Grie­chen­land 2017: Ella­da, Hora tou Tiefschlaf

Grie­chen­land 2017: Ella­da, Hora tou Tiefschlaf

Weit über zwei Stunden benötigte das griechische Fernsehen ERT heute Abend, um ganze drei Videoclips zu zeigen: die möglichen Beiträge der bereits seit Januar 2017 intern ausgewählten Dimitra Papadea alias Demy. Zunächst musste fast eine Stunde lang Süßholz geraspelt und sowohl die hübsche und sympathisch wirkende Interpretin als auch ihr hochkarätiges Team um Komponist Dimitris Kontopoulos und Choreograf Fokas Evangelinos mit Lob und Schmeicheleien überschüttet werden. Schönste Szene hierbei: spontane Tränen, als Demys Vater ihr via Einspieler Glück wünschte. Danach stellte man noch via Skype die zu 30% stimmberechtigten internationalen Jurys vor, bestehend aus allerlei Exilgriechen, die man auf diese Weise in die Abstimmung einbinden…
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Fes­ti­val da Can­ção 2017: siemp­re la Magia del Corazón

Fes­ti­val da Can­ção 2017: siemp­re la Magia del Corazón

Bis um 1 Uhr 45 in der Nacht dauerte es mal wieder beim portugiesischen Festival da Canção 2017, bis alle gefühlt 8.000 Honoratioren gebauchpinselt, sämtlichen Beiträgen der wenig glorreichen Grand-Prix-Geschichte des Landes die Hommage erwiesen sowie alle sieben regionalen Jurys abgefragt waren und das Ergebnis endlich feststand. Doch das Wachbleiben lohnte sich, denn die Wahl der Portugiesen, sie machte mich im Gegensatz zu so vielen Vorentscheidungen der letzten Wochen unendlich glücklich. Wie von mir und vielen internationalen Fans seit seinem ersten Vorentscheidungsauftritt vor zwei Wochen herbeigesehnt, gewann der zauberhaft verspult wirkende Salvador Sobral mit der völlig aus der Zeit gefallenen, hochgradig fragilen Prä-Disney-Liebesfilm-Ballade…
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Sel­ecția Națio­nală 2017: Da hat man was Eigenes

Sel­ecția Națio­nală 2017: Da hat man was Eigenes

Sie haben es tatsächlich getan: die Rumänen schicken 2017 ein jodelndes Pop-Pärchen zum Eurovision Song Contest! Bereits im Vorfeld europaweit von Fans heißgeliebt und gehasst, vereinten Ilinca und Alex Florea im Finale der Selecția Națională mehr als doppelt so viele Stimmen auf sich wie ihr härtester Konkurrent, der sehr unvorteilhaft gealterte Vertreter von 2006, Mihai Trăistariu. 'Yodel it!' bringt endlich den bitter benötigten Spaß zurück zum Eurovision Song Contest, wiewohl es sich trotz des Themas um keinen Comedy-Beitrag handelt. Und es schlägt den Bogen zum vorigen Wettbewerb aus Kiew, dem von 2005, als die österreichischen Global.Kryner mit 'Y así' ebenfalls dieser Gesangsart frönten. Ilinca, am gestrigen Sonntagabend in einem…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wie zer­ron­nen, so gewonnen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: wie zer­ron­nen, so gewonnen

Auch wenn der von mir noch immer nicht überwundene gestrige Schweden-Schocker (eine ordentliche Trauerphase braucht halt ihre Zeit) alles andere überstrahlte, so gebietet es doch die Chronistenpflicht, die Geschehnisse der am selben Abend gelaufenen Vorrunden in Island und Litauen nachzubereiten. Auf der Insel der Trolle und Elfen schrägte es im zweiten Semi des Söngvakeppnin leider einen weiteren meiner diesjährigen Lieblingsbeiträge, nämlich die zarte Countryballade 'þú og Ég' von Páll Rósinkranz und Kristina Bærendsen, deren persönliches Pech es war, dass nach den Bestimmungen des isländischen Senders RÚV die Lieder in den beiden Semis in Landessprache vorgetragen werden müssen, während die Künstler im Söngvakeppnin-Finale freie Hand…
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Eesti Laul 2017: Lost in the Semi

Eesti Laul 2017: Lost in the Semi

Zeitgleich zum Schweden-Schocker wählten die Esten am gestrigen Samstagabend ihre Vertreter für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew aus. Sie schicken zwei alte Bekannte: Koit Toome vertrat 1998 als damals Neunzehnjähriger das baltische Land bei der Meilenstein-Veranstaltung von Birmingham; bei Laura Põldvere handelt es sich neben Sloweniens Repräsentanten Omar Naber um die zweite Eurovisions-Wiederkehrerin, die beim Grand Prix 2005 bereits an gleicher Stelle - ebenfalls in Kiew - am Start war, seinerzeit als Teil der Girlgroup Suntribe. Gemeinsam präsentiert das Duo mit dem Titel 'Verona' einen gefälligen, rhythmusbetonten Schlager für die Ü-50-Disco, der an manchen Stellen entfernt an die epochemachenden Werke von Modern Talking erinnert und in…
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Mel­lo-Scho­cker: respekt­lo­se Schwe­den schmei­ßen Loreen raus!

Mel­lo-Scho­cker: respekt­lo­se Schwe­den schmei­ßen Loreen raus!

Es ist fraglos der absolute Schocker der Vorentscheidungssaison 2017: in der Andra Chansen (AC), dem Duell der Mittelfeldplatzierten aus den Melodifestivalen-Vorrunden der vier vergangenen Samstage, scheiterte am heutigen Abend die Eurovisionsgewinnerin von 2012, die große Loreen, mit ihrem düsteren Titel 'Statements', einem eher als artifizielles Gesamtkunstwerk denn als fröhlich-leichte Popkost zu degustierendem Song, an den offensichtlich komplett geschmacksgestörten schwedischen Televoter/innen. Und als wäre der Umstand, dass die einstige Eurovisionsheldin sich überhaupt der Erniedrigung der Zweiten Chance aussetzen musste, nicht schon beschämend genug für das skandinavische Völkchen, so vergrößerte der Mello-Verantwortliche Christer Björkman, seines Zeichens Letztplatzierter von 1992, die Schmach noch ins Unendliche,…
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Kroa­ti­en 2017: die lied­ge­wor­de­ne Mozartkugel

Kroa­ti­en 2017: die lied­ge­wor­de­ne Mozartkugel

Oh. Mein. Gott! Viel Aufregung gab es bereits im Vorfeld um den kroatischen Beitrag zum Eurovision Song 2017, 'My Friend' von Jacques Houdek, nachdem uns der vom Sender HRT intern ausgewählte Künstler mit ersten Songschnipseln und - vor wenigen Tagen - der Instrumentalversion des Stückes angefüttert hatte. Houdeks Katalog offenbart außerdem eine gewisse Affinität zu Camp, doch nichts - wirklich nichts! - konnte einen auf das Hörerlebnis vorbereiten, welches mit der gestern erfolgten Veröffentlichung der Studiofassung von 'My Friend' über uns hereinbrach. Die Nummer beginnt bereits mit einem absoluten Knaller in Form eines gesprochenen (!) Albert-Einstein-Zitates: die volle Ladung Pathos, gleich zum…
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Nie­der­lan­de 2017: Viel Schat­ten, wenig Licht

Nie­der­lan­de 2017: Viel Schat­ten, wenig Licht

Heute Vormittag präsentierte das gefühlt bereits vor der Erfindung des elektrischen Lichtes für den Eurovision Song Contest 2017 ausgewählte niederländische Geschwistertrio O'gene (ultraprätentiöse Eigenschreibung: O'G3NE) endlich seinen Grand-Prix-Titel. Der heißt dann auch 'Lights and Shadows', wurde vom Vater der drei Grazien und dem Freund von Shelley, einer der drei Schwestern, geschrieben und klingt wie die dritte oder vierte Singleauskoppelung aus einem Wilson-Phillips-Album. Also wie das mit sehr viel Glück womöglich noch für einen kleinen Hit ausreichende Material, das aber nicht mehr so ganz an die richtig großen Erfolge anknüpfen kann. Als "Powerballade" angekündigt (wobei ich die erste Hälfte dieser Zuschreibung für…
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Zypern 2017: Hovig will uns runterziehen

Zypern 2017: Hovig will uns runterziehen

Die Schwerkraft möchte er für uns sein. Also das, was uns unten hält und am Fliegen hindert. So singt es der zyprische Vertreter Hovig Demirjian jedenfalls in seinem heute der Weltöffentlichkeit vorgestellten Eurovisionsbeitrag 'Gravity'. Und so klingt das Lied auch. Es stammt, wie schon im Vorjahr, aus der Feder des schwedischen Grand-Prix-Veteranen Thomas G:sson und erinnert mit seinem scheppernden Beat zum Auftakt gleich ein wenig an den Monsterhit 'Human' vom Rag'n'Bone Man. Mit diesem kann der im Vergleich zum bulligen Briten eher zwergenhaft wirkende Hovig aber werden stimmlich mithalten noch verfügt er auch nur annähernd über dessen Charisma. Schiebt man das (durch den…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Joy to the World

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Joy to the World

Zwei Semifinale vom vergangenen Sonntag gilt es noch nachzutragen: die zweite Runde des portugiesischen Festival da Canção und das rumänische Semifinale, das zur Aufgabe hatte, die von der Jury vorausgewählten 15 Titel auf deren zehn einzudampfen - und zwar durch erneute alleinige Entscheidung der Jury! Wie komplett absurd! Schauen wir aber zunächst nach Portugal: dort überraschte uns die deutsche Grand-Prix-Legende Joy Fleming (→ DE 1975) mit einem Cameo-Auftritt unter dem Tarnnamen Celina da Piedade. Sie trug ihr schwarzes Zeltkleid aus dem Vorentscheid von 2001 nochmal auf. Die seinerzeit als Girlande um den Hals geschlungenen Plastikblumen fanden sich nun im Haar und auf der…
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Öster­reich 2017: Luft nach oben

Öster­reich 2017: Luft nach oben

Einen schief gegangenen Fall der von mir bereits bemoserten Salamitaktik hinsichtlich der Präsentation von Grand-Prix-Vertreter und Lied legten gerade unsere Lieblingsnachbarn, die Österreicher, hin. Die warben uns zunächst im Dezember 2016 den bereits in die Klasse der 33 vorgestoßenen Unser Song 2017-Aspiranten Nathan Trent ab und erklärten ihn zu ihrem Repräsentanten. Überzeugt habe er den ORF mit einem selbstverfassten Lied, welches auch der Eurovisionsbeitrag sei, aber erst im Februar 2017 der bereits erwartungsfroh mit den Hufen scharrenden Weltöffentlichkeit zu Gehör gebracht werden solle, wie es seinerzeit hieß. Vor wenigen Tagen annoncierte man dann nur den Songtitel, 'Running on Air', und verkündete, den österreichischen…
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Ser­bi­en 2017: if Caro­ban was a Crime

Ser­bi­en 2017: if Caro­ban was a Crime

Wie esctoday.com heute Abend unter Bezugnahme auf eine Verlautbarung des serbischen Sender RTS berichtete, schickt das Balkanland die laut Wiwibloggs schwerpunktmäßig in den USA lebende Sängerin Tijana Bogićević als ihre Vertreterin zum Eurovision Song Contest 2017 nach Kiew. Bogićević stand bereits beim Wettsingen in Düsseldorf 2011 auf der Grand-Prix-Bühne, als Chorsängerin für Nina. Zwei Jahre zuvor hatte sie es bereits bei der serbischen Vorentscheidung Beovizija versucht, kam aber nicht über das Halbfinale hinaus. Einen Song gibt es nach Verlautbarung des Senders bereits - geschrieben von Borislav Milanov und Bo Persson, die auch an Poli Genovas 'If Love was a Crime' (→ BG 2016) beteiligt waren.…
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Cele­bra­te Diver­si­ty: 3 Män­ner mode­rie­ren in Kiew

Cele­bra­te Diver­si­ty: 3 Män­ner mode­rie­ren in Kiew

Erstmals in der über sechzigjährigen Geschichte des Eurovision Song Contest wird im Mai 2017 in Kiew ein Team von drei männlichen Moderatoren durch die drei Abende führen, wie heute bekannt wurde. Bis dato überwogen stets die Gastgeberinnen, Männer moderierten beim Grand Prix entweder (in den seltensten Fällen) solo oder in gemischten Teams. Ob die reine Männerwirtschaft unter diesem Gesichtspunkt zur "Vielfalt" beiträgt, die in Kiew dem diesjährigen Motto zufolge gefeiert werden soll, muss wohl jeder für sich beurteilen. Eine komplett überlaufene Bühne wie in Wien braucht man aber nicht zu befürchten: die beiden im TV-Showgeschäft bereits erfahrenen Herren Oleksandr Skichko und…
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Super­no­va 2017: In the Schwarzlichtdisco

Super­no­va 2017: In the Schwarzlichtdisco

Ich kann es immer noch nicht richtig glauben: die Letten schenkten uns am heutigen Sonntagabend einen Uptemposong für Kiew. Ich möchte vor Freude weinen. Uptempo! Also, nicht dass der im Finale der gut anderthalbstündigen, von zahlreichen Werbepausen (in denen für die Internetgemeinde erneut der #AdBreakBeaver sein Unwesen trieb) unterbrochenen Supernova aus insgesamt vier (!) verbliebenen Titeln in einem reinen Televoting ausgewählte Song 'Line' der Band Tirana-Park Triānas Parks ausgesprochen gut wäre. Aber man ist mittlerweile ja schon für Kleinigkeiten dankbar. Er lebt von einem nett vor sich hin puckernden Elektrobeat, über welchem die leider ziemlich unfähige Leadsängerin, die aussieht und klingt, als habe sie ein paar…
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Vier­ter Super­sams­tag 2017: die Han­de­ta­sche muss leben­dig sein

Vier­ter Super­sams­tag 2017: die Han­de­ta­sche muss leben­dig sein

Neben den drei Entscheidungen in der Ukraine, Moldawien und Dänemark fanden am gestrigen Supersamstag zeitgleich auch noch Eurovisions-Vorrunden in Schweden, Litauen und Island statt. Dabei zog das vierte Viertelfinale des Melodifestivalen mal wieder die höchste Aufmerksamkeit auf sich, vor allem, weil die Grand-Prix-Gewinnerin von 2012, Loreen, es hier mit ihrem bereits im Vorfeld extrem gehypten, neuen Beitrag 'Statements' versuchte, einer extrem düsteren, dräuenden Elektroballade im Stile von Sia, die vor allem auf eine eindrückliche optische Präsentation setzte. Und diese erwies sich auch tatsächlich als beeindruckend, ließ sich die sichtlich gealterte Eurovisionsveteranin, die manche spitze Zunge rein optisch an das unlängst viel…
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Dansk Melo­di Grand Prix 2017: so inter­es­sant wie der deut­sche Song

Dansk Melo­di Grand Prix 2017: so inter­es­sant wie der deut­sche Song

Und auch die Dänen bestimmten heute Abend beim traditionellen Melodi Grand Prix ihren Song für Kiew. Nationalistisch, wie das skandinavische Völkchen (oder zumindest ihr Sender DR) gestimmt ist, taten sie dies unter Ausschluss der nicht-dänischen Öffentlichkeit: trotz gegenteiliger vorheriger Ankündigung blieben die Zuschauer/innen aus dem Ausland vom Internetstream des MGP ausgesperrt. Was mich, wenn ich das an dieser Stelle kurz einschieben darf, zu der Forderung an die EBU veranlasst, sämtliche an einer Eurovisionsteilnahme interessierten Mitgliedssender künftig zwingend vertraglich zu verpflichten, ihre nationale Vorentscheidung ohne jede Zugangsbeschränkung (oder die Notwendigkeit zur Installation fischiger Plug-ins wie in Slowenien) auf Youtube als Livestream und…
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Vid­bir 2017: the Ant is near

Vid­bir 2017: the Ant is near

Das diesjährige Gastgeberland Ukraine läuft wohl keine Gefahr, den Wettbewerb auch 2018 organisieren zu müssen (höre ich da ein erleichtertes Aufatmen in der internationalen Fangemeinde?), denn es entschied sich am heutigen Abend für zwar ausgesprochen professionell ins Bild gesetzten, musikalisch aber unerträglich langweiligen Seichtrock. O.Torvald (jawohl, ohne Leerzeichen, dafür war wohl kein Geld mehr da) nennt sich das optisch ganz ansprechende Softrockquintett, und es inszenierte sein lahmes Geplodder mit dem beim Song Contest bislang noch nie dagewesenen Titel 'Time' inhaltlich passend als düsteres Endzeit-Setting. Derangiert, mit aufgemalten Schrammen und aufgerissenen T-Shirts stehen die Torwälder auf der Bühne, aus ihrer Brust ragen…
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O Melo­di pen­tru Euro­pa 2017: nicht von der Mut­ter befin­gern lassen!

O Melo­di pen­tru Euro­pa 2017: nicht von der Mut­ter befin­gern lassen!

Just zur gleichen Zeit, als die versammelte Schwuppenschaft Europas vor dem Melodifestivalen-Livestream angesichts des Auftritts Ihrer Hoheit Loreen feuchte Höschen bekam, schlossen sich die Moldawier/innen heute Abend den Slowenen an und entschieden sich, ebenfalls alte Bekannte zum Eurovision Song Contest 2017 zu schicken: das Sunstroke Project (→ MD 2010, Vorentscheid 2012) löste das Ticket nach Kiew mit dem mittelprächtigen Dance-Pop-Song 'Hey Mamma'. Das Trio schaffte dies aufgrund der Liebe des Publikums: mit etwas über 1.500 (!) Anrufen erhielten sie in etwa so viel Zuspruch wie die restlichen sieben Konkurrent/innen zusammen und gut drei Mal so viele Stimmen wie das zweitplatzierte Muttis-in-Trachten-Quartett Ethno Republic, welches…
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Fan­tasti­co: Occidentali’s Kar­ma bleibt in Italienisch!

Fan­tasti­co: Occidentali’s Kar­ma bleibt in Italienisch!

Es ist die beste Nachricht der laufenden Eurovisionssaison: wie Wiwibloggs soeben berichtete, verkündete der italienische Eurovisionsteilnehmer und bereits vielfach als aussichtsreichster Thronanwärter ausgerufene Franceso Gabbani am gestrigen Abend in der RAI-Unterhaltungssendung Standing Oviations, dass er seinen Titel 'Occidentali's Karma' in Kiew in seiner Landessprache singen werde. "Es ist eine große Verantwortung," sagte er im Hinblick auf seine Funktion als Repräsentant der Halbinsel beim europäischen Wettstreit. "Ein Abenteuer, das ich mit großer Spontanität erleben will. So, wie ich das immer versuche. Ich möchte die Reputation der italienischen Musik hochhalten, also präsentiere ich den Song in seiner Ursprungsversion, auf Italienisch". Hurra! Gabbani schwankte…
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Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2017: die Rück­kehr des Jugo-Robbie

Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2017: die Rück­kehr des Jugo-Robbie

Bei manchen Ländern fragt man sich doch, warum sie überhaupt noch scheinbar öffentliche Vorentscheidungen abhalten, wenn sie ihren Vertreter doch ohnehin längst intern bestimmt haben. So wie heute Abend bei der slowenischen EMA: dort entschied sich das Publikum mit großer Mehrheit für das aus zwei Brüdern bestehende Wortspiel-Duo BQL (gesprochen: "be cool") mit dem musikalisch zwar nicht sonderlich originellen, aber zumindest extrem eingängigen Midtemposong 'Heart of Gold', eines der wenigen Lieder diesen Abends (und Jahrganges), das tatsächlich über einen erkennbaren Refrain verfügte. Doch die kostenpflichtigen Anrufe hätten sich die Slowenen (wie immer) sparen können: die Jurys werteten die beiden charmanten…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: en sten­hipp Man och en Prinsessa

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: en sten­hipp Man och en Prinsessa

Stellen Sie sich vor, liebe Leserin, lieber Leser: Sizilien 1931 Lissabon 2017. Es ist der Abend des ersten Semifinales des neu aufgelegten Festival da Canção, Portugals traditionsreichem Liederabend, der nach einem Jahr eurovisionärer Schmollpause - angeblich inhaltlich komplett aufgefrischt - erneut als Vorentscheidungsformat des notorisch erfolglosen Grand-Prix-Landes fungiert. Sechs der acht Beiträge dieser Runde sind bereits an Ihnen vorübergezogen, erste Ermüdungserscheinungen stellen sich ein, geschuldet der Tatsache, dass das Festival traditionell erst gegen 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit startet. Und dass Sie, was die bisherigen Lieder anging, nichts von der groß verkündeten Neuausrichtung feststellen konnten: fade und glanzlos plätscherte das alles an Ihnen…
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Drit­ter Super­sams­tag 2017: extrem heterosexuell

Drit­ter Super­sams­tag 2017: extrem heterosexuell

Es war mal wieder ein Abend der eurovisionären Überforderung gestern: neben den gleich drei finalen Entscheidungen in Ungarn, Malta und Polen liefen zeitgleich noch fünf (!) weitere Vorrunden und Semis. Und in den meisten von ihnen fielen ähnlich deprimierende Fehlentscheidungen. Das begann bereits im schwedischen Växjö, wo das bislang schwächste Viertelfinale des Melodifestivalen mit durch die Bank völlig egalen Beiträgen über die Bühne ging und wo die wunderbare, quirlige Krista Siegfrids (→ FI 2013) mit dem wunderbaren, quirligen Mello-Schlager 'Snurra min jord', fraglos dem einzigen guten Song des gesamten Abends, unfassbarerweise auf dem letzten Platz landete. Und das trotz vorschriftsmäßiger Choreografie…
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Mal­ta­song 2017: Atem­los durch die Nacht

Mal­ta­song 2017: Atem­los durch die Nacht

Also gut, bringen wir es hinter uns: am gestrigen Samstagabend wählte auch die kleine, in Eurovisionsdingen unermüdliche Mittelmeerinsel Malta ihren Beitrag für Kiew aus. Einiges machte man diesmal anders: das in der Vergangenheit meist obligatorische Semifinale wurde gestrichen, die Vorab-Vorstellung von zirka eine Minute langen Songausschnitten im sterilen Xarabank-TV-Studio entfiel diesmal meines Wissens auch, und - größter vorstellbarer Kulturschock überhaupt! - selbst die bislang allmächtige Jury schaffte das maltesische Fernsehen TVM komplett ab. Nur beim Songtableau gab es keine Überraschungen: das übliche halbe Dutzend unermüdlicher Dauerkomponisten, die üblichen unermüdlichen Verdächtigen hinter dem Mikrofon, die üblichen lehrbuchhaften Tanzchoreografien und der übliche schwerverdauliche…
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Kra­jo­we Eli­mi­nac­je 2017: die Krä­he auf dem Drahtseil

Kra­jo­we Eli­mi­nac­je 2017: die Krä­he auf dem Drahtseil

Für einen kleinen Moment glimmte noch schwach Hoffnung auf, als das polnische Fernsehen bei der heutigen Eurovisionsvorentscheidung Krajowe Eliminacje einen Schnelldurchlauf der bereits in den anderen europäischen Nationen ausgewählten Grand-Prix-Beiträge zeigte. Würden, so wie bei Unser Song 2017, als diese Werkschau für einen plötzlichen, dramatischen Stimmungsumschwung hinsichtlich des auszuwählenden Lieds sorgte, auch die Polen instinktiv begreifen, dass die Quote für düstere, dramatische Balladen im Jahrgang 2017 bereits deutlich übererfüllt ist? Um es kurz zu machen: sie taten es nicht. Übereinstimmend bestimmte die fünfköpfige, zu 50% wertungsberechtigte Jury die hagere Blondine Kasia Moś mit ihrem nervtötenden (wenn auch sauber intonierten) Geschrei über eine 'Fleshlight', Verzeihung, das…
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A Dal 2017: Die Wagen so bunt, die Pferd­chen so zottig

A Dal 2017: Die Wagen so bunt, die Pferd­chen so zottig

Die Magyaren haben gewählt. Oder, um genauer zu sein: sie wählten aus dem, was die Jury ihnen übrig ließ. Die holzte den in der Endrunde des heutigen A Dal-Finales alleine abstimmungsberechtigten Zuschauer/innen im ersten Durchgang gezielt ihre bisherigen Favoriten weg, das Trio Toyota Totova nämlich, das zum noch nicht mal notdürftig kaschierten Bühnenhintergrund von Jamalas '1944' einen äußerst zähen, anstrengenden Song in die Gegend brüllte. Und auch wenn ich die krasse Bevormundung durch die Juroren natürlich als undemokratisch geißeln muss: inhaltlich bin ich schon froh, dass uns das erspart blieb. Unter den verbliebenen Titeln entschieden sich die Ungarn dann für den…
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