Rise like a Phoe­nix: die Türk­vi­zyon kehrt zurück

Rise like a Phoe­nix: die Türk­vi­zyon kehrt zurück

Sollte es diesmal tatsächlich wahr werden? Wie die auf internationale Musikwettbewerbe spezialisierte Seite Eurovoix World diese Woche berichtete, soll die nach dem Ausstieg der Türkei aus dem Eurovision Song Contest erstmalig im Jahre 2013 (und bis dato letztmalig 2015) ausgerichtete Türkvizyon nach fünfjähriger Zwangspause noch in diesem Jahr wieder von den Toten auferstehen. Und zwar, dem Beispiel des Junior-ESC folgend, coronabedingt als Online-Veranstaltung. Nun gab es ähnliche Ankündigungen in der Vergangenheit schon des Öfteren, ohne dass ihnen auch Taten folgten. Doch zwischenzeitlich erhärten sich die Hinweise, dass es diesmal tatsächlich anders sein könnte: neben der belarussischen Sängerin Gunesh Abasova, den…
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Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Ein in jeder Hinsicht merkwürdiger Eurovisionsabend, den die ARD gestern auf die Beine stellte, und der es fertig brachte, einerseits Salz in die von der Corona-bedingten Absage des eigentlichen Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam verursachte Wunde zu streuen und gleichzeitig für linderndes Labsal zu sorgen. Ein wirklich großes Lob jedenfalls muss dem NDR ausgesprochen werden für die so eigensinnige wie richtige Entscheidung, aus der Simultanausstrahlung des vonseiten der EBU organisierten, zentralen Ersatzprogramms Europe shine a Light auszuscheren und stattdessen ein eigenes, deutsches ESC-Finale zu produzieren. Sowie das letzten Samstag auf dem Spartensender One vorausgegangene Halbfinale, bei welchem die Zuschauer:innen…
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World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Tanz den Horn: der <span class="caps">NDR</span> ret­tet erneut den Grand Prix

Tanz den Horn: der NDR ret­tet erneut den Grand Prix

Knappe sieben Wochen ist es nun her, dass die EBU den Eurovision Song Contest 2020 im Zuge der Corona-Pandemie absagen musste. Genau so lange herrschte hier auf dem Blog nun Funkstille. Das hatte hauptsächlich zu tun mit zwei maßgeblichen Entscheidungen der Genfer in diesem Zusammenhang, die dem Hausherren jegliche Lust auf die weitere Beschäftigung mit dem Jahrgang nachhaltig vertrieben. Denn - ausgerechnet der NDR macht dies nun vor - natürlich hätte man, entsprechenden Willen vorausgesetzt, einen virtuellen Wettbewerb mit allen 41 Beiträgen unter Einsatz von Liveaufzeichnungen oder Videoclips und mit Publikumsabstimmung organisieren können. Das von der EBU stattdessen konzipierte Ersatzevent…
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Wegen Coro­na-Kri­se: <span class="caps">ESC</span> 2020 abge­sagt

Wegen Coro­na-Kri­se: ESC 2020 abge­sagt

Für hartgesottene Fans wie mich fühlt sich genau so die Apokalypse an: 64 Mal fand seit 1956 der Eurovision Song Contest in ununterbrochener Folge jährlich statt. Noch nicht einmal die Kriege im ehemaligen Jugoslawien oder in der Ukraine konnten den europäischen Festspielen der leichten Muse etwas anhaben. Ein unsichtbares Virus brach unser aller Lieblingsevent nun das Genick: wie es angesichts der sich täglich verschärfenden Nachrichtenlage schon zu befürchten stand, sagte die EBU heute Nachmittag die Austragung des Wettbewerbs im Mai 2020 in Rotterdam ab. Aufgrund der auch in den Niederlanden aktuell verfügten Veranstaltungsverbote, und da derzeit nicht abzusehen ist, wie…
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Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Das Land des Feuers scheint beim Eurovision Song Contest 2020 eine Art Resteverwertung zu betreiben. Zunächst verkündete der zuständige Sender Ictimai Ende Februar 2020, dass die 28jährige ehemalige The Voice-Teilnehmerin Samira Efendi, die sich zuvor schon viermal erfolglos um die Grand-Prix-Repräsentanz beworben hatte, heuer Aserbaidschan vertreten dürfe, nachdem sie sich in einer internen Jurywahl gegen vier Konkurrenten durchsetzen konnte. Heute veröffentlichte der Sender ihren Beitrag 'Cleopatra', ein ziemlich campes, orientalisch aromatisiertes Uptempo-Machwerk, zu dem ich vor meinem geistigen Auge bereits Horden von Fans allerlei Geschlechts im Euroclub den Tanz der sieben Schleier aufführen sehe und das fast so viel diebisches…
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San Mari­no 2020: In the Dis­co

San Mari­no 2020: In the Dis­co

Es scheint grundsätzlich nur zwei Arten von Menschen erlaubt zu sein, das kleine San Marino beim Eurovision Song Contest zu vertreten, und die heißen entweder Valentina Monetta oder S**h*t. Der sexy Disco-Daddy Serhat war bereits letztes Jahr an der Reihe, daher holte SMTV heuer Senhit Zadik Zadik aus der Versenkung. Die langweilte uns 2011 in Düsseldorf mit dem superspröden 'Stand by' zu Tode, da noch unter dem Namen Senit, und schied zu Recht im Semi aus. Für Rotterdam lernte sie zumindest aus ihren Fehlern und versucht es heuer mit demselben Rezept wie ihr erfolgreicher Vorgänger: mit der guten, alten Disco!…
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Maze­do­ni­en 2020: Ebenee­zer Goo­de

In der Abendausgabe seiner TV-Nachrichten stellte der nordmazedonische Sender MRT vor wenigen Minuten den Videoclip zu seinem Eurovisionsbeitrag 2020 vor. Der heißt sehr simpel 'You' und wird gesungen von Vasil Garvanliev, der bereits letztes Jahr in Tel Aviv als Chorknabe für die Jurysiegerin Tamara Todevska im Einsatz war. Der in Mazedonien geborene Vasil wuchs hauptsächlich in den USA auf, seit seiner Rückkehr in die frühere jugoslawische Republik konnte er dort mehrere Hits platzieren. Sein Eurovisionsbeitrag, der gegen diesen Katalog natürlich deutlich abfällt, mündet nach einem einminütigen, von sparsam eingesetzten Akkordeonklängen und einer fast orientalisch anmutenden Gesangsführung begleiteten Vorspiel in einem…
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Fes­ti­val da Can­ção 2020: Un Banc, un Arb­re, une Rue

Fes­ti­val da Can­ção 2020: Un Banc, un Arb­re, une Rue

Das Zweitbeste ist immer das Erstschlechteste. Diese Lektion lehrte uns (mal wieder) das gestrige Finale des Festival da Canção, bei dem sich in der Abstimmung Publikum und Jurys nicht einigen konnten und in Folge dessen sich die in beiden Votings lediglich Zweitplatzierte Elisa Silva durchsetzen konnte. Mit einer für meine Ohren grauslich gesungenen, steinschweren Ballade namens 'Medo de Sentir' ('Angst vor dem Gefühl'), mit denen sich das Urlaubsland mal wieder als aussichtsreicher Bewerber für den letzten Platz im ESC-Semifinale in Stellung bringt. Nicht nur, dass das kaum zu ertragende, depressive Geflenne der aus Madeira stammenden Künstlerin im diesjährigen, sich gerade…
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<span class="caps">DMGP</span> 2020: Run­ning sca­red

DMGP 2020: Run­ning sca­red

Vor komplett leeren Rängen fand das dänische Melodi Grand Prix 2020 statt. Nicht etwa, weil die Zuschauer:innen endgültig genug gehabt hätten von dem faden Musikbrei, denen ihnen der verantwortliche Sender DR Jahr für Jahr dort kredenzt, und den Vorentscheid boykottiert hätten. Vielmehr entschied die sozialdemokratische dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nur einen Tag vor der Show, im Zuge der grassierenden Coronovirus-Hysterie alle öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als tausend Zuschauer:innen zu untersagen. Nun hatte der Sender die das rund Zehnfache fassende Royal Arena in Kopenhagen bereits gebucht, die Proben schon durchgeführt. Eine Verlegung der Sendung schied aus terminlichen Gründen aus, und so…
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Melo­di­fes­ti­va­len 2020: Nicht das Gel­be vom Ei

Melo­di­fes­ti­va­len 2020: Nicht das Gel­be vom Ei

Ein Punkt. Ein einziges gottverdammtes Pünktchen trennte am Ende einer nervenaufreibenden Abstimmung beim diesjährigen Melodifestivalen die Siegerinnen von der Fan-Favoritin. Immerhin war es hier nicht die Schuld der internationalen Jury: die zeigte sich nämlich genau so gespalten wie das Publikum und bedachte beide Beteiligten mit der exakt gleichen Stimmenzahl. So, dass es alleine den schwedischen Televoter:innen oblag, für Klarheit zu sorgen. Und die entschieden sich mit einem wirklich nur hauchdünnen Vorsprung von 0,1% der abgegebenen Stimmen für The Mamas, den Begleitchor des Vorjahresvertreters John Lundvik, die heuer, geschrumpft vom Quartett zum Trio, selbst angetreten waren im Kampf um die Fahrkarte…
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<span class="caps">UMK</span> 2020: Wenn ich ein Jun­ge wär

UMK 2020: Wenn ich ein Jun­ge wär

Ein ereignisreicher Supersamstag, der letzte der Vorentscheidungssaison 2020, liegt hinter uns, mit Entscheidungen in drei skandinavischen Ländern und in Portugal. Und fast überall kam es zu totalen Katastrophen sowie erneut zum Beweis, dass Jurys elende Wichser sind, die niemand braucht. Den schlimmsten Verlust gab es bei der Uuden Musiikin Kilpailu zu beklagen. Nach zwei eher mäßigen Ergebnissen mit vom Sender vorherbestimmten Interpret:innen hatte sich YLE entschieden, in diesem Jahr wieder einen offenen Vorentscheid mit sechs Teilnehmer:innen zu veranstalten. Und seit der Veröffentlichung aller sechs Beiträge vor geraumer Zeit stand fest, dass Finnland bei dieser UMK nur einen einzigen Job zu…
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Bul­ga­ri­en 2020: Mor­gens bin ich immer müde

Kennen Sie das, liebe:r Leser:in? Wenn man manchmal nur noch elendiglich müde ist? Müde der Hinhaltetaktik von immer mehr Eurovisionsnationen, die wie Bulgarien ihre Repräsentantin für Rotterdam bereits im November letzten Jahres bekanntgaben, sich aber, unterbrochen von ständigen nutzlosen Teasern, bis heute früh Zeit ließen mit der vollständigen Veröffentlichung des Wettbewerbsbeitrags? Müde der Flut von deprimierenden Jammerballaden, zu denen das vom Symphonix-Kollektiv und der Interpretin Victoria Georgieva selbst geschriebene 'Tears getting sober' einen weiteren Tropfen beiträgt? Müde der Texte, die sich nach offizieller Darstellung mit wichtigen, zeitgemäßen Themen wie psychischen Erkrankungen befassen, sich tatsächlich aber in einer lyrischen Beliebigkeit und…
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Zypern 2020: Stan­ding naked

Seit ewigen Zeiten bereits steht der deutsche Sänger und The Voice-Teilnehmer Alessandro Rütten alias Sandro Nicolas als Vertreter Zyperns beim Eurovision Song Contest 2020 fest. Auch, dass sein Beitrag 'Running' heißt, wissen wir schon länger. Heute nun, nur wenige Tage vor dem offiziellen Annahmeschluss für Rotterdam, durfte die Öffentlichkeit endlich des Machwerks gewahr werden. Lohnte sich das lange Warten wenigstens? Naja. Das (seufz!) midtemporäre 'Running' verfügt über einen ordentlichen Beat, entwickelt aber keinen Schub. Dafür kommt die Nummer über das Weglaufen vor den inneren Dämonen zu düster daher und kann sich auch nie so richtig zwischen Jammerpop und Dance-Banger entscheiden.…
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Irland 2020: Whe­re the Grass is real­ly gree­ner

Und als hätte man sich mit den am gleichen Tage veröffentlichenden Österreichern abgesprochen, setzt auch der irische Sender RTÉ, der seit Monaten großspurig und unablässig einen "Almighty Bop" ankündigte, für seinen heute endlich vorgestellten Eurovisionsbeitrag 'Story of my Life' auf gefälligen Retro-Pop. Wie eine stark verwässerte Variante von Katy Perrys Hit 'California Gurls' aus dem Jahre 2010 klingt die gitarrengetriebene, fröhliche Uptemponummer, die von Anfang an voll auf die Zwölf geht und auch inhaltlich eine lyrisch zwar gemäßigte, dennoch erfrischende Fick-Dich-ich-mach-was-ich-will-Attitüde an den Tag legt. Mit der Textzeile "I'm not a Puppet on a String" gleich im ersten Vers flicht…
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Öster­reich 2020: Strai­ght Mas­ter­pie­ces

Ein stark verwässerter Neuaufguß von Mark Ronsons Tophit 'Uptown Funk' aus dem Jahre 2014, so könnte man den heute morgen traditionell zu nachtschlafender Stunde gegen 7:40 Uhr zunächst im Ö3-Radiowecker vorgestellten und später von einem offiziellen Videoclip begleiteten österreichischen Beitrag für Rotterdam knapp zusammenfassen. Sicherlich nicht die originellste Umschreibung, aber der originellste Song ist 'Alive' ja nun auch nicht gerade. Ein bisschen schleppend fängt er an, nach knapp einer Minute schaltet er in einen höheren Gang und groovt gemächlich vor sich hin. Gerade genug zum entspannten Mitwippen im Fauteuil, ohne dass es einen zum Aufstehen und Tanzen animierte. Am Ende…
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Nie­der­lan­de 2020: I belie­ve I can fly

Da haben die Gastgeber des Eurovision Song Contest 2020 mit ihrem bereits im Januar präsentierten Interpreten Jeangu Macrooy leider wirklich Pech gehabt mit ihrem Timing. Ausgerechnet am selben Tag wie die die helvetische Ballade 'Répondez-moi' stellen sie ihre Ballade 'Grow' vor. Und das in einem bereits weit über jedes akzeptable Maß hinaus mit langsamen Liedern übersättigten Jahrgang. Ich gebe es ganz offen zu: ich bin gerade weder in der Lage noch bereit, den niederländischen Beitrag objektiv zu würdigen. Sicher, Macrooy trägt hier einen hervorragenden, tief reflektierenden Text vor über das Erwachsenwerden, die damit verbundenen Gefühle von Enttäuschung, Angst und Ohnmacht…
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Schweiz 2020: The Rain! The Rain! Cry­ing!

Und noch eine Ballade! Nachdem das Schweizer Fernsehen 2019 mit einem hervorragend inszenierten Uptempo-Banger erstmals seit einem guten Jahrzehnt das tiefe Tal der Tränen verließ, entschied man sich beim SRG heuer für ein entgegengesetztes Konzept. Erneut bestimmte man den Interpreten intern: der heißt Gjon Muharremaj, stammt gebürtig aus dem französischsprachigen Kanton Fribourg und nahm natürlich schon an The Voice teil, in Frankreich. Sein Künstlername lautet Gjon's Tears und macht bereits deutlich klar, wohin die Reise geht. Folgerichtig besteht 'Répondez-moi' ('Antwortet mir'), sein Beitrag für Rotterdam, aus drei Minuten hochelegantem Sadboi-Gejammer, das sich zu einem recht zurückgenommenen, molllastigen Musikbett stimmlich in…
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Geor­gi­en 2020: Nimm mich, so wie ich bin

Noch nachzureichen gilt es den gestern veröffentlichten georgischen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2020. Das Kaukasusland hatte bereits am Silvesterabend 2019 im Rahmen einer Castingshow den kernigen Tornike Kipiani zu seinem Vertreter bestimmt. Dessen bisheriges Repertoire erweckte zunächst die Hoffnung auf etwas sehr Lautes, sehr Düsteres. Doch, leider: seine nun vorgestellte Rocknummer 'Take me as I am' fiel vergleichsweise zahm und melodisch aus, der Georgier hält sich mit dem für ihn sonst charakteristischen Anschreien ziemlich zurück und überlässt gar zwei engelsgleichen Frauenstimmen Teile des Refrains. Was nicht heißen soll, dass der Song nicht noch immer positiv herausstäche aus der beigen,…
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HaS­h­ir HaBa 2020: Let the Sun shi­ne in

HaS­h­ir HaBa 2020: Let the Sun shi­ne in

Ein echtes Novum bescherte uns gestern Abend das israelische Fernsehen bei der Auswahl des Songs für seine schon länger feststehende Eurovisionsrepräsentantin Eden Alene, der Siegerin der wie jedes Jahr gefühlt über mehrere hundert Runden laufenden Castingshow HaKokhav HaBa 2020. Vier Lieder standen für die 19jährige mit den äthiopischen Wurzeln bei der etwas über einstündigen Auswahlshow HaShir HaBa zur Auswahl: eine Ballade und drei formidable Pop-Banger. Die Chance, es zu versauen, lag also rein rechnerisch bei nur 25%, und zu meinem großen Erstaunen zogen die Israelis diese Option nicht (aufgemerkt, Moldawien und Rumänien!). Die mit 60% Entscheidungsgewalt ausgestatteten, auf mehrere Gruppen…
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Beo­vi­zi­ja 2020: Im Auge des Orkans

Beo­vi­zi­ja 2020: Im Auge des Orkans

Sie kommen wie ein Wirbelwind über Europa, die drei serbischen Pop-Königinnen Ivana Nikolić, Ksenija Knežević (die im Chor ihres Papas beim ESC 2015 in Wien mit auf der Bühne stand) und Sanja Vučić ('Shelter'), welche gemeinsam die (übrigens wirklich nach zwei tropischen Orkanen benannte) Girlgroup Hurricane bilden. Als haushohe Favoritinnen gingen sie im Finale der Beovizija 2020 am vergangenen Sonntag ins Rennen, und haushoch räumten sie im Televoting ab. Selbst die Jury, die sich ansonsten bei so gut wie keinem der elf Konkurrenztitel mit dem Publikum auch nur im Entferntesten einig zeigte, ergab sich kampflos und schob den drei Glitzerelsen…
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Sel­ecția Națio­nală 2020: Alco­hol is free

Die uninteressanteste Vorentscheidung der gesamten Saison 2020 ging am letzten Super-Samstag in Buzău in der Walachei über die Bühne. In das Hunderttausend-Einwohner-Städtchen hatte der unter extremen Geldnöten stehende rumänische Sender TVR die Selecția Națională verlegt, weil der dortige Bürgermeister die Kosten der kompletten Sendung aus der Gemeindekasse übernahm. Aus pekuniären Gründen erfolgte auch die Zusammenarbeit mit dem größten einheimischen Plattenlabel Global Records, das mit der vorab zur Alleininterpretin bestimmten 20jährigen Larisa Roxana Giurgiu alias Roxen immerhin einen der aktuellen Top-Stars des Landes beisteuerte. Für nämliche Roxen galt es nun, unter fünf bereits vor Tagen veröffentlichten Liedern auszuwählen; samt und sonders musikalisch…
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Söng­va­kepp­nin 2020: Who’s my Dad­dy?

Wie bereits im Vorjahr, als sich beim isländischen Eurovisionsvorentscheid Söngvakeppnin alles um einen einzigen Namen drehte, nämlich um Hatari, stand auch 2020 alles im Schatten der Frage: schafft es Daði Freyr Pétursson diesmal oder muss er sich, wie schon 2017 mit dem großartigen 'Is it Love?', erneut geschlagen geben? Die gute (und bereits seit Samstagnacht bekannte) Nachricht: er schaffte es! Gemeinsam mit seiner fünfköpfigen Begleitband Gagnamagnið (in etwa: Datenvolumen) konnte er die fantastisch coole Retro-Synthie-Nummer 'Think about Things' zum Sieg führen, um die schon vor gut zwei Wochen ein Internet-Hype losbrach, nachdem Daði den dazugehörigen, extrem selbstironischen Videoclip veröffentlichte und…
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Dora 2020: She’s like the Wind to my Tree

Für eine sehr klassische, herzzerreißende Balkan-Schmerzensballade entschieden sich die Kroat:innen am vergangenen Samstagabend im Rahmen des klassischen Eurovisionsvorentscheidungsformats Dora und bestätigten damit einmal mehr ihren Ruf als konservative Grand-Prix-Nation. Denn musikalisch könnte das schmalztriefende, geigengesättigte 'Divlji Vjetre' ('Rauer Wind') mitsamt seiner etwas überraschend an der Stelle, an der man das Lied eigentlich zu Ende wähnt, drangeschraubten Rückung auch im Jahre 1990 angesiedelt sein. Oder 1960. Lyrisch war es vielleicht nicht die geschickteste Wahl für den im Frühlingsmonat Mai in Rotterdam stattfindenden Hauptwettbewerb, denn der in schwarzer Trauerkleidung auftretende Damir Kedžo, einstmals Kirchenchorknabe und später Boyband-Mitglied, greift darin zur Umschreibung seines Trennungsschmerzes…
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Grie­chen­land 2020: Aga­the Bau­er

Nur echt mit der BanAnanas: wie schon weiland bei der Eurovisionszypresse Eleni Foureira sponsort die in Irland beheimatete Fruchtimportfirma Fyffes in diesem Jahr die bereits vor gut einem Monat intern als Repräsentantin Griechenlands beim Eurovision Song Contest 2020 ausgewählte Sängerin Stefania Liberakakis. Und wie bei jener Eleni macht sich dies bemerkbar an der völlig unpassenden Platzierung eines Tellers mit gelabelten Südfrüchten im heute Nachmittag veröffentlichten Videoclip zu Stefanias Song 'Supergirl'. Der erzählt eine hochgradig unterhaltsame, anrührende Geschichte, bei welcher der ehemaligen niederländischen Junior-Eurovisions-Teilnehmerin ihre Erfahrung als Schauspielerin zugute kommt. Die in Utrecht geborene und aufgewachsene 17jährige spielt im Clip sehr…
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