2013

Geor­gi­en will es um jeden Preis

Seit 2007 ist Georgien erst beim Eurovision Song Contest dabei, und seither arbeitet der Kaukasusstaat hart und ehrgeizig auf einen Eurovisionssieg hin. Verschiedenste Strategien kamen bereits zur Anwendung: bacchantische Länderpartys für die Schwurnalisten vor Ort, auf denen der georgische Wein in Strömen floss und für die vermutlich das halbe Staatsbudget drauf ging. Eine Blinde mit siegeleskem Friedenskitsch. Hochleistungsballette. Sophos, immer wieder Sophos. Und sogar dieses moderne Teufelszeug da: Rock. Diesmal schaute man sich die Strategie vom Nachbarland Aserbaidschan ab und bestellte ab Werk in Schweden, natürlich bei keinem Geringeren als Thomas G:son. Und wenn man sich das heute erstmals in…
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Kroa­ti­en und die Mise­re der Eurovision

Heute Vormittag stellte das kroatische Fernsehen die vollständige Fassung seines diesjährigen, passend betitelten Eurovisionsbeitrags 'Mizerja' vor. Dargeboten von sechs jungen Herren, welche die Gesangsgruppe Klapa s Mora (Klapa des Meeres) formen. Bei einer Klapa handelt es sich, wie schon an anderer Stelle erwähnt, um einen traditionellen dalmatischen Männergesangsverein, der ebenso traditionelle Volksweisen zum Besten gibt. Bei den sechs befrackten Herren im Bild handelt es sich gar um eine extra für den Grand Prix von HRT handverlesene "Super Klapa", ein Konglomerat der besten Klappengänger Klapisten Männergesangsvereinssänger des ganzen Landstrichs. Ihr harmoniestarker Chorgesang und der extrem altmodische Song entführen einen dann auch…
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Spa­ni­en: They can stop the Spring

Vermutlich noch niemals in der Eurovisionsgeschichte war eine Nation bereits im Vorfeld so eindeutig für den letzten Platz im Finale prädestiniert wie Spanien in diesem Jahr. Ganze drei Songs standen zur Auswahl bei der gerade zu Ende gegangenen Destino Eurovisión, alle drei vorgetragen von der bereits vorab bestimmten Folkpopband El Sueño de Morfeo. 'Contigo hasta el Final', der erklärte Lieblingstitel der Band selbst, ist es nun geworden, wobei dies letztlich keine Rolle spielte. Denn drei Mal klang es wie ein lauer Aufguss der gecrashten irischen Band Dervish (2007): müde, kraftlos, katastrophal gesungen und zu Tode langweilend. Kurzzeitig war ich versucht, mir Nägel…
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Nie­der­lan­de: vor­ver­öf­fent­lich­te Vögel flie­gen nicht heraus

Kleines eurovisionäres Stürmchen im Wasserglas nun in den Niederlanden: die schicken in diesem Jahr bekanntlich die populäre Rockpopinterpretin Anouk, die auch bei uns schon mal einen Hit hatte. Ihr Song heißt 'Birds' (womöglich in nostalgischer Reverenz an den allerersten beim Grand Prix jemals aufgeführten Beitrag 'De Vogels van Holland'?), wird auf ihrem neuen Album enthalten sein und ist derzeit offiziell noch gar nicht zu hören. Allerdings kam jetzt heraus, dass Anouk den Song bereits 2011 schrieb und im November desselben Jahres in einem Radiointerview übers Telefon dem DJ schon mal kurz vorsummte. Nach strenger Auslegung des bis 2012 geltenden Vorveröffentlichungsverbotes ein mögliches Problem. Doch wie…
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Ach was: ‘Glo­rious’ ist kein Pla­gi­at, sagt ein Gutachten

Lassen Sie mich diese Meldung mit einem Zitat aus dem Werk des großen bayerischen Kabarettisten Gerhard Polt beginnen: "Mir ham jetzt ein teures Gutachten in Auftrag gegeben, des krieg' mer bestimmt bestätigt". Das bisherige Geschehen kurz zusammengefasst: nach dem der Dancefloortitel 'Glorious' von Cascada am 14. Februar die deutsche Vorentscheidung gewann, fiel Menschen mit zwei Ohren die, nennen wir es einmal: enge stilistische Ähnlichkeit des Songs mit dem letztjährigen Eurovisionssiegertitel 'Euphoria' auf. Soweit nichts Ungewöhnliches: jedes Jahr versuchen es Länder beim Song Contest mit Liedern, welche die Erfolgsformel des Vorgängers zu imitieren suchen. Zuletzt ging diese Strategie allerdings 1975 auf. Kein Grund zur…
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Russ­land pullt eine Chiara

Heute stellte das russische Fernsehen nun auch den Song für Malmö vor, nachdem die Teilnehmerin Dina Garipova, ihres Zeichens Siegerin der aktuellen Staffel von The Voice, bereits seit ein paar Tagen feststeht. 'What if' heißt der, und das klingt nicht nur vom Songtitel her maltesisch. Eine klassische, wenn nicht gar all zu klassische Eurovisionsballade mit verhaltenem Anfang, stetigen Steigerungen, vorschriftsmäßiger Rückung und dramatischem Songfinale, dargeboten von einem ernst dreinblickenden, properen jungen Mädchen mit großer Stimme. Und versehen mit einem fußnägelaufrollend weltverbessernden Text. Man könnte gar an einen Siegel / Meinunger denken, aber natürlich stammt auch dieses Elaborat wieder aus schwedischer…
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Vier­ter Super­sams­tag: The Party’s over now

Welch ein Blutbad am gestrigen Supersamstag! Im letzten Semifinale des schwedischen Melodifestivalen fielen gleich zwei Ikonen glorreicher vergangener Tage der mangelnden Sentimentalität heutiger Voter und Juroren zum Opfer: der einstmals europaweit erfolgreiche Siebzigerjahre-Schlagerstar Sylvia Vrethammar ('Eviva España') mit ihrer 'Trivialitet' sowie die Neunzigerjahre-Eurotrash-Helden Army of Lovers ('Crucified'), die sich in Originalbesetzung wieder zusammengefunden hatten. Sie lieferten mit 'Rockin' the Ride' exakt das ab, was ihnen in alten, besseren Zeiten die Liebe einer ganzen Armee an Fans sicherte: eine simple Ohrwurmmelodie, straighte Dancebeats, einen von all zu viel inhaltlicher Tiefe befreiten, repetitiven Text und eine hochgradig campe Show mit sehr viel blanker…
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Skan­dal: Irland kopiert deut­schen Eurovisionsbeitrag!

Gestern Abend fiel in der selbsternannten spirituellen "Heimat der Eurovision" die Entscheidung für den irischen Beitrag für Malmö, wie immer im Rahmen der Late Late Show. Nach einer einstimmenden ausführlichen Klagerunde der eingeladenen Eurovisionsexperten ("Yohanna vertrat Finnland mit einer wunderschönen Ballade und war nur ein Mädchen mit einem Klavier", Alexander Rybak war "Justin Bieber mit einer Fiedel") über das böse Blockvoting der gemeinen Osteuropäer, welches alleine für das Ende der ehemaligen Siegesserie der Großen Irischen Ballade verantwortlich zeichnet, landete die einzige, möglicherweise seherisch 'Crashing down' betitelte Ballade unter den fünf "absolut gleichwertigen" Songvorschlägen bei den regionalen Jurys knapp vorne, im Publiksvotum…
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Bet­ty Dittrich: “Cas­ca­da hat das geils­te Auf­tritt gemacht”

Wie süß ist das denn bitte? Meine persönliche Vorentscheidungsfavoritin Betty Dittrich ('Lalala'), die bei Unser Song für Malmö leider nur auf dem achten Platz landete, was in Teilen auch der diabolischen Jury zu verdanken ist, ruft angesichts der aktuellen, von skandalinteressierten Teilen der Presse lancierten Generaldebatte über den deutschen Beitrag dazu auf, die Siegerin Natalie Horler alias Cascada zu "supporten". Sie jedenfalls drücke ihr die Daumen "und der Mops die Pfoten". Aber lassen wir die herzallerliebste Betty selbst zu Wort kommen. Sie hat sogar eine kleines Liedchen für uns vorbereitet! Achtung: Keks-Schleichwerbung!
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USFM-Nach­le­se II: wel­ches Voting gehört gestrichen?

Heute veröffentlichten die fleißigen Kollegen des Prinz-Blogs bereits die zweite Analyse zum neuen, dreiteiligen Votingverfahren, das in Hannover bei Unser Song für Malmö zum ersten (und in dieser Form vermutlich auch zum letzten) Mal zum Einsatz kam und für manch große Überraschung nicht nur bei der charmanten Moderatorin Anke Engelke sorgte. Das kurz zusammengefasste Fazit ihres so lesenswerten wie hervorragend recherchierten Artikels: der Sieg von Cascada ging hundertprozentig in Ordnung, die Jury hat ihren Job anforderungsgerecht erledigt und kann bleiben, das Onlinevoting der Radiosender hat versagt und gehört gestrichen. Der ersten Feststellung kann ich mich voll und ganz anschließen, den…
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Dina Gari­po­va für Russland

Heute früh gab der russische Sender Channel One bekannt, dass die Sängerin Dina Garipova das Land in Malmö mit einem Titel aus schwedischer Produktion vertreten wird. Dina gewann 2012 die Castingshow The Voice und nennt Whitney Houston als ihr Vorbild, was sich hoffentlich auf die auch bei ihr unzweifelhaft vorhandene Stimmkraft bezieht und nicht auf die Konsumgewohnheiten der viel zu früh Verstorbenen. Schließlich ist es von Dina bis Dima nur ein Buchstabe, und wer den russischen Sieger von 2008 gestern als Stargast der griechischen Vorentscheidung erlebte, weiß, was ich meine. 'What if' soll Dinas Song heißen, der aber erst zu einem…
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Ouzo – für mei­ne guten Freun­de! (GR 2013)

Wenn das Angela Merkel erfährt: da sparen die chronisch klammen Griechen für ihren Vorentscheid zwar an der Menge der teilnehmenden Songs: wie schon im Vorjahr nur vier Titel (für mehr als drei Stunden Sendung). Fliegen für das Pausenprogramm aber Alexander Rybak, Ruslana, Maria Šerifovic und Dima Bilan ein, um sie dann ihren jeweiligen Siegersong nur halb singen zu lassen! Und als ob das nicht der Verschwendung genug wäre, bestimmen sie auch noch den fröhlichen Bukovina-Ska-Song 'Alcohol is free' zu ihrem Siegertitel - dieses Versprechen dürfte sie in Malmö bei den gesalzenen Ouzo-Preisen in den schwedischen Systembolaget-Alkoholmonopolläden noch teuer zu stehen…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Trans­syl­va­nia calling

32 Songs umfasst die rumänische Vorentscheidung, die nächsten Samstag mit dem ersten Semi beginnt und am 3. März in ein Finale mündet. Bekannteste Teilnehmerinnen sind Natalie "Babystrich" Barbu (MD 2007) und Luminita Anghel, die bereits 2005, da noch als metallicgrüne House-Fee im Zusammenarbeit mit einer Handvoll auf rostigen Ölfässern herumtrommelnder Jungs, das beste Ergebnis ihres Heimatlandes holte (ranggleich mit Paula & Ovi von 2010, die heuer moderieren). Sie dürfte erneut die größten Chancen haben, auch wenn ihr aktueller Beitrag 'Unique' aus einer völlig gegensätzlichen musikalischen Ecke kommt und sich anhört, als sei er soeben direkt von der Bühne eines Londoner Westend-Musicaltheaters…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Kol­lek­ti­on Bvlgari

Das bulgarische Fernsehen stellte heute Nachmittag die drei möglichen Titel für Elitsa Todorova und Stoyan Yankoulov vor, über die am 3. März in einer 50/50-Abstimmung entschieden wird. Und ich muss sagen: drei Mal Perlen der Vorentscheidungen, da gefällt mir eine besser als die andere! Es geht los mit 'Dzupai libe boso', einem sphärisch floatenden Ethno-Song mit sanften Reggae-Einlagen, perfekt geeignete Chill-Out-Musik nach einer durchtanzten Nacht auf einem Goa-Festival. Song Nummer 2, 'Kismet', mixt treibende Elektrobeats mit orientalisch anmutenden, für westliche Ohren fast schon schmerzhaft schief wirkenden Gesangsbögen und Dudelsackklängen: der Warmup zu einer wilden, substanzgestützten, sommerlichen Partynacht am Bosporus. Klarer Sieger…
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Drit­ter Super­sams­tag: Die­ter Boh­len braucht ein Alibi

Ich weiß, ich klinge wie eine kaputte Schallplatte mit einem Sprung, aber: kann bitte irgendjemand mal die Schweden kollektiv entmündigen? Was die da gestern bei der dritten Vorrunde des Melodifestivalen wieder zusammenwählten, schlägt nun wirklich dem Faß die Krone ins Gesicht! Einen ausgelutschten amerikanischen Softrock-Formatradio-Langweiler-Song und einen 'riktig jävla Schlager', vorgetragen von einem Alte-Herren-Trio unter Beteiligung von Tommy Körberg (SE 1988 und damals schon zum Wegdämmern) pickten sie für das Finale. Auf der Strecke blieb hingegen der superniedliche Eddie Razaz, der mit dem G:son-Beitrag 'Alibi' die bewährte Danny-Saucedo-Eric-Saade-Formel bediente: extrem eingängiger Discoschlager mit klassischem Formationstanz und Chorgesang vom Band. Seven…
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Allo­ra: Mar­co Men­go­ni für Italien

Die Presse mutmaßte es schon gestern Abend, weit nach Mitternacht rief die RAI ihn im Rahmen des San-Remo-Festivals, welches er dann auch noch gewann, zum italienischen Vertreter beim Eurovision Song Contest aus: Marco Mengoni, 24, bekannt geworden durch seinen Sieg in der Castingshow X-Factor im Jahre 2009 und bereits etablierter Act in seiner Heimat mit zwei bestverkauften Alben. Nun will der schnucklige Sänger mit dem auffällig hängenden Lid (das allerdings auch der späten Sendezeit geschuldet sein könnte) zu einer internationalen Karriere ansetzen. Über Aussehen und Stimme verfügt er schon mal, jetzt fehlt nur noch ein Lied. 'L'Essenziale', sein San-Remo-Siegersong, stimmt…
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Lett­land: rich­ti­ge Grup­pe, fal­scher Song! (LV 2013)

Das dürfte wohl eine Premiere sein: in Lettland entschied sich das Publikum in der heutigen Dziesma unter 12 Angeboten für den richtigen Interpreten - und den falschen Song. Die Gruppe PeR, die bereits letztes Jahr mit 'Disco Superfly' den einzigen guten Titel des Vorentscheids ablieferte, war heute Abend mit gleich zwei Beiträgen vertreten. Nämlich 'Sad Trumpet', einer zu weiten Teilen instrumentalen, melancholischen und leicht skurrilen Jazz-Nummer - und wiederum der einzige gute Beitrag der gesamten Vorentscheidung. Und zweitens mit 'Here we go', einem wirren, blamablen und leicht nationalistischen Rap-Gestammel mit fußnägelaufrollenden Falsetteinlagen, dargeboten in Glitzeranzügen. Wohl um ein Stimmensplitting zu…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Esten sind die Besten!

Soeben endete das erste Semifinale der Eesti Laul. Und nicht nur, dass sich unter zehn Songvorschlägen für das Finale vier fabelhafte Beiträge fanden - nein, es kamen auch noch drei davon weiter! Darunter die Nummer, die unter Fans und Zuschauern des Eurovision Song Contest wohl für die erbittertsten Debatten seit Lordi sorgen dürfte: der Punksong Meiecundimees üks korsakov läks eile lätti von Winny Puhh, einem Quartett in entfernt an Ritterrüstungen erinnernden Ganzkörperkostümen, die auf ihre Instrumente eindreschen und rumbrüllen, als gäbe es kein Morgen. Eine visuelle wie akustische Attacke, volles Rohr auf die Zwölf und natürlich großartig! Die müssen gewinnen! Nur…
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Slo­we­ni­en bricht sich ein Bein, Zypern schläft ein (SI, CY 2013)

In all der Aufregung um das deutsche Juryvoting ein wenig untergegangen und daher noch nachzureichen sind die ebenfalls am Donnerstag publizierten Beiträge Sloweniens und Zyperns. In beiden Ländern standen die Interpretinnen, Hannah Mancini respektive Despina Olympiou, bereits fest. Nun kennen wir auch ihre Titel. Die in den USA geborene, der Liebe wegen aber nach Slowenien verzogene Hannah versucht es mit dem bei der Schwulenolympiade ESC leicht deplatziert wirkenden Titel 'Straight into Love'. Der beginnt, ähnlich wie Margaret Bergers 'I feed you my Love' (NO), vielversprechend mit einem krachenden Dubstep-Intro. Allerdings ist nach 20 Sekunden schon die Luft raus, die restlichen…
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Öster­reich rockt den Song Con­test 2013: Run­ning sca­red from Austria

Öster­reich rockt den Song Con­test 2013: Run­ning sca­red from Austria

Immer ein wenig hintendran, diese Österreicher:innen: während sich der große Bruder Deutschland gestern für eine musikalische Neuauflage des letztjährigen Siegertitels entschied, orientierte man sich in der Alpenrepublik an dessen Vorgänger:innen und schickte eine schnarchseichte Ballade namens 'Shine', die wie schon weiland Ell & Nikkis Siegersong 'Running scared' hauptsächlich von den penetrant eingestreuten "Oh-oh"s lebt. Die 18jährige Natália Kelly, bekanntgeworden durch die erfolgreiche Teilnahme an der Castingshow The Voice, sang sie und schaute dabei mit treuem Dackelblick in die Kameras, was in Malmö wohl das ein oder andere Juroren- oder Großmutterherz schmelzen lassen dürfte. Und mich in dreiminütigen Tiefschlaf fallen ließ.…
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Vor­ent­scheid-Nach­le­se: Cas­ca­da so zeit­ge­mäß wie Toast Hawaii?

Vor­ent­scheid-Nach­le­se: Cas­ca­da so zeit­ge­mäß wie Toast Hawaii?

Schlechte Quoten erzielte der gestrige deutsche Vorentscheid Unser Song für Malmö (3,24 Millionen Zuschauer) Pressemeldungen zufolge. Und schlechte Presse gab es noch mehr: von einer "bizarren Wertung" ist nicht nur bei Focus Online die Rede - gemeint ist der ominöse eine Punkt für die Publikumslieblinge LaBrassBanda (die übrigens Blut geleckt haben und sich 2014 erneut bewerben wollen). Die Münchener Abendzeitung verbreitet gar die abstruse Verschwörungstheorie, die Jury hätte absichtlich "die Notbremse gezogen", weil vier der fünf Juroren bei Universal unter Vertrag sind, die Bayern aber beim Konkurrenten Sony. Was der NDR natürlich zurückweist: „Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen, bevor sie die Radioergebnisse kannte," so Thomas…
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Unser Song für Mal­mö 2013: Eternity’s an open Door

Unser Song für Mal­mö 2013: Eternity’s an open Door

Im Jahre Drei n.LML. (nach Lena Meyer-Landrut, die der NDR gegen ihren erkennbaren Willen dazu zwang, im Pausenprogramm des heurigen Vorentscheids zum ungefähr achtmillionsten Mal 'Satellite' zu singen) krempelte der Hamburger Sender das deutsche Auswahlverfahren mal wieder komplett um. Der Raab'schen Castingshows überdrüssig, stellte man in Lenas Heimatstadt Hannover eine eigenproduzierte Show auf die Bühne, von der die Zuschauer:innen des Ersten daheim vor den TV-Apparaten allerdings das Beste verpassten, weil die völlig unfähige Bildregie mit ihrem ständigen, zwanghaften Zoomen und Schneiden sämtliche Choreografien komplett zerhackte. Zwölf Teilnehmer:innen trieb der NDR zusammen, größtenteils weniger bekannte Namen, aber auch einen aktuell sehr…
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Unser Song für Mal­mö: Start­rei­hen­fol­ge und Votingverfahren

Es wird fleißig geprobt in Hannover für das morgige deutsche Finale Unser Song für Malmö (ab 20:15 Uhr im Ersten). Und dank der ebenso fleißigen Berichterstatter des Prinz-Blogs kennen wir nun auch die vorläufige Auftrittsreihenfolge: als sei es ein Statement zum Rücktritt Ratzingers, eröffnen die Priester den Abend mit ihrem sakralen 'Meerstern, sei gegrüßt'. Passend ausgewählt auch der Todesslot: mit Startplatz 2 muss der ohnehin komplett chancenlose Finn Martin vorlieb nehmen. Es folgen Mobilée, Blitzkids mvt., Fan-Favoritin Betty Dittrich (mit den Tänzern aus dem großartigen Video!), Ben Ivory, das geografisch stimmige Südliches-Ausland-Doppel Saint Lu (Österreich) und LaBrassBanda (Bayern), Nica &…
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Kroa­ti­en: Neu­es aus der Anstalt

Zeichnet sich da eine neue Vorentscheidungstradition ab? Dem georgischen Beispiel folgend, präsentierte auch das kroatische Fernsehen heute erste Spurenelemente seines Eurovisionsbeitrages im programmlich passenden Umfeld: den Nachrichten! [ref]Vorläufer war hier übrigens Zypern, das bereits 2011 den kompletten Videoclip zu 'San Angelos s'agapisa' am Ende der einstündigen Abendnachrichten uraufführte.[/ref] Eine Klapa soll es - wie bereits berichtet - diesmal sein, ein üblicherweise traditionelle Volksweisen singender Männerchor aus Dalmatien. Den hat der Sender nun in monatelanger Arbeit zusammengecastet und ihm den hochgradig originellen Namen Super Klapa verpasst. 'Mišerja' heißt der Titel, und den unvermeidlichen schlechten Witz, welcher Art von Misere sich ein…
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Zwei­ter Super­sams­tag: Toter Fisch nach Hausfrauenart

Es klang nach einem Konzept, bei dem jeder aufrechte Schlagerfan schon im Vorfeld ein feuchtes Höschen kriegt: die Melodifestival-erfahrenen Schlagerdiven Hanna Hedlund, Pernilla Wahlgren und Jenny Silver ('Something in your Eyes') als Trio. Unter dem rundweg fabelhaften Namen Swedish House Wives, ein perfektes Wortspiel aus der angesagten Dancecombo Swedish House Mafia und der US-Kultserie Desperate Housewives. Mit einem vom Frederik Kempe Thomas G:son geschriebenen, dancebeatgetriebenen Schwedenschlager namens 'On Top of the World'. Dazu eine beleuchtete Showtreppe, Goldlamé-Glitzerkostümchen und eine simple Choreografie. Und dennoch scheiterte die Nummer beim gestrigen zweiten MF-Semi und schaffte es noch nicht mal in die Trostrunde. Woran…
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