Ben­i­dorm Fest 2022: Statt der Mamá nun die MoMo

Zwei eigent­lich alt­be­kann­te Weis­hei­ten bestä­tig­te das gest­ri­ge Fina­le des neu auf­ge­leg­ten spa­ni­schen Vor­ent­scheids auf ful­mi­nan­te Wei­se: dass näm­lich, ers­tens, auch bis­lang eher glück- und plan­los agie­ren­de Sen­der aus dem Trä­nen­tal der per­ma­nent Letzt­plat­zier­ten beim Euro­vi­si­on Song Con­test inner­halb kür­zes­ter Zeit ein bahn­bre­chen­des Aus­wahl­for­mat mit lau­ter her­aus­ra­gen­den, star­ken Songs aus dem Boden stamp­fen kön­nen, die für inter­na­tio­na­les Auf­se­hen und Auf­re­gung in der Fan-Com­mu­ni­ty sor­gen, wenn sie es denn nur wirk­lich wol­len (loo­king at you, NDR und BBC!). Und, zwei­tens: dass Jurys Wich­ser sind. Nach­dem ein ste­ti­ger Wech­sel zwi­schen der Cas­ting­show Ope­ra­ción Tri­unfo, offe­nen Vor­ent­schei­dun­gen und inter­nen Aus­wah­len zuletzt über einen län­ge­ren Zeit­raum für über­wie­gend hin­ters­te Rän­ge beim euro­päi­schen Wett­sin­gen sorg­te, leg­te der Sen­der RTVE heu­er das Fes­ti­val de la Can­ción de Ben­i­dorm neu auf, ein ursprüng­lich im Jah­re 1959 in Anleh­nung an das ita­lie­ni­sche San-Remo-Fes­ti­val gegrün­de­ter und nach meh­re­ren vor­an­ge­gan­ge­nen Unter­bre­chun­gen zuletzt im Jah­re 2006 aus­ge­tra­ge­ner Lie­der­wett­be­werb, der in sei­ner Ver­gan­gen­heit jedoch nie zur Ermitt­lung des ibe­ri­schen Euro­vi­si­ons­bei­trags genutzt wurde.

Und jetzt alle: Ö la Pal­ö­ma Blancaaaaa…

Drei essen­ti­el­le Din­ge mach­te RTVE bei der Wie­der­be­le­bung des von einer umfang­rei­chen Wer­be­kam­pa­gne beglei­te­ten Ben­i­dorm Festes anders: zum einen ging man eine Ver­pflich­tung ein, das For­mat für meh­re­re Jah­re bei­be­hal­ten zu wol­len und nicht wie­der in ein hek­ti­sches Bäum­chen-wech­sel-Dich zu ver­fal­len, soll­te der so ermit­tel­te Song beim Grand Prix nicht unmit­tel­bar zün­den (again, loo­king at you, NDR!). Zum zwei­ten leg­te man bei der Aus­wahl der ins­ge­samt 14 in den bei­den Semis prä­sen­tier­ten Wett­be­werbs­bei­trä­ge aus knapp 900 Ein­rei­chun­gen Wert auf ein musi­ka­lisch aus­ge­spro­chen diver­ses, breit­ge­fä­cher­tes Ange­bot, anstatt bloß Varia­tio­nen von beige prä­sen­tie­ren zu wol­len. Und schließ­lich scheu­te man weder Kos­ten noch Mühen und ermög­lich­te allen (!) Künstler:innen ein auf­wän­di­ges, con­te­strei­fes Sta­ging. Mit gro­ßem Erfolg: wir erleb­ten am Sams­tag­abend im Fina­le acht her­aus­ra­gend gute Lie­der mit teils atem­be­rau­ben­den Dar­bie­tun­gen, die alle­samt exakt so auf der inter­na­tio­na­len Büh­ne hät­ten statt­fin­den kön­nen. Was die Ent­schei­dung um so schwie­ri­ger mach­te: ich selbst hat­te gleich fünf mehr oder min­der gleich­be­rech­tig­te Sie­ger­ti­tel. Um so ärger­li­cher, dass am Ende fak­tisch gera­de mal fünf Per­so­nen über den spa­ni­schen Euro­vi­si­ons­bei­trag entschieden.

Nie klang eine Urschrei­the­ra­pie so gut: die Publi­kums­sie­ge­rin­nen Tanxugueiras.

Denn das drei­tei­li­ge Wer­tungs­ver­fah­ren war schon durch die Art und Wei­se der jewei­li­gen Punk­te­ver­ga­be klar dar­auf ange­legt, dass die aus drei ein­hei­mi­schen “Exper­tin­nen”, dem islän­di­schen Dele­ga­ti­ons­lei­ter und dem öster­rei­chi­schen Cho­reo­gra­fen Mar­tin Diet­mann bestehen­de Jury, deren Wer­tung offi­zi­ell zu 50% zähl­te, den Dau­men auf das End­ergeb­nis hielt. Und tat­säch­lich ver­hin­der­ten die Fünf erfolg­reich den Durch­marsch der ein­deu­ti­gen Publi­kums­fa­vo­ri­tin­nen, dem gali­ci­schen Folk­fu­siontrio Tan­xu­guei­ras, bestehend aus den Zwil­lings­schwes­tern Ola­ia und Sabe­la Manei­ro sowie Aida Tar­río. Deren auf dem tra­di­tio­nel­len Gen­re Mui­ñei­ra basie­ren­der und in ihrer Regio­nal­spra­che gesun­ge­ner Bei­trag ‘Ter­ra’ (‘Erde’), für des­sen Prä­sen­ta­ti­on sich das Damen­t­rio die Unter­stüt­zung von zwei sehr apart anzu­schau­en­den, bis auf einen lan­gen Rock voll­stän­dig unbe­klei­de­ten Tän­zern hol­te, führ­te bereits vor dem Ben­i­dorm Fest bei den Abruf­zah­len auf sämt­li­chen Musik­por­ta­len. Wie schon im Semi erhielt der kraft­vol­le Titel auch ges­tern Abend die Höchst­wer­tung im Tele­vo­ting und von der demo­sko­pi­schen (also angeb­lich nach einem reprä­sen­ta­ti­ven Bevöl­ke­rungs­durch­schnitt zusam­men­ge­stell­ten) Publikumsjury.

Schüt­tel dein Haar, wil­des Mäd­chen: Chanel.

Das nutz­te ihnen aber nichts, denn die ver­schla­ge­nen Fünf drück­ten ihnen absicht­lich eine der­art schlech­te Bewer­tung rein, dass sie auch mit der vol­len Unter­stüt­zung des Publi­kums schon rech­ne­risch nicht mehr an der Jury­fa­vo­ri­tin Cha­nel Ter­re­ro vor­bei­zie­hen konn­ten. Was trotz ellen­lan­ger vor­he­ri­ger Gefähr­der­an­spra­chen zwar nicht zu den befürch­te­ten Aus­schrei­tun­gen, aber den­noch zu ver­nehm­ba­rem Mur­ren im Saal führ­te. Nun leg­te die drei­ßig­jäh­ri­ge, in Havan­na gebo­re­ne Cha­nel im Ver­bund mit drei mit sehr sexy Netz­hem­den ange­ta­nen und zwei weib­li­chen Tänzer:innen sowie unter maxi­ma­ler Aus­nut­zung der seit 2021 gel­ten­den Teil­play­back­re­geln zu ihrem gran­dio­sen Mid­tem­po-Club­b­an­ger ‘Slo­Mo’ eine der­art beein­dru­cken­de (und im Ver­gleich zum Semi noch­mals tigh­te­re) Cho­reo­gra­fie hin, dass die bis­her amtie­ren­de Köni­gin des Haa­re­wer­fens, Ele­ni Fou­rei­ra, zu Hau­se vor dem Bild­schirm ver­mut­lich vor Neid ins Sofa­kis­sen biss. Natür­lich kam umge­hend die Befürch­tung auf, die inter­na­tio­na­len Jurys und Zuschauer:innen könn­ten Frau Ter­re­ro in Turin eben nur als wei­te­ren Abklatsch der zypri­schen Vor­gän­ge­rin wahr­neh­men. Was ich aller­dings nicht glau­be, denn dafür bringt bringt die Kuba­ne­rin zu viel eigen­stän­di­ge Aus­strah­lung mit. Und tanzt sehr viel besser!

Mit Trick­kleid: Rigo­ber­ta Bandini.

Den­noch ist es scha­de um die ver­pass­te Chan­ce, mit der Zweit­plat­zier­ten Rigo­ber­ta Ban­di­ni und ihrer eben­falls extrem ein­drucks­voll prä­sen­tier­ten, musi­ka­lisch wie visu­ell glei­cher­ma­ßen plä­sie­ren­den Ode an die weib­li­che Brust und an alle Müt­ter ein über­fäl­li­ges femi­nis­ti­sches State­ment gegen die zuneh­men­de Prü­de­rie zu set­zen. So for­der­te Rigo­ber­ta in ihrem cle­ve­ren Song­text zu ‘Ay Mamá’ unter Bezug auf das 1830 ent­stan­de­ne, heu­te im Lou­vre hän­gen­de Gemäl­de Die Frei­heit führt das Volk des fran­zö­si­schen Malers Eugè­ne Lacroix ihre Mit­schwes­tern auf, öffent­lich blank­zu­zie­hen, als Zei­chen gegen die absur­de “Angst vor unse­ren Brüs­ten”. Was sie unter ande­rem durch einen gigan­ti­schen Busen­glo­bus mit einer deut­lich sicht­ba­ren Brust­war­ze visua­li­sier­te, der wie­der­um unter bri­ti­schen Grand-Prix-Fans umge­hend die Befürch­tung her­vor­rief, die EBU könn­te die­sen Büh­nen­prop bei einem Sieg Rigo­ber­tas und einem Auf­tritt in Turin zen­sie­ren. Und eine schö­ne­re iro­ni­sche Bestä­ti­gung von Ban­di­nis Bot­schaft hät­te man sich beim bes­ten Wil­len nicht aus­den­ken kön­nen, auch wenn es hier­zu nun (lei­der) nicht kom­men wird.

Gebt mir Ker­le mit Bär­ten: Rayden.

Gegen die­se geball­te Weib­lich­keit ver­moch­ten die männ­li­chen Teil­neh­mer kei­nen Stich zu machen. Was bei dem optisch als sehr anspre­chen­de Kreu­zung aus den ita­lie­ni­schen ESC-Kol­le­gen Fran­ces­co Gab­ba­ni und Mah­mood daher­kom­men­den Rap­per Ray­den (bür­ger­lich: David Mar­tí­nez Álva­rez) an dem stel­len­wei­se etwas anstren­gend wir­ken­den und nicht immer sau­ber zum Beat pas­sen­den Sprech­ge­sang lie­gen könn­te. Rich­tig gut wur­de sein selbst­ge­schrie­be­ner Bei­trag ‘Cal­le de la llor­e­ría’ (‘Stra­ße des Geheuls’) erst im Refrain, wo ein Begleit­chor aus fünf extrem ker­ni­gen, ganz­kör­per­tä­to­wier­ten und in unter­schied­lichs­ten Varia­tio­nen gesichts­be­haar­ten Her­ren hin­zu­trat, in die ich mich umge­hend schock­ver­lieb­te und die wäh­rend der Wer­tungs­pha­se im Green Room mit aller­lei Scha­ber­nack und dem hem­mungs­lo­sen Abge­hen auf die Bei­trä­ge ihrer Kon­kur­renz für eine herz­er­wär­mend schö­ne Sze­ne nach der ande­ren sorg­ten. ‘Cal­le’ bestä­tig­te zudem eine wei­te­re alt­be­kann­te Grand-Prix-Regel, näm­lich die, dass Songs mit ein­ge­streu­ten Hand­klat­schern auto­ma­tisch toll sind.

Hul­dig­ten neben der Car­rà auch der ESC-Kol­le­gin Char­lot­te Per­rel­li, die den Wech­sel von Schwarz­weiß zu Far­be damals aber bes­ser hin­be­kam: Var­ry Brava.

Einen dis­co­t­as­ti­schen Ohr­wurm lie­fer­te das Trio Var­ry Bra­va mit ihrer Ode an die 2021 ver­stor­be­ne ita­lie­ni­sche TV-Legen­de ‘Raf­fa­el­la’ Car­rà ab, Schöp­fe­rin und Inter­pre­tin sol­cher Hits wie ‘A far l’a­mo­re comin­cia tu’, hier­zu­lan­de lei­der eher bekannt in der Ein­deut­schung ‘Tan­ze Sam­ba mit mir’ von Tony Holi­day. Die Bra­vas unter­stri­chen die wun­der­bar cam­pe Anmu­tung ihres Titels mit einer gigan­ti­schen Ansamm­lung von Dis­co­ku­geln und einem von der Büh­nen­de­cke hän­gen­den, mit den Hän­den in der Luft gespiel­ten Key­board. Das mach­te ein­fach nur Spaß! Zu den her­aus­ra­gen­den Stü­cken des Abends zähl­te auch die sphä­ri­sche, mit gro­ßer Stim­me into­nier­te Bal­la­de ‘Secre­to da Agua’ (‘Geheim­nis des Was­sers’) von Blan­ca Palo­ma. Dage­gen fie­len sowohl die belie­bi­ge schwe­di­sche Song-Stan­gen­wa­re ‘Eco’ vom Melo­di­fes­ti­va­len-Reste­tisch, vor­ge­tra­gen von einem ziem­lich selbst­ver­liebt ein­her­bli­cken­den Milchbüb­chen namens Xeinn, als auch die per Video­clip ein­ge­spiel­te Kla­vier­bal­la­de ‘Quién lo diría’ (‘Wer wür­de das sagen’) des auf­grund eines posi­ti­ven Coro­na-Tests ver­hin­der­ten und wäh­rend der Green­room-Pau­sen per Zoom-Call offen­bar vom hei­mi­schen Klo aus zuge­schal­te­ten Gon­za­lo Her­mi­da deut­lich ab.

Biss­chen fies: im Fina­le zeig­te RVTE zwi­schen­drin die lee­re Büh­ne im Pala­cio de Depor­tes L’Il­la zu Ben­i­dorm, auf des­sen Lein­wand Gon­za­los Clip lief, und zemen­tier­te damit sei­nen letz­ten Platz.

Im eben­falls for­mi­da­blen Rah­men­pro­gramm stell­te die spa­ni­sche Reprä­sen­tan­tin von 2012, Pas­to­ra Soler, unter Beweis, dass sie auch zehn Jah­re spä­ter die laaaaan­ge hoooo­he Note in ‘Qué­da­te con­mi­go’ noch immer tadel­los hin­be­kommt, auch wenn sie hier­für mitt­ler­wei­le einen etwas län­ge­ren Anlauf benö­tigt und ihre Live­dar­bie­tung exakt vor die­ser Stel­le für eine fünf­se­kün­di­ge Luft­hol­pau­se unter­bro­chen wer­den muss­te. Die Wer­tungs­pau­se über­brück­te ein Duett, in dem sich der Rap­per Nyno Var­gas zwar als für den Song ziem­lich über­flüs­sig, dafür jedoch als umso erfreu­li­cher anzu­schau­en erwies. Doch die größ­te Ent­de­ckung des Ben­i­dorm Fests stellt natür­lich María Olvi­do Gara Jova ali­as Alas­ka dar, eine der drei Mode­ra­to­rin­nen und im Lan­de seit den Acht­zi­gern eine Schwu­len­iko­ne, die als eine Art fül­li­ge­re Schwes­ter von Mor­ti­cia Addams durch alle drei Aben­de führ­te und die Her­zen der zuschau­en­den Fans euro­pa­weit im Sturm erober­te. Und so hof­fe ich allein schon wegen ihr, aber natür­lich auch im Hin­blick auf das unfass­bar hohe musi­ka­li­sche und insze­na­to­ri­sche Niveau der Ver­an­stal­tung instän­dig, dass RTVE sein Ver­spre­chen hält und das Fes­ti­val in den kom­men­den Jah­ren fortsetzt.

Sorg­te für den Ott-Lep­land-Moment beim Ben­i­dorm Fest: Rap­per Nyno Vargas.

Dass der NDR sich am Bei­spiel der spa­ni­schen Kolleg:innen die ein oder ande­re Schei­be abschnei­den möge, ins­be­son­de­re bei der Song­aus­wahl und der Insze­nie­rung, ließ ich ja bereits an der ein oder ande­ren Stel­le sub­til mit ein­flie­ßen. Übri­gens, in Spa­ni­en lief die Show im dor­ti­gen Ers­ten, an drei Aben­den, ein­ge­lei­tet von einem jeweils zwei­stün­di­gen Anheiz­pro­gramm. Nur mal so am Ran­de… hal­lo? Hört noch jemand zu? Ach, was rede ich überhaupt…

Vor­ent­scheid ES 2022

Ben­i­dorm Fest. Sams­tag, 29. Janu­ar 2022, aus dem Pala­cio de Depor­tes L’Il­la in Ben­i­dorm. Acht Teilnehmer:innen. Mode­ra­ti­on: Alas­ka, Inés Her­nand und Máxim Huer­ta. Fünf­köp­fi­ge inter­na­tio­na­le Jury (50%), demo­sko­pi­sche Jury (25%), Tele­vo­ting (25%).
#Inter­pre­tenSong­ti­telJuryDemos.Tele­vo­tePlatz
01Ray­denCal­le de la Llorería37151504
02Tan­xu­gue­ri­asTer­ra30303003
03Var­ry BravaRaf­fa­el­la25121806
04Cha­nel TerreroSlo­mo51252001
05Rigo­ber­ta BandiniAy Mamá46202502
06XeinnEco30051007
07Gon­za­lo HermidaQuién lo diría12180508
08Blan­ca PalomaSecre­to da Agua39101205

< Spa­ni­en 2021

Kann Cha­nel Spa­ni­en wie­der aus dem Tal der Letzt­plat­zier­ten herausführen?

  • Sie erfin­det zwar das Gen­re nicht neu, aber für die lin­ke Tabel­len­hälf­te dürf­te das alle­mal rei­chen. (58%, 33 Votes)
  • Die­ser lah­me ‘Fuego’-Abklatsch? Spa­ni­en lernt es nicht mehr. (32%, 18 Votes)
  • Aber cla­ro! Das ist ESC auf höchs­tem Niveau, das spielt um den Sieg mit. (7%, 4 Votes)
  • Jedes ande­re Land wür­de damit abräu­men. Aber Euro­pa hasst Spa­ni­en, die haben kei­ne fai­re Chan­ce.. (4%, 2 Votes)

Total Voters: 57

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15 Comments

  • Laut der all­wis­sen­den Müll­hal­de ist Frau Ter­re­ro 30 und nicht 20 Jah­re alt.

    Ja, das waren drei sehr ver­gnüg­li­che Aben­de, auch wenn ich die Sen­de­zei­ten am Mitt­woch und Don­ners­tag als zu spät emp­fand. Die Sie­ge­rin gibt mir jetzt nicht son­der­lich viel, aber ich den­ke mal, dass das unter den drei favo­ri­sier­ten Bei­trä­gen noch das Lied war, wel­ches in Turin am bes­ten abschnei­den wird. Ich hät­te mich ja per­sön­lich über einen Sieg von Tan­xu­guei­ras gefreut, aber nach­dem die inter­na­tio­na­le Jury sie ja schon am Mitt­woch raus­kan­ten woll­ten, sah ich da schon schwarz für eine gute Final­wer­tung. Haupt­sa­che nicht Frau Ban­di­ni. Das war vom Gesamt­pa­ket genau­so schreck­lich wie Rodol­fo Chiki­licuat­re anno 2008.

  • @Lucas. Kopf­rech­nen schwach, Reli­gi­on sehr gut… ist kor­ri­giert, dan­ke! Für das, was du über Frau Ban­di­ni gesagt hast, wäschst du dir aber bit­te den Mund mit Sei­fe aus. Das ist Blasphemie!

  • Ich habe mich schon dar­über geäu­ßert, ich mag “Slo­Mo” nicht beson­ders. Da wer­den nur sämt­li­che Kli­schees bedient und Euro­pa als “spa­nisch” ver­kauft. Es han­delt sich um ein übli­ches Werk vom Reiß­brett ohne jeg­li­che See­le. Aller­dings ist die Per­for­mance pro­fes­sio­nell, läßt mich aber kom­plett kalt. 2 von 10 Punk­ten. Inter­es­sant, daß sich dies­mal der Haus­herr nicht über die Juries beschwert.

    Die Spa­ni­en­flag­ge bleibt auch dies­mal im Schrank. Über Tan­xu und Ray­den hät­te ich mich sehr gefreut, auch mit Frau Ban­di­ni leben können.

  • Bis auf dass die Über­schrift zu die­sem Arti­kel ja wohl eher “Statt der Mamá nun die MuMu” hei­ßen muss, ist alles gesagt.

    Ich war ja ent­schie­den Team Gali­zi­en, aber La Ban­di­ni hat­te im Greenn­room ver­spro­chen, dass, falls sie gewinnt, sie auf die Büh­ne in Turin eine 15 Meter gro­ße Tit­te mit­bringt (ver­mut­lich aus Blas Can­tós Mond umge­ar­bei­tet). Allein dafür wäre ihr Sieg für mich auch ok gewesen.

    Wie Cha­nel in Turin abschnei­det, hängt natür­lich davon ab, wie­vie­le ande­re Län­der eben­falls Haar- und Mumu­schütt­le­rin­nen (eben­so vor­zugs­wei­se in sil­ber) schi­cken. “A qui­en le importa?”

    Und noch neben­bei: Alas­ka bil­det nach ihrer “Nina-Hagen Pha­se” seit 30 Jah­ren die eine Hälf­te des phan­tas­ti­schen Elek­tro­du­os Fangoria.

  • Auch wenn ich stark an dem Geschmack der spa­ni­schen Zuschau­er zwei­fe­le, wenn sie das Gejau­le von Rigo­ber­ta und die­sen Tan­xuir­guer­ra dem Gesang von Cha­nel vor­zie­hen. Ich fra­ge mich trotz­dem war­um macht man ein Tele­vo­ting beim Vor­ent­scheid, wenn am Ende doch egal ist wen das Publi­kum will? Schließ­lich hat doch das Fern­seh­pu­bli­kum für sei­ne Anru­fe auch Gebüh­ren bezahlt. Ich fin­de Jury­vo­ting hat beim Vor­ent­scheid nix zu suchen. Da soll­te man ledig­lich Tele­vo­ting machen. Trotz­dem mir per­sön­lich gefällt der Song von Cha­nel deut­lich bes­ser als die­ses Gejau­le der bei­den ande­ren. Obwohl der Song von Cha­nel kei­ne Inno­va­ti­ons­punk­te bekom­men wird. Aber die Tanz­per­for­mance von ihr war genial.

  • Tja, Cha­nel war auch nicht mei­ne Favo­ri­tin. Aber sie ver­steht ihr Geschäft wirk­lich blen­dend. Die­se Flirts mit der Kame­ra, die­se Cho­reo, die­se Moves… wirk­lich sehr heiß. Die­ser Song, naja.

  • RTVE hat das sehr gut gemacht: Ich hab mich bei allen Shows top unter­hal­ten gefühlt; das Sta­ging war top und sie haben es sogar zwi­schen Semis und Final opti­miert. Als #Team­Ray­den war das Ergeb­nis etwas ent­täu­schend, aber immer­hin bes­ser Cha­nels Pro­dukt als die für mich völ­lig unnach­voll­zieh­ba­re Rigo­ber­ta. Bonus­punk­te für extrem viel Eye Can­dy: Ray­den und sein Tromm­ler, Xienn, Cha­nels Tän­zer mit Sta­che und der arme Gon­za­lo, den man ein­fach in den Arm neh­men woll­te, als er im Semi völ­lig K.O. aber in guter Stim­mung zuge­schal­tet wurde.

  • Ich hab den Sie­ger­song nur als Audio vor dem Fes­ti­val gehört gar nicht mehr in Erinnerung.
    Und er ist für mich jetzt auch nur der musi­ka­li­scher Unter­bau für die bes­te Show des Abends.

    Rigo­ber­tas Auf­tritt (gera­de weil er vor­zugs­wei­se wohl vie­le männ­li­che Zuse­her irri­tiert hat) war großartig.
    Und auch wenn Ihr viel­leicht der Tit­ten­glo­bus die ent­schei­den­den Tele­vo­testim­men für den Gesamt­sieg gekos­tet haben könn­ten, die­ses Bild wird von die­sem tol­len Fes­ti­val in Erin­ne­rung bleiben.

  • Muss ich halt auch noch ein biss­chen den Ober­leh­rer raus­hän­gen las­sen, aber “diría” ist ein Kon­di­tio­nal, als “Wer wür­de das sagen”.
    😉 😉

  • Eine gute Show haben die spa­ni­schen Ver­ant­wort­li­chen offen­sicht­lich abge­lie­fert. Lobens­wert auch, die Songs/Interpreten auf die Büh­ne zu brin­gen, dass man sie so jeweils auch in einen inter­na­tio­na­len Wett­be­werb schi­cken könn­te. Schlecht war die Aus­wahl sicher­lich nicht, doch kein Bei­trag ruft mir unbe­dingt “Top 10!” entgegen.
    Der Sie­ger­ti­tel wäre nicht mei­ne ers­te Wahl gewe­sen. Bei Cha­nel ist mir gar nicht erst Ele­ni Fou­rei­ra in den Sinn gekom­men, habe eher ver­gli­chen mit den ser­bi­schen Hur­ri­ka­nie­rin­nen. Die hat­ten einen höhe­ren Trash-Fak­tor als Chanel/SloMo, was ich etwas strin­gen­ter = bes­ser fin­de. Wenn man die “Etwas bil­lig-Kar­te” zieht, dann doch bit­te konsequenter.

  • Oh, jetzt ist mir da noch was aufgefallen.

    Es soll­te “gali­ci­schen Folk­fu­siontrio” anstel­le von “gali­zi­schen Folk­fu­siontrio”. Das ist zwar jetzt wirk­lich im Bereich von “Abso­lut unnüt­zem Wis­sen” aber da gibt es schon nen Unterschied. 

    Gali­zi­en ist eine his­to­ri­sche Regi­on zwi­schen Polen und der Ukrai­ne, die man klar von Gali­ci­en in Spa­ni­en abgren­zen sollte.

  • @Zwelfbungt: Dan­ke für den Hin­weis, ist kor­ri­giert! Als typisch igno­ran­ter Wes­si kann­te ich die­se Regi­on im Osten bis­lang nicht und hat­te mich schon gewundert.

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