ESC 2016 ohne Dosen­ap­plaus

"Keine Zensur" wolle man beim 61. Eurovision Song Contest in Stockholm vornehmen, sagte SVT-Chefin Hanna Stjärne gestern dem Aftonbladet. Damit bezog sie sich auf den gefakten Applaus vom Band, mit dem der österreichische Sender ORF bei der Liveübertragung aus Wien die in der Halle deutlich hörbaren Buhrufe des Publikums für die russische Sängerin Polina Gagarina übertönte. Einen solcherart empörenden Eingriff soll es 2016 nicht geben, die Schweden legten Wert auf "eine authentische Show", so Frau Stjärne. Auch der aus Norwegen stammende EBU-Verantwortliche Jan Ola Sand unterstützt das: der Dosenapplaus sei nicht auf Wunsch aus Genf erfolgt, stellte er in der Zeitung klar. Allerdings scheint…
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Go, wild Dan­ces: Kir­gi­si­en gewinnt die Türk­vi­zyon 2015

Die zentralasiatische Republik Kirgisien (andere Schreibung: Kirgisistan) gewann heute die dritte Ausgabe des in Istanbul ausgetragenen Song Contests der Turkvölker, der Türkvizyon. Jiidesh İdirisova, eine Art mongolischer Ruslana-Klon, überzeugte die Juroren mit einer starken Stimme, einer hoch energetischen Choreografie mit vielen lederbepackten Tänzern, kraftvollen Rhythmen und großzügig eingestreuten "Huh"s und "Ha"s. Also 'Wild Dances' (UA 2004) auf osmanisch. Derya Kaptan, die deutsche Vertreterin, erreichte mit einer etwas sperrigen Ballade in Angedenken an die Opfer eines unlängst in der Türkei stattgefundenen Terroranschlags einen achtbaren elften Platz und konnte sich zudem über einen Sonderpreis für den "anspruchsvollsten Beitrag" freuen. Gute drei Stunden dauerte die Show mit…
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Türk­vi­zyon 2015: kei­ne Rus­sen – kein Semi

Nach dem Rückzug sämtlicher russischer Regionen von der diesjährigen Türkviyzon in Istanbul hat der veranstaltende Sender TMB das für Donnerstag geplante Semifinale gestrichen. Die verbliebenen 22 Teilnehmer/innen - wie schon bei der Premiere 2013 wird nun auch das völkerrechtlich umstrittene Kosovo wieder dabei sein - treten nun am kommenden Samstag direkt gegeneinander an, ohne Vordezimierung. Die Entscheidung überrascht ein wenig, schließlich nahmen in den beiden letzten Jahren auch ohne Boykott nur zwei bzw. drei Länder mehr teil, dennoch gab es jeweils eine Qualifikationsrunde, mit der die Zahl der Finalisten auf 12 bzw. 15 reduziert wurde. Allerdings drängte sich bereits da der Verdacht auf,…
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Türk­vi­zyon 2015: Deutsch­lands bom­bi­ger Bei­trag

Seit geraumer Zeit angekündigt, heute endlich enthüllt: 'Sessiz çığlık', der deutsche Beitrag zur Türkvizyon 2015, die in wenigen Tagen in Istanbul über die Bühne geht. Der Titel übersetzt sich mit 'Stummer Schrei', und wie die Interpretin Derya Kaptan dem NDR verriet, sei die dramatisch-flehende Ballade den Opfern eines Terroranschlags auf eine Demo in selbiger Metropole am 10. Oktober diesen Jahres gewidmet, der mindestens 30 Tote forderte. Die in Gütersloh geborene Sportlerin und Musicalsängerin, Schwester der großartigen Comedienne Meltem Kaptan, wird tänzerisch von dem Franzosen Joseph Simon unterstützt und von Serdar Yayla auf der Yaz begleitet. Volkan Gücer komponierte den etwas sperrigen, dennoch eindringlichen Song, der hier in…
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[UPD] Russ­land ver­bie­tet sei­nen Regio­nen Türk­vi­zyons-Teil­nah­me

Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär am vergangenen Dienstag hat nun auch Auswirkungen auf die Ende Dezember in Istanbul stattfindende Türkvizyon. Neben den durch Kremlchef Putin verhängten wirtschaftlichen Sanktionen erreichte die russischen Teilrepubliken heute auch ein Telegramm des russischen Kultusminsteriums, in welchem von einer weiteren Zusammenarbeit mit der Organisation der Turkstaaten, Turksoy, welche die Türkvizyon organisiert, im Hinblick auf die angespannte politische Lage vorläufig dringend abgeraten werde. Die Republik Altai zog daraufhin ihre Teilnahme an der Türkvizyon 2015 zurück, wie Eurovoix berichtet. In Tatarstan, letztes Jahr noch Ausrichter des Wettbewerbs, rege sich hingegen Widerstand gegen die Anordnung aus Moskau.…
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Fröh­li­ches Völ­ker­wür­feln bei der Türk­vi­zyon

Und erneut ändert sich die Liste der teilnehmenden Nationen und Völker bei der dritten Ausgaben des osmanischen Eurovisions-Gegenentwurfs Türkvizyon. Diesmal aber nicht durch das tatsächliche Hinzustoßen oder Fernbleiben von Ländern, sondern durch simple Umetikettierung. Als neueste Partizipantin verkündete die offizielle Türkvizyons-Website gestern die Sängerin Zuleyha İlbakova, gebürtig aus Ufa, der Hauptstadt der russischen Republik Baschkortostan. Selbige verfügt mit Al-Salam allerdings bereits über einen Vertreter, und so geht die Tochter eines TV-Verantwortlichen für die Oblast Moskau ins Rennen - laut Eurovoix  verwendet Mütterchen Russland dieses Label, um Verwechslungen mit seinen zahlreich partizipierenden Teilrepubliken zu vermeiden. Übersichtlicher wird die Lage dadurch allerdings nicht, denn ursprünglich…
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Türk­vi­zyon 2015: Na und?

Etwas Erholung vom heimischen Eurovisionsdrama um Xavier Naidoo gefällig? Dann werfen wir doch mal einen kurzen Blick auf die Türkvizyon, die Ende Dezember in Istanbul über die Bühne geht. Dort hat sich die Teilnehmerzahl mittlerweile auf 30 erhöht. Wie Eurovoix berichtete, gab der serbische Sänger Almedin Varosanin bekannt, sein Land beim Gesangswettbewerb der Turkvölker zu vertreten. Augenscheinlich kann man dort auf Zuruf mitmachen. Schon länger gesetzt ist der bosnische Vertreter Adis Škaljo. Sein Beitrag 'Pa šta' (Nein, es geht nicht um leckere Nudeln, das heißt auf Deutsch: 'Na und') wurde heute veröffentlicht und verstärkt die Trauer darüber, dass das Land beim Eurovision…
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Türk­vi­zyon: Altai wie­der dabei

Es läuft bei der Türkvizyon: wie auf dem Facebook-Account der Veranstaltung vor wenigen Minuten bekannt gegeben wurde, kehrt die russische Republik Altai, die schon bei der Premiere des osmanischen Eurovisionsgegenstücks dabei war, letztes Jahr aber überraschend aussetzte (angeblich habe man keine Einladung erhalten), zum Wettbewerb zurück. Damit steigt das Teilnehmerfeld auf 29 Länder, Republiken und Volksgruppen - falls nicht, wie üblich, kurz vor Toresschluss noch jemand absagt. Emil Tolkocekov vertritt die rund 200.000 Menschen starke russische Republik in Istanbul. Der Song steht noch nicht fest. Unterdessen hat der mazedonische Türkvizyons-Repräsentant Kaan Mazhar seinen Beitrag 'Anlamsiz Zaman' zurückgezogen. Womöglich, weil auf Youtube…
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Türk­vi­zyon 2015: Kumy­ken kom­men, sin­gen, sie­gen

Ach, der unschuldige Zauber, der allem Neubeginn so innewohnt! Erstmalig nimmt in diesem Jahr die turksprachige Volksgruppe der Kumyken an der Türkvizyon teil. Die rund eine halbe Million Menschen starke Ethnie siedelt in Dagestan, am nordöstlichen Rand des Kaukasus. Die Kulturorganisation Qumuqlar, die sich laut Eigenschreibung für den Schutz der kumykischen Sprache einsetzt, rief heute zum Vorentscheid für den Wettbewerb - und genau drei junge Sängerinnen erschienen, wie Eurovoix berichtet: Gulmira, Fatima und Kamilya. Da man sich nicht zwischen ihnen entscheiden konnte, fahren sie nun als nachnamenloses Trio nach Istanbul und werden dort den eigens komponierten Song 'Alğa!' ('Vorwärts!', Lied und…
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Türk­vi­zyon 2015: Remis in Tatar­stan

Ohne Ergebnis endete gestern Abend die tatarische Vorentscheidung zur Türkvizyon 2015 in Istanbul. Wie Eurovoix berichtet, gab es nach Abgabe der Juryvoten einen Punktegleichstand zwischen den beiden Erstplatzierten, llnar Miranov und Yamle Qizlar. Da man in der russischen Teilrepublik, die letztes Jahr den Event selbst ausrichtete, auf so einen Fall offenbar nicht vorbereitet war, vertagte man die Entscheidung, wer nun die tatarische Flagge vertreten darf. Wie Eurovoix von der Juryvorsitzenden Venera Ganieva erfuhr, will man "in einigen Tagen" (böse Zungen könnten sagen: wenn die Beiden genügend Zeit hatten, das nötige Bakschisch zusammen zu bekommen) eine erneute Vorentscheidung durchführen und sich dann zwischen Ilnar und…
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Türk­vi­zyon 2015 mit auf­ge­stock­tem Fina­le

Aufgrund des wachsenden Teilnehmerfeldes bei der Türkvizyon wird das Finale von 12 auf 14 Plätze aufgestockt, wie Eurovoix heute unter Bezugnahme auf die Pressesprecherin des ausrichtenden Senders TMB berichtet. Damit hat jede zweite der aktuell 28 teilnehmenden Länder, Regionen oder Volksgruppen die Chance auf einen Platz im Finale. Beim Start des Song Contests des türkischen Kulturraumes im Jahre 2013 war die Endrunde noch auf 12 Teilnehmer/innen limitiert. Im letzten Jahr kamen allerdings de facto 15 Sänger/innen weiter, nachdem Fans Unstimmigkeiten bei der Punktevergabe im Semi auffielen und das Ergebnis korrigiert werden musste. Ursprünglich sollten dieses Jahr im Semi insgesamt 25 Länder an…
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[Update] Türk­vi­zyon 2015: der Cha­ka-Kaan-Klan

Fest in Familienhand zeigt sich der osmanische Eurovisionsableger, die Türkvizyon, in Mazedonien. Dort tritt bereits zum zweiten Mal in Folge Kaan Mazhar an, der letztes Jahr den 17. Platz im Finale belegte. Sein diesjähriger Beitrag heißt 'Anlamsiz Zaman' (laut Internetübersetzung: 'Bedeutungslose Zeit') und präsentiert sich als typisch orientalischer Jammerpop. Ob er damit in Istanbul ein besseres Ergebnis erzielt? Kaan hat daneben noch ein zweites Eisen im Feuer: wie Eurovoix berichtet, vertritt sein Sohn Tolga (alias Toby) die frühere jugoslawische Republik bei der zeitgleich stattfindenden Bala Türkvizyon, der erstmalig veranstalteten Kinderausgabe des Wettbewerbs. Wie praktisch für Papa Mazhar: als Aufsichtsperson mitfahren und gleich noch…
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Der­ya Kap­tan ver­tritt Deutsch­land bei der Türk­vi­zyon

Einer Facebook-Meldung zufolge schicken wir Derya Kaptan als unsere Vertreterin zur Türkvizyion nach Istanbul. Die dreißigjährige gebürtige Ostwestfalin machte 2012 ihr Diplom als Sportwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Tanztheater an der Deutschen Sporthochschule in Köln, trat bereits in einigen Musicals auf und ist unter anderem als Radiosprecherin bei 1live / Funkhaus Europa tätig. Sie arbeitet auch als Tanzpädagogin und leitet künstlerische Projekte. Tanzen und singen kann sie also, das sind schon mal gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Repräsentanz beim türkischen Ableger des Eurovision Song Contest, der heuer in die dritte Runde geht und für den 20. Dezember 2015 terminiert ist. Dort…
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Sietse Bak­ker: der Sepp Blat­ter der Euro­vi­si­on?

Glaubt man der schwedischen Boulevardzeitung Aftonbladet und dem britischen Gossip-Magazin Popbitch, dann kämpft die EBU derzeit mit einem Korruptionsskandal von geradezu fifaesken Ausmaßen, in deren Mittelpunkt der Event-Supervisor für den Eurovision Song Contest, Sietse Bakker, steht. Schmierenkampagnen, Direktvergaben, abgebrochene interne Untersuchungen, fragwürdige öffentliche Ausschreibungen und die Entlassung missliebiger Kollegen sind die Zutaten des schwedisch-schweizerischen Intrigantenstadls, folgt man den Anklägern. Oder aber, auch diese Sichtweise ist möglich: eine Ansammlung von Verdrehungen, aus dem Kontext gerissener Zitate, maßlos aufgeblasener Nichtigkeiten und Verschwörungstheorien. Beginnen wir mit einer Übersicht der handelnden Personen. https://youtu.be/w4ZAR_UqSfw Bakker spricht zum Thema Australien beim ESC (mehr …)
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Türk­vi­zyon 2015: Hu, ha, Dage­stan!

Vor wenigen Minuten wurde die vorläufige Teilnehmerliste für die dritte Ausgabe der Türkvizyon veröffentlicht, die Ende des Jahres - ein genauer Termin steht noch immer nicht fest - in der türkischen Metropole Istanbul stattfindet. 25 Länder oder Teilrepubliken finden sich darauf und damit genau so viele wie 2014. Von den Vorjahresteilnehmern fehlen lediglich Albanien und der Stadtkreis Moskau, bei dem es sich wohl ohnehin nur für einen Strohmann handelte, um die Zweitplatzierten aus der Vorentscheidung des damaligen Ausrichters Tatarstan hereinschmuggeln zu können. Da der Wettbewerb aus noch immer ungeklärten Ursachen von seinem rechtmäßigen Austragungsort Mary (Turkmenistan) nach Istanbul verlegt wurde,…
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Türk­vi­zyon 2015: ja, wo lau­fen sie denn?

Zeitgleich mit der Eurovisionssaison 2016 startet auch der Vorlauf zur dritten Ausgabe der Türkvizyon, des osmanischen Gegenentwurfs zum Eurovision Song Contest (sorry, lieber Leser/innen, Ihr werdet auch dieses Jahr nicht verschont!). Und, wie sich das für diese herrlich skurrile Veranstaltung so gehört, herrscht bereits beim Saisonstart völlige Verwirrung. Wurde der Musikwettbewerb eurasischer Staaten und Regionen mit Turkvolk-Anteilen, ins Leben gerufen durch die Kulturorganisation Turksoy und den türkischen Spartensender TMB TV, doch ursprünglich als Veranstaltungsreihe der Kulturhauptstädte der "Türkischen Welt" konzipiert und residierte bei den ersten beiden Ausgaben 2013 und 2014 denn auch folgerichtig in der jeweiligen aktuellen Kulturmetropole Eskişehir (Türkei) bzw. Kasan (Tatarstan, Russland). In…
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A Touch too much: das Fina­le 2015

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
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Mon­te­ne­gro auf der Suche nach Gerech­tig­keit

"Berücksichtigt die Stimmen unserer Juroren für das Finale oder wir sehen uns gezwungen, anderweitig nach Gerechtigkeit zu suchen" - so herrlich melodramatisch formuliert es Sabrija Vulic, der montenegrinische Delegationsleiter, in einer von Wiwibloggs publik gemachten Mail an den obersten Eurovisionsschiedrichter Jan Ola Sand. Grund der Entrüstung: die Annullierung des Jury-Ergebnisses des für seine Korruptionsanfälligkeit bekannten, winzigen Balkanlandes durch die EBU am Finalabend von Wien. Für die offizielle Ergebnisermittlung des Jubliäumsjahrgangs waren bekanntlich die Voten der Jurys aus Mazedonien und Montenegro nicht mitgezählt worden, ohne dass man die Gründe im Einzelnen nannte. Wie der NDR Ende Juni rapportierte, sei beiden Ländern…
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Guy Sebas­ti­an: “Er kniff mei­ne Nip­pel”

Wie die australische Tageszeitung Daily Telegraph heute berichtet, musste der australische Vertreter Guy Sebastian beim seinem Eurovisionsabenteuer in Wien eine bizarre Erfahrung machen: er sei, wie er gegenüber einer Radiostation verriet, in der Sauna seines Hotels von einem "gruseligen alten Mann" sexuell belästigt worden. Der verheiratete Sänger, Vater zweier Kinder, habe sich nach seinem täglichen Workout im Dampfbad entspannen wollen, als der Mann ihn ansprach, ihm Komplimente für seinen Körper machte, seine Tattoos anfasste - und ihm dann an die Titten ging. Der geschockte Popstar meldete den Vorfall an der Rezeption - was einem australischen Radiosender, der davon Wind bekam, die Gelegenheit gab, Guy…
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Bos­ni­ens Sen­der bald plei­te, Måns schwul?

Für die baldige Rückkehr des von mir schmerzlich vermissten Bosnien-Herzegowina zum Eurovision Song Contest sieht es finster aus: einer Pressemeldung der EBU von letzter Woche zufolge stehe der Staatssender BHRT "kurz vor dem Kollaps". Die bosnische Regierung habe es seit Jahren versäumt, ein adäquates und funktionierendes Gebühreneinzugsmodell zu verabschieden. In dem politisch zwischen Bosniaken und Serben geteilten Land bestehen mit RTFBiH (Bosnien) und RTRS (Republika Srpska) zwei weitere auf das jeweilige Bundesland ausgerichtete  Sender, die sich laut EBU "als Rivalen verhalten", anstatt mit der übergeordneten, für die gesamte Nation zuständigen Station zusammenzuarbeiten. Das politisch gewollte finanzielle Ausbluten von BHRT, das bereits…
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[UPD] Sony Music zahl­te für Aus­tra­li­ens Teil­nah­me

Wie eurovoix heute unter Bezugnahme auf die Zeitung The Australian rapportiert, habe Sony Music[ref]In einer früheren Fassung des Artikels hieß es, Sony Deutschland habe die Kosten übernommen, dies beruhte auf einer Übernahme von eurovoix. Australischen Quellen zufolge zahlte aber Sony Australien die Rechnung für Guy.[/ref] die Teilnahmegebühr des australischen Senders SBS für das Debüt von Down Under beim Jubiläumscontest in Wien übernommen und auch sämtliche Kosten für Guy Sebastian und seine Delegation bestritten, wie der Direktor des Senders, Michael Ebeid, bei einer Anhörung im Senat aussagte. Der Guy ist bei Sony unter Vertrag, der international agierende Medienkonzern versucht schon länger, den…
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Das Jury-Gate: Il Volo sind die wah­ren Sie­ger 2015!

Seit der Wiedereinführung der Jurys, im besonderen Maße aber seit ihrer stärkeren Gewichtung gegenüber dem Televoting seit 2013, stand es zu befürchten, und nun trat es ein: erstmalig seit 1997 gewannen beim Eurovision Song Contest 2015 nicht die Lieblinge des Publikums - nämlich die italienischen jungen Tenöre Il Volo mit ihrem Popera-Schlager 'Grande Amore' - sondern der Juryfavorit, in diesem Falle der Schwede Måns Zelmerlöw mit 'Heroes'. Was erstaunt, weil ich gerade nach dem überraschenden Ergebnis von 2011, als das nach ewiger ESC-Pause von der EBU mit Engelszungen zur Rückkehr überredete Italien, mit einem furchtbaren Bar-Jazz-Geklimper beim Publikum auf Rang 11 landend, von…
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Jury-Schmu in Maze­do­ni­en und Mon­te­ne­gro

Wie die EBU in der Nacht bei der Vorstellung der detaillierten Abstimmungsergebnisse bekannt gab, wurden die Juryabstimmungen der beiden exjugoslawischen Länder Mazedonien und Montenegro auf Empfehlung der externen Überwachungsfirma PwC von der Ermittlung des Gesamtergebnisses ausgeschlossen. In beiden Ländern flossen die Televoting-Ergebnisse zu 100% ein. Details wurden zunächst nicht genannt. Die Vorfälle sollen beim nächsten Treffen der Lenkungsgruppe im Juni diesen Jahres "besprochen werden". In San Marino hingegen wurden nach Ansage der Punktesprecherin Valentina Monetta nur die Juryergebnisse gezählt - dies hat in dem kleinen Land, das aufgrund der geringen Einwohnerzahl und Zugehörigkeit zum italienischen Telefonnetz kein eigenständiges Televoting hinbekommt, bereits…
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Schei­tern in Wür­de – We are the Zeros of our Time!

Was für ein Abend! Diese Woche, wenn mir die kurze Einleitung gestattet sei, besuchte ich in Wien noch die kurzweilige und sehr schön gemachte Ausstellung The Nul Pointers des Cartoonisten Tex Rubinowitz im Leopold Museum (zu sehen übrigens noch bis 8. Juni 2015, Tipp für alle, die dort noch ein paar Tage weilen), stellte dabei fest, dass das letzte Null-Punkte-Ergebnis beim Contest schon zwölf Jahre zuliegt liegt: 2003 in Riga, Jemini mit 'Cry Baby' für Großbritannien, und dachte "wird eigentlich mal wieder Zeit". Dass es gleich eine Doppelnull wird, und dann auch noch fürs Gastgeberland Österreich und für uns, damit hatte ich nun aber…
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Die Start­rei­hen­fol­ge fürs Fina­le: ORFs Gran­de Amo­re

Nachdem nun alle zwanzig Qualifikanten aus den beiden Semis feststehen, gab der ORF heute Nacht die handverlesene Startreihenfolge fürs Finale am Samstag bekannt. Und aus dieser lässt sich nur der eine Schluss ziehen: die EBU möchte wirklich ganz ganz dringend mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einen Sieg Italiens beim Song Contest ermöglichen, um das Adrialand, das nach langem, guten Zureden seit 2011 trotz mehr als mäßigen Interesses der romanischen Zuschauer/innen wieder mitmacht beim europäischen Wettsingen, bei der Stange zu halten. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass man fast alle ernsthaften Konkurrenten, vor allem aber sämtliche der haarsträubend…
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