2012

Nina hat den ESC im Sack (1. Pro­be Italien)

Rom 2013. Da führt wohl kein Weg mehr dran vorbei. Zu ihrer ersten Probe erschien die italienische Vertreterin Nina Zilli heute mit fettig glänzendem Gesicht, achtlos zusammengebundenem Haar und in einer Art gegürtetem Leinensack. Und auch ihre drei Backings, die Zillettis, kamen äußerst casual. So, als wollten sie demonstrieren: "Pfff, uns doch egal". Dennoch strahlte ihre motowneske, von einem schwarz-weißen LED-Bühnenhintergrund aufs Vortrefflichste unterstützte Darbietung von 'Out of Love' dermaßen viel Grazie und musikalische Klasse aus, dass das Ergebnis mit den richtigen Outfits umwerfend sein muss. Der Sieg im Juryvoting ist sicher, und auch die Zuschauer dürften sich der italienischen Amazone…
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Anggun und die Meis­ter­schaf­ten im Boden­tur­nen (1. Pro­be FR)

Wer glaubte, bei der heutigen ersten Probe Frankreichs die Antwort auf die Frage zu erfahren, ob Anggun ihren Titel live denn nun meistern kann oder nicht, sah sich enttäuscht. Ganz der Profi, der sie ist, schonte die Indonesischstämmige ihr kleines bisschen Stimme für das Finale und flüsterte sich eher durch ihren chartkompatiblen Elektropopsong, als dass sie ihn wirklich sang. Übrigens keinesfalls aufgefangen durch ihren zweiköpfigen, gemischtgeschlechtlichen Begleitchor, der wohl die strikte Anweisung erhalten hatte, sich zurückzuhalten, um den Star nicht zu übertönen. Drei männlich-virile Bodenturner zogen um Anggun herum eine sportliche Show ab. Und die 38jährige gelegentlich an ihren drei…
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Roman Lob: Baby­bärs ers­te Pro­be in Baku

Vor etwa zwei Stunden ging sie in Baku zuende, die erste Kameraprobe des deutschen Vertreters Roman Lob. Er steht, umrundet von einer überflüssigen, aber nicht weiter störenden vierköpfigen Begleitband, auf der Bühne und singt mit honigsüßer Jungbärchenstimme seinen leider sterbenslangweiligen Albumfülltitel 'Standing still'. Auf der LED-Wand im Bühnenhintergrund tut sich außer ein paar Lichteffekten nichts: die ganze Performance ist erkennbar daraufhin ausgelegt, einen krediblen Rockschuppenauftritt zu simulieren. Für Roman, der vor seiner Abreise nach Baku noch dem deutschen Schwulenmagazin Männer ein Interview gab, in dem er sagte, das Schmusebär-Image werde ihm "teilweise zu Recht angehängt" und er habe in Köln…
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Von Mön­chen und Blut­saugern: 2. Pro­be GETR

Ein Carcrash-Doppel beschließt die heutige Probenrunde der zweiten Semifinalisten (gefolgt von den ersten Proben der Big 6, mit Roman Lob als Starter). Anri Jokhazde aus Georgien pellt sich zum Auftakt seines grauenerregenden und in augenscheinlich parodistischer Absicht vorsätzlich schmerzhaft schief gesungenen Nicht-Liedes 'I'm a Joker' aus einer roten Mönchskutte, patscht ein paar Mal tuntig auf eine riesige weiße Trommel (das ist dermaßen 2005!) und gebärdet sich auch anschließend wie der uneheliche Sohn von Liberace und Krassimir Avramov. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in der Geschichte der Eurovision eine flehendlichere Bitte um die Verleihung der Roten Laterne gesehen zu haben!…
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Das Ding aus dem Sumpf: 2. Pro­be Schweden

Auch die OGAE-Fanpoll- und Buchmacher-Favoritin Loreen probte heute Morgen ein zweites Mal. Ihre Performance im gnädigen Halbdunkel der Bühne ist natürlich weiterhin die selbe: eurythmische Kampftänze, im Bühnenrand extra unter großen Hüten versteckte Chorsängerinnen (im Pressezentrum wohl bereits Die Hexen von Eastwick getauft), Schneefall und Hebefigur mit Tänzer am Schluß. Wie gewohnt murmelt die wunderliche Schwedin ihren angeblich vollständig englischen Text dermaßen, dass ich außer "Euphoria" und "we're going up-up-up" kein einziges Wort verstehe. Es könnte sich also auch um die Anleitung zur Herstellung von euphorieförderndem MDMA auf Kisuaheli handeln oder um eine Geisterbeschwörung in einer Fantasiesprache. Zu letzterer Vermutung passt, dass…
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Und heut Abend hab ich Kopf­weh: 2. Pro­ben SIHR

Nina Badrićs selbst auferlegtes Sex-Moratorium bis zu ihrem Semifinalauftritt scheint langsam ernste Folgen nach sich zu ziehen: im Umkleiderauminterview mit eurovision.tv verlangte die Ärmste nach Aspirin®. Tja, das kommt davon, wenn man's durch die Rippen schwitzt! Sie und ihre slowenische Kollegin Eva Boto eröffneten heute Morgen mit einem weiteren Double Feature der Balkanballaden den Probereigen. Und während Eva weiterhin in ihrem unvorteilhaft auftragenden Fleurop-Kleid, begleitet von ihren fünf unschuldsweißen Brautjungfern, kraftvoll ihren eingängig-dramatischen Schmachtfetzen 'Verjamem' dahinschmettert, wirkt Ninas Auftritt im merkwürdigen schwarzen Vokuhila-Kleid deutlich düsterer. Was hat das in diesem Jahr nur mit dem Crossdressing auf sich? (HR) (mehr …)
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Arme­ni­en, nein dan­ke: kei­ne Apri­ko­sen­ker­ne im Euroclub

Wie der deutsche DJ DouzePoints gerade im Prinz-Blog berichtet, ist es im Bakuer Euroclub - der extra für die Eurovision unweit der Crystal Hall errichteten Eurovisionsdisco für die Delegationen und Akkreditierten - nicht gestattet, armenische Titel aufzulegen. Nachdem DouzePoints, dem diese angeblich bereits publizierte Regel nicht bekannt gewesen sei, in seinem heutigen DJ-Set unter anderem einen Remix von Eva Rivas 'Apricot Stone' spielte, sei eine halbe Stunde später der Clubchef bei ihm aufgekreuzt und wies darauf hin, das dies im Euroclub strikt untersagt sei: "sonst bekommen wir ein richtiges Problem". So viel zu den Zusagen der aserbaidschanischen Regierung, auch die…
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Style over Sub­s­tance: 2. Pro­ben BY, PT, UABG

Ich bin ja normalerweise kein Freund der von Bloggern in der Halle mitgedrehten Probenvideos, alleine schon aufgrund der Qualität. Die offiziellen Mitschnitte der letzten vier heutigen Starter waren aber im youtube-Kanal von eurovision.tv zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Meldung aus technischen Gründen nicht verfügbar (ein weiterer Hackerangriff?). Und manchmal haben die statischen Fan-Aufnahmen auch ihr Gutes. Gerade bei stark durchchoreografierten Darbietungen wie der von Gaytana für die Ukraine. Im Fernsehen werden wir von den (nur noch) vier Tänzern und ihrem faszinierenden Spiel mit ihren LED-Doubles nämlich wieder die zentralen Elemente verpassen, der blöden, schnittgeilen Kameraregie wegen. Also, schaut und genießt das…
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Was Hol­land nicht lernt, lernt Mal­ta nim­mer­mehr: 2. Pro­ben RS, MK, NLMT

Es kann sich schmerzlich anfühlen, Sänger, für die man Sympathien hegt, auf dem langen Weg zu ihrer selbstverschuldeten Bruchlandung begleiten zu müssen. Damit spreche ich natürlich nicht von den beiden ersten Startern des zweiten Semis, die heute ebenfalls ihre zweite Probe absolvierten. Serben-Siegel Željko Joksimović ist mit seinem perfekt inszenierten Balkandrama 'Nije Ljubav Stvar' ohnehin sicher im Finale. Und Kaliopi Bukle, die sensationelle 45jährige mazedonische Rockerbraut, die ich jedesmal, wenn ich sie sehe, noch ein Stückchen fabelhafter finde und deren Song 'Crno i belo' jedesmal noch geiler, hoffentlich auch. Ich weiß: bislang lautete meine Vorhersage anders, aber soeben habe ich mich umentschieden. Kaliopi…
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Lass uns Kat­zen ersäu­fen im Brun­nen: 2. Pro­be RU, HU, AT, MDIE

Der heutige Morgen begann mit den zweiten Probendurchläufen der letzten Fünf aus dem ersten Semi. Einen herzerwärmenden Start legten die udmurtischen Großmütterchen hin, die trotz - für den typischen Eurovisionsschwurnalisten viel zu - früher Stunde glänzend aufgelegt schienen: vermutlich haben sie um diese Zeit zuhause schon 20 Ziegen gemolken. Compact Disco aus Ungarn teilen sich wohl den Kostümschneider mit Michalis Rakintzis: die reptilienartige Verkleidung des Leadsängers Csaba Walkó erinnerte jedenfalls in fataler Weise an die Echsenkostüme der Griechen von 2002. Keine gute Idee! Die Trackshittaz präsentierten heuer, wie schon vermutet, anstelle des Schwarzlichteffektes aus der Vorentscheidung bunt flackernde LED-Aufnäher auf…
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He wants you as a new Recruit: 2. Pro­ben IL, SM, CYDK

Und mit einer kleinen Horrorschau endet der nachmittägliche Überblick über den heutigen Probentag. Das bezieht sich im Falle Israels weniger auf den Song oder die Performance von 'Time', sondern auf deren Leadsänger Ran Shem-Tov. Für sein Äußeres kann der Mann ja nix, aber für seine sich im Interview mit dem eurovision.tv-Team zeigende Arroganz gegenüber den restlichen Festivalteilnehmern schon. Jesus, ist der Mann unsympathisch! Fast schon wieder lustig hingegen der zu Tode gelangweilte Gesichtsausdruck der Keyboarderin von Izabo, Shiri Hadar, bei der zweiten Kameraprobe. Dennoch ist die Nummer gut und gehört ins Finale. Hat seine Hausaufgaben nicht gemacht: Ran (IL) (mehr …)
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Déjà vu: 2. Pro­ben AL, RO, CH, BEFI

Wenig Neues erbrachten die zweiten Probendurchläufe für die nächsten fünf Starter. Rona Nishliu hängt sich nach wie vor stimmlich bei 'Suus' mit voller Hingabe rein - ich hoffe und bete, dass sie am Dienstagabend noch bei Stimme ist, so wie sie sich verausgabt! Dankenswerterweise legte sie das Haarnetz mit den bunten Billardkugeln heute nicht mehr an, und auch ihr aus Rastalocken geflochtener Dutt sah nicht mehr so aus, als wohnten Tiere in ihm. Selbst ihr heutiges Kleidchen stand ihr viel besser. Im Semi, das sagte sie bereits, wird sie aber etwas anderes tragen. Augenscheinlich suchte sie vor der heutigen Probe…
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Hei­lung durch Hand­auf­le­gen? Zwei­te Pro­ben ME, IS, GRLV

Überschattet von den schwulenfeindlichen Angriffen auf Eurovisionsseiten starteten heute Morgen in Baku die zweiten Kameraproben für die Semis. Einige Kostüme gab es zu sehen, unsittliche neue Chorografiedetails, verbesserte Hintergrundbilder und gelegentlich markerschütternde stimmliche Leistungen. Im Wesentlichen verfestigten sich aber die Einschätzungen aus den ersten Proben vom Sonntag. Hier die Zusammenfassung der ersten vier Starter. Eine Demonstration weiblicher Selbstheilungssolidarität bei 2:24 Min. (GR) (mehr …)
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Homo­pho­be Web­at­ta­cke: esctoday.com ist vom Netz

Ausgerechnet am heutigen Internationalen Tag gegen Homophobie kaperten unbekannte Hacker die in den Niederlanden beheimatete, führende englischsprachige Eurovisionsnachrichtenseite esctoday.com und stellten dort einen schwulenfeindlichen Text ein: "Es gibt keinen Platz für unmoralische Schwule in Aserbaidschan. Verlasst unser Land." Die vom derzeitigen Eurovisionskoordinator der EBU, Sietse Bakker, gegründete und von Eurovisionsfans aus aller Welt ehrenamtlich betriebene Website, für die auch ich früher mal Beiträge geschrieben habe, ist derzeit komplett vom Netz. Wie der Prinz-ESC-Blog unter Bezugnahme auf die Facebookseite von esctoday.com berichtet, seien sämtliche Inhalte aus 12 Jahren Arbeit zerstört. Auch die aserbaidschanische Seite eurovision.az ist derzeit nicht zu erreichen, andere…
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Ein blin­der Esel fin­det auch einen Korn: 1. Pro­be Bos­ni­en, Litauen

Knapp vor Mitternacht nun das letzte Doppelpack des heutigen Probentages. Maya Sar leidet unter dem selben Handicap wie ihr Balkankollege Rambo Amadeus: sie darf den niedlichen Esel aus ihrem Vorschauvideo nicht mit auf die Bühne bringen. Ohne das herzerwärmend niedliche Tierchen aber ist ihre sterbenslangweilige Schnarchballade hoffnungslos verloren. Zumal auch Mayas Bühnenshow (sie alleine am Klavier, später aufstehend und zur Bühnenmitte wandernd sich das Herz aus dem Leib singend) vor depressionsfördernd düsterem Bühnenhintergrund nicht gerade Abwechslung oder gar Frohsinn in die Angelegenheit bringt. Zwar gehe ich davon aus, dass sie beim Semi wenigstens in etwas Festlicheres schlüpft als in die heutigen Klamotten vom…
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You can call me Man­boy: 1. Pro­be Slo­wa­kei, Norwegen

Sind wir froh, dass der Eurovision Song Contest im autokratisch regierten Baku stattfindet und nicht im demokratischen Frankfurt am Main: dort wäre Max Jason Mais Begleitband angesichts ihrer Schwarzer-Block-artigen Outfits mit schwarzen Hoodies und tief ins Gesicht gezogenen Mützen angesichts der aktuellen Occupy-Demo-Hysterie erst gar nicht durch die Polizeikontrollen gekommen. Max Jason, der seine Farrah-Fawcett-Frisur ebenfalls unter einer Mütze versteckte, schonte bei der Probe seine Stimme für den echten Auftritt. Jedenfalls hoffe ich das! Wobei: eigentlich auch wieder nicht, denn sollte er auch vor laufenden Kameras so falsch singen und krächzen wie heute, flöge er wenigstens raus, was mir ja…
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Is that a Pis­tol in your Pocket? 1. Pro­be Estland

An dieser Stelle ein dringender Rechercheauftrag an die in Baku anwesenden Schwurnalisten: kann bitte mal einer von Euch herausfinden, ob Ott Lepland stets seinen Schlüsselbund in der Hosentasche mit sich führt oder ob es Mutter Natur tatsächlich einfach besonders gut mit ihm gemeint hat? Die Öffentlichkeit hat ein Recht, das zu erfahren: schließlich grenzt das ja schon fast an Pornografie, was der Mann mit dem Tragen verräterisch eng anliegender Anzughosen mit uns veranstaltet! Stimmlich, um jetzt mal zu den weniger wichtigen Details zu kommen, überzeugte der umwerfend gut aussehende Este bei der heutigen Probe weniger. Aber schließlich ist das eben auch…
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Sie scher­zen? 1. Pro­be Geor­gi­en, Türkei

Ugh. Anri Jokhazde. Ganz ehrlich: mir ist die georgische Nummer rundweg zu doof, um mich damit ernsthaft auseinanderzusetzen. Ein billig blondiertes Tuntenbärchen, vier Tänzerinnen in gigantischen Rollatoren, eine mit Glitzerstoff bespannte Flüstertüte und ein wehrloser Flügel. Sowie drei Minuten unangenehmstes Geschreie. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen. Sollte Putin das Land doch noch vollannektieren, wäre es mir recht: dann müssen wir sowas wenigstens nie wieder ertragen. Mach's bitte einer weg: Anri (GE) (mehr …)
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She’s Ebenee­zer Goo­de: 1. Pro­be Schweden

Sie führt mit rybakartigem Abstand sämtliche Fanpolls an und auch die Wettbüros sehen sie mehrheitlich als Siegerin: die Schwedin Loreen. Dass sie uns in Baku im Wesentlichen die selbe Bühnenshow bietet wie beim Melodifestivalen - gnädiges Halbdunkel, in dem die in einem Yoga-Outfit Steckende mit einer zerzausten Haarwand vor dem Gesicht waldorfschülerinnenhaft ihren Namen tanzt, - war vorherzusehen. Die spannendere Frage: wie klingt's live? Die Antwort: okay. Zwar murmelt Loreen weiterhin große Teile ihres Textes in ihren nicht vorhandenen Bart. Aber die beiden in der Tiefe der Dunkelheit versteckten Backingsängerinnen heben das zumindest beim Refrain. Ganz zum Schluß erscheint auch wieder…
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Je vais me mari­er, Marie: 1. Pro­be Slo­we­ni­en, Kroatien

Und damit zu den Proben des heutigen Tages. Los ging es mit Eva Boto aus Slowenien und ihren fünf Begleitsängerinnen, alle in unterschiedlichen (und unterschiedlich ansehnlichen) Brautkleidern, allerdings ohne den von der Vorentscheidung so berühmten Tüllknüll im Haar. Evas Brautkleid als einziges nicht in weiß, sondern creme, und mit üppigen floralen Applikationen versehen, die nicht nur arg auftragen und der zierlichen Siebzehnjährigen hüftabwärts die Figur von Joy Fleming verleihen, sondern auch noch aussehen, als habe Fleurop einmal quer drübergekotzt. Dafür wirkt die Choreografie zu ihrer klassischen Balkanballade stimmig und zurückgenommen, und auch die Sängerin schont sich erkennbar noch für das…
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I love you so, Matsch: 1. Pro­be Ukrai­ne, Bulgarien

Ja, ich weiß, ich hänge hoffnungslos hinterher mit den Probenberichten. Ich verfluche 1&1 für den Ausfall meines Internetzugangs gestern Abend und mich für meine Unfähigkeit zur besseren Urlaubsplanung. Aber jetzt zur Ukraine: Gaytana wird von vier männlichen Tänzern in Röcken begleitet. Nein, keine schottischen Kilts. Faltenröcke. Dazu tragen sie weißlackierte Springerstiefel und rosafarbenen Jeansjäckchen. Sowie, zum Teil, Wolle-Petri-Frisuren. Ein fünfter Tänzer in einem LED-Anzug läuft auch noch über die Bühne, wenn er nicht gerade Kulissen schiebt. Denn die Ukrainer haben, wie letztes Jahr Blue, vier eigene, bewegliche LED-Wände mitgebracht, auf denen zusätzliche Schemenbilder tanzen: die DJ-Bobo-Variante des Versuchs, die Sechs-Personen-Regel…
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We are the Wie­ners: 1. Pro­be Weiß­russ­land, Portugal

Und die Styling-Faux-pas reißen nicht ab. Die belarussischen Poppseudorocker Litesound haben sich entschlossen, Krassimir Avramovs (BG 2009) Kettenhemden aufzutragen, die in der Zwischenzeit durch das falsche Stahlwollefeinwaschmittel etwas fadenscheinig geworden sind. Dass drei von ihnen mit Posergitarren auf der Bühne stehen, während auf dem Backingtape dieses Instrument allenfalls noch in Spurenelementen wahrzunehmen ist, macht die Sache nicht besser. Immerhin kann das vom deutschen Eurovisionschef Thomas Schreiber so verfemte Land unter Beweis stellen, dass es die größte Alberne-Mikrofonständer-Fabrikation der Welt beherbergt. Finale? Niemals. Wie in jeder Rockband ist auch bei Litesound der Drummer die geilste Sau (BY) (mehr …)
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Sty­ling og Con­sul­ting: 1. Pro­be Nie­der­lan­de, Malta

Beim großen Manitou, Indiana Joan! Dein quietscheniedliches, folkig-naives 'You and me' hätte ja wirklich das Zeug zum Überraschungssiegersong 2012. Aber nicht so! Wieso steht Deine Begleitgruppe meilenweit entfernt von Dir in der Schämecke, so als sollten oder wollten sie nichts mit Dir zu tun haben? Und was haben die überhaupt da verloren? Weg mit ihnen! Weg auch mit den gigantischen goldenen Feuerschalen, denn den gewünschten heimeligen Lagerfeuereffekt erzielen die nicht - im Gegenteil, die wirken schlimm protzig! Lass das Lagerfeuer doch über den LED-Hintergrund einspielen. Die gesamte Präsentation muss viel kindlich-harmloser werden. So wie der tolle Faschingsfederschmuck im Haar, mit dem Du…
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Beim ers­ten Mal war’s noch schee: 1. Pro­be Ser­bi­en, Mazedonien

So, leider wurde ich durch private Dinge aufgehalten, daher muss ich den heutigen dritten Probentag in Baku ein wenig im Schnellgang abhandeln, wenn ich noch ein bisschen Schlaf haben will. Das zweite Semi ist bekanntlich das der Balkan-Balladen, und mit einem Doppelschlag geht's gleich los. Željko Joksimović liefert mit 'Nije Ljubav Stvar' die altbekannte und  hoch geschätzte volle Dosis großen Herzeleids. Und auch, wenn im Gegensatz zur serbischen Songpräsentation das Symphonieorchester fehlt und der Meister und seine Mannen zur Kameraprobe eher casual erschienen, ist klar, dass er wieder ganz großes, gefühlsgewaltiges Kitschkino abliefern wird. Das kann keiner so gut wie er. Mit…
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Men­schen­rechts­de­mo in Baku von der Poli­zei aufgelöst

Während sich gestern die Eurovisionsblogger im Pressezentrum der Crystal Hall über fehlende Livefeeds aus der Halle und eine Mangelversorgung mit Kaffee sowie Jedwards Zimmerspringbrunnen echauffierten, gingen in der Innenstadt von Baku Menschen für ihr Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit auf die Barrikaden. Die aserbaidschanische Polizei löste die unangemeldete Demonstration auf und nahm mindestens zehn Personen fest. Nach Presseberichten forderten die Aktivisten freie Wahlen, die Freilassung aller politischen Gefangenen - laut Human Rights Watch derzeit 70 Menschen - und die volle Versammlungsfreiheit, wie sie in der aserbaidschanischen Verfassung zumindest auf dem Papier garantiert sei, tatsächlich aber nicht gewährt werde. Mit massivem Polizeieinsatz hinderte…
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