ESC-Fina­le 1970: Schmet­ter­lin­ge und Bienen

Logo des Eurovision Song Contest 1970
Das psy­che­de­li­sche Jahr

Ein neu­es Jahr­zehnt, ein neu­er Auf­bruch. Das bekam das Publi­kum schon bei der deut­schen Vor­ent­schei­dung zu spü­ren, die sowohl inhalt­lich und optisch als auch musi­ka­lisch einer klei­nen Revo­lu­ti­on gleich­kam. Revo­lu­tio­när auch unse­re Ver­tre­te­rin in Ams­ter­dam, Kat­ja Ebstein. Aus der Lie­der­ma­cher­sze­ne kom­mend und beseelt von sozi­al­kri­tisch-auf­klä­re­ri­scher Atti­tü­de, sang die spä­te­re SPD-Wahl­kämp­fe­rin und Hein­rich-Hei­ne-Rezi­ta­to­rin einen von ihrem dama­li­gen Ehe­mann Chris­ti­an Bruhn geschrie­be­nen Trös­tungs­schla­ger namens ‘Wun­der gibt es immer wie­der’. Ein unver­gess­li­cher Ever­green, weil er sich musi­ka­lisch wie text­lich sehr deut­lich von der bis­her übli­chen, bie­de­ren Schla­ger-Stan­dard­ware unter­schied. Ein gewal­ti­ges, span­nungs­ge­la­de­nes Intro mit einer Blue Note als Hin­hö­rer; der gedehn­te und damit dra­ma­tisch wir­ken­de Gesang der Ebstein; ein Lied­text, der zu einem bewuss­ten Leben und zum akti­ven Selbst­ge­stal­ten des eige­nen Schick­sals auf­for­dert; sowie ein furio­ses Fina­le mach­ten das Lied zu einem Mei­len­stein der Con­test­ge­schich­te und einem der bes­ten Pop­songs überhaupt.

Kat­ja in Eis­vo­gel-Blau (DE).

Und, wie um den Song­ti­tel zu bestä­ti­gen, erziel­te die Ebstein in Ams­ter­dam mit Rang 3 das bis dahin bes­te deut­sche Euro­vi­si­ons-Ergeb­nis. In ihrem sen­sa­tio­nel­len, spa­ci­gen Out­fit mit schi­ckem Mini, sil­ber­nen Astro­nau­ten­stie­feln und licht­blau­em Maxi­man­tel – nie­mand in der über sech­zig­jäh­ri­gen Con­test­ge­schich­te konn­te unse­re Kat­ja jemals modisch top­pen – erreich­te sie erst­mals für Deutsch­land eine Medail­len­po­si­ti­on beim euro­päi­schen Gesangs­wett­streit. Dafür hat­ten sie ihre Lands­leu­te so lieb, dass die ARD sie für das kom­men­de Jahr gleich fest buch­te – eine Vor­ge­hens­wei­se, die sich exakt vier Deka­den spä­ter mit einer gewis­sen Lena Mey­er-Land­rut wie­der­ho­len soll­te. Die 1970er Sie­ges­tro­phäe indes ging an die gera­de acht­zehn­jäh­ri­ge Irin Dana (gebo­re­ne Rose­ma­ry Brown) und ihr ‘All kinds of every­thing’, einen wei­te­ren Euro­vi­si­ons­e­ver­green, wenn auch kei­ner der von mir gou­tier­ten Sor­te. Sie gab sich ganz als die naï­ve, natür­li­che Unschuld vom Lan­de, wie Jah­re spä­ter eine gewis­se Nico­le auf einem Hocker sit­zend (aller­dings ohne Lager­feu­er­gi­tar­re) und mit ener­vie­rend hoher Kin­der­stim­me wol­kig-harm­lo­se All­ge­mein­plät­ze über die Lie­be intonierend.

Die iri­sche Andrea Jür­gens: Dana National.

Das war alles sehr geschickt auf hei­le Welt und Kind­chen­sche­ma pro­du­ziert. Was vor Ort auch dar­in Aus­druck fand, dass Danas mit ange­reis­te Eltern ihren Aug­ap­fel im ver­derb­ten hol­län­di­schen Sün­den­pfuhl Ams­ter­dam nicht eine Sekun­de unbe­ob­ach­tet lie­ßen. Kein Wun­der, dass die klei­ne Dana im Gegen­satz zu Kat­ja spä­ter einen poli­tisch stramm kon­ser­va­ti­ven Kurs ein­schlug: nach einer Kar­rie­re als Fern­seh­pre­di­ge­rin in den USA kan­di­dier­te sie Ende der Neun­zi­ger (und erneut in 2011) für den Pos­ten der iri­schen Prä­si­den­tin, aller­dings ohne Erfolg. Von 1999 bis 2004 saß sie im Euro­pa­par­la­ment, wo sie sich vor allem als fun­da­men­ta­lis­tisch stren­ge Abtrei­bungs­geg­ne­rin her­vor­tat – eine Posi­ti­on, die sie mit Kat­ja Ebsteins enger Freun­din und Grand-Prix-Kol­le­gin Inge Brück teilt. Die iri­sche Dele­ga­ti­on hat­te, wie der Buch­au­tor Gor­don Rox­burgh in sei­ner Fibel Songs for Euro­pe beschreibt, nicht damit gerech­net, dass Dana gewin­nen könn­te, so dass die anschlie­ßen­de Sie­ges­fei­er im Hotel­zim­mer statt­fin­den muss­te. Dort kam es im Ver­lau­fe der Nacht zu einem Rauf­han­del, als zwei ange­trun­ke­ne iri­sche Arbei­ter, die gera­de in Ams­ter­dam weil­ten, anklopf­ten und Dana per­sön­lich gra­tu­lie­ren woll­ten, man sie aber abwies. Im Lau­fe der Aus­ein­an­der­set­zung sol­len meh­re­re Schei­ben zu Bruch gegan­gen sein.

Her­ein, wenn’s kein Wogan ist: Mary Hop­kin (UK) öff­ne­te die Türe weit.

Ver­geb­lich einen Ball­saal gebucht hat­te statt­des­sen die bri­ti­sche Dele­ga­ti­on, zumal ihr Bei­trag im Vor­feld bei den Buch­ma­chern führ­te. Nun gehört das letzt­end­lich zweit­plat­zier­te Stück ‘Knock knock, who’s the­re’ der von den Beat­les ent­deck­ten und von ihrem Schall­plat­ten­la­bel Apple (nein, kei­ne Divi­si­on des heu­ti­gen Her­stel­lers von schick design­ten, mas­siv über­teu­er­ten Mobil­te­le­fo­nen) gesign­ten Bri­tin Mary Hop­kin eben­falls zu der Frak­ti­on der Euro­vi­si­ons­lie­der, die man sofort erkennt. Dem Titel gerecht wer­dend, arbei­te­te es mit den sei­ner­zeit im eng­li­schen Pop sehr belieb­ten Klopf­mo­ti­ven und erwies sich als eher ein­fach struk­tu­riert, war an die­sem Grand-Prix-Abend nach sechs vor­aus­ge­gan­ge­nen, haupt­säch­lich fran­ko­phi­len Lan­ge­wei­le­lie­dern jedoch hoch­will­kom­men, was sich auch am fre­ne­ti­schen Saal­ap­plaus bemerk­bar mach­te. Die Inter­pre­tin selbst moch­te den Titel, den ihr das hei­mi­sche TV-Publi­kum unter sechs mög­li­chen Alter­na­ti­ven in einem Song-Vor­ent­scheid aus­ge­sucht hat­te, weil es am deut­lichs­ten der Humpt­ata-Sie­ges­for­mel von ‘Pup­pet on a String’ ent­sprach, hin­ge­gen über­haupt nicht. Rox­burgh zitiert sie mit den Wor­ten: “Es war mir so pein­lich. Es ist furcht­bar, auf der Büh­ne zu ste­hen und ein Lied zu sin­gen, das Du hasst”. Die­se Abnei­gung merk­te man ihr ein wenig an, auch wenn sie sich alle Mühe gab, den Bier­zelt­schla­ger mit der nöti­gen Ver­ve zu interpretieren.

Sweet, sweet Gwen­d­o­ly­ne: Julio in der Straf­ho­se (ES).

Für Spa­ni­en trat ein ehe­ma­li­ger Fuß­ball­spie­ler des FC Real Madrid an, der hier den Grund­stein für sei­ne Kar­rie­re als erfolg­reichs­ter Schnul­zensän­ger Euro­pas leg­te. Aber­tau­sen­de von Haus­frau­en soll­ten bei sei­nen Kon­zert­tour­ne­en vor Ver­zü­ckung in Ohn­macht fal­len und ihm jahr­zehn­te­lang aus­ver­kauf­te Säle sowie gol­de­ne Schall­plat­ten in rau­en Men­gen sichern: laut Wiki­pe­dia setz­te er ins­ge­samt mehr als 300 Mil­lio­nen Ton­trä­ger ab. Hier lan­de­te der noch etwas fah­rig wir­ken­de und in einer baby­blau­en Ach­sel­ho­se ziem­lich unschön anzu­schau­en­de Julio Lang­ne­si­as Igle­si­as, der Mann mit dem zar­ten Schmalz, mit sei­ner schmach­tend vor­ge­jaul­ten ‘Gwen­d­o­ly­ne’ auf dem vier­ten Rang. Grund sei­ner Ner­vo­si­tät war übri­gens, dass sei­ne Dele­ga­ti­on ihm vor dem gegen­über sei­ner Dar­bie­tung beim hei­mi­schen Vor­ent­scheid deut­lich ent­kof­fe­inier­ten Auf­tritt die Sak­ko­ta­schen hat­te ent­fer­nen las­sen, auf dass er nicht die Hän­de dar­in ver­gra­be. Nun wuss­te er nicht, wohin damit – ein Schick­sal, dass er mit zahl­rei­chen ande­ren männ­li­chen Euro­vi­si­ons­in­ter­pre­ten teilt. So wie bei­spiels­wei­se mit dem medi­ter­ra­nen Kon­kur­ren­ten Gian­ni Moran­di, der wäh­rend sei­ner Inter­pre­tia­ti­on des mit­rei­ßen­den Ita­lo­schla­gers ‘Occhi di Rag­ga­zi’ mehr­fach ver­such­te, flü­gel­schla­gend von der Büh­ne abzuheben.

Domi­ni­que Dus­sel Dus­s­ault und ihr deut­sches Idol (MC).

Deutsch­land sah sich nicht nur von Kat­ja Ebstein reprä­sen­tiert: die für Mona­co antre­ten­de, intern aus­ge­such­te jun­ge Fran­zö­sin Domi­ni­que Dus­s­ault him­mel­te in ihrem Chan­son die unsterb­li­che deut­sche Schau­spie­le­rin ‘Mar­le­ne’ Diet­rich an, in ihrer ver­füh­re­risch-geheim­nis­vol­len Andro­gy­nie seit jeher ein Les­ben­idol. Domi­ni­que imi­tier­te im Lau­fe ihrer Femmage die belieb­tes­ten Posen des Film­stars. Das war von hoher unfrei­wil­li­ger Komik, denn der eher kom­pak­ten, schne­cken­lo­cki­gen und trotz ihrer Jugend irgend­wie groß­müt­ter­lich anmu­ten­den Inter­pre­tin selbst ging jeg­li­cher Gla­mour ab: es wirk­te, als wenn Hel­ga Bei­mer ver­such­te, Madon­na nach­zu­ah­men. Das Gast­ge­ber­land schick­te das am Vor­bild ame­ri­ka­ni­scher Motown-Girl­groups ori­en­tier­te Schwes­tern­trio Hearts of Soul. Ihre top­ak­tu­el­le Reve­renz an das vom welt­weit erfolg­rei­chen Musi­cal ‘Hair’ just ins pop­kul­tu­rel­le Kol­lek­tiv­be­wusst­sein trans­por­tier­te Was­ser­mann­zeit­al­ter ver­moch­te jedoch auf­grund des vom hei­mi­schen Orches­ter stark gebrems­ten Tem­pos bedau­er­li­cher­wei­se nicht zu über­zeu­gen. Scha­de, denn mit andert­halb­fa­cher Geschwin­dig­keit abge­spielt, ent­wi­ckelt der Song doch noch so etwas wie Groo­ve. Auf­grund des noch immer gül­ti­gen Grup­pen­ver­bo­tes war man eigent­lich gezwun­gen, eine der drei Maes­sen-Schwes­tern als Solis­tin mit Begleit­chor her­aus­zu­stel­len. Dass der ver­ant­wort­li­che Sen­der den Act den­noch als “Hearts of Soul, Solis­te: Patri­cia” annon­cier­te, unter­strich die zuneh­men­de Unge­duld hin­sicht­lich den immer anti­quier­ter wir­ken­den EBU-Regeln.

Die Supre­mes auf Vali­um: Hearts of Soul (NL).

Der psy­che­de­li­sche Look der deut­schen Vor­ent­schei­dung setz­te sich in Ams­ter­dam fort: mit frei­schwe­ben­den Kugeln erschu­fen die Hol­län­der eine ziem­lich futu­ris­ti­sche Büh­nen-Atmo­sphä­re, in der die antre­ten­den Künstler:innen jedoch, ins­be­son­de­re bei eher klas­si­schen Stü­cken, gele­gent­lich etwas fremd wirk­ten. Bes­tes Bei­spiel: der am Ver­an­stal­tungs­ort gebo­re­ne nie­der­län­di­sche Schla­ger­sän­ger David Alex­and­re Win­ter, der im Vor­jahr einen Num­mer-Eins-Hit in Frank­reich hat­te und nun Luxem­burg ver­trat. Er sei direkt “vom Him­mel gefal­len”, wie er in sei­nem hoff­nungs­los alt­mo­di­schen Schla­ger behaup­te­te. Und zwar offen­bar ohne Fall­schirm: der eben­falls wild mit den Armen rudern­de Win­ter zer­schell­te mit (abso­lut gerech­ten) null Punk­ten auf dem Boden der Jury­wer­tun­gen. Spä­ter sie­del­te er, wie die Alles­wis­sen­de Müll­hal­de berich­tet, in die USA über, wo er Gebraucht­wa­gen ver­kauf­te. Ein all­ge­mein als eher halb­sei­den ange­se­he­ner Beruf, wie ihn auch Die­ter Tho­mas Heck vor sei­ner Kar­rie­re als Radio-DJ und Pate der ZDF-Hit­pa­ra­de aus­üb­te. Und der nahe liegt: in bei­den Jobs muss man mit vol­ler Über­zeu­gung not­dürf­tig auf­po­lier­ten Schrott an über­töl­pel­te Kund:innen verhökern.

Nasch­te der Schau­spie­ler und Sän­ger in Ams­ter­dam von när­ri­schen Pil­zen oder wie erklärt sich sein wil­des Her­um­ge­ham­pel? (IT)

Dass der Con­test über­haupt in der Kif­fer­welt­haupt­stadt statt­fand, ver­dan­ken wir nach Rox­burghs Recher­che einem Zufall: nach­dem im Vor­jahr vier Län­der punkt­gleich sieg­ten, von denen zwei – näm­lich das Ver­ei­nig­te König­reich und Spa­ni­en – bereits 1968 respek­ti­ve 1969 den Wett­be­werb orga­ni­siert hat­ten, ent­schied ein Münz­wurf zwi­schen den ver­blie­be­nen Kan­di­da­ten Hol­land und Frank­reich, wer 1970 als Ver­an­stal­ter über­neh­men muss­te. “Die Nie­der­lan­de ver­lo­ren,” kom­men­tier­te ein BBC-Mit­ar­bei­ter mali­zi­ös den Aus­gang der Ent­schei­dung. Die Gast­ge­ber­schaft mach­te sich erneut bei der extrem spar­sa­men, fast schon fros­ti­gen Mode­ra­ti­on bemerk­bar: der bei der Punk­te­ver­ga­be bis weit über die Gren­ze zur Unhöf­lich­keit hin­aus straf­fe Ablauf führ­te – bei nur zwölf Teil­neh­mer­län­dern, denn alle skan­di­na­vi­schen Natio­nen sowie Öster­reich und Por­tu­gal boy­kot­tier­ten aus Pro­test gegen die Wer­tungs­f­ar­ce des Vor­jah­res den Wett­be­werb – nicht nur zu einer außer­ge­wöhn­lich kur­zen Sen­de­zeit, son­dern ver­stärk­te auch den unper­sön­li­chen, kal­ten Ein­druck die­ses Jahr­gangs. Die Show dau­er­te nur knapp 75 Minu­ten, obwohl das nie­der­län­di­sche Fern­se­hen die Sen­dung erst­mals mit eigens ange­fer­tig­ten Ein­spiel­fil­men zwi­schen den Songs streck­te, wel­che die antre­ten­den Interpret:innen bei einem win­ter­li­chen Stadt­bum­mel in ihrer jewei­li­gen Hei­mat­me­tro­po­le zeig­ten. Die­se aus der Not gebo­re­ne Idee soll­te sich dau­er­haft hal­ten: noch heu­te wer­den die Umbau­pau­sen zwi­schen den Live-Auf­trit­ten mit den soge­nann­ten Post­kar­ten überbrückt.

Der aller­ers­te Novel­ty-Song in der Grand-Prix-His­to­rie kam 1970 aus­ge­rech­net aus der nicht unbe­dingt für ihren Humor berühm­ten Schweiz: der Kin­der­lie­dau­tor Hen­ri Dès alber­te sich durch sein infan­ti­les ‘Retour’. 

Kom­mer­zi­ell hin­ge­gen lief alles rund: die drei erst­plat­zier­ten Sän­ge­rin­nen lan­de­ten maß­stabs­ge­recht auf Rang #4 (Dana), #12 (Mary Hop­kin) und #16 (Kat­ja Ebstein) in den deut­schen Ver­kaufs­charts. Die bei­den eng­lisch­spra­chi­gen Songs erreich­ten zudem euro­pa­weit die Top Ten, wobei sich Frau Hop­kin (#2) in den bri­ti­schen Charts eben­so wie beim Con­test der Irin Dana (#1) geschla­gen geben muss­te. Die konn­te welt­weit mehr als zwei Mil­lio­nen Exem­pla­re ihrer Sin­gle ver­kau­fen und bescher­te ihrem Volk, das es laut dem Buch­au­tor (‘Ire­land and the Euro­vi­si­on’) und zeit­wei­li­gen RTÉ-Unter­hal­tungs­chef David Bla­ke Knox bis dato “nicht gewohnt war, irgend­et­was zu gewin­nen”, enor­me natio­na­le Glücks­ge­füh­le. Danas Sieg, der die bis­lang eher als rand­stän­dig wahr­ge­nom­me­ne Nati­on erst­mals ins Bewusst­sein einer brei­te­ren Öffent­lich­keit rück­te, war zudem mit einer hohen innen­po­li­ti­schen Bedeu­tung auf­ge­la­den, stamm­te die Sän­ge­rin doch aus der nord­iri­schen Stadt (London-)Derry, einem der zen­tra­len Schau­plät­ze der sei­ner­zei­ti­gen blu­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen pro­tes­tan­ti­schen Unio­nis­ten und katho­li­schen Sepa­ra­tis­ten. Die natio­na­le iri­sche Flug­ge­sell­schaft Aer Lin­gus trans­por­tier­te die jun­ge, nach eige­ner Aus­sa­ge fried­lie­ben­de Katho­li­kin (“Das, was dort pas­sier­te, das hat­te mit uns nichts zu tun) am Sonn­tag direkt von Ams­ter­dam nach Der­ry, wo sie von einer fre­ne­tisch jubeln­den Men­ge emp­fan­gen wur­de – der ers­te Flug der Linie, der im offi­zi­ell bri­ti­schen Hoheits­ge­biet lan­den durfte.

Nein, das ist kein sti­li­sier­tes Haken­kreuz – das Logo des ESC 1970 setz­te sich aus vier kreis­för­mig ange­ord­ne­ten Musik­no­ten zusammen.

Euro­vi­si­on Song Con­test 1970

Euro­vi­sie Song­fes­ti­val. Sams­tag, 21. März 1970, aus dem Rai Con­gre­scen­trum in Ams­ter­dam, Nie­der­lan­de. Zwölf Teil­neh­mer­län­der. Mode­ra­ti­on: Wil­ly Dobbe.
#LandInter­pre­tenSong­ti­telJuryPlatz
01NLHearts of SoulWater­man0707
02CHHen­ri DèsRetour0806
03ITGian­ni MorandiOcchi di Ragazza0510
04YUEva SršenPri­di, dala ti bom Cvet0411
05BEJean Val­léeViens l’ou­blier0508
06FRGuy Bon­netMarie Blan­che0805
07UKMary Hop­kinKnock, knock, who’s there?2602
08LUDavid Alex­and­re WinterJu suis tom­bé du Ciel0012
09ESJulio Igle­si­asGwen­d­o­ly­ne0804
10MCDomi­ni­que DussaultMar­lè­ne0509
11DEKat­ja EbsteinWun­der gibt es immer wieder1203
12IEDanaAll kinds of everything3201

Zuletzt aktua­li­siert: 15.07.2021

< ESC-Fina­le 1969

ESC-Fina­le 1971 >

2 Comments

  • ESClucas98 -

    Da stimmt was nicht ganz. Nicht drei­ßig, son­dern vier­zig Jah­re waren es zwi­schen dem Dop­pel­pack von Kat­ja Ebstein und Lena.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.