Das Millenium

Euro­vi­si­ons­his­to­rie: die Wett­be­wer­be von 2000 bis 2009.

Bela­rus 2009: Kön­nen die­se Augen lügen?

Diesen Montag legte sich Weißrussland auf seinen Eurovisionsvertreter für das befreundete Moskau fest. Oh Zeichen und Wunder: erstmalig seit seiner Teilnahme am Wettbewerb durften die Zuschauer ganz alleine und ohne jede staatliche Einmischung per Televoting entscheiden, wen sie auf der Bühne sehen wollen. Und was soll man sagen: nach dem am Sonntag schon die Hessen bewiesen, dass Demokratie nicht immer eine gute Idee sein muss, zeigten sich auch die Weißrussen ihrer unwürdig. Mit breiter Mehrheit entschieden sie sich für Niko Schwanz Dieter Thomas Kuhn Karin "Krönung" Sommer Peter Elfimov, einen semmelblonden Schreihals mit einem schrecklichen Nervtitel namens 'Eyes that never…
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Alba­ni­en 2009: This is her Life

So, nach all den Horrornachrichten der letzten Tage nun endlich der erste Lichtblick! Albanien ist mal wieder das erste Teilnehmerland, das seinen Beitrag für Moskau präsentieren kann: Siegerin des zweitägigen Festivali i Kenges am vergangenen Wochenende wurde die sechzehnjährige Kejsi Tola, diesjährige Gewinnerin der Castingshow Albanien sucht den Superstar. Ihren Siegersong mit den vielen lustigen "ë"s im Titel schrieb das selbe Team, das schon für den 2004er Beitrag 'The Image of you' von Anjeza Shahini verantwortlich zeichnete. Merkt man dem Refrain auch stellenweise an, macht aber nichts - im Gegenteil. Jedenfalls ist 'Më merr në ëndërr' bis dato mein offizieller…
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Offe­ne Kapi­tu­la­ti­on: kein deut­scher Vor­ent­scheid 2009

"Die Entscheidung ist gefallen: Der NDR wird in diesem Jahr einen Direktkandidaten zum Grand-Prix-Finale nach Moskau schicken. Damit wird es keinen Vorentscheid wie in den vergangenen Jahren geben. Stattdessen wird eine Jury die Auswahl darüber treffen, wer Deutschland beim Eurovision Song Contest am 16. Mai in Moskau vertreten wird." So die heutige Erklärung des NDR, der damit seine offene Kapitulation eingesteht. Mit dem gewählten Verfahren erhoffe man sich "die Teilnahme von international erfolgreichen Künstlern", erklärte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Nun kann eine Direktnominierung eine sehr gewinnbringende Maßnahme sein - wenn man denn einen überragenden Künstler in petto hat, der sich keiner…
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Russ­land: gay ist nicht okay

So langsam nehmen die homophoben Ausfälle des Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschko unerträgliche Ausmaße an. Die offizielle Stafettenübergabe aus Belgrad vor einigen Tagen nahm der auffällig eifrige Homo-Gegner zum Anlass, die anreisenden Fans noch mal eindringlich zu warnen: die Zurschaustellung von Homosexualität werde auf "den Straßen, Plätzen, bei Märschen und Demonstrationen" (gemeint ist der geplante und von ihm bereits verbotene CSD, der am Finaltag des Grand Prix stattfinden soll) in Moskau nicht geduldet. Zwar sei Homosexualität in Russland seit 1993 straffrei, wie er einräumen musste, jedoch bis heute in der Gesellschaft nicht akzeptiert. Doch auch Westeuropa ist vor unterschwelliger Homophobie nicht…
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Ralph Sie­gel über­flu­tet Malta

Die Münchner-maltesische Connection scheint stabil: mit gleich zwei drei Beiträgen schaffte es der unermüdliche Grand-Prix-Großvater Ralph Siegel in die Auserwähltenliste für die Vorrunden zum maltesischen Song for Europe. Der Rest der insgesamt 56 Songs stammt fast ausnahmslos von Philliph Vella. Im Line-up tummeln sich natürlich wieder all die Namen, die Connaisseurs des gepflegten Eurovisionskitschs mit der Zunge schnalzen lassen: neben Ludwig Galea (der männlichen Hälfte von Julie & Ludwig, MT 2004), der stimm- und figurgewaltigen Chiara und den sensationellen Sangesschwestern Natasha & Charlene versucht sich auch Claudia Faniello erneut, die letztes Jahr mit dem camptastischen 'Caravaggio' knapp an Morena scheiterte.…
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Andrew Lloyd Web­ber schreibt bri­ti­schen Beitrag

Jetzt fährt die britische BBC die ganz großen Geschütze auf. Niemand Geringeres als die Musicallegende Andrew Lloyd Webber, Schöpfer solch epochaler Werke wie 'Cats', 'Evita' oder 'Sunset Boulevard' (und etwa siebenhundert weiterer Singspiele), verfasst den nächsten Eurovisionsbeitrag der Insel. Wie ernst es um England steht, verrät der Titel der mehrteiligen Castingshow, mit der ein oder mehrere geeignete Interpreten für den zu erwartenden Technicolor-Breitwandschmachtfetzen gefunden werden sollen: 'Your Country needs you' lautet der martialisch anmutende Name der Show. Im Videoaufruf an mögliche Kandidaten (bewerben darf sich jeder Brite) zeigt sich Lloyd Webber angesteckt von so viel nationalem Pathos: "Frage nicht, was…
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Öster­reich auch 2009 nicht beim ESC

Zwar sagt man den Deutschen gerne einen Hang zum Jammern auf hohem Niveau nach - doch in Punkto wehleidiges Waschlappentum kommt wohl niemand an den Österreichern vorbei. Vor wenigen Minuten bestätigte ORF-Senderchef Edgar Böhm einen Bericht der Kleinen Zeitung, wonach das Alpenländle auch 2009 in der Schmollecke sitzen bleibt. Immerhin: ein Ausstieg für immer soll es nicht sein, der Sender überträgt das samstägliche Finale (allerdings nicht die Vorrunden, deren Reglement Böhm nach wie vor zu erzürnen scheint). Man wolle aber erst wieder mitmachen, wenn beim Wettbewerb wieder "das Musikalische im Vordergrund stehe". Der einzige Erfolgstitel Österreichs (mehr …)
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Kein Euro­vi­si­ons­boy­kott durch das Baltikum

Der angedachte baltische Eurovisionsboykott fällt aus. Wie esctoday berichtet, entschied sich der estnische Sender ETV, nun doch am Gesangswettstreit in Mai in Moskau teilzunehmen, nachdem sich in einer Umfrage des TV-Senders zwei Drittel der befragten Esten ebenfalls dafür aussprachen. Der Vorsitzende des ETV-Verwaltungsrates, Margus Allmikaa, geißelte seine Landsleute daraufhin zwar als "naiv", wenn sie glaubten, man könnte Politik und Musik trennen, ordnete sich der Mehrheitsentscheidung aber unter. Damit bleibt das am Krieg beteiligte Georgien das einzige Land, das Konsequenzen aus dem Großmachtsgehabe Putins zieht. Da wollen sie dann doch alle hin, den Kaviar schmecken: nach Moskau (mehr …)
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Jury-Tele­vo­ting-Mix im Fina­le 2009

Es ist zum Verzweifeln: wider alle menschliche Vernunft und ungeachtet der katastrophalen vierzigjährigen Erfahrungen mit der Institution Jury, deren hanebüchenen Fehlentscheidungen in den Neunzigern dem Contest beinahe schon einmal den Garaus bereiteten, öffnet die EBU nun diesem Instrument der organisierten Korruption wieder Tür und Tor! Wie die offizielle Eurovisionsseite eurovision.tv heute berichtet, beschloss die Reference Group auf ihrer Tagung in Moskau, ab 2009 im samstäglichen Finale einen Televoting-Jury-Mix einzuführen. Die Details stünden noch nicht fest, so auch nicht, ob es eine 50/50-Gewichtung gibt oder die Stimmen der senderinternen Mafiosi Juroren nur zu einem geringeren Teil in das Endergebnis einfließen. In…
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Mos­kau­er CSD zeit­gleich mit dem Grand-Prix-Finale

Cleverer Schachzug: kaum, dass Diktator Regierungschef Wladimir Putin zum Wochenbeginn das Erwartete bestätigte, nämlich dass der Eurovision Song Contest 2009 in Moskau stattfindet, meldete der Organisator des regelmäßig vom Oberbürgermeister der russischen Hauptstadt verbotenen Gay Pride, Nikolai Aleksejew, den nächsten Termin der jährlichen Demo für die Rechte von Schwulen und Lesben für den 16. Mai 2009 an - dem Tag des Grand-Prix-Finales. Ein Häuflein Aufrechter: die Moskauer Schwulendemo 2008 (mehr …)
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Ralph Sie­gel will wie­der ran

Ralph Siegel kann es einfach nicht lassen und flanscht sich mit einem lustigen Vorschlag an die aktuelle Diskussion um die Neugestaltung des deutschen Vorentscheids an. Immer noch felsenfest dem Irrglauben verhaftet, beim Eurovision Song Contest handele es sich um einen Komponistenwettbewerb (und nicht um einen Länderwettkampf), schlägt er für 2009 eine Songschreiber-Elefantenrunde vor, an welcher sich die Poptitanen Dieter Bohlen, Stefan Raab, Alex Christensen und Frank Farian beteiligen sollen. Und natürlich Siegel selbst. Ralphs Lebensmotto: 'I'm never giving up' (mehr …)
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ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

ESC-Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kaviar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in…
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Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

Zwei­tes ESC-Semi 2008: Pira­te Ladies of the Sea

POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! POR - TU - GAL!!! Ich muss um Verzeihung bitten, aber ich schreibe diese Zeilen noch ein wenig im Überschwang der Gefühle. Das letzte Mal, dass so viel Adrenalin durch meine Adern floss wie vor der Verkündung des zehnten und letzten Finalisten am Ende der zweiten Qualifikationsrunde in Belgrad gerade eben, sprang ich an einem Bungee-Seil 50 Meter in die Tiefe. Hätte der Name in dem allerletzten Umschlag, den die Moderatorin Jovana Janković nach endlosen Minuten hochgekochter Spannung verlas, nicht "Portugal" gelautet, wäre es in der Belgrader Halle wohl zu…
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Ers­tes ESC-Semi 2008: Frag nach Samen

Ers­tes ESC-Semi 2008: Frag nach Samen

The more, the merrier: wegen der weiterhin anschwellenden Zahl der mitmachwilligen Länder - in diesem Jahr war man bei der Rekordzahl von 43 Anmeldungen angelangt! - teilte die EBU die Qualifikation nunmehr auf zwei Halbfinale auf. Durch die müssen seither alle, mit Ausnahme der großen Fünf (DE, ES, FR, IT, UK) und des jeweiligen ausrichtenden Landes, sprich der Vorjahressieger. Mit der Aufteilung der Halbfinalisten auf mehrere, am bisherigen Abstimmungsverhalten orientierten Ländertöpfe versuchte man außerdem, dem allseits beklagten Blockvoting entgegenzuwirken. https://www.youtube.com/watch?v=qmD2vV1ffwU&list=PL1E26C28E87EFFF6F Alle Semifinalbeiträge am Stück als Playlist. Die Verdoppelung der Semis war ein geschickter Schachzug der EBU: zwar flogen damit noch…
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Pro­ben zwei­tes Semi 2008

Pro­ben zwei­tes Semi 2008

Die Tage Drei und Vier der Proben in Belgrad sind gelaufen, wohl die interessantesten von allen. Mit gleich drei sicheren Anwärtern auf das Finale, wenn nicht gar den Gesamtsieg - und einem möglichen Favoritensturz. Die neunzehn Semifinalisten vom kommenden Donnerstag gaben sich ein Stelldichein und ließen die Konkurrenz der ersten beiden Probentage alt aussehen. Es regierte konzentriertes High-Camp-High-NRG: und genau das ist es, was wir vom Contest wollen! (mehr …)
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Pro­ben ers­tes Semi 2008

Pro­ben ers­tes Semi 2008

Unfassbar - es ist schon wieder soweit! Seit Sonntag laufen in Belgrad die ersten Kameraproben. Leider kann ich dieses Jahr nicht vor Ort sein. Dafür sind alle wichtigen Eurovisionsblogs bereits in Belgrad und berichten auf das Fleißigste. Dazu stellt eurovision.tv sogar Videoclips von den Proben auf youtube ein - so kann man sich ganz entspannt von zu Hause aus einen Überblick verschaffen. Mittlerweile haben alle Teilnehmer des ersten Semifinales schon mal geprobt - höchste Zeit also für eine erste Bewertung! (mehr …)
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Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Iri­scher Bei­trag wird zen­siert – wegen Mazedonienfrage

Zum jüngsten Opfer des völlig absurden griechisch-mazedonischen Namensstreites gerät ausgerechnet der irische Spaßvogel Dustin. Dessen umstrittener Beitrag 'Irelande Douze Points' muss sich dem Zensurdruck der EBU beugen - dabei geht es jedoch nicht etwa um den Einsatz einer playbacksingenden Gummipuppe oder grand-prix-feindlicher Schmähungen wie "Drag Acts and bad Acts". Den Stein des Anstoßes bildet eine Aufzählung teilnehmender Nationen, im Verlaufe derer Dustin die Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien, wie jeder normale Mensch, schlicht "Mazedonien" nennt. Da aber verstehen die Griechen überhaupt keinen Spaß. Bei 2:49 nennt er das verbotene M-Wort Obgleich die EBU sich über den Namen des Denunzianten beharrlich ausschweigt,…
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Melo­di­fes­ti­va­len 2008: We do need ano­t­her Hero

Melo­di­fes­ti­va­len 2008: We do need ano­t­her Hero

Schweden ist das neue Schweden! Nach Jahren voller Irrwege mit schlimmem Glamrock und absurdem Las-Vegas-Gedudel fand Europas führende Popnation endlich wieder zu sich und entschied sich im Melodifestivalen-Finale für amtlichen, 100%igen, klassischen, schamlosen schwedischen Schlager der Extraklasse. 'Hero' hat einfach alles: eine dralle Blondine im hautengen Silberfolie-Fummel auf 12 Zentimeter hohen silbernen Stilettos; eine Windmaschine; eine zeitlose Choreografie; einen fantastischen Auftakt mit einem dildoförmigen, straßbesetzten Mikrofon; einen eingängigen Refrain und den vorschriftsmäßigen Halbton höher am Schluß. Hurra! Is it live? Or is it Botox? Erst vorletzte Woche gab sie im Showblock der deutschen Grand-Prix-Vorentscheidung noch mal ihren alten Siegertitel aus…
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San Mari­no 2008: I love to hate you

San Mari­no 2008: I love to hate you

Erstmalig am Grand Prix teil nimmt in diesem Jahr San Marino, die älteste Republik der Welt - die mit knappen 30.000 Bürgern halb so viele Einwohner stellt wie der Frankfurter Stadtteil Nordend, in dem ich wohne. Fünf davon bilden die Elektropunk-Kapelle MiOdio (Wortspiel aus "Mio Dio - Mein Gott" und "Mi odio - Ich hasse mich"), die beim Eurovision Song Contest mit einer italienisch gesungenen Klavierballade namens 'Complice' antreten wollen, die sich von ihrem übrigen musikalischen Programm (jedemfalls dem, das auf ihrer Myspace-Seite zu hören ist), doch deutlich abgrenzt. Von der sind derzeit nur 1:40 Minute im Netz zu hören…
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Beo­vi­zi­ja 2008: Ohne Stie­le und Sten­gel gekeltert

Beo­vi­zi­ja 2008: Ohne Stie­le und Sten­gel gekeltert

Spannend geht es zu in Belgrad: nach dem die Beovizija wegen der Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Loslösung des Kosovo verschoben werden musste, siegte in der nun doch noch stattgefundenen Vorentscheidung die Favoritin Jelena Tomašević. Mit einer wunderschönen Balkanballade aus der Feder von Željko Joksimović. Der schrieb und sang sein Heimatland mit dem ähnlich angelegten 'Lane moje' bereits 2004 fast zum Sieg und steht auch dieses Jahr beim Grand Prix wieder auf der Bühne - als Moderator. Sollte sein von Frau Tomašević gesungener Beitrag 'Oro' erneut siegen, so könnte er sich als dessen Komponist selbst die Hand schütteln. Auf Rang 3…
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Fes­ti­val da Can­cao 2008: Babić-ka

Fes­ti­val da Can­cao 2008: Babić-ka

Nach Jahrzehnten des Einsammelns der Roten Laternen und des fortgesetzten Scheiterns in der Vorrunde scheint es selbst den Portugiesen langsam zu dämmern, dass dröges Depressionsgejammer außerhalb ihrer Landesgrenzen nicht ankommt und Fado im restlichen Europa mit "fade" übersetzt wird. Dank eben dieser Erkenntnis griffen die abstimmenden TV-Zuschauer diesmal zielsicher zu einem Produkt aus kroatischer Feder: Andre Babić, Mastermind hinter Eurovisionsperlen wie 'Cvet z Juga' (SI 2007), 'Vise nisam tvoje' (HR 2003) und 'Mandoline' (EMA 2006), komponierte auch 'Senhora do Mar'. Und so können auch die Portugiesen dieses Jahr endlich mal mehrheitsfähiges Material vorweisen. Hurra! Senhora do Mar' verfügt denn auch…
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Bel­gi­en 2008: Words are useless, espe­cial­ly Sentences

Bel­gi­en 2008: Words are useless, espe­cial­ly Sentences

In Belgien gewann letzten Freitag nach mehreren hundert Vorrunden, Second-Chance-Runden und K-O-Finals der Beitrag, auf den von der ersten Sekunde die Meisten gesetzt hatten: das lustig geflötete 'O julissi na jalini'. Wie schon 2003 setzt das vom flämisch-französischen Sprachenstreit geschüttelte Belgien, gewissermaßen das Kosovo Westeuropas, auch diesmal auf eine erfundene Kunstsprache. Im Gegensatz zu den eher keltisch daherkommenden Urban Trad könnten Ishtar aber auch problemlos als kroatische Teilnehmer durchgehen. Versuchen die Belgier so, wie schon die Esten, punktefördernd in fremden Gewässern zu fischen? Eine Art Assimilation in Richtung Osteuropa? Egal - ich find die Nummer einfach nur klasse! Ich bin…
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Russ­land 2008: The second Time

Russ­land 2008: The second Time

Porno-Dima ist zurück! In der russischen Vorentscheidung vergangenen Freitag setzte er sich gegen 26 Mitbewerber durch. Diesmal hat der junge Russengott, der Meldungen zufolge nach einer gerichtlichen Verfügung nicht mehr Dima Bilan heißen darf, was er bestreitet, eine lahme Midtempoballade am Start, die angeblich von Timbaland produziert wurde. Hilft aber auch nicht: erstens kommt mir dessen ewiggleicher Bummsbeat langsam zu den Ohren raus, zum anderen hat der US-amerikanische Studiotüftler den Song hörbar nur sehr geizig mit seinem magischen Pülverchen bestäubt. So bleibt die Nummer leider: lahm. Der brave Anzug und die windschiefe Lesbenfrisur, die Dima Viktor Dima sich mittlerweile anstelle…
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Spa­ni­en 2008: Un Futu­ro catastrófico

Spa­ni­en 2008: Un Futu­ro catastrófico

Oje, schwierig. Wie kommentiere ich den Ausgang der spanischen Vorentscheidung, ohne beleidigend zu werden? Wie umgehe ich die in mir brodelnden Verbalinjurien wie "dümmstes Volk Europas", "fehlgeleitete Irre" oder "Auswirkungen der Vogelgrippe"? Hm, vielleicht mit einer Analogie: wären die Länder Europas politische Parteien, so stellte Spanien wohl die Hessen-SPD dar. Zumindest legt das Ergebnis des (bitter ironisch) Salvemos Eurovisión benannten spanischen Vorentscheids solches nahe. Tanz den Michael Jackson Da stellt das spanische Fernsehen das modernste denkbare Vorentscheidungsformat aller 43 Teilnehmernationen auf die Beine, nutzt die Internetplattform Myspace zum Sammeln geeigneter Bewerber - und wird auch folgerichtig mit einer ganzen Reihe…
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Arme­ni­en 2008: Kel­le Family

Arme­ni­en 2008: Kel­le Family

Auch in Armenien stand die Interpretin - Sirusho - schon länger fest. Vorige Woche fand dann auch die Songauswahl statt. Unter vier Beiträgen setzte sich das hauptsächlich in so etwas wie Englisch gesungene Lied 'Qele qele' durch, mit dem Sirusho ein wenig auf den Pfaden von Helena Paparazzi Paparizou (GR 2005) wandelt. Der eingängige, eher einfach strukturierte Popsong überzeugt durch einen Rumms-Bumms-Powerrefrain, dezenten Ethnoflavour und eine hinreißende Interpretin. Ein kluger Mix: die Ethno-Instrumentierung mit einem haarscharf an der Grenze zwischen interessant und nervig quäkenden Dudelsack (oder ähnlichem) und possierlichen Flöten rettet den armenischen Ohrwurm vor einer all zu offensichtlichen Flachheit. Und…
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