić, die pünktlich zum Beginn ihres Vokalparts per transparentem Lift aus den Bühnenboden geschossen kommt. Der antizipierte Car-Crash bleibt also aus; ganz im Gegenteil räumen die Blogger in Malmö den ursprünglich als sichere Sitzenbleiber gehandelten Schwarzberglern mittlerweile große Chancen auf einen Finaleinzug ein. Den umgekehrten Weg gingen die drei Serbinnen, die ihren fabelhaften Faschingsschlampenlook aus der Vorentscheidung gegen augenwehbunte Zuckerbäckerkostüme austauschten. In denen sehen…
Weiterlesen

Slo­we­ni­en bricht sich ein Bein, Zypern schläft ein (SI, CY 2013)

In all der Aufregung um das deutsche Juryvoting ein wenig untergegangen und daher noch nachzureichen sind die ebenfalls am Donnerstag publizierten Beiträge Sloweniens und Zyperns. In beiden Ländern standen die Interpretinnen, Hannah Mancini respektive Despina Olympiou, bereits fest. Nun kennen wir auch ihre Titel. Die in den USA geborene, der Liebe wegen aber nach Slowenien verzogene Hannah versucht es mit dem bei der Schwulenolympiade ESC leicht deplatziert wirkenden Titel 'Straight into Love'. Der beginnt, ähnlich wie Margaret Bergers 'I feed you my Love' (NO), vielversprechend mit einem krachenden Dubstep-Intro. Allerdings ist nach 20 Sekunden schon die Luft raus, die restlichen…
Weiterlesen

Boit du Cham­pa­gne: drei neue Künst­ler für Malmö

Als hätten sie sich verabredet, direktnominierten gestern Abend gleich drei Länder ihre Kandidaten für den Eurovision Song Contest 2013. Und weil sie den mit Abstand schönsten Namen hat, beginnen wir mit der französischen Vertreterin: Amandine Bourgeois (nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. Die heißt wirklich so!) gewann 2008 eine Castingshow und veröffentlichte seither zwei Alben, Presseberichten zufolge allerdings ohne all zu großen Erfolg. Ihr Song für Malmö heißt 'L'Enfer et moi' ('Die Hölle und ich') und nach einer kleinen Youtube-Recherche beabsichtigt sie wohl, uns durch Langeweile zu foltern. Vermutlich geht es in dieser Nummer nicht um Amadine, denn... ...die klingt…
Weiterlesen

He wants you as a new Recruit: 2. Pro­ben IL, SM, CYDK

Und mit einer kleinen Horrorschau endet der nachmittägliche Überblick über den heutigen Probentag. Das bezieht sich im Falle Israels weniger auf den Song oder die Performance von 'Time', sondern auf deren Leadsänger Ran Shem-Tov. Für sein Äußeres kann der Mann ja nix, aber für seine sich im Interview mit dem eurovision.tv-Team zeigende Arroganz gegenüber den restlichen Festivalteilnehmern schon. Jesus, ist der Mann unsympathisch! Fast schon wieder lustig hingegen der zu Tode gelangweilte Gesichtsausdruck der Keyboarderin von Izabo, Shiri Hadar, bei der zweiten Kameraprobe. Dennoch ist die Nummer gut und gehört ins Finale. Hat seine Hausaufgaben nicht gemacht: Ran (IL) (mehr …)
Weiterlesen

Don’t jug­dge a Book by it’s Cover: 1. Pro­be Zypern

Kommen wir zum heutigen Musterbeispiel einer positiven Erwartungs-Ergebnis-Schere. Sowohl in der zypriotischen Vorentscheidung wie auch bei den bisherigen zahlreichen Gastauftritten mimte Ivi Adamou zum Vollplaypack ihres fluffig leichten, aber heftig stimmsynthetisierten Sommerhits 'La la love'. Allgemein erwarteten die Fans live ein Desaster. Das trat aber heute nicht ein: im Gegensatz zur griechischen Kollegin Eleftheria, der Ivi nun brandgefährlich werden könnte, meisterte sie ihren Gesangspart heute recht ordentlich. Wozu - neben den Backings - wohl auch beitrug, dass sie sich des Tanzens weitestgehend enthielt, was ihre vier Begleiterinnen mit einer sehr geschickten Choreografie hervorragend auffingen. Verwunderlich einzigst, was der gigantische Büchertisch…
Weiterlesen

Fångad av en Betong (AL, EE, CY 2012)

Und die Videos trudeln weiterhin fleißig ein. So kommen wir heute erstmals in den Genuß der gekürzten Eurovisionsfassung von Rona Nishilus 'Suus'. Die Ärmste hat sich augenscheinlich des Präsentationsvideos mit der Albanermafia angelegt und wartet nun, bereits mit einem entsprechenden Beinkleid präpariert, in einer bis auf zwei retardierte Kinder leeren Lagerhalle auf ihren Abtransport in den nächstgelegenen Fluss. Ihr flehendes, ja verzweifeltes Rufen nach einem "Tschai" als Schierlingsbecher verhallt ungehört; noch nicht einmal die beiden imbezilen Schrazen, die Ronas Immobilität zum straffreien Beschmieren der Wände nutzen, machen irgendwelche Anstalten, sie mit dem begehrten Heißgetränk zu versorgen. Obwohl doch sogar schon ein…
Weiterlesen

La, la, la…af auf Zypern (CY 2012)

Man soll es kaum glauben, aber es gibt sie noch: die Länder, die bei ihrer Vorentscheidung auf Anhieb alles richtig machen. So erwartbar wie korrekt entschieden sich heute Abend auf der sonnigen Mittelmeerinsel Zypern (bzw. ihrem griechischen Teil davon) sowohl die Zuschauer wie auch die Senderjury im Drei-Song-Finale für das lautmalerisch-eingängige 'La la Love'. Die bereits fest gesetzte Ivi Adamou führt mit dem ersten Uptempotitel der Saison in Baku eine große, einst von Massiel begründete Eurovisionstradition fort, wofür ihr Respekt und Ehre gezollt seien. Eine zyprische Tradition führte sie ebenfalls fort: sie sang Playback! Auch die Grand-Prix-Götter meinen es gut: Zypern…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: von popo­wa­ckeln­den Polizisten

Die Vorentscheidungssaison 2012 läuft auf vollen Touren: Zypern ist im Discoschlampenmodus, Dänemark wild zum Sieg entschlossen, Litauen setzt auf Masse und Irland findet keine Gegner für Jedward. Aber das Wichtigste zuerst: Gerüchten zufolge heißt der Beitrag der bei der österreichischen Vorentscheidung erneut antretenden, grandiosen Bauerndiscoburschen Trackshittaz: 'Woki mit Deim Popo'. Und klingt so (Achtung, miserable Soundqualität, aber die Trash-Perle entschädigt dafür): httpv://youtu.be/mIDbTbA3-O4 Kann das mal bitte jemand deutsch untertiteln? Ich versteh nur Popo! (AT) Ich nehme meine geäußerten Zweifel, ob Lukas Plöchl & Co. nochmals so ein Brett wie 'Oida taunz!' hinlegen könnten, offiziell zurück. Spitze, Jungs! Sie reihen sich damit ein…
Weiterlesen

Oh my God…os! (CY 2011)

So langsam mache ich mir Sorgen um meine geistige Gesundheit: gerade habe ich mir eine einstündige zyprische Nachrichtensendung reingezogen, weil dort (natürlich am Ende) das Video mit dem Beitrag des Landes für Düsseldorf vorgestellt wurde. Anyway - zum Wichtigen: schöner Song! Eine sanft anfangende, dann zunehmend dramatischere Ethno-Ballade - bis nach anderthalb Minuten völlig unerwartet harte Rockriffs und eine laut schreiende Frau über des Hörers Ohr herfallen! Gott, hab ich mich erschreckt! Hat man das aber erst mal verdaut, kommt die sich stetig steigernde Nummer gut. Spannend bleibt natürlich, wie das live gesungen klingt - schon in der Studioabmischung hört man…
Weiterlesen

Zypern 2010: Iri­scher Frühling

Solidarität der Insulaner? Heute wählten die Zyprioten einen Iren[ref]Wie mein Leser Rainer zu Recht in den Kommentaren bemerkt, ist Jon Lilygreen in Wahrheit Waliser, stammt also von der anderen Insel. Sorry.[/ref] zu ihrem Eurovisionsvertreter 2010. Mit einer hoffnungsfrohen Botschaft: 'Life looks better in Spring'. Schon, aber nicht mit solcher Musik! Der Junge mit der Gitarre (mehr …)
Weiterlesen

Zypern 2009: I want a Dog (a Chiawahuahua)

Zypern schickt ja gerne junge, schüchterne Mädchen mit sanften Balladen zum Grand Prix. So auch dieses Jahr: die erst sechzehnjährige Christina Metaxa singt das von ihrem Bruder Nikolas (zweiter Platz beim letztjährigen Vorentscheid) geschriebene Liedlein 'Firefly'. Bleibt zu hoffen, dass sie bis Moskau noch ein wenig an ihrer Stimme und ihrer Schüchternheit arbeitet - denn was bei Lisa Andreas anno 2004 noch putzig wirkte, verkommt bei Miss Branntwein leider zur Ohrenfolter. 2009 scheint das Jahr der Balladen zu werden - unter den bisherigen Einreichungen ist kaum etwas mit Biss dabei. Und auch Zypern hat sich für ein sehr lahmes Nümmerchen…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 2. Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

ESC 2. Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! Ich muss um Verzeihung bitten, aber ich schreibe diese Zeilen noch ein wenig im Überschwang der Gefühle. Das letzte Mal, dass so viel Adrenalin durch meine Adern floss wie vor der Verkündung des zehnten und letzten Finalisten am Ende der zweiten Qualifikationsrunde in Belgrad gerade eben, sprang ich an einem Bungee-Seil 50 Meter in die Tiefe. Hätte der Name in dem allerletzten Umschlag, den die Moderatorin Jovana Janković nach endlosen Minuten hochgekochter Spannung verlas, nicht "Portugal" gelautet, wäre es in der Belgrader Halle wohl zu…
Weiterlesen
Ers­ter Super­sams­tag 2008: Fatal Attraction

Ers­ter Super­sams­tag 2008: Fatal Attraction

Die Zyperngriechen entschieden sich am Samstagabend mit deutlicher Mehrheit für den einzigen griechischsprachigen Song im Finale, der lustigerweise einen französischen Titel trägt: 'Femme Fatal' von Evdokia Kadi. Mit dem frankophilen Songtitel und den ersten beiden Buchstaben im Vornamen der Interpretin enden dann auch schon die Gemeinsamkeiten mit dem Vorjahresbeitrag 'Comme ci, comme ça': Evdokias Song ist von herbem griechischen Charme, so wie Leberflecke oder zusammengewachsene Augenbrauen. Immerhin besticht die Sängerin mit einer guten Show. Die Jury bevorzugte übrigens Marlain Aggelidou (CY 1999), konnte sich aber gegen die breite Mehrheit der Televoter nicht durchsetzen. Der Bühnenhintergrund stammt doch original vom ESC 1984! (CY…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. https://www.youtube.com/watch?v=E7C_k3jeqH0 Auch wusste ich aus den Vorjahren,…
Weiterlesen
Fünf­ter Super­sams­tag 2007: Insieme!

Fünf­ter Super­sams­tag 2007: Insieme!

Super: nationale Eigenheiten vermischen sich beim Eurovision Song zu einem gesamteuropäischen Kunstwerk. Lettische Italienier, inselgriechische Franzosen und schwedische Spanier: so klingt der paneuropäische Sound. Die Balten gehen diesmal als "Friends of the Italian Opera" und entsenden ihre Jungen Tenöre (vgl. DVE 1998). Um die Lächerlichkeit auf die Spitze zu treiben, nennen die Sechs sich auch noch - ganz internettig - bonaparti.lv. Ernsthaft. Und knödeln in schlimmst möglicher Seichtheit von 'Dieser Nacht' ('Questa Notte'). Ob sie damit - zusätzlich zu den abstimmenden Omis - auf die Stimmen derjenigen Hardcore-Grand-Prix-Fans spekulieren, die auch in fünfzig Jahren noch greinen werden, dass Italien nicht mehr mitmacht…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

ESC Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Angedroht war, dass die letztjährige Siegerin, die von Staatschef Wiktor Juschtschenko zur Eurovisionsbeauftragten ernannte Volksheldin Ruslana, durch den Abend führen solle. Die Galionsfigur der Orangenen Revolution sagte aber in letzter Sekunde ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht richtig vorbereiten könne, so die offizielle Begründung. Jegliche Spekulation über einen Zusammenhang mit ihren eher fragmentarischen Englischkenntnissen ist hingegen so bösartig wie wohl begründet. Ob Mascha und Pascha, die Ersatzmoderatoren, nun so viel besser Englisch sprachen? Es gab an diesem Abend keine rechte Antwort darauf. Denn sie zwitscherte ihre Texte zwischen stets zum debilen Dauergrinsen gebleckten Perlweißzähnen heraus…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> Semi 2004: Take my Shoes and go straight

ESC Semi 2004: Take my Shoes and go straight

Wer nicht zu den allereingefleischtesten Eurovisionsfans gehört, für den könnte der Begriff "Semi" bis heute Neuland sein. Kein Wunder: die deutschen Medien - inklusive der ARD - schweigen diese Neuerung beharrlich tot. Seit dem massenhaften Zustrom osteuropäischer Länder mussten bislang jedes Jahr etliche Antrittswillige aussetzen, was in den regelmäßig betroffenen Ländern zu einem starken Rückgang des öffentlichen Interesses führte. Als Abhilfe schuf die EBU 2004 ein brandneues Vorsortierfahren: die Qualifikationsrunde a.k.a. Semi, durch das alle durchmussten, die 2003 schlechter als Platz 10 abgeschnitten hatten. Mit Ausnahme der Big Four: Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland, die aufgrund ihrer Finanzkraft und Zuschauermassen stets…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 2003: Die Kotzn in da Wiesn

ESC 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Seit seiner Erstteilnahme 1994 war Russland vom Ehrgeiz beseelt: mit Alla Pugatschowa (1997) hatte man bereits seinen größten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zweiten Platz erreicht. Der Sieg zweier abtrünniger ehemaliger Sowjetrepubliken in Folge bestärkte die ehemalige, gerade wieder erstarkende Weltmacht nun um so mehr, ihren Führungsanspruch als größtes und einwohnerstärkstes Land der EBU auch auf popkulturellem Gebiet zu demonstrieren. Ein Sieg sollte her, auch wenn man dazu schweres Geschütz auffahren müsste. Und das hatten die Russen diesmal, in Form der als Lesben-Lolitas vermarkteten Skandalgören Jelena Katina und Julia Wolkowa, besser bekannt als t.A.T.u., die mit 'All the…
Weiterlesen
<span class="caps">ESC</span> 2000: Ich will, ich will eine Gurke

ESC 2000: Ich will, ich will eine Gurke

Freiheit fördert Kreativität. Kaum fiel die Sprachenregel, tauchten die ersten skurrilen linguistischen Mixe beim Song Contest auf, wie zum Beispiel ein auf italienisch und griechisch gesungener zyprischer Beitrag oder ein deutsches Lied in Babysprache ('Wadde hadde dudde da'), ein im Übrigen sehr professionell und modern produzierter, wenn auch etwas kalt wirkender Beitrag, wie die meisten in diesem Jahr. Der Wechsel von der Jury- zur reinen Zuschauerwertung brachte den erhofften Effekt und führte zu einer deutlichen Qualitätssteigerung. Fast alle Länder orientierten sich in Richtung der aktuellen Charts, wo tanzbarer, schneller Pop regierte. In einem Feld ähnlich klingender Songs fällt der auf, der sich unterscheidet:…
Weiterlesen