2019

Unser Lied für Isra­el 2019: Sis­ters are doin’ it for themselves

Unser Lied für Isra­el 2019: Sis­ters are doin’ it for themselves

Immer, wenn sich der NDR nach Jahren des ziellosen Herumstocherns einen Ruck gegeben und mit viel Mühe und harter Arbeit ein neues, tragfähiges Konzept für die Auswahl des heimischen Beitrags zum Eurovision Song Contest gefunden hat; eines, das einen mehrheitsfähigen Titel und eine gute Platzierung im internationalen Wettbewerb hervorbringt, dann geht er im Folgejahr hin und reißt mit dem Arsch alles wieder ein, was er gerade erst mühevoll aufbaute. Klingt harsch? Nun, anders lässt sich das Ergebnis des deutschen Vorentscheids Unser Lied für Israel vom Freitag nicht interpretieren, bei dem der Sender zunächst wie im Vorjahr in einen hochkomplizierten, mehrstufigen…
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Am I a Cri­mi­nal?: Moni­ka Mari­ja kauft sich für 2.000 Euro frei

Am I a Cri­mi­nal?: Moni­ka Mari­ja kauft sich für 2.000 Euro frei

Man kann die Strategie für befremdlich halten: mit gleich zwei musikalisch sehr ähnlichen Titeln trat die litauische Sängerin Monika Marija Paulauskaitė in diesem Jahr beim Vorentscheid ihres Landes an, der Nacionalinė Eurovizijos Atranka. Nämlich mit der Midtempo-Powerballade 'Lights on' und der... Midtempo-Powerballade 'Criminal'. Beide überstanden unbeschadet die gefühlt siebzig Vorrunden und Semifinale der litauischen Marathon-Show. Und das, obwohl Frau Paulauskaitė im Vorfeld des Semis am vergangenen Samstag die Jury und die Zuschauer/innen beschworen hatte, bitte bloß nicht für 'Criminal' zu stimmen bzw. anzurufen. Den Gefallen taten ihre Landsleute ihr aber nicht und auch diesen Song ins Finale am Samstag durch. 'Lights on' hatte sich bereits…
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Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitzhomos

Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitzhomos

Bevor sie ganz unter den Tisch fallen: neben den fünf nationalen Vorentscheidungen des vergangenen Wochenendes mit ihren fünf furchtbaren Beiträgen für Tel Aviv fanden am vergangenen Samstag in zahlreichen Ländern diverse Semifinale statt, die nun hier in Windeseile abgearbeitet sein wollen. Beginnen wir bei den Gastgebern des letzten Jahres: in der ersten von zwei Vorrunden des portugiesischen Festival da Canção kam der Favorit Conan Osíris erwartungsgemäß eine Runde weiter, landete mit dem rundweg experimentell-bizarren 'Telemóveis' ('Mobiltelefon') jedoch bei der augenscheinlich ausschließlich mit Kulturbanausen besetzten Jury lediglich auf dem vierten Rang. Das wesentlich sachverständigere Publikum bedachte ihn hingegen mit der Höchstwertung. Der…
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Pla­gi­at­skan­dal: Petrus­ka bei der A Dal 2019 disqualifiziert

Pla­gi­at­skan­dal: Petrus­ka bei der A Dal 2019 disqualifiziert

Sie wird jedes Jahr aufs Neue geführt, die manchmal ermüdende Diskussion um angeblich irgendwo abgekupferte Eurovisionsbeiträge. Heute erwischte es in Ungarn mit Petruska allerdings einen Künstler, der seinen ironischerweise auch noch 'Help me out of here' betitelten Vorentscheidungssong nun wirklich völlig zweifelsfrei einfach Ton für Ton von dem 2010 veröffentlichen Lied 'White Sky' der US-amerikanischen Indie-Rock-Band Vampire Weekend kopierte. Einschließlich des charakteristischen, gejodelten Refrains. Was er sich bei diesem dreisten Klau nur gedacht haben mag? Hier zieht ja noch nicht mal das beliebte Argument, das Unterbewusstsein habe beim Kreativprozess des Schreibens eine mal irgendwo gehörte Melodie wieder hervorgekramt, denn Petruska…
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Sel­ecția Națio­nală 2019: Immer wie­der sonntags

Sel­ecția Națio­nală 2019: Immer wie­der sonntags

Das Wichtigste zuerst: herzlichen Dank an dieser Stelle an die beiden Bloggerkollegen William Lee Adams und Deban Aderemi von Wiwibloggs, die Europa praktisch im Alleingang vor der hasserfüllten homophoben Hetzerin bewahrten. Und ebenso herzlichen Dank an die, wie Eurofire von deren Facebookseite zitiert, "stinkenden Kommunisten von TVR," dem rumänischen Staatssender, der dies durch sein völlig absurdes Votingverfahren erst möglich machte. Denn beim diesjährigen rumänischen Eurovisionsvorentscheid, der Selecția Națională, tobte bekanntlich so eine Art Glaubenskrieg, ein epischer Kampf zwischen Gut und Böse. Letzteres in diesem Fall repräsentiert durch die vorherige Favoritin und haushohe Siegerin im Televoting, die sechzehnjährige Laura Bretan. Die in Chicago geborene und von…
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Super­no­va 2019: auf dem Karus­sell kot­zen alle gleich schnell

Super­no­va 2019: auf dem Karus­sell kot­zen alle gleich schnell

Ein weiteres nationales Vorentscheidungsfinale ging gestern Abend noch über die Bühne, das ich vor lauter Supersamstagsstress beinahe übersehen hätte. Die lettische Supernova macht das einem aber auch leicht: die mit sofortiger Seekrankheit induzierenden, stümperhaften Kameraschwenks gefilmten Shows (einschließlich der beiden vorgeschalteten Semis) laufen schließlich stets parallel zu anderen, wesentlich interessanteren Formaten. Einschließlich der beinahe unendlichen Eurovizijos im baltischen Nachbarland Litauen, das zwar stets zu ähnlich aussichtslosen Ergebnissen gelangt, auf dem langen Weg dorthin aber zumindest den deutlich gruseligeren musikalischen Irrsinn auftischt. Das lettische Fernsehen LTV scheint hingegen aus einem sehr begrenzten Pool von sehr mäßig begabten Talenten zu fischen, und so…
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Dora 2019: Ottom Bottom

Dora 2019: Ottom Bottom

Wie das mit der Rückbesinnung auf eigene Stärken funktioniert, machte uns gestern Abend der kroatische Sender HRT vor, der nach mehreren Jahren schmählicher, der Finanzknappheit geschuldeter Pause wieder zum traditionellen Vorentscheidungsformat zurückkehrte, nämlich der im mondänen Küstenstädtchen Opatija veranstalteten Dora. Zwar zog man vom früheren Hotel Kvarner weiter in die größere Marino-Cvetković-Sporthalle. Doch auch dort schaffte es der Sender, eine nostalgiegesättigte, festliche Sendung hinzulegen, die alles beinhaltete, was des Grand-Prix-Fans Herz höher schlagen lässt. Dem Dora-Finale mit 16 (!) Acts gingen zwei Auftakttage voran, an denen die Teilnehmer/innen zur Einstimmung klassische Melodien und sogenannte "Opatija-Serenaden" darboten, bevor sie gestern Abend ihre…
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Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2019: Kaos-Tage in Slowenien

Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2019: Kaos-Tage in Slowenien

Es ist eine ewige Hassliebe, die das slowenische Publikum und seinen Fernsehsender RTVSLO miteinander verbindet und die sich seit Dekaden beim Vorentscheid des Landes, der Evrovizijska Melodija (EMA), in ungezählten Manipulationsversuchen mit Hilfe des Votingverfahrens oder der Jury manifestiert. So auch in diesem Jahr, wo der Sender sehr offensichtlich die 22jährige Harfenspielerin und Sängerin Sara Briški Cirman, besser bekannt unter ihrem Bühnennamen Raiven, nach Tel Aviv entsenden wollte. Nämliche Raiven also, die bereits bei der EMA 2016 einen zweiten Platz belegte, im Jahr darauf einen dritten, die 2018 die Show moderieren durfte und die diesmal den Pimp Slot zugeschanzt bekam. Um…
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Eesti Laul 2019: selbst­ver­lieb­te Schmachtlappen

Eesti Laul 2019: selbst­ver­lieb­te Schmachtlappen

Was für ein Katastrophen-Samstag! In drei vier Ländern gingen gestern Abend Vorentscheidungsfinale über die Bühne, und in allen dreien vieren fielen derartig haarsträubende Fehlentscheidungen, dass es mal wieder an der Zeit ist, den abgegriffenen Spruch vom "schlimmsten Jahrgang aller Zeiten" aus der Mottenkiste zu holen, zu dem eingefleischte Grand-Prix-Fans in dieser Phase der Saison meist reflexartig greifen, den zurückzuweisen jedoch am heutigen Tage besonders schwierig erscheint. In Estland jedenfalls gewann im Superfinale der Eesti Laul ein schmierlappiger Sänger schwedischer Herkunft namens Victor Crone, eingefleischten Melodifestivalen-Guckern noch vertraut aus dem Jahrgang 2015, wo er die Lead Vocals für den Rapper Behrang…
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Inter­pre­ten­kür 2019: Polen lie­fert den Sound­track des Rollbacks

Inter­pre­ten­kür 2019: Polen lie­fert den Sound­track des Rollbacks

Nach einiger Verzögerung gegenüber dem ursprünglich avisierten Veröffentlichungstermin gab das polnische Fernsehen TVP am gestrigen Donnerstag seine Vertreterinnen für den Eurovision Song Contest 2019 bekannt: das Damenquartett Tulia, bestehend aus den Sängerinnen Patrycja Nowicka, Dominika Siepka, Joanna Sinkiewicz und der Namenspatronin Tulia Biczak. Das erst 2018 gegründete, im Lande ausgesprochen erfolgreiche Quartett, das sich der traditionellen slawischen Stimmtechnik des Weißen Gesangs bedient, interpretiert gerne Pop- und Rockklassiker im folkloristischen Stil, hat aber auch eigene Folkrocksongs im Repertoire und liefert damit, vermutlich unbeabsichtigt, so etwas wie den Soundtrack zum aktuellen ultrakonservativen gesellschaftlichen und politischen Rollback (nicht nur) in ihrem Heimatland. Dazu passt auch…
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Inter­pre­ten­kür 2019: Bar­ce­lo­na, what a beau­ti­ful iced Coffee

Inter­pre­ten­kür 2019: Bar­ce­lo­na, what a beau­ti­ful iced Coffee

Zwei weitere Künstler/innen für Tel Aviv stehen fest, was strenggenommen gar keine Nachricht ist, denn in beiden Fällen fehlt das wirklich Entscheidende: der Song! Der Aktualität wegen sei es dennoch rapportiert: vor einigen Minuten verkündete das griechische Fernsehen ERT, dass Katerina Duska die hellenische Flagge beim Eurovision Song Contest vertreten werde. Die gebürtige Kanadierin veröffentlichte 2015 ihr erstes und bislang einziges Album mit Indie-Pop-Songs, teils in Zusammenarbeit mit einem schwedischen Songschreiber; ein Track fand in einem Werbespot von Nescafé Verwendung. Und zwar interessanterweise in Kanada und nicht in Griechenland, wo man dem Instant-Getränk deutlich intensiver zuspricht. Eine rasche Youtube-Sichtung förderte…
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Ist er’s oder ist er’s nicht? Auf­re­gung um Mahmood

Ist er’s oder ist er’s nicht? Auf­re­gung um Mahmood

Wird der 26jährige Alessandro Mahmoud, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Mahmood, Italien beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv vertreten? Nach seinem Überraschungssieg beim San-Remo-Festival am vergangenen Samstag sagte er noch in der Nacht zu, und eurovision.tv listet ihn dementsprechend als Repräsentanten der Halbinsel in Israel. Zwischenzeitlich ruderte der Milanese auf Druck seiner Plattenfirma jedoch wieder zurück, die Mahmood offenbar auf eine ausgedehnte Promotiontour im Land schicken möchte, was sich mit den zeitlichen Verpflichtungen der Eurovisionsteilnahme nicht so gut verträgt. Derzeit werde, wie zu hören war, hinter verschlossenen Türen zwischen der Rai und Mahmoods Management über die Details verhandelt. Kommt…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: der sen­si­ble Balkan

Per­len der Vor­ent­schei­dung: der sen­si­ble Balkan

Ein ausdrückliches Lob muss ich an dieser Stelle einmal an den rumänischen Sender TVR richten. Nach dem hektischen Irrsinn des mit Vorentscheidungen komplett überfrachteten vergangenen Supersamstags (an den kommenden darf ich erst gar nicht denken!) gestaltete sich der Sonntagabend mit dem Genuss des zweiten Semis der Selecția Națională geradezu kuschlig-kommod. Vielen Dank für diese Entzerrung! Freundlicherweise stellte TVR einen ruckelfreien Youtube-Livestream in HD-Qualität zur Verfügung, und die aus der Kleinstadt Arad übertragene Show glänzte mit einem deutlich besseren Line-up als noch das erste SN-Semi vor 14 Tagen. Selbst die Fehlurteilsquote der Jury, die fünf der sechs Finalisten alleine bestimmen durfte, hielt…
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Drit­ter Super­sams­tag 2019: eine Chan­ce für den Hass

Drit­ter Super­sams­tag 2019: eine Chan­ce für den Hass

Richtig rund ging es am gestrigen Supersamstag: neben den Vorentscheidungs-Finalen in Australien, Italien und Montenegro fanden in fünf weiteren Ländern Vorrunden statt. Wir beginnen unsere Reise im hohen Norden, wo das erste von zwei Semis des isländischen Söngvakeppnin Anlass zum hoffnungsvollen Frohlocken gab. Unter den zwei ins Finale delegierten Beiträgen befindet sich nämlich mit 'Hatrið mun sigra' ('Der Hass wird siegen') mein persönlicher Lieblingstitel der gesamten Eurovisionssaison 2019. Die Industrial-Band Hatari (die Hassenden) liefert damit die wütend-düstere Hymne zur aktuellen Endzeitstimmung, die einen beim Anblick des Zustands Europas und der Welt unabwendbar überfällt, verpackt in eine frappante musikalische Mischung aus Rammstein…
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San Remo Fes­ti­val 2019: Go down, Moses

San Remo Fes­ti­val 2019: Go down, Moses

Es kann als eine kleine Kulturrevolution bezeichnet werden: mit Alessandro Mahmoud gewann heute Nacht ein Einwandererkind das traditionsreiche italienische Liederfestival. Und dazu noch einer, der diese Wurzeln in seinem Künstlernamen Mahmood bewusst unterstreicht und dessen in der Gesamtwertung siegreicher, von ihm selbst getexteter und mitkomponierter Song 'Soldi' ('Geld') eine bittere persönliche Abrechnung mit eben jenem ägyptischen Vater darstellt, der ihn und seine italienische Mutter sitzenließ, um zurück in die arabische Heimat zu gehen und der ihn nun, so jedenfalls die Erzählung des 26jährigen, bei einem zur Spurensuche unternommenen Besuch im Land der Pharaonen auch noch dreist um Geld anhaut. Beim Finalauftritt…
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Mon­te­vi­zi­ja 2019: vie­le Jurys ver­der­ben den Brei

Mon­te­vi­zi­ja 2019: vie­le Jurys ver­der­ben den Brei

Sie war angekündigt als die "modernste Vorentscheidung, die RTCG jemals produziert hat": die diesjährige Ausgabe der Montevizija. Und tatsächlich durchströmte die am Samstagabend aus dem Hauptstadtstudio des Senders ausgestrahlte Show das Flair eines westeuropäischen Vorentscheids von ca. 1989 - ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahr. Einen Geschwindigkeitsrekord stellte man ebenfalls auf in Podgorica: innerhalb nur einer knappen halben Stunde nach Sendebeginn jagte man alle fünf Beiträge über die Antenne. Doch bis zur Ergebnisverkündung sollten sich dann noch fast zwei Stunden anschließen, da man sich für ein unnötig kompliziertes Wertungsverfahren mit gleich vier beteiligten Institutionen und einem Superfinale entschied. Und all…
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Aus­tra­lia deci­des 2019: Vor­sicht, Prin­zes­sin, hin­ter Dir!

Aus­tra­lia deci­des 2019: Vor­sicht, Prin­zes­sin, hin­ter Dir!

Nach der völlig enttäuschenden Amateurveranstaltung in Großbritannien gestern Abend zeigten die entfernten Verwandten aus Down Under heute Mittag den Briten, wie man einen ordentlichen Eurovisions-Vorentscheid aufzieht. Nachdem die Australier ihren Beitrag bislang stets intern festlegten, organisierte der Sender SBS erstmalig eine öffentliche Vorauswahl und fuhr dafür zehn im Lande (und teils darüber hinaus) etablierte Acts mit musikalisch sehr diversen, teils verzichtbaren, teils aber auch herausragenden Songs auf, eingebettet in eine selbstironisch moderierte, runde Show. Seht her, ihr TV-Stationen Europas: so wird's gemacht! Der einzige, dafür um so größere Wermutstropfen: die Entscheidung lag somit in den Händen des australischen Publikums und…
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Euro­vi­si­on you deci­de 2019: Bye bye, I love you

Euro­vi­si­on you deci­de 2019: Bye bye, I love you

"Größer als wir" sei die Liebe, die uns verbinde, so röhrt es ein feister Junge mit Hochwasserhosen und unvorteilhafter Schamhaarfrisur heraus, und man kann es, wenn man denn möchte, als metaphorische Beschwörung der Insulaner verstehen, trotz des unmittelbar bevorstehenden Brexits den Blick auf das Gemeinsame nicht zu verlieren, das Verbindende. Eben das, was Europa zu etwas Größerem macht als nur die Summe seiner Einzelstaaten. "Nimm meine Hand und ich führe dich nach Hause," singt der optische Zwillingsbruder der serbischen Eurovisionssiegerin Marija Šerifović namens Michael Rice voller Hingabe und mit wild rudernden Armbewegungen, "verstehst Du, Du wirst niemals alleine sein". Es…
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Russ­land 2019: Dei­ne Gewalt ist nur ein stum­mer Schrei nach Liebe

Russ­land 2019: Dei­ne Gewalt ist nur ein stum­mer Schrei nach Liebe

Es war eines der am schlechtesten gehüteten Eurovisionsgeheimnisse: gestern bestätigte das russische Fernsehen endlich, was die Spatzen bereits seit Wochen von den Dächern pfiffen: Sergey Lazarev, der von den russophoben Juroren aus politischen Gründen um den Gesamtsieg betrogene Televotinggewinner des Eurovision Song Contests von 2016, vertritt die Föderation 2019 in Tel Aviv. Die Nachricht sorgte für aufgeregtes Geschnatter in den Fan-Foren, zeigt der durchtrainierte 35jährige bei seinen Auftritten doch nur zu gerne nackte Haut und präsentiert sich im eng gesteckten Rahmen des für ihn als etablierten Star im streng homophoben Russland Machbaren als "gayfriendly", auch wenn er sein eigenes Privatleben aus…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Kar­tof­feln aus Minsk

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Kar­tof­feln aus Minsk

Was täten Trashfans nur ohne Weißrussland? Jahr für Jahr schüttet der Sender BTRC sein scheinbar nie versiegendes Füllhorn an Unglaublichkeiten über uns aus, wenn er - wie vergangenen Montag Vormittag - zum Vorsingen für das Eurofest in sein Hauptstadtstudio lädt. Das entwickelt sich immer mehr zum internationalen Gipfeltreffen der Mühseligen und Beladenen: aus 16 Nationen trudelten insgesamt 113 Bewerbungen in Minsk ein. In Persona erschienen zur unsäglich frühen Stunde von 10 Uhr allerdings nur 73 Acts. So fehlte beispielsweise die rumänische Drama Queen Mihai Trăistariu, der sich aus Protest gegen eine nachträglich vergebene Wildcard mit großem Getöse vom heimischen Vorentscheid zurückgezogen hatte…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2019: Wo sind die Katzen?

Zwei­ter Super­sams­tag 2019: Wo sind die Katzen?

Wie in einer der inflationär ausgestrahlten nachmittäglichen Zoo-Sendungen in den dritten Programmen der ARD ging es stellenweise zu beim gestrigen zweiten, ausschließlich aus Semis bestehenden Supersamstag der Eurovisionssaison 2019. So beispielsweise in Lettland, wo das zweite Pusfināls der Supernova stattfand, die bekanntlich keine solche ist ohne den legendären Riga-Biber alias Mārtiņš Kozlovskis, ein Schauspieler und Comedian, der in den vergangenen Jahren, im Kostüm des die Kanäle der lettischen Hauptstadt heimsuchenden Nagers steckend, für skurrile Unterhaltung in den Werbepausen sorgte. Diesmal allerdings nahm er am Wettbewerb teil, unter seinem Musiker-Namen Kozmens und in Begleitung der Band Dziļi Violets (Deep Purple). Ihr Beitrag 'Tautasdziesma'…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Saint­li­ke Behaviour

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Saint­li­ke Behaviour

Nachzuliefern ist noch die Nachschau des ersten Semifinales der rumänischen Selecția Națională (SN), die am vergangenen Sonntag in der 300.000-Einwohner-Stadt Iași (gesprochen: "Jasch"), der einstigen Metropole des Fürstentums Moldau, über die Bühne ging. Elf Acts traten an, doch strenggenommen drehte sich der gesamte Abend nur um eine einzige Teilnehmerin, nämlich um Bella Santiago. Die gebürtige Philippinin, die bereits vergangenes Jahr mit 'Auzi Cum Bate' einen der besten Songs zum rumänischen Vorentscheid beisteuerte und im Herbst des gleichen Jahres in der Castingshow X-Factor abräumte, hatte ihren aktuellen Beitrag 'Army of Love' erst nach Ablauf der Deadline bei TVR eingereicht, aber vom Sender eine…
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Inter­pre­ten­kür 2019: blaue Pan­das im Sandsturm

Inter­pre­ten­kür 2019: blaue Pan­das im Sandsturm

Es etabliert sich mittlerweile als dennoch extrem ärgerlicher Standard, den immer mehr Eurovisionsnationen in der Hoffnung auf doppelte Aufmerksamkeit für sich nutzen: die getrennte Akklamation von Interpret/in und Lied. Gleich zwei Länder gaben heute bekannt, wer für sie in Tel Aviv antritt, und den größeren Coup landete zweifelsfrei Finnland. Der Sender YLE nominierte nämlich den DJ und EDM-Produzenten Ville Virtanen. Kennen Sie nicht? Kennen Sie doch: unter seinem Künstlernamen Darude landete er 1999 mit seiner ersten Single 'Sandstorm' einen europaweiten Top-Hit und erreichte sogar die unteren Ränge der US-Charts. Auch ein paar Nachfolgetitel konnte der mittlerweile 43jährige noch in den Verkaufslisten…
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Tsche­chi­scher Vor­ent­scheid 2019: Ich fra­ge für einen Freund

Tsche­chi­scher Vor­ent­scheid 2019: Ich fra­ge für einen Freund

'Friend of a Friend' heißt er, der Beitrag Tschechiens zum Eurovision Song Contest 2019. So das heute Mittag veröffentlichte Ergebnis des dortigen Online-Verfahrens. Acht Beiträge standen auf dem Youtube-Kanal des Senders ČT zur Auswahl, neben dem knapp einen Monat geöffneten Internetvoting durften zehn ehemalige Eurovisionsteilnehmer/innen über die Lieder abstimmen. Fünf von ihnen gaben dem Song des Trios Lake Malawi ihre Douze Points und verhalfen der nach einem See in Ostafrika benannten Band damit zum Gesamtsieg. Und warum auch nicht: 'Friend of a Friend' klingt, wie schon der letztjährige Beitrag des Landes, als könnte es auch im realen Popleben existieren, und…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fallen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fallen

Neben dem Finale der französischen Vorentscheidung Destination Eurovision wählten gestern Abend auch die Malteser/innen ihre Repräsentantin für Tel Aviv aus. Das notorisch grand-prix-begeisterte Eiland bediente sich in diesem Jahr erstmalig des britischen Castingshow-Formates X-Factor, das sich für den Sender TVM als Einschaltquotenerfolg herausstellte, aber auch für Kontroversen sorgte: vergangenen Oktober kritisierte die maltesische Gleichstellungsbeauftragte Helena Dalli die Show und den Sendert öffentlich, weil ein Vorrundenteilnehmer dort unwidersprochen Werbung für die ethisch verwerfliche, wissenschaftlich widerlegte und seit 2016 auf der Insel illegale Konversionstherapie machen durfte, die ihn von seiner "sündhaften" Homosexualität "geheilt" habe. "Junge Menschen, die schwul sind, brauchen weder Vergebung noch…
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