2011

ESC-Fina­le 2011: I’m sca­red tonight

ESC-Fina­le 2011: I’m sca­red tonight

Europa macht mir Angst. Erst verwies es, natürlich unter tatkräftiger Mithilfe der gerontischen Jurys, in den Semis meine beiden jeweiligen Lieblingsbeiträge, das wunderbar optimistische 'Haba haba' (NO) und das exzellent dramatische 'San Angelos s'agapisa' (CY), auf die vorletzten Plätze. Und dann bestimmte es im Finale einen musikalisch glattgebügelten, beliebigen Seichtkram zum Sieger, in dem sehr offensichtlich die Zwangsheterosexualisierung eines bedauernswerten, sehr offensichtlich nicht interessierten Jünglings durch eine an Jahren und Erfahrung reiche Frau zelebriert wird. Bei evangelikalen Fundamentalisten mit ihren absurden Homo-Heilungs-Programmen dürften die Sektkorken geknallt haben. Für mich wurde an diesem Abend ein beträchtliches Stück der schwulen Identität des…
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It’s Shi­te Time (AZ 2011)

Sinn für Humor haben sie ja, die Aserbaidschaner. Nach der wohl absurdesten Vorentscheidung diesseits der Ukraine, an deren Ende vor vier Wochen für alle überraschend eine stimmlich begabte Jungtunte und eine krächzende Nebelkrähe vor einem desinteressierten Publikum als Eurovisionsvertreter 2011 ausgerufen wurden, haben es die Azeris tatsächlich geschafft, für die beiden eine leere Ballade zusammen zu zimmern, die trotz heftigstem Autotune-Einsatz wohl niemanden überzeugt. Mit dem wunderbar passenden Titel 'Running scared'. Denn das dürften die beiden bedauernswerten Exponenten im Mai tatsächlich tun müssen, wenn der Erdölstaat erstmals im Semi hängen bleibt. Da war ja Dänemark 2010 noch emotional glaubwürdiger! (mehr …)
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Zwei­tes ESC-Semi 2011: Cau­se I know it’s pasibel

Zwei­tes ESC-Semi 2011: Cau­se I know it’s pasibel

Es geht doch, wenn man nur will: die ARD kann eine Eurovisionssendung ohne peinliche Technikpannen stemmen; Anke Engelke kann auch richtige Abendkleider tragen (und darin fantastisch aussehen); Stefan Raab kann witzig sein (als Sidekick von Anke Engelke, die bereits mit der Moderation der beiden Semis allen Schmach, den uns Marlene Charells überambitioniertes Straucheln 1983 bescherte, mehr als wettmachte) und das Erste kann einen richtig guten Pausenact organisieren, der multikulturell wirkt und dennoch etwas mit dem veranstaltenden Land zu tun hat. A propos Multikulti: noch nie war ich so begeistert von den Postkarten! Die schönsten Seiten Deutschlands im Märklin-Style, verknüpft mit…
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Ers­tes ESC-Semi 2011: Halb­zeit means Halbzeit

Ers­tes ESC-Semi 2011: Halb­zeit means Halbzeit

Mehrere Überraschungen hielt das erste Semi bereit: ein dank des unheilvollen Eingreifens geschmacksgestörter Gerontenjurys hochgradig schockierendes Abstimmungsergebnis, versagende Stimmen sowie eine peinliche Tonpanne. Und das am Technologiestandort Deutschland! Am unerwartesten aber: eine hinreißend lockere, amüsante Moderation, trotz Stefan Raab (DE 2000) als einer der drei Gastgeber des Abends! Wer auch immer die Eröffnungsmoderation mit dem Running Gag "Looks don't matter in Germany" schrieb, gehört für den Grimme-Preis nominiert. Entgegen meiner schlimmsten Befürchtungen präsentierte sich Deutschland durch den unverkrampft-lockeren Schlagabtausch zwischen der großartigen Anke Engelke und einem angenehm eigenironischen Stefan Raab als souverän und unterhaltsam. Bravo! https://www.youtube.com/watch?v=68sYLtR0ZAc Vermutlich hätte auch niemand sonst…
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Unser Song für Deutsch­land 2011: Reruns are a ris­ky Business

Unser Song für Deutsch­land 2011: Reruns are a ris­ky Business

Das Unglaubliche, das nicht mehr Erwartete, das Wunder war im Vorjahr geschehen: das in Stefan Raabs Castingshow Unser Star für Oslo entdeckte neue deutsche Fräuleinwunder Lena Meyer-Landrut hatte nach 28 Jahren Durststrecke das Märchen wahr gemacht und die Grand-Prix-Krone heim geholt. Deutschland war im kollektiven Freudentaumel und die mit Staatsehren zu Hause empfangene Lena unsere unumschränkte Volksheldin. Noch im Siegesrausch von Oslo entscheid Raab, Lena zur Titelverteidigung in diesem Jahr nochmals antreten zu lassen. Und ließ sich auch durch ungläubige bis entsetzte Reaktionen von Medien und Öffentlichkeit nicht mehr davon abbringen. So funktionierte er die Vorentscheidung 2011 in eine dreiteilige,…
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Got it deep insi­de (BY 2011)

Ende Februar wählte die finstere Halbdiktatur Weißrussland (aka Belarus) in einem strikten Juryentscheid ihren Beitrag für Düsseldorf: eine allerliebste, wunderbar trashige Achtzigerjahre-Eurodisco-Uptemponummer mit dem selbstreferentiellen Titel 'Born in Belorussia (USSR Time)'. Das war wohl Lukaschenkos musikalisches Bewerbungsschreiben für die Wiedervereinigung mit dem Mutterland Russland. Nach Gemecker über den "politschen" Text und einen angeblichen Regelverstoß zog das Land den Song zu meinem großen Bedauern zurück (Lukaschenko hätte ich dickere Eier zugetraut). Und ersetzte ihn durch einen neuen, ähnlich discotastischen, mit dem nicht minder subtilen Titel 'I love Belarus'! Geschrieben vom selben Autoren und dargeboten von derselben Interpretin, Anastasiya Vinnikova. Und damit…
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Every Song is a Cry (AB 2011)

Albanien hält auf Tradition. Traditionell an Weihnachten fand das dreitägige Festivali i Kënges (FiK) statt. Traditionell stimmte eine Jury ab, und traditionell entschied sich sich für eine furchteinflößende Domina mit einem, wie es Tradition in Albanien ist, laut geschrieenen, dezent orientalisch anmutenden Klagelied mit 'Kënga' ('Lied') im Titel. Wie es die Tradition weiter erfordert, wurde auch dieses Lied bis zur Unkenntlichkeit neu abgemischt und mit einem englischen Text versehen, von dem man aufgrund der traditionell katastrophalen englischen Sprachfähigkeiten der Albaner wiederum kein Wort versteht. "I hold my Nipple in the open Sky"? Verrückte Frau! httpv://www.youtube.com/watch?v=3r5cWoZFIw0 Hier die albanische Originalfassung 'Kengä…
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Fan­boy, Fan­boy, you can call me Fan­boy (SE 2011)

Yaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaay! Einen besseren Abschluß der Vorentscheidungssaison 2011 hätte es nicht geben können! Schweden hat sich ausnahmsweise mal richtig entschieden und Eric Saade (sprich: Sa-aa-de) mit der fabelhaften Disconummer 'Popular' nach Düsseldorf gewählt. Und populär dürfte der putzige 'Manboy' bei den Fans sicherlich sein! Tack Sverige und ich freu mich bereits auf Stockholm 2012! httpv://www.youtube.com/watch?v=Nfx0OMM2u0A Glück und Glas, wie leicht bricht das: Eric Saade (mehr …)
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Hasch mich, ich bin Tim Früh­ling! (RU 2011)

Vor einer Woche bestätigte das russische Fernsehen offiziell, dass Alexey Vorobyov, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Alex Sparrow, das Land beim Eurovision Song Contest 2011 vertreten werde. Mit einem vom marrokkanischen House-Produzenten RedOne (u.a. Lady Gagas 'Pokerface') geschriebenen Titel namens 'Get you'. Einen Tag später fand bereits ein "inoffizieller" Mitschnitt einer öffentlichen Vorführung des Songs seinen Weg ins Internet, vermutlich als Teil einer viralen Kampagne. Heute erfolgte nun die offizielle Songpräsentation. Und, wie bei allen Hypes - bei näherer Betrachtung verliert es etwas an Glanz. Dennoch ein proper gemachter Popsong, der zu Recht vorne mitspielen wird. httpv://www.youtube.com/watch?v=lzYWyIbPLcc Get me (some…
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Every Way that they can (UK 2011)

Nachdem vorgestern bereits die Studiofassung des britischen Beitrags 'I can', gesungen von der wiedervereinigten Neunzigerjahre-Boyband Blue, durchsickerte (und aufgrund übermäßigen Autotune-Einsatzes eher enttäuschte), ging vor wenigen Minuten die seit langer Zeit mit Hochspannung erwartete erstmalige Live-Performance in der Graham Norton Show über die Bühne. Und was soll ich sagen: die war gut, verdammt gut! Ohne den ganzen Vocodereinsatz klingt die Nummer gleich viel besser, und ein Sieg des Königreichs scheint mir jetzt nicht mehr völlig von der Hand zu weisen. httpv://www.youtube.com/watch?v=ry_ytRwRlFQ An der Choreografie sollten Blue vielleicht noch ein bisschen feilen, und der mit der hohen Stimme braucht vielleicht 'nen…
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Rock the Boat (GE 2011)

Die Georgier, erst seit 2007 beim Contest, versuchen es lustigerweise jedesmal mit einer neuen Rezeptur. Nach Björk-lite ('Visionary Dream'), siegelesker Weltfriedenssülze ('Piss will cum'), gezielter Provokation ('We don't wanna put in') und kalkuliertem Hochleistungsgekreische ('Shine') ist nun Elektropunkrock mit Rapeinlage dran. Das einzige verbindende Element: schlechtes Englisch. httpv://www.youtube.com/watch?v=dGgQLN8bseM So helfe ihr doch jemand - sie quält sich doch nur noch... (mehr …)
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We all sleep alo­ne (NL 2011)

Für das sich seit rund einer Dekade auf einem eurovisionären Selbstmordkurs befindliche Holland geht eine Band namens 3Js (= Jaap, Jaap & Jan) an den Start, wie der Sender TROS (das dortige Äquivalent zum MDR) bereits Mitte Juli 2010 entschied. Ende Januar 2011 wählten die Käsköppe auch den dazugehörigen Titel, eine grauenhafte Formatradio-Poprocksülze namens 'Je vecht nooit alleen'. Das wurde nun zu 'Never alone' anglifiziert, was es noch ein Stück egaler macht. httpv://www.youtube.com/watch?v=igR4g6JFDJo Komm zurück, Sienecke - alles ist vergeben! (mehr …)
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We all bleed and we smi­le (ES 2011)

Gleich vorweg: ich habe die spanische Vorentscheidung mit ihren unendlichen Vorrunden nicht mitverfolgt, lediglich die letzten Minuten des Finales. Nach dem, was so in den Fan-Foren zu lesen war, habe ich da wohl einige Sternstunden des Katastrophen-TVs verpasst. Um das Wichtigste knapp zusammenzufassen: die Iberer entschieden sich in diesem Jahr für ein am deutschen Vorjahreskonzept angelehntes Verfahren. Mit allerdings stärkerem Einfluß der Jury - und die drückte der Siegerin Lucía Pérez am Ende das falsche Lied rein. httpv://www.youtube.com/watch?v=S2P7uMW_t6c Das spanische Satellite - allerdings dürfte dieser Song es schwerlich in den Orbit schaffen (mehr …)
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Bas­tar­di! (IT 2011)

Die Italiener sind und bleiben versnobte Kulturegoisten, die auf das restliche Europa spucken. Anders ist die beim San Remo Festival Mitte Februar verkündete Entscheidung der RAI-Jury, einen Newcomer mit einem Jazz-Song zum "Eurosong" zu schicken und die guten Beiträge für sich zu behalten, nicht zu interpretieren. Zwischenzeitlich gibt es einen als "ESC-Version" bezeichneten italienisch-englischen Remix, der erneut Zeugnis darüber abgelegt, dass die romanischen Völker ein noch schlechteres Englisch sprechen als die Osteuropäer. Und das will schon was heißen. Der Song überschreitet allerdings immer noch die zulässigen drei Minuten. Vermutlich glauben die Italiener in ihrer Arroganz, auch hiermit durchzukommen... httpv://www.youtube.com/watch?v=bjJ-0Q6ZVUM Und…
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Hals- und Bein­bruch! (HR 2011)

Die in Aschaffenburg geborene und jederzeit für Hochzeiten und Betriebsfeste buchbare, ausgebildete Muscial-Sängerin Daria Kinzer gewann Anfang März in der kroatischen Dora den Wettstreit gegen den "Fat Bouncing Man" Jacques Houdek und wird das Land mit dem Disco-Stampfer 'Lahor' vertreten, allerdings in der englischen Fassung mit dem lustigen Titel 'Break a Leg'. Unter den drei zur Wahl stehenden Titeln der goldene Griff (wenn auch nur durch Jury-Schiebung ins Finale gekommen) - unter den zwei zur Verfügung stehenden Interpreten der Griff ins Klo. Egal: Hauptsache nicht noch eine Ballade! httpv://www.youtube.com/watch?v=rCCdqKkBODU Wird schon schief gehen! (mehr …)
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Dreams are ten a Pen­ny (HU 2011)

Das Gerücht existierte schon länger, nun bestätigte das ungarische Fernsehen die Sängerin Kati Wolf für Düsseldorf. Ihr 'Szelerem, miért múlsz' müsste im Eurovisionsmuseum ausgestellt werden: als leuchtendes Beispiel. Seht her, Völker Europas - so geht ein Eurovisionsbeitrag! Leider wird der Song für den Grand Prix als 'What about my Dreams' teilanglifiziert, was ihn ein wenig profaner klingen lässt. Aber gut - das chronisch pleite Land will sicherlich nicht gleich gewinnen... httpv://youtu.be/NbKNKfePCrs Gibt uns die Madonna: Kati Wolf
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And I’m com­ing now! (IL 2011)

So langsam glaube ich dann doch, dass die Demokratie ein Irrweg ist: nur dank des vereinten Votings einer Fachjury (40% Gewicht) und drei Laienjurys (OGAE Israel, eine Selektion sexy Soldaten und noch eine Gruppe mit je 4% Gewicht) konnte sich meine persönliche Eurovisionsheldin Dana International soeben bei der Kdam gegen den horriblen Publikumsgeschmack (48% Televoting) durchsetzen, die eine grausam exekutierte Jade-Ewen-Kopie vorzogen. Aber egal: meine liebste Diva reist nun nach Düsseldorf, mit der drolligen Discohymne 'Ding Dong' im Gepäck. Die Welt ist wieder schön! httpv://www.youtube.com/watch?v=JmBMQJlzTa4 It is making me high: Dana International (mehr …)
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No more Bole­ro (FR 2011)

Der "jüngste Tenor der Welt", der 21jährige Amaury Vassili, vertritt in Düsseldorf die Trikolore, wie das französische Fernsehen Anfang Februar offiziell bestätigte. Seinen Wettbewerbsbeitrag 'Sognu' ('Traum'), wie befürchtet ein grauenerregender Mix aus Bolero und Klassik-Pop-Sülze, singt er in korsischer Sprache. In den Internetforen trägt das Heintje-trifft-Andrea-Bocelli-Bübchen dementsprechend bereits den Beinamen "Queen of Corsica" oder "La Corsette". Hier gehen optischer und Hörgenuss Hand in Hand... würg! (mehr …)
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Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on? (PT 2011)

Eine portugiesische Folkrocktruppe, kostümiert als sozialistische Version der Village People™, wird das Land in Düsseldorf mit dem fröhlichen Arbeiterkampflied 'A Luta é Alegria' ('Der Kampf macht Freude') vertreten. Sie gewannen beim gerade zu Ende gegangenen Festival da Canção mit den Stimmen des Televotings und zeigten damit den 20 (!) regionalen Jurys den Stinkefinger, die sie in einer anderthalbstündigen Auszählung ins Mittelfeld gesetzt hatten. Zum deutlichen Mißfallen des anwesenden Saalpublikums, das lauter buhte als weiland bei Atlantis 2000 und aus Protest noch während der Siegerreprise in Scharen den Saal verließ. httpv://www.youtube.com/watch?v=bEPCC3_COLs Völker, hört die Signale: Homens da Luta (mehr …)
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Hip Pop Hoor­ay! Ho! Hey! (AM 2001)

Hurra! Endlich ein richtiger Popsong für Düsseldorf! Die Armenier entschieden sich soeben unter vier Titeln für den fabelhaften Eurodance-Knaller 'Boom Boom'. Da werden Erinnerungen an goldene Vengaboys-Zeiten wach! httpv://www.youtube.com/watch?v=HVa9NzXlVpA Boom boom tschakka tschakka, my Love is Laka Laka - ja, den verrückten Bosnier lieben wir doch alle! (mehr …)
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I’m still asleep (SK 2011)

Nicht nur Irland entsendet dieses Jahr ein eineiiges Zwillingspärchen mit bizarren Frisuren. Auch in der Slowakei hält man sich an das Motto "doppelt genäht hält besser" und schickt die Schwestern Veronika und Daniela Nízlová alias Twiins, die ein bisschen wie jüngere Ausgaben von Bree van de Kamp aussehen. Heute stellten sie ihren Eurovisionsbeitrag 'I'm still alive' vor: natürlich (seufz!) eine weitere Ballade. Von denen haben wir ja auch erst siebentausendfünfhundertsechsunddreißig dieses Jahr! Zudem klingt sie nach einer mustertypischen, mechanisch glatten Autotune-RnB-Radio-Ballade, wie wir sie im Dutzend von Rihanna, Beyoncé und ähnlichen zu Tode langweilenden Vollplastik-Püppchen kennen. Wer im letzten halben…
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Smai – ha – ha – ha – hail! (UA 2011)

Ukraine: das Land, in dem Chaos und Korruption regieren. Diesen Eindruck kann man jedenfalls gewinnen, wenn man die dortigen Eurovisionsvorentscheidungen verfolgt. Nach dem alptraumhaften Desaster des letztjährigen Vorauswahlverfahrens inklusive Last-Minute-Nominierung eines, wie sich dann herausstellte, bereits vorveröffentlichen Titels, wollte der Sender vermutlich diesmal bloß keinen erneuten Fehler begehen. Und so zog sich das Vorentscheidungsverfahren über viele, viele Monate hin - steckte aber dennoch voller Merkwürdigkeiten, verschobener Termine, bereits ausgeschiedener und dann doch wieder mitmachender Teilnehmer, Abstimmungsmanipulationen und parteiischen Jurys. Getoppt von einem tagelangen, beispiellosen Verwirrspiel um die Rechtmäßigkeit des Sieges von Mika Newton im Finale. Die, um das gleich vorwegzunehmen, das Land nun aber…
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This sounds Greek to me (GR 2011)

Wie ungefähr 90% aller anderen Eurovisionsländer machten auch die Griechen in ihrem gerade zu Ende gegangenen Vorentscheid deutlich, dass sie (aus bekannten finanziellen Gründen) in diesem Jahr unter gar keinen Umständen gewinnen möchten. Der unter sechs Beiträgen in einem Jury-Televoting-Mix ausgesuchte Beitrag 'Watch my Dance' besteht aus drei voneinander völlig unabhängigen, unsynchronen Einzelbestandteilen: einem schlechten Rapper; einem selbstverliebten, unmelodisch herumjaulenden Sänger und davon völlig losgelöst im Hintergrund vor sich hin plingendem Bouzoukigeklampfe. Immerhin: bei stumm geschaltetem Ton ist der Auftritt von Loucas Yiorkas + Stereo Mike durchaus ein Genuß! httpv://www.youtube.com/watch?v=_gkeJlTSMY4 Auf der vergeblichen Suche nach dem roten Faden (mehr …)
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Oh my God…os! (CY 2011)

So langsam mache ich mir Sorgen um meine geistige Gesundheit: gerade habe ich mir eine einstündige zyprische Nachrichtensendung reingezogen, weil dort (natürlich am Ende) das Video mit dem Beitrag des Landes für Düsseldorf vorgestellt wurde. Anyway - zum Wichtigen: schöner Song! Eine sanft anfangende, dann zunehmend dramatischere Ethno-Ballade - bis nach anderthalb Minuten völlig unerwartet harte Rockriffs und eine laut schreiende Frau über des Hörers Ohr herfallen! Gott, hab ich mich erschreckt! Hat man das aber erst mal verdaut, kommt die sich stetig steigernde Nummer gut. Spannend bleibt natürlich, wie das live gesungen klingt - schon in der Studioabmischung hört man…
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