2021

Alles steht im Zei­chen der Seu­che im welt­wei­ten Kri­sen­jahr 2021. Nach der coro­nabe­ding­ten Absa­ge 2020 soll es im Mai 2021 immer­hin wie­der einen ESC geben. Ein Teil der bereits für 2020 aus­ge­wähl­ten Teilnehmer:innen tritt erneut an, dar­un­ter gleich meh­re­re Favoriten.

Geld stinkt nicht: Kir­ko­rov-Kor­rup­ti­on bleibt ohne Konsequenzen

Geld stinkt nicht: Kir­ko­rov-Kor­rup­ti­on bleibt ohne Konsequenzen

Die EBU sieht anscheinend keine Notwendigkeit, das mehr als fischige Ergebnis des moldawischen Eurovisionsbeitrags 'Sugar' im zweiten Semifinale zu untersuchen, wie Eurovoix heute meldete. Für die bettelarme Balkannation ging in diesem Jahr bekanntlich die vom Sender TRM intern nominierte Sängerin Natalia Gordienco an den Start, nach dem diese bereits 2020 den hochklassig besetzten nationalen Vorentscheid O Melodie pentru Europa mit einer sterbensöden Ballade aus der Produktionswerkstatt des bulgarisch-russischen Grand-Prix-Komponisten Phillip Kirkorov gewinnen konnte. Auch dies geschah bereits unter merkwürdigen Umständen, konnte das gräusliche 'Prison' damals im heimischen Televoting mit etwas über 3.000 Anrufen knapp doppelt so viele Calls erzielen wie…
Weiterlesen
ESC-Fina­le 2021: Fünf ist Trümpf

ESC-Fina­le 2021: Fünf ist Trümpf

Für alles trägt Natalia Gordienco die Verantwortung. 2006, als die moldawische Sängerin mit ukrainischen Wurzeln das erste Mal am Eurovision Song Contest teilnahm, damals gemeinsam mit dem Ex-O-Zone-Mitglied Arsenium, gewannen, die Älteren erinnern sich vielleicht noch, die gestern als Stargäste im Pausenprogramm performenden Monsterrocker Lordi den europäischen Wettbewerb und erschütterten damit die Grundfesten des ehemaligen Chansonfestivals. Inklusive der bis dahin als unabänderlich geltenden Gewissheiten, dass für Hardrock kein Platz sei beim jährlichen Schlagerwettstreit und dass die Finnen nie gewinnen. Dieses Jahr ging Frau Gordienko erneut an den Start (über die unrühmliche Rolle ihres künstlerischen Strippenziehers Phillip Kirkorov bei mutmaßlichen Ergebnismanipulationen…
Weiterlesen
Zwei­tes Semi­fi­na­le 2021: When you know the Lips to sync

Zwei­tes Semi­fi­na­le 2021: When you know the Lips to sync

Wenn wir aus der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde für den Eurovision Song Contest 2021 eine einzige zentrale Erkenntnis ableiten können, dann die, was für eine von Anfang an hirnrissige Idee der EBU es doch war, erstmalig in der Grand-Prix-Geschichte das Teilplayback zuzulassen, also Chorstimmen vom Band. Vonseiten der Schweden, die das beim Melodifestivalen schon seit geraumer Zeit praktizieren, seit Jahren beharrlich gepusht, musste nun Corona und die Möglichkeit für die Delegationen, die Anzahl der Personen auf der Bühne und damit das Ansteckungsrisiko zu verringern, als langersehnte Ausrede herhalten, diesen Unfug "probeweise" auch beim europäischen Wettbewerb durchzusetzen. Gerade am gestrigen, musikalisch im…
Weiterlesen
Ers­tes Semi­fi­na­le 2021: Wir sind gekom­men, uns zu beschweren

Ers­tes Semi­fi­na­le 2021: Wir sind gekom­men, uns zu beschweren

"Was hat mir das gefehlt!" war gestern Abend einer der meistgelesenen Sätze auf Twitter unter dem Hashtag #Eurovision, neben "Toll, dass man Peter Urban wieder aufgetaut hat". Nach einem Jahr Zwangspause legte das ausrichtende niederländische Fernsehen am Dienstag mit dem ersten Semifinale eine absolut glänzende Show hin, die alles aufbot, was wir am Eurovision Song Contest so lieben: eine fantastische Bühne, tolle Bildeffekte, super gestaltete Postkarten, ein kleines bisschen herzerwärmende Grand-Prix-Nostalgie mit ehemaligen Gewinner:innen im Rahmenprogramm, ein knallbuntes Starterfeld und sogar - wenn auch seuchenbedingt deutlich reduziert - echtes, live jubelndes Publikum in der Rotterdamer Ahoy-Arena. Wer sich noch an…
Weiterlesen
Social­ly distant Euro­vi­si­on: bloß kei­ne alten Laborratten!

Social­ly distant Euro­vi­si­on: bloß kei­ne alten Laborratten!

Wie Eurofire gestern vermeldete, werden die über Siebzigjährigen von der geplanten Coronaparty in Rotterdam ausgeschlossen: nachdem die EBU weiterhin daran festhält, den diesjährigen Eurovision Song Contest vor einer auf 3.500 Personen reduzierten Zuschauermenge stattfinden zu lassen, erhielten Grand-Prix-Fans oberhalb dieser Altersgrenze, die für 2020 bereits Tickets erworben hatten, die Mitteilung, dass sie leider draußen bleiben müssen. Jüngere Vorjahres-Karteninhaber:innen dürfen sich hingegen weiterhin um eine Eintrittskarte für die Ahoy-Arena bewerben und sich damit freiwillig als Testkaninchen für die mit Genehmigung der niederländischen Regierung als "Feldlabor" euphemisierte Testanordnung zur Verfügung stellen, wie viele Menschen sich bei einem solchen Superspreader-Event in einer geschlossenen…
Weiterlesen
Songs für Rot­ter­dam 2021: Mut­ter, die Frau mit dem Koks ist da

Songs für Rot­ter­dam 2021: Mut­ter, die Frau mit dem Koks ist da

Fast sechs Wochen liegen nun seit dem letztem Eintrag auf diesem Blog zurück, und so möchte ich mich zunächst einmal bei allen meinen Leser:innen für die lange Funkstille entschuldigen und vor allem dafür, nicht auf die besorgten Nachfragen (die ich erst jetzt las, sorry!) reagiert zu haben. Zunächst einmal: es geht mir soweit gut, bislang hat mich das Virus noch nicht erwischt. Allerdings: mental ging die uns wohl alle zunehmend belastende Situation des halbherzigen und damit ineffektiven Endlos-"Lockdown"s und des katastrophalen Staatsversagens im Umgang mit dieser Pandemie nicht spurlos an mir vorüber. Und so konnte die ohnehin jedes Jahr drohende…
Weiterlesen
Island 2021: Keeps get­ting better

Island 2021: Keeps get­ting better

Uff, was fällt mir gerade ein zentnerschwerer Stein vom Herzen! Seit der Direktnominierung meines isländischen Lieblingspopstars, letztjährigen Siegers des Söngvakeppnin und heißen Favoriten auf den Eurovisionssieg 2020, Daði Freyr, für 2021 verfolgte mich die Angst, dass mir sein neuer Beitrag weniger gut gefallen könnte als sein damaliger Geniestreich 'Think about Things'. Heute Abend stellte der Sender RÚV den Nachfolgetitel '10 Years' zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt der gesamten Vorentscheidungssaison vor, nämlich parallel zum Finale des schwedischen Melodifestivalen. Was meinen hysterischen Verdacht nährte, RÚV wolle den Beitrag womöglich absichtlich verstecken. Die Videopremiere begann sogleich mit einer Schrecksekunde in Form eines Rudels schwelgerischen…
Weiterlesen
Melo­di­fes­ti­va­len 2021: Schwe­den schickt die Tusse!

Melo­di­fes­ti­va­len 2021: Schwe­den schickt die Tusse!

Zwanzig Jahre lang leitete Christer Björkman das Melodifestivalen und machte in dieser Zeit aus dem schwedischen Auswahlverfahren eine Versuchsküche für das internationale Eurovisionsfinale sowie das sowohl innerhalb als außerhalb des Landes meistbeachtete Event der Vorentscheidungssaison. Und das, obwohl die dort präsentierten Beiträge gerade in den letzten Jahren diesen Status nicht immer rechtfertigten. Heute gab er seine Abschiedsvorstellung in dieser Rolle und führte gemeinsam mit dem weiterhin einfach unglaublich attraktiven Måns Zelmerlöw durch den wie immer unterhaltsamen Abend. Überschattet von dem absolut unverzeihlichen Verlust der beiden herrlichen steinalten Schlagerschachteln Ewa Roos und Eva Rydberg in der Andra Chansen am vergangenen Samstag,…
Weiterlesen
Lett­land 2021: Besuch von Tan­te Tīna

Lett­land 2021: Besuch von Tan­te Tīna

So naheliegend und gerecht sie auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mochte: die Idee, die 2020 bereits ausgewählten Interpret:innen für den dann seuchenbedingt gecancelten Eurovision Song Contest dieses Jahr einfach noch mal zu nominieren, sie war keine gute. Für Lettland präsentiert uns Samanta Tīna, die dort vor Jahresfrist nach gefühlt 700 Vorentscheidungsteilnahmen mit 'Still breathing' endlich die Supernova gewann und diesmal direkt ran durfte, die feministische Hymne 'The Moon is rising'. In dem natürlich von Aminata Savadogo mitkomponierten, aggressiven Elektro-Banger schreit uns die gebürtige Litauerin mit der Lautstärke einer amerikanischen Touristin im bayerischen Brezelladen ins Gesicht, dass sie die "Königin…
Weiterlesen
Polen 2021: Are you taking the PiS?

Polen 2021: Are you taking the PiS?

Der frühere Wrestler, Sänger und TV-Moderator Rafał Brzozowski wird Polen beim Eurovision Song Contest 2021 mit dem Titel 'The Ride' vertreten. Das gab der Sender TVP heute Morgen bekannt. Der 39jährige ist ausgebildeter Sportlehrer, aufgrund einer Wirbelsäulenverletzung musste er seine Karriere als Wrestler beenden. Er moderiert mehrere Shows im polnischen Fernsehen, beim Junior-ESC 2020 fungierte er als einer der Gastgeber. 2017 nahm er mit der musikalisch erbärmlichen und textlich umstrittenen Ballade 'Sky over Europe' an der Krajowe Eliminacje teil, wo er Zweiter wurde. Sein aktueller, aus schwedischer Fließbandfertigung stammender Beitrag geht in die entgegengesetzte, uptemporäre Richtung und kommt im gefälligen…
Weiterlesen
Songs für Rot­ter­dam 2021: nach der Uptem­po-Ebbe folgt die Balladenflut

Songs für Rot­ter­dam 2021: nach der Uptem­po-Ebbe folgt die Balladenflut

Es ist wieder diese Zeit des Jahres: im halben Dutzend veröffentlichen die Länder mit bereits intern ausgewählten bzw. vom Vorjahr übrig gebliebenen Interpret:innen gerade ihre Lieder für Rotterdam. Blinzelt man nur ein einziges Mal, kommt man nicht mehr hinterher. Daher hier am Stück die in den letzten Tagen aufgelaufenen Songs. Der erste im Reigen soll der Nordmazedonier Vasil Garvanliev sein. Der bereits für 2020 gesetzte, in den USA aufgewachsene Künstler nahm die Inspiration für seinen selbstgeschriebenen aktuellen Beitrag 'Here I stand' direkt aus der Corona-Krise und der daraus erfolgten Absage des Song Contests im letzten Jahr, wie er uns selbst…
Weiterlesen
Bela­rus 2021: I’ll teach the World

Bela­rus 2021: I’ll teach the World

Wie die Titelmusik zur weißrussischen Version der Sendung mit Maus, so klingt der heute vorgestellte belarussische Eurovisionsbeitrag 2021. Das offizielle Video zeigt einen Haufen mittelalter weißer Männer und eine einsame jüngere Schellenkranz-Schüttlerin, die in einem nachgebauten Wohnzimmer auf dem Sofa sitzen und eine handgeklampfte, hauptsächlich aus dem Refrain bestehende Lagerfeuerhymne intonieren. In Landessprache, und eurovision.de zufolge übersetzt sich der Songtitel 'Ya nauchu tebya' mit 'Ich bringe dir bei', was zur Kinderliedhaftigkeit der Musik passt. Soweit auf den ersten Blick alles harmlos. Intern bestimmte der Staatssender BTRC die "aus Musikern und Komikern" bestehende Band Galasy ZMesta; die für ihre notorischen "Spasiba"-Auditionen…
Weiterlesen
Dansk Melo­di Grand Prix 2021: Wie du mich, so ich dich

Dansk Melo­di Grand Prix 2021: Wie du mich, so ich dich

Noch nachzuliefern gilt es das Ergebnis des dänischen Grand-Prix-Vorentscheids DMGP vom vergangenen Supersamstag. Dort kam es im Vorfeld zu unschönen öffentlichen Auseinandersetzungen um die erneute Teilnahme der Vorjahressieger:innen Ben & Tan. Die verzichteten nach der Entscheidung des Senders Dansk Radio, die Beiden nicht direkt zu nominieren, sondern in diesem Jahr wieder einen offenen Melodi Grand Prix abzuhalten, zunächst von sich aus auf eine erneute Teilnahme, revidierten diese Entscheidung jedoch später, als sie mit ihrer Nachfolgesingle beim schwedischen Melodifestivalen abgeblitzt waren. Nun wollte sie jedoch auch ihr Heimatsender nicht mehr, und führt man sich das Ergebnis des Eesti Laul 2021 vor…
Weiterlesen
Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2021: Isn’t it ironic?

Rus­si­scher Vor­ent­scheid 2021: Isn’t it ironic?

'Russkaja Zhenshhina' ('Russische Frauen') heißt der passend am und zum Internationalen Tag der Frau ausgewählte Song, mit dem die Föderation in Rotterdam ins Rennen geht. Vorangegangen war, wie für das Land üblich, mal wieder eine lange Phase des Schweigens und der Spekulationen, vor allem um die Frage, ob die aktuell wohl bekannteste russische Band der Welt, die letztes Jahr intern bestimmten Little Big, nochmal geschickt würden oder nicht. Selbst bis knapp vor Sendebeginn der sehr kurzfristig am heutigen Abend ins Programm des Ersten Kanals eingeschobenen Nationalen Vorentscheidung ließ der Sender die begierig wartende internationale Fangemeinde im Unklaren, ob das Quartett,…
Weiterlesen
Eesti Laul 2021: Der dop­pel­te Koit

Eesti Laul 2021: Der dop­pel­te Koit

Warum es vielleicht nicht die beste Idee ist, im Jahr 1 nach dem seuchenbedingt ausgefallenen Eurovision Song Contest zwar eine pro forma offene nationale Vorentscheidung zu veranstalten, dazu aber auch den Vorjahressieger einzuladen, belegt das (erwartbare) Ergebnis der Eesti Laul-Finales vom vergangenen Samstag. Der schon 2020 aus unerfindlichen Gründen vom heimischen Publikum ausgewählte schleimige Schönling Uku Suviste setzte sich nämlich auch dieses Mal in beiden Abstimmungsrunden des estnischen Auswahlverfahrens durch und kann sich nun zu Recht 'The lucky One' nennen. Dabei gab sich die neunköpfige internationale Jury extra Mühe und verfrachtete ihn auf den achten Platz in ihrem Ranking. Dank…
Weiterlesen
San Mari­no 2021: Nimm das, Samira!

San Mari­no 2021: Nimm das, Samira!

Na, jetzt haut der Winzstaat aber auf die Kacke! Wohl immer noch angesäuert, dass man sich letztes Jahr den wunderbar trashigen Nuttenpop-Banger 'Cleopatrrrrra' von Aserbaidschan wegkaufen lassen musste, baute das Team San Marino diesmal vor: 'Adrrrrrenalina', der heute veröffentlichte Beitrag der bereits letztes Jahr intern bestimmten und auch für 2021 erneut gesetzten Senhit, klingt nicht nur wie ein Eins-zu-Eins-Nachbau eben jenes Songs, sondern bietet bereits im Titel die von unserer rührigen Discoqueen fleißig genutzte Möglichkeit, das R ebenso schön hart zu rollen wie ihre Konkurrentin aus dem Land des Feuers. Um für die Publicity noch eins draufzusetzen, kaufte man sogar…
Weiterlesen
Fes­ti­val da Can­ção 2021: May­be not tonight

Fes­ti­val da Can­ção 2021: May­be not tonight

Mit einem Dissens zwischen Jury und Zuschauer:innen endete gestern Nacht mal wieder das traditionsreiche portugiesische Festival da Canção. Während die Televoter:innen mit Neevs 'Dancing in the Stars' eine so augenfällige wie musikalisch schwächliche Eins-zu-Eins-Kopie von Duncan Laurences Klavierballade 'Arcade' nach Rotterdam entsenden wollten, wohl in der stillen Hoffnung, Europa glauben machen zu können, 2021 sei noch 2019 und es werde schon niemandem auffallen, optierten die regionalen Jurys für die Castingshowteilnehmerin Carolina Deslandes und ihre so todtraurige wie triste Ballade einer vor dem (imaginären) Altar stehengelassenen Frau, 'Por um Triz' ('Beinahe'). Die in schwarzweiß gefilmte und passend zum Thema ihres Liedes…
Weiterlesen
San-Remo-Fes­ti­val 2021: Anders als sie

San-Remo-Fes­ti­val 2021: Anders als sie

Fünf lange Abende hintereinander immer wieder dieselben Canzoni, jedes Mal bis tief in die Nacht hinein, spektakuläre Abendrobe und Auftritte, stundenlange Comedy- und Talkshoweinlagen, adorable alte Diven und hinreißend schöne junge Rapper, gefühlt zehntausend Werbeunterbrechungen und ein absolut bizarres Wertungsverfahren: man muss das San-Remo-Festival wirklich von der ersten bis zur letzten Sekunde lang genießen, um es in all seiner absolut maßlosen, glamourösen, schrecklichen Schönheit richtig wertschätzen zu können! Was auch für die 26 Wettbewerbsbeiträge gilt: spätestens am Finalabend, bei der dritten Wiederholung, hatte man sie sich alle schöngehört und spielte es schon fast keine Rolle mehr, wer nun das traditionsreiche…
Weiterlesen
Aus­tra­li­en 2021: Every­thing is frustrating

Aus­tra­li­en 2021: Every­thing is frustrating

Zum Kreis der letztjährigen Vorentscheidungsgewinner:innen, die vom Sender als Entschädigung für den ausgefallenen Eurovision Song Contest für 2021 fix gesetzt wurden, zählt auch die Australierin Montaigne. Die präsentierte ihr neues Lied für Rotterdam nun gestern Abend (heute Früh nach deutscher Zeit) beim Mardi Gras, dem CSD Sydneys, erstmalig live. Das Positive: sie ließ die schlimme Clownsschminke und das Kragenechsen-Kostüme von Australia Decides 2020 weg und präsentierte sich mit raspelkurzen roten Haaren und flankiert von zwei Synchrontänzerinnen optisch schon mal deutlich ansprechender. Das Negative: in den höheren Stimmlagen ihres nach vorne gehenden Elektro-Pop-Songs 'Technicolour' überschritt sie, anders als in der Studiofassung,…
Weiterlesen
Ser­bi­en 2021: Du willst es doch auch

Ser­bi­en 2021: Du willst es doch auch

Letztes Jahr gewannen sie mit dem herrlich trashigen 'Hasta la Vista' den heimischen Vorentscheid Beovizija: die drei Grazien Ksenija Knežević, Ivana Nikolić und Sanja Vučić, bekannt als Girlgroup Hurricane. Wie in vielen anderen Nationen setzte auch der serbische Sender RTS sie nach dem Ausfall des Eurovision Song Contest 2020 fix für 2021. Heute droppten die drei Powergirls den Nachfolgetitel 'Loco Loco': wie es sich gehört, natürlich erneut ein brutal bollernder Uptempoknaller, von den Damen mit der ihnen eigenen Attitüde in Badewannen voller Discokugeln serviert. Ob sie die auch in Rotterdam mit auf die Bühne nehmen werden? Den in Serbisch gehaltenen…
Weiterlesen
Mol­da­wi­en 2021: Men­schen­fres­ser­men­schen gibt’s nicht erst seit 33

Mol­da­wi­en 2021: Men­schen­fres­ser­men­schen gibt’s nicht erst seit 33

Vor langen Jahren gab es mal die nicht ganz ernst gemeinte Forderung von Eurovisionsfans, man möge Ralph Siegel eine eigene Landesflagge zuordnen, weil er Beiträge für so viele verschiedene Nationen schrieb. Mittlerweile könnte man überlegen, diese Idee auf Phillip Kirkorov auszudehnen, den in Bulgarien gebürtigen Grand-Prix-Serienkomponisten, der sich in letzter Zeit vor allem auf Moldawien eingeschossen hat. Dort korrumpierte er zuletzt 2020 die nationale Vorentscheidung, um die von ihm protegierte Natalia Giordenco und ihr furchtbares 'Prison' (oder "Briiieeson", wie Natalie es hartnäckig aussprach) durchzudrücken. Dieses Jahr strich der Sender TVM von vorne herein die Segel und gewährte den Beiden freie…
Weiterlesen
Nie­der­lan­de 2021: You don’t want Broccoli

Nie­der­lan­de 2021: You don’t want Broccoli

Gut gemeint ist er nun wirklich, der heute vorgestellte Eurovisionsbeitrag der niederländischen Grand-Prix-Gastgeber im Jahr 2 der Seuche. Der bereits für 2020 intern ausgewählte Jeangu Macrooy will den Ausgelaugten und Erschöpften - also uns allen - mit 'Birth of a new Age' wieder Mut zusprechen und unsere Widerstandskraft im Kampf gegen unfähige und wirtschaftshörige Politiker:innen stärken, die gerade gegen jede Vernunft unsere Zukunft verkaufen. Der aus der ehemaligen holländischen Kolonie Suriname stammende Sänger bedient sich dabei auch seiner Heimatsprache Sranantongo, in welcher der prominent platzierte und von einem Gospelchor skandierte Schlachtruf 'Yo no broko me' ('Du zerbrichst mich nicht') gehalten…
Weiterlesen
Rumä­ni­en 2021: Teu­fels­dro­ge Alkohol

Rumä­ni­en 2021: Teu­fels­dro­ge Alkohol

Kann mal bitte dringend jemand nach Roxen schauen? So langsam mache ich mir ernsthaft Sorgen um die rumänische Grand-Prix-Vertreterin. Bereits letztes Jahr berichtete die intern nominierte Sängerin in 'Alcohol you' von ihren Trink-Exzessen, und mittlerweile scheinen die Folgen nicht mehr länger ignorierbar. Denn nicht nur, dass sie zwischenzeitlich unter einer 'Amnesia' leidet, wie sie uns im heute veröffentlichten Beitrag für den Eurovision Song Contest 2021 gesteht: der ständige Substanzmissbrauch scheint auch ihr Sprachzentrum in Mitleidenschaft gezogen zu haben. Nicht ein einziges Wort ist von ihrem Gelalle zu verstehen, und das hat neben ihrer extrem verwaschenen Aussprache auch mit dem Einsatz…
Weiterlesen
Bel­gi­en 2021: Am fal­schen Ort?

Bel­gi­en 2021: Am fal­schen Ort?

Vier Nationen mit bereits seit letztem Jahr feststehenden Künstler:innen veröffentlichen am heutigen Super-Donnerstag ihre Beiträge zum Eurovision Song Contest 2021. Den Anfang machte heute Morgen die belgische Band Hooverphonic. Die verlor bekanntlich Ende letzten Jahres ihre den Altersschnitt des Trios deutlich nach unten drückende Frontfrau Luka Cruysberghs und holte daraufhin ihre ehemalige Sängerin Geike Arnaert zurück. Die jammert sich nun durch das Musikvideo zu 'The wrong Place', dem Lied zum verkaterten Morgen danach. Denn sie gabelte gestern den falschen Typen auf und bedauert nun bei seinem Anblick ihren Irrtum mit jeder einzelnen Faser ihres Seins. Eine Geschichte, die wohl ein:e…
Weiterlesen
Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Zypern 2021: Der Teu­fel hat’s Sham­poo gemacht

Noch nachzuliefern ist die Besprechung des diesjährigen zyprischen Beitrags 'El Diablo' der griechischen Sängerin Elena Tsagrinou. Der wurde vonseiten der verantwortlichen hellenischen Plattenfirma Panik Records zwar bereits Mitte vergangene Woche mit großem Tamtam veröffentlicht, das dazugehörige, mit Werbung für ein Schuppenshampoo vollgestopfte Youtube-Video aber erst gestern für die Allgemeinheit freigeschaltet. Was mich dermaßen anpisst, dass ich die als kompositorisches Gemeinschaftswerk unter Mitwirkung des The-Voice-of-Germany-Stars Oxa vermutlich in einem der zahlreichen Songwritingcamps für den deutschen Vorentscheid 2021 entstandene Nummer ganz bewusst mit Nichtachtung strafte. Anders übrigens als eine Handvoll erzkonservativ-religiös Verblödeter, die sich über die angeblich "satanischen Verse" echauffierten und in…
Weiterlesen