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Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Noch nachzuliefern ist die Besprechung des diesjährigen zyprischen Beitrags 'El Diablo' der griechischen Sängerin Elena Tsagrinou. Der wurde vonseiten der verantwortlichen hellenischen Plattenfirma Panik Records zwar bereits Mitte vergangene Woche mit großem Tamtam veröffentlicht, das dazugehörige, mit Werbung für ein Schuppenshampoo vollgestopfte Youtube-Video aber erst gestern für die Allgemeinheit freigeschaltet. Was mich dermaßen anpisst, dass ich die als kompositorisches Gemeinschaftswerk unter Mitwirkung des The-Voice-of-Germany-Stars Oxa vermutlich in einem der zahlreichen Songwritingcamps für den deutschen Vorentscheid 2021 entstandene Nummer ganz bewusst mit Nichtachtung strafte. Anders übrigens als eine Handvoll erzkonservativ-religiös Verblödeter, die sich über die angeblich "satanischen Verse" echauffierten und in…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Mamas <span class="amp">&</span> the Papa

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Mamas & the Papa

In seiner vierten Vorrunde lief das hier so oft und viel gescholtene Melodifestivalen am gestrigen Abend dann doch noch mal stellenweise zu altem Glanz auf. Gleich zwei Direkt Til Finalen-Acts präsentierte es uns, die einmal mehr demonstrierten, wie man musikalische Mittelmäßigkeit so überzeugend verpackt, dass uns nichts weiter übrigbleibt, als es zu lieben. Das gilt natürlich zum einen für das Pop-Gospel-Trio The Mamas, das bereits 2019 als Backgroundchor den ESC-Auftritt von John Lundvik in Tel Aviv mit 'Too late for Love' zu etwas Besonderem veredelte und 2020 mit 'Move' den schwedischen Vorentscheid gewann, dann aber aufgrund der Covid-bedingten Absage des…
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Slo­we­ni­en 2021: Can I get two Amen?

Slo­we­ni­en 2021: Can I get two Amen?

Rotzfrech ins Gesicht gelogen hat sie uns, die Ana Soklič. Es handele sich bei ihrem Eurovisionsbeitrag nicht um eine Ballade, so versprach uns die Siegerin der letztjährigen Vorentscheidung EMA und fix für 2021 gesetzte slowenische Vertreterin noch im Vorfeld der heute Abend erfolgten Liedpräsentation auf der offiziellen Senderwebsite. Gute 70 Minuten reservierte RTVSLO dafür im Hauptabendprogramm. Die wurden zunächst für einen von der fabelhaften Lea Sirk moderierten, einstündigen nostalgischen Trip durch die reiche Grand-Prix-Geschichte des Landes seit 1961 genutzt, sowohl noch während der Zugehörigkeit zu Jugoslawien als auch in eigenständiger Form. Und just, als es beim parallel laufenden Melodifestivalen gerade…
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Irland 2021: Im Kreis gelaufen

Irland 2021: Im Kreis gelaufen

Wie zahlreiche andere Nationen nominierte auch die Grüne Insel ihre ursprünglich für das Katastrophenjahr 2020 ausgewählte Vertreterin Lesley Roy erneut für Rotterdam. Und im Grunde genommen könnte ich meine diesbezügliche Meldung aus dem Vorjahr eins zu eins kopieren und weitestgehend unverändert nochmals einstellen. So klingt die blonde Mittdreißigerin nach wie vor nach einem verblüffend gut markengefälschten Katy-Perry-Klon, ihr wiederum teils selbst verfasster Beitrag 'Maps' entpuppt sich erneut als stimmungsstabil-gefälliger, radiotauglicher Uptempo-Pop, wenngleich eine Nuance minder eingängig als ihr technisch baugleicher Vorgängersong 'Story of my Life'. Eine Geschichte scheint 'Maps' indes nicht zu erzählen, jedenfalls keine, die ich mir aus den…
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Unser Lied für Rot­ter­dam 2021: der ADHS-Song

Unser Lied für Rot­ter­dam 2021: der ADHS-Song

Nun ist er also draußen, der deutsche Eurovisionsbeitrag 2021. Der von dem 26jährigen Hamburger Jendrik Sigwart selbst komponierte Song 'I don't feel Hate', der die beiden Vorauswahljurys dermaßen in helle Begeisterung versetzte, dass sie dafür nach Aussage der deutschen Delegationsleiterin Alexandra Wolfslast und des scheidenden NDR-Unterhaltungschefs Thomas Schreiber sogar etliche etablierte Künstler:innen und im Songwritingcamp zu Malmö entstandene Lieder ziehen ließen und stattdessen den quirligen Musical-Sänger "mit der höchsten Punktewertung, die wir bislang bei unserem System gesehen haben," zu ihrem Liebling kürten. Wie das immer so ist, wenn ein Titel bereits existiert, die Präsentation aber aus strategischen Gründen erst zu…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: der dop­pel­te Uku

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: der dop­pel­te Uku

Trotz der in diesem Jahr coronabedingt deutlich reduzierten Zahl an nationalen Vorentscheidungen ballte es sich am gestrigen langen Supersamstag dank der mangelnden Abstimmungsbereitschaft der einzelnen Rundfunkstationen mal wieder gewaltig: neben drei Finalrunden gingen ebenso viele Halbfinale über die Bühne, für deren Aufarbeitung ich mich daher schwerpunktmäßig auf die ausgeschiedenen Titel beschränken muss. Den Auftakt machte das zweite Semi der Eesti Laul, mit welcher der Sender bei der ersten Runde noch hilfreich auf den Donnerstag ausgewichen war. Warum nicht auch mit dieser, ETV? Die erfreulichste Mitteilung zuerst: kein Weiterkommen gab es für die Rockband Alabama Watchdog und ihren gleichnamigen, transphoben und…
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Uuden Musii­kin Kil­pai­lu 2021: Jus­ti­ce for Cicciolina

Uuden Musii­kin Kil­pai­lu 2021: Jus­ti­ce for Cicciolina

Neben den beiden Katastrophen-Vorentscheiden in Norwegen und Spanien verwöhnte am gestrigen Supersamstag Finnland die Eurovisionsfans mit einer rundherum hochwertigen Show und einem hochgradig erfreulichen Ergebnis. Sieben Beiträge versammelte die UMK 2021, mindestens die Hälfte davon eines Sieges würdig, und am Ende gewann sogar der richtige. Lob und Anerkennung verdient der Sender YLE außerdem dafür, das letztjährige, nach wie vor unverzeihliche 'Cicciolina'-Gate nicht totzuschweigen, sondern ganz im Gegenteil mit der Einladung der seinerzeit so schändlich von den Jurys gemobbten Erika Vikman als Eröffnungsact sowie einer hochgradig lustigen Comedy-Routine mit ihren beiden Bären als Pausennummer aktive Erinnerungs- und Wiedergutmachungsarbeit zu leisten. Mich…
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Spa­ni­en 2021:  Cen­tí­me­tros de me

Spa­ni­en 2021: Cen­tí­me­tros de me

Gäbe es eine Ehrenmedaille für das schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis bei nationalen Eurovisionsvorentscheidungen, sie ginge 2021 wohl an den spanischen Sender RTVE. Denn obschon der bereits letztes Jahr hausintern für Rotterdam ausgesuchte Singeschnösel Blas Cantó erneut für Rotterdam gesetzt war, entschied man sich in Madrid diesmal für ein öffentliches Liedfinale mit ganzen zwei Titeln (!) zur Auswahl. Eine Vorgehensweise, die man üblicherweise an den Tag legt, wenn beide Alternativen sich als gleich schlecht erweisen und man nicht für das erwartbare Desaster verantwortlich gemacht werden möchte. Und genau so war es auch: sehr großzügig gab man dem Publikum sogar europaweit und bereits seit…
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Melo­di Grand Prix 2021: Not sure what you ever saw in me

Melo­di Grand Prix 2021: Not sure what you ever saw in me

Sechs direkt für die gestrige Endrunde gesetzte Teilnehmer:innen, fünf Vorrunden mit jeweils vier Konkurrent:innen, drei Abstimmungsrunden im Finale, zwei Gullfinal-Duellisten und eine Second-Chance-Runde: das bereits 2020 anlässlich des sechzigjährigen Bestehens der norwegischen Vorentscheidung Melodi Grand Prix (MGP) massiv aufgeblasene Format erfuhr in diesem Jahr eine zusätzliche Ausweitung. Und wofür der ganze Aufwand? In den Vorrunden flogen regelmäßig die wenigen interessanten Acts heraus, seien es der offen schwule Care-Bare-Rapper Big Daddy Karsten oder die Abrissparty feiernden Landeier TuVeia. Bei der vergangenen Montag als Radioshow mit Liveübertragung im Netz veranstalteten Sistesjansen stellte man alle 15 bereits ausgeschiedenen Beiträge nochmals zur Wahl, was…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: No Woman, no cry

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: No Woman, no cry

Das Patriarchat regiert mit eiserner Faust beim Eesti Laul: im ersten Semi des estnischen Vorentscheids 2021 fielen heute Abend ausnahmslos alle angetretenen Frauen gnadenlos durch, ins Finale kamen nur Männer weiter. Nun befanden sich unter ihnen mit den früheren Teilnehmern Koit Toome (der seine Sülzballade sehr unpassend in einer legeren Jeansjacke vortrug) und dem schätzungsweise 75jährigen Heiner-Bremer-Double Ivo Linna zwar zwei sehr bekannte Namen. Doch auch Tatjana Mihhailova-Saar (unter Freunden: Tanja), die Vertreterin von 2014, versuchte es erneut - und scheiterte gnadenlos. Dabei konnte ihr durch und durch belangloses, fröhliches Popschlagerchen 'Best Night ever' zumindest mit einer hübschen Hairography aufwarten…
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Tsche­chi­en 2021: No Apocalypse

Tsche­chi­en 2021: No Apocalypse

Vor wenigen Minuten veröffentliche eurovision.tv den Videoclip des diesjährigen tschechischen Beitrags. Benny Cristo wurde ja bereits im letzten Jahr ausgewählt, das Land zu vertreten, seinerzeit mit dem (mehrfach revampten) Banger 'Kemama'. Auch sein neuer Titel kommt mit drei Silben und einem "Ma" in der Mitte aus: 'Omaga' ("Oh, my God") heißt er und liefert den dringend benötigten musikalischen Stimmungsaufheller in diesen finsteren Zeiten. Zu einem ansteckenden Groove bequatscht der schöne Benny in dem Song seine augenscheinlich wegen irgendeines Fehlverhaltens seinerseits angesäuerte Süße, ihm doch zu vergeben und zu ihm zu kommen, damit sie beide "es haben können". Nichts geht über…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Anhän­ger­la­dun­gen von Aquavit

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Anhän­ger­la­dun­gen von Aquavit

Welche verheerende Wirkungen die humorlose Eurovisionsjury selbst in ihrer Abwesenheit entfaltet, ließ sich dieses Wochenende bei den beiden Vorentscheidungs-Vorrunden in Skandinavien beobachten. Denn obwohl in diesem Stadium des Melodi Grand Prix die Zuschauer:innen alleine über das Wohl und Wehe der vier Bewerber:innen um das Ticket fürs MGP-Finale bestimmten, zeigten sie sich durch die jahrelange Erziehungsarbeit der Grauen Herren und Damen und deren ritueller Abstrafung alles auch nur entfernt Lustigen beim Eurovision Song Contest dergestalt nachhaltig konditioniert, dass sie in einem Anfall vorauseilenden Gehorsams den einzigen unterhaltsamen Beitrag des Abends schon im ersten Durchgang rauswählten. Die Rede ist natürlich von 'Bli…
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Dora 2021: Vor­wärts, vor­wärts, und nie zurück

Dora 2021: Vor­wärts, vor­wärts, und nie zurück

'Tick-Tock' heißt er also, der kroatische Beitrag zum Eurovision Song Contest 2021. Und er klingt genau so, wie man sich das vom Titel her vorstellt: ein druckvoller Uptemposong mit beinahe schon aggressiv bollerndem Beat, elektronischen Spielereien, einem eingängigen, wenn auch leichtflüchtigen Refrain und ohne all zu viel textlichen Tiefgang. Die mit einem ziemlichen Resting Bitch Face geschlagene Sängerin Albina Grčić, die Bekanntschaft erlangte durch ihre Teilnahme an den Castingshows X Factor Adria (2019) und The Voice Hrvatska (2020), überzeugte damit bei der diesjährigen Dora sowohl die regionalen Jurys als auch die gleichberechtigt abstimmenden Zuschauer:innen. Zu Hilfe kamen ihr dabei vier…
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Paban­dom iš nau­jo 2021: D‑d-d-dance the Pain away

Paban­dom iš nau­jo 2021: D‑d-d-dance the Pain away

Puh, das war knapp! Mit einem hauchdünnen Vorsprung von etwas mehr als 72.000 Anrufen konnten sich im gestrigen Finale der litauischen Vorentscheidung Pabandom iš naujo (PIN) die Favoriten The Roop in einem nervenzerfetzenden Abstimmungsdrama gerade so eben durchsetzen. Wie bitte? Das war mehr als das Elffache der Stimmen für den Zweitplatzieren? Und mehr als das Doppelte der Anrufe, welche The Roop beim letztjährigen PIN erhalten hatte? Ja sowas, wer hätte das gedacht? Nun, so ungefähr jeder: nachdem die Band um den charismatischen Leadsänger Vaidotas Valiukevičius mit dem sensationellen 'On Fire' bereits im Vorjahr abräumte, bis zur coronabedingten Absage des Eurovision…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die tigh­te Büchse

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die tigh­te Büchse

Mit der ersten von vier Vorrunden des Melodifestivalen begann am gestrigen Supersamstag die heiße Phase der diesjährigen Vorentscheidungssaison. Jedenfalls, wenn es nach der Aufmerksamkeit der internationalen Grand-Prix-Fans geht. Inhaltlich ist die Begeisterung für den schwedischen Vorentscheid kaum nachzuvollziehen: selten in meinem Leben langweilte ich mich so sehr wie gestern Abend bei dieser Parade von sieben gleichermaßen grundegalen, müden Mainstream-Popsongs, von denen mich nicht einer auch nur im Entferntesten erreichte. Dem Auftrag zur Unterhaltung kam als einziger der gutgebaute Schwedenschnuckel Danny Saucedo in angemessener Weise nach, der für seine mittelmäßige Grand-Prix-Disco-Nummer 'Dandi dansa' ein gigantisches Bühnengimmick in Form eines von mehreren…
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No Name, new Game: Jen­drik Sig­wart ver­tritt Deutsch­land in Rotterdam

No Name, new Game: Jen­drik Sig­wart ver­tritt Deutsch­land in Rotterdam

Nichts hasse ich persönlich so sehr, als wenn ein Sender bei der Bekanntgabe seines Beitrags zum Eurovision Song Contest eine Salamitaktik fährt und die Informationen nur scheibchenweise herausgibt. Genau dieser Herangehensweise bedient sich nun der NDR dieses Jahr: nachdem seit dem offiziellen Start der Vorentscheidungssaison am 1. September 2020 aus Hamburg kein Sterbenswörtchen zu hören war, annoncierte man heute Vormittag völlig überraschend den Namen des deutschen Grand-Prix-Repräsentanten für Rotterdam, allerdings noch nicht seinen Song, wiewohl dieser bereits feststeht. Noch bis zum 25. Februar 2021 müssen wir darauf warten, dann wird der Videoclip dazu direkt vor der Tagesschau im Ersten zu…
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Ukrai­ne 2021: They can­not stop the Spring

Ukrai­ne 2021: They can­not stop the Spring

Einen rituellen Freudentanz zur Begrüßung des Frühlings beschert uns das ukrainische Quartett Go_A beim Eurovision Song Contest. 'Shum' heißt der unlängst senderintern von einer fünfköpfigen Jury (darunter Jamala) unter drei Liedvorschlägen ausgewählte und heute offiziell als Beitrag des Landes für Rotterdam präsentierte Titel, was sich wörtlich mit 'Der Krach' übersetzt. Als solchen könnte der Eine oder Andere die Nummer auch empfinden, denn wie schon im Vorjahr griff die Elektrofolk-Kapelle für ihren bereits im Januar veröffentlichten Song auf all die Elemente zurück, die ihren eigenwilligen Stil kennzeichnen. Nämlich den monotonen weißen Gesang, traditionelle Instrumente wie die Flöte und die Maultrommel sowie…
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Social­ly distant Euro­vi­si­on: da waren’s nur noch drei Optionen

Social­ly distant Euro­vi­si­on: da waren’s nur noch drei Optionen

Einen "normalen" Eurovision Song Contest in einem bis auf den letzten Platz mit Fans vollgepackten Ahoy in Rotterdam wird es nicht geben, wie die EBU heute mitteilte. Damit ist die optimistischste (und unrealistischste) der vier Ende vergangenen Jahres skizzierten Optionen vom Tisch. Stattfinden soll der Eurovision Song Contest am 18., 20. und 22. Mai 2021, wie bereits versprochen, aber auf jeden Fall. Derzeit konzentriere man sich auf die "Variante B", die von einer reduzierten Anzahl an Zuschauer:innen in der Halle ausgehe (und zwar, abhängig von der aktuellen Lage und den Festlegungen der niederländischen Regierung, zwischen "0 und 80%" des ursprünglich…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I love my Bear

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I love my Bear

Neben dem Vorentscheid in Frankreich fanden am gestrigen Supersamstag weitere Vorrunden in Norwegen und Litauen statt, die allerdings von wenig Belang für das eurovisionäre Geschehen sein dürften, geht es in beiden Ländern doch letztlich nur noch darum, wer im jeweiligen Vorentscheidungsfinale gegen die bereits fix gesetzten Top-Favoriten Keiino bzw. The Roop verlieren darf. Ungeachtet des offensichtlichen Ausgangs traten in der dritten Vorrunde des Melodi Grand Prix (MGP) auch gestern wieder vier Acts gegeneinander an, von denen lediglich einer pro forma weiterkam. Auf der Strecke blieben dabei zwei aus unterschiedlichen Gründen spannende Beiträge, die zwar beide nicht unbedingt musikalische Feuerwerke entzündeten,…
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C’est vous qui déci­dez 2021: Tanz, Discop­o­ny, tanz

C’est vous qui déci­dez 2021: Tanz, Discop­o­ny, tanz

Können wir bitte ganz schnell elf Ableger von Frankreich gründen und die rasch noch zum Eurovision Song Contest 2021 anmelden? Zwölf Songs umfasste der gestern Abend live und vor Studiopublikum veranstaltete gallische Grand-Prix-Vorentscheid C'est vous qui décidez (CVQD, Es ist ihre Entscheidung), und wirklich jeder einzelne von ihnen hätte es verdient, nach Rotterdam entsandt zu werden! Am Ende setzte sich in einem dreiteiligen, über Stunden zelebrierten und unnötig komplizierten Abstimmungsverfahren mit haushohem Abstand jedoch die vorige Favoritin in allen Fan-Polls durch, und das mit Recht. Die aus einer Pariser Musikantenfamilie stammende Barbara Pravi sorgte mit ihrer selbstgeschriebenen Ballade 'Voilà', einem…
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Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2021: Every­thing is chik-chak

Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2021: Every­thing is chik-chak

Es stand ja von Vorneherein zu befürchten: unter lediglich drei eher mittelmäßigen Uptemposongs durfte das israelische Publikum in der heute Abend ausgestrahlten Sendung HaShir Shelanu L'Eurovizion 2021 (Unser Lied für die Eurovision) bestimmen, und unter zwei so-la-laen Tanzflächenfüllern mit passenderweise jeweils einem "La La" im Titel und einem Midtemposong wählte es die mittelmäßigste aller Alternativen, nämlich das sich nicht so recht zwischen Club-Banger und Ballade entscheiden könnende 'Set me free'. Die Nummer liefert in drei Minuten von allem ein bisschen was, außer einer zwingenden Hookline, und dürfte beim Hauptwettbewerb in Rotterdam am Ende des Schnelldurchlaufes bereits wieder dem Vergessen anheim…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Some say that my Music is bad

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Some say that my Music is bad

Der zweite Vorentscheidungssamstag des neuen Jahres liegt hinter uns, und die Parallelen zum ersten waren unübersehbar. Wie schon vor sieben Tagen liefen zeitgleich die Vorrunden des norwegischen Melodi Grand Prix (MGP) und des litauischen Pabandom Iš Naujo (PIN); wie schon vor sieben Tagen fiel dabei ein alter weißer Mann mit einem irgendwie konservativ schmeckenden Schlager durch; und wie schon vor sieben Tagen richtete sich die gesammelte Aufmerksamkeit der Fans nicht auf die Vorrundenbeiträge, sondern auf einen außer Konkurrenz vorgestellten, fix fürs Finale gesetzten Song einer erst unlängst am Eurovision Song Contest teilgenommen habenden Band, die als Anwärter für den Sieg…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Thun­der and Glo­ria in der Bierbärenbar

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Thun­der and Glo­ria in der Bierbärenbar

Auch wenn es einem angesichts der aktuellen Seuchen- und politischen Weltlage beinahe ein bisschen surreal erscheint, so startete doch gestern die Hochphase der diesjährigen Vorentscheidungssaison mit zwei gleichzeitig laufenden Vorrunden in Norwegen und Litauen. In beiden Shows mussten die auftretenden Acts im zuschauer*innenfreien Sendestudio performen, in beiden Ländern übertünchten die Sender die peinliche Stille nach den Auftritten mit tosendem Dosenapplaus, was die Sache zwar nicht weniger steril und unnatürlich machte, aber immerhin etwas weniger fremdschämwürdig als beim deutschen Eurovisions-Finale 2020 aus dem Hamburger Delphi. Eine weitere Gemeinsamkeit verband die Auftaktrunden der zwei Meeresanrainerstaaten: in beiden flogen so erwartbar wie traurigerweise…
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Fes­ti­va­li i Kën­gës 2020: Gutes Kar­ma aus Tirana

Fes­ti­va­li i Kën­gës 2020: Gutes Kar­ma aus Tirana

Das Wichtigste erstmal vorweg: danke, RTSH! Wohl wissend um die Bedeutung des traditionsreichen albanischen Liederfestivals für das Seelenheil der Fans als erster nationaler Vorentscheid einer jeden Saison und als virtueller Weihnachtsbaum für die Grand-Prix-Familie, scheute der Sender keine Kosten und Mühen, inmitten einer grassierenden Pandemie eine spektakuläre Show über drei Abende zu fabrizieren und uns damit - nach dem Worst Case eines coronabedingt ausgefallenen Eurovision Song Contests - das so bitterlich herbeigesehnte Licht am Ende zwar nicht des Tunnels, aber eben des schlimmsten Jahres der Grand-Prix-Geschichte zu entzünden. Und wie dringend haben wir dieses benötigt! Die äußeren Umstände zwangen die…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vor­wärts in die Vergangenheit

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vor­wärts in die Vergangenheit

Organisierte Eurovisionsfans können manchmal der übelste Menschenschlag auf diesem Planeten sein! Diesen Montag ging das mit 25 Teilnehmer:innen bestückte Semifinale des als albanische Vorentscheidung dienenden, traditionellen Festivali i Këngës über die Antenne. Das fand wegen Corona diesmal nicht im Kongresspalast zu Tirana statt, sondern auf dem mit einer imposanten Freilichtbühne bestückten Platz davor. Richtig: im Freien, mitten im Winter, bei, wie sich an den Dampfschwaden aus den Mündern der Interpret:innen unschwer erkennen ließ, knackiger Kälte! Und auch nicht wie sonst live, sondern als Aufzeichnung schon ein paar Tage vorab. Natürlich trat das Unvermeidliche ein und die Ergebnisse sickerten bereits am…
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