<span class="caps">ESC</span> 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

ESC 1972: Tage voll hel­lem Sonnenschein

Das 1971 siegreiche Fürstentum Monaco, dank eigener Spielbank finanziell auf Rosen gebettet, lehnte die Austragung des Contests ab: nach offizieller Darstellung wollte Teleradio Monte Carlo den Event mangels geeigneter Halle erst im Juni 1972 im Freien abhalten. Das war den größeren Sendern, allen voran der BBC, zu spät: bis dato lief der Contest meist im März. Eine neue Halle konnte und wollte der Stadtstaat innerhalb weniger Monate aber nicht aus dem knappen Boden stampfen. Wie fast immer bei solchen Gelegenheiten sprang die BBC ein. So kam der Wettbewerb aus der Ehrfurcht einflößenden Usher Hall im schottischen Edinburgh. Die anbetungswürdige Tänzerin und Schauspielerin Moira Shearer…
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Ein Lied für Edin­burgh 1972: Und es wird gelingen!

Ein Lied für Edin­burgh 1972: Und es wird gelingen!

1972: unbestreitbar das beste deutsche Grand-Prix-Jahr aller Zeiten, eingeleitet von einer Vorentscheidung der Superlative! Als Gemeinschaftsproduktion des Hessischen Rundfunks und des Senders Freies (vulgo: West-) Berlin trumpfte die Veranstaltung mit einem großen Orchester unter der kompetenten Leitung von Paul Kuhn (→ Vorentscheid 1957), lustigen Balletteinlagen, einem fantastischen, sehr engagierten Chor (den Rosy Singers) und gleich zwei charmanten Moderatorinnen auf: nämlich Renate Bauer vom SFB und "Lottofee" Karin Tietze-Ludwig vom hr. Sie hatten insgesamt zwölf Titel anzusagen, deren Interpret/innen erstmals direkt von den Plattenfirmen nominiert wurden. Was sich in einem hochkarätigen Angebot sowohl an aktuellen Schlagerstars als auch in der ausgezeichneten Qualität…
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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1972: Der Dunning-Kruger-Effekt

Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1972: Der Dunning-Kruger-Effekt

Eine zweiteilige senderinterne Auswahl fand 1972 zur Ermittlung des französischen Grand-Prix-Beitrags statt. Rekordverdächtige 110 Titel umfasste die Vorschlagsliste des Senders ORTF, darunter mit 'A l'Ombre bleue du Figuier' ('Im blauen Schatten des Feigenbaums') von Jean Ferrat und 'Les Lavandes' ('Der Lavendel') von Marcel Amont mindestens zwei bereits im Vorjahr eingereichte und dort schon zu Recht nicht berücksichtigte Titel. Auch von den Interpret:innen zeigten sich etliche ausgesprochen hartnäckig: viele von ihnen hatten gleich mehrere Eisen im Feuer, die Sängerin Ania alleine brachte es auf insgesamt acht Liedvorschläge. Was zeigt, dass der Dunning-Kruger-Effekt nicht nur in der Politik und in Internetdebatten existiert,…
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