Natio­naal Song­fes­ti­val 1968: Nein, ich möch­te nicht

Nach­dem das Ent­sen­den eines hei­mi­schen Stars in Form von Thé­rè­se Stein­metz zum Euro­vi­si­on Song Con­test nach Wien für die Nie­der­lan­de nicht den gewünsch­ten Erfolg brach­te, kehr­te der Sen­der NOS 1968 wie­der zu einem Natio­naal Song­fes­ti­val mit meh­re­ren Konkurrent:innen zurück, stand dabei aber vor ähn­li­chen Pro­ble­men wie die ARD in den Sech­zi­gern: es woll­te nie­mand so recht. Sechs Teilnehmer:innen soll­ten es ursprüng­lich sein, zwei von ihnen zogen ihre Zusa­ge jedoch wie­der zurück, näm­lich Trea Dobbs (‘Plo­em plo­em Jen­ka’, NSF 1965) und die damals bereits 54jährige Hele­na Kok-Pol­der, die ihren Lebens­un­ter­halt einst mit Krab­ben­schä­len und als Putz­frau in einem Café ver­dien­te, in dem sie zur Unter­hal­tung der Gäs­te auch sang. Die mel­de­ten Tan­te Leen, wie sie sich nann­te, 1956 zum Nach­wuchs­wett­be­werb einer Plat­ten­fir­ma an, wo sie den zwei­ten Platz beleg­te. Im glei­chen Jahr gelang ihr mit ‘Oh John­ny’, einem Lied an den Sie­ger näm­li­cher Ver­an­stal­tung, ein Num­mer-Eins-Hit in Flan­dern. Heu­te erin­nert eine Büs­te in der Elands­gracht an das 1992 ver­stor­be­ne Ams­ter­da­mer Original.

Die nie­der­län­di­sche Mar­got Spon­hei­mer woll­te nicht zum Grand Prix (Reper­toire­bei­spiel).

Gon­nie Baars, eine der vier Künstler:innen, die sich tat­säch­lich erwei­chen lie­ßen, war ein ehe­ma­li­ger Tee­nie­star. Ihren ers­ten Hit hat­te sie 1962 im Alter von 14 mit einer hol­län­di­schen Fas­sung des dama­li­gen deut­schen Grand-Prix-Bei­trags ‘Zwei klei­ne Ita­lie­ner’. Beim NF for­der­te sie dreist ‘Ik wil alles’ und bekam – nichts: sie lan­de­te auf dem letz­ten Platz. Das kes­se Gör starb 2000 mit nur 52 Len­zen an einem Herz­still­stand. Die Sil­ber­me­dail­le ging an Con­ny Vink, die im glei­chen Jahr mit dem ‘Bos­sa Nova Boy’ einen Hit hin­le­gen konn­te. Ihr Vor­ent­schei­dungs­bei­trag ‘Hé moet je bij mij zijn’ (‘Hey, willst du bei mir sein’) zün­de­te hin­ge­gen nicht. 2003 erhielt sie den Rit­ter­or­den des Hau­ses von Oran­je-Nas­sau. Mit deut­li­chem Punk­te­ab­stand in der kom­bi­nier­ten Wer­tung aus Publi­kums- und “pro­fes­sio­nel­ler” Jury sieg­te bei sei­nem zwei­ten Anlauf der Schla­ger­sän­ger Ron­nie Tober. Der wand­te sich in ‘Mor­gen’ an sei­ne Ex-Ehe­frau, die ihn schein­bar ver­ließ, wes­we­gen nun “das Gras nicht mehr duf­tet” und der “Tag eine trau­ri­ge Far­ce” sei, wozu die Fröh­lich­keit sei­nes Vor­trags aller­dings so gar nicht pass­te. Beim Wett­be­werb in Lon­don muss­te er sich mit einem ein­zi­gen Pünkt­chen und dem geteil­ten letz­ten Platz abfin­den, was ihn nicht davon abhielt, zu Hau­se noch die eine oder ande­re Schla­ger­knot­te zu ver­öf­fent­li­chen und bis Mit­te der Sieb­zi­ger mode­ra­te Erfol­ge zu feiern.

Eine Bewegt­bild­auf­zeich­nung von nie­der­län­di­schen Vor­ent­scheid 1968 scheint nicht mehr zu exis­tie­ren. Hier drei der vier Titel als Audiofassung.

Vor­ent­scheid NL 1968

Natio­naal Song­fes­ti­val. Mitt­woch, 28. Febru­ar 1968 aus dem Tivo­li in Utrecht. Vier Teilnehmer:innen. Mode­ra­ti­on: Elles Berger.
#Interpret:inSong­ti­telJuryPlatz
01René FrankAnne­ma­rie07503
02Gon­nie BarsIk wil van alles04704
03Ron­nie ToberMor­gen12201
04Con­ny VinkHé, moet je bij mij zijn07802

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 24.02.21

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