2016

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: eins, zwei, Fred­die kommt vorbei

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: eins, zwei, Fred­die kommt vorbei

Neben dem maltesischen Finale fanden dieses Wochenende auch die ersten bzw. die dritten Vorrunden für die nationalen Vorentscheidungen Litauens und Ungarns statt. Im Baltenstaat lautete das Motto offensichtlich "skandinavischer Samstag", denn alle Songs stammten - den Komponistennamen nach zu urteilen - aus schwedischer oder dänischer, jedenfalls aber nicht aus litauischer Feder. Einzige Ausnahme: 'You bet' von Aistė Pilvelytė. Den Titel schrieb die Interpretin und vielfache litauische Vorentscheidungsteilnehmerin nämlich selbst. Das macht ihn aber auch nicht besser: es ist ein zäher Propfen pseudodramatischen Balladenschleims, den sie mit der gesanglichen Feinfühligkeit einer Dampfwalze zerknödelt. Natürlich - fast schon unnötig, es angesichts des bekanntermaßen…
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Mal­ta­song 2016: Hei­li­gen­ver­eh­rung in Malta

Mal­ta­song 2016: Hei­li­gen­ver­eh­rung in Malta

Ihr Sieg stand im Grunde bereits fest, seit sie sich huldvoll herabließ, am Maltasong teilzunehmen: Ira Losco, die aus unerfindlichen Gründen Zweitplatzierte beim Eurovision Song Contest 2002 und seither auf dem Mittelmeereiland offenbar so etwas wie eine Nationalheilige. Und die selbe unfassliche Überschätzung, die ihr bereits vor 14 Jahren vonseiten der Fans entgegenschlug, wurde ihr auch diesmal zuteil. Mit gleich zwei Titeln durfte sie ins gestrige maltesische Semi einziehen, einer davon schaffte es ins heutige Finale. Ob Ira beabsichtigte, mit 'Chameleon (Invincible)' ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen? Egal: dem gigantischen Jubel von den Zuschauerrängen nach zu urteilen, hätte sie wohl…
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Euro­fest 2016: Luka­schen­ko, hilf ihm fliegen!

Euro­fest 2016: Luka­schen­ko, hilf ihm fliegen!

Das kommt dabei heraus, wenn man ein jahrzehntelang an die Diktatur gewöhntes Volk urplötzlich in die Demokratie entlässt. Nachdem bei der weißrussischen Vorentscheidung seit Menschengedenken fischige Jury-Entscheidungen und nachträgliche Eingriffe ins Ergebnis an der Tagesordnung waren, legte man in diesem Jahr die Entscheidung über den belarussischen Eurovisionsbeitrag alleine in die Hände der Televoter. Die zeigten sich erwartungsgemäß der Aufgabe nicht gewachsen und wählten einen langhaarigen, supernasigen Mike-Krüger-Imitatoren namens Alexander Ivanov zu ihrem Vertreter. Ivan, wie er sich für die Eurovision nennt, krächzt ein hirnstarreödes Poprockliedchen mit dem Titel 'Help you fly'. Das einzige, was Ivan (ver-)fliegen lässt, ist allerdings meine…
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Euro­song 2016: gib As kei­ne Chance

Euro­song 2016: gib As kei­ne Chance

Das ist auch mal ein interessantes Konzept: nehme fünf junge Sänger/innen für eine öffentliche Vorentscheidung, lasse sie an zwei verschiedenen Abenden mit denselben Songs auftreten, führe beim Finale ein kompliziertes, dreiteiliges Abstimmungsverfahren mit internationalen Jurys, SMS-Voting und Superfinale durch - und sorge dafür, dass dennoch die von vorneherein vom Sender favorisierte Kandidatin gewinnt. So geschehen gerade in Belgien, wo Laura Tesoro beim Eurosong das Ticket nach Stockholm lösen konnte - für die Qualifikationsrunde, denn dass sie es mit ihrer hauptsächlich auf dem prägenden Riff von Queens Klassiker 'Another One bites the Dust' aufbauenden Popnummer 'What's the Pressure' bis zum Grand Final am…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wei­ne nicht, schnel­ler Ivan

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wei­ne nicht, schnel­ler Ivan

Tief in die Abgründe des schlechten Geschmacks durften wir gestern Abend in der zweiten Runde des litauischen Vorentscheidungsmarathons schauen. Erneut buhlten acht (von der Jury bereits beurteilte) Acts um die Gunst der Zuschauer/innen, einer schlimmer als der andere. Dennoch schafften es die Anrufer/innen mit traumwandlerischer Sicherheit, das furchtbarste Angebot des Abends herauszupicken und mit großem Abstand zum Vorrundensieger zu befördern: 'United', ein vor abgestandenen Klischees nur so triefender Eurovisionsriemen, wie nicht einmal Ralph Siegel ihn sich zu schreiben getrauen würde, dargeboten von der zur Eurovizija-Grundausstattung gehörenden Rūta Ščiogolevaitė, übrigens auch die Jury-Favoritin (soviel zur These von den Juroren als notwendige Geschmackskorrektoren für…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Cham­pa­gner für die Disco-Cowboys

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Cham­pa­gner für die Disco-Cowboys

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das finnische Fernsehen YLE auf einen Schlag alle 18 Beiträge für die drei Vorrunden der Uuden Musiikin Kilpailu (UMK), inklusive dazugehöriger, in einem eigenen Youtube-Kanal bereit gestellter, professionell produzierter Musikvideos (und ja, ich schäme mich dafür, dass der ungleich finanzstärkere öffentlich-rechtliche Sender meines Landes nicht mal das hinbekommt). Einziger mir bekannter Name im Line-Up ist Tapio Huuska alias Cristal Snow, der 2008 schon mal am finnischen Vorentscheid teilnahm. Er hat mit 'Love is blind' eine klassische Liebesballade mit cleveren Textzeilen wie "You look like Jesus / but you taste like Sin" im Gepäck, für die ich wirklich gerne entflammen würde. Zumal…
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Von der Punk­te­fee zum Reprä­sen­tan­ten: Nicky Byr­ne für Irland

Von der Punk­te­fee zum Reprä­sen­tan­ten: Nicky Byr­ne für Irland

Drei Jahre hintereinander gab er beim Eurovision Song Contest die Punkte aus Dublin durch, nun hofft er selbst auf welche: wie bereits vor Tagen von der irischen Tageszeitung Independent geleakt, wird das ehemalige Westlife-Mitglied Nicky Byrne die grüne Insel vertreten. Der Sender RTÉ bestätigte gestern seine Direktnominierung (die erste in der Geschichte Irlands). Und auch der Titel steht schon fest: 'Sunlight' heißt der, wurde vom Sänger mitkomponiert und klingt wie eine Melange sämtlicher dänischer Beiträge der letzten 15 Jahre. Also hundertprozentig steril und völlig durchschnittlich. Wobei es dem früheren Boyband-Chorsänger (der aufgrund seiner eher mäßigen Vokalkraft in Stockholm wohl ziemlich…
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Unser Lied für Stock­holm 2016: Sie­gel ist zurück beim Vorentscheid!

Unser Lied für Stock­holm 2016: Sie­gel ist zurück beim Vorentscheid!

Heute gab der NDR die zehn Teilnehmer/innen des deutschen Vorentscheides 2016 bekannt. Es war für den Sender, das kann man angesichts der Geschehnisse der letzten 12 Monate wohl mit Fug und Recht sagen, eine Achterbahnfahrt bis hierher. Rekapitulieren wir kurz: nachdem das groß aufgezogene Vorentscheidungskonzept mit Expertenauswahl, Wildcard und Clubkonzert 2015 mit dem nervenschwachen Casting-Zottelbarden Andreas Kümmert zunächst einen vom Publikum geschätzten Sieger hervorbrachte, der es sich dann aber noch auf der Bühne anders überlegte und sein Ticket an die verdatterte Wildcard-Gewinnerin und Zweitplatzierte Ann Sophie Dürmeyer weitergab, holte die zunächst für ihre Souveränität gelobte zweite Wahl für uns in Wien legendäre null…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Litau­en han­delt mit Zitronen(bäumen)

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Litau­en han­delt mit Zitronen(bäumen)

Gestern Abend begann in Litauen der endlose Abstimmungsmarathon für den Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest, der noch bis zum 27. Februar 2016 läuft und noch weitere sechs Vorrunden beinhaltet. Dabei steht der Sieger im Grunde genommen bereits fest: Donatas Montvydas, besser bekannt unter dem Namen Donny Montell, der den Baltenstaat bereits 2012 mit dem campen 'Love is blind' vertrat. Der bekennende Michael-Jackson-Fan, der sich bei seinem Vorentscheidungsauftritt mit dem eingängigen, wenn auch arg mittelmäßigen 'I've been waiting for this Night' sowohl optisch wie musikalisch als Eleve der Eric-Saade-Schule des Pop positionierte, gewann die erste Publikumsabstimmung aus dem Stand. Gefährlich werden…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Früher einmal stand das englische Wörtchen "gay" sowohl für "schwul", als auch - im Originalsinne - für "fröhlich". Das scheint lange her: mittlerweile hat sich bei vielen Berufshomos leider eine nervtötende Humorlosigkeit breit gemacht, wie sich am Beispiel der gerade laufenden israelischen Vorentscheidung Rising Star zeigt. Dort kam der junge Künstler Maor Gamliel eine Runde weiter, mit einem Song, der sich nach meinem Empfinden in freundschaftlich-neckender Weise über einen Schrankschwulen lustig macht. 'Moshiko', so der Name des titelgebenden Homos, "liebt Ärsche", "treibt keinen Sport", hält sich aber ständig im Umkleideraum auf, "lässt die Seife fallen", "schält Bananen mit dem Mund" und sollte…
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Fes­ti­va­li i Kën­gës 2015: Angriff der James-Bond-Borgs

Fes­ti­va­li i Kën­gës 2015: Angriff der James-Bond-Borgs

Drei Abende, dreißig Songs, gefühlte dreihundert Stunden voll zäher Moderation, zäherer Lieder und zähester Interval-Acts sowie ungefähr dreitausend Wiederholungen der selben drei Werbeclips liegen hinter uns. Mit anderen Worten: ein ganz normales Festivali i Këngës! Und auch wenn man gegen Ende des dreieinhalbstündigen Finales schon alle Hoffnungen hatte fahren lassen: zuletzt schaffte es die (nach wie vor allein abstimmungsberechtigte) albanische Jury doch, eine Siegerin zu küren und uns damit das erste Lied für den Eurovision Song Contest 2016 zu schenken! 'Përrallë' heißt es, - jawohl, mit gleich zwei Diakrit-ës, wir sind schließlich in Tirana! - was sich mit 'Märchen' übersetzt. Und…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unan­ge­streng­tes aus Österreich

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Unan­ge­streng­tes aus Österreich

Dem ernüchternden Null-Punkte-Ergebnis der MakeMakes zum Trotze scheint der Eurovision Song Contest in unserem liebsten Nachbarland Österreich weiterhin hoch im Kurs zu stehen. So veranstaltet der ORF auf seiner Contest-Facebook-Seite heuer eine Wildcard-Vorrunde, und es kamen bislang einige überraschend gute Bewerbungen zusammen. Der Grazer Langhaarzottel Kevin Etheridge beispielsweise bringt uns mit 'Palmtrees on my Mind' mitten in der schlimmen Jahreszeit mittels Mandoline und Mundharmonika den Sommer zurück: sicher nicht das originellste Popstück aller Zeiten, dennoch macht es (mir) unweigerlich gute Laune. Merlin Miller reicht mit 'Moneypoliert' einen wegweisend guten Mix aus intelligent formulierter Gesellschaftskritik, treibenden Elektrobeats und rotzcooler Eingängigkeit ein: das…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Geor­gi­en schickt männ­li­che Lolitas

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Geor­gi­en schickt männ­li­che Lolitas

Young Georgian Lolitaz, so nennt sich die aus mittelalten, halbverwilderten Herren bestehende Indie-Rock-Kapelle, welche die Georgier heuer zum Song Contest entsenden. Die von Frontmann Nika Kocharov geleitete Elektro-Alternative-Band steht allerdings bislang noch eigenen Beitrag da, der Sender GBP schreibt daher einen offenen Komponistenwettbewerb aus: bis 8. Januar noch können interessierte Songschreiber ihre Vorschläge nach Tiflis schicken. Und bevor Ralph Siegel auf dumme Ideen kommt: gesucht wird etwas mit der "melodischen Songstruktur des Alternative- oder Indie-Rock; mit elektronischen Beats, Synths oder Samples; und mit der Club-Orientierung der Post-Disco-Zeit". Was immer das sein mag. Zur Anregung kann man sich, wenn man über starke Gehörnerven verfügt, ja den…
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Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Unerhörtes trug sich heute in der Schweiz zu. Dort hatte, so viel kurz zur Vorgeschichte, am 6. Dezember 2015 die senderinterne Jury des deutschschweizerischen Senders SRF aus den wenigen Vorschlägen, welche die Internet-Vorrunde des dortigen Auswahlverfahrens überlebt hatten, die sechs Untauglichsten für das Finale am 13. Februar 2016 in Kreuzlingen herausgesucht. 'Holz vor dr Hüttn' von Platzhirsch, der einzige Song mit guten Chancen im internationalen Wettbewerb, blieb dabei natürlich auf der Strecke. Heute aber mussten die Züricher einen der ausgewählten Beiträge, 'Perché mi guardi cosi?' von Stéphanie Palazzo, disqualifizieren - die Dame hatte das Lied vor zwei Jahren bereits in einer französischen Fassung veröffentlicht.…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mir schwant Übles

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mir schwant Übles

Am gestrigen Dienstag ging in Minsk der zweite Teil des Vorsingens für den Vorentscheid Weißrusslands über die Bühne. Noch einmal rund 30 Hoffnungslose präsentierten sich im Sendestudio von BTRC und bewiesen neben unterirdischen Englischkenntnissen und fragwürdigem Klamottengeschmack vor allem großes stimmliches Unvermögen. Oder hatte der Tontechniker einen schlechten Tag? Jedenfalls jaulte die große Mehrzahl der Bewerber/innen derartig schief, dass einem das Ohrenschmalz gerann. Wenig Ausbeute gab es diesmal für den Trashfreund, und so ist vor allem die Band Drozdy lobend hervorzuheben: ein Quartett junger Herren in schauderhaft gemusterten Leggings, die zu einem akkordeongetriebenen Turbofolkstampfer lustig über die Bühne hüpften. Wohl, um…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Zom­bies und Killer

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Zom­bies und Killer

Vergangenen Donnerstag fand in Minsk das erste Vorsingen für die weißrussische Vorentscheidung Natsyjanal'ny Adborachny statt. Sechzig der insgesamt 91 Hoffnungsfrohen stellten im steril ausgeleuchteten Sendestudio von BTRC ihre Beiträge vor. Der Rest folgt am kommenden Mittwoch, dann wählt die 19köpfige Jury maximal 15 Glückliche aus, die sich voraussichtlich am 15. Januar dem Urteil der Zuschauer/innen stellen dürfen - diesmal heißt es hundertprozentiges Televoting im demokratischen Vorzeigestaat Weißrussland. Allerdings könnten es angesichts des Aufgebotes auch nur fünf Finalisten werden, wie die BTRC-Vorentscheidungsverantwortliche Olga Schlager - doch, die heißt so, das habe ich mir nicht ausgedacht! - gegenüber escKaz sagte. Hat man…
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In the Dis­co: Deen singt noch­mal für Bosnien

Gestern erst kam die so überraschende wie erfreuliche Ankündigung, dass das seit drei Jahren schmerzlich vermisste Land wieder mitmacht beim Eurovision Song Contest. Heute Abend verkündete das bosnische Fernsehen in einer live ausgestrahlten Pressekonferenz, wer sie vertritt. Wie schon in Mazedonien fiel die Wahl auf einen alten Bekannten: Fuad Backović, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Deen. Jawohl, das campe Duracell-Tanzhäschen, das uns 2004 'in die Disco' entführte und uns dort mit dem schwulsten Hüftschwung ever erquickte. Mittlerweile trägt er übrigens keine Stachelhaarfrisur mehr, sondern eine sexy Vollglatze. Deen wird begleitet von Dalal Midhat Talakić, einer wonneproppigen Sängerin mit beeindruckender Stimme, die auch…
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Bos­ni­en bestä­tigt für 2016

Ich hätte es nicht mehr geglaubt, freue mich aber um so mehr: das bosnische Fernsehen BHRT gab heute seine verbindliche Zusage für den Eurovision Song Contest 2016 bekannt. Man habe die Teilnahmegebühren zusammenkratzen können und einen Sponsoren gefunden, der die weiteren Koste abdecke und wolle sich jetzt auf die Suche nach einem geeigneten Repräsentanten machen. Eine nachträgliche Absage ist nun nur noch gegen Zahlung einer Vertragsstrafe möglich, daher dürfen wir wohl davon ausgehen, das exjugoslawische Land in Stockholm begrüßen zu dürfen. Erste Gerüchte besagen, dass wir den bosnischen Vertreter bereits morgen erfahren, es also eine interne Entscheidung gebe. Jedenfalls bin ich sehr,…
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Die Schwei­zer haben Holz vor der Hütte

Eine Runde weiter ist man beim kompliziertesten Vorentscheidungsverfahren der Welt, in der Schweiz. Dort haben die User/innen in der Internet-Vorauswahl der Deutschschweiz abgestimmt, anschließend hat die senderinterne Jury das Ergebnis nach eigenem Gusto korrigiert. Zehn Titel kamen weiter, darunter zu meinem großen Erstaunen sogar ein brauchbarer: der Aprés-Ski-Kracher 'Holz vor dr Hütta' des Gaudi-Kollektivs Platzhirsch rund um Rapper Gimma, meines Erachtens der einzige Song, mit dem die Eidgenossen auf internationaler Bühne für Aufsehen sorgen könnten. Ausgesiebt wurden erwartungsgemäß alle wirklich großartigen Knüller wie Inge Ginsberg und die 'Trümmer'. In die Kategorie "nett" fällt die lieblich plätschernde Country-Banjo-Weise 'Ooops' von Sunada. Chancen beim…
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Abschied neh­men: Naidoo darf doch nicht für Deutsch­land singen

Abschied neh­men: Naidoo darf doch nicht für Deutsch­land singen

Das hat es in der ESC-Geschichte auch noch nicht gegeben: nach nur zweitägigem öffentlichen Shitstorm gegen die erst am Donnerstag verkündete Direktnominierung von Xavier Naidoo als deutschen Vertreter beim Eurovision Song Contest 2016 zieht der NDR seinen Vorschlag zurück. Man habe "die Wucht der Reaktionen" unterschätzt, so Thomas Schreiber in einer Presseerklärung. "Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden. Aus diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten." Schreiber hält aber daran fest, dass Naidoo "ein herausragender Sänger" sei, "der nach meiner Überzeugung weder Rassist noch homophob ist." Trotz zahlreicher Solidaritätsadressen seiner Sangeskollegen ebbte die Kritik an der Wahl…
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Herr, steh uns bei: der Got­tes­säus­ler singt für Deutschland

Herr, steh uns bei: der Got­tes­säus­ler singt für Deutschland

Es ist, das muss man dem NDR lassen, ein Knaller, mit dem (trotz entsprechender Vorankündigung) niemand ernsthaft gerechnet hat: Xavier Naidoo vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016. Der Sohn Mannheims, fraglos ein Hit-Gigant und seit knapp zwanzig Jahren überaus erfolgreich im Geschäft, wurde vom Sender direkt nominiert. Einen Vorentscheid gibt es dennoch: in der Show Unser Song für Xavier sollen am 18. Februar 2016 sechs Titel präsentiert werden, unter denen sich die Zuschauer/innen entscheiden können. Hierfür sind laut NDR "einige der renommiertesten deutschen Komponisten und Produzenten" als Materiallieferanten angefragt, Naidoo und eine sechsköpfige Jury suchen am 15. Dezember unter den Einsendungen…
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Tonight again: Aus­tra­li­en auch 2016 dabei

Das kam ja nun wirklich nicht überraschend: wie heute früh offiziell verkündet wurde, nimmt der australische Sender SBS auch beim 61. Eurovision Song Contest in Stockholm teil. Damit findet das von Anfang an durchschaubare und unwürdige Rumgeeiere um das angeblich "einmalige" Event zum Anlass des 60. Jubiläumscontests endlich ein Ende. Obwohl, so ganz auch nicht: laut NDR lege die EBU Wert auf die Feststellung, dass damit keine Entscheidung über die dauerhafte Partizipation des südpazifischen Kontinents getroffen sei. Oh bitte...! Diesmal immerhin müssen die Aussies durch die Qualifikationsrunde: aus den Big Five werden also wohl keine Big Six werden. Wenn das…
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Jan Ola Sand: “41 Län­der beim ESC 2016”

Auf einer Pressekonferenz der EBU sagte der ausführende Produzent des Eurovision Song 2016, Jan Ola Sand, heute, dass in Stockholm "41 TV-Stationen" (sprich: Länder) teilnehmen werden. Nun gehen überall die Spekulationen los, denn offiziell zugesagt haben - jedenfalls nach meiner Zählung - derzeit erst 37 Nationen. Zusammen mit all jenen Ländern, die sich bereits vorläufig auf die Liste haben setzen lassen oder Interesse bekundeten, kommt man aber in der Tat auf 41. Was bedeuten würde, dass Australien (wir erinnern uns: der von Europa aus auf der anderen Seite des Globus liegende Kontinent durfte die Wien anlässlich des Jubiläumsjahrgangs angeblich "einmalig" gastieren)…
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Tür­kei auch 2016 nicht dabei

Erwartbar, dennoch traurig: nicht einmal zwei Tage, nach dem die religiös-konservative Partei AKP des immer absolutistischer herrschenden türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bei den vorgezogenen Neuwahlen die absolute Mehrheit holte, sagte das Staatsfernsehen TRT die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2016 in Schweden ab. Man zürne in Istanbul noch immer hinsichtlich der Wiedereinführung der Jury und der Big-Five-Regelung, die das zu Zeiten reinen Televotings erfolgsverwöhnte Land am Bosporus unangemessen benachteilige, so zitiert Eurovoix den Fanclub OGAE Turkey. Aus nämlichem Grund war man 2013 ausgestiegen, seither gab es mehrere Anbahnungsgespräche zwischen der EBU und TRT, zwischenzeitlich standen die Zeichen auf Tauwetter.…
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Minus One für Zypern?

Bereits beim letzten Contest hätte die zyprische Jury gerne die inseleigene Rockband Minus One nach Wien geschickt. Doch die aufsässigen Televoter machten ihnen einen Strich durch die Rechnung und bedachten ihren von der Jury präferierten, außergewöhnlich faden Song 'Shine' im Finale der groß angelegten Vorentscheidung Euro Challenge mit dem letzten Platz. Diesmal geht CyBC auf Nummer Sicher und nominiert direkt. Und, Überraschung: glaubt man einer lokalen Klatschseite, so läuft es wohl diesmal auf besagte Kapelle hinaus, wie EuroVisionary rapportiert. Ob der Bandname als Omen hinsichtlich des angestrebten Eurovisionsergebnisses zu werten ist; ob es Minus One dementsprechend gelingt, noch einen Punkt weniger zu erringen als…
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