Die Siebziger

Euro­vi­si­ons­his­to­rie: die Wett­be­wer­be von 1970 bis 1979.

ESC-Fina­le 1979: Er zeug­te sie­ben Kin­der in einer Nacht

ESC-Fina­le 1979: Er zeug­te sie­ben Kin­der in einer Nacht

Heftige Auseinandersetzungen entbrannten im Vorfeld dieses Jahrgangs um den deutschen Beitrag. Ausgerechnet nach Jerusalem mit einem Song zu fahren, der von einem gewalttätigen Imperatoren handelt und mit Textzeilen wie "Sie trugen Angst und Schrecken in jedes Land" aufwartet, zeugte nicht eben von ausgeprägtem geschichtlichen Feingefühl. Es hagelte Proteste und Verbotsforderungen, man befürchtete eine Belastung der diplomatischen Beziehungen und die damalige Familienministerin Antje Huber (SPD) geißelte den Text gar als "dumm und geschmacklos". Ach was! (mehr …)
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Ein Lied für Jeru­sa­lem 1979: Dann bleibst Du län­ger dran

Ein Lied für Jeru­sa­lem 1979: Dann bleibst Du län­ger dran

In diesem Jahr erbte der Bayerische Rundfunk den innerhalb der ARD nach wie vor eher unbeliebten Grand Prix. Wie es dazu kam? Nun, im Vorjahr hatte Israel den Wettbewerb gewonnen, und für die Berichterstattung über das Nahostland liegt die Zuständigkeit bei der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rundfunkanstalten in München. Also bekam der BR auch den Contest zugeschoben. Logisch, oder? Die Bayern, das muss man ihnen zugute halten, stellten sich der Aufgabe mit Bravour: sie produzierten eine TV-Vorentscheidung mit zwölf Teilnehmer:innen, größtenteils die A-Liste des deutschen Schlagers. Außerdem erkannten sie schon fast zwanzig Jahre vor der EBU, dass die Zeit der organisierten Bevormundung…
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ESC-Fina­le 1978: Mei­le um Mei­le um Meile

ESC-Fina­le 1978: Mei­le um Mei­le um Meile

Erstmalig in diesem Jahrzehnt (und letztmalig überhaupt) kam das in den sechziger Jahren so vom Eurovisionserfolg verwöhnte Frankreich wieder zu Gastgeberehren. Was das aus einer aufgedonnerten Schabracke und einem schätzungsweise weit über hundertjährigen Sportreporter mit dem schönen Namen Léon Zitrone bestehende Moderatorenpaar (ein Eurovisions-Novum: bis 1977 führte stets nur ein/e einzelne/r Gastgeber/in durch den Abend) zum Anlass nahm, die Zuschauer zu belehren, dass selbstverständlich ihr Land bislang am häufigsten gewonnen habe. Tja: Hochmut kommt vor dem Fall! Die Bildregie des französischen Fernsehens überzog die Sendung mit einem Weichzeichnerschleier nach Art der Zärtlichen Cousinen, der sämtliche Darbietungen optisch zu einem einzigen pastellfarbenen Matsch…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1978: Heut will ich’s wissen

Deut­scher Vor­ent­scheid 1978: Heut will ich’s wissen

Im Jahr Eins nach Grünefeldt herrschte bei der ARD in Sachen Grand Prix heillose Konfusion. Der Hessische Rundfunk gab die Zuständigkeit für den Eurovision Song Contest ab, und niemand wollte sie haben. Gegen seinen erklärten Willen erhielt der Südwestfunk in Baden-Baden die Verantwortung zugeschoben. Der verlegte die nationale Vorentscheidung ins Radio, nachdem man die auf einen extrem kurzfristigen Aufruf hin eingereichten Songs als zu niveaulos für ein TV-Finale empfand. Und tatsächlich lassen solch klingende Künstler:innennamen wie die international renommierten Brunhilde Lamberty (wer?), Albatros (mit dem Beischlafschlager 'Bleib die Nacht bei mir und komm') oder das deutsch-österreichische Schlagerpärchen Freya & Bernd Wippich ('Ich…
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ESC-Fina­le 1977: Kojak, Hijack, me and you

ESC-Fina­le 1977: Kojak, Hijack, me and you

Der diesen Wettbewerb ausrichtende britische Sender hatte in diesem Jahr kein glückliches Händchen: nur zwei Stunden vor der geplanten Ausstrahlung seiner Vorentscheidung A Song for Europe traten die Kameraleute der BBC in einen unbefristeten Streik, weswegen auch der ursprünglich für den 2. April 1977 terminierte Song Contest verschoben werden musste. Dann fielen die Postkarten zwischen den Songs, die - wie schon 1970 - in den jeweiligen Teilnehmerländern aufgezeichnet werden sollten, Budgetkürzungen zum Opfer. Zwar drehte die BBC stattdessen mit den angereisten Delegationen in einem Londoner Restaurant, entschloss sich dann aber, das Filmmaterial nicht einzusetzen: Bilder von den Sänger/innen, wie sie auf Kosten der Gebührenzahler speisen, kämen…
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1977: My Mes­sa­ge will not be too late

Deut­scher Vor­ent­scheid 1977: My Mes­sa­ge will not be too late

Anno 1977 feierte die ohne jede Frage wichtigste Musikrichtung aller Zeiten, nämlich die weltweite, aus dem schwulen Untergrund hervorgegangene Discowelle, ihren kommerziellen wie künstlerischen Höhepunkt. Filme wie Saturday Night Fever mit John Travolta pushten die Hits der Bee Gees, Donna Summer stöhnte sich mit 'I feel Love' durch alle Hitparaden und deutsche Komponisten wie Frank Farian (Boney M), der garantiert laktosefreie Rolf Soja (Baccara) oder der Ungar Sylvester Levay, die zu den Pionieren der fröhlichen Revolution zählten, erzielten Welthits. Letzterer belieferte unter anderem das von Michael Kunze produzierte Damentrio Silver Convention, dessen minimalistisch genialer, lediglich auf einem süchtig machenden, in…
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ESC-Fina­le 1976: Die Par­ty ist vorbei

ESC-Fina­le 1976: Die Par­ty ist vorbei

Vor ihrer Grand-Prix-Teilnahme kannte man die Les Humphries Singers europaweit als erfolgreiche, multikulturelle Hippiegruppe, die mit 'Mamaloo' oder 'Mexiko' und ähnlichen Titeln eine Latte respektabler Hits vorweisen konnte. Hinterher verschwanden sie in der Versenkung. In Den Haag durfte die üblicherweise bis zu 16 Mann starke Kapelle allerdings auch nur in deutlich dezimierter Zahl auf die Bühne. Zu sechst nämlich, darunter Jürgen Drews (DVE 1990), während ihr Bandleader am Dirigentenpult stand, was ihrer Bühnenpräsenz gar nicht gut tat. Dazu kam der lendenlahme Siegel-'Sing Sang Song', sein erster Grand-Prix-Beitrag fürs Heimatland und ein wahrlich missratener Auftakt. So reichte es wieder nur für einen, diesmal berechtigten, hinteren…
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Ein Lied für Den Haag 1976: Auf Dir Pur­zel­bäu­me machen

Ein Lied für Den Haag 1976: Auf Dir Pur­zel­bäu­me machen

Zum zweiten Mal nach 1963 versuchte es der seinerzeit federführende Hessische Rundfunk (hr) beim heimischen Vorentscheid mit Demokratie: genervt vom niemals verstummenden Publikumsgemecker und dem unverdient katastrophalen Abschneiden Joy Flemings im Vorjahr beschloss man in Frankfurt am Main, die Verantwortung für das deutsche Scheitern auf die Allgemeinheit abzuschieben. Abstimmen durften die Zuschauer:innen per Postkarte, die seinerzeit noch niedliche 40 Pfennige (21 Cent) Porto kostete. Als Anreiz zum Mitmachen griff der hr ganz tief in die Gewinnspielkasse und verloste unter allen Einsender:innen sage und schreibe zwölf Farbfernsehgeräte (mit atemberaubender 36-cm-Bildröhre!) und 120 Langspielplatten. Und das von unseren TV-Gebühren, ein Skandal! https://www.youtube.com/watch?v=4xnV63ligzg&list=PLji9GlefK7JozpXOVW2Tl4LSZTVCsK1PY…
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ESC-Fina­le 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

ESC-Fina­le 1975: Nicht jeder kommt ans Ziel

Nach jahrelangen Diskussionen und etlichen Fehlversuchen setzte die EBU 1975, bei seiner zwanzigsten Ausgabe, ein komplett neues Wertungsverfahren für den beliebtesten Musikwettbewerb der Welt in Kraft. Ein so erfolgreiches, dass es sich bis heute hält: dass nämlich aus jedem Land die zehn beliebtesten Titel in aufsteigender Reihenfolge Punkte erhalten; die beiden Lieblingslieder sogar noch einen Bonus, um einen möglichst eindeutigen Sieger zu ermitteln. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, so lautet seither die magische Formel. Die sprichwörtlichen "Douze Points" fanden seither auch jenseits des Grand Prix Eingang in den Sprachgebrauch. Für Deutschland, das entscheidenden Einfluss auf…
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Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Nach dem Katastrophenergebnis der hausinternen deutschen Grand-Prix-Vorauswahl im Abbajahr 1974 (ein geteilter letzter Platz für den deutschen Beitrag von Cindy & Bert) besann sich sich der seinerzeit verantwortliche Hessische Rundfunk darauf, dass er bereits 1970 und (in Zusammenarbeit mit dem Sender Freies Berlin) 1972 sehr glamouröse öffentliche Vorentscheidungen auf die Beine gestellt und mit den dort ausgewählten Künstlerinnen jeweils einen gloriosen Medaillenplatz beim europäischen Wettsingen erzielt hatte. Mit diesem Wissen im Rücken und dem daraus resultierenden Glauben an die eigenen Fähigkeiten zimmerte man in Frankfurt am Main diesmal eine der bestbestückten Veranstaltungen in der deutschen Grand-Prix-Geschichte zusammen. Dabei half, dass der Sender…
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ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

ESC-Fina­le 1974: Could­n’t escape if I wan­ted to

Grün ist ja bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Besonders optimistisch erschienen also die deutschen Vertreter Cindy & Bert zu diesem Grand Prix: Cindy in einem lindgrünen Maxikleid, Bert im popelgrünen Anzug mit giftgrün leuchtendem Sommerschal. Half aber nichts: die von einer ARD-Jury hinter verschlossenen Türen ausgewählte, schwächliche 'Sommermelodie' verendete auf dem letzten Platz. Aufgrund der fehlenden öffentlichen Vorentscheidung und des daraus folgenden mangelnden Interesses am internationalen Wettbewerb sahen das nur 28 % der deutschen TV-Zuschauer:innen. Was man insofern bedauern muss, da auf diese Art und Weise viele Deutsche den historischen Contest schlechthin verpassten. (mehr …)
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Deut­scher Vor­ent­scheid 1974: Das darf doch nicht sein

Deut­scher Vor­ent­scheid 1974: Das darf doch nicht sein

Ständig das Gemecker von Presse und Öffentlichkeit über die Abstimmungsergebnisse bei den deutschen Grand-Prix-Vorentscheidungen: der damalige Eurovisionsverantwortliche Hans-Otto Grünefeldt hatte 1974 die Schnauze gestrichen voll! Er verzichtete auf eine öffentliche Auswahl und nominierte stattdessen seine persönlichen Protegés Cindy & Bert direkt für die hausinterne Entscheidung. Die waren erstmals 1972 mit dem besten Titel ihres umfangreichen Schlagerrepertoires, dem soulstarken 'Geh die Straße', arschknapp an der Jury gescheitert. 1973 und 1978 versuchten sie es erneut mit jeweils gleich zwei (schrecklichen) Schlagern, bleiben aber erfolglos. Und auch nach der Trennung von Bert sollte Cindy Berger bei ihren Solo-Anläufen 1988 und 1991 kein Glück…
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ESC-Fina­le 1973: Du sagst nie­mals nein

ESC-Fina­le 1973: Du sagst nie­mals nein

Die Lustlosigkeit der deutschen Vorentscheidung rächte sich für uns. Die Protagonistin ahnte es bereits im Vorfeld: "Bringst Du Tränen von gestern zurück?", so eine der Fragen aus ihrer wunderbaren, im Vergleich mit den eher Aufbruchsstimmung verbreitenden Beiträgen der letzten Jahre jedoch etwas verzagt wirkenden Hymne 'Junger Tag', welche die Juroren mit einem klaren und eindeutigen "Ja!" beantworteten. Nach drei dritten Rängen in Folge konnte der nunmehrige (rechnerisch korrekte) neunte Platz nur als echte Enttäuschung gelten. Oder lag es an dem Spontanaugenkrebs verursachenden, grellgelben Folklorefummel, den die für Deutschland startende Dänin Gitte Hænning in Luxemburg trug? (mehr …)
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Opa­ti­ja-Fes­ti­val 1973: Alles was ich hab

Opa­ti­ja-Fes­ti­val 1973: Alles was ich hab

Im dreizehnten Jahr der jugoslawischen Eurovisionsteilnahme machte sich beim verantwortlichen Sender JRT angesichts der anhaltenden Erfolglosigkeit der Operation eine gewisse Erschöpfung breit. So verzichtete man für die nächste Zeit auf die bis dato stets durchs Land gereiste und abwechselnd immer in einer anderen Hauptstadt des Staatenbundes ihr Zelte aufschlagende Jugovizija. Stattdessen wiederbelebte man das Festival von Opatija, das nach dem Vorbild des italienischen San-Remo-Festivals zwischen 1958 und 1970 jährlich im prunkvollen Kristallsaal des 1884 erbauten Hotels Kvarner stattfand, dem ersten Haus am Platze in dem einstmals mondänen istrischen Seebad und kaiserlichen Kurort. Die Veranstaltungsreihe sollte sich mit wechselhaftem Erfolg bis…
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Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

"Was ist schon ein Jahr?", so lautet die originalgetreue Übersetzung eines späteren Siegertitels beim Grand Prix Eurovision. Nun: manchmal augenscheinlich ein ganzes Leben, wenn es zwischen zwei deutschen Grand-Prix-Vorentscheidungen liegt. Rein formal unterschied sich das diesjährige Finale aus Frankfurt am Main kaum vom dem ebenfalls durch den Hessischen Rundfunk mitveranstalteten aus Berlin anno 1972: wie schon dort gab es wiederum zwölf Beiträge und zehn Juror:innen (davon fünf "musikinteressierte Laien"), die jeden Song mit mindestens einem bis maximal fünf Punkten zu bewerten hatten. Selbst das deutsche Spitzenschlagerpärchen Cindy & Bert sowie deren sozialdemokratisch-liedermacherhafte Variante Inga & Wolf waren, wie bereits im…
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<span class="caps">ESC</span> 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

ESC 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

Das 1971 siegreiche Fürstentum Monaco, dank eigener Spielbank finanziell auf Rosen gebettet, lehnte die Austragung des Contests ab: nach offizieller Darstellung wollte Teleradio Monte Carlo den Event mangels geeigneter Halle erst im Juni 1972 im Freien abhalten. Das war den größeren Sendern, allen voran der BBC, zu spät: bis dato lief der Contest meist im März. Eine neue Halle konnte und wollte der Stadtstaat innerhalb weniger Monate aber nicht aus dem knappen Boden stampfen. Wie fast immer bei solchen Gelegenheiten sprang die BBC ein. So kam der Wettbewerb aus der Ehrfurcht einflößenden Usher Hall im schottischen Edinburgh. Die anbetungswürdige Tänzerin und Schauspielerin Moira Shearer…
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Ein Lied für Edin­burgh 1972: Und es wird gelingen!

Ein Lied für Edin­burgh 1972: Und es wird gelingen!

1972: unbestreitbar das beste deutsche Grand-Prix-Jahr aller Zeiten, eingeleitet von einer Vorentscheidung der Superlative! Als Gemeinschaftsproduktion des Hessischen Rundfunks und des Senders Freies (vulgo: West-) Berlin trumpfte die Veranstaltung mit einem großen Orchester unter der kompetenten Leitung von Paul Kuhn, lustigen Balletteinlagen, einem fantastischen, sehr engagierten Chor (den Rosy Singers) und gleich zwei charmanten Moderatorinnen auf: nämlich Renate Bauer vom SFB und "Lottofee" Karin Tietze-Ludwig vom hr, die wir 1975 nochmals in dieser Tätigkeit sehen sollten. Sie hatten insgesamt zwölf Titel anzusagen, deren Interpret:innen erstmals direkt von den Plattenfirmen nominiert wurden. Was sich in einem hochkarätigen Angebot sowohl an aktuellen…
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Jugo­vi­zi­ja 1972: Hap­py Bir­th­day, Mis­ter President

Jugo­vi­zi­ja 1972: Hap­py Bir­th­day, Mis­ter President

Ihrem Wikipedia-Eintrag zufolge aufgewachsen als Tochter eines bosnischen Lehrer-Ehepaars, hatte sich Jadranka Stojaković, eine der insgesamt zwölf Teilnehmer:innen des jugoslawischen Eurovisionsvorentscheids 1972, welcher hier mit dem Schlagerwalzer 'Tik tika taka' kein Erfolg vergönnt sein sollte, einst im zarten Alter von 16 der Jazzkapelle ihres Onkels angeschlossen, mit welcher sie durch das Land tourte, aber auch Auftritte in Deutschland absolvierte. Zum Grand Prix schaffte sie es indes erst im Jahre 1981, als Chorsängerin des seinerzeitigen Repräsentanten Vajta. Den Höhepunkt ihrer Karriere dürfte sie 1984 erreicht haben, als sie zur Eröffnung der olympischen Winterspielen in ihrer Heimatstadt Sarajewo sang, in welcher sie…
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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1972: Der Dunning-Kruger-Effekt

Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1972: Der Dunning-Kruger-Effekt

Eine zweiteilige senderinterne Auswahl fand 1972 zur Ermittlung des französischen Grand-Prix-Beitrags statt. Rekordverdächtige 110 Titel umfasste die Vorschlagsliste des Senders ORTF, darunter mit 'A l'Ombre bleue du Figuier' ('Im blauen Schatten des Feigenbaums') von Jean Ferrat und 'Les Lavandes' ('Der Lavendel') von Marcel Amont mindestens zwei bereits im Vorjahr eingereichte und dort schon zu Recht nicht berücksichtigte Titel. Auch von den Interpret:innen zeigten sich etliche ausgesprochen hartnäckig: viele von ihnen hatten gleich mehrere Eisen im Feuer, die Sängerin Ania alleine brachte es auf insgesamt acht Liedvorschläge. Was zeigt, dass der Dunning-Kruger-Effekt nicht nur in der Politik und in Internetdebatten existiert,…
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ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der Jurys. Noch immer gärte der Eklat des Vierfachsieges von 1969 nach, der im Vorjahr für einen Teilboykott durch fünf Länder gesorgt hatte. Selbst Deutschland, seit jeher die unerschütterlichste Eurovisionsnation, drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Jurys jetzt vor der Kamera und damit für…
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Jugo­vi­zi­ja 1971: Die Nacht ist lang und dun­kel, wie der Schmerz

Jugo­vi­zi­ja 1971: Die Nacht ist lang und dun­kel, wie der Schmerz

Lediglich drei der insgesamt acht jugoslawischen Landessender, nämlich RTV Ljubljana, RTV Zagreb und RTV Skopje, beteiligten sich 1971 am nationalen Eurovisionsvorentscheid Jugovizija im slowenischen Domžale. Jeder von ihnen entsandte drei Beiträge. Es gibt unterschiedliche Angaben darüber, wie viele über den gesamten Staatenbund verteilte Jurys mit wie vielen Mitgliedern über die Lieder abstimmten, aber es müssen etliche gewesen sein, denn selbst der letztplatzierte Titel von Ditka Haberl und Doca Marolt bekam noch rund 1.300 Punkte. Haberl war zudem Teil der polyphonen Gesangsgruppe Bele Vrane, die nur einen Platz besser abschnitt. Zu den prominenten Namen zählte die aus einer Roma-Familie stammende Esma…
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Ein Lied für Dub­lin 1971: Es ist schön auf ihr

Ein Lied für Dub­lin 1971: Es ist schön auf ihr

'Wunder gibt es immer wieder’ - und im Vorjahr war tatsächlich eines geschehen: erstmals in der bisherigen Grand-Prix-Geschichte konnte die in Berlin aufgewachsene Katja Ebstein für das bis dato beim internationalen Wettsingen eher glücklos agierende und nur sehr mäßig erfolgreiche Deutschland einen (bronzenen) Medaillenplatz erringen. Und um das Glück perfekt zu machen, zudem noch mit einem Titel, der beim Publikum wie bei der Kritik gleichermaßen Anklang fand. Der seinerzeitige Grand-Prix-Verantwortliche Hans-Otto Grünefeldt vom Hessischen Rundfunk witterte Morgenluft und buchte die Schlagersängerin mit der sozialdemokratischen Weltverbessererinnenattitüde in diesem Jahr gleich fest. Wie man sieht, folgte das Lena-Doppel also einem historischen Vorbild,…
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San-Remo-Fes­ti­val 1971: Dann komm’ in die Stadt

San-Remo-Fes­ti­val 1971: Dann komm’ in die Stadt

Unter einem (wenn auch nur sehr langsam) sinkenden Stern stand das traditionsreiche San-Remo-Festival im Jahre 1971. Gleich drei Plattenfirmen blieben mit ihren Künstler:innen aufgrund der hohen Startgebühren dem Wettbewerb fern, dessen Teilnehmerfeld daraufhin von 26 auf 24 verkleinert werden musste. Sergio Endrigo ging auf eigene Kosten ins Rennen, belegte mit dem selbst geschriebenen 'Una Storia' jedoch nur den vorletzten Platz. Wie schon in den Vorjahren zog die vielbeachtete Veranstaltung auch etliche Demonstrant:innen an; eine Studentengruppe, die gegen die Ausweisung einer Immigrantenfamilie protestierte, stürmte das Café des Casinos und warf faule Eier und Tomaten auf die dortigen Gäste. Eine spektakuläre Performance…
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Melo­di­fes­ti­va­len 1971: Ich hab ein ande­res Paradies

Melo­di­fes­ti­va­len 1971: Ich hab ein ande­res Paradies

Wie frustrierend muss es für die Senderverantwortlichen sein, wenn sie jede Menge Kreativität, Geld und Gehirnschmalz in ein elaboriertes neues Auswahlverfahren stecken - nur um am Ende feststellen zu müssen, dass sie sich den ganzen Aufwand auch hätten sparen können? Der schwedische Sender SVT entschied sich nach dem Vorjahresboykott des Eurovision Song Contest, seine Rückkehr zu einem radikalen Umbau seiner Vorentscheidung zu nutzen und entwarf für das Melodifestivalen 1971 einen in dieser Form ubiquitären Hybrid aus interner Auswahl, reiner Interpret:innenkür und offenem Vorentscheid. Zunächst bestimmte SVT intern drei Acts: einen Solo-Sänger, eine Solo-Sängerin und, da in diesem Jahr erstmalig offiziell…
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Natio­naal Song­fes­ti­val 1971: Die Zeit macht nur vor dem Teu­fel halt

Natio­naal Song­fes­ti­val 1971: Die Zeit macht nur vor dem Teu­fel halt

Die mehr als fischige Abstimmung beim niederländischen Vorentscheid von 1970, wo eine fünfköpfige nationale Jury eine zweite, internationale, überstimmte, in dem sie all ihre Voten auf einen einzigen Act vereinte, hatte beim heimischen Publikum verständlicherweise für große Empörung und für naheliegende Bestechungsvorwürfe gesorgt. Wohl, um solch einem erneuten Eklat zu entgehen, aber auch, weil sich das Format beispielsweise für die Briten als überaus erfolgreich erwies, stellte das niederländische Fernsehen das Nationaal Songfestival ab 1971 auf eine reine Songauswahl mit fix gesetzten Interpreten um. Und was läge näher, als das im Vorjahr düpierte Folkschlagerpärchen Saskia & Serge mit einer Direktnominierung für…
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