2012

Stan­ding still? No, fal­ling down!

Ein nachhaltiger Erfolg sieht anders aus: nur eine Woche nach dem Einstieg von Roman Lobs 'Standing Still' auf Position 3 der deutschen Verkaufscharts stürzt der Titel in der offiziellen Hitliste vom heutigen Freitag um satte 20 Plätze. Da scheint das Käuferpotenzial für die doch etwas dröge Rockballade bereits weitestgehend ausgereizt. Nun ist die Bilanz zwar immer noch deutlich besser als beispielsweise bei Alex Christensen und Oscar Loya (2009), für die es gerade mal für Rang 27 reichte. Oder bei Ralph Siegels letztem deutschen Eurovisionsbeitrag 'Let's get happy' von 2003, der noch nicht mal in den Top 100 auftauchte.  Aber es…
Weiterlesen

Russ­land: Stop, Gran­ny Time! (RU 2012)

Singen, kochen, tanzen, lachen, glücklich machen: das sind Baaaabushkiiiiii... Ups, sorry, falsches Lied. Damen und Herren: Buranovskiye Babushki, die singenden urdmutischen Großmütter, haben soeben die russische Vorentscheidung gewonnen! Damit dürfte der diesjährige Contest der mit dem höchsten Lebenserfahrungsdurchschnitt werden: der britische Vertreter Engelbert Humperdinck (75) freut sich sicher schon auf eine Handvoll Frauen in seiner Altersklasse, die ihn in Baku mit Schlüpfern bewerfen können! Wie das Leben so spielt, gewannen die knuffigen Seniorinnen in ihren Originaltrachten beim zweiten Anlauf mit einem deutlich schwächeren Titel als bei ihrem Erstversuch 2010 ausgerechnet gegen die Doppelkombination aus Dima Bilan und Julia Volkova -…
Weiterlesen

Also doch: Miros­lav Šmaj­da für die Slo­wa­kei (SK 2012)

Nach monatelangem Drama und etlichem Hin und Her hat sich die Slowakei heute dann doch für Jon Bon Jovi... Verzeihung: für Miroslav Šmajda entschieden. Bereits im November vergangenen Jahres annoncierte das slowakische Fernsehen den durch eine Castingshow berühmt Gewordenen als seinen Vertreter, nur um diese Bekanntmachung kurze Zeit später wieder zu stornieren und auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Es ging hinter den Kulissen vermutlich ums schnöde Geld, denn bereits letztes Jahr mussten die Twiins ihre Eurovisionsteilnahme selbst finanzieren. Nun konnte man sich nach knapp viermonatigem Gerangel doch noch einigen: das Bübchen mit der schlimmen Poser-Mähne tritt mit dem Rocksong 'Don't…
Weiterlesen

Wein nicht um mich, Armenien

Lange zierte sich das mit dem Gastgeberland verfeindete Armenien. Heute Morgen gab die EBU bekannt, dass in Baku nur 42 Nationen gegeneinander antreten werden - das Land der Aprikose habe die EBU offiziell über seinen Rückzug vom Eurovision Song Contest 2012 informiert. Die zeigte sich in einem Pressestatement "zutiefst enttäuscht", schließlich habe man alles getan, um die Teilnahme des sich mit Aserbaidschan in einem eingefrorenen Krieg um Berg-Karabach befindliche Land zu ermöglichen. Gründe für den Rückzug wurden keine genannt, es existiert aber ein Boykottaufruf armenischer Künstler, der sich auf einen umstrittenen Todesfall von Ende Januar 2012 im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen bezieht.…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Uni­ver­sel­les aus Griechenland

Nachdem die einstige Wiege der Demokratie derzeit gerade unter fleißiger Mithilfe von Angela Merkel durch deutsche Banken ausgeplündert wird[ref]Bitte nicht vergessen: die sogenannten "Milliardenhilfen" sind nichts anderes als Umschuldungen, mit deren Hilfe die Griechen ansonsten faule Bankenkredite zurückzahlen können. Mit anderen Worten: der Steuerzahler springt mal wieder für die unverantwortlich handelnden Banken ein, die für ihre (ja bereits in die Zinsen eingepreisten) Kreditausfallrisiken selbst nicht gerade stehen wollen. Geschenkt bekommen die Griechen also nichts, wie es die Bild so gerne darstellt. Ganz im Gegenteil![/ref], ist beim staatlichen Sender natürlich auch kein Geld mehr für den Eurovision Song Contest übrig. Man legte das…
Weiterlesen

Est­land: that Esto­ni­an Cool‑a (EE 2012)

Eine wirklich fantastische Vorentscheidung stellten sie auf die Beine, die Esten, musikalisch womöglich die beste und abwechslungsreichste aller Teilnehmerländer. Acht der zehn Finalsongs wären absolut verdiente Sieger und eine Bereicherung des Eurovisionsangebotes in Baku gewesen. Nicht zu reden von den bereits in den Semis aussortierten Elektroknallern. Am Ende gewann, gleichermaßen ausgerechnet wie erwartet, eine eher klassisch gestrickte Eurovisionsballade mit wunderbaren Steigerungen: der ehemalige Estland-sucht-den-Superstar-Sieger Ott Lepland mit dem ergreifenden 'Kuula'. Was noch für Erheiterung in den mediterranen Staaten sorgen dürfte, wo man anstelle des intendierten "Lausche" eher "Culo" (Arsch) verstehen dürfte. Oder Scheiße, das heißt "Kula" nämlich auf Ungarisch. Für griechische Ohren…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Schwe­den sind Sadisten!

Sie haben die zweifellos beste und bei Fans europaweit beliebteste Eurovisionsvorentscheidung der Welt, vollgestopft mit den fantastischsten Schwedenschlagern und grandiosesten Choreografien. Unbedeutendere Grand-Prix-Nationen wie Deutschland weichen mit ihren Vorentscheidungsfinalen mit Bedacht auf einen Werktag aus, um nicht mit einer der zahlreichen Vorrunden des Melodifestivalen zu kollidieren. Und dennoch schaffen es die Schweden zuverlässig, Woche um Woche die groteskesten Fehlentscheidungen zu treffen und ihre besten Beiträge rauszuwählen. Lassen wir die Parade der Schrecknisse einmal Revue passieren: auf der Strecke blieben im Mello bislang schon die fabelhaften Disco-Großmütter Afro-Dite mit 'The Boy can dance', Marie Serneholt mit dem wunderbaren Schwedenschlager 'Salt & Pepper',…
Weiterlesen

Spa­ni­en: die skan­di­be­ri­sche Fusi­on (ES 2012)

Der schwedische Siegeszug setzt sich fort: vor wenigen Minuten gewann erwartungsgemäß die von Thomas G:son geschriebene Ballade 'Quédate conmigo' die spanische Songauswahl. Der sowohl von den lautstarken Eurovisionsfans im Studio wie auch von der Sängerin Pastora Soler selbst favorisierte Beitrag setzte sich sehr eindeutig, sowohl bei den Juroren als auch im Televoting, gegen die beiden Konkurrenten 'Ahora u nunca', ein etwas fades Geplodder, und die discotastische CSD-Hymne 'Tu Vida es tu Vida', meinen persönlichen absoluten Lieblingsbeitrag der diesjährigen Vorentscheidungssaison, durch. Die fabelhafte Flamencokünstlerin mit der beeindruckenden Stimme und den beängstigenden Hauern[ref]Ich wette, sie könnte einen angreifenden Braunbären nur durch einen gezielten Genickbiß…
Weiterlesen

Litau­en: ein blin­des Huhn fin­det auch kein Korn (LT 2012)

Dass die Litauer merkwürdige Menschen mit einem merkwürdigen Geschmack sind, bewiesen sie ja bereits in den Semis - und mit ihren bisherigen Eurovisionsbeiträgen. Sie bekräftigten es heute: Donatas Montvydas aka Donny Montell gewann übereinstimmend das Tele- und finale Juryvoting mit dem Song 'Love is blind'. Wobei: es sind mindestens drei verschiedene Songs, notdürftig mit dem Lötkolben zusammengetackert, die er da präsentiert. Es beginnt mit einer ganz schlimm abgeschmackten Ballade, wie noch nicht mal Engelbert sie sich anzufassen getrauen würde. Im ersten Refrain kämpfen sich dann langsam ein paar halbherzige Dancebeats aus dem Hintergrund hervor, und plötzlich kippt das Ganze in eine…
Weiterlesen

Engel­bert Hum­per­dinck für Großbritannien!

Es ist mit Sicherheit das größte kollektive WTF-Erlebnis der jüngeren Eurovisionsgeschichte. Seit Wochen liefen die Eurovisionsfans in den Internetforen schon fast Amok, wann denn nun endlich der britische Eurovisionsvertreter für Baku bekannt gegeben würde. Der Name praktisch jedes einzelnen Künstlers, der in den vergangenen 50 Jahren auf der Insel Platten veröffentlichte, wurde an irgendeiner Stelle von irgendjemand in den Ring geworfen, von Adele bis zu den Wombles. Dann ließ die BBC durchsickern, sie habe jemanden gefunden: einen "erfolgreichen, sehr bekannten Namen", wenn auch "vielleicht nicht bei den Jüngeren". Die immer hysterischeren Spekulationen schossen ins Kraut, und nachdem der Sender für…
Weiterlesen

Isra­el: Time won’t give me Time (IL 2012)

Heute stellte das israelische Fernsehen ganz offiziell den Beitrag des Landes vor. Und ironischerweise - der Song heißt 'Time' - handelt es sich dabei mittlerweile um einen ganz alten Hut. Denn eine Demoversion des fabelhaften, ein wenig an Mika erinnernden Mixes aus Siebzigerjahre-Disco, Falsettstimmen, Indie-Gitarren und orientalischen Sounds schwirrte bereits seit Wochen durchs Netz. Nun gibt es aber die final abgemischte Fassung. Und was soll man sagen: unter den bislang feststehenden Titeln haben die Israelis so ziemlich den modernsten und hippsten. 'Time' ist klugerweise ein bisschen mainstreamiger als das, was die Band Izabo Youtube zufolge sonst so macht, aber immer…
Weiterlesen

Ever­y­whe­re around the World (BG 2012)

Bulgarien ist beim Grand Prix ja schon seit ein paar Jahren das neue Rumänien: seit die transsylvanischen Brüder sich verstärkt dänisiertem Pärchen-Pop zuwenden, füllen die Bulgaren die vakante Stelle des Eurovisions-DJs aus. So auch diesmal: mit Sofi Marinova gewann heute Abend eine prominente Vertreterin des Chalga, der örtlichen Variante des beim Eurovision Song Contest bereits 2006 von der Kroatin Severina Vučković präsentierten, dancebeatlastigen Turbofolks. Sie siegte übrigens völlig zu Recht: als Einzige (!) von 12 Vorentscheidungsteilnehmern sang sie so, dass man sich als Hörer nicht vor Schmerzen auf dem Boden wandt. Die Televoter dankten es ihr, in dem sie Sofi,…
Weiterlesen

Maze­do­ni­en: All kinds of every­thing (MK 2012)

Knapp zwei Stunden für ein Lied: das mazedonische Fernsehen setzte heute Abend mal wieder neue Maßstäbe. Die bereits fest gesetzte Vertreterin Kaliopi, optisch eine Mischung aus Nana Mouskouri und Gundel Gaukeley, bekam von ihrem Landessender zum Dank für ihre Teilnahme eine Personality-Show zur besten Sendezeit geschenkt. Welche der regionale Superstar nutzte, die komplette Bandbreite ihres stimmlichen Könnens unter Beweis zu stellen, vom Jazz über Oper und Rock bis zur Balkanballade. Um so enttäuschender die Präsentation ihres Beitrags 'Crno i belo' fast am Ende der Show: der ist nämlich ein furchtbarer, unverdaulicher Mischmasch aus fast allen dieser Musikstile. Es beginnt als sanfte, geigenumschmeichelte Klavierballade;…
Weiterlesen

Stan­ding still in the Stu­dio (DE 2012)

Nachdem der deutsche Beitrag 'Standing still' diese Woche auf Platz 3 der deutschen Verkaufscharts einstieg, konnten sich die Contentwichser bei Braindead Brainpool dann auch mal erweichen lassen, das vor über zwei Wochen direkt nach dem Finale von Unser Star für Baku in nur wenigen Minuten eingespielte offizielle Musikvideo des deutschen Beitrags so der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, das ich es hier auch zeigen kann. Na danke! Das ist insofern von Interesse, da wir hier die Studioversion zu Ohren bekommen. Und auch wenn 'Standing still', wie zu erwarten, ohne den bräsigen Soundbrei der Heavytones gleich um Längen besser klingt, so fehlt dem Song,…
Weiterlesen

Wei­ne nicht, klei­ne Eva (SI 2012)

Die Slowenen behaupten von sich ja ganz gerne, sie gehörten nicht zum Balkan, sondern zu "Zentraleuropa". Das aber können sie ihren Großmüttern erzählen, denn wieso hätten sie sich heute Abend mit 68% der Stimmen für einen Aufguss von 'Molitva' entschieden, wenn sie kulturell nicht zum Balkan zählten? Im finalen Duell der Misija Evrovizija unterlagen die sensationell lustigen Zwillinge Eva & Nika Prusnik - die slowenische Antwort auf Jedward - mit dem schon grenzwertigen (und damit natürlich um so fabelhafteren) Trash-Opus 'Konichiwa' ihrer Konkurrentin Eva Boto und ihren drei vier mit zerknülltem Tüll im Haar als Bräute Lakas performenden Backings. Damit reiht…
Weiterlesen

Ein klei­ner India­ner (NL 2012)

Befinden sich die Niederlande in einer anderen Zeitzone als der Rest Europas? Dass die Karnevalszeit vorüber ist, scheint man dort nämlich noch nicht mitbekommen zu haben. Oder wie erklärt es sich sonst, dass das Tulpenland in Baku von einem jungen Lenny-Kuhr-Klon mit einem Indianerfederschmuck aus dem Kinderfasching im Haar vertreten wird? Joan Franka heißt der Klon, woran sich Europa aber ebenso wenig erinnern wird wie an ihr selbst geschriebenes, auf der Wanderklampfe vorgetragenes Lagerfeuerliedchen 'You and me'. Denn am Ende ihrer drei Minuten ist man immer noch damit beschäftigt, sich die Lachtränen über ihr albernes Outfit aus den Augenwinkeln zu…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: in stil­lem Angedenken

Nicht nur im finnischen Finale fielen heute Abend katastrophale Fehlentscheidungen. Daneben fanden nämlich auch noch Vorrunden in Estland und Schweden statt, und in beiden Ländern sind unschuldige Unfallopfer zu beklagen. Beginnen wir bei der inhaltlich besseren, weil innovativeren der beiden Vorentscheidungen, dem Eesti Laul. Hier schrägte es unter anderem den ehemaligen Eurovisionsvertreter Robert Jukenthal alias Malcolm Lincoln. In seinem Fall allerdings zu Recht - und in weiser Voraussicht hatte er seinen unverdaulichen Elektrotitel bereits 'Bye' getauft. Als Malaise muss jedoch das Ausscheiden der genialen Synthiepopper Mimicry bezeichnet werden, die mit 'The Destination' nicht nur eine musikalische Tubeway-Army-meets-Erasure-Gedächtnisnummer der Spitzenklasse hinlegten,…
Weiterlesen

Finn­land: Narr, jag Plun­der (FI 2012)

Die 21jährige Pernilla Karlsson gewann soeben das merkwürdige finnische Vorentscheidungsformat Uuden Musiikin Kilpailu. Klingt schwedisch, der Name? Der Song auch: 'När jag blundar' heißt die für meine Ohren musikalisch leider sterbenslangweilige Ballade, und Pernilla singt sie in der Tat in der zweiten Landessprache, die nur etwa 6% der finnischen Bevölkerung beherrschen. Scheinbar ist diese Minderheit dafür um so anruffreudiger. Der Beitrag ist eine Familienangelegenheit: die Interpretin schrieb ihn gemeinsam mit ihrem Bruder als Widmung an ihre Mutter, die letztes Jahr ihren fünfzigsten Geburtstag feierte. Weswegen die gute Frau Mama Pernilla allerdings nicht von diesem furchtbaren, augenscheinlich aus abgenagten Fischgräten oder…
Weiterlesen

Irland: you smell like Lip­s­tick, again (IE 2012)

Was haben die Teletubbies und Jedward gemeinsam? Nun, beide kleiden sich gerne bunt und lustig, haben vor allem junge Fans, können auf Dauer anstrengen und machen alles gerne "nochmal, nochmal!". Wie erwartet, gewannen die irischen Springinsfelde soeben klar die dortige Vorentscheidung gegen vier weitere, als reines Kanonenfutter dienende, Acts. Jedwards diesjähriger Beitrag heißt 'Waterline', ist ebenfalls wiederum poppig und eingängig, wenn auch nicht ganz so ein Kracher wie ihr letztjähriges 'Lipstick'. Und natürlich überlassen sie das Singen wiederum ihren Backings und konzentrieren sich auf das Tragen von gigantischen Schulterpolstern und das pausenlose Herumhüpfen. Eben das, was sie gut können. Ich…
Weiterlesen
Öster­reich rockt den Song Con­test 2012: der geils­te Arsch der Welt

Öster­reich rockt den Song Con­test 2012: der geils­te Arsch der Welt

Letztes Jahr verloren sie mit dem prolltastischen 'Oida taunz!' tragischerweise noch gegen die Sirenenquetsche Nadine Beiler. Diesmal besannen sich die Österreicher:innen eines besseren: die lustigen Bauerndiscoburschen Trackshittaz fahren mit der Bollerhetenstripschuppennummer 'Woki mit Deim Popo' nach Baku. Da stimmte dann sogar das Motto des Vorentscheids Österreich rockt den Song Contest! Zu dem super eingängigen, im Mühltalviertel-Dialekt gerappten Partytrack tanzen - man möchte sagen: natürlich - ein paar mit Neoprenanzügen bekleidete Schicksen an Stangen. Und ebenso natürlich kommen die ihnen mit Neonfarbe aufgemalten Popos noch zum schwarzlichtunterstützten Einsatz. Grandiose Show, wobei mein Höhepunkt natürlich am Schluss kommt, wenn Leadrapper Lukas Plöchl…
Weiterlesen

Luka­schen­ko deckt Wahl­be­trug auf! (BY 2012)

Oh, die süße Ironie! Ausgerechnet der vielfach als "letzter Diktator Europas" bezeichnete weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko erklärte heute die Ergebnisse des Televotings beim dortigen Vorentscheid vom vorvergangenen Dienstagnachmittag für gefälscht. Anstelle von Alyona Lanskaya fahren nun die Sieger des Juryvotings nach Baku: die Teeniebopper Litesound mit 'We are the Heroes'! Presseberichten zufolge sei von verschiedenen Seiten das Ergebnis des Televotings angezweifelt worden. Böse Zungen sagen, Lukaschenko selbst habe den Song nicht gemocht. Daraufhin tagte heute Mittag ein Komitee, bestehend aus dem Kultusminister des Landes, dem Indendanten des Staatsfernsehens, dessen Verwaltungsleiter und einem Abgesandten der weißrussischen Telekom. Diese informierten anschließend wunschgemäß…
Weiterlesen

Tür­kei: Love my back (TR 2012)

Heute Abend präsentierte der türkische Vertreter Can (gesprochen Jan Dschan) Bonomo erstmals seinen (selbst geschriebenen) Beitrag für Baku. 'Love me back' heißt der, ist also auf Englisch. Und ein Mischmasch aus balkanisch-orientalischen Klängen, fröhlichen "Na na na"s und einer etwas wirren, hektischen Melodie. Vorgetragen von einem fröhlichen, ein bisschen aufgezogen wirkenden Charmebolzen, der davon singt, zurückgeliebt werden zu wollen, wenn er schon sein Schlachtschiff versenkt. Da brauchst Du Dir in Baku ganz sicher keine Sorgen drum zu machen, Can! Ob die schräge Nummer nicht ein bisschen zu off produziert ist, um beim breiten Publikum wirklich anzukommen, ist noch die Frage. Keine…
Weiterlesen

Isch mösch­te das nicht! (GE 2012)

Georgien hat heute den Begriff "Comedybeitrag" neu definiert. Das bislang hauptsächlich für seine Sophos bekannte Kaukasusland schickt einen mit hängenden Hosenträgern, Stripperfliege und Micky-Maus-Handschuhen bekleideten Grottenolm nach Baku, der von sich behauptet: 'I'm a Jocker'. Ja, ganz recht, mit "ck". [ref]Dem Urban Dictionary zufolge ist ein "Jocker" ein schwuler Top (dominanter, ausschließlich aktiver Part beim Sex). Verratet das aber nicht der EBU, die zensieren den georgischen Beitrag sonst wieder![/ref]Er reimt das mit vielen anderen Zuschreibungen wie "Rocker", aber auch "Stalker", und genau so sieht er auch aus. Man kann diese Nummer mit Worten nicht beschreiben, sondern muss sie mit eigenen Augen…
Weiterlesen

Auf ewig… und drei Tage (IT 2012)

Nach einer Marathonsendung, die sämtliche Klischees über den Sprechdurchfall der Italiener aufs Schönste bestätigte, verkündeten die eigens für diese Aufgabe aus Baku eingeflogenen Ell & Nikki tief in der Nacht innerhalb weniger Sekunden die römische Gesandte für den ESC 2012: es ist Nina Zilli. Die 1980 als Maria Chiara Fraschetta Geborene und teilweise in Irland Aufgewachsene stammt diesmal nicht, wie ihr Vorgänger Raphael Gualazzi, aus der Nachwuchssektion des San Remo Festivals, sondern gehört zu den Finalistinnen der Kategorie "echte Stars". Wo sie zwar nicht unter die besten Sechs kam, aber im Gegensatz zur San-Remo-Siegerin Emma Marone Interesse an einer Teilnahme…
Weiterlesen

Fal­ten im Wind (HR 2012)

Umrahmt von einer festlichen Gala, in der sämtliche Eurovisionsgrößen des Balkans in wechselnden Paarungen die größten Klassiker in teils frappierenden Bearbeitungen zum Besten gaben, präsentierte das kroatische Fernsehen heute Abend, leider im Vollplayback, erstmalig den Wettbewerbsbeitrag 'Nebo' ('Himmel') von Nina Badrić. Keine all zu gute Idee: die bereits auf ihrem im Herbst 2011 erschienenen Album enthaltene, semirockige Midtempoballade kackt dagegen nämlich ziemlich ab. Zwar ist dem Song ein gewisse Dramatik durchaus zueigen. Und auch der Auftritt Ninas mit einer im Sturm der Windmaschine flatternden Schleppe (in weiß, wohl um unschöne Erinnerungen an die No Angels zu vermeiden) könnte nicht grandprixesker sein.…
Weiterlesen