Die Sechziger

Euro­vi­si­ons­his­to­rie: die Wett­be­wer­be von 1960 bis 1969.

Eurovi­isukar­sin­ta 1968: die Zweitkarrieristen

Eurovi­isukar­sin­ta 1968: die Zweitkarrieristen

Handelt man als Sender klug, die Entscheidung über den nationalen Eurovisionsbeitrag in die Hände des Publikums zu legen, oder riskiert man mit dieser demokratischen Vorgehensweise nur, dass das unmündige Volk den bekanntesten Namen oder die aktuellste Pop-Mode wählt? Das finnische Fernsehen YLE optierte angesichts dieses Dilemmas 1968 für einen Mittelweg: zwar gab man erstmalig die Abstimmung per Postkartenvoting für die Zuschauer:innen frei. Gleichzeitig reduzierte der Sender jedoch das Starterfeld von zehn auf sechs Plätze und achtete bei der Auswahl der Songs strikt darauf, nichts zu nehmen, das dem Massengeschmack zu sehr entsprochen hätte. Dementsprechend klangen die Lieder (jedenfalls die vier…
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San-Remo-Fes­ti­val 1968: Zum Des­sert gibt’s Happiness

San-Remo-Fes­ti­val 1968: Zum Des­sert gibt’s Happiness

Gleich zwei Welthits brachte er hervor, dieser erstmalig von der italienischen TV-Größe Pippo Baudo moderierte Jahrgang des ligurischen Liedfestivals, und lustigerweise schaffte es keiner von ihnen unter die ersten Drei in der Jurywertung. Was die Treffsicherheit des angeblichen Expertengremiums mal wieder auf das Schönste illustriert. Immerhin auf Rang 6 fand sich das melodische 'Quando m'innamoro' ('Wenn ich mich verliebe') von Anna Identici. Dessen ohrenschmeichelnde Hookline zog zahlreiche internationale Coverversionen nach sich, unter anderem vom Finnen Fredi und der Portugiesin Simone de Oliveira. Zum Chartbreaker wurde jedoch die englische Fassung 'A Man without Love' des britischen Schnulzenkönigs Engelbert Humperdinck. Der knackte…
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Con­cours Euro­vi­si­on 1968: Als Jod­le­rin umstritten

Con­cours Euro­vi­si­on 1968: Als Jod­le­rin umstritten

Er erwies sich mal wieder als große Wundertüte aus gewesenen, kommenden und nie so richtig stattfindenden Stars, der Schweizer Vorentscheid 1968. Immerhin, seinen Rhythmus hatte der Concours Eurovision zwischenzeitlich gefunden: wie schon in den letzten fünf Jahren bestand auch diese Ausgabe aus sechs verschiedenen Künstler:innen mit jeweils einem Song; zu Gehör kamen - streng paritätisch - jeweils zwei französische Chansons, zwei italienische Canzone und zwei deutsche Lieder. Den gallischen Part besorgten die nur kurzzeitig in Erscheinung getretene Sängerin Irène Berthier und der vor allem als Textdichter bekannte Franzose Charles Level. Ende der Fünfziger noch selbst als Frontmann einer Cover-Band unterwegs, verlegte…
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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1968: Jedem sein Lied

Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1968: Jedem sein Lied

65 Lieder sollen nach Recherche des Webarchivs ESC History in diesem Jahr auf der internen Auswahlliste des französischen Senders ORTF gestanden haben, und nur die wenigsten von ihnen lassen sich Interpret:innen zuordnen. Mit gleich drei Beiträgen versuchte es das Schlagerpärchen Line & Willy (bürgerlich: Line Van Menen und Claude Boillod), und nachdem sie im Heimatland nicht zum Zuge kamen, reichten sie ihr gefällig-harmloses 'A chachun son Chanson' eben an die Steueroase Monaco weiter, den winzigen Stadtstaat an der französischen Riviera, dem Zeit seiner Grand-Prix-Laufbahn mehr oder minder die Position der Resterampe für gallische Künstler:innen zufiel. Das Gleiche galt für das…
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Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1968: Das Dra-ma-ma um La-la-la

Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1968: Das Dra-ma-ma um La-la-la

"La, la, la": diese drei so leicht und lustvoll zu singenden, simplen Silben sind die Quintessenz der Lautmalerei. Sowie der Titel des spanischen Eurovisionsbeitrags und Grand-Prix-Siegersongs von 1968, um den sich dermaßen viele Kontroversen, Verstrickungen, Legenden und Beschuldigungen drehen, dass es einem schwindelig davon werden kann. Der kraftvolle Ohrwurm entstammt der Feder von Manuel de la Calva und Ramón Arcusa, die sich Ende der Fünfziger bei der Erwerbsarbeit in einer Flugmotorenfabrik kennen gelernt und ihre gemeinsame Liebe zur Musik entdeckt hatten. Gemeinsam gründeten sie das Dúo Dinámico, mit dem sie die spanische Popszene der Sechziger aufmischten und bei sämtlichen Festivals…
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ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

ESC-Fina­le 1967: Sicher vor der sen­gen­den Sonne

Wahrlich keinen würdigeren Gastgeber hätte es für diesen, den Übergang zwischen Tradition und Moderne markierenden Eurovisionsjahrgang geben können als den ORF. Mit der Wahl des Festsaals der kaiserlichen Wiener Hofburg als Veranstaltungsort steuerten die Österreicher die uneinholbar nobelste Location, in welcher der Grand Prix jemals gastierte, zum Geschehen bei. Üppige Blumenarrangements auf der Bühne, gerne ins Bild gerückte gigantische Kronleuchter an den hohen Stuckdecken, die festliche Abendgarderobe des handverlesenen Saalpublikums, ein exzellentes Orchester und die traditionsreichen Wiener Hofknaben als Pausenprogramm sorgten im letzten Jahr des Schwarzweißfernsehens für einen regelrecht imperialen Glanz beim europäischen Chansonwettbewerb. Gleichzeitig bemühte man sich mit riesigen…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1967: Musst nicht weinen

Deut­scher Vor­ent­scheid 1967: Musst nicht weinen

Auch in meinem Geburtsjahr wollte sich kein kommerziell erfolgreicher deutscher Schlagerstar mit einer Grand-Prix-Teilnahme die Karriere zugrunde richten, und so trug Hans-Otto Grünefeldt, der damalige Unterhaltungschef des Hessischen Rundfunks und Eurovisionsverantwortliche der ARD, der Sängerin Inge Brück auf, den deutschen Beitrag zu Gehör zu bringen, welcher der Sender erstmalig im Rahmen der ebenfalls vom hr verantworteten, quotenstarken Schunkelshow Zum blauen Bock der Öffentlichkeit präsentierte. Brücks einziger Hit, der kesse Schlager 'Peter, komm heut Abend zum Hafen', lag zu diesem Zeitpunkt zwar bereits zehn Jahre zurück. Doch sie konnte 1966 mit dem dezent dramatischen 'Frag den Wind' das renommierte Internationale Songfestival in…
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Melo­di Grand Prix 1967: Hey, Mr. Tam­bou­rine Man!

Melo­di Grand Prix 1967: Hey, Mr. Tam­bou­rine Man!

Hoch oben im Norden gelegen, gehört das Königreich Norwegen nicht unbedingt zu den sonnenverwöhntesten Ländern Europas, und die Düsternis der Umgebung schlägt sich natürlich aufs Gemüt seiner Bewohner:innen und in der Folge auch in den Songtexten der Grand-Prix-Beiträge der Halbinsel nieder. So zum Beispiel beim 'Dukkemann', dem Siegertitel des Melodi Grand Prix (MGP) 1967, vordergründig ein fröhlich klingendes Lied über eine Marionette, ein beim Eurovision Song Contest bekanntlich gerne genommenes Thema. Was Kirsti Sparboe da in einem Outfit darbot, das nur als Kreuzung aus angeglimmerten Sträflingsklamotten und Schlafanzug bezeichnet werden kann und bereits den befremdlichen Golden-Girls-Chic der späten Achtziger vorwegnahm,…
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Fes­ti­val da Can­ção 1967: Trom­meln dröh­nen heiser

Fes­ti­val da Can­ção 1967: Trom­meln dröh­nen heiser

Ein Jahr, nachdem die damalige Kolonialmacht Niederlande mit der von surinamischen Eltern abstammenden Milly Scott die erste schwarze Sängerin zum Eurovision Song Contest delegierte, dominierten Künstler aus der portugiesischen Kolonie Angola, welche wie das lateinamerikanische Surinam erst 1975 die Unabhängigkeit erlangte, das Festival da Canção 1967. Der portugiesischen Wikipedia zufolge soll dies gerüchtehalber einem Wunsch des ultrarechten Machthabers Salazar entsprochen haben, der damit die Anbindung des südafrikanischen Landes stärken wollte. Wohl aus diesem Grunde durften bei der regionalen Jury-Abstimmung diesmal auch ein paar Exil-Angolaner mitvoten, allerdings ohne, dass ihre Stimmen mit in die Auszählung flossen. Kulturelle Approbation ja, Mitbestimmung nein:…
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A Song for Euro­pe 1967: Bar­fuß im Regen

A Song for Euro­pe 1967: Bar­fuß im Regen

"Ich dachte, Balladen lägen wieder im Trend. Ich lag falsch, so einfach ist das". Simple Worte der Einsicht aus dem Munde eines Delegationsleiters: für deutsche Eurovisionsfans vollkommen unvorstellbar, für den seinerzeitigen Unterhaltungschef der BBC, Tom Sloane, kein Problem. Und er ließ seinen Worten Taten folgen: nachdem der von ihm im Vorjahr persönlich als Grand-Prix-Repräsentant ausgesuchte schottische Operntenor Kenneth McKellar der Insel ihr bislang schlechtestes Ergebnis bescherte, verpflichtete der Sender diesmal einen frischen, jungen Popstar auf dem Höhepunkt ihrer Karriere: die bei einem Talentwettbewerb entdeckte Sandie Shaw konnte zum Zeitpunkt ihrer Ernennung als britische Eurovisionsrepräsentantin bereits zwei heimische Nummer-Eins-Hits sowie Charterfolge…
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Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1967: Wer Sor­gen hat, hat auch Likör

Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1967: Wer Sor­gen hat, hat auch Likör

Es wurde mit harten Bandagen gefochten beim belgischen Eurovisionsvorentscheid von 1967, der nach 1963 das zweite Mal unter dem (von einer Sendereihe der italienischen Rai geklauten) Rubrum Canzonissima stattfand und sich über sagenhafte zehn Runden hinzog. Zehn Teilnehmer:innen gingen ins Rennen, die jede Woche neue Songs erhielten. Zusätzlich kam die per Jury ermittelte Top 3 jedes Semis jeweils eine Runde weiter und musste sich dort erneut der Konkurrenz stellen - nur, wer es drei Mal hintereinander aufs Siegertreppchen schaffte, durfte ins Finale einziehen. Ein brutales Rennen, und so nimmt es nicht Wunder, dass sich die Kombattant:innen gegenseitig ein Bein stellten,…
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Melo­di­fes­ti­va­len 1967: Im Östen nichts Neues

Melo­di­fes­ti­va­len 1967: Im Östen nichts Neues

Das Melodifestivalen (MF) ist ein rundheraus sterbenslangweiliger Wettbewerb mit nicht einem einzigen auch nur ansatzweise interessanten Titel und einem gegen null gehenden Glamourfaktor! Okay, bevor mich jetzt ein paar vor Empörung schnappatmende Fans als Ketzer bezichtigen und am nächsten Fahnenmast aufknüpfen, soll ergänzt sein, dass sich dieser Vorwurf auf den Jahrgang 1967 bezieht, wo er voll und ganz zutrifft, wie selbst der schwedophilste Grand-Prix-Fan ehrlicherweise zugeben muss. Zehn Lieder hatte eine Jury für den Vorentscheid herausgesucht, und darunter befand sich nicht ein einziges, das in irgendeiner Form als eingängig bezeichnet werden könnte. Am konventionellsten vielleicht noch der Titel 'Christina dansar'…
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Natio­naal Song­fes­ti­val 1967: Der Witz des Tages

Natio­naal Song­fes­ti­val 1967: Der Witz des Tages

Thérèse Steinmetz, eine in Amsterdam geborene und ausgebildete Schauspielerin und Sängerin, hatte im Jahr 1966 durch eine eigene TV-Show im niederländischen Fernsehen nationale Bekanntheit erlangt. Folgerichtig (und vermutlich auch, weil sonst niemand wollte?) nominierte sie der Sender NTS als Vertreterin des Landes beim Eurovision Song Contest 1967 zu Wien. Sechs knackig kurze Titel - alle zwischen 2 Minuten und maximal 2:40 Minuten - gab man ihr zur Vorstellung im unter der Woche terminierten Vorentscheid Nationaal Songfestival, darunter so knackig kurze Imperative wie 'Hör!' und das ausgesprochen hektische 'Sing!'. Per Postkarte durften die Holländer:innen über die Lieder abstimmen, die sie in…
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Jugo­vi­zi­ja 1967: Das ist mei­ne klei­ne Welt

Jugo­vi­zi­ja 1967: Das ist mei­ne klei­ne Welt

Fünf Regionalsender des jugoslawischen Fernsehens JRT beteiligten sich im Februar 1967 an dem in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana abgehaltenen Eurovisionsvorentscheid Jugovizija. Jeder von ihnen schickte drei Lieder ins Rennen, und da nicht im gleichen Umfang mitmachwillige Interpret:innen zur Verfügung standen, kam es, dass der in Mazedonien geborene Folksänger, Schauspieler ('Mazedonische Bluthochzeit') und Dichter Zafir Hadžimanov gleich für drei verschiedene regionale Stationen an den Start ging, nämlich für TV Skopje, TV Belgrad und TV Zagreb. Was insofern Sinn machte, da der mit der in Zagreb geborenen Popsängerin Senka Veletanlić verheiratete Zafir die meiste Zeit seines Lebens in der serbischen Metropole lebte,…
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Iri­scher Vor­ent­scheid 1967: Run­ning up that Hill

Iri­scher Vor­ent­scheid 1967: Run­ning up that Hill

Hügel waren ein prägendes Thema beim dritten Eurovisionsvorentscheid der Grünen Insel im Jahre 1967. Gleich zwei der neun im RTÉ-Sendestudio zu Dublin vorgestellten Wettbewerbsbeiträge trugen das 'Hill' im Titel. Und im siegreichen Song 'If I could choose', einer sehr, sehr klassischen (um nicht zu sagen: hoffnungslos verstaubten) Liebesballade, war gleich vier Mal die Rede von den "Hills of Clare", was sich entweder auf die 14 Kilometer langen und bis zu 200 Meter hohen Klippen von Moher oder die spektakuläre, rund 250 Quadratkilometer große Karstlandschaft in der dortigen Küstenregion am Atlantischen Ozean bezog, zwei der beliebtesten touristischen Ziele des an Naturattraktionen…
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Eurovi­isukar­sin­ta 1967: Der Tunten-Marathon

Eurovi­isukar­sin­ta 1967: Der Tunten-Marathon

Einmal wie immer: auch im Jahre 1967 veranstaltete das finnische Fernsehen YLE zur Ermittlung des Eurovisionsbeitrages einen offenen Komponistenwettbewerb. 240 Einsendungen gingen beim Sender ein, und wie schon im Vorjahr fanden sich unter den von einer Jury ausgewählten (diesmal acht) Finaltiteln gleich drei aus der Feder von Lasse Mårtenson. Ebenso wie schon im Vorjahr siegte wiederum eine davon. Mårtenson nun den Ralph Siegel Finnlands zu nennen, täte ihm aber dennoch unrecht, dafür waren seine Lieder einfach zu... un-siegelig. So wie das von ihm komponierte 'Varjoon - suajoon' (sinngemäß: 'Im Schatten - geschützt'), eine sehnsuchtsvolle und in ihrer Art extrem finnische…
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San-Remo-Fes­ti­val 1967: Du, wenn ich dich verlier’

San-Remo-Fes­ti­val 1967: Du, wenn ich dich verlier’

Gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich war das sich gewissermaßen im Höhenflug befindliche (und unsanft landen sollende) San-Remo-Festival (SRF) im Jahre 1967. Das galt zum einen für den schieren Umfang des Wettbewerbs: 30 Lieder gingen in den beiden Vorrunden ins Rennen, jedes von zwei verschiedenen Interpret:innen dargeboten, was (aufgrund einiger weniger Dopplungen) die Gesamtteilnehmerzahl auf nie wieder erreichte 55 Acts hochtrieb. Um die schiere Masse überhaupt noch bewältigen zu können, lagerte man die Auftritte der immer zahlreicher werdenden Bands vom Festsaal des städtischen Casinos in einen dortigen Nebenraum aus. Der Anteil der internationalen Stargäste lag zwar etwas niedriger als sonst, dafür…
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Con­cours Euro­vi­si­on 1967: My Life on the D‑List

Con­cours Euro­vi­si­on 1967: My Life on the D‑List

Wie bereits des Öfteren in der Vergangenheit präsentierte sich auch dieser schweizerische Vorentscheid als eine Art von Vertriebenentreffen für Stars von der D-Liste. Lauter Schlagersängerinnen gaben sich hier die Klinke in die Hand, deren Namen Glanz in die Augen von dezidierten Jägern und Sammlern rarer Vinyl-Schätzchen zaubern, gerade weil sich selbst ihre wenigen Erfolgstitel auf keinem Sampler wiederfinden und erst recht nicht auf irgendwelchen Schlagerpartys gespielt werden. Brigitte Petry ist so ein Beispiel: geboren in Berlin, Hauptstadt der DDR, veröffentlichte sie ihrem Wikipedia-Eintrag zufolge 1961 eine einzige Single auf dem Amiga-Label, bevor sie ihr Wirken ins befreundete sozialistische Ausland verlegte,…
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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1967: The who­le World’s Pain

Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1967: The who­le World’s Pain

Sechs Jahre war es nun her, dass das französische Fernsehen zuletzt eine öffentliche Vorentscheidung für den Grand Prix Eurovision durchgeführt hatte. Und weitere drei Jahre sollte es dauern, bis es das erneut tat. 1967 hingegen zog man sich in Paris, wie die meiste Zeit, auf eine hausinterne Auswahl zurück. Bemerkenswert an diesem Jahrgang erscheint jedoch der Umfang der Vorschlagsliste: sammelten sich sonst üblicherweise so um die 50 eingereichte oder vom Sender gewünschte Titel in der Auswahl, so schwoll diese heuer auf das Doppelte an. Und es fand sich auch der eine oder andere international bekannte Name darunter, wie beispielsweise der…
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ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

Das zehnjährige Jubliäum des Eurovision Song Contests nahm die EBU zum Anlass, im Frühjahr 1966 bei den teilnehmenden TV-Anstalten Wünschen und Ideen für die zukünftige Gestaltung des Wettbewerbs zu sammeln. Dabei zeigten sich regional unterschiedliche Schwerpunkte, wie Gordon Roxburgh in der Fibel Songs for Europe auflistet: so insistierten die skandinavischen Sender, dass der "musikalischen Qualität" der Beiträge die absolute Priorität einzuräumen sei. Die westeuropäischen Anstalten wie die ARD, das belgische BRT, der ORF und das französische Fernsehen wollten vor allem die als zu hoch empfundene Teilnehmerzahl von zuletzt 18 Nationen reduzieren und schlugen verschiedene Formate für Semifinale vor, wie sie…
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A Song for Euro­pe 1966: Jeder Schot­te hat in Schott­land ein Schot­ten­röck­chen an

A Song for Euro­pe 1966: Jeder Schot­te hat in Schott­land ein Schot­ten­röck­chen an

"Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem französischen Verleger," so erzählt es der Texter des britischen Eurovisionsbeitrags von 1966, Peter Callander, in Gordon Roxburghs Buch Songs for Europe: "damals war die Eurovision sehr bedeutend und man konnte viel Geld damit machen. Der aber sagte mir: 'Ich glaube, die BBC erlaubt sich einen Scherz mit uns', weil er es einfach nicht glauben konnte, dass so ein Lied beim ESC dabei sein sollte. Es war einfach falsch". Der zu Rede stehende Song, 'A Man without Love', ein lieblich-pompöser Operettenschlager wie direkt aus einem Musicalfilm der vierziger Jahre, passte allerdings perfekt zu…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1966: Vor­wärts und nie zurück

Deut­scher Vor­ent­scheid 1966: Vor­wärts und nie zurück

Karrierezerstörende Null-Punkte-Resultate zu ersingen, darauf ließen sich Mitte der Sechzigerjahre die wenigsten deutschen Schlagerstars noch ein, und so hatte der Eurovisionsverantwortliche des Hessischen Rundfunks, Hans-Otto Grünefeld, langsam ernsthafte Probleme, noch Sänger:innen für den Grand Prix zu finden. Aber eine wollte - eine, die man bereits vor drei Jahren zugunsten von Heidi Brühl fallen gelassen hatte. Und auch diesmal, so kolportiert es Jan Feddersen in seiner Grand-Prix-Bibel 'Ein Lied kann eine Brücke sein', wollten die ARD-Oberen viel lieber die Niederländerin und dreifache Eurovisionssiegerin Corry Brokken importieren, in Deutschland zuletzt mit dem todtraurigen Tränenzieher 'La Mamma' sehr erfolgreich. Doch die erinnerte sich vermutlich noch mit Grauen…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1966: Kann ich die Wurst mal sehen?

Dansk Melo­di Grand Prix 1966: Kann ich die Wurst mal sehen?

Dass im Vorjahr auf Geheiß des auf höchstmöglichen kulturellen und gesellschaftlichen Anspruch Wert legenden dänischen TV-Unterhaltungschefs und Eurovisionsverantwortlichen Svend Pedersen eine hausinterne Auswahl stattgefunden hatte, mit Songs, die "Qualität" beinhalten sollten, und dass als deren Ergebnis in Neapel der wohl feministischste Grand-Prix-Beitrag dieser Ära zu hören war, zeigte die wohl erwünschten Nachwirkungen: der Wiener Dichter und Büchner-Preisträger Hans Carl Artmann, bekannt für seine Mundartgedichte und seine surrealistischen Erzählungen, ging beim 1966 wieder als öffentlicher Vorentscheid organsierten Dansk Melodi Grand Prix (DMGP) an den Start, allerdings unter dem Künstlernamen Ib Hansen. Ob sein Lied 'Lille Veninde' ('Kleine Freundin') allerdings die ersehnte poetische…
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Con­cours Euro­vi­si­on 1966: Seit wann nimmst Du denn zwei­te Wahl?

Con­cours Euro­vi­si­on 1966: Seit wann nimmst Du denn zwei­te Wahl?

Nach und nach füllen sich die archivarischen Lücken rund um den schweizerischen Concours Eurovision: so kennen wir dank der fleißigen Arbeit des Webarchivs von Eurovision World mittlerweile die Namen aller sechs mal wieder fast ausschließlich aus dem Ausland importierten Teilnehmer:innen am eidgenössischen Vorentscheid 1966. Wobei diese niemanden vom Sockel hauen: Joël Holmès war ein französischer Chansonnier im Spätherbst seiner bescheidenen Karriere, Brigitt Petry eine heute weitestgehend vergessene deutsche Schlagersängerin. Und als das Interessante am (wie fast alle Songs leider nicht im Netz auffindbaren) Titel 'Die Straße voller Lichter' erweist sich dessen Komponist, der eidgenössische Bandleader Hazy Osterwald. Dazu kam noch die…
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Melo­di Grand Prix 1966: We’­re not gon­na take it

Melo­di Grand Prix 1966: We’­re not gon­na take it

Sie hatte ein ganz klein wenig was von einem feministischen Folk-Festival, die norwegische Eurovisions-Vorentscheidung Melodi Grand Prix (MGP) im Jahre 1966. Was nicht nur daran lag, dass ausschließlich Frauen sangen. Nein, auch der eine oder andere der insgesamt fünf dort vorgestellten Titel verströmte einen leisen, leichten Hauch von Auflehnung und Rebellion, sei es durch seine Instrumentierung, seinen Text oder seine Interpretation. Interessanterweise stammten diese Lieder allesamt aus der schöpferischen Hand eines einzelnen Mannes, nämlich des norwegischen Komponisten und Eurovisions-Vertreters von 1964, Arne Bendiksen. Was auch vor dem weiteren Hintergrund bemerkenswert erscheint, dass eine sendereigene Jury diese fünf - in jeweils…
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