Isra­el 2008: Diva!

Isra­el 2008: Diva!

Nachdem Israel schon traditionell als allererstes Land bereits Mitte November Boaz Mauda, den aktuellen Gewinner von Israel sucht den Superstar, als seinen Vertreter für Belgrad bekannt gab, ließ man sich mit dem Song Zeit. Viel Zeit. Nun haben's die Israelis geschafft: unter fünf Titeln, allesamt mehr oder minder dröge Balladen, wählte das Publikum den von Dana International (IL 1998) mitkomponierten Beitrag 'Ke'ilo kan' aus. Wer nun einen flotten Discoschlager erwartet, sieht sich getäuscht: bei 'Ke'ilo kan' handelt es sich um eine sanft einschläfernde Ballade, von einem Castingshow-Sternchen mit der Bühnenausstrahlung eines Holzklotzes vorgetragen. Schließt man die Augen, würde man zudem eher…
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Söng­va­kepp­nin 2008: All the Joy it brings

Söng­va­kepp­nin 2008: All the Joy it brings

Ausgerechnet am gestrigen Supersamstag ging dann auch, entgegen aller Erwartungen, die im Frühsommer 1647 gestartete isländische Vorentscheidung nach ungefähr 7 Millionen Vorrunden, Playoffs, Zweite-Chance-Runden und Semifinals zuende. Der Aufwand lohnte sich: mit dem mehr als camptastischen 'Fullkomið líf' gewann mein neuer offizieller Lieblingsbeitrag 2008. In Belgrad wird er aller Voraussicht nach in der von Paul Oscar (1997) getexteten englischen Fassung als 'This is my Life' zu hören sein. Ich höre da immer "Füttere mich"- aber gerne, Fridrik! Alles, aber auch alles an dieser Nummer ist fantastisch: die Euroband (isländisch: Eurobandið) besteht aus Eurovisionsenthusiasten, die einzeln bereits mehrfach an isländischen Vorentscheidungen oder…
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Sel­ecția Națio­nală 2008: Ewig ist die Magie des Herzens

Sel­ecția Națio­nală 2008: Ewig ist die Magie des Herzens

Es sind zwei recht unterschiedliche, aber durchaus prägende Musikstile, mit denen Rumänien die Grand-Prix-Szene bislang bereicherte: melodiöses, kompetent gesungenes Vocal House ('Torneró', 'Let me try'), mit dem man Belgien erfolgreich den Rang ablaufen konnte - und verkitschtes, stimmstark vorgetragenes Muscial-Gesülze ('Tell me why'). Zur letzteren Sorte zählt der aktuelle Beitrag 'Pe o Margine de Lume', der nicht nur vom Titel her an eine Margarinereklame erinnert. https://www.youtube.com/watch?v=w0DcHHZb1mY Würd ich nicht vom Badelaken schubsen: Vlad Vorgetragen wird der Breitwandschmachtfetzen von einer Nico und dem 27jährigen ausgebildeten Opernsänger Vlad Miriţă, der an der Bukarester Staatsoper unter anderem bereits den Ismael in 'Nabucco' gab.…
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Skop­je­fest 2008: Geschwisterliebe

Skop­je­fest 2008: Geschwisterliebe

Und auch die mazedonische Entscheidung gilt es noch nachzureichen. In Skopje schaffte es der Albaner Adrian Gaxha, der schon mehrfach als Wunschkandidat für sein Heimatland im Gespräch war, dort aber nicht an der Vorentscheidung teilnahm. Bei Vrčak, dem Zweiten im Bunde, handelt es sich entgegen meiner ersten Vermutung nicht um seinen Bruder: der Mann heißt bürgerlich Rade Vrčakovski und stammt aus Mazedonien. In welcher Beziehung die Beiden wiederum zu Tamara Todevska stehen, ist mir nicht bekannt - sicher ist nur, dass es sich bei ihrem Song um das dissonanteste Gekreische handelt, das Osteuropa jemals hervorbrachte. Welches auch dadurch nicht besser wird,…
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Dora 2008: Bei Onkel Pö spielt ’ne Rentnerband

Dora 2008: Bei Onkel Pö spielt ’ne Rentnerband

Gegen diese Nummer sehen die Novelty-Acts aus Irland und Lettland ziemlich alt aus: Kroatien schickt einen 75jährigen Rapper, der sein Liebesleben per Internet wieder in Schwung bringt. Im dritten Anlauf (in den beiden Vorjahren scheiterten die seinerzeit bereits teilnehmenden Publikumslieblinge, die im Televoting stets führten, immer wieder an der korrupten, voreingenommenen, undemokratischen Jury) gewann die Volksfest-Kapelle Kraljevi Ulice - dank der Unterstützung des rüstigen Alten - nun heute die DORA. Allerdings werden Kraljevi Ulice trotz dieses Siegs in Belgrad wohl eher Staffage bleiben - so wie einst die moldawischen Grungerocker Zdob si Zdub, denen die als Gimmick gedachte trommelnde Großmutter ebenfalls…
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Pio­sen­ka dla Euro­py 2008: Brüh im Lichte

Pio­sen­ka dla Euro­py 2008: Brüh im Lichte

Polen will es ganz offensichtlich erst gar nicht ins Eurovisionsfinale schaffen: in der heutigen Vorentscheidung setzte sich unter elf Kandidaten der blasse Sarah-Connor-Verschnitt Isis Gee mit der opulenten, selbst geschriebenen, sterbenslangweiligen Ballade 'For Life' durch - mit haushohem Vorsprung. Die in den USA aufgewachsene Sängerin erhielt doppelt so viel Punkte wie der schwedische Männerakt Man Meadow, der mit dem trashig-schönen G:son-Schlager 'Viva la Musica' nur auf dem dritten Rang landete. Chance verschenkt. Jodelschnepfe oder Winselstute? Entscheiden Sie, liebe Leser Die polnische Vorentscheidung scheint sich bei schwedischen Künstlern hoher Beliebtheit zu erfreuen - auf Gegenliebe stoßen die beim Publikum jedoch offensichtlich…
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Bul­ga­ri­en 2008: Last Night a <span class="caps">DJ</span> saved my Life

Bul­ga­ri­en 2008: Last Night a DJ saved my Life

Bulgarien ist das neue Rumänien: in der heutigen Vorentscheidung gewann das Technokollektiv Deep Zone um Haaresbreite mit 15,37% zu 15,17% vor dem Zweitplatzierten. Das Quintett besteht unter anderem aus dem supersexy ukrainischen Green-Jolly-Bärchen (2005, hier hinter den Turntables), Heinz Rudolf Kunze (DVE 2007) an der Gitarre, einem skurrilen "Rapper" und einer Transe im Tüllkleid (vermutlich Balthazar?), die mit ihrem Hut Erinnerungen an Haizee Fantayzee wach werden lässt. Ihr Beitrag 'DJ, take me away' ist feinstes, funkiges Elektrohouse, aufgelockert mit sanften Reggae-Vibes. Eine durchweg fantastische Nummer! Als optisches Gimmick beim Liveauftritt dient eine lustige Laserlichtorgel. Hübsch - auch wenn mir es völlig ausreicht,…
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Ukrai­ne 2008: Ladys­ha­ver at Shady Pines

Ukrai­ne 2008: Ladys­ha­ver at Shady Pines

Philip Kirkorov (die russische Gruseltranse von 1997) hat seinen nächsten Eurovisionsbeitrag unter: die vom ukrainischen Sender direkt nominierte Ani Lorak bringt in Belgrad seinen C.C.Catch-Gedächtniskracher 'Shady Lady' zu Gehör. Unter fünf Liedvorschlägen vereinte der lustige Disco-Heuler heute die meisten Stimmen auf sich. Ani war schon 2004 und 2005 kurz davor, wurde aber jeweils von Ruslana und Greenjolly (mit der Hymne der Orangenen Revolution) geschlagen. Diesmal musste sie sich erst gar keiner Konkurrenz stellen. Die 29jährige Nelly-Furtado-Doppelgängerin ist einer der größten Stars des Landes. Ani wurde als Carolina Myroslavivna Kuiek geboren. Der Legende nach stand für sie bereits mit vier Jahren fest,…
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Nor­we­gen 2008: Maria in the Middle

Nor­we­gen 2008: Maria in the Middle

Nachzuliefern ist auch noch das Ergebnis des norwegischen Melodi Grand Prix vom vergangenen Wochenende. Obschon ich jedes Interesse daran verlor, nachdem die Norweger mit Lene Alexandra schon vor Wochen die einzige auch nur entfernt unterhaltsame Teilnehmerin rauswählten. Maria Haukaas Storeng, die Siegerin, fügt sich nahtlos ein in die Armee der perfekt durchschnittlichen, perfekt langweiligen Castingshowtussen. Ihr Song 'Hold on, be strong' klingt wie etwas, das Mariah Carey in ihren schwächeren Momenten als Füllstoff für ein neues Album verwendet hätte. Bügelmusik eben. Uuuh (uuuh)! Die Hautkäs-Streng aus Norwegen Obschon, wenn ich mir im Nachhinein Lene Alexandras MGP-Auftritt anschaue, wundert mich ihr…
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O Melo­die pen­tru Euro­pa 2008: Der <span class="caps">NDR</span> spielt Tanzmusik

O Melo­die pen­tru Euro­pa 2008: Der NDR spielt Tanzmusik

In Moldawien setzte sich am letzten Samstag Geta Burlacu mit den Stimmen der Jury durch. Ihr 'A Century of Love' kommt im jazzigen Kaffeehaus-Stil daher, allerdings in seiner unerträglichsten Ausprägung: struktur- und leidenschaftslos vor sich hin plätschernd, gewissermaßen die musikalische Entsprechung eines koffein- und fettfreien Soja-Latte. Von gestern. Sogar Getas Begleitmusiker scheinen sich auf der Bühne tödlich zu langweilen - da geht es ihnen nicht besser als dem Publikum. Geta selbst scheint Sade Adu als Vorbild zu haben - jedenfalls was die Modulation beim Singen angeht (Zitat Thomas Hermanns, zur Melodie von 'Smooth Operator': "Sucht nicht nach Tönen, denn / Ich…
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Tür­kei 2008: Cor­de del­la mia Chitarra

Tür­kei 2008: Cor­de del­la mia Chitarra

Heute stellte das türkische Fernsehen seinen Eurovisionsbeitrag 2008 vor. Die alternative Rockband Mor ve Ötesi stand als türkischer Vertreter bereits seit Dezember fest. Bei ihrem heute präsentierten Song 'Deli' handelt es sich nicht, wie der Titel vermuten lässt, um einen Werbejingle für die Lieblings-Sandwicheria der Jungs - 'Deli' heißt schlichtweg 'Verrückt'. Und das müssen die Türken auch sein, einen so langweiligen Rocksong zum Grand Prix zu schicken. Die Zeiten, da der Eurovision Song Contest als gitarrenbefreite Zone daherkam, liegen ja nun schon etwas zurück - dennoch hatten die rockigen Songs der letzten Jahre meist zumindest einen eingängigen Refrain und / oder…
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Tschechy für – Ungarn 2008

Tschechy für – Ungarn 2008

Alles, was Recht ist - ein Händchen haben sie schon, die Ungarn: für die liedgewordene Langeweile. Nach einem deprimierenden Blues (eine Musikgattung, die mich binnen einer Viertelstunde in den Suizid treibt) letztes Jahr wählten die TV-Zuschauer nun eine schnarchlangweilige Ballade. Csézy, eine Frau mit der Opernballversion des Cyndi-Lauper-Haarschnitts, darf damit in Helsinki das Land der Magyaren garantiert nicht in die Endrunde singen. Auch hier leider: Faszinationsfaktor null 'Szívverés' ist eine verstaubte, getragene Grand-Prix-Ballade, die klingt wie schon tausend mal gehört. Sie gehört zu der Sorte von Songs, bei der man denkt "das Lied kenn ich doch, das gab's doch schon…
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<span class="caps">EMA</span> 2008: Frag nach Samen

EMA 2008: Frag nach Samen

Hiermit beantrage ich die slowenische Staatsbürgerschaft! Im Herzschlag-Superfinale der mit blondierten Möpsemonstern und sensationellen Turboschlagern vollgestopften EMA gewann meine Favoritin Rebeka Dremelj mit dem besten Exemplar des Abends mit knapp 300 Stimmen hauchdünn vor den Zweitplatzierten Skupina Lange - einem ebenfalls großartigen Ziganzauber. Die dralle Brünette darf nun in Belgrad das camptastische 'Vrag naj Vzame' zu Gehör bringen - meinen aktuellen offiziellen Lieblingsbeitrag! Weiß einer, was sie sich da auf die Melone hat tätowieren lassen? Über drei Tage zog sich die slowenische Vorentscheidung hin, im heutigen Finale (das ich erstmals übers Internet mitverfolgte) versammelten sich die zehn besten Vorschläge -…
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Euro­vi­zi­ja 2008: Hin­term Ozean

Euro­vi­zi­ja 2008: Hin­term Ozean

Litauen schickt die männliche Entsprechung zu Carolin Fortenbacher zum Eurovision Song Contest: Jeronimas Milius, im richtigen Leben Sänger einer Metal-Rock-Band, gewann mit dem ranzigen, klaviergesättigten Musicalsong 'Nomads in the Light' soeben die litauische Eurovizija. Er schlug unter anderem Aisté Pilvelytė (1999). Damit bleibt Litauen seiner lieb gewonnenen Tradition treu, ausschließlich grausames Zeugs zum Grand Prix zu senden. Alles an Jeronimas Auftritt ist entsetzlich: der Song, der süßliches Pianogeklimper mit halbgaren Rockgitarren und billigen Synthietönen zu einer klebrigen Melasse verkocht; sein unsauberes, knödelndes Gejaule, das einen klassischen Tenor vortäuschen soll, stattdessen aber klingt, als singe ein Mops, dem man einen Trichter…
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Euro­laul 2008: Du bist mein Sonnenlicht

Euro­laul 2008: Du bist mein Sonnenlicht

Mit sehr deutlichem Vorsprung gewann soeben das estnische Komikerduo Kreisiraadio die Eurolaul. 'Leto svet', ein melodisch auf dem 'Bi-Ba-Butzemann' basierender Song über (wie ich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nur vermuten kann:) den unheilvollen Einfluß starker Sonnenbestrahlung auf die Lieblingsspeisen der beiden mopsgesichtigen älteren Herren(?), besticht unter anderem mit der Einstreuung des Wortes "Sommerlicht". Auf deutsch. Witzig. Mit 52.000 Anrufern deklassierten die mit Tony-Marschall-Gedächtnisfrisuren, Roland-Kaiser-Gedächtnisstiefeletten und in vermutlich absichtlich zu weiten Anzügen antretenden beiden rhythmusbehinderten Herren mit dem interessanten Namen Kreisiraadio (aus irgendeiner Synapsenfehlleistung heraus vermutete ich zunächst "Rundes Radio" als Übersetzung - erst Jahre später ging mir blitzartig auf, dass es…
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Däne­mark 2008: Dänen lügen nicht

Auf eine Kombination aus Roger Cicero (DE 2007, optisch) und Tanel Padar (EE 2001, musikalisch) setzt Dänemark diesmal. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur zwei Stimmen zum einzigen guten Beitrag im Finale des Melodi Grand Prix setzte sich soeben der optisch sehr ansprechende Simon Mathew mit dem schrecklichen Schunkelschlager 'All Night long' durch - vermutlich eine Reminiszenz an die Trinkgewohnheiten der Nordländer, was auch den Sieg dieses extrem einfach strukturierten Lieds erklärt. "Ja, ja, ich bin ein amerikanischer Spion!": Simon erinnert ein wenig an den jungen Horst Buchholz in Billy Wilders großartiger Komödie "Eins, zwei, drei" (mehr …)
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Aser­bai­dschan 2008: Ope­ra, Opera

Aser­bai­dschan 2008: Ope­ra, Opera

Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Kölner CSD-Kostümierung, ausgefeilter Show und absonderlichem interessantem trommelfellzerfetzendem Gekreische will Aserbaidschan bei seiner ersten Grand-Prix-Teilnahme die Trauben ernten. Engelchen Elnur Huseynov (andere Schreibweisen: Husseinow, Guseynov) erhielt am Ende einer spektakulären Vorentscheidung, in der allerdings die Stargäste die Hauptrolle spielten, das Plazet des Zentralkomitees der KPdSU der vielköpfigen Jury für seinen Beitrag 'Day by Day'. Ob er diesen Song auch in Belgrad vorträgt, ist allerdings noch offen: wie in Weißrussland behält man sich auch in einem der korruptesten Länder der Erde vor, den Siegertitel noch auszutauschen. Weder Kosten noch Mühen scheute der Kaukasusstaat für die Vorentscheidung zur…
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Mal­ta­song 2008: Ever­y­whe­re is Bitch Talk

Mal­ta­song 2008: Ever­y­whe­re is Bitch Talk

Bravo Malta! Wer hätte das gedacht? Aus einem nicht gerade schmalen Angebot lustiger Trash-Perlen (und tödlich langweiliger Balladen) tatsächlich die beste herauszupicken, das hätte ich den Insulanern gar nicht zugetraut. Mit dem Drogenverherrlichungslied Spionageschlager 'Vodka', von der quirligen Morena voller Energie vorgetragen, entschieden sich die Malteser für herausragenden Spitzencamp und haben mir für das Erste den Glauben an die Menschheit wiedergegeben. Danke, Malta! Bond, Morena Bond. Scharfe Konkurrenz erwuchs der tollen Morena vor allem in Form von Claudia Faniello. Fabrizios kleine Schwester war ebenso wie die Siegerin mit gleich zwei Songs im Finale vertreten: dem ebenfalls camptastischen 'Caravaggio' und dem…
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Euro­song <span class="caps">CZ</span> 2008: Haupt­sa­che, sau­be­re Unterwäsche

Euro­song CZ 2008: Haupt­sa­che, sau­be­re Unterwäsche

Nix gelernt aus dem Vorjahresdesaster haben die Televoter in der Tschechischen Republik: nach dem man 2007 bei der allerersten Grand-Prix-Teilnahme mit straightem Hardrock auf dem letzten Platz in der Qualifikationsrunde landete, probiert man es in diesem Jahr mit dem klassischen Ostblockrezept: Angelica Agurbash Tereza Kerndlová performt den lauten, aggressiven und äußerst durchschnittlichen Poprocksong 'Have some Fun'. Tja, den hätten wir gehabt, hätte sich das Land für den großartigen Daniel Nekonecný und sein sambatastisches 'Holiday' entschieden. Aber gut - irgendjemand muss ja im Semi scheitern. Don't quit your Daytime Job! Konnte Tschechien die Rote Laterne im Vorjahr wenigstens noch hoch erhobenen…
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Semi­fi­nals 2008: Die Guten ins Töpfchen

Nächsten Montag ab 13:00 Uhr findet die Auslosung der Semifinalisten in Belgrad statt. Dann entscheidet sich, welches der 38 Teilnehmerländer in welcher der zwei Qualifikationsrunden starten darf. Für die Auslosung wurden die Länder in sechs Töpfe vorsortiert, aufgrund ihrer geografischen Lage und ihres Abstimmungsverhaltens seit 2004. Damit will die EBU einem erneuten Fiasko wie in 2007 vorbeugen, als im Semifinale fast alle westeuropäischen Staaten scheiterten. Željko Joksimović ist Stargast der auf eurovision.tv übertragenen Show. Vielleicht die schönste Balkanballade ever: Lane moje (mehr …)
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Euro­fest 2008: Weiß Russland?

Euro­fest 2008: Weiß Russland?

In Osteuropas unterhaltsamster Diktatur Weißrussland bleibt man dem Thema Filmmusik treu: nach Disney-Disco (2005) und James Bond für Arme (2007) entschied sich die Jury in diesem Jahr für den verstoßenen Zwillingsbruder Keanu Reeves und seinen lustigen Schwedenschlager 'Hasta la Vista', ohne jede Frage der perfekte Titelsong für die demnächst zu produzierende Musicalversion des Terminator (um die weibliche Hauptrolle streiten sich dann sicherlich Carola und, ha ha: Sarah Connor). Unter den fünf Finalisten des Eurofest entschied sich erstaunlicherweise auch die Senderjury für Ruslan Alehno, der auch schon das Zuschauervoting gewann. Dabei fällt der 26jährige Zweitplatzierte von Russland sucht den Superstar weder durch…
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Ers­ter Super­sams­tag 2008: Fatal Attraction

Ers­ter Super­sams­tag 2008: Fatal Attraction

Die Zyperngriechen entschieden sich am Samstagabend mit deutlicher Mehrheit für den einzigen griechischsprachigen Song im Finale, der lustigerweise einen französischen Titel trägt: 'Femme Fatal' von Evdokia Kadi. Mit dem frankophilen Songtitel und den ersten beiden Buchstaben im Vornamen der Interpretin enden dann auch schon die Gemeinsamkeiten mit dem Vorjahresbeitrag 'Comme ci, comme ça': Evdokias Song ist von herbem griechischen Charme, so wie Leberflecke oder zusammengewachsene Augenbrauen. Immerhin besticht die Sängerin mit einer guten Show. Die Jury bevorzugte übrigens Marlain Aggelidou (CY 1999), konnte sich aber gegen die breite Mehrheit der Televoter nicht durchsetzen. Der Bühnenhintergrund stammt doch original vom ESC 1984! (CY…
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Deutsch­land 2008: Meer sehn

Da ist dem NDR durchaus eine positive Überraschung gelungen: nach ewiger Geheimhaltung, die bereits befürchten ließ, man habe mal wieder "eine interessante Mischung" (Jürgen Meier-Beer 2005, lies: niemand Gescheites) gefunden, gab der Sender heute via Bild und Eurovisionshomepage die fünf Namen bekannt, die es am 6. März im Deutschen Schauspielhaus zu Hamburg gegeneinander auszufechten haben. Und diese Namen beeindrucken! Neben der gestern Abend bereits durchgesickerten Girlgroup No Angels handelt es sich um die Sommerhit-Kapelle Marquess, die Tokio-Hotel-Epigonen Cinema Bizarre, Crooner Tommy Reeve und die Musicalsängerin Carolin Fortenbacher. Weitere erfreuliche Nachricht: Thomas Hermanns moderiert erneut den Grand Prix Vorentscheid 2008. (mehr …)
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Mal­ta 2008: Ausgesiegelt

Der Eurovision Song Contest sei ja ein Komponistenwettbewerb, behaupteten fehlgeleitete Menschen früher gerne mal. Einige dieser Komponisten kommen mittlerweile ganz schön rum: so hat der schwedische Schlagerschreiber Thomas G:son dieses Jahr jeweils einen Beitrag in Belgien und in Polen am Start, nach dem er letztes Jahr Norwegen und Spanien belieferte. Gerard James Borg aus Malta ist ebenfalls in Belgien aktiv - und hat beim Maltasong gleich fünf Eisen im Feuer. Nur Ralph Siegel, der es ebenfalls auf dem Mittelmeereiland versuchte, ist leider aus dem Rennen. Schau her, Rebeka Dremelj: so geht eine ordentliche SM-Performance! (mehr …)
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No Angels beim deut­schen Vorentscheid?

Wie aus üblicherweise gut informierten Kreisen kolportiert wird, soll die Bild morgen drei der fünf Teilnehmer der deutschen Vorentscheidung bekannt geben. Unter den drei Finalisten seien auch die No Angels. Die restlichen beiden Namen würden dann am Freitag veröffentlicht. Damit setzt sich, falls das Gerücht stimmt, sowohl die unheilige Allianz zwischen dem öffentlich-rechtlichen NDR und Deutschlands schlimmstem Schmierblatt als auch der Hamburger Trend zu Castingbands fort. Einer der schlimmsten Ohrwürmer aller Zeiten: 'Daylight' (mehr …)
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