Die Neunziger

Euro­vi­si­ons­his­to­rie: die Wett­be­wer­be von 1990 bis 1999.

<span class="caps">ESC</span> 1999: Don’t work on a Mon­day

ESC 1999: Don’t work on a Mon­day

In diesem Jahr gelang es dem NDR-Verantwortlichen Jürgen Meier-Beer nach mehreren Anläufen, mit dem Wegfall der überkommenen Sprachenregel und des Orchesters die beiden letzten Bausteine seiner Grand-Prix-Reform durchzusetzen und den Contest so - kurz vor der Jahrtausendwende - endlich in die popmusikalische Gegenwart zu überführen. Die Teilnehmer nutzten die neue linguistische Freiheit weidlich: jeder zweite Beitrag kam auf Englisch daher, der Weltsprache des Pop. Das war und ist in einigen Fällen schade (Balkanballaden klingen in einem der zahlreichen slawischen Dialekte einfach eindringlicher), manchmal besser (die Mitsingbarkeit leidet im Hebräischen oder Isländischen nun mal), sorgte aber vor allem dafür, dass nicht mehr,…
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Count­down Grand Prix 1999: Das ist nicht okay

Count­down Grand Prix 1999: Das ist nicht okay

Auch im Jahre Eins nach Guildo Horn schlugen die emotionalen Wellen hoch bei der deutschen Vorentscheidung. Das hatte allerdings weniger mit polarisierenden Teilnehmern oder der (überwiegend mauen) musikalischen Güte der Beiträge zu tun, sondern mit einem fiesen Maulwurf und einer betrogenen Siegerin. Sowie dem schlechten Einfluss von Deutschlands größtem Schundblatt, mit dem der öffentlich-rechtliche NDR eine unheilvolle Allianz eingegangen war. (mehr …)
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<span class="caps">ESC</span> 1998: Schön­heit, Grö­ße

ESC 1998: Schön­heit, Grö­ße

Ein Jahrgang für die Geschichtsbücher. Eine Zäsur. Der wichtigste Sieg in der Eurovisionsgeschichte. Der Superlative lassen sich viele bemühen, doch keines vermag die historische Dimension des von der britischen Kommentatorenlegende Terry Wogan moderierten Contests richtig zu fassen. Endlich war das Televoting für alle[ref]Mit Ausnahme zweier Länder, die noch über kein ausreichend stabiles Mobilfunknetz verfügten[/ref] Pflicht. Endlich konnten sich bei der Abstimmung die bei den Zuschauern mehrheitsfähigen Stücke durchsetzen und nicht diejenigen, die einem konservativ-verstaubten Musikverständnis obskurer "Experten"-Teams entsprachen. Endlich Schluss mit der Bevormundung, den krassen Fehlurteilen und dem Geschacher hinter den Kulissen. Endlich Demokratie! https://youtu.be/L1shaSDClF8 In einer Doppelrolle: Terry Wogan…
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Count­down Grand Prix 1998: Die Zeit voll Har­mo­nie und Glück

Count­down Grand Prix 1998: Die Zeit voll Har­mo­nie und Glück

Mit dem Isländer Paul Oscar, den die ARD als Stargast zur deutschen Vorentscheidung einfliegen ließ, und der schelmisch "alle Swüle" im Bremer Publikum grüßte, worüber sich Moderator Axel "Alexis" Bulthaupt besonders strahlend freute, hatte der Grand Prix Eurovision, schon seit jeher die jährliche Fußballweltmeisterschaft der Schwulen, im Vorjahr endlich sein offizielles Coming Out geschafft. So erscheint die Teilnahme von Rosenstolz an der diesjährigen Vorentscheidung nur folgerichtig. (mehr …)
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<span class="caps">ESC</span> 1997: Ich brauch was Grö­ße­res

ESC 1997: Ich brauch was Grö­ße­res

In diesem Jahr fand die beinahe unumkehrbar geglaubte irische Siegesserie ihr abruptes Ende. Auch wenn es  für Marc Roberts und seine 'Mysterious Woman' noch zu einem zweiten Platz reichte: 70 Punkte Abstand zum Sieger sprachen eine deutliche Sprache. Und das sollte erst der Anfang sein! Nach dem Quoten- und Finanzdesaster des Vorjahres, bedingt durch das unfreiwillige Ausscheiden Deutschlands, begann hinter den Kulissen ein folgenreiches Umgestalten. Aufgrund hinhaltenden Widerstands der Grand-Prix-Traditionalisten kamen die dringend notwendigen Reformen zwar nur scheibchenweise - aufzuhalten waren sie aber nicht mehr. https://youtu.be/Gg1Gq2XdY-Q Vier mal dabei, bitte nicht wiederwählen: der bislang letzte Contest aus Irland. So galt ab…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1997: Wie schnell der Wind sich dreht

Deut­scher Vor­ent­scheid 1997: Wie schnell der Wind sich dreht

In kleinen Schritten, aber um so beharrlicher tastete sich Dr. Jürgen Meier-Beer, Unterhaltungschef des NDR und Deutschlands neuer Eurovisionsverantwortlicher, in die richtige Richtung vor. In Jan Feddersens Eurovisionsbibel 'Ein Lied kann eine Brücke sein' schildert er, wie sich bei der überfälligen Reformierung des hoffnungslos verstaubten Wettbewerbs "in kafkaesker Weise immer neue Eurovisionsgremien" auftaten, die "hauptsächlich aus älteren Herren" bestanden, welche im Grand Prix die Instanz zur Rettung irgendeines hohen Kulturgutes sahen und sich JMB bei seinen Modernisierungsplänen in den Weg stellten. Braucht halt alles seine 'Zeit'. https://youtu.be/4mw1iDDyGSE Michael Jackson, NDW-Markus, La-le-lu-Rühmann und Liberace in einem: Leon In Deutschland hatte er…
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<span class="caps">ESC</span> 1996: Bin fieb­rig vor Ver­lan­gen

ESC 1996: Bin fieb­rig vor Ver­lan­gen

Für ein deutlich höheres Interesse als das eigentliche Teilnehmerfeld sorgte in diesem Jahr der Auswahlskandal im Vorfeld des Wettbewerbs. Nach der Erweiterung der EBU gen Osteuropa, wo beinahe stündlich neue Staaten entstanden, wollten heuer 30 Länder mitmachen beim Grand Prix Eurovision. Laut EBU-Reglement darf die Show erst um 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit anfangen. Das entspricht 20:00 Uhr britischer Zeit, dem Beginn der abendlichen Primetime bei der BBC, welche bei der Festlegung dieser Zeitmarke das Sagen hatte. Weswegen die ARD die Lücke zwischen dem Ende der tagesschau und dem Beginn der ESC-Übertragung stets mit dieser furchtbaren, verregneten Grand-Prix-Party von der Reeperbahn…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1996: Der Count­down läuft

Deut­scher Vor­ent­scheid 1996: Der Count­down läuft

Das Positive an einem Tiefpunkt ist, dass es danach nur wieder aufwärts gehen kann. Nachdem der in den letzten sechs Jahren für die deutsche Eurovisionsvorauswahl verantwortliche MDR seine Inkompetenz in Sachen Popmusik ausführlich unter Beweis stellen und Deutschland europaweit bis auf die Knochen blamieren durfte, gab der Zonensender die Zuständigkeit endlich ab. Der Norddeutsche Rundfunk übernahm und führte wieder eine öffentliche Vorentscheidung ein. Denn unter keinen Umständen wollte der Sender die Verantwortung für ein weiteres Punktedebakel alleine tragen. Und, so Jürgen Meier-Beer im Feddersen-Interview: "Auf keinen Fall sollte Deutschland siegen, sonst hätte der NDR das teure Grand-Prix-Finale ausrichten müssen". Also…
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<span class="caps">ESC</span> 1995: Auch die Nacht geht mal vor­über

ESC 1995: Auch die Nacht geht mal vor­über

Möchte man den definitiven Tiefpunkt des Eurovision Song Contest verorten: hier ist er! Das Elend begann bereits Zuhause: der zuständige Zonensender MDR nominierte ohne jegliches Vorauswahlverfahren das christliche Songschreiberehepaar Cheyenne Stone und Glen Penniston (Stone & Stone), die Komponisten des in seiner Naivität irgendwie putzigen Drogen-sind-pfui-Hits 'Julian', gesungen von der Eintagsfliege Mandy Winter. Das unterirdische, von den Stones selbst vorgetragene Preiset-den-Herrn-Liedchen 'Verliebt in Dich' stellte die ARD - entgegen bisheriger Gepflogenheiten - noch nicht einmal in irgendeiner Show mehr vor. Vermutlich, um eine offene Revolte der deutschen TV-Zuschauer vor Dublin zu unterbinden. https://youtu.be/C5jF4-twUkI Denn mir ist die brennende Pein noch…
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<span class="caps">ESC</span> 1994: Sie zu berüh­ren ist Sün­de

ESC 1994: Sie zu berüh­ren ist Sün­de

Ralph Siegel hält sich gerne zugute, dass er den europäischen Musikgeschmack kenne, oder vielmehr den der Jurys. Und ganz kann man ihm da nicht widersprechen: MeKaDo, deren 'Party'-Versuch sich als eines der wenigen schnelleren Stücke des Abends erwies und noch heute als garantierter Tanzflächenfüller bei jeder Eurovisionsdisco funktioniert, erreichten in Dublin den dritten Platz. Der deutsche Grand-Prix-Großvater dürfte sich wohl als Einziger richtig darüber gefreut haben. Denn zu Hause rief das gute Abschneiden Deutschlands nach langer Durststrecke nur noch Ratlosigkeit, Ablehnung und Desinteresse hervor. Ein peinliches Popstück, das niemand kaufen wollte und für das auch keiner abgestimmt hatte, bescherte uns…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1994: Um so län­ger, um so lie­ber

Deut­scher Vor­ent­scheid 1994: Um so län­ger, um so lie­ber

Die Münchener Freiheit (DE 1993), einer der kommerziell erfahrensten Eurovisionsvertreter der letzten zehn Jahre, hatte es verrissen. Also kehrte man bei der ARD, der Experimente und ohnehin des ganzen kostspieligen Wettbewerbs überdrüssig, lieber zum Bewährten zurück. Eine Vorentscheidung zu organisieren, würde ohnehin nur Geld kosten, die Einschaltquoten nach unten und das Genörgel der Öffentlichkeit nach sich ziehen. Und Ralph Siegel würde ohnehin gewinnen. Also bestellte man bei ihm einfach direkt einen Beitrag und sparte sich das ganze Drumherum. (mehr …)
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<span class="caps">ESC</span> 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

ESC 1993: Nur wer lei­det, ist am Leben

Bereits zum vierten Mal seit seiner Erstteilnahme 1965 hatte der Siegesfluch das verhältnismäßig kleine, verhältnismäßige arme Irland getroffen. Dort war man natürlich stolz, wollte aber nicht schon wieder das komplette Jahresbudget des Senders RTÉ  für die Ausrichtung des Song Contests auf den Kopf hauen. So recycelte man das Bühnenbild von 1988 und nahm dankbar das Angebot eines irischen Stahlindustriellen an, der RTÉ bei den Produktionskosten unter die Arme griff - auch wenn das hieß, dass der Wettbewerb in einer alten Pferdereithalle in einem am Arsch der Welt liegenden Kuhkaff weitab jeglicher Zivilisation stattfand. (mehr …)
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1993: Und was kam dann?

Deut­scher Vor­ent­scheid 1993: Und was kam dann?

Schicht im Schacht: nach den blamablen Ergebnissen der Vorjahre, durchgängig schlechter Presse und kaum noch meßbaren Einschaltquoten verlor die ARD erkennbar die Lust am Grand Prix. Eine öffentliche Vorentscheidung sparte man sich daher völlig, stattdessen gab die verantwortliche Zonenanstalt MDR (vermutlich unter tatkräftiger Mithilfe des Schwestersenders Bayerischer Rundfunk) den in den Achtzigerjahren sehr erfolgreichen Deutschpoppern von der Münchener Freiheit ('Zeig mir die Nacht, Marie') die Gelegenheit, sich mit einer Eurovisionsteilnahme ihr eigenes Grab zu schaufeln. Die Band um Mastermind Stefan Zauner gehörte zu den wenigen Überlebenden des Popphänomentsunamis der Neuen Deutschen Welle, in deren Ausläufern sie zunächst mit wavigen Sounds ('Ich…
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<span class="caps">ESC</span> 1992: Why her?

ESC 1992: Why her?

Nordisch unterkühlt das schwedische Moderationspaar, belanglos das Gros der vorgetragenen Lieder: wenig blieb hängen vom musikalischen Aufgebot dieses Abends. Auch in den Charts: völlige Fehlanzeige. So waren es mal wieder die optischen Eindrücke, die den Bericht lohnen. Wie beispielsweise der kregle Zeichentrickvogel Song Trush, der die Postkarten einläutete (und heute seine virtuelle Heimat auf der exzellenten Songtexte-Seite Diggiloo gefunden hat). Oder das riesige Wikingerschiff auf der Bühne, das die Zuschauer daran erinnern sollte, wer hier Millionen für flache Unterhaltung ausgab. Und das die Sänger mit Trockeneisrauch aus seinem Drachenkopf am Bug von der Bühne scheuchte, wenn diese ihre drei Minuten zu…
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Ein Lied für Mal­mö 1992: Der Mann, der sei­nen Job ver­lor

Ein Lied für Mal­mö 1992: Der Mann, der sei­nen Job ver­lor

In den Wiedervereinigungswirren nutzte der Bayerische Rundfunk die Gunst der Stunde und schob die Verantwortung für die mittlerweile arg ungeliebte, nur noch als Geldverschlingungsmaschine empfundene Veranstaltung eilends an den neu gegründeten "Mitteldeutschen" Rundfunk, noch heute der führende Schlagersender Deutschlands, ab. Dabei kam den Bajuwaren zupass, dass die äußerst CDU-nahe Zonenanstalt unter maßgeblicher Führung der Münchener aufgebaut wurde, die dort elegant ihre personellen und programmlichen Altlasten entsorgten. Zu denen zählte eben auch die Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision. (mehr …)
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<span class="caps">ESC</span> 1991: Hier decke ich den Tisch

ESC 1991: Hier decke ich den Tisch

Mit einer Hymne auf das neu vereinte Europa ('Insieme: 1992') hatten die Italiener im Vorjahr dieses merkwürdige Wettsingen gewonnen, das bekanntlich auf dem Vorbild ihres heißgeliebten San-Remo-Festivals basiert. Da lag es auf der Hand, selbigem Vorbild zu huldigen und den Contest in nämlichem ligurischen Kurort auszutragen. Doch je näher das Ereignis heranrückte, desto stärker nagten die Zweifel: würde man mit diesem obskuren Eurotrashspektakel in der geheiligten Stätte des Ariston-Theaters zu San Remo nicht das Ansehen des im Lande wesentlich beliebteren Originals beschmutzen? Wollte man sich als selbst empfundener kultureller Nabel Europas wirklich diese Laus in den Pelz setzen? Also verlegte…
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Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu ver­lie­ren

Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu ver­lie­ren

Das Jahr Eins nach der deutschen Wiedervereinigung: die ursprünglichen Pläne der Bürgerbewegung für eine eigenständige Deutsche Demokratische Republik, die diesen Namen auch verdient, waren zugunsten der schnellen D-Mark und der berühmten "blühenden Landschaften" (Helmut Kohl - wer ahnte schon, dass er damit von Unkraut überwucherte, eingestürzte VEB-Fabrikationshallen meinte?) zu Grabe getragen. Das ehemalige Fernsehen der DDR war unter dem Übergangsnamen Deutscher Fernsehfunk (DFF) gerade der ARD beigetreten. Diese nutzte die vermeintlich günstige Gelegenheit und stellte die Eurovisionsvorauswahl 1991 auf eine besonders breite Basis: sowohl der seit 1979 federführende Bayerische Rundfunk als auch der im Westteil der Stadt beheimatete Sender Freies Berlin und eben…
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<span class="caps">ESC</span> 1990: Für uns, Lie­be ohne Gren­zen

ESC 1990: Für uns, Lie­be ohne Gren­zen

Deutschland schrieb in diesem Jahr Geschichte: mit der von mutigen DDR-Bürgern friedlich herbeidemonstrierten Revolution und der sich anschließenden, von den meisten Westlern wie mir gedanklich längst abgeschriebenen Wiedervereinigung. Allerdings auch mit den beiden ersten deutschen Eurovisionsteilnehmern, die beim Versuch des Singens kaum einen Ton sauber zu treffen vermochten. Hätte man einen Schock Hundewelpen 'Frei zu leben' jaulen lassen, das Ergebnis wäre gewiss musikalisch überzeugender ausgefallen. Doch nicht genug, dass sich einem beim Anhören die Fußnägel kräuselten, auch der Anblick des peinlichen Duos sorgte für Fremdschämattacken: Daniel Kovac erschien im C&A-Anzug, Chris Kempers mit tuffiger Dauerwelle und noch tuffigerer Kostümjacke, die…
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Ein Lied für Zagreb 1990: Frei zu jau­len

Ein Lied für Zagreb 1990: Frei zu jau­len

Frühjahr 1990: die Mauer war gefallen, Helmut Kohl arbeitete zielstrebig auf die rasche Wiedervereinigung (oder die zügige Einverleibung der DDR als ALG-II-finanzierter zusätzlicher Absatzmarkt für West-Produkte) hin. Zeit für einen Aufbruch also, von dem man aber bei der deutschen Eurovisionsvorentscheidung nichts spürte. Zwar gab sich der vom Bayerischen Rundfunk erneut als Moderator verpflichtete Hape Kerkeling alle erdenkliche Mühe, mit "witzischen" Gags und einer brillanten Parodie auf das enttäuschende Vorjahresergebnis ("Und dieses hier, dieser weiße Fleck, ist Österreich") frischen Wind in die Show zu bringen. Doch erneut scheiterte der löbliche Versuch der ARD kläglich, durch das Anschreiben der zehn kommerziell erfolgreichsten deutschen…
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