2015

Der Lum­pen­samm­ler nach Wien (NO, AZ, RU, SM 2015)

Eigentlich sollte heute Vormittag noch ein ausführlicher Bericht zum Melodi Grand Prix folgen, das ich am Samstag nicht mehr schaffte und Sonntag früh nachzuholen gedachte. Doch dann machte mir die Technik einen Strich durch die Rechnung - nie wieder PCs oder Laptops von Acer! Und zwischenzeitlich stapeln sich hier die noch in letzter Minute vor dem Einsendeschluss ausgewählten oder upgedateten Beiträge für Wien. Daher jetzt im Schnelldurchlauf alles Wichtige vom Wochenende. Die Norweger entschieden sich am Samstag sehenden Auges für noch eine Ballade - und sie trafen damit eine gute Wahl. 'Monster like me' von Mørland und Debrah Scarlett klingt nicht nur vom…
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Schwe­den 2015: We are the Peop­le with Sand

Es war das antizipierte Ergebnis, vielleicht sogar noch deutlicher als erwartet: der sehr selbstverliebte, aber auch sehr hübsch anzuschauende Måns Zelmerlöw gewann heute Abend die wichtigste Vorentscheidung der Saison, das schwedische Melodifestivalen, mit dem Musterbeispiel eines perfekten Popsongs: 'Heroes' bietet einen sanften, leicht countryesken Einstieg; einen süffigen, sofort eingängigen Refrain; absolute Mitsingbarkeit; ein gefälliges Thema, sogar mit ganz leisen, dunklen Untertönen für den Anspruch; uptemporäre Tanzbarkeit (das dürfte im Euroclub mindestens einmal die Stunde laufen) und eine grandiose Show. Eine so eindrückliche Show übrigens, dass sie noch für Debatten sorgen dürfte, ob die Zuschauer für Måns oder die zum Verlieben niedlichen…
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Isra­el 2015: der Ret­ter des Abendlandes

Noch nachzureichen gilt es den bereits am Donnerstag veröffentlichten israelischen Beitrag für Wien. Die Verspätung liegt auch daran, dass es mir (bis heute) nicht gelungen ist, angemessene Worte der Dankbarkeit und der Lobpreisung zu finden, die auch nur annähernd das Maß meiner glückseligen Freude über den Song 'Golden Boy' zum Ausdruck bringen könnten, mit dem der unerschrockene und heldenhafte Nadav Guedj das Unerhörte wagt. Das, was seit der Rückkehr der Jurys zum Song Contest strengstens verboten ist und was in diesem Jahr (bis auf die Briten, denen eh schon alles egal zu sein scheint) keiner auch nur ansatzweise riskiert: er verbreitet ungebremste…
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Öster­reich 2015: They’­re beautiful

Österreich bleibt dem Bart treu: drei extrem gut aussehende junge Herren, allesamt mit schmückender Gesichtsbehaarung ausgestattet, treten in Wien die Nachfolge von Conchita Wurst (als Repräsentantin Austrias) an. Zu meinem großen Bedauern tun das The Makemakes, so der Name der heute Abend siegreichen Band, mit einer pianolastigen, in enervierend hoher Stimmlage intonierten Rockballade, die mich an mein absolutes musikalisches Top-Hassobjekt erinnert, das winselige britische Weichei James Blunt nämlich. Obschon, ein bisschen klingt 'I am yours' auch nach Coldplay, einer Kapelle, die ich kein Jota weniger verabscheue. Was diese beiden Acts allerdings vereint, ist ihr durchschlagender kommerzieller Erfolg, und auch für die…
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Arme­ni­en 2015: die Liederleugnung

'Don't deny' - 'Leugne nicht', so heißt der armenische Beitrag für Wien, wie wir bereits schon seit einiger Zeit wissen. Im Englischen lässt sich "to deny" auch mit "verweigern" übersetzen, und wenn hier jemand etwas verweigert, dann die Armenier: uns einen richtigen Song nämlich! Das ganze Projekt dient bekanntlich der Thematisierung des von den Osmanen verübten und bis heute von der Türkei verleugneten Völkermords an den Armeniern vor exakt einhundert Jahren. Dass die Türken (und natürlich ihre Brüder, die Aserbaidschaner) sich nach wie vor weigern, die damaligen Vorfälle als Genozid anzuerkennen, bringt die Kaukasier zur Weißglut. Und so wollen sie…
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Remix-Schlacht: die Krie­ge­rin­nen rüs­ten auf

Noch fehlen eine ganze Reihe von Songs für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien, da reichen die ersten Länder schon ihre Remixe ein. Am interessantesten hierbei natürlich der Krieg der Kriegerinnen: legte Maltas 'Warrior' Amber Bodin mit einer orchestral bombastisch aufgemotzten Überarbeitung ihres leider nach wie vor völlig melodiefreien Kriegsgesangs vor, so konnte das ihre Kontrahentin Nina Sublatti aus Georgien natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie präsentierte nur kurze Zeit später einen ebenfalls deutlich hörbar aufgepumpten Remix und verwies ihre Gegenspielerin damit erneut deutlich in die Schranken. Kann man noch prätentiöser singen als Amber (MT)? (mehr …)
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Russ­land 2015: für Frie­den und Freiheit

Verschiedene Eurovisionsseiten vermeldeten es schon vor Tagen, heute kam die offizielle Bestätigung: die 27jährige Polina Gagarina (meines Wissens nicht verwandt mit dem Weltraumhelden) vertritt Russland in Wien. Selbstredend stammt sie aus einer Castingshow, ihr Beitrag sei von einem internationalen Team (laut esckaz: Gabriel Alares, Joakim Björnberg, Leonid Gutkin, Vladimir Matetskiy sowie Katrina Noorbergen, die auch am deutschen Wildcard-Siegersong 'Jump the Gun' beteiligt war) zusammengestoppelt, Verzeihung, -geschrieben und heißt 'A Million Voices'. Der Songtitel lässt schon nicht Gutes erahnen, genau so wenig wie die kurzen Ausschnitte, die in einem ersten Präsentationsvideo zu erhaschen sind. Wie bei einer solch siegelesken Liedüberschrift zu erwarten, ist unter…
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Hoff­nung ist Abwe­sen­heit von Wis­sen (CZ, BE 2015)

Zwei bereits längere Zeit feststehende Beiträge zum Eurovision Song Contest 2015 erblickten gestern erstmals das Licht der Öffentlichkeit. Beginnen wir mit Tschechien, denn hier waren meine Erwartungen am höchsten. Hatte der Sender ČT doch die auch hierzulande als Gastsängerin von Oomph! und anderen Bands bekannte Marta Jandová und den Rocksänger Václav "Noid" Bárta nominiert, dessen bisheriges Portfolio auf einen düsteren, atmosphärischen Kracher hoffen ließ. Wie das bei hohen Erwartungen immer ist: sie müssen zwangsläufig enttäuscht werden. Nun ist 'Hope never dies' kein schlechter Song: Noids sexy tiefe Stimme und Martas engagierter Gesang ergänzen sich perfekt, dramatische Geigen und eine ordentliche Percussion heben die Rockballade ein…
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Nun ist Polen doch verloren

Es scheint, dass der sechzigste Eurovision Song Contest in Wien den Inklusionsbambi gewinnen könnte. Nicht nur treten bekanntermaßen finnische Punks mit Down-Syndrom bzw. Autismus (und famosem Spaltpotenzial) und eine britische Vertreterin mit Mukoviszidose an; nun entsendet das polnische Fernsehen eine partiell gelähmte Sängerin. Monika Kuszyńska, die am Montag Abend annoncierte Repräsentantin des Landes, war bis zum Jahre 2006 noch die Frontstimme der Band Varius Manx, mit der sie sich 2003 bereits (erfolglos) um das Eurovisionsticket bewarb. In besagtem Schicksalsjahr war die Band in einen schweren Autounfall verwickelt, seither sitzt Monika im Rollstuhl. Prominente polnische Künstlerkollegen veranstalteten seinerzeit ein Charity-Konzert für sie und ihren…
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Rumä­ni­en 2015: Hört den Kin­dern ein­fach zu

Ein fabelhafter Vorentscheidungsabend ging vor wenigen Minuten in Rumänien zu Ende. Mit schiefen Tönen, Glitzer-Harnessen, flammensprühenden Muschis sowie einem grandiosen Ruslana-Gastspiel (UA 2004). Und einem, man höre und staune, übereinstimmenden Sieger im Jury- und Publikumsvoting: die Rockband Voltaj, von vorne herein als Favorit geltend, fährt mit ihrer formatradiofreundlichen Popballade 'De la capăt' - im Lande bereits vor dem Vorentscheid ein großer Hit - nach Wien. Dort wollen sie den Song aber leider auf englisch als 'All over again' vortragen. Wie esctoday.com informiert, sind Voltaj Botschafter der Charity-Organisation Habitat for Humanity, die Gelder für den Hausbau bzw. -renovierung in Rumänien sammelt, wo viele Menschen…
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Por­tu­gal 2015: kein Fado, aber fade

Und zu für portugiesische Verhältnisse sehr früher Stunde ist denn auch das Festival da Canção überstanden. Genauer gesagt: das Finale der dortigen Vorentscheidung, dem bereits zwei Semis vorausgingen. Heute standen noch sechs Künstler/innen zu Wahl, darunter die mittlerweile 77jährige Eurovisionslegende (PT 1965, 1969) Simone de Oliveira, die jedoch im Vorfeld durchsickern ließ, im Falle ihres Sieges nicht nach Wien fahren zu wollen. Zum Kümmert-Moment kam es jedoch nicht: Simone schied, nach dem sie im Gegensatz zu ihrem Semifinalauftritt heute weite Strecken ihrer zerbrechlichen Ballade 'À espera das Canções' verröchelte, in der ersten Wertungsrunde (zwei Songs durch Televoting, ein dritter durch die…
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Groß­bri­tan­ni­en 2015: Alex swings, Bian­ca sings

Mit nur fünf Jahren Verspätung entdeckt die ehemals führende Popnation Großbritannien das Musikphänomen Electroswing: nachdem Deutschland bereits 2009 mit Alex swings, Oscar sings beim Eurovision Song Contest baden ging, versucht es die Big-Five-Nation in Wien nun ebenfalls mit der Musikgattung, die mit Yolanda Be Cools Megahit 'No speak Americano' vor fünf Jahren ihren kommerziellen Höhepunkt fand. Dennoch sollten wir uns in Demut üben: im Gegensatz zu ASOS' eher blassem Eurovisionsbeitrag überzeugt 'Still in Love' von Electro Velvet durch sofortige Eingängigkeit und süffige Melodik. Viel wichtiger aber: England schenkt uns damit einen richtigen Uptemposong! Was zum Tanzen im Euroclub! Einen Song, bei…
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Simo­ne de Oli­vei­ra pullt einen Kümmert!

Die eurovisionäre Rücktritteritis scheint ansteckend zu sein: nach dem spektakulären Verzicht des Unser Song für Österreich-Gewinners Andreas Kümmert auf die Fahrkarte nach Wien am Donnerstag gab nun die portugiesische Grand-Prix-Legende Simone de Oliveira (PT 1965, 1969) bekannt, im Falle eines Sieges beim diesjährigen Festival da Canção ebenfalls die Teilnahme am Eurovision Song Contest zu verweigern, wie Eurovision Apocalypse heute berichtet. Kleiner, aber feiner Unterschied zu Kümmert: die mittlerweile 77jährige Frau de Oliveira verfügte zumindest über die Klasse, ihre fehlende Repräsentationsbereitschaft rechtzeitig vor dem heute Abend stattfindenden Finale der portugiesischen Vorentscheidung bekannt zu geben, so dass die Televoter, die sie am Donnerstag im…
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Öster­reich 2015: Oh weh, ORF!

Vor zwei Wochen lobte ich die diesjährig eurovisionsausrichtende Sendeanstalt ORF noch für dessen fabelhafte Vorentscheidung Wer singt für Österreich? - nun schlug meine Euphorie in Trauer um. Denn ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail hatte ich leider übersehen: die in der Erstrunde präsentierten Songs, mit denen sich die ursprünglich sechzehn Acts vorstellten, nehmen allesamt nicht an der Auswahl teil. Stattdessen bekamen die übrig gebliebenen Sechs jeweils zwei neue Titel verpasst, geschrieben und / oder produziert von internationalen Songschreiber-Größen, wie beispielsweise Julie Frost ('Satellite'). Man fragt sich nur: warum? Durch die Bank erwiesen sich die heute Abend der Öffentlichkeit präsentierten neuen Lieder…
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Unser Song für Öster­reich 2015: You can win if you want

Unser Song für Öster­reich 2015: You can win if you want

Er geht als einer der großen, historischen Ereignisse in die deutsche Grand-Prix-Geschichte ein: der überraschende Moment, als der Sieger eines über weite Strecken musikalisch langweiligen, wenn auch glanzvoll produzierten Vorentscheids nach seiner Akklamation die Krone zurückgab und erklärte, die Publikumswahl nicht anzunehmen.  Er sei nur "ein kleiner Sänger" und die Zweitplatzierte Ann Sophie Dürmeyer "viel geeigneter und qualifizierter," das Land in Wien zu vertreten, sprach USFÖ-Gewinner Andreas Kümmert der Moderatorin Barbara Schöneberger ins Mikrofon. Womit er zweifellos Recht hat: die 24jährige gebürtige Londonerin gewann bereits die Wildcard aufgrund ihrer selbst attestierten Eigenschaft als "Rampensau". Sie brennt für den Wettbewerb, dem bodenständigen Kümmert scheint die…
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Vor­ent­scheid-Cha­os: Andre­as küm­mert sein Sieg nicht

So was hat es in der deutschen Eurovisionsgeschichte noch nicht gegeben: Andreas Kümmert, Sieger im Superfinale von Unser Song für Österreich, nahm die Wahl die Publikums nicht an und gab seine Fahrkarte nach Wien live in der Sendung an die Zweitplatzierte Ann Sophie weiter. Die fährt nun mit dem Titel 'Black Smoke' nach Österreich. Vermutlich. Amtlich. Denn obwohl die Gewinnerin der Wildcard mit der Entscheidung zunächst nicht so richtig glücklich aussah - klar, wer geht schon gern als zweite Wahl ins Rennen? - bestätigte sie auf der anschließenden Pressekonferenz, dass sie uns in Wien vertritt. Welcher Hafer den, wie Barbara Schöneberger in der Show…
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Aus­tra­li­en 2015: A Guy named Sebastian

Wie der australische Sender SBS morgen früh (Ortszeit) bzw. heute gegen Mitternacht (MEZ) bekannt gab, wird Guy Sebastian die Aussies bei ihrer ersten (und einzigen?) Eurovisionsteilnahme in Wien vertreten. Der in Malaysia geborene und im Alter von sechs mit seinen Eltern nach Australien ausgewanderte Sänger erlangte 2003 Bekanntheit durch seinen Sieg bei der ersten Staffel  von Australian Idol. Im Gegensatz zu den meisten Castingshowsternchen konnte er eine langanhaltende Karriere daran anknüpfen: bis dato veröffentlichte Guy Sebastian acht Alben, die Down Under allesamt Platinstatus erreichten. 2012 konnte er mit der Single 'Battle Scars' gar die US-Charts knacken. Seine vorletzte Auskoppelung 'Mama ain't…
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Grie­chen­land 2015: Birds fal­ling down

Unfassbar: vier mehr oder minder gute, mehr oder minder originelle Uptemposongs tummelten sich im heutigen griechischen Vorentscheid - Songs, die durch das Ausgedürstetsein der Fans nach etwas Schnellem und Fröhlichem im diesjährigen eurovisionären Meer der balladesken Langeweile von ganz alleine einen enormen Wettbewerbsvorteil gehabt hätten. Und was wählen die hirnrissigen Hellenen (bzw. ihre Jury)? Selbstredend die einzige Ballade des gesamten Abends! Dazu noch eine, die erst gar nicht versucht, zu vertuschen, ein wirklich extrem dünner Aufguss von 'Rise like a Phoenix' sein zu wollen (man achte nur mal auf die letzten 30 Sekunden) - natürlich, ohne auch nur auf Lichtjahre an…
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Mol­da­wi­en 2015: ein gekauf­ter Sieg?

Sie gehören beim Eurovision Song Contest mittlerweile zum Standardverfahren, insbesondere in den osteuropäischen Staaten: Vorwürfe über Stimmenkauf und Manipulation. Die Fetzen flogen entsprechend hoch beim moldawischen Vorentscheid am vergangenen Samstag, wie escKaz, eurofire und Eurovision Apocalypse in den letzten Tagen übereinstimmend berichteten. Dort richtete sich der geballte Zorn der Vorentscheid-Teilnehmer gegen den aus der Ukraine stammenden Eduard Romanyuta, der die Melodie pentru Europa haushoch gewann. Zu haushoch vielleicht: bereits nach dem Semifinale, als er im Televoting mehr Stimmen auf sich vereinte als alle Konkurrenten zusammen, riefen einige Acts wie z.B. das SunStroke Project (MD 2010) ihre Fans aus Protest dazu…
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Spa­ni­en 2015: Edur­ne macht das Jodeldiplom

Die iberische Interpretin Edurne García Almagro und ihr Songtitel 'Amanecer', geschrieben vom Schwedenteam G:son und Bostrom, stehen schon länger fest, der Beitrag war aber bislang noch nirgends zu hören. Heute warf das spanische Fernsehen RTVE der hungrigen Eurovisionsmeute erstmals einen Happen hin: das Lyric-Video des im Vorfeld euphorisch als "Qualitäts-Pop" und "völlig anders als alles Bisherige" annoncierten Songs nämlich. Was soll man sagen: anders als klassische Grand-Prix-Kost ist 'Amencer' tatsächlich. Und zwar in der Hinsicht, dass der kraftvollen Ballade eine maßgebliche Zutat vollständig fehlt: ein Refrain nämlich! Nach einem etwas verhaltenen, beinahe sphärischen Songauftakt steigert sich 'Amancer' in den Strophen zwar…
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Vier­ter Super­sams­tag: der gei­le Kata­stro­phen­tag (FI, HU, MD 2015)

Neben Slowenien entschieden am heutigen vierten Supersamstag noch drei weitere Länder über ihre Beiträge. Im Gegensatz zu den sich selbst als Mitteleuropäer verstehenden Balkanbewohnern gingen in Finnland, Ungarn und Moldawien den heutigen Entscheidungen jeweils zahlreiche Vorrunden voraus. Wie in Slowenien siegten auch hier die im Vorfeld als Favoriten getippten Acts, allerdings handelt es sich bei allen drei Neuzugängen für Wien um recht umstrittene Siegertitel. Und ich finde sie alle drei geil! Das gilt natürlich im besondere Maße für Finnland, das mit der Wahl der aus vier ruppig aussehenden Kerlen mit Lernbehinderung bestehenden Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät erneut seinen Sinn für unübertreffliche…
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Slo­we­ni­en 2015: Amy Wine­house statt Oberkrainer

Eine echte Richtungswahl fand vor wenigen Minuten in Ljubljana statt: im Superfinale der EMA standen sich ein klassischer Turbo-Polka-Titel und ein druckvoller Indie-Pop-Song gegenüber: beide in ihrer Art brillant und sich beim Contest aus dem diesjährigen Meer der drögen Mittelmäßigkeit deutlich heraushebend. Das Publikum entschied sich für das modernere Angebot: ins nahe Wien fahren Maraaya, bestehend aus dem (niedlichen) Produzenten Raay, der bereits für das letztjährige 'Spet' mit verantwortlich zeichnete, und der Sängerin Marjetka Vovk. Sie verfügt über eine außergewöhnliche, leicht kratzige und ein wenig an die verstorbene Amy Winehouse erinnernde Stimme, die dem schmissigen Neo-Soul-Song (Eigeneinschätzung des Duos) 'Here…
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Irland 2015: When Words are not enough

Selbstaufgabe. Mit nur einen Wort lässt sich das Trauerspiel der irischen Eurovisionsvorentscheidung zusammenfassen, die gestern Abend (mal wieder) im Rahmen der RTÉ-Talkshow Late Late Show über die Bühne ging. Zwei Stunden lang zeigte man Clips der sieben irischen Grand-Prix-Gewinner/innen, präsentierte Medleys und Karaoke mit den bekanntesten Contestmelodien der grünen und ihrer britischen Nachbarinsel, natürlich keine davon frischer als von 1996, und erneut saß die unvermeidliche Linda Martin (IE 1984, 1992) im Kommentatorenpanel. Wohl im Angesicht des Sieges von Conchita Wurst ergänzte RTÉ die Kritikerrunde um eine zweite Dragqueen, Miss Panti Bliss, die laut Wikipedia Berühmtheit erlangte, weil sie 2014 im…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Opa, Pasha!

In erschreckender Weise führt uns die griechische Eurovisionsvorentscheidung die verheerenden Folgen der Austeritätspolitik vor: noch nicht mal mehr Autos können sich die Hellenen leisten, so dass in Athener Parkhäusern nun ganze Etagen leerstehen. Dies nutzte der vom Staatssender NERIT mit der Eurovisionsauswahl beauftragte private Musikkanal MAD und drehte die Clips zu den fünf diese Woche der Öffentlichkeit präsentierten Vorentscheidungsbeiträge in einer schäbigen, klaustrophobieauslösenden Parketage. Andererseits könnte man sich das für den kommenden Mittwoch terminierte Finale auch ganz sparen, gibt es doch ohnehin nur einen einzigen denkbaren Siegertitel: 'Jazz & Sirtaki' von Thomaï Apergi! Der Song liefert exakt das ab, was sein Titel…
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Elhai­da Dani pullt eine Elitsa

Eigentlich gehört der unverhoffte Songtausch ja zu den weißrussischen oder ukrainischen Spezialitäten. Nun übt sich auch Albanien in dieser Kunst: wie die Gewinnerin des 53. Festivali i Kenges und diesjährige skipetarische Eurovisionsvertreterin Elhaida Dani gestern auf ihrer Facebook-Seite verkündete, steht ihr Siegertitel 'Diell' nicht mehr für Wien zur Verfügung. Nach ihren Angaben habe Aldo Shllaku, der Komponist des Liedes, sein Einverständnis für die Verwendung als Wettbewerbsbeitrag zurückgezogen. Ob dies im Zusammenhang mit der geplanten Transferierung in Englische und / oder der notwendigen Kürzung auf die regelkonformen drei Minuten steht, ist nicht bekannt. Denkbar scheint auch, dass Dani und / oder RTSH…
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