2014

Buh-Rufe gegen Russ­land: poli­tisch oder politisch?

Sie waren nicht zu überhören gestern Abend: laute Buhrufe aus dem Publikum in der Kopenhagener B&W-Halle, als die Moderatoren den Einzug der Tolmachevy-Zwillinge ins Finale des Eurovision Song Contest 2014 bekannt gaben. "Die Ukraine-Krise bestimmte den Abend", schlussfolgerte Spiegel Online heute früh. Und auch die Süddeutsche veröffentlichte eine dpa-Meldung mit dem Satz: "Der russische Beitrag wurde wegen der Ukraine-Krise gnadenlos ausgebuht". Nun steht es außer Frage, dass Mütterchen Russland aufgrund der Annektierung der Krim derzeit auch aus ESC-Fan-Kreisen keine allzu großen Sympathien entgegen schlagen. Wer allerdings Hardcore-Grand-Prix-Fans kennt, und diese bevölkern größtenteils die Hallen, in denen der Wettbewerb ausgetragen wird, weiß,…
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Nach dem Semi: Schwe­den ist neu­er Favo­rit 2014

Geht es 2015 wiederum nur 14 Kilometer über die Öresundbrücke zurück nach Malmö? Nach dem gestrigen ersten Semifinale überholt Sanna Nielsen (SE) den bislang führenden Aram MP3 bei den Wettquoten auf einen Sieg im Finale. Nun zeigte sich der Armenier im Balladenteil seines Beitrags 'Not alone' gestern Abend tatsächlich stellenweise leicht wacklig (fing sich spätestens im Dubsteppart aber wieder) und wirkte auch ein wenig fahl um die Nase, während Frau Nielsen diesmal mit keinen widerspenstigen Scheinwerfern mehr zu kämpfen hatte wie noch im Juryfinale und einen Auftritt wie aus dem Lehrbuch für die vorschriftsmäßige Inszenierung einer ebenso vorschriftsmäßigen Eurovisionsballade hinlegte. Und…
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Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Sie sind doch einfach jedes Mal für Überraschungen gut, diese Qualifikationsrunden und insbesondere die Antworten, die Europas Zuschauer und Juroren auf die Frage geben, welche der gezeigten Performances sie am Samstag im Finale wiedersehen wollen. So gut wie niemand hatte wohl ernsthaft Valentina Monetta auf seinem Tippzettel, und nachdem der unter langjährigen Leidensgenossen nur noch "der Unvermeidliche" genannte Ralph Siegel diesmal auch noch prominent am Flügel saß, als sei er die Reinkarnation von Andrew Lloyd-Webber (UK 2009), sah ich offen gestanden endgültig schwarz für die sanmarinesische Lys Assia (CH 1956-1958). Ob die Verleihung der Finalkarte nun den Lohn für die Persistenz der…
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Das San­naga­te: Beleuch­tungs­dra­ma im Juryfinale

Oh mein Gott, das Drama! Wie Eurovision Ireland berichtet, habe die schwedische Delegation ein Gesuch bei der EBU eingereicht, Sanna Nielsens Auftritt im gestrigen Juryfinale aus der Wertung zu nehmen und stattdessen ihre Performance in der heute Nachmittag stattfindenden dritten und abschließenden Generalprobe zur Grundlage ihrer Abstimmung im ersten Semi zu machen. Der Grund: im gestrigen zweiten Durchgang, der traditionell für die zu 50% zählende Beurteilung durch die Juroren herangezogen wird, litt die Sängerin unter einer fatalen Fehlfunktion einer der Bühnenscheinwerfer. Der scherte zunächst aus der für ihre Darbietung so charakteristischen Lichtkegelchoreografie aus und drehte sich dann so, dass er Sanna…
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Zwei­te Pro­ben 2. Semi 2014

So, und auch die zweite Proberunde des stärkeren donnerstäglichen Semis sei hiermit nachgereicht. Hier ballen sich die besseren Titel und Performances, und obschon nur 15 Qualifikanten auf zehn Slots für das Finale kommen, könnte es ein Hauen und Stechen geben. Prominenteste Teilnehmerin ist natürlich die Österreicherin Conchita Wurst, die mit einer rundweg genialen Inszenierung überzeugt. Für wen ihr Konzept zu queer ist, der fühlt sich sicherlich vom polnischen Auftritt angesprochen, der es schafft, das mittlerweile über 40 Millionen Mal (!) angesehene Youtube-Video adäquat auf die Bühne zu bringen. Beide Darbietungen eint, dass sie bisherige Grenzen übertreten, was die Inszenierung von Sexualität…
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Zwei­te Pro­ben 1. Semi 2014

Nachzureichen sind noch die zweiten Probendurchgänge der Semifinalisten. Hier stellte die EBU erstmals nicht nur kurze Ausschnitte ins Netz, sondern die kompletten drei Minuten. Wobei auch diese Clips nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit besitzen, handelt es sich doch Livemitschnitte aus der Halle. Das, was später auf den Bildschirmen Europas erscheinen wird, kann völlig anders aussehen! Und das sollte es auch, denn ausgehend von den präsentierten Mitschnitten ergibt sich das Problem, dass mir Qualifikanten fehlen - so schlecht ist die Qualität dieses Semis, dass einige Songs durchschlüpfen müssen, die es eigentlich nicht verdient haben. Oder habe ich mich einfach nur schon müde…
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Ers­te Pro­ben Fina­lis­ten 2014

Heute probten in Kopenhagen zum ersten Mal die sechs direkt für das Finale Gesetzten, darunter auch die deutschen Vertreterinnen Elaiza, die gleich als Erste auf die Bühne durften. Leider bewahrheitete sich hier, was - wenn meine Erinnerung nicht trügt - Christer Björkman vom schwedischen Fernsehen während der Generalprobe zur deutschen Vorentscheidung andeutete: dass wir uns dort für die beste Geschichte entschieden haben und nicht für das beste Lied. Wurden Elaiza in Köln als irre sympathische Underdogs auf einer Welle des Welpenschutzes durch den Abend getragen, so spielen sie in Kopenhagen in einer anderen Liga. Die Bühnenshow gleicht der beim Vorentscheid: die…
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Con­chi­ta Wurst hat einen neu­en Fan

Während die Medien noch immer die unsäglichen Äußerungen des armenischen Konkurrenten Aram MP3 breittreten, der Ende März einen armseligen homophoben Scherz darüber machte, dass er sich in Kopenhagen die Bühne mit einer bärtigen Frau teilen muss, ereilt die österreichische Vertreterin Conchita Wurst eine überraschende Hommage aus dem ebenfalls nicht gerade als Hort des gesellschaftlichen Fortschritts bekannten Nachbarland Aserbaidschan. Deren letztjährigem Repräsentanten und Zweitplatzierten Fərid Məmmədov ('Hold me') nämlich gefiel Conchitas Song 'Rise like a Phoenix' so gut, dass er die Nummer im heimischen Wohnzimmer nachsang und Ausschnitte davon ins Netz stellte. Da sehe ich doch vor meinem geistigen Auge bereits einen Überraschungsauftritt mit…
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Ers­te Pro­ben 2. Semi 2014

Auch in Kopenhagen wird am heutigen Internationalen Tag der Arbeit natürlich nicht gearbeitet, und so ruhen auch die Proben. Nachzureichen habe ich jedoch noch die Beobachtungen und Spekulationen über die ersten Kameraproben der 15 Teilnehmer des zweiten Semis vom kommenden Donnerstag, die vorgestern und gestern über die Bühne der B&W Hallerne gingen. Zu den Aufsteigern aus dem Kreis der möglichen Qualifikanten zählt die überzeugend performende Israelin Mei Feingold, was mir den perfekten Aufhänger für eine eingeschobene Schleichwerbung liefert. Nämlich für die quietschbunte Filmkomödie Cupcakes des israelischen Regisseurs Eytan Fox (Yossi & Jagger), in der ein Freundeskreis um den schwulen Kindergärtner…
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Sie­gel: “ ‘Let’s get hap­py’ war für Anke Engelke”

Alleine bei der Vorstellung fällt mir fast die Kaffeetasse aus der Hand: in einem Interview mit dem aus Deutschland stammenden mehrfachen Schweizer Vor-Vorentscheids-Teilnehmer Mave O'Rick (bekannt durch den Flummitechnoremix von Anne-Marie Davids 'Tu te reconnaîtras') für die Onlineausgabe des Schwulenmagazins Männer behauptete der deutsche Grand-Prix-Grandseigneur gestern, er habe 'Let's get happy' (DE 2003) ursprünglich nicht für Lou Hoffner, sondern für Anke Engelke komponiert. "Und fast hätte sie den Song gesungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dann ein besserer Platz dabei heraus gesprungen wäre," so Siegel. Das lässt nun Raum für Spekulationen: scheiterte es wie weiland 1997 am schnöden Mammon, als der…
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Mein Block: Sido ist Teil der deut­schen Jury

Heute gegen Mitternacht gab der NDR die fünf deutschen Juroren bekannt, deren gemeinschaftliche Punkte genau so viel zählen wie die der üblicherweise weit über eine Million deutscher Televoter/innen. Praktisch sogar noch ein bisschen mehr, weil die Fantastischen Fünf alle Teilnehmertitel ranken dürfen / müssen, während ein Zuschauer maximal zwanzig Mal anrufen kann. Die Jury besteht aus Musikmanager Konrad Sommermeyer, Jennifer "Rostock" Weist, Bundesvision-Song-Contest-Teilnehmer (2011) Andreas Bourani, der aktuellen USFD-Partizipantin Madeline Juno sowie Hip-Hopper Sido, der sich vom umstrittenen und anfänglich indizierten Aggro-Berlin-Rapper ("Arschficksong") zum mittlerweile vergleichsweise bürgerlichen Popinterpreten (aktueller Titel: "Liebe") wandelte. Und bereits Eurovisionserfahrung im Ausland vorweisen kann: 2012 castete…
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Ers­te Pro­ben 1. Semi 2014

Gestern und heute Vormittag probten die sechzehn Teilnehmer des ersten Semis vom kommenden Dienstag das erste Mal in den rustikalen B&W-Hallerne auf der vom dänischen Fernsehen stilistisch als hübscher Mix aus dem deutschem Toaster-Innenleben von 1983 und einem Zauberwürfel designten Eurovisionsbühne. Es handelt sich dabei vor allem um die ersten Stellproben für Kamera und Licht, noch weit von der fertigen Show entfernt, ohne Notwendigkeit, sich bereits jetzt stimmlich und / oder tänzerisch zu verausgaben und meist auch noch ohne die für den Auftritt vorgesehenen Bühnenkostüme. Zudem ließ die EBU in diesem Jahr erstmalig keine der bereits am Wochenende zahlreich angereisten…
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Vor­her­sa­ge zwei­tes Semi 2014

Und auch das zweite Semi will natürlich in der Vorschau bewertet und vorhergesagt sein - auch hier wiederum aufgrund der offiziellen Vorschau-Videos, daher nur bis Dienstag Nachmittag gültig, wo in Kopenhagen die Proben für die Teilnehmer dieser Runde beginnen. Noch nie war es rechnerisch so leicht, sich zu qualifizieren - nur 15 Kombattanten kämpfen um zehn Finalslots. Gleichzeitig versammeln sich hier im Gegensatz zum ersten Semi die stärkeren Songs. Ein Wort übrigens hier noch zum (direkt im Finale startenden) deutschen Beitrag, für den seit heute (!) ein offizielles Video vorliegt (das nennt man ja mal Timing - und dann auch…
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Vor­her­sa­ge ers­tes Semi 2014

Es wird langsam Ernst: morgen Vormittag um zehn Uhr beginnen die ersten (noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen) Proben in Kopenhagen. Höchste Zeit also, den eurovisionären Dornröschenschlaf in diesem Blog zu beenden! In diesem Zusammenhang übrigens einen herzlichen Dank an Bernd Ochs vom Eurovision Club Germany, der vergangenen Freitag bereits zum dritten Mal das Public Viewing sämtlicher Wettbewerbsbeiträge in der Frankfurter Zentralbibliothek organisierte - selbstverständlich mit anschließender Abstimmung, bei der übrigens überraschend Mei Feingold (IL) knapp vor Conchita Wurst (AT) gewann (beide zweites Semi, bestplatzierter Song der ersten Qualifikationsrunde wurde zu meiner großen Freude das lettische 'Cake to Bake' auf Rang 3)! Kann es…
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Kopen­ha­gen: Ver­kehrs­cha­os zum Song Contest?

"Wir freuen uns, die Besucher in einer der nachhaltigsten Städte weltweit begrüßen zu können," zitiert eurovision.de Frank Jensen, den Oberbürgermeister der "Umwelthauptstadt 2014", Kopenhagen, wo im Mai der Eurovision Song Contest stattfindet. Und zwar bekanntlich auf Refshaleøen, einer bislang hauptsächlich industriell genutzten Insel im Hafenbereich der dänischen Hauptstadt, schräg gegenüber der Kleinen Meerjungfrau. Was die Öko-Metropole vor logistische Herausforderungen hinsichtlich des reibungslosen Transports der rund zehntausend Besucher zu den B&W Hallerne, den unter Hochdruck umgebauten ehemaligen Fabrikationshallen einer Werft, in welchen der europäische Gesangswettbewerb ausgetragen wird, stellt. So lässt selbst die offizielle Tourismusseite der Stadt, visitcopenhagen.com, unterschwellig durchblicken, dass mit einem…
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USFD in den Charts: it is right

Drei Wochen nach dem deutschen Eurovisionsvorentscheid Unser Song für Dänemark in Köln bestätigt sich der Erfolg von Elaiza auch in den deutschen Verkaufscharts. Nach einem Einstieg auf Rang 41 für 'Is it right?' in Folge ihres Siegs beim vorgeschalteten Nachwuchswettbewerb und einem überzeugenden vierten Platz in der Auswertungswoche nach USFD halten sich die die Mädels um Frontfrau Ela weiter tapfer in den Top Ten, während ihre Mitbewerber die Charts bereits wieder verlassen mussten. Mit Ausnahme des Grafen natürlich: Unheilig belegen mit 'Als wär's das erste Mal' derzeit Rang 43 (Vorwoche: #25, davor #10), für den Superfinal-Titel 'Wir sind alle wie…
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ESC 2014: Semi-Start­rei­hen­fol­ge steht fest

Sehr zügig: bereits wenige Tage nach Ende der Einreichungsfrist für die 37 Länderbeiträge gab die EBU heute die Startreihenfolge in den beiden Qualifikationsrunden am 6. und 8. Mai bekannt. Wie bereits 2012 wurden die Songs vom ausführenden Sender von Hand platziert, um "alle Beiträge glänzen zu lassen", wie es in EBU-Prosa heißt. Fast alle: Aarzemniekis 'Cake to bake', einer meiner Lieblingslieder, leider jedoch in fast allen Fan-Umfragen regelmäßig weit hinten landend, dürfte zwischen den beiden hochprofessionellen Nummern aus Armenien und Estland noch kirchentagsmäßiger wirken als so schon und seinen handgemachten Charme kaum entfalten können. Es erstaunt außerdem, dass die neun…
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Con­chi­ta Wurst: auch live ein Phönix

Nicht, dass ich jemals daran gezweifelt hätte: bei ihrem ersten Liveauftritt mit dem österreichischen Eurovisionsbeitrag 'Rise like a Phoenix' im Rahmen der TV-Show Dancing Stars bewies Conchita Wurst gestern, dass sie den Bond-Song auch live stemmen kann. Und dass für diesen Titel eine gimmickfreie, zurückgenommene Präsentation, bei der die Sängerin alleine im Abendkleid auf der Bühne steht und lediglich durch Licht und Trockeneisnebel sparsame Effekte gesetzt werden, am besten geeignet ist - verfügt die bärtige Dame doch über genügend Ausstrahlung, Persönlichkeit und Stimme, um alleine zu glänzen! Exzellent, liebe Conchita - und danke, ORF, für die mutige und Zeichen setzende…
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Elai­za: schwa­cher Start in den Charts

Korrektur: beim Verfassen des nachfolgenden Artikels ging ich irrtümlicherweise davon aus, dass die am gestrigen Freitag offiziell veröffentlichten deutschen Singlecharts im Zeitraum vom 10. bis 16. März 2013 erhoben worden seien. Tatsächlich berücksichtigen diese aber die Verkäufe und Downloads vom 7. bis zum 13. März, wie ich nach Hinweis durch meine Leser (danke!) mittlerweile selbst nachgelesen habe. Die Schlussfolgerungen in meinem Artikel sind damit hinfällig, eine wirkliche Aussage über den Verkaufserfolg der Vorentscheidungstitel lässt sich erst anhand der nächsten Freitag zur offiziellen Veröffentlichung anstehenden Charts treffen. Ich bitte um Entschuldigung. Beim deutschen Vorentscheid am 13. März in Köln konnten die…
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Russ­land 2014: das war ja überfällig!

Seit Tagen starrt die Welt gebannt auf Russland. Denn das Land ist überfällig - nein, nicht nur auf der Krim, sondern, viel schlimmer, was die Präsentation ihres Beitrags zum Eurovision Song Contest 2014 angeht! Am Montag war offizieller Abgabetermin bei der EBU, und heute erst machten die Tolmachevy-Zwillinge ihren Song der Öffentlichkeit zugänglich, womit wir das komplette Line-up für Kopenhagen endlich kennen. Dabei wollte Mütterchen Russland ihren Beitrag ursprünglich bereits Silvester vergangenen Jahres in einer Vorentscheidung bestimmen - die verschob man dann aber zunächst vage "auf März", um vor wenigen Tagen erst die Siegerinnen der Kindereurovision von 2006 als Vertreterinnen…
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ESC 2014: Deutsch­land ist das neue Schweden

In den zurückliegenden Jahren konnte sich beim Eurovision Song Contest Schweden als Pop-Export-Nation etablieren, deren Songschreiber zunehmend regelmäßig auch andere Länder mit ihren Kompositionen belieferten. Zwar ist dieser Trend ungebrochen - nicht zuletzt das weiterhin siegeshungrige Aserbaidschan verlässt sich erneut auf ein Lied aus bewährt skandinavischer Feder. Doch auch Deutschland ist in diesem Jahr, wenn man so will, mit mehr als nur dem Heimatbeitrag in Kopenhagen vertreten. Gleich sechs der 39 37 Einsendungen des diesjährigen Wettbewerbs verfügen in irgendeiner Form auch über germanische Wurzeln. Neben Elaiza und dem selbst geschriebenen 'Is it right?' gilt dies beispielsweise, wenn auch in der denkbar…
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Gerührt, nicht geschüt­telt: Con­chi­ta Wurst gibt uns das Bond-Girl (AT 2014)

Das lange Warten hat sich gelohnt: heute früh präsentierte die österreichische Vertreterin Conchita Wurst ihren Song für Dänemark, 'Rise like a Phoenix'. Eine klassische James-Bond-Ballade von der ersten bis zur letzten Sekunde, verschwenderisch orchestriert und dramatisch aufgebaut, mit viel Raum für große, shirleyeske[ref]Bassey, nicht Clamp.[/ref] Noten, die unsere Conchita auch ansprechend meistert. Selbstredend handelt der Text von Transformation und Wiedergeburt und beschreibt die Interpretin als mythische Sagengestalt, die sich über die Engstirnigkeit und Transphobie, die der Kunstfigur Wurst seit ihrer Nominierung durch den ORF im September letzten Jahres in vielen Internetforen traurigerweise entgegenschlug, erhebt. Und natürlich tritt Conchita im dazugehörigen…
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Ers­tes Dele­ga­tio­nen­tref­fen in Kopen­ha­gen: die Uhr tickt

Heute fand das erste Delegationentreffen in Kopenhagen statt - zeitgleich die Deadline für die finalen Remixe der Beiträge für den Eurovision Song Contest 2014. Zumindest auf dem Papier, denn noch immer fehlen die Songs aus Russland (wo wir immerhin schon mal den Titel kennen, den die Tomalchevy-Zwillinge singen werden, nämlich - wie originell! - 'Shine') und Österreich, wo man Conchita Wurst schon vorab den Preis für die beste Diva zuerkennen muss: bereits Anfang September 2013 als erste Grand-Prix-Teilnehmerin des Jahrgangs überhaupt annonciert - und dann als Letzte, noch nach dem offiziellen Abgabeschluss, den Song präsentiert. Respekt! Morgen Vormittag sollen beide…
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Bel­gi­en schickt das Muttersöhnchen!

Wer es schon süß fand, wie die Elaiza-Frontfrau Ela nach ihrem Sieg im deutschen Unser Song für Dänemark ins Mikrofon quietschte, sie wolle jetzt "die Mama!" anrufen, der wird beim Contest in Kopenhagen einen Zuckerschock erleiden - alle anderen Zuschauer vielleicht nur einen Schock. Aber was für einen! Denn in Belgien ist soeben das von vielen Befürchtete, fast allen aber Erwartete eingetreten: Axel Hirsoux gewann mit seiner Ode an die 'Mother' den dortigen Eurosong - und das mit einem Erdrutschsieg! Guildohorneske sechzig Prozent der eingegangenen Anrufe konnte der Tenor mit der Ich-bin-zwei-Pavarottis-Figur auf sich vereinen, womit seine zeitgleiche Top-Position im Juryvoting schon…
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Aser­bai­dschan 2014: Kal­tes Feuer

Vor wenigen Minuten veröffentliche eurovision.tv den lange erwarteten aserbaidschanischen Beitrag zum diesjährigen Eurovision Song Contest. 'Start a Fire', das im Titel mit dem offiziellen touristischen Werbeslogan der Erdöldiktatur am Kaspischen Meer, "The Land of Fire", spielt, kommt als dunkle, melancholische Klavierballade daher, von Dilara Kazimova mit großer Stimme interpretiert. Leider jedoch auch in unglaublich miserablem Englisch: "noone sees the Bear called", "beat the Bear", "Norwegian Whales", "digging out the burning Boobs" - was will uns die Frau nur sagen? Zudem verzichtet der Song, wie immer aus schwedischer Feder (der Komponist Stefan Örn saß auch in der Jury, die Dilara Kazimova…
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