2015

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
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The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

Na, das war aber auch an der Zeit! Da musste erst ein kerniger siebzehnjähriger 'Golden Boy' aus Tel Aviv kommen, um den Fluch von 'Ding-Dong'-Dana (IL 1998, 2011) abzuschütteln und die Israelis nach einer fünfjährigen Durststrecke endlich wieder ins Gelobte Land zu führen. Dramaturgisch geschickt hatte sich der ORF die Verkündung des Finaleinzugs von Nadav Guedj bis ganz am Schluss aufgehoben, und der kollektive Erleichterungsschrei aus über zehntausend Fankehlen ließ die Wiener Stadthalle beinahe in ihren Grundfesten erbeben. Wäre Israel diesmal wieder kleben geblieben, hätte ich auch endgültig den Glauben an die Menschheit verloren. Doch dazu erwies sich die Mischung aus…
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Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang - dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, 'Aina Mun Pitää' wird…
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Mon­te­ne­gro 2015: bye bye, Refrain, bye bye

Er war der allererste, der als Teilnehmer für Wien benannt wurde, und der allerletzte, der seinen Song ablieferte: die Akklamation von Nenad 'Knez' Knežević als Montenegros Repräsentant erfolgte bereits Ende Oktober 2014, seinen Beitrag 'Adio' stellte er erst nach allen anderen 39 Konkurrenten am heutigen Tage vor. Wer nun glaubt, Knez' Komponist, der allseits bekannte Željko Joksimović (RS 2004, 2012), dem wir die divaeske Verspätung wohl verdanken, habe die lange Zeit genutzt, einen (wie ursprünglich angekündigt) uptemporären Pop-Knüller zu schreiben, sieht sich enttäuscht: 'Adio', so der Titel des Machwerks, entpuppt sich als balladesker, süßlicher Balkanschlager der allerkitschigsten Sorte. Die Geigen schluchzen,…
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Arme­ni­en spielt mit dem Schatten

Welche Hintergrundgespräche wohl dieser Meldung vorausgingen? "Um das Konzept einer Hymne des Friedens, der Liebe und der Einigkeit zu stärken," so das fast schon ironische Zitat in der offiziellen Mitteilung der EBU, ändere das armenische Fernsehen "auf eigenen Wunsch" den Titel seines Beitrags von 'Don't deny' zu 'Face the Shadow'. Damit solle jeglichem Verdacht eines politischen Inhalts begegnet werden, weswegen die EBU-Lenkungsgruppe das Ansinnen freudig begrüße. Der Song beschäftigt sich bekanntermaßen mit dem Völkermord von 1915, der eine Massenauswanderung von Armeniern in alle Welt zufolge hatte, weswegen sich die Genealogy (Ahnenforschung) benannte Gruppe auch aus sechs Exilhajastanern zusammensetzt. Der englische, im…
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Maze­do­ni­en 2015: Mein Freund der Baum ist tot

Angedroht war es seit seinem Sieg beim mazedonischen Vorentscheid irgendwann damals in der Kreidezeit, vor wenigen Tagen bestätigte Daniel Kajmakoski es nochmals per Pressemitteilung, und seit heute liegt der audiovisuelle Beweis vor: 'Lisja Esenski', der Beitrag des Balkanlandes, geht in Wien (wo der Sänger lebt) als 'Autumn Leaves' an den Start. Und wie schon befürchtet, ist dadurch alles nur noch schlimmer geworden. Erwies sich der Song in der Landessprache schon nicht als unbedingter Knüller, so verfügte er doch zumindest über einen gewissen Charme, so dass man sich den Titel mit etwas gutem Willen durchaus schönhören konnte. Nun änderte Daniel nicht nur die Sprache,…
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Aus­tra­li­en 2015: in it to win it

Ach, wie wohltuend, mit Australien ein Newcomerland am Start zu haben, das mit einer herrlich lässigen Mischung aus Unverkrampfheit und Respekt an die Sache geht. Bei der (ebenfalls wohltuend selbstironisch-fröhlichen) Pressekonferenz zur Vorstellung des Kandidaten, Guy Sebastian, vor knapp zwei Wochen drohte der Sänger noch an, für Wien eine Ballade aus seinem aktuellen Album auswählen zu wollen. Nun hörten sich die Aussies aber zwischenzeitlich offenbar das Konkurrentenfeld an und stellten fest, dass die Quote für lahmes Zeugs in diesem Jahr bereits um ein Vielfaches übererfüllt ist. Also setzte sich Guy noch mal auf den Hosenboden und komponierte innerhalb von nur 72 Stunden…
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Der Lum­pen­samm­ler nach Wien (NO, AZ, RU, SM 2015)

Eigentlich sollte heute Vormittag noch ein ausführlicher Bericht zum Melodi Grand Prix folgen, das ich am Samstag nicht mehr schaffte und Sonntag früh nachzuholen gedachte. Doch dann machte mir die Technik einen Strich durch die Rechnung - nie wieder PCs oder Laptops von Acer! Und zwischenzeitlich stapeln sich hier die noch in letzter Minute vor dem Einsendeschluss ausgewählten oder upgedateten Beiträge für Wien. Daher jetzt im Schnelldurchlauf alles Wichtige vom Wochenende. Die Norweger entschieden sich am Samstag sehenden Auges für noch eine Ballade - und sie trafen damit eine gute Wahl. 'Monster like me' von Mørland und Debrah Scarlett klingt nicht nur vom…
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Schwe­den 2015: We are the Peop­le with Sand

Es war das antizipierte Ergebnis, vielleicht sogar noch deutlicher als erwartet: der sehr selbstverliebte, aber auch sehr hübsch anzuschauende Måns Zelmerlöw gewann heute Abend die wichtigste Vorentscheidung der Saison, das schwedische Melodifestivalen, mit dem Musterbeispiel eines perfekten Popsongs: 'Heroes' bietet einen sanften, leicht countryesken Einstieg; einen süffigen, sofort eingängigen Refrain; absolute Mitsingbarkeit; ein gefälliges Thema, sogar mit ganz leisen, dunklen Untertönen für den Anspruch; uptemporäre Tanzbarkeit (das dürfte im Euroclub mindestens einmal die Stunde laufen) und eine grandiose Show. Eine so eindrückliche Show übrigens, dass sie noch für Debatten sorgen dürfte, ob die Zuschauer für Måns oder die zum Verlieben niedlichen…
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Isra­el 2015: der Ret­ter des Abendlandes

Noch nachzureichen gilt es den bereits am Donnerstag veröffentlichten israelischen Beitrag für Wien. Die Verspätung liegt auch daran, dass es mir (bis heute) nicht gelungen ist, angemessene Worte der Dankbarkeit und der Lobpreisung zu finden, die auch nur annähernd das Maß meiner glückseligen Freude über den Song 'Golden Boy' zum Ausdruck bringen könnten, mit dem der unerschrockene und heldenhafte Nadav Guedj das Unerhörte wagt. Das, was seit der Rückkehr der Jurys zum Song Contest strengstens verboten ist und was in diesem Jahr (bis auf die Briten, denen eh schon alles egal zu sein scheint) keiner auch nur ansatzweise riskiert: er verbreitet ungebremste…
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Wer singt für Öster­reich 2015: They’­re beautiful

Wer singt für Öster­reich 2015: They’­re beautiful

Österreich bleibt dem Bart treu: drei gut aussehende junge Herren, allesamt mit schmückender Gesichtsbehaarung ausgestattet, treten in Wien die Nachfolge von Conchita Wurst als Repräsentantin Austrias an. Zu meinem großen Bedauern tun das The Makemakes, so der Name der heute Abend siegreichen Band, mit einer pianolastigen, in enervierend hoher Stimmlage intonierten Rockballade, die mich an mein absolutes musikalisches Top-Hassobjekt erinnert, das winselige britische Weichei James Blunt nämlich. Obschon, ein bisschen klingt 'I am yours' auch nach Coldplay, einer Kapelle, die ich kein Jota weniger verabscheue. Was diese beiden Acts allerdings vereint, ist ihr durchschlagender kommerzieller Erfolg in der Vergangenheit. Und…
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Arme­ni­en 2015: die Liederleugnung

'Don't deny' - 'Leugne nicht', so heißt der armenische Beitrag für Wien, wie wir bereits schon seit einiger Zeit wissen. Im Englischen lässt sich "to deny" auch mit "verweigern" übersetzen, und wenn hier jemand etwas verweigert, dann die Armenier: uns einen richtigen Song nämlich! Das ganze Projekt dient bekanntlich der Thematisierung des von den Osmanen verübten und bis heute von der Türkei verleugneten Völkermords an den Armeniern vor exakt einhundert Jahren. Dass die Türken (und natürlich ihre Brüder, die Aserbaidschaner) sich nach wie vor weigern, die damaligen Vorfälle als Genozid anzuerkennen, bringt die Kaukasier zur Weißglut. Und so wollen sie…
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Remix-Schlacht: die Krie­ge­rin­nen rüs­ten auf

Noch fehlen eine ganze Reihe von Songs für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien, da reichen die ersten Länder schon ihre Remixe ein. Am interessantesten hierbei natürlich der Krieg der Kriegerinnen: legte Maltas 'Warrior' Amber Bodin mit einer orchestral bombastisch aufgemotzten Überarbeitung ihres leider nach wie vor völlig melodiefreien Kriegsgesangs vor, so konnte das ihre Kontrahentin Nina Sublatti aus Georgien natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie präsentierte nur kurze Zeit später einen ebenfalls deutlich hörbar aufgepumpten Remix und verwies ihre Gegenspielerin damit erneut deutlich in die Schranken. Kann man noch prätentiöser singen als Amber (MT)? (mehr …)
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Russ­land 2015: für Frie­den und Freiheit

Verschiedene Eurovisionsseiten vermeldeten es schon vor Tagen, heute kam die offizielle Bestätigung: die 27jährige Polina Gagarina (meines Wissens nicht verwandt mit dem Weltraumhelden) vertritt Russland in Wien. Selbstredend stammt sie aus einer Castingshow, ihr Beitrag sei von einem internationalen Team (laut esckaz: Gabriel Alares, Joakim Björnberg, Leonid Gutkin, Vladimir Matetskiy sowie Katrina Noorbergen, die auch am deutschen Wildcard-Siegersong 'Jump the Gun' beteiligt war) zusammengestoppelt, Verzeihung, -geschrieben und heißt 'A Million Voices'. Der Songtitel lässt schon nicht Gutes erahnen, genau so wenig wie die kurzen Ausschnitte, die in einem ersten Präsentationsvideo zu erhaschen sind. Wie bei einer solch siegelesken Liedüberschrift zu erwarten, ist unter…
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Hoff­nung ist Abwe­sen­heit von Wis­sen (CZ, BE 2015)

Zwei bereits längere Zeit feststehende Beiträge zum Eurovision Song Contest 2015 erblickten gestern erstmals das Licht der Öffentlichkeit. Beginnen wir mit Tschechien, denn hier waren meine Erwartungen am höchsten. Hatte der Sender ČT doch die auch hierzulande als Gastsängerin von Oomph! und anderen Bands bekannte Marta Jandová und den Rocksänger Václav "Noid" Bárta nominiert, dessen bisheriges Portfolio auf einen düsteren, atmosphärischen Kracher hoffen ließ. Wie das bei hohen Erwartungen immer ist: sie müssen zwangsläufig enttäuscht werden. Nun ist 'Hope never dies' kein schlechter Song: Noids sexy tiefe Stimme und Martas engagierter Gesang ergänzen sich perfekt, dramatische Geigen und eine ordentliche Percussion heben die Rockballade ein…
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Nun ist Polen doch verloren

Es scheint, dass der sechzigste Eurovision Song Contest in Wien den Inklusionsbambi gewinnen könnte. Nicht nur treten bekanntermaßen finnische Punks mit Down-Syndrom bzw. Autismus (und famosem Spaltpotenzial) und eine britische Vertreterin mit Mukoviszidose an; nun entsendet das polnische Fernsehen eine partiell gelähmte Sängerin. Monika Kuszyńska, die am Montag Abend annoncierte Repräsentantin des Landes, war bis zum Jahre 2006 noch die Frontstimme der Band Varius Manx, mit der sie sich 2003 bereits (erfolglos) um das Eurovisionsticket bewarb. In besagtem Schicksalsjahr war die Band in einen schweren Autounfall verwickelt, seither sitzt Monika im Rollstuhl. Prominente polnische Künstlerkollegen veranstalteten seinerzeit ein Charity-Konzert für sie und ihren…
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Rumä­ni­en 2015: Hört den Kin­dern ein­fach zu

Ein fabelhafter Vorentscheidungsabend ging vor wenigen Minuten in Rumänien zu Ende. Mit schiefen Tönen, Glitzer-Harnessen, flammensprühenden Muschis sowie einem grandiosen Ruslana-Gastspiel (UA 2004). Und einem, man höre und staune, übereinstimmenden Sieger im Jury- und Publikumsvoting: die Rockband Voltaj, von vorne herein als Favorit geltend, fährt mit ihrer formatradiofreundlichen Popballade 'De la capăt' - im Lande bereits vor dem Vorentscheid ein großer Hit - nach Wien. Dort wollen sie den Song aber leider auf englisch als 'All over again' vortragen. Wie esctoday.com informiert, sind Voltaj Botschafter der Charity-Organisation Habitat for Humanity, die Gelder für den Hausbau bzw. -renovierung in Rumänien sammelt, wo viele Menschen…
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Por­tu­gal 2015: kein Fado, aber fade

Und zu für portugiesische Verhältnisse sehr früher Stunde ist denn auch das Festival da Canção überstanden. Genauer gesagt: das Finale der dortigen Vorentscheidung, dem bereits zwei Semis vorausgingen. Heute standen noch sechs Künstler/innen zu Wahl, darunter die mittlerweile 77jährige Eurovisionslegende (PT 1965, 1969) Simone de Oliveira, die jedoch im Vorfeld durchsickern ließ, im Falle ihres Sieges nicht nach Wien fahren zu wollen. Zum Kümmert-Moment kam es jedoch nicht: Simone schied, nach dem sie im Gegensatz zu ihrem Semifinalauftritt heute weite Strecken ihrer zerbrechlichen Ballade 'À espera das Canções' verröchelte, in der ersten Wertungsrunde (zwei Songs durch Televoting, ein dritter durch die…
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Groß­bri­tan­ni­en 2015: Alex swings, Bian­ca sings

Mit nur fünf Jahren Verspätung entdeckt die ehemals führende Popnation Großbritannien das Musikphänomen Electroswing: nachdem Deutschland bereits 2009 mit Alex swings, Oscar sings beim Eurovision Song Contest baden ging, versucht es die Big-Five-Nation in Wien nun ebenfalls mit der Musikgattung, die mit Yolanda Be Cools Megahit 'No speak Americano' vor fünf Jahren ihren kommerziellen Höhepunkt fand. Dennoch sollten wir uns in Demut üben: im Gegensatz zu ASOS' eher blassem Eurovisionsbeitrag überzeugt 'Still in Love' von Electro Velvet durch sofortige Eingängigkeit und süffige Melodik. Viel wichtiger aber: England schenkt uns damit einen richtigen Uptemposong! Was zum Tanzen im Euroclub! Einen Song, bei…
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Simo­ne de Oli­vei­ra pullt einen Kümmert!

Simo­ne de Oli­vei­ra pullt einen Kümmert!

Die eurovisionäre Rücktritteritis scheint ansteckend zu sein: nach dem spektakulären Verzicht des Unser Song für Österreich-Gewinners Andreas Kümmert auf die Fahrkarte nach Wien am Donnerstag gab nun die portugiesische Grand-Prix-Legende Simone de Oliveira (PT 1965, 1969) bekannt, im Falle eines Sieges beim diesjährigen Festival da Canção ebenfalls die Teilnahme am Eurovision Song Contest zu verweigern, wie Eurovision Apocalypse heute berichtet. Kleiner, aber feiner Unterschied zu Kümmert: die mittlerweile 77jährige Frau de Oliveira verfügte zumindest über die Klasse, ihre fehlende Repräsentationsbereitschaft rechtzeitig vor dem heute Abend stattfindenden Finale der portugiesischen Vorentscheidung bekannt zu geben, so dass die Televoter, die sie am Donnerstag im…
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Unser Song für Öster­reich 2015: You can win if you want

Unser Song für Öster­reich 2015: You can win if you want

Er geht als einer der ganz großen, historischen Ereignisse in die deutsche Grand-Prix-Geschichte ein: der überraschende TV-Moment, als der Sieger eines über weite Strecken musikalisch langweiligen, wenn auch glanzvoll produzierten Vorentscheids nach seiner Akklamation die Krone zurückgab und erklärte, die Publikumswahl nicht anzunehmen. Er sei nur schließlich nur "ein kleiner Sänger" und die Zweitplatzierte Ann Sophie Dürmeyer "viel geeigneter und qualifizierter," das Land in Wien zu vertreten, sprach der Unser-Song-für-Österreich-Gewinner Andreas Kümmert der Moderatorin Barbara Schöneberger ins Mikrofon. Womit er zweifellos Recht hatte: die 24jährige gebürtige Londonerin gewann bereits beim vorangegangenen Nachwuchswettbewerb die Wildcard für die USFÖ-Finalteilnahme aufgrund ihrer selbst attestierten Eigenschaft…
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Vor­ent­scheid-Cha­os: Andre­as küm­mert sein Sieg nicht

Vor­ent­scheid-Cha­os: Andre­as küm­mert sein Sieg nicht

So was hat es in der deutschen Eurovisionsgeschichte noch nicht gegeben: Andreas Kümmert, Sieger im Superfinale von Unser Song für Österreich, nahm die Wahl die Publikums nicht an und gab seine Fahrkarte nach Wien live in der Sendung an die Zweitplatzierte Ann Sophie weiter. Die fährt nun mit dem Titel 'Black Smoke' nach Österreich. Vermutlich. Amtlich. Denn obwohl die Gewinnerin der Wildcard mit der Entscheidung zunächst nicht so richtig glücklich aussah - klar, wer geht schon gern als zweite Wahl ins Rennen? - bestätigte sie auf der anschließenden Pressekonferenz, dass sie uns in Wien vertritt. Welcher Hafer den, wie Barbara Schöneberger in der Show…
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Aus­tra­li­en 2015: A Guy named Sebastian

Wie der australische Sender SBS morgen früh (Ortszeit) bzw. heute gegen Mitternacht (MEZ) bekannt gab, wird Guy Sebastian die Aussies bei ihrer ersten (und einzigen?) Eurovisionsteilnahme in Wien vertreten. Der in Malaysia geborene und im Alter von sechs mit seinen Eltern nach Australien ausgewanderte Sänger erlangte 2003 Bekanntheit durch seinen Sieg bei der ersten Staffel  von Australian Idol. Im Gegensatz zu den meisten Castingshowsternchen konnte er eine langanhaltende Karriere daran anknüpfen: bis dato veröffentlichte Guy Sebastian acht Alben, die Down Under allesamt Platinstatus erreichten. 2012 konnte er mit der Single 'Battle Scars' gar die US-Charts knacken. Seine vorletzte Auskoppelung 'Mama ain't…
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Grie­chen­land 2015: Birds fal­ling down

Unfassbar: vier mehr oder minder gute, mehr oder minder originelle Uptemposongs tummelten sich im heutigen griechischen Vorentscheid - Songs, die durch das Ausgedürstetsein der Fans nach etwas Schnellem und Fröhlichem im diesjährigen eurovisionären Meer der balladesken Langeweile von ganz alleine einen enormen Wettbewerbsvorteil gehabt hätten. Und was wählen die hirnrissigen Hellenen (bzw. ihre Jury)? Selbstredend die einzige Ballade des gesamten Abends! Dazu noch eine, die erst gar nicht versucht, zu vertuschen, ein wirklich extrem dünner Aufguss von 'Rise like a Phoenix' sein zu wollen (man achte nur mal auf die letzten 30 Sekunden) - natürlich, ohne auch nur auf Lichtjahre an…
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Mol­da­wi­en 2015: ein gekauf­ter Sieg?

Sie gehören beim Eurovision Song Contest mittlerweile zum Standardverfahren, insbesondere in den osteuropäischen Staaten: Vorwürfe über Stimmenkauf und Manipulation. Die Fetzen flogen entsprechend hoch beim moldawischen Vorentscheid am vergangenen Samstag, wie escKaz, eurofire und Eurovision Apocalypse in den letzten Tagen übereinstimmend berichteten. Dort richtete sich der geballte Zorn der Vorentscheid-Teilnehmer gegen den aus der Ukraine stammenden Eduard Romanyuta, der die Melodie pentru Europa haushoch gewann. Zu haushoch vielleicht: bereits nach dem Semifinale, als er im Televoting mehr Stimmen auf sich vereinte als alle Konkurrenten zusammen, riefen einige Acts wie z.B. das SunStroke Project (MD 2010) ihre Fans aus Protest dazu…
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