ESC-Fina­le 1994: Sie zu berüh­ren ist Sünde

ESC-Fina­le 1994: Sie zu berüh­ren ist Sünde

Ralph Siegel hält sich gerne zugute, dass er den europäischen Musikgeschmack kenne, oder vielmehr den der Jurys. Und ganz kann man ihm da nicht widersprechen: MeKaDo, deren 'Party'-Versuch sich als eines der wenigen schnelleren Stücke des Abends erwies und noch heute als garantierter Tanzflächenfüller bei jeder Eurovisionsdisco funktioniert, erreichten in Dublin den dritten Platz. Der deutsche Grand-Prix-Großvater dürfte sich wohl als Einziger richtig darüber gefreut haben. Denn zu Hause rief das gute Abschneiden Deutschlands nach langer Durststrecke nur noch Ratlosigkeit, Ablehnung und Desinteresse hervor. Ein peinliches Popstück, das niemand kaufen wollte und für das auch keiner abgestimmt hatte, bescherte uns…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1994: Um so län­ger, um so lieber

Deut­scher Vor­ent­scheid 1994: Um so län­ger, um so lieber

Die intern ausgewählte Münchener Freiheit, einer der kommerziell erfahrensten Eurovisionsvertreter der letzten zehn Jahre, hatte es beim letztjährigen Wettbewerb in Millstreet verrissen. Also kehrte man bei der ARD, der Experimente und ohnehin des ganzen kostspieligen Wettbewerbs überdrüssig, lieber zum Bewährten zurück. Wieder eine öffentliche Vorentscheidung zu organisieren, würde ohnehin nur Geld kosten, die Einschaltquoten nach unten und das Genörgel der Öffentlichkeit nach sich ziehen. Und Ralph Siegel würde ohnehin gewinnen, völlig unabhängig vom Abstimmungssystem, zumal der Grand Prix (nicht nur) in Deutschland aufgrund der dort gezeigten, völlig unzeitgemäßen Musik mittlerweile unter einem derart verstaubten Image litt, dass ohnehin nur noch…
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Ein Lied für Dub­lin 1994: Wor­te die wehtun

Ein Lied für Dub­lin 1994: Wor­te die wehtun

Ein letztes Mal noch wollte der ORF der klassischen öffentlichen Vorentscheidung eine Chance geben. Im verzweifelten Bemühen, ein bisschen zeitgeistiger zu wirken, verlegte man die Show aus dem ORF-Fernsehtheater in den Club Nachtwerk und engagierte den yuppiehaft wirkenden, sich 1997 als schwul outenden Schauspieler Alfons Haider, bekannt geworden vor allem als rasender TV-Reporter auf dem glamourösen Opernball, als Moderator. Von den acht im extra reduzierten Starterfeld angetretenen Beiträgen schmückte sich die Hälfte mit italienischen oder englischen Titeln, obschon nach den gültigen Sprachregeln weiterhin auf Deutsch gesungen werden musste. Dieser Etikettenschwindel setzte sich bis in die Musik hinein fort: so wirbelte…
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