Ein Lied für Har­ro­ga­te 1982: Ich bin nur ein Mädchen

Nicole, DE 1982
Die Frie­dens­bot­schaf­te­rin

Bereits ins vier­te Jahr ging nun die Regent­schaft des Baye­ri­schen Rund­funks beim deut­schen Grand-Prix-Vor­ent­scheid, und so lang­sam mach­te sich eine immer­glei­che, fade Rou­ti­ne breit. Ob es den Aus­wahl- und Abstim­mungs­mo­dus betraf, die Anzahl der Teilnehmer:innen, das Büh­nen­bild: alles exakt wie schon in den Jah­ren zuvor. Erneut führ­te die damen­haf­te Caro­lin Rei­ber mit auf­ge­setz­tem Pathos durch den Abend, und auch wenn sie mit stolz­ge­schwell­ter Brust ver­kün­de­te, dass die Aus­wahl­ju­ry dies­mal über 800 Titel zu sich­ten hat­te, befand sich das vom BR letzt­lich prä­sen­tier­te Musik­pro­gramm doch fest im Wür­ge­griff weni­ger alt­ge­dien­ter Schla­ger­schaf­fen­der. Denn die an einer Hand abzähl­ba­ren Neue-Deut­sche-Wel­le-Songs flo­gen aller­spä­tes­tens in den erst­mals ein­ge­führ­ten zwei Radio­vor­run­den auf den ARD-Schla­ger­wel­len kon­se­quent raus. Da half es noch nicht mal, wie die Mün­che­ner Band The Days in baye­ri­scher Mund­art zu sin­gen. Doch auch Schla­ge­ret­ten wie Isa­bell Varell oder Ange­li­ka Mils­ter schräg­te es dort.

In sei­nem abge­lehn­ten Agi­ta­ti­ons­schla­ger zum gesell­schaft­li­chen Reiz­the­ma der anti­au­to­ri­tä­ren Erzie­hung behaup­te­te Hans Blum augen­zwin­kernd, dass Eltern, die mal wie­der Sex haben wol­len, ihre Bla­gen halt in den Schlaf prü­geln müs­sen (plus Play­list mit fünf der aus­ge­schie­de­nen Songs als Audio).

Und, auch das mitt­ler­wei­le schon Gewohn­heit: erneut beleg­te der Grand-Prix-Groß­kom­po­nist Ralph Sie­gel die bei­den ers­ten Plät­ze. Von ihm stamm­ten dies­mal gar drei der zwölf in die TV-End­run­de durch­ge­kom­me­nen Vor­schlä­ge, sprich: ein Vier­tel. Einer davon: die unsag­bar depres­siv stim­men­den ‘Blue-Jeans-Kin­der’, die Hym­ne zur Mid­life­cri­sis einer des­il­lu­sio­nier­ten Genera­ti­on von Durch­schnitts­spie­ßern, die in ihrer Jugend gedank­lich zwar mal kurz mit den Ideen der Acht­und­sech­zi­ger sym­pa­thi­sier­ten, sich dann aber doch für Kar­rie­re, Bau­spar­ver­trag und das Rei­hen­haus in der Vor­stadt ent­schie­den. Und die nun ent­spre­chend hart an ihrer Lebens­lü­ge zu kau­en hat­ten. Die vom Schla­ger­ge­schäft schon lan­ge des­il­lu­sio­nier­te Mari­an­ne Rosen­berg, die hier erkenn­bar ohne inne­re Betei­li­gung nur noch lang­fris­ti­ge Kne­bel­ver­trä­ge abar­bei­te­te, kräh­te die tra­ni­ge, musi­ka­lisch auf der schot­ti­schen Natio­nal­hym­ne ‘Auld Lang Syne’ basie­ren­de Num­mer auf den ach­ten Platz. Künst­le­risch war sie damals schon längst zu neu­en Ufern unter­wegs: noch im glei­chen Jahr nahm die Gay-Iko­ne gemein­sam mit den NDW-Hel­den Extra­breit das bes­te Lied ihrer Kar­rie­re auf, näm­lich den fan­tas­ti­schen SM-Kra­cher ‘Duo Infer­nal’. Der flopp­te auf­grund des mehr­heit­lich wohl als zu abrupt emp­fun­de­nen Stil­wech­sels zwar lei­der, doch fei­er­te sie Ende der Acht­zi­ger ein ful­mi­nan­tes Come­back als gereif­te Schla­ger­di­va, die auch heu­te noch im Geschäft mitmischt.

Natür­lich kannst Du mich schla­gen, wenn Du Lust dazu hast”: Kai & Mari­an­ne (Reper­toire­bei­spiel). Und natür­lich könnt ihr, bei­de, jederzeit.

Ihrem eins­ti­gen Hit­pa­ra­den‑Kollegen und mehr­fa­chen Mit­be­wer­ber bei ver­schie­de­nen Vor­ent­schei­den sowohl in Deutsch­land als auch in Luxem­burg, Jür­gen Mar­cus, blieb der Aus­weg aus der Mit­klatsch­schla­ger­höl­le hin­ge­gen trotz ver­zwei­fel­ter Ver­su­che tra­gi­scher­wei­se ver­sperrt. Nach der für ihn immens kost­spie­li­gen Tren­nung von sei­nem Stamm­kom­po­nis­ten Jack White (‘Eine neue Lie­be ist wie ein neu­es Leben’) – Gerüch­te besa­gen, dass Mar­cus sich für eine Mil­li­on DM aus dem Ver­trag her­aus­kauf­te – ver­such­te sich der ehe­ma­li­ge Musi­cal­dar­stel­ler seit gerau­mer Zeit am Spa­gat zwi­schen Schla­ger und Chan­son, wur­de dafür aber von sei­nem ehe­ma­li­gen Stamm­pu­bli­kum mit eis­kal­tem Lie­bes- und Umsatz-Ent­zug bestraft. Das galt auch für den hier vor­ge­tra­ge­nen, hoff­nungs­lo­sen Vali­um­schla­ger aus dem Hau­se Fuchs­ber­ger. Jack White wie­der­um ver­sorg­te bei die­ser Ver­an­stal­tung die eins­ti­ge mone­gas­si­sche Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin von 1971, Séveri­ne, mit einem schwung­lo­sen Durch­hal­te­schla­ger. Titel: ‘Ich glaub an mei­ne Träu­me’. Da blieb sie aller­dings die Einzige.

Erwin, der Mann mit dem Gum­mi­huhn ist wie­der da: Gott­lieb Wen­de­hals war zur fal­schen Zeit am fal­schen Ort (plus Play­list mit allen Vor­ent­schei­dungs­ti­teln in Startreihenfolge)-

Ob es an regio­na­ler Miss­gunst lag, dass der Baye­ri­sche Rund­funk dem in Ham­burg behei­ma­te­ten frü­he­ren Renter­band-Come­dy­ro­cker Wer­ner Böhm, mitt­ler­wei­le dank sei­nes mas­si­ven Num­mer-Eins-Hits ‘Polo­nä­se Blan­ke­ne­se’ bun­des­weit ein­schlä­gig bekannt und gefürch­tet als Faschings­schla­ger­sän­ger Gott­lieb Wen­de­hals, den unglück­li­chen Eröff­nungs­start­platz zuwies? Sei­ne nicht min­der kar­ne­val­es­ke Num­mer ‘Der Ohr­wurm’ jeden­falls straf­te den Titel Lügen und war als Ope­ner der­ar­tig unan­ge­bracht, dass die ver­zwei­fel­ten Ver­su­che Böhms, das augen­schein­lich eher auf fest­li­che Schla­ger­bal­la­den denn auf Niveau-Lim­bo ein­ge­stimm­te Mün­che­ner Stu­dio­pu­bli­kum durch direk­te Anspra­che zum fröh­li­chen Mit­ma­chen zu ani­mie­ren, zwangs­läu­fig auf nach­ge­ra­de fros­ti­ge Ableh­nung sto­ßen muss­ten. Auch vor den Bild­schir­men waren die TV-Zuschauer:innen um die­se Uhr­zeit wohl noch nicht besof­fen genug zum Mit­schun­keln: die Sin­gle schaff­te es im Anschluss gera­de mal auf Rang 70 der hei­mi­schen Verkaufscharts.

Per­len vor die Säue: Mary und das Shetlandschaf.

Dass der 2020 ver­stor­be­ne, Zeit sei­nes Lebens dem exzes­si­ven Alko­hol­ge­nuss zunei­gen­de Böhm indes auch ganz anders konn­te, stell­te er mit einem von ihm geschrie­be­nen Bei­trag für sei­ne dama­li­ge Ehe­frau Mary Roos unter Beweis: der gemein­sam mit dem gefühlt drei Okta­ven höher als sie sin­gen­den Progro­cker und Gesichtspull­over David Han­sel­mann im Duett vor­ge­tra­ge­nen, erstaun­lich unfla­chen, ja gera­de­zu erwach­se­nen Bezie­hungs­bal­la­de ‘Lady’. Das musi­ka­li­sche wie text­li­che (“Lie­be heißt doch nicht, sich auf­zu­ge­ben / Jeder braucht die Frei­heit auch für sich”) Klein­od deut­schen Musik­schaf­fens wur­de sträf­lich unter­be­wer­tet und erreich­te lei­der nur mitt­le­re Rän­ge, sowohl in den Charts (#31) als auch beim Vor­ent­scheid (Rang 6). Deut­lich flot­ter und ein wenig bes­ser plat­ziert hin­ge­gen der erfri­schend unsen­ti­men­ta­le Tren­nungs-Dis­co­schla­ger ‘Nun sag schon Adieu’ des Fri­su­ren­ver­bre­chers Han­nes Schö­ner, der es trotz eines bru­talst­mög­lich abge­würg­ten Song­fi­na­les (die Drei-Minu­ten-Regel!) immer­hin aufs Bron­ze­trepp­chen schaff­te. Heu­te ist Han­nes bei der Köl­ner Kar­ne­vals­ka­pel­le De Höh­ner behei­ma­tet, und damit soll es jetzt aber auch genug des Faschings sein!

Got­ta go, three Minu­tes, bye bye: Han­nes Schöner.

Nach dem Wech­sel der Rosen­berg zu Ralph Sie­gel war die als Hei­ke Hiel­scher in Duis­burg gebo­re­ne Deni­se das neue Pferd im Schla­ger­stall des Kom­po­nis­ten und Pro­du­zen­ten Joa­chim Hei­der (‘Nur die Lie­be lässt uns leben’, 1972). Geld brach­te sie ihm trotz mehr­fa­cher Vor­ent­schei­dungs­teil­nah­men jedoch kei­nes ein, das ver­dien­te er statt­des­sen mit creepi­gen Bei­schlaf­schla­gern für Roland Kai­ser, in denen stets die patri­ar­cha­le Mär vom Mann als wil­len­lo­sen Gefan­ge­nen sei­ner Trie­be und der Frau als gefähr­li­che Ver­füh­re­rin erzählt wur­de (‘Es kann der Frömms­te nicht in Frie­den leben’). Auch die mit mas­si­vem elek­tro­ni­schem Hall auf der Stim­me arbei­ten­de Deni­se muss­te sich in ‘Die Nacht der Lüge’ als untreue Sei­ten­sprin­ge­rin zu erken­nen geben, die nun zer­knirscht bei ihrem Liebs­ten um Ver­ge­bung ansucht. Die eher der C‑Liste des deut­schen Schla­gers zuzu­rech­nen­de Gaby Bagin­sky (‘Der Rum von Bar­ba­dos’) war für die erkrank­te Ire­en Sheer ein­ge­sprun­gen, hin­ter­ließ jedoch eben­so wenig Ein­druck wie die sowohl vor als auch nach ihrer Vor­ent­schei­dungs­teil­nah­me voll­kom­men unbe­kann­te Jen­ni­fer Kemp, eine her­be Blon­di­ne mit erstaun­lich tie­fer Stim­me, die nach eini­gen erfolg­lo­sen Ver­su­chen mit eng­lisch­spra­chi­gen Pop­songs 1980 zum Schla­ger gewech­selt war und hier nun ver­such­te, ‘Wie Phö­nix aus der Asche’ zu stei­gen. Ver­ge­bens. Viel­leicht fehl­te ihr dazu schlicht der Bart.

Caro­li­ne Rei­ber rüsch­te sich erneut auf für die “deut­sche End­aus­schei­dung”. Den Wahl­be­ob­ach­ter Rrrr­ru­dolf Rrrrroh­lin­ger durf­te indes allei­ne durch die Punk­te­ver­ga­be füh­ren: er hät­te sich ohne­hin von kei­ner Frau dazwi­schen­quat­schen lassen.

Um die Kro­ne jedoch ran­gen, wie bereits erwähnt und mitt­ler­wei­le Stan­dard bei Ein Lied für…, Sie­gel und Sie­gel. Den Kür­ze­ren (auch in den Charts: Rang #47) zog dabei die Schwei­ze­rin Pao­la del Med­i­co, obwohl sie für ihr schreck­lich ner­vi­ges Kin­der­lied natür­lich auch etli­che rum­blö­ken­de Bla­gen mit auf die Büh­ne hol­te, was in Deutsch­land eigent­lich immer für Stim­men gut ist. Aber ihr Schick­sal war vor­be­stimmt, besang sie doch die mythi­sche Figur des ‘Peter Pan’. Und nun erin­nern wir uns kurz, wer im Sie­gel-Duell 1980 mit der Sil­ber­me­dail­le vor­lieb neh­men muss­te. Na? Rich­tig: Cos­ta Corda­lis mit, Ach­tung: ‘Pan’. Fällt ihnen da beim Titel eine Gemein­sam­keit auf? Aber auch ohne absur­de Ver­schwö­rungs­theo­rien gab es an der vom BR hilf­reich auf den letz­ten Start­platz gesetz­ten Nico­le Hoh­loch aus dem Saar­land schlicht­weg kein Vor­bei­kom­men. Im Vor­jahr mit ihrer Debüt­sin­gle ‘Flieg nicht so hoch, mein klei­ner Freund’ noch in der Jury-Vor­run­de raus­ge­flo­gen (dies­mal schaff­te sie es auf dem 24. Platz gera­de so in die Radio-Aus­wahl), zog ihr neu­er Men­tor Ralph Sie­gel musi­ka­lisch wie insze­na­to­risch alle Regis­ter: im trotz Glit­zer­stein­be­stü­ckung unglaub­lich bra­ven, schwar­zen Kom­mu­ni­on­s­kleid, mit umge­schnall­ter wei­ßer Wan­der­k­lamp­fe und sei­dig gebürs­te­tem Haar, wirk­te die Sieb­zehn­jäh­ri­ge wie die Per­so­ni­fi­zie­rung von Unschuld, Rein­heit und welt­ver­bes­sern­der Nai­vi­tät, was ihre har­fen­um­schmei­chel­te Frie­dens­bot­schaft aufs Treff­lichs­te unterstützte.

Caro­li­ne Rei­ber hat schon bei der Anmo­de­ra­ti­on einen Pflau­men­sturz, Nico­le erst hinterher.

Man muss sich heut­zu­ta­ge men­tal erst wie­der in die­se Epo­che zurück­ver­set­zen: im Früh­jahr 1982 brach die dia­bo­li­sche, dama­li­ge bri­ti­sche Regie­rungs­chefin Mar­ga­ret That­cher einen bewaff­ne­ten Krieg mit 900 Toten (!) um ein paar haupt­säch­lich von Scha­fen bewohn­te Fel­sen vor der Küs­te Argen­ti­ni­ens vom Zaun, um zu Hau­se den innen­po­li­ti­schen Wider­stand gegen den von den Tories betrie­be­nen Aus­ver­kauf ihres Lan­des zu bre­chen. Und das inmit­ten des Kal­ten Kriegs, auf dem Höhe­punkt des irr­sin­ni­gen Wett­rüs­tens der dama­li­gen Super­mäch­te USA und UdSSR und ihrer jewei­li­gen Ver­bün­de­ten! Die Sys­tem­gren­ze der bei­den ver­fein­de­ten Blö­cke ver­lief mit­ten durch das sei­ner­zeit noch zwei­ge­teil­te Deutsch­land, wir waren auf bei­den Sei­ten mit Atom­ra­ke­ten bis unter die Hals­krau­se zuge­pflas­tert. Die all­ge­gen­wär­ti­ge, ganz real emp­fun­de­ne Angst vor dem unmit­tel­ba­ren, infer­na­li­schen Ende der Mensch­heit war mit Hän­den zu grei­fen. Auch ich, damals fünf­zehn­jäh­rig, frag­te mich abends beim Ein­schla­fen des Öfte­ren, ob ich den nächs­ten Mor­gen noch erle­ben dürf­te oder ich zwi­schen­zeit­lich als Ziel eines Spreng­kop­fes, von wel­cher Sei­te auch immer, her­hal­ten müss­te. Text­zei­len wie “Ich sin­ge aus Angst vor dem Dun­kel mein Lied / und hof­fe, dass nichts geschieht” tra­fen da den blan­k­lie­gen­den Nerv der Zeit. Kein Wun­der, dass Nico­le kam, sang und siegte.

Auch im Osten fürch­te­ten die Men­schen den Over­kill: die DDR-Grup­pe Karat, ‘Der blaue Pla­net’, aus dem­sel­ben Jahr – ein Top-Hit auch im Wes­ten und inhalt­lich der deut­lich tief­grün­di­ge­re Frie­dens­schla­ger. Aber Nico­le hat­te die schö­ne­ren Engels­lo­cken (Reper­toire­bei­spiel).

Zumal der Tex­ter Bernd Mei­nun­ger sich ansons­ten mit wol­kig-harm­lo­sen, nicht wei­ter ver­schre­cken­den Gemein­plät­zen begnüg­te und eben nur “ein biss­chen” Frie­den for­der­te. Die­se inhalt­li­che Unsin­nig­keit (genau wie bei einer Schwan­ger­schaft kann es Frie­den nur ganz oder gar nicht geben) ist kei­ne schla­ger­ty­pi­sche Peti­tes­se, son­dern bewuss­tes inhalt­li­ches Kal­kül. “Ein biss­chen” hieß in die­sem Fall, dass es völ­lig aus­reicht, wenn sich hier im rei­chen (West-)Europa nichts ändert und auf uns kei­nen Bom­ben fal­len. Krie­ge in Nah­ost, in Afri­ka, vor der Küs­te Süd­ame­ri­kas? Nur ger­ne wei­ter, da hän­gen schließ­lich deut­sche Arbeits­plät­ze dran! Einer, der die­se Men­ta­li­tät in einem wei­te­ren Frie­dens­schla­ger die­ser Tage angriff, war der Nord­deut­sche Hans Hartz: sein inhalt­lich deut­lich düs­te­re­res und mit Rei­be­stim­me into­nier­tes ‘Die wei­ßen Tau­ben sind müde’ schaff­te es bis auf Rang 11 in den Sin­gle-Charts, aller­dings nicht zum deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid, obwohl Hartz den Song auch beim BR ein­ge­reicht hat­te. Das Aus­wahl­gre­mi­um des CSU-nahen Sen­ders ver­hin­der­te aller­dings die lin­ke Kon­kur­renz für Nico­le. Auch andern­orts stieß der im Jah­re 2002 an Lun­gen­krebs ver­stor­be­ne Hartz auf kon­ser­va­ti­ve Gegen­wehr: bei sei­nem Auf­tritt in der ZDF-Hit­pa­ra­de des beken­nen­den CDU-Wahl­hel­fers Die­ter Tho­mas Heck klemm­te aus­ge­rech­net bei ihm bei ihm der Tele­fon-TED, so dass er mit 0% ausschied.

Mein ehe­ma­li­ger Nach­bar: Hans Hartz leb­te zuletzt in Frank­furt am Main, im sel­ben Haus wie ich.

Deut­sche Vor­ent­schei­dung 1982

Ein Lied für Har­ro­ga­te. Sams­tag, 20. März 1982, aus dem Stu­dio 4 des Baye­ri­schen Rund­funks in Mün­chen-Unter­föh­ring. 12 Teilnehmer:innen. Mode­ra­ti­on: Caro­lin Rei­ber. Demo­sko­pi­sche Umfrage.
#Inter­pre­tenSong­ti­telTele­vo­tePlatzCharts
01Gott­lieb WendehalsDer Ohr­wurm20291170
02Séveri­neIch glaub an mei­ne Träume271710-
03Jen­ni­fer KampWie Phö­nix aus der Asche196512-
04Mel Jer­seySchenk mir eine Nacht322707-
05Gaby Bagin­skySo wie Du bist280209-
06Mari­an­ne RosenbergBlue-Jeans-Kin­der286208-
07Mary Roos + David HanselmannLady33580631
08Pao­laPeter Pan43180247
09Deni­seDie Nacht der Lüge379904-
10Han­nes SchönerNun sag schon Adieu39140327
11Jür­gen MarcusIch wür­de ger­ne bei Dir sein343905-
12Nico­leEin biss­chen Frieden51160101

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 19.10.2021

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5 Comments

  • Angst Damals war ich 13 und wuß­te auch nicht, wie lan­ge ich noch zu leben habe, es konn­te ja ganz schnell vor­bei sein. Daher hat mich die­se Schnul­ze aus dem bösen Wes­ten rich­tig umge­hau­en. Den anschlie­ßen­den ESC-Sieg habe ich dann total genos­sen, auch wenn ich kein BRD-Bür­ger war.

  • Ralph Sie­gel schreibt übri­gens in sei­ner Bio­gra­phie, dass Nico­le ursprüng­lich auch “Nur ein Lied” von Pietsch und Jung gesun­gen hat, sich dann aber für “Ein biss­chen Frie­den” entschied.

  • bideldebinka -

    Fra­ge: Ist es rich­tig, dass sich 1982 auch der Song “Die wei­ßen­Tau­ben sind müde” von Hans Hartz in der Vor­auswahl befand?

  • Laut eurovision.de befand sich der Song von Hartz unter den für den Vor­ent­scheid ein­ge­reich­ten Vor­schlä­gen, wur­de aber von der Jury aus­ge­siebt und noch nicht mal zur Radio-Vor­run­de zuge­las­sen. Dan­ke für die Fra­ge, ich arbei­te das beim nächs­ten Update mit ein.

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