2014

Frank­reich lässt sich einen Bart stehen

Ganz am Ende ihres knapp sechzigminütigen Dalida-Specials von Les Chansons d'abord erwähnte Nastasha St-Pierre (FR 2001) es gewissermaßen en passant: die französischen Vertreter 2014, von den Zuschauern über einen Zeitraum von mehreren Wochen demokratisch gewählt, heißen Twin Twin! Die drei Jungs, Lorent Idir, François Djemel und Patrick Biyik, laufen mit Gesichtsbemalung, Hochwasserhosen und Assi-Unterhemden herum und singen davon, sich einen 'Moustache' wachsen lassen zu wollen, weswegen in der Wolle gefärbte Freunde des klassischen frankophilen Gefühlssturmes reflexartig "Spassbeitrag!" rufen und den Untergang des Abendlandes beklagen. Doch auch, wenn gegen das Konzept "Spaß" beim Eurovision Song Contest aus meiner Sicht nicht das…
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Vier­ter Super­sams­tag: die Nacht der leben­den Leichen

Gute Güte, was für ein katastrophaler Eurovisionssamstag! In gleich zwei ehemals supercoolen Grand-Prix-Nationen verschissen es die Jurys nach wirklich allen Regeln der Kunst, in einem dritten verschissen sie es nur ganz knapp nicht, obwohl man dort eigentlich nichts falsch machen konnte, und in einem vierten war das Resultat nur halb erfreulich. Doch der Reihe nach! Die wohl schlimmste Fehlentscheidung dieser Saison fällten die Juroren in Rumänien. Die dortige Selecția Națională wartete heuer mit zwölf Titeln auf, deren Niveau das diesjährige maltesische Finale in Sachen Harmlosigkeit und Nullrelevanz locker unterbot und die größtenteils noch nicht mal als Unterhaltung auf einem Kreuzfahrtschiff, wo…
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Irland 2014: River­dance und Catfights

Ein Hauch von Denver-Clan lag in der Luft, als es gestern beim irischen Eurovisionsvorentscheid in der Late Late Show beinahe zu einem Handgemenge zwischen der Grand-Prix-Siegerin von 1992, Linda Martin, und dem Songpaten Billy McGuinness (kann man sich einen irischeren Namen vorstellen?) kam. McGuinness, der dem gleichnamigen Starkbier vor Beginn der Sendung offenbar bereits zugesprochen hatte, echauffierte sich lautstark über die Mitwirkung des Boyzone-Erfinders, Jedward-Managers und X-Factor-Jurors Louis Walsh in der (nicht stimmberechtigen) "Expertenjury". Sein Zorn entzündete sich daran, dass Eoghan Quigg, einer der Favoriten des Abends und somit Konkurrent von McGuinness' Schützling Laura O'Neill, durch eben jenes X-Factor Berühmtheit erlangte,…
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Isra­el 2014: drei Unzen Feingold

Seit gestern Abend sind die drei Titel der bereits sei Januar feststehenden israelischen Repräsentantin Mei Feingold auf Youtube, unter denen sich die Menschen im Land von Milch & Honig (IL 1979) diesmal per reinem Televoting noch bis zum 5. März für einen entscheiden dürfen. Als klarer Favorit dürfte das druckvoll-melancholische 'Same Heart' gelten, das mit einem guten Beat, sehnsüchtigen Streichern, einer hypnotischen Melodie, einer exzellenten Hookline, einer amtlichen Rückung und Frau Feingolds fantastisch passender, rauchig-eindrucksvoller Stimme punktet. Auch die im Videoclip dargebotene Show, die in ihren besten Momenten an Madonnas 'Hung up' erinnert, nur mit Würde, trägt mit zur Faszination…
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USFD-Club­kon­zert: Elai­za gewin­nen die Wildcard

USFD-Club­kon­zert: Elai­za gewin­nen die Wildcard

Zehn kaum auseinander zu haltende Variationen desselben lauwarmen Gitarrengegreines präsentierte uns der NDR am Donnerstagabend beim Clubkonzert im Hamburger Edelfettwerk. Nach dem im Vorfeld alleine eine Jury bestimmte und aus den über 2.400 Youtube-Bewerbungen diese zehn "Schattierungen von beige" (Roy Delaney) vorauswählte, hatten beim Nachwuchswettbewerb für den deutschen Vorentscheid USFD Gott sei Dank die Televoter alleine das Zepter in der Hand. Zielsicher pickten sie die beiden einzigen Beiträge mit einem Hauch von Eigenständigkeit heraus: die in Paris geborene Röckröhre Caroline Rose (Platz 2) sowie das siegreiche Mädchentrio Elaiza, die ihrem selbst geschriebenen Neo-Folk-Titel 'Is it right?' mit dem großzügigen Einsatz…
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Schwe­den: Power­vo­ting beim Melodifestivalen?

Verband sich das unschöne Phänomen des Powervoting, also der Manipulation des Televotingergebnisses durch gekaufte Massenanrufe, bislang eher mit Staaten mit Demokratiedefizit wie Aserbaidschan und Russland, so steht nun das Land der Elche im Fokus des neuesten "Stemmefusk"-Skandals, wie das dänische Fernsehen DR heute unter Bezug auf das schwedische Aftonblated berichtet. Demzufolge sei es (so ich die Google-Übersetzung richtig interpretiere) mithilfe eines Computers und eines speziell programmierten "Roboter-Handys" möglich, bis zu 2.500 Stimmen für einen Mello-Beitrag abzusetzen und so das Voting zu beeinflussen. Angeblich sei die Technik in den letzten Jahren bereits zum Einsatz gekommen, bezahlt von einem Autoren eines Wettbewerbstitels…
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Polen backt uns lecke­re Quarktaschen!

Es ist der aktuell größte Hit jenseits der Oder und der dazugehörige, mit prallen Rundungen nicht geizende Youtube-Clip konnte seit seiner Veröffentlichung im November 2013 bereits knapp 40 Millionen (!) Klicks generieren: 'My Słowianie', eine Ode an die Schönheit und die Verführungskünste slawischer Frauen, dargeboten in einem sensationellen Mix aus akkordeonschwangerem Turbofolk, bellendem weiblichen Sprechgesang und hart bollernden Hip-Hop-Beats von Donatan & Cleo. Sogar die Aufmerksamkeit der BBC konnte man schon erwecken. Vor knapp zwei Wochen erschien eine englische Fassung, und prompt kam das Gerücht auf, der Titel könnte Polen beim diesjährigen Eurovision Song Contest vertreten. Natürlich folgte ebenso prompt das Dementi Donatans,…
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Die USFD-Lie­der­lis­te: Unhei­lig und die Alzheimer

Die USFD-Lie­der­lis­te: Unhei­lig und die Alzheimer

Keine drei Wochen mehr bis zur deutschen Vorentscheidung Unser Song für Dänemark (USFD, am 13.03. in Köln), und mittlerweile kennen wir zumindest schon mal die Namen aller Einreichungen. Unheilig veröffentlichten zudem diese Woche den vollständigen Videoclip für ihren Beitrag 'Als wär's das erste Mal' - und unterstrichen damit ihre klare Favoritenrolle. Denn so wie der Song mit romantischen Streichern und wunderschönen lyrischen Klischees arbeitet, so ergänzt das Video die herzergreifend melancholische Stimmung des Liedes mit ebenso grandiosen, atmosphärisch dichten Bildern. Und fügt dem Song gar eine weitere Dimension hinzu, in dem es die Geschichte eines offensichtlich unter Demenz leidenden Mannes erzählt, der…
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Litau­en möch­te unse­re Aufmerksamkeit

Einen wirren Weg beschritt in diesem Jahr mal wieder der Baltenstaat Litauen, dessen Vorentscheidungsverfahren irgendwann in einer grauen Vorzeit damit begann, dass man eine unüberschaubare Anzahl an Kandidaten vor einer Jury teils sehr schauderhafte Interpretationen ehemaliger Eurovisionsklassiker singen ließ. Zahllose Runden waren angekündigt, und als das litauische Fernsehen merkte, dass es mit dieser Car-Crash-Strategie für wenig Geld viel Sendezeit füllen und Zuschauer anlocken kann, schob es gar noch zusätzliche ein. Wie die meisten Grand-Prix-Fans fokussierte ich meine Aufmerksamkeit unterdessen auf andere Länder mit klarer strukturierten Prozeduren. Doch genau diese Aufmerksamkeit fordern die Litauer nun wieder ein, denn gestern Abend entschieden sie…
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Bel­gi­en zieht in den Kitschkrieg

Mit einem zweifachen Sieg der Schleimballade über den jeweils etwas gewagteren Sound ging heute Abend das erste Semifinale des Eurosong in Belgien zu Ende, bei dem die Kandidaten das erste Mal ihren möglichen Eurovisionsbeitrag singen mussten (und nicht alte Grand-Prix-Hits wie noch in den Castings). Als interessantester Kandidat des Abends entpuppte sich dabei der belgische Doppelgänger der RTL-Grinsebacke Oliver Geissen, ein Mann mit dem Namen Udo Mechels. Der zeigte sich in höchstem Maße unzufrieden mit allen ihm von der vierköpfigen Sender-Jury (und der flämischen Musikindustrie) zur Auswahl vorgelegten Songs und zog zunächst gen Berlin, später nach Stockholm, etwas besseres zu…
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Mel­lo: Shiny Dis­co Balls – Alca­zar ist wie­der da!

Es war eine triumphale Rückkehr, die Alcazar gestern Abend im vierten Semifinale des Melodifestivalen hinlegten. In einer gigantischen, glitzernden Discokugel - vermutlich günstig aus belarussischen Beständen aufgekauft - schwebten sie auf der Mello-Bühne ein und lieferten mit 'Blame it on the Disco' das Musterbeispiel eines klassischen schwedischen Discoschlagers ab. Also das musikalische Sujet, wegen dem in der Wolle gefärbte Grand-Prix-Fans wie ich die dortige Vorentscheidung überhaupt einschalten. Und sie taten das perfekt: in figur- und ausstattungsbetonende Glitzerhosen eingepackt, präsentierten die Drei simple und damit glücklich machende Synchronbewegungen und versprühten Frohsinn und Selbstvertrauen, ganz zur hedonistischen Botschaft ihres Beitrags passend, der…
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Drit­ter Super­sams­tag 2014: Tan­zend im Regen Kuchen backen

Ein ereignisreicher Supersamstag liegt hinter uns, gleich vier weitere Eurovisionsbeiträge stehen nunmehr fest. Die längste Show des Abends leisteten sich die Letten, die mehr als drei Stunden und ein Superfinale benötigten, um in der Dziesma aus den zwölf Finalisten ihren Song für Dänemark herauszupicken. Immerhin lohnte es sich: ganz entgegen sonstiger Gewohnheiten und zu meiner völligen Überraschung und Begeisterung entschieden sie [ref]Gemeint sind die Televoter, die den possierlichen Vier an dem von der Jury favorisierten Superlangweiler Dons vorbei auf den Thron hievten.[/ref] sich für meinen neuen offiziellen Lieblingsbeitrag dieses Jahrgangs, das lustig-charmante 'Cake to Bake' von Aarzemnieki. Nun dürfen sich der…
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Schott­land: das Ende der Big Five?

Für Rauschen im britischen Blätterwald sorgt das im Herbst 2014 anstehende Referendum über eine mögliche Sezession Schottlands vom Vereinigten Königreich. Schweres Geschütz fuhr nun die Daily Mail auf: sie warnte separatistische Kiltträger vor der "neuesten Gefahr für Schottlands Unabhängigkeit: dem Eurovision Song Contest"! Mache die abtrünnige Region nämlich Ernst mit der Abspaltung, so sei es keineswegs garantiert, dass die nordischen Rotschöpfe als eigenes Land beim europäischen Liederwettstreit antreten dürften: "Nur aktive Mitglieder können teilnehmen," zitiert das Blatt den hierzu befragten Eurovisions-Sprecher Jarmo Siim, "und es gibt einen Aufnahmeprozess. Es werden keine automatischen Mitgliedschaften vergeben". Maliziös verweist die Mail dann auf das…
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Est­land: man singt deutsh

'Für Elise' hieß der beste Beitrag im heutigen zweiten Semifinale der Eesti Laul. Genau: so wie die Beethoven-Komposition, wobei der schmissige Folk-Titel der Band Traffic weder etwas mit dem Klassik-Klassiker zu tun hat noch auf deutsch gesungen wurde. Dennoch überzeugten die fünf größtenteils bärtigen, entspannt wirkenden Herren und ihr engagierter Backingsänger nicht nur das anwesende Studiopublikum auf ganzer Linie: Jury und Televoter wählten den Song übereinstimmend ins estnische Finale weiter. Dabei plätschert die Nummer zum Auftakt erst mal fünfzig Sekunden relativ unspektakulär vor sich hin - dann aber reißen der charmant-verspielte, dennoch unmittelbar eingängige Refrain und die sanften Mandolinenklänge den…
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Island: Insel der sin­gen­den Parlamentarier

Seit diesem Wochenende darf sich Island als meine neue offizielle europäische Lieblingsnation fühlen. Nicht nur bescherten uns die stets ein wenig abseits des Mainstreams liegenden Insulaner den bis dato zauberhaftesten Beitrag der aktuellen Saison: vier musizierende Kindergärtner, passend Pollapönk (Kleine Rabauken) benannt, mit nordischen Rauschebärten und in unifarbenen Trainingsanzügen, die eine simple, dank vieler "Rallalalalala"s bestens mitsingbare Fun-Punk-Hymne mit einer wunderbaren Botschaft intonieren: 'Enga Fordóma' heißt nicht, wie ich zunächst vermutete, 'Phimose', sondern 'Gegen Vorurteile' und fordert all die bösen Schläger auf Schulhöfen und sonstwo auf, das Verspotten von Stotterern und anderer irgendwie von der Norm Abweichender zu unterlassen. Geht…
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Bel­gi­en, das Land der Kinder

Die jüngste Eurovisionssiegerin aller Zeiten verdanken wir bekanntlich den Belgiern: 1986 siegte die damals erst Dreizehnjährige Sandra Kim im norwegischen Bergen. Und mit Kindern scheinen es die Belgier noch immer zu haben: im heutigen Recall, der Zweite-Chance-Runde des Eurosong, siegte ein aus vier Milchgesichtern bestehendes Quartett mit dem originellen Namen The Bandits, von dem ich beim besten Willen nicht glauben kann, dass deren Mitglieder das aktuell gültige EBU-Mindestalter für den Eurovision Song Contest von 16 Jahren bereits erfüllen bzw. dass nur einem der Jungs bereits Schamhaare wachsen. Das hielt jedoch weder die kreischenden Teens im Studio noch die erstmalig mitabstimmungsberechtigten…
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Nacht der Favo­ri­ten­stür­ze beim Mello

Nicht nur in Island schlugen gestern Abend die Wellen der Empörung hoch: auch bei der dritten Vorrunde des schwedischen Melodifestivalen sorgten die Zuschauerentscheidungen mal wieder für Unverständnis und Unmut unter den Fans. Dies galt insbesondere für den Sturz der siebentausendfachen Mello-Teilnehmerin Shirley Clamp (oder "Shööley Cläämp", wie es auf einem selbst geschriebenen Plakat im Zuschauerraum so schön zu lesen war), für die sich zur Verbitterung von in der Wolle gefärbten Grand-Prix-Fans der seherische Titel ihres Midtempo-Mello-Schlagers 'Burning alive' bewahrheitete. Selbst schuld, wie ich allerdings finde: zwar wartete besagter Song mit allen klassischen Ingredienzen (wahrnehmbare Melodie, Rückung, Windmaschine) auf, konnte sich…
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Island 2014 und die Kindergartenpunks

Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen Island, wo heute Abend das Finale des Söngvakeppni 2014 stattfand, und Malta, das bereits vor einer Woche entschied: beides sind selbstständige Inselstaaten, beide verfügen über die Einwohnerzahl einer mittleren Ruhrgebietsstadt und - im Verhältnis dazu - über eine erstaunlich lebendige Musikszene. Außerdem ziehen beide Länder ihre nationale Vorentscheidung, die ihnen jeweils Einschaltquoten nur knapp unterhalb von 100% beschert, unnötig in die Länge, um mehr Werbespots unterbringen zu können. Und in beiden Staaten sorgt die Beteiligung der Jury dafür, dass der klare Publikumsfavorit meistens den Kürzeren zieht. So auch heute Abend in Reykjavik, wo der absolute…
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Est­land ist nicht mehr Bestland

Traurig, aber wahr: auch die schönsten und vielversprechendsten musikalischen Läufe gehen irgendwann mal zuende. Dies ist leider gerade bei der Eesti Laul zu beobachten, der Vorentscheidung Estlands, die uns in den zurückliegenden Jahren stabil mit fantastischen Beiträgen verwöhnte, von subtil alptraumhaften Kinderliedern und wunderlich-charmantem Folk über abgefahrenen Fun-Punk und zauberhaften Elektropop bis hin zu herzerwärmenden Ethnoballaden. Meist bewiesen die Esten auch in der Auswahl ihres Eurovisionsvertreters ein geschicktes Händchen - bis 2013, als man sich für Langeweile pur entschied. Und auch dieses Jahr scheint sich der unheilvolle Trend fortzusetzen: fanden sich im zehnköpfigen Feld des gestrigen ersten Semis der Eesti…
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USFD-Nach­wuchs­wett­be­werb: Schat­tie­run­gen von beige

USFD-Nach­wuchs­wett­be­werb: Schat­tie­run­gen von beige

Mehr als 2.200 Bewerbungsvideos wurden hochgeladen für den Kampf um die Wildcard für die deutsche Vorentscheidung Unser Song für Dänemark. Heute gab der NDR die zehn Acts bekannt, die beim Nachwuchswettbewerb am 27. Februar im Hamburger Edelfettwerk auftreten dürfen (TV-Liveübertragung ab 22:00 Uhr auf EinsPlus und Nord3 sowie per Livestream auf eurovision.de und eurovision.tv). Und was pickte das Expertengremium aus Sender- und Industrievertretern aus der unglaublichen Vielfalt an Skurrilem, Tragischem, Altbackenem, Schrägem, Chancenlosem, Gewöhnlichem, Faszinierendem, Buntem, Langweiligem, Abseitigem und Außergewöhnlichem? Aus diesem schier unendlichen Füllhorn an Stilen und Ideen? Der große britische Blogger Roy Delaney fasst die enttäuschende Auswahl treffend…
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Bel­gi­en: gib Kate kei­ne Chance!

Da muss das Kätchen wohl weiterzittern, so denn die Gerüchte stimmen, dass es tatsächlich Kate Ryan (BE 2006) ist, die sich als Leadsängerin des komplett maskierten Quartetts Day One beim heutigen zweiten Teil der flämischen Casting-Audition Eurosong um ein erneutes Eurovisionsticket bewarb. Kätchens mit Sturmhauben unkenntlich gemachte Mitmusikanten lieferten eine durchaus ansprechende, schräge Elektroversion von Lena Meyer-Landruts 'Satellite' (DE 2010) ab, welche die mit schwarzer Partyperücke und venezianischer Vogelmaske komplett albern aussehende Frau Ryan mit dem ihr eigenen stimmlichen und textlichen Unvermögen gnadenlos zersägte. Und so reichte es für Day One lediglich für die Zweite-Chance-Runde (ich hätte sie achtkantig rausgeworfen!).…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2014: vom Punk und dem All

Neben dem gefühlt achtzehnstündigen Vorentscheidungsfinale in Malta und der unterhaltsamen zweiten Runde des Mello traten beim gestrigen Supersamstag auch in Ungarn und Island erneut eine Handvoll Acts um die Chance auf eine Fahrkarte nach Kopenhagen an. Beginnen wir diesmal mit dem Söngvakeppnin, das mit drei von fünf zwar die gleiche Finalistenquote vorweisen kann wie A Dal, dafür aber die interessanteren Titel. Dazu gehört zweifelsohne das einfach gestrickte und dank der Hookline "Ralla lalalala" problemlos mitgrölbare 'Enga fordóma' (doch nicht etwa ein Song über Phimose?) von Pollapönk. Die vier Herren, dem Vernehmen nach im Hauptberuf Grundschullehrer, tragen nicht nur einen lustigen Namen und äußerst…
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Mal­ta 2014: Stay­ing home

Jurys sind Wichser™: da trafen die maltesischen Televoter ausnahmsweise mal die richtige Entscheidung und bestimmten die auch von mir favorisierte, fabelhafte Jessika Muscat und ihr camptastisches 'Euphoria'-Derivat 'Hypnotica' zu ihrer Siegerin - prompt kommen die Hanseln der international besetzten Jury[ref]Der Prinz-Blog strickt bereits die nicht ganz haltlose Verschwörungstheorie, die ausländischen Juroren hätten absichtlich für diesen Mist gestimmt, um die Chancen ihrer eigenen Länder zu verbessern.[/ref] daher und überstimmen sie mit der Macht ihres siebenfach höheren Votingvolumens gnadenlos. Und was suchten sie aus? Die (bei den Zuschauern viertplatzierten) Straßenmusikanten von Firelight und ihr handgemachtes Folkstück 'Coming home'. Britische Blogs verglichen sie umgehend…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: von Ver­zweif­lung und Hausfrauen

Wenig Gnade mit ihren ehemaligen Repräsentanten zeigten die Abstimmenden gestern Abend beim Semifinale des Malta Song for Europe: sowohl die Vertreterin des Eilands von 1996, Miriam Christine, deren aktueller Beitrag wohl selbst den Maltesern zu 'Safe' war, blieb in der Qualifikationsrunde kleben, als auch der zweimalige (2001, 2006) Eurovisionsteilnehmer Fabrizio Faniello. Letzterem nützte auch das Blankziehen nichts: alle Semifinalisten stellten sich in kurzen tourismuswerbefördernden Einspielern vor, in denen die Sängerinnen hauptsächlich beim Einkauf an wunderhübsch dekorierten Marktständen in der pittoresken Altstadt von La Valetta - Kulturhauptstadt 2018 - inszeniert wurden. Nicht so unser Monchichi: der posierte als Nacktmodell für eine…
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Irland: Schwes­ter Schwes­ter, für mich bist Du die Sahnetorte

Schon seit vielen Jahren stellt das irische Fernsehen RTÉ den fünf Teilnehmern seiner nationalen Vorentscheidung sogenannte Mentoren zur Seite, bekannte Personen oder Musikproduzenten, die als Fürsprecher und Begleitpersonen ihrer Schützlinge auftreten, ähnlich den Promi-Paten bei deutschen Vorentscheidungen der späten Achtziger und frühen Neunziger (unvergessen Siw "Musik: Ralph Sieger" Malmkvist anno 1985). So beispielsweise Valerie Roe, einstige Miss Universe Irland und zeitweise Mitglied der britischen Siebzigerjahre-Disco-Formation The Dooleys. Sie musste nicht lange nach ihrem Protegé suchen: es ist ihre Schwester Patricia Roe, die bereits 1992 und 1993 an der irischen Vorentscheidung teilnahm. Auf die Grand-Prix-Bühne schaffte sie es im Jahr darauf…
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