Unser Star für Baku 2012: Ein Lob dem Grand Prix!

Roman Lob, DE 2012
Der Täto­wier­te

Der Lack war ab im drit­ten Jahr der Regent­schaft Raabs über den deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid. Konn­te die mit Hil­fe sei­ner Cas­ting­show Unser Star für Oslo gefun­de­ne Lena Mey­er-Land­rut 2010 noch die Nati­on und anschlie­ßend ganz Euro­pa ver­zau­bern, so geriet schon die von Raab 2011 mit näm­li­cher, zur “Titel­ver­tei­di­gung” ver­pflich­te­ten Sän­ge­rin insze­nier­te Wer­be­ver­kaufs­ver­an­stal­tung für deren zwei­tes Album zur Qual für die Zuschau­en­den. Dies­mal kehr­te der (eigent­lich bereits vom ESC “zurück­ge­tre­te­ne”, als offi­zi­ell ein­fa­ches Jury­mit­glied in der Show aber den­noch omni­prä­sen­te) Köl­ner Impre­sa­rio zum Ursprungs­for­mat zurück und prä­sen­tier­te in acht unend­lich lan­gen und unend­lich lang­wei­li­gen Sen­dun­gen erneut einen Hau­fen von hoff­nungs­fro­hen, bis weit über die Gren­ze zum Brech­reiz belob­hu­del­ten Nach­wuchs­ta­len­ten, die sich mit irgend­wel­chen Cover­ver­sio­nen der Gunst den Anrufer:innen stel­len muss­ten. Und mehr oder min­der im Zufalls­ver­fah­ren nach und nach wie­der her­aus­flo­gen. Was vor allem an der von Raab zum Zwe­cke der künst­li­chen Span­nungs­er­zeu­gung und Ein­nah­men­ma­xi­mie­rung ein­ge­führ­ten Blitz­ta­bel­le lag. Soll hei­ßen: in den auf Pro­Sie­ben gezeig­ten fünf Vor­run­den waren die (zusatz­kos­ten­pflich­ti­gen) Tele­fon­lei­tun­gen bereits geöff­net, bevor der ers­te Ton erklang. Abge­stimmt wur­de hier also nicht nach Talent, son­dern nach Sym­pa­thie. Und: der aktu­el­le Stand wur­de per­ma­nent ein­ge­blen­det. Was dazu führ­te, dass die Fans vor allem dann anrie­fen, wenn ihr jewei­li­ger Lieb­ling gera­de ganz hin­ten lag, um ihn kurz­fris­tig wie­der nach oben zu pushen.

Kri­tik aus dem eige­nen Haus: das NDR-Medi­en­ma­ga­zin Zapp nahm USfB wegen der Tele­fon­ab­zo­cke aufs Korn.

Das mani­fes­tier­te sich zudem in stö­ren­den und respekt­lo­sen Zwi­schen­ap­plau­sen, die in aller Regel nicht der gera­de auf der Büh­ne um ihr Leben sin­gen­den Nach­wuchs­kraft gal­ten, son­dern einen tem­po­rä­ren Füh­rungs­wech­sel in der Tabel­le kenn­zeich­ne­ten. Die ziem­li­che Aus­tausch­bar­keit der Kandidat:innen im Hin­blick auf ihre Per­sön­lich­kei­ten und ihre jewei­li­ge Stimm­kraft trug aller­dings mit bei zur Belie­big­keit der Ergeb­nis­se. Die letz­ten drei Sen­dun­gen lie­fen im Ers­ten. Und da die ARD an Anru­fen nichts ver­die­nen darf, kam hier die Blitz­ta­bel­le deut­lich ver­hal­te­ner zum Ein­satz, was die­se Shows mensch­li­cher erschei­nen ließ. Wie bereits 2010 stand der spä­te­re Sie­ger eigent­lich schon in der ers­ten Sen­dung fest. Wobei sich Roman Lob, der sei­ner­zeit 21jährige Düs­sel­dor­fer Indus­trie­me­cha­ni­ker mit dem Holz­fäl­ler­hemd und dem sanf­ten Dackel­blick, im Fina­le von Unser Star für Baku mit nur 50,7% der Stim­men erstaun­lich knapp gegen sei­ne letz­te ver­blie­be­ne Kon­kur­ren­tin Ornel­la de San­tis durch­setz­te. Die mit ‘Quiet­ly’ eine elfen­haft kit­schi­ge Dis­ney-Bal­la­de ablie­fer­te, wel­che bei ihr dann aber doch ein wenig quiet­schig wirk­te und außer­dem nicht rich­tig aus dem Quark kam. Was vor allem an der furcht­ba­ren Raab’schen Haus­ka­pel­le Hea­vy­to­nes lag, die alle Auf­trit­te live beglei­te­te und dabei einen unfass­bar brä­si­gen Sound fabri­zier­te. Im Super­fi­na­le, als die Musik vom Band kam, klang der Titel dem­entspre­chend deut­lich frischer.

Ein lei­ses Lied in die­ser lau­ten Zeit: Ornel­la bei einem spä­te­ren Live­au­f­ritt mit der Akustikversion.

Romans ‘Stan­ding still’ sorg­te hin­ge­gen schon bei der ers­ten Per­for­mance für ste­hen­de Ova­tio­nen beim Köl­ner Saal­pu­bli­kum. Und das nicht ganz zu Unrecht: vor allem bei dem sof­ten Lied­auf­takt des von dem eher aus dem Jazz kom­men­den, bri­ti­schen Sin­ger-Song­wri­ter Jamie Cul­lum mit ver­fass­ten Songs konn­te das kusche­li­ge “Baby­bär­chen” (so die ihm von der schwu­len Pres­se umge­hend ange­häng­te Kate­go­ri­sie­rung) mit der honig­sam­te­nen Stim­me sei­ne Stär­ken voll aus­spie­len und die Zuschauer:innen ver­zau­bern. Auch der hie­si­ge Sei­ten­be­trei­ber saß zuge­ge­be­ner­ma­ßen stets sehn­suchts­voll fie­pend vor dem Fern­se­her, wenn der lei­der Got­tes durch und durch hete­ro­se­xu­el­le Lob mit gro­ßen Knopf­au­gen in die Kame­ra guck­te. Was womög­lich erfolg­reich davon ablenk­te, dass ‘Stan­ding still’ sei­nem Titel spä­tes­tens ab dem Refrain alle Ehre mach­te und man ab da zuneh­mend unge­dul­di­ger dach­te, jetzt müs­sen die drei Minu­ten aber doch lang­sam mal zu Ende sein. Fai­rer­wei­se muss man sagen: alle vier für das Fina­le über­wie­gend bei inter­na­tio­na­len Kom­po­nis­ten­teams ein­ge­kauf­ten Lie­der fie­len in die Kate­go­rie Alb­um­fül­ler. Immer­hin bil­de­ten der deut­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag und sein in Baku von den bri­ti­schen Fan­me­di­en hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand schon mal mit dem Adjek­tiv “dull” bedach­ter Inter­pret so eine stim­mi­ge Ein­heit: irgend­wie nett und ziem­lich süß, aber halt auch ein biss­chen fade.

Wie gehirn­am­pu­tiert: da hat man einen Live-Auf­tritt, sperrt den aber über­all und nimmt statt­des­sen noch am sel­ben Abend im sel­ben Stu­dio einen völ­lig unspek­ta­ku­lä­ren Video­clip zur Stu­dio­fas­sung auf. Bei Brain­pool haben sie das Brain echt am Pool lie­gen lassen.

Mit gera­de mal 2,2 Mil­lio­nen Zuschauer:innen soll­te sich das USfB-Fina­le als Quo­ten­flop erwei­sen. Raab, der dies­mal kei­nen eige­nen Wett­be­werbs­ti­tel bei­gesteu­ert hat­te und in der Sen­dung dem­entspre­chend unin­ter­es­siert wirk­te, gab im Anschluss den Staf­fel­stab nach Ham­burg zurück.

Deut­sche Vor­ent­schei­dung 2012

Unser Star für Baku. Don­ners­tag, 16. Febru­ar 2012, aus dem Brain­pool-TV-Sen­de­stu­dio in Köln-Mühl­heim. Zwei Teilnehmer:innen, Mode­ra­ti­on: Ste­ven Gät­jen und San­dra Rieß. Tele­vo­ting mit Superfinale.
#Inter­pre­tenSong­ti­telTele­vo­teSuperPlatzCharts
01Roman LobCon­flic­ted06,5%0651
02Ornel­la de SantisQuiet­ly70,0%49,3%0224
03Roman LobAlo­ne16,7%0442
04Ornel­la de SantisAlo­ne17,60369
05Roman LobStan­ding still76,8%50,7%0103
06Ornel­la de SantisStan­ding still12,4%0577

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 16.11.2022

< Unser Song für Deutsch­land 2011

Unser Song für Mal­mö 2013 >

Stan­ding still’ ist der deut­sche Song für Baku. Still­stand oder Fortschritt?

  • Klas­se Song, tol­le Per­for­mance, vor­de­rer Platz! (31%, 43 Votes)
  • Lässt mich völ­lig kalt. Das wird nix. (24%, 33 Votes)
  • Aus der Num­mer könn­te man noch was machen. (23%, 31 Votes)
  • Schö­ner Song, aber nicht das Rich­ti­ge für den ESC. (14%, 19 Votes)
  • Komm zurück, Lou, alles ist ver­ge­ben! (8%, 11 Votes)

Total Voters: 137

Loading ... Loading …

12 Comments

  • Das Lied ist gut und könn­te weit kom­men. Aber irgend­wie gibt es in mei­ner Lis­te kein Lied, das Island von der Spit­ze her­un­ter­stür­zen könnte…

  • Mei­ne Mei­nung: Der bes­te Bei­trag des Abends war “Quiet­ly” von Ornel­la. Sau­ber gesun­gen, irgend­wie berüh­rend und abso­lut taug­lich für die Euro­vi­si­on. “Stan­ding Still” mag Roman ja wirk­lich gut per­formt haben – es ist aber kein Aus­rei­ßer wie “Satel­li­te” es vor zwei Jah­ren war. Momen­tan hal­te ich eine Plat­zie­rung in der Nähe oder in der Top 10 mög­lich – aber es wird sicher­lich kein Sieg. 

    Ins­ge­samt waren die Lie­der des Fina­les ein biss­chen bes­ser, als das, was uns noch bei USFO ser­viert wur­de. “Bee” war bei­spiels­wei­se damals abso­lut untaug­lich für die Euro­vi­si­on, sowohl von Jen­ni­fer Braun als auch von Lena. Aller­dings merk­te man auch bei USFB, das die letz­ten zwei Bei­trä­ge “Alo­ne” und “Stan­ding Still” Roman deut­lich bes­ser ste­hen, als Ornel­la – ähn­li­che Situa­ti­on bei USFO. “Bee” war damals der wohl unpas­sends­te Song, den man für Jen­ni­fer fin­den konn­te. Viel­leicht ein Zei­chen dafür, wie sehr hin­ter den Kulis­sen auf einen Sieg Romans gesetzt bzw. gehofft wurde?

    Natür­lich gibt er mehr her – er ist abso­lut foto­taug­lich, lässt sich mit sei­nem mit­tel­stän­di­schen Beruf als Indus­trie­me­cha­ni­ker und sei­ner zurück­hal­ten­den und damit abso­lut auf dem Tep­pich blei­ben­den, sym­pa­thi­schen Art bes­ser ver­mark­ten als die doch ein wenig farb­lo­se, wenn auch eben­falls sehr sym­pa­thi­sche Ornel­la. Aber sie hat es gesang­lich wirk­lich drauf – wäh­rend Roman doch eher dem Ein­heits­brei der Cas­ting­shows zuge­schrie­ben wer­den kann, auch wenn er natür­lich auch sin­gen kann – das will ich gar nicht ver­nei­nen. Es fehlt nur das Spe­zi­el­le, Außer­ge­wöhn­li­che in der Stimme.

    Mein der­zei­ti­ger Tipp für Baku – Platz 12. Auch wenn noch nicht alle Titel bekant sind. Es fehlt neben einem durch­schla­gen­den Knal­ler­song wie “Satel­li­te” ein­fach auch die Enter­tai­ner-Art einer Lena, die zwar mitt­ler­wei­le ihr wah­res, äußerst unsym­pa­thi­sches Gesicht gezeigt hat, damals jedoch im rich­ti­gen Moment mit einer kes­sen, süßen Art zu über­zeu­gen wuss­te. Roman wird in die­ser Hin­sicht nicht auf­fal­len. Scha­de jeden­falls um “Quiet­ly” – hät­te ich wirk­lich sehr, sehr ger­ne im gro­ßen Fina­le in Aser­bai­dschan gesehen.

    PS. Noch ein paar Wor­te zur Cas­ting­show USFB an sich – die Blitz­ta­bel­le fand ich anfangs klas­se, aber spä­tes­tens heu­te Abend war das voll dane­ben. Man hat zu Beginn gese­hen, als die Blitz­ta­bel­le ein­ge­blen­det wur­de und die Zuschau­er bis dahin noch nicht wuss­ten, wie der Stand der Din­ge war, das Ornel­la in Füh­rung lag. Ruck zuck vote­ten die Zuschau­er – viel­leicht weil es bis­her ein­fach fast immer so war – Roman auf die 1. Sehr mani­pu­lie­rend das Gan­ze. Am Ende hät­te Ornel­la – wenn auch dann völ­lig über­ra­schend – gewon­nen, wäre der Zwi­schen­stand nicht andau­ernd ein­ge­blen­det gewesen.

    Die Jury – tota­le Voll­pfos­ten. Ali­na total ner­vig mit ihrem Gela­ber. Immer wie­der nann­te sie Wor­te wie “Gefüh­le” oder “Emo­tio­nen”. Sowas Ätzen­des! Oft­mals dazu völ­lig deplat­ziert. Tho­mas D., der König der Voll­pfos­ten. Völ­lig sinn­freie Kom­men­ta­re. Raab oft­mals der ein­zi­ge, der nüch­ter­ne, ehr­li­che Kom­men­ta­re gab. Gott sei Dank saß er doch in der Jury!

    Die Mode­ra­to­ren – eben­falls tota­le Voll­pfos­ten. Aus­wen­dig gelern­te Mode­ra­ti­ons­tex­te, kei­ner­lei Witz, kei­ner­lei spon­ta­ne Sti­che­lei­en oder lus­ti­ge Sprü­che (Opden­hö­vel!!!). Ein­fach nur ein rei­nes Run­ter­ge­leie­re von Mode­ra­ti­ons­tex­ten. Furcht­bar! San­dra Rieß abso­lut untaug­lich für die gro­ße Büh­ne. Ste­ven Gät­jen war nie der gro­ße Show­mo­de­ra­tor. Der ARD man­gelt es an gutem Nachwuchs.

    Die Kan­di­da­ten – etwas schlech­ter als bei Unser Star für Oslo. Yana Gercke irgend­wann völ­lig über­be­wer­tet, rich­ti­ger­wei­se im Halb­fi­na­le geflo­gen. Die zwei Fina­lis­ten abso­lut berech­tigt im Fina­le, bei­de mit durch­ge­hend tol­len Per­for­man­ces. Die schlech­ten Kan­di­da­ten wur­den glück­li­cher­wei­se bereits in den Vor­auswahl-Shows raus­ge­kickt (außer Vera, sehr scha­de um sie!), da war aber teil­wei­se Schreck­li­ches dabei. So etwas gab es bei USFO nicht. Es fehl­te aber an einer Mons­ter­stim­me wie die von Jen­ni­fer Braun und an Enter­tai­nern wie Lena oder an Cha­rak­te­ren wie Chris­ti­an Durste­witz. Der Show fehl­te es dadurch an wit­zi­gen (Ein­spiel-Clips von Lena) oder an spek­ta­ku­lä­ren (bei­spiels­wei­se der “Hea­vy Cross”-Auftritt von Jen­ni­fer) Momenten.

    Ins­ge­samt also eher ent­täu­schend – ob das Gan­ze wie­der­holt wird 2013, das mag ich der­zeit noch bezwei­feln. Ein neu­es Modell kann von mir aus her – zum bei­spiel ein deut­sches Melo­di­fes­ti­va­len. Das wäre spitze!

  • Ja, nächs­tes Mal bit­te, bit­te ein­fach eine Song­fin­dungs-Show machen und kei­ne Sän­ger­fin­dungs-Show. Lasst doch irgend­wel­che Nach­wuchs-Bands ihre Lie­der vor­stel­len, mei­net­we­gen zwei Halb­fi­nals auf Pro7 und dann die Ent­schei­dungs­show in der ARD, und dann haben wir es hin­ter uns.
    Ich den­ke nicht, dass ich mir nächs­tes Jahr noch mal 8 an Ödnis schwer zu über­bie­ten­de Cas­ting-Sen­dun­gen antun will…

  • Nein, ich mag mich nicht durch­fall­ar­tig in Lob­hu­de­lei für den Blog­ger ver­tie­fen, aber ich stim­me mit ihm schon arg über­ein. Ja, der Refrain bringt mir so nichts – ich fin­de den eher lang­wei­lig, das müss­te wohl schon auf­ge­rockt wer­den, der Start passt zum Roman Lob – wir sind auf jeden Fall gut vertreten.
    Von Ornel­la de San­tis hat­te ich genau so ein Lied erwar­tet und ja, im 2. Durch­gang hat es mich “berührt” – und ich glaub, das wäre auch was für den ESC gewe­sen. Eine Wahl war es durchaus.
    Oh ja, die Blitz­ta­bel­le – so ein Mist – gut, dass sie zwi­schen­drin nicht zu sehen war – viel­leicht hät­te man tat­säch­lich noch Frau Süg­ge­ler ein­fü­gen sol­len… 6 % … und jau, Tho­mas D hielt ich zwar immer für einen Berufs­ju­gend­li­chen – aber so ein­fach… die­se Hop­se­rei zum Schluß und die­ses Getue – das war ja schlim­mer als beim WM-Fina­le auf der Trai­ner­bank. Die Mode­ra­ti­on… hui, das ist schon sehr.… puuuh… Green­room-Gesprä­che, die­se merk­wür­di­gen Gags der jun­gen­Wel­le.… ja, Herr Blog­ger, alles ist gut und tref­fend beschrie­ben. Danke!
    Und nächs­tes Jahr dann bit­te kei­ne 8 Sängerfindungssendungen.

  • Ein lan­ger Kom­men­tar von A bis Z, von oben bis unten vol­ler Wahr­hei­ten (bzw. was ich sub­jek­tiv als Wahr­heit wahr­neh­me) und dann lei­der ein Satz mit­ten­drin, den ich unmög­lich fin­de und mich zögern lässt, den “Gefällt mir”-Button zu drü­cken – scha­de eigentlich…

    Am Ende drü­cke ich in trotzdem…

  • Aus der Num­mer könn­te man noch was machen.”

    Für die­se Opti­on habe ich mich entschieden.

    Die Num­mer haut mich momen­tan nicht vom Hocker – so wie ich sie in dem Video oben gehört habe (ich habe ges­tern nicht geguckt, um ehr­lich zu sein), wür­de ich höchs­tens aus dem unte­ren Punk­te­be­reich etwas raus­rü­cken. Aber ich schlie­ße nicht aus, dass da noch was zu machen ist (dem­entspre­chend mein Votum).

    Es ist nicht so eine Weich­spü­ler­num­mer wie ich befürch­tet hat­te, das fin­de ich schon mal gut. Aber es gibt Fak­to­ren, an denen noch viel gear­bei­tet wer­den muss bis Baku. Aber es ist ja zum Glück noch Zeit.

    1. Am Arran­ge­ment soll­te sicher­lich noch gefeilt wer­den. Zuge­ge­ben, ich kann’s nicht kon­kre­ti­sie­ren, aber irgend­wie gefällt mir per­sön­lich das so noch nicht.
    2. Wenn man das Eng­lisch vie­ler Ost­eu­ro­pä­er kri­ti­siert, dann muss das auch hier erlaubt sein (Eim stä­an­ding ställ, eim stä­an­ding ställ…).
    3. Romans Gesangs­leis­tung muss beim ESC im Ver­gleich zum obi­gen Video bes­ser wer­den. Da kann ich mich der Mei­nung des Haus­her­ren, dass hier Stan­ding Ova­tions gerecht­fer­tigt waren, nicht anschließen.

    Ich weiß nicht, ob da mehr als ein Mit­tel­platz her­aus­sprin­gen wird. Ich wür­de es Roman durch­aus gön­nen, auch wenn ich nicht zu sei­ner Fan­ge­mein­de gehö­re, aber ich zweifle.

    * * *

    Ornel­la mit “Quiet­ly”: Nach dem, was ich auf dem Video auf eurovision.de gese­hen habe, hät­te ich dem Bei­trag mehr Chan­cen beim ESC gege­ben, obwohl auch hier noch eini­ges zu tun gewe­sen wäre.

    1. Am Anfang des Songs schien es so, als wären die tie­fe­ren Töne nicht so sehr für Ornel­la. Hat sie den Anfangs­part hin­ter sich, singt sie den Song aber wirk­lich wunderschön.
    2. Ornel­la leb­te den Song nicht, da kam von der Stim­me abge­se­hen nicht viel Aus­drück rüber (Abzug in der B‑Note, wenn man so will).

    * * *

    Unter’m Strich ist mei­ne Mei­nung: Wie vor zwei Jah­ren (Lena vs Jen­ni­fer) gewann nicht die bes­se­re Sän­ge­rin das Finale.

    Damals emp­fand ich es trotz­dem als rich­ti­ge Ent­schei­dung, weil es eben auch ande­re, mei­ner Mei­nung nach erdrü­cken­de Fak­to­ren gab, die klar für Lena spra­chen. (Ich fand Jen­ny auch toll, aber ich glau­be kei­ne Sekun­de, dass sie ganz weit vor­ne gelan­det wäre, geschwei­ge denn den ESC gewon­nen hätte.)

    Ich per­sön­lich sehe die Fak­to­ren dies­mal nicht, die die Ent­schei­dung gegen die bes­se­re Sän­ge­rin recht­fer­ti­gen. Aber die Anru­fer von über 50 Pro­zent der Anru­fe (absicht­lich kom­pli­zier­te Satz­struk­tur hier) sahen das offen­bar anders, so ist das nun mal.

    Ob es ohne Blitz­ta­bel­le auch so aus­ge­gan­gen wäre… Tja… Man wird das letzt­lich nie erfah­ren. So wie man auch nie erfah­ren wird, ob Lena auch MIT Blitz­ta­bel­le gegen Jen­ny gewon­nen hätte.

    Es ist also müßig, dar­über zu spe­ku­lie­ren. Acta est fabula.

  • Schon wie­der sowas. Ich glaub’, das rühr­te daher, dass Copy & Pas­te nicht zu fun­zen schien.

    Der Satz erschien jeden­falls nicht im Text­feld, und nun steht er aber trotz­dem gleich zwei­mal da unten…

  • Der ein­zi­ge Bei­trag, mir etwas gefiel, war der zwei­te Song von Ornel­la. Etwas schnel­ler und mit einer Per­for­mance à la Jed­ward, das hät­te ein Knal­ler wer­den können. 

    Roman war von Anfang an ganz vorn und ich habe nie ver­stan­den, war­um. Kann mir das jemand erklä­ren? Liegt es nur am Aus­se­hen, denn sän­ge­risch fand ich ande­re bes­ser. Irgend­wie könn­te ich glatt an Schie­bung glau­ben,  will es aber nicht. Es kam mir ein­fach nur merk­wür­dig vor. 

    Viel­leicht erreicht er sogar eine gute Plat­zie­rung in Baku (im Semi kann er ja nicht raus­flie­gen), doch ich kann mir bei ihm kei­ne Kar­rie­re vor­stel­len. Genau wie Max Mutz­ke seinerzeit.

  • Ich habe mich die gesam­te Staf­fel USFB und inbe­son­de­re im Finale
    unend­lich gelang­weilt. Das lag einer­seits an der echt schlim­men Jury mit
    den immer­glei­chen Kom­men­ta­ren als auch an den unglaub­lich öden
    Teil­neh­mern, die ent­we­der extrem gehypt oder grund­los kri­ti­siert wurden.
    Nicht zuletzt noch die Hea­vy­to­nes, die mit ihrem typi­schen Stil alle
    Songs irgend­wie gleich klin­gen lassen.

    Ich bestrei­te nicht, dass die Teil­neh­mer mehr oder weni­ger alle singen
    konn­ten. Aber da war nur ein ein­zi­ger Cha­rak­ter dabei, der auch ein
    bischen inter­es­sant war: Shel­ly. Ich habe von der ers­ten bis zur letzten
    Minu­te auf einen Lena-Effekt gewar­tet. Wenn ich an USFO den­ke, waren im
    direk­ten Ver­gleich neben Lena noch meh­re­re ech­te “Typen” dabei, die
    alle­samt bes­ser waren, als was die­ses Jahr auf­ge­fah­ren wur­de. Man
    erin­ne­re sich nur an Chris­ti­an Durste­witz oder auch Kers­tin Freking.

    Und dann eine Song­aus­wahl zum Davon­lau­fen! Sowohl “Satel­li­te” als auch
    “Taken by a Stran­ger” hat­ten etwas Beson­de­res. Aber kei­ner der diesmal
    aus­ge­kram­ten Vor­schlä­ge war auch nur annä­hernd ESC-taug­lich. Höchstens
    “Alo­ne” in der Ornel­la-Ver­si­on. Der Rest abso­lut langweiliger
    Ein­heits­brei- unter­stützt durch den immer­glei­chen Heavytones-Sound.
    “Stan­ding still” ist viel­leicht eine net­te Radi­o­num­mer. Aber zum ESC?
    Ich bit­te euch!

    Zusam­men­ge­fasst: Das war ne ech­te Null­num­mer die­ses Jahr. Ich kann weder
    den Hype um Roman ver­ste­hen, der die Augen beim sin­gen ent­we­der zu hat
    oder die Augen­brau­en hoch­zieht. Dazwi­schen scheints nichts zu geben.
    Noch kann ich dem Song etwas abge­win­nen. Das ist so extrem beliebig,
    mei­ne Güte! Zumal Roman auch noch dazu neigt im Refrain bei “still” den
    Ton zu lei­ern. Wenn man das ein­mal regis­triert hat, ist das extrem
    ner­vig und man möch­te es eigent­lich nur noch schnell wegschalten…

    Falls Deutsch­land die­ses Jahr irgend­wel­che Punk­te bekom­men soll­te, kann das also nur zwei Grün­de haben:

    1. Schnu­ckel­punk­te, denn es schei­nen ja genug Mädels und Schwes­tern ein
    feuch­tes Hös­chen bei ihm zu bekom­men. Von den bis­lang bekann­ten anderen
    ESC-Teil­neh­mern wird da aber auch Kon­kur­renz kommen.

    Oder

    2. Das unglaub­li­che Glück, dass Deutsch­land nicht durchs Halbfinale
    muss. Man hört den Song damit nur ein­mal und Roman ist weg bevor man
    sich über die Augen­brau­en­hoch­zie­he­rei und das Gelei­er auf­re­gen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert