2015

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Est­land ist der ers­te Favorit

Kaum verkündete der ORF gestern die Auslosung der diesjährigen Teilnahmeländer auf das erste und zweite Semi, da öffneten auch schon die Wettbüros wieder ihre Pforten - und gaben die ersten Quoten bekannt. Dabei stehen erst eine Handvoll Beiträge fest, was Hardcore-Fans natürlich nicht davon abhält, sich einen frühen Favoriten herauszupicken. Derzeit führt Estland in den Rankings, basierend wohl vor allem auf einem Vorentscheidungslied, das viele Fans bereits für den sicheren Sieger der Eesti Laul, wenn nicht gar des Eurovision Song Contest 2015 halten: 'Goodbye to Yesterday' von Elina Born und Stig Rästa. Wenig überraschend, vereint die elegante Nummer gewissermaßen die Ingredienzen…
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Ungarn: Jury­ga­te bei A Dal 2015

Jurys sind Wichser™ - es bewahrheitet sich immer wieder. So auch im heutigen ersten von drei Semifinalen des ungarischen Vorentscheidungsverfahrens A Dal. Zehn Acts stellten sich zur Bewertung durch vier Juroren, darunter die Bushaltestellenflennfrau Magdi Rúzsa (HU 2007). Das Publikumsvoting zählte nur zu einem weiteren Fünftel. Auf diese Weise sollten fünf der zehn Kombattanten für das A-Dal-Finale am 28. Februar ausgesiebt werden (einen sechsten Titel durfte, wie schon in den Vorjahren, anschließend das Publikum retten). Eine schwierige Wahl, bestand das Feld doch aus zehn mehr oder minder gleich professioneller, gut gemachter und qualitativ beanstandungsfreier Songs, allesamt (!) mit stimmlichen Wacklern, aber doch überzeugend…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Es tut mir (nicht) leid

Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, schrägte es vergangene Woche erneut einige hoffnungsvolle Bewerber/innen für den Eurovision Song Contest 2015 in Wien, darunter einige mit wundervoll schrägen Beiträgen, die es an dieser Stelle zu würdigen gilt. Dazu zählt an vorderster Stelle natürlich die Litauerin Reda Striškaitė und ihr barjazziger Cabaret-Versuch 'Es tut mir nicht leid'. Jawohl, mit deutschem Titel! Wobei: auch wenn Reda, die den Song bis auf diese Zeile auf Englisch vortrug, an der Aussprache noch etwas feilen sollte, pressiert es nicht mehr. Denn obgleich es aufgrund der für Außenstehende schlichtweg undurchdringbaren Kompliziertheit des litauischen Auswahlverfahrens widersprüchliche Angaben darüber gibt, ob der…
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Frank­reich 2015: das ver­ges­se­ne Chanson

Man kann den Franzosen sicherlich nicht vorwerfen, dass sie es in den letzten zehn Jahren nicht ernsthaft versucht hätten: hippe elektronische Tanzmusik von Weltruf (2008, 2012, 2014), düster gefärbter, rotzig abgelieferter Qualitätspop (2013), lässig selbstironische Comedybeiträge (2007, 2014) und Ansprechendes aus dem reichhaltigen multikulturellen Schatzkästlein der ehemaligen Kolonialmacht (2005, 2010, 2011). Doch selbst das Aufbieten ihres größten lebenden Weltstars (2009) blieb ohne die gerechte Entlohnung. Nun scheint sich die Grande Nation auf längst vergangene, glanzvolle Zeiten rückzubesinnen und versucht es mit einem klassischen Chanson, der klingt, als sei er bei Aufräumungsarbeiten in längst vergessenen, schon teilweise eingestürzten Seitenschächten des weitverzweigten Céline-Dion-Archivs zufällig…
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Chris­ter Björk­man, Du bist ein Arschloch!”

Nicht jeder kann mit Kritik gleichermaßen professionell umgehen. Das zeigte sich gestern Abend bei der vom Sender vorgezogenen ersten Ausscheidungsrunde des marathonmäßigen zyprischen Vorentscheids The Eurovision Project, wo es von 20 Beiträgen nur die Hälfte ins zweite Semi schaffte. Zu den Ausgeschiedenen zählte eine Sängerin mit dem schönen Namen Eva Diva. Sie musste sich von Melodifestivalen-Guru und Jurymitglied Christer Björkman (SE 1992) unter anderem anhören, dass ihr in der Tat etwas merkwürdiges Abendkleid (unten Zelt, oben Milchbeutel) womöglich nicht die passende Wahl für ihren dubstepverzierten Discoschlager 'Come and fight for Freedom' gewesen sei, was sie offensichtlich so erboste, dass sie anschließend auf…
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Spa­ni­en 2015: Edur­ne und der “Qua­li­täts-Pop”

Noch nachzureichen gilt es die ebenfalls gestern vom Sender TVE annoncierte spanische Vertreterin: die 29jährige Edurne García Almagro, die nur unter ihrem Vornamen auftritt, soll die iberischen Farben in Wien vertreten. Bekanntheit erlangte sie durch die Castingshow Operación Triunfo, aus der 2002 Rosa López hervorging, deren Fans damals sämtliche Eurovisionsforen trollten. 2005, als Edurne teilnahm, wurde die Show aber schon nicht mehr als Vorentscheidungsformat genutzt. Mit Auftritten in weiteren TV-Formaten wie You can dance, einer Daily Soap sowie der Hauptrolle im Musical Grease sicherte sich die schwerpunktmäßig in tanzbarem Pop machende Sängerin seither durchgehende Präsenz. Ihr ebenfalls uptemporärer, noch nicht veröffentlichter Eurovisionsbeitrag heißt 'Amanecer' und…
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ESC 2015: Geor­gi­en erklärt Mal­ta den Krieg

2015 wird wohl ein kämpferisches Jahr, zumindest beim Eurovision Song Contest: nach Malta schickt nun auch Georgien eine gesungene Kriegserklärung gen Wien. Und nicht nur die Songtitel ('Warrior' ['Kriegerin']) gleichen sich wie ein Ei dem anderen: in beiden Fällen intoniert jeweils eine einzelne, offenbar sehr schlecht gelaunte, böse dreinblickende, im schwarzen Lederdress gekleidete Frau mit langen schwarzen Haaren den äußerst düsteren, unmelodischen Kampfgesang. Wer von den Beiden wird also die unausweichliche offene Konfrontation gewinnen? Amber Bodin (MT) wirft zwar ein höheres Kampfgewicht in die Waagschale, dafür aber verfügt Nina Sublatti (GE) über den deutlich giftigeren Blick, die eindringlichere Stimme, die angsteinflößendere Kriegsbemalung,…
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USFÖ – die Namen: Küm­mert das jemand?

Heute früh veröffentlichte der NDR die lang erwarteten Namen der Teilnehmer/innen an Unser Song für Österreich, dem deutschen Eurovisionsvorentscheid am 5. März 2015 in Hannover. Genauer: die Liste der der sieben "etablierten" Künstler/innen, welche am 19. Februar 2015 noch um die Wildcard (den Sieger des Nachwuchswettbewerbs) ergänzt wird. Nachdem die im selben Modus durchgeführte Vorentscheidung 2014 das Karriereende für Unheilig bedeutete, bis dahin einer der umsatzstärksten deutschen Acts der letzten Jahre, stellte sich diesmal die Frage, ob es dem NDR überhaupt noch gelänge, einigermaßen große Namen zu finden, die freiwillig als Goliath in die eher aussichtslose Schlacht gegen den vom deutschen Publikum mit seinem Hang zur Sozialromantik stets…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die­se Fin­nen spinnen

Heute stellte der finnische Sender YLE die 18 Teilnehmer/innen seiner Vorentscheidung Uuden Musiikin Kilpailun (UMK) und ihre Songs vor (und zwar - lies und notiere, NDR! - vorbildlich jeweils mit Video): eine sehr schöne Mischung verschiedenster Stile, von Schlager über Folk und Elektro bis hin zu Hardrock und Punk. Ein Act sticht aus dem wirklich feinen Line-Up besonders heraus: Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN), nach Eigenbeschreibung "vier Männer mittleren Alters mit geistiger Behinderung. Die Musik ist natürlich finnischer Punk". Die Band entstand 2009 aus einem Workshop für Menschen mit Lernschwierigkeiten, die Vier waren bereits Stars eines eigenen Dokumentarfilms (The Punk Syndrome) und sind…
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USFÖ-Per­len: der Effekt ist frappierend

Kommenden Mittwoch will der NDR die Namen der sieben von den Plattenfirmen eingereichten Künstler/innen für Unser Song für Deutschland bekannt geben. Und auch beim Nachwuchswettbewerb lief am gestrigen Freitag der Einsendeschluss ab. Naturgemäß kam es hier seit meiner letzten Sichtung kurz vor Weihnachten noch mal zu einem Ansturm, und ebenso naturgemäß findet sich Etliches hierunter, das es schnell noch vorzustellen gilt, bevor die Brainpool-Schergen und die NDR-Jury aus dem Füllhorn der Diversität erneut bloß zehn Schattierungen von Beige für das Clubkonzert am 19. Februar herauspicken, wo es die Wildcard für Hannover zu erspielen gilt. Sensi Simon & his Brother erfuhren bereits Würdigung in diesem…
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Alba­ni­en 2015: from Zero to Hero

Ein Herz für Randgruppen scheinen sie zu haben, die Skipetaren: als eindrücklichster Auftritt des 53. Festivali i Këngës (FiK), der seit 2004 zur Eurovisionsvorentscheidung genutzten albanischen Variante des feierlichen San-Remo-Festivals, bleibt eine zur Halbzeit eingeschobene, spielerisch-anrührende Vollplaybackperformance des jugendlichen Moderators Turjan Hyska in Begleitung eines aus Kindern aller Altersgruppen mit Down-Syndrom bestehenden Chores in Erinnerung. Aber auch für Ältere war viel Platz beim FiK: so berichtete der schätzungsweise achtzigjährige Enver Petrovci von seinem Besuch in der Oper letzten Sonntag und der darauffolgenden einwöchigen Sauftour durch die Spelunken Tiranas - jedenfalls ließen Outfit (ein fleckenstarrender, zerlumpter Frack und Zylinder), seine Knitterfalten sowie seine Grabesstimme keinen anderen…
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Alex­an­der Rybak: “Will die Jury nie mehr sehen”

Mit großen Hoffnungen und Erwartungen trat Alexander Rybak (NO 2009) gestern bei der Eurovisionsvorentscheidung in seinem Geburtsland Weißrussland als Komponist und Produzent der von ihm gecasteten Girlgroup Milki an. Im Televoting reichte es für seinen Song 'Accent' immerhin zu Rang 2, doch die sieben Juroren reichten den Titel nach unten durch. Nun ließ der ehemalige Eurovisionsgewinner auf Facebook seiner bitteren Enttäuschung freien Lauf: "Jedes Jahr treffe ich die belarussische Delegation und sie bitten mich immer wieder: 'Sascha, schreib uns ein Lied. Was braucht es, um die Eurovision zu gewinnen?'. Und so schrieb ich einen Song, habe dafür so viel Zeit…
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Bela­rus 2015: die ver­lo­re­ne Zeit

Gibt es eine schönere Art, Weihnachten abzuschließen als mit dem Eurofest, der weißrussischen Vorentscheidung? Danke, Belteleradiocompany, für (bis auf das Ergebnis) knapp drei Stunden fantastische Feiertagsunterhaltung! Von denen übrigens nur die ersten knapp anderthalb den 15 um die Fahrkarte nach Wien konkurrierenden Titeln gewidmet waren, die man nach einer länglichen Rückschau auf Teos (BY 2014) Kopenhagener Käsekuchen-Abenteuer recht zügig durchpeitschte. Freundlicherweise, denn außer sehr viel grottigem Ostblock-Englisch stach da wenig ins Ohr. Eher optisch nennenswert der schmucke barfüßige Glatzkopf vom Trio Napoli, die sich brummkreiselartig drehende Derwisch-Tänzerin von Daria, der mit großflächigen Fake-Tattoos bemalte Aleksey Gross, die drei aggressiv singenden Kampftransen von…
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USFÖ-Per­len: Lie­be und Licht

Und mal wieder ist es an der Zeit für eine Sichtung der neuesten Perlen auf dem Portal der Internet-Vorentscheidung um die Nachwuchskünstler-Wildcard zum deutschen Vorentscheid Unser Song für Österreich. Weil bald Weihnachten ist, wollen wir das Ganze ein wenig besinnlicher beginnen: als "Flow'n'Roll" bezeichnet das Leipziger Studentenquartett Ms. Erfolg (klasse Name!) seinen Stil. Ihr Titel heißt 'Und wenn ich sing, dann sing ich' und klingt nach etwas flotterer Lagerfeuermusik. Und schaut man das Video, kann man sich ziemlich gut vorstellen, mit dem niedlich bezopft-bärtigen Leadsänger und seinen Kommiliton/innen bei einem Chai und einem Tütchen an selbigem zu sitzen und über Gott und…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: die Lati­nos vom Balkan

Eine ganze Latte an Vorentscheidungskandidat/innen ist in den letzten Tagen bekannt gegeben worden. Beginnen wir mit dem Big-Five-Land Italien: dort geht die Ehre der Eurovisionsteilnahme an den Sieger des prestigereichen San-Remo-Festivals, und zwar diesmal in der Kategorie "Campioni", also den etablierten Künstler/innen. Zu diesen Zwanzig zählen drei vormalige Grand-Prix-Teilnehmer/innen, nämlich Raf Riefoli (IT 1987, hierzulande besser bekannt durch den 1984 Discohit 'Self Control'), Lara Fabian (LU 1988) und die fabelhafte Diva Nina Zilli (IT 2012). Einen weiteren Versuch wagt auch Anna Tatangelo, meine Wunschkandidatin des Jahres 2011, seinerzeit mit dem sensationellen 'Bastardo'. Ihr diesjähriger (bislang noch nicht veröffentlichter) Beitrag heißt etwas…
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Nie­der­lan­de 2015: Ei ei ei Verpoorten

Die Niederlande bleiben den gefiederten Freunden treu: von der fabelhaften Joan Franka (NL 2012) zunächst nur in Form des Federkopfschmucks subtil eingeführt, von Anouk Teuuwe (NL 2013) im Folgejahr in ihrer düsteren Ode an die vom Himmel fallenden 'Birds' besungen und von den Common Linnets (NL 2014) gar im Gruppennamen aufgegriffen, legt die aktuelle Vertreterin des Landes, Trijntje Oosterhuis, nun im Refrain ihres in dieser Woche veröffentlichten Wettbewerbsbeitrags für Wien nach. Der heißt 'Walk along', treffender wäre aber die Bezeichnung Legehennen-Lied, besteht sein Refrain doch fast ausschließlich aus dem Wort "Why - ei - ei - ei - ei, ei -…
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USFÖ-Per­len: Von Sex und Gewalt

Sträflich vernachlässigt habe ich es in letzter Zeit, das Videoportal von Unser Song für Österreich, dem Nachwuchsförderungsformat des NDR für die Wildcard zum deutschen Vorentscheid 2015. Und tatsächlich versammelten sich in den letzten vier Wochen dort einige verstörende Songschätze, die es zu heben gilt. An vorderster Front steht hierbei kein Geringerer als unser altbekannter Grand-Prix-Kumpane und Technoflummimeister Mave O'Rick, der uns in 'Durch die Wand' tiefe Einblicke in seine Vorlieben gewährt. Und augenscheinlich mag er es schmutzig, hart und obsessiv - also genau so, wie guter Sex nun einmal sein sollte. Auch musikalisch vermag die Harthousehymne zu überzeugen. Nur schade,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Wild White­rus­si­an Dances

Und ein weiteres Mal fällt unser Blick auf Weißrussland: dort sang am gestrigen Freitag die zweite Hälfte der insgesamt 91 Bewerber/innen um einen den 15 Plätze im Finale des Eurofest vor. Zwischenzeitlich steht denn auch fest, wer am zweiten Weihnachtsfeiertag in Minsk dabei ist, wenn es um das (in Europas lustigster Diktatur stets nur vorläufige) Ticket nach Wien geht. Nicht geschafft haben es zu meinem großen Bedauern die singenden Zombies von Sweet Brains - wie ich finde, ein großer Fehler, da wurde ein potentieller Kult-Beitrag verschenkt! Weiter ist hingegen die von Alexander Rybak (NO 2009) gecastete und mit einem Song…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unrät­sel mich, Estland!

Ob Alexander Rybak (NO 2009) damit die Eurovisionsrückkehr schafft? Heute ging in Minsk die erste Hälfte des öffentlichen Vorsingens für die weißrussische Vorentscheidung über die Bühne. Dabei auch die vom norwegischen Grand-Prix-Sieger mit belarussischen Wurzeln gecastete Girlgroup Milki (das Way musste wohl aus Gründen des Markenschutzrechts entfallen) mit dem von unserem in Malta bereits ausgeschiedenen Geigentroll geschriebenen Titel 'Accent', einer etwas notdürftig zusammengezimmert klingenden, zweisprachigen Turbofolknummer, von fünf leicht überfordert wirkenden Mädels in farblosen Trachten tapsig vorgetanzt. Ein bisschen so eine Kreuzung aus Neiokõsõ (EE 2004) und den Buranovskiye Babushki (RU 2012): da braucht es noch hartes Feilen an Song und Act, um…
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Bela­rus 2015: Weiß, weiß, Baby

Ich weiß, es ist politisch unkorrekt, aber: was täten wir beim Song Contest nur ohne Weißrussland? Die unterhaltsamste Diktatur Europas verspricht auch dieses Jahr wieder Trash bis zum Abwinken: am Donnerstag und Freitag geht jeweils ab 10 Uhr das Vorsingen für das im Sinne der Bekämpfung der Festtagsobstipation freundlicherweise auf den zweiten Weihnachtsfeiertag terminierte Eurofest über die Bühne. 100 Aspiranten haben sich angekündigt, darunter die von Alexander Rybak (NO 2009) gecastete Mädchenfolkband Milki und die Türkvizyon-2013-Teilnehmerin Gunesh. Nur 15 von ihnen überleben das Hauen und Stechen. Andy von esckaz stellt in einer Youtube-Playlist freundlicherweise die bereits bekannten Titel vor, und vier…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: der Schweiß tropft bis zur Lippe

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: der Schweiß tropft bis zur Lippe

Heute früh stellte der ORF die 16 Kandidat:innen um die Nachfolge Conchita Wursts beim Eurovision Song Contest vor. Außer den Makemakes, die mit dem rundweg furchtbaren 'Million Euro Smile' zuhause einen unverdienten Nummer-Zwei-Hit landen konnten, handelt es sich dabei ausschließlich um junge Bands und Solokünstler:innen, deren richtiger kommerzieller Durchbruch noch bevorsteht. Was Sinn macht, soll das Format Wer singt für Österreich? doch der Nachwuchsförderung dienen. Und im Gegensatz zum NDR, der beim deutschen Vor-Vorentscheid 2014 zehn Schattierungen desselben Beige aussuchte, beeindruckt die enorme musikalische Bandbreite der Austria-Acts, die sich nun am 20. Februar 2015 einer Jury stellen müssen. Sechs von ihnen kommen…
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Schwei­zer Käse: Hol’s der Teufel

Am Dienstag gab das Schweizer Fernsehen den ersten Zwischenstand seiner Songsuche für Wien bekannt. Wie es sich für die sprachlich und kulturell dreigeteilte Eidgenossenschaft gehört, verfügt das Land über das komplizierteste Vorauswahlverfahren Europas. Derzeit stehen 18 Lieder (9 aus der deutschsprachigen Schweiz, 6 aus dem frankophonen Teil und 3 aus dem italienischen Terrain) auf der Warteliste für den am 7. Dezember terminierten "Expertencheck", bei denen sich die dazugehörigen Interpreten live vor einer Jury präsentieren müssen. Nur jeder dritte dieser Beiträge wird dann in die öffentliche Entscheidungsshow am 31. Januar 2015 durchgelassen. Während die Romandie und das Tessin intern vorbestimmten, qualifizierten sich die deutschschweizerischen…
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San Mari­no 2015: Hör den Kin­dern ein­fach zu

Nun landet die televisionäre Pest des Kinder-Grand-Prixs doch noch beim richtigen Song Contest - und das mit einem doppelten Paukenschlag: wie das sanmarinesische Fernsehen heute bekannt gab, vertreten Anita Simoncini und Michele Perniola, die Repräsentanten San Marinos beim Junior-ESC 2013 und 2014, gemeinsam den Zwergstaat in Wien. Michele, der für die wohl schwulste Miniplayback-Nachahmung seines Vorbilds Michael Jackson in unguter Erinnerung bleibt, wird beim Auftritt in Wien noch 16 Jahre alt sein; Anita, die erst vor wenigen Tagen in Malta als Teil der Mädchenband The Peppermints auf der Kinderbühne stand, begeht nur wenige Tage vor dem ESC-Semifinale ihren Sechzehnten und überspringt damit gerade so eben…
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Mal­ta 2015: Krieg liegt in der Luft

Mit übereinstimmenden Höchstwertungen aus dem Televoting (das absurderweise mal wieder nur zu einem Sechstel zählte) und aller fünf Juroren gewann gestern Abend die Sängerin Amber Bondin, 2012 noch als Chorsängerin für Kurt Calleja ('This is the Night') im Eurovisionseinsatz, die maltesische Vorentscheidung. Und die erklärt uns den Krieg: "ich bin eine Kriegerin, ich muss erobern," teilt sie uns in ihrem Beitrag 'Warriors' mit, der auch musikalisch als Angriff auf die Geschmacksnerven gelten muss: sie schreit mit schmerzhaft disharmonischer, metallener Stimme falsch zu einem Stakkato aus Tönen, aus dem es mir jedenfalls nicht gelingt, so etwas wie eine Melodie herauszuhören. Von einem annehmbaren Refrain gar…
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Tsche­chei in Wien dabei!

Damit war nun wirklich nicht zu rechnen: wie die EBU vor wenigen Minuten verkündete, kehrt Tschechien 2015 zum Eurovision Song Contest zurück. Das erfolgloseste Land der Grand-Prix-Geschichte nahm bislang drei Mal (2007, 2008 und 2009) am europäischen Gesangskräftemessen teil und belegte davon zwei Mal den letzten Platz im Semifinale, beim bislang letzten Auftritt mit Gypsy.cz sogar mit Nil Points. Am besten schnitt noch Tereza Kerndlová (2008) ab: mit ganzen neun Punkten landete sie auf dem vorletzten Platz im Semi. Damit übertrifft sie Tschechiens inoffiziellen ersten Vertreter Karel Gott, Schlagerfreunden bekannt durch Evergreens wie 'Biene Maja', 'Fang das Licht' oder der Zusammenarbeit mit Bushido…
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