Deutsche Vorentscheidung

Die wech­sel­vol­le Geschich­te des deut­schen Grand-Prix-Vor­ent­scheids, oft­mals inner­halb der Arbeits­ge­mein­schaft deut­scher Rund­funk­an­stal­ten (ARD) her­um­ge­reicht wie eine hei­ße Kar­tof­fel und alle paar Jah­re das Rad kom­plett neu erfin­dend, kann als Mus­ter­bei­spiel für mini­ma­len Erfolg bei maxi­ma­lem Auf­wand gelten.

Deut­scher Vor­ent­scheid 1960: Dal­li, dalli!

Deut­scher Vor­ent­scheid 1960: Dal­li, dalli!

Nachdem die Direktnominierung der international bekannten Kessler-Zwillinge als deutsche Vertreterinnen durch die ARD beim Eurovision Song Contest 1959 nicht das erhoffte Ergebnis gebrachte hatte, fand in diesem Jahr zur Ermittlung des heimischen Grand-Prix-Beitrags mit der Schlagerparade wieder eine öffentliche Vorentscheidung mit mehreren Teilnehmer:innen statt. Für das Format orientierte sich der veranstaltende Hessische Rundfunk (hr) vage an dem im Vorjahr von der ältesten kommerziellen Hörfunkstation Europas, dem Radio Luxemburg, ins Leben gerufenen Deutschen Schlager-Festival und wählte denselben Veranstaltungsort, die Rhein-Main-Hallen in der hessischen Landes- und Rentner:innen-Hauptstadt Wiesbaden. Auch der ORF übertrug die Sendung, nach dem Vorbild des italienischen San-Remo-Festivals entstand rund um den…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1958: Wollt Ihr hei­ße Musik?

Deut­scher Vor­ent­scheid 1958: Wollt Ihr hei­ße Musik?

Um mit den Teletubbies zu sprechen: "Noch mal, noch mal"! Nicht nur die Schweiz und die Niederlande übten sich in den Fünfzigerjahren beim Aufstellen ihrer Eurovisionsvertreterinnen im Ewiggleichen, sondern auch die Deutschen. Denn wie schon im Vorjahr gewann erneut die unverwüstliche Margot Hielscher die heimische Vorauswahl zum Grand Prix, welche diesmal als Kooperation des Hessischen Rundfunks und des WDR in Dortmund stattfand. Auch die Siegerin hielt sich an Bewährtes und blieb dem Thema Unterhaltungselektronik treu. Nach dem 'Telefon, Telefon' besang sie diesmal die Jukebox, den schrankgroßen, meist in Gaststätten stationierten Vorläufer des MP3-Players (bzw. von Spotify), an welchem es damals 'Für…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1957: Wenn Dein Ruf erklingt

Deut­scher Vor­ent­scheid 1957: Wenn Dein Ruf erklingt

Völlig gleichgültig, wo der Eurovision Song Contest jeweils stattfindet: stets geht das Sendesignal zuerst in meine heißgeliebte Heimatstadt Frankfurt am Main, von wo aus es der hier residierende Hessische Rundfunk, Hüter des ARD-Sternpunktes, per Satellit an alle angeschlossenen Fernsehstationen verteilt. Doch auch der Grand Prix selbst gastierte hier bereits: 1957 nämlich, im zweiten Jahr seines Bestehens und ein ganzes Dezennium vor meiner Geburt in nämlicher Bankenmetropole. Im prachtvollen, damals noch goldverbrämten großen Sendesaal des Funkhauses am Dornbusch, nach Kriegsende ursprünglich mal als Domizil für den Deutschen Bundestag errichtet, bevor auf heimtückisches Hintertreiben des seinerzeitigen Kanzlers Konrad Adenauer (CDU) ein rheinländisches…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1956: Ach die armen, armen Leute

Deut­scher Vor­ent­scheid 1956: Ach die armen, armen Leute

Zugegeben: 1956, als der Eurovision Song Contest zum ersten Mal stattfand, damals im schweizerischen Lugano, weilte ich noch nicht auf diesem Planeten; da war ich noch nicht mal in der Planung. Der erste Grand Prix, den ich mit Sicherheit live (vor dem Fernseher) sah, war der von 1979. Für die Zeit davor kann ich mich nur auf Videoaufzeichnungen stützen, wobei für 1956 allerdings keine solche existiert. Oder wiedergeben, was andere Quellen offenbaren, insbesondere Jan Feddersens kompetente (und sehr empfehlenswerte) Eurovisionsbibel 'Ein Lied kann eine Brücke sein' von 2001, die mir ein gutes Stück weit als Inspiration und Grundstock für diesen…
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