2016

Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 verhinderten

Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 verhinderten

Nicht nur den rechtmäßigen Sieg des Russen Sergey Lazarev im Finale des Eurovision Song Contest 2016 hat ein kleines Häuflein von 210 willkürlich ausgesuchten Menschen auf dem Gewissen, die mit ihren Entscheidungen den Willen von Millionen (!) von Anrufer/innen aus ganz Europa überstimmen konnten. Wie immer verhinderten die Manipulatoren aus den Jurys auch den Finaleinzug bestimmter Teilnehmer/innen, die ihnen nicht in den Kram passten. Darunter natürlich wieder zwei meiner Lieblingsbeiträge. So unterbanden, wie ich es mir bereits dachte, die Juroren im ersten Semifinale am Dienstag die berechtigte Qualifikation des bosnischen Quartetts mit dem ehemaligen 'In the Disco'-Häschen Deen (BA 2004) und…
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ESC-Fina­le 2016: Sol­di­ers are coming

ESC-Fina­le 2016: Sol­di­ers are coming

Was für ein Abstimmungsdrama! Das neue, gesplittete Votingverfahren, das die EBU auf Drängen Schwedens dieses Jahr einführte, bestand seine Feuertaufe heute Nacht mit Bravour. Auf allen Ebenen. Es lieferte Spannung bis in die Haarspitzen: tatsächlich erst mit der allerletzten Stimmverkündung stand die Gewinnerin fest. Es produzierte das von mir im Vorfeld herbeigewünschte, hochdramatische und hochpolitische Kopf-an-Kopf der beiden Kriegsparteien Russland und Ukraine. Und es siegte, sonst eher selten, tatsächlich mein persönlicher Lieblingstitel, das ebenfalls hochpolitische, sterbensschöne, herzergreifende Klagelied '1944', mit dem die hochtalentierte Krimtatarin Jamala die persönliche Geschichte der Deportation ihrer Familie durch Stalin im Zweiten Weltkrieg erzählte, und das all…
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Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
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Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell…
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Wegen Schul­den: Rumä­ni­en wird vom Con­test ausgeschlossen

Wegen Schul­den: Rumä­ni­en wird vom Con­test ausgeschlossen

Wie die EBU soeben in einer Pressemitteilung verkündete, wird das rumänische Fernsehen TVR mit sofortiger Wirkung von allen Dienstleistungen des Europäischen Senderbundes ausgeschlossen und darf damit auch nicht am Eurovision Song Contest 2016 teilnehmen. Grund hierfür sind offene Forderungen der EBU gegenüber dem rumänischen Sender in Höhe von rund 10 Millionen Euro, die sich seit 2007 ansammelten. Mehrere Versuche, einen "zufriedenstellenden Rückzahlungsplan" aufzustellen, scheiterten. Zuletzt hatte die EBU eine Frist bis zum 21. April gesetzt, um einen Teil der Forderung zu begleichen und eine Bankbürgschaft für den Rest aufzubringen. Die EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre sagte: "Wir bedauern es sehr, dass wir…
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Bul­ga­ri­en 2016: was lan­ge währt, wird end­lich gut

Bul­ga­ri­en 2016: was lan­ge währt, wird end­lich gut

Das Diplom für Attention Whores hat die quirlige Poli Genova schon mal bestanden: bis heute Abend ließ die Bulgarin die ungeduldig mit den Hufen scharrenden Eurovisionsfans warten, die seit über einer Woche nichts sehnlicher tun möchten, als endlich alle 43 diesjährigen Teilnehmertitel gegeneinander zu ranken und die Chancen aller Semifinalisten auszuloten. Doch das Warten hat sich gelohnt: mit 'If Love was a Crime' präsentiert uns die Eurovisionsrückkehrerin einen knalligen, uptemporären (man möchte vor Dankbarkeit weinend niederknien!) Popsong mit einer Art doppeltem Refrain: auf die englischsprachige, gut gemachte Strophe und die etwas blasse, ebenfalls englische Titelzeile folgt ein deutlich besserer, bulgarisch gesungener Einschub, der…
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Mal­ta 2016: Schleu­ser­kö­ni­gin Ira teilt das Mittelmeer

Mal­ta 2016: Schleu­ser­kö­ni­gin Ira teilt das Mittelmeer

Na, wenn sie bei der Aktion mal nicht ertrinkt! Donnerstag Abend präsentierte die bereits im Januar 2016 ausgewählte maltesische Vertreterin Ira Losco der mit angehaltenem Atem wartenden Welt ihren neuen Eurovisionsbeitrag 'Walk on Water'. Die Zweitplatzierte von 2002 war beim Maltasong mit gleich zwei anderen Titeln angetreten und gewann den Vorentscheid mit dem Lied 'Chameleon'. Das verwarf die offenbar von berechtigter Panik, schlechter als seinerzeit abzuschneiden, erfasste Künstlerin jedoch flugs wieder, um sich auf die Suche nach einem neuen, konkurrenzfähigeren Song zu machen. Den sie nun glaubt, in dem von einem fünfköpfigen, zu 80% schwedischstämmigen Komponistenteam geschriebenen 'Walk on Water' gefunden…
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Alba­ni­en mas­sa­kriert sein Märchen

Alba­ni­en mas­sa­kriert sein Märchen

Kaum tadele ich die Albaner, dass sie noch immer nicht die angloterrifizierte Fassung ihres Eurovisionsbeitrags abgeliefert haben, da kommt der Sender mit dem Video von 'Fairytale' um die Ecke. So heißt die ehemals ergreifend schöne Balkanballade 'Përrallë' jetzt, und das Adria-Land investierte erkennbar viel Mühe und Geld, aus dem stolzen Songschwan ein billiges Plastikentchen zu machen. Es gelang: alles, was 'Përrallë' groß und edel machte - die schwelgerischen Geigen, der dramatische Liedaufbau, Eneda Tarifas geschmackvolles Abendkleid vom FiK-Auftritt - wurde herausoperiert und durch Talmi ersetzt. Sei es die beinahe quäkige Instrumentierung, der durchlaufende und äußerst unpassende Plastikbeat oder die Flurschäden, die…
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Aser­bai­dschan 2016: fif­ty Shades of meh

Aser­bai­dschan 2016: fif­ty Shades of meh

Heute Vormittag stellte auch das aserbaidschanische Fernsehen endlich seinen Beitrag für Stockholm vor. Er kommt - man möchte sagen: natürlich! - auch von dort. 'Miracle', so der Titel, entstammt der Klangwerkstatt eines schwedischen Produzententeams und steuert eine weitere Portion dessen zum Festmenü bei, was sich schon so überreichlich auf der musikalischen Speisekarte befindet: eine sehr gut gemachte, sehr eingängige Midtempoballade, von der intern ausgewählten Səmra Rəhimli zumindest in der Studiofassung makellos dargeboten. Ein Stück, das man wunderbar nebenbei hören kann, das keinesfalls stört oder aufregt, für das ich weder eine tiefe Abneigung noch eine besondere Begeisterung empfinden kann. Oder anders ausgedrückt: kompetente…
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Ser­bi­en 2016: ein Fall für den Exorzisten

Ser­bi­en 2016: ein Fall für den Exorzisten

Und schließlich präsentierte am gestrigen Samstagabend auch noch Serbien sein Lied für Stockholm. Und dieses bringt mich in echte Gewissensbisse. Es handelt sich um eine weitere düstere Ballade (stöhn!), allerdings um eine, die mit einem sich langsam steigernden Liedaufbau, schwelgerischen Geigen, (leider nur sehr) homöopathisch eingestreuten Balkan-Flöten, einem hübschen Gospelchor im letzten Drittel, einem dramatischen Songfinale und vor allem einem wichtigen Text aufwartet: in 'Goodbye (Shelter)' geht es um eine gewalttätige Beziehung, aus der sich die Protagonistin nur schwer lösen kann. Ich sollte das serbische Lied also mögen. Ich möchte es mögen! Ich kann es nur nicht. Wer mir das verunmöglicht, ist…
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Euro­vi­zi­jos 2016: flüch­tet schnell, es ist Don­ny Montell!

Euro­vi­zi­jos 2016: flüch­tet schnell, es ist Don­ny Montell!

Irgendwann mal in der Steinzeit muss es gestartet sein, das litauische Vorentscheidungsverfahren, in dem in gefühlt achthundert Vorrunden immer wieder die selben Interpreten und Lieder gegeneinander antraten, und das heute Abend zeitgleich mit dem schwedischen Melodifestivalen zu Ende ging, so dass außerhalb des Baltenstaates garantiert niemand zuschaute, als der Wiederholungstäter Donny Montell endlich abschließend gewann. Vermutlich, weil sein Songtitel 'I've been waiting for this Night' auch die Gedanken der erschöpften Juroren und litauischen Zuschauer/innen zusammenfasste, die verdammt froh sein dürften, es nun endlich hinter sich zu haben. Donny, der bereits 2012 mit einer besonders abgeschmackten Darbietung mit Swarowski-Augenbinde und Überschlag unterhielt,…
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Melo­di­fes­ti­va­len 2016: Aber der Frans, der kanns

Melo­di­fes­ti­va­len 2016: Aber der Frans, der kanns

In Stockholm ging vor wenigen Minuten das Melodifestivalen mit dem erwarteten Sieg eines dem optischen Eindruck nach mitten in seiner Pubertät steckenden, seine Unsicherheit mit Arroganz überspielenden Teenagers namens Frans Jeppsson Wall zu Ende, der das erstaunliche Kunststück fertig brachte, seine Textzeilen zwar eher zu nuscheln als zu singen, aber selbst dabei stets ein wenig neben dem Ton zu liegen. Doch augenscheinlich zog sein unschuldiger Schulbubencharme (dass Frans bereits 18 sein soll, glaube ich nie und nimmer) genug, um die Schweden hierüber genau so wie über seine peinliche Frisur hinwegsehen zu lassen. Fairerweise muss ich ihm zugestehen, dass seine melancholische Midtempoballade 'If I…
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Tsche­chi­en 2016: Last Woman standing

Tsche­chi­en 2016: Last Woman standing

Viel Zeit ließ sich das Fernsehen der tschechischen Republik mit der Bekanntgabe seiner intern ausgewählten Eurovisionsvertreterin. Ursprünglich für Februar 2016 angekündigt, herrschte in Prag so lange völlige Funkstille, dass man sich schon Sorgen machen musste, der Sender ČT habe den Song Contest schlichtweg vergessen. Gestern sickerte es dann durch: die 22jährige Gabriela Gunčíková vertritt das Land mit der Ballade 'I stand'. Die in dem mährischen Städtchen Kroměříž (deutsch: Kremsier, die tschechische Schreibweise mit dem Diakrit-Durchfall gefällt mir aber viel besser, weswegen ich das überhaupt hier erwähne) geborene, optisch ein wenig an Cameron Diaz erinnernde Gunčíková erlangte 2011 mit ihrer Teilnahme an der Castingshow SuperStar…
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Aus­tra­li­en 2016: ver­stum­me, Europa!

Aus­tra­li­en 2016: ver­stum­me, Europa!

Ursprünglich für heute angekündigt, sickerte der Beitrag aus Down Under bereits gestern Abend durch und sorgte in den Fan-Foren größtenteils für Begeisterungsstürme. Teilweise tauchte gar die Frage auf, wo der Contest 2017 denn stattfindet, falls Australien gewinnt (keine Angst, es geht dann nicht mit dem Flieger ans andere Ende der Welt, der ESC bliebe in dem Fall auf dem Kontinent und fände wahrscheinlich in dem Land statt, in dem die örtliche Sony-Music-Niederlassung den größten Zuschuss zahlt. Das dürfte sogar Deutschland sein). Persönlich kann ich die Lobpreisungen für die keimfreie, strunzlangweilige Midtempoballade 'Sound of Silence' allerdings nicht teilen, auch wenn sie fraglos zu den…
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Grie­chen­land 2016: eine Hel­den­rei­se nach Utopia

Grie­chen­land 2016: eine Hel­den­rei­se nach Utopia

Vor wenigen Minuten stellte das griechische Fernsehen ERT den Videoclip des hellenischen Eurovisionsbeitrags 2016 in einer TV-Show vor. Wie schon länger bekannt, vertritt in diesem Jahr die nach dem Helden der mythischen Argonautensage eigens für den Contest in Argo umbenannte Band Europond das Land. Der Name weist den Weg: trotz stürmischer Zeiten, unsicherer Gewässer und den von einem übermächtigen Gegner in den Weg gelegten, unüberwindbar scheinenden Gefahren will man sich nicht davon abbringen lassen, das Goldene Vlies holen. Diese trotzige Tollkühnheit prägt auch 'Utopian Land': die auf griechisch und pontisch vorgetragenen Strophen beschäftigen sich mit der aktuellen, aussichtslos erscheinenden Lage des Landes,…
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San Mari­no 2016: mit Lys an der Bar

San Mari­no 2016: mit Lys an der Bar

Noch nachzureichen gilt es den gestern vorgestellten Beitrag San Marinos. Der seit dem überraschenden Rückzug des deutschen Grand-Prix-Veteranen Ralph Siegel vakante Slot des dortigen "Übernimm sämtliche Kosten, dann nehmen wir Dein Lied"-Arrangements ging in diesem Jahr an den französischen Modeschöpfer Thierry Mugler, weswegen die Pressekonferenz zur erstmaligen öffentlichen Präsentation des sanmarinesischen Beitrags auch in Paris stattfand. Denn mit dem kleinen italienischen Bergdörfchen / Ministaat hat der Song ohnehin nichts zu tun: der Text von 'I didn't know' stammt vom Griechen Nektarios Tyrakis, der Komponist Olcayto Ahmet Tuğsuz stammt ebenso aus der Türkei wie der Interpret Serhat Hacıpaşalıoğlu. Neben der für den Contest…
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Kroa­ti­en 2016: Ninas Leucht­turm steht in Wien

Kroa­ti­en 2016: Ninas Leucht­turm steht in Wien

Heute Mittag stellte der kroatische Sender HRT den Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest 2016. Nina Kraljić, die bereits vor einiger Zeit intern ausgewählte Vertreterin und aktuelle The-Voice-Gewinnerin, singt eine klassische Balkanballade, die bereits mit den ersten, flehenden Flötentönen zum Songauftakt ihre musikalische Heimat offenlegt und mit einer sich zusehends dramatisch steigernden Instrumentierung und einer vorschriftsmäßigen Rückung (schön, dass dieses Grand-Prix-Kernelement 2016 seine Rückkehr feiert) sowie einem bittersüß-melancholischen Outro liefert, was der Liedeinstieg verspricht. Im scharfen Kontrast zum wunderbaren Ethno-Flair der Ballade singt Nina allerdings, wie bereits angekündigt, auf Englisch: 'Lighthouse' nennt sich der Titel denn auch, und leider offenbart die…
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Mazdo­ni­en 2016: Dona-Wet­ter, Kaliopi!

Mazdo­ni­en 2016: Dona-Wet­ter, Kaliopi!

Seit gestern Abend ist er endlich draußen, der lange voller Ungeduld und mit großen Hoffnungen erwartete Beitrag von Kaliopi Buklé. Und, da unsereins vom Vergleich leider nicht lassen kann, so unsinnig der auch sein mag: ja, 'Dona' fällt ein klein wenig schwächer als das legendäre 'Crno i belo' (MK 2012). Aber immer noch deutlich besser als das meiste Andere im diesjährigen Line-up. Nun muss ich zugeben, dass ich vor der anbetungswürdigen mazedonischen Balkanqueen auf die Knie ginge, würde sie nur das Telefonbuch rezitieren. Doch die von ihrem Ex-Mann geschriebene und von ihr getextete Rockballade 'Dona', einer der in diesem Jahr an…
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Rumä­ni­en 2016: Rock me, Ovidius

Rumä­ni­en 2016: Rock me, Ovidius

Hatte der Grand Prix Eurovision seit meiner Kindheit auch deswegen eine so breite schwule Fanbasis, weil sich der Wettbewerb stets garantiert frei von jedweder Form dampfend heterosexueller Rockmusik zeigte, so vollzog sich mit dem Hinzustoßen der osteuropäischen Länder und dem wieder zunehmenden Zuspruch bei den breiten Massen in den letzten Jahren eine Trendwende auch in dieser Hinsicht. So krass wie 2016 war es aber noch nie: bereits drei im weitesten Sinne dem Genre zuzurechnenden Titel fanden sich im Line-Up, heute Abend kam in Rumänien der vierte hinzu. Bereits im vorgestrigen Halbfinale der gemeinsame Jury- und Televoting-Sieger, gewann Ovidiu Anton mit seinem 'Moment…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Von blon­dier­ten Bar­bies und toten Schlagerdiven

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Von blon­dier­ten Bar­bies und toten Schlagerdiven

So, ein verregneter Sonntagnachmittag, noch ein paar Minuten bis zum Beginn des rumänischen Vorentscheidungsfinales: kurz Zeit also, über einige Phänomene der letzten Tage zu sinnieren. Beginnen wir zunächst mit dem scheinbar merkwürdigen Abstimmungsverhalten in einigen Ländern und den dazugehörigen Hintergründen. Da ist das allgemein unerwartete und schockierende Ergebnis in Polen, wo die Zuschauer/innen eine zottelige Jack-Sparrow-Kopie wählten und den von vielen Fans bereits als möglichen Siegertitel des ESC 2016 gehandelten Song 'Cool me down' von Margaret verschmähten. Was vielleicht weniger verwundert, wenn man sich vor Augen führt, dass der Sender TVP beim gestrigen Televoting pro Anschluss lediglich einen Anruf wertete. Sicherlich fairer…
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Eesti Laul 2016: vom Bes­ten das Schlechteste

Eesti Laul 2016: vom Bes­ten das Schlechteste

Die Esten sind ein erstaunliches Volk: da stellten sie gestern, mal wieder, die mit Abstand beste Vorentscheidung aller 43 teilnehmenden Nationen auf die Beine, gespickt mit fantastischen Liedern und hervorragenden Darbietungen. Und dann schafften sie es, die besten davon auf der Strecke zu lassen und ihr Superfinale lediglich mit einem unsympathisch blasierten James-Bond-Imitatoren und zwei gesanglich gehandicappten Frauen in Leuchtkostümen zu bestücken. Gewonnen hat, um es vorweg zu nehmen, der Junge-Union-Sprecher (und, wie sollte es anders sein, aktuelle Estland-sucht-den-Superstar-Sieger) Jüri Pootsmann mit dem vom Vorjahresvertreter Stig Rästa mitkomponierten 'Play' - tatsächlich kein schlechter Song, wenn man während der drei Minuten die Augen…
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Kra­jo­we Eli­mi­nac­je 2016: wer hat nur die­sen Spa­cken gewählt?

Kra­jo­we Eli­mi­nac­je 2016: wer hat nur die­sen Spa­cken gewählt?

Den vermutlich größten Schockmoment der laufenden Eurovisionssaison bescherten gestern Abend die polnischen Televoter/innen dem fassungslos japsenden restlichen Europa. Seit der Bekanntgabe des neunköpfigen Teilnehmerfeldes der Krajowe Eliminacje war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Eurovisionslegende Edyta Górniak (PL 1994) und einer gewissen Margaret vorhergesagt worden. In sicherer Erwartung des Sieges der letztgenannten Sängerin und ihres rihannesken 'Cool me down' lag das Land in den Wettquoten bereits ganz oben - bis zur Bekanntgabe des Televoting-Ergebnisses. Die alleine stimmberechtigten Anrufer/innen wählten nämlich zum kollektiven Entsetzen aller Zuschauer/innen außerhalb Polens mit knapp 36% den ehemaligen X-Factor-Teilnehmer Michał Szpak, optisch am ehesten als Jack-Sparrow-Parodie in einer schlimmen Milli-Vanilli-Gedächtnisjacke zu beschreiben, zu…
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Russ­land macht’s 2016 im Dolly-Style

Russ­land macht’s 2016 im Dolly-Style

Von der fabelhaften US-amerikanischen Countrysängerin ('Jolene') und Schauspielerin ('Magnolien aus Stahl') Dolly Parton stammt das Zitat "Sie wären überrascht, wie viel es kostet, so billig auszusehen". Dieses Zitat fiel mir als erstes ein, als ich gerade den eigentlich erst für heute Abend zur Veröffentlichung terminierten, im Netz jedoch bereits durchgesickerten Videoclip für den russischen Eurovisionsbeitrag 2016, 'You are the only One' von Sergey Lazarev, anschaute. Er wartet mit allem auf, was ich mir vom Leben von einem Grand-Prix-Beitrag erwarte und bietet Uptempo, seinen nackten Oberkörper, einen schlagerhaften Liedaufbau, dramatische Disco-Geigen, leeres Pathos, Trash bis zum Abwinken, eine mustergültige Rückung sowie eine Sandprinzessin in Form der…
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Mon­te­ne­gro 2016: on the High­way to Hell

Mon­te­ne­gro 2016: on the High­way to Hell

Vor wenigen Minuten veröffentlichte die montenegrinische Band Highway ihren Beitrag für Stockholm mit dem Titel 'The real Thing'. Und ich will es mal so sagen: es ist kein klassischer Grand-Prix-Song. Menschen, die von dieser Art von Musik mehr verstehen als ich, warfen das Label "Stoner Pop Rock" in den Ring, was ich mangels besserer oder schlechterer Kenntnis mal so stehen lassen möchte. Aus Laiensicht beschrieben, beginnt es mit einem vielversprechenden, bretternden Gitarrenriff und einem begleitenden heiseren Schrei. Für die ersten 20 Sekunden bin ich angenehm überrascht und durchaus angetan. Dann treten die vier Jungs kurz auf die Bremse und singen…
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Nie­der­lan­de 2016: der Kaf­fee ist fertig

Nie­der­lan­de 2016: der Kaf­fee ist fertig

Douwe Bob heißt, wie wir bereits seit September 2015 wissen, der niederländische Vertreter beim Eurovision Song Contest 2016. Douwe Egberts ist ein 1753 gegründeter, holländischer Kaffeekonzern, der auch die Massenmarkt-Marken Jacobs und Tassimo vertreibt. Warum ich das erzähle? Nun, weil der heute Vormittag veröffentlichte Beitrag von Douwe Bob klingt (und das dazugehörige Video so aussieht), als wolle er Reklame für einen Schonkaffee betreiben. 'Slow Down' heißt die die dezent country-flavourisierte Midtemponummer, ein weiterer unauffälliger Tropfen im Meer des diesjährigen Middle-of-the-Road-Seichs. Nach Mitteilung des Interpreten handele es sich um ein "Protestlied gegen mich selbst," wozu er allen Grund hätte, aber präziser gesagt…
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