Madame Mon­sieur sam­meln für die klei­ne Mer­cy

Mit ihrem wunderschönen, herzerwärmenden Lied über das an Bord eines Seenotrettungsschiffes auf dem Mittelmeer geborene Flüchtlingsmädchen 'Mercy' gewann das französische Singer-Songwriter-Pärchen Émilie Satt und Jean-Karl Lucas alias Madame Monsieur im Januar diesen Jahres den französischen Vorentscheid Destination Eurovision und fuhr zum Wettsingen nach Lissabon. Das Mädchen gibt es wirklich, es kam im März 2017 an Bord der SOS Mediterrané zur Welt und musste mit seiner Mutter Taiwo Yussif bis vor wenigen Wochen im größten, hoffnungslos überfüllten Flüchtlingslager Europas in Sizilien ausharren. "Mein Baby leidet in diesem Camp," zitiert Wiwibloggs die Mutter aus einem zurückliegenden Interview, "wir sind hier schon viel zu lange". Dank der…
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SuRie: “Die Ener­gie des Publi­kums bleibt in mei­ner Erin­ne­rung”

Im Frühstücksfernsehen äußerte sich heute morgen die britische Eurovisionsvertreterin 2018, SuRie (bürgerlich: Susanna Marie Cork), zu den Vorfällen rund um ihren Auftritt im Finale des Wettbewerbs am vergangenen Samstag in Lissabon, der von einem Störer unterbrochen wurde. Wie die Sängerin auf Nachfrage berichtete, habe sie den Eindringling erst wahrgenommen, als er direkt vor ihr stand und ihr das Mikrofon aus der Hand wand, wovon sie ein paar kleinere Kratzer davontrug. Sie habe jedoch keine Zeit gehabt, über die potentielle Gefährlichkeit des Mannes nachzudenken, der umgehend von der Security überwältigt wurde. Während SuRie für einige Sekunden ohne Mikrofon dastand, lief der Song…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine…
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Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
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Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wett­quo­ten­kö­ni­gin

Seit Monaten führte die Israelin Netta Barzilai mit ihrem Beitrag 'Toy' unangefochten die Listen der internationalen Wettbüros für einen Sieg beim Eurovision Song Contest 2018 an. Bis heute früh. Gewissermaßen auf dem letzten Meter überholte sie da die für Zypern antretende Eleni Foureira mi ihrer Nummer 'Fuego'. Und ein schöneres Paradebeispiel für überschnappende Fan-Hysterie in der hermetisch in ihrem eigenen Saft schmorenden Bubble könnte es meines Erachtens nicht geben. Sowie für die Art und Weise, wie das Belohnungszentrum in unserem Gehirn, der Nucleus accumbens, arbeitet. Der schüttet bekanntlich Dopamin aus, den Botenstoff, der uns mit Glücksgefühlen belohnt, wenn etwas (eine Situation,…
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Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wundertüte an Proben brachte der heutige Tag in Lissabon, mit Startern aus allen drei Shows auf der Bühne der Altice-Arena. Über diejenigen des Vormittag können wir schnell hinwegspringen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Armenien (sympathischerweise unausgeschlafen, aber immer noch der schönste Bart 2018) bis Dänemark war das schließlich bereits der zweite Durchlauf, und all zu viel Nennenswertes änderte sich nicht. Die Serben (zweitschönster Bart) haben ihre Lakritzschnüre wohl aufgefuttert, die beiden für San Marino startenden Ladys warfen sich heute immerhin in - dem Modethema des Jahres folgend - teils extrem durchsichtige Bühnenklamotten. Und bewiesen Humor, in dem sie den eigentlichen Star ihres…
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Ich dach­te immer, Du seist bil­lig: fünf­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Am heutigen Donnerstag drehte sich alles um Unfälle in der zweiten Probenrunde der ersten Semifinalisten zum Eurovision Song Contest 2018 in Portugal. Aufgrund eines Verkehrsunfalles, der einen Stau in der Lissabonner Innenstadt verursachte, kam die dort feststeckende isländische Delegation heute Morgen zu spät, so dass Ari Olafssons Probe verschoben werden musste. Die größere Rolle spielten jedoch die Rückenverletzungen, die sich der tschechische Teilnehmer (und Siegeraspirant) Mikolas Josef vergangenen Sonntag bei einem Salto zugezogen hatte und die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machten. Josef erschien, wie bereits angekündigt, dennoch heute zum zweiten Durchlauf und absolvierte - mit zusammengebissenen Zähnen, wie die Blogger vor…
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Tot­ge­sag­te leben län­ger: kehrt die Türk­vi­zyon zurück?

Tot­ge­sag­te leben län­ger: kehrt die Türk­vi­zyon zurück?

Aufgrund eines bizarren Namensrechtsstreits liegt der 2013 von der Türkei als eine Art osmanischer Gegenentwurf zum verderbt-homophilen Eurovision Song Contest aus der Taufe gehobene Wettbewerb Türkvizyon, an dem Türkvölker in ganz Eurasien teilnehmen durften und der es bislang auf lediglich drei Ausgaben brachte, nun schon seit gut drei Jahren auf Eis. Doch jetzt kommt wieder Bewegung in die festgefahrene Situation: wie Eurovoix World berichtet, hat es den Anschein, dass die Show 2018 erstmals wieder stattfinden soll. Zumindest wurde das Logo auf der offiziellen Webpräsenz upgedatet, und einige der Künstler/innen, die bereits für den vierten, immer wieder verschobenen und bis dato…
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Auf­er­stan­den aus Rui­nen: vier­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Sanft gestaltete sich der Start in Tag heute Morgen für die nach Lissabon gereisten Blogger/innen. Denn der vierte Probentag begann mit dem georgischen Beitrag. Die Kaukasusrepublik schickt in diesem Jahr bekanntlich die offiziell so benannte Ethno-Jazz Band Iriao - und betreibt mit dieser Auslobung klaren Etikettenschwindel. Schließlich hat das, was die für den ESC-Auftritt vom Septett zum Quintett geschrumpfte Formation in Portugal singt, weder etwas mit Ethno zu tun, noch mit Jazz. Stattdessen nehmen die Fünf, wie mir diesbezüglich bewanderte Quellen glaubhaft versicherten, die Melodie irgendeines uralten christlichen Kirchenliedes und tarnen diese mit Harmoniegesang in Landessprache. Das Ganze tun sie in…
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We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Proben für den Eurovision Song Contest 2018 in der Altice-Arena zu Lissabon weiter, heute mit der ersten Hälfte des zweiten Semifinales. Das eröffnet bekanntlich, in Person Alexander Rybaks, ein ehemaliger Eurovisionsgewinner. Und wiewohl sein Beitrag 'That's how you write a Song' die europäischen Schwurnalisten in Fans und bekennende Hasser spaltet, herrscht unter den Blogger/innen ziemliche Einigkeit, dass auch dieser Titel erneut um den Sieg mitspielen könnte. Rybak, der Dorian Gray der Eurovision, der seit seiner letzten Grand-Prix-Teilnahme offensichtlich keinen Tag alterte und noch immer über seinen Lausbubencharme verfügt, bringt - wie schon 2009…
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Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigentlich gehört es zur Eröffnungstradition des Pressezentrums, dass die dort versammelten Schwurnalisten von der allerersten Probe aus technischen Gründen nichts mitbekommen, weil die Leitung von der Halle noch nicht steht. Das war am Sonntag zwar nicht der Fall, dafür aber am heutigen Montag: pünktlich zum Probenbeginn um zehn Uhr liefen noch Tourismuswerbeclips in Dauerschleife, während in der Altice-Arena bereits das mazedonische Duo Eye Cue auf der Bühne stand. Erst zum dritten Durchlauf drückte jemand den Knopf: auf den Monitoren erschien, wie OnU berichtete, bildfüllend der Hintern der Leadsängerin Marija. Und falls sich jemand noch mit Schaudern an das pinkfarbene Cameltoe-Outfit…
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Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchste Zeit, dass dieser Blog aus seinem Dornröschenschlaf erwacht: am gestrigen Sonntag eröffnete das - angereisten Schwurnalisten zufolge viel zu kleine - Pressezentrum in der Lissabonner Altice-Arena zur Übertragung der ersten Kameraproben für das in acht Tagen angesetzte erste Semi des Eurovision Song Contest 2018. 19 Songs buhlen in diesem bekanntlich um einen der knappen zehn Plätze für das Finale. Und auch wenn diese hauptsächlich für die Kameraeinstellungen und den Soundcheck gedachten Proben noch keinen umfassenden Aufschluss über die endgültige Performance in den beiden Shows geben, in denen es zählt - nämlich dem Juryfinale am kommenden Montag und der TV-Show…
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Trick­kleid­dra­ma um Eli­na Netša­je­va

Exakt einen Monat vor dem ersten Semifinale des Eurovision Song Contest 2018 entspannt sich ein Finanzierungsproblem rund um die Teilnahme der estnischen Popera-Diva Elina Netšajeva. Die trat beim heimischen Vorentscheid Eesti Laul bekanntlich in einem Projektionskleid auf, also einem Dress mit einem textilreichen grauen Unterteil, das als Leinwand für sehr eindrückliche, aufgespielte Visuals fungiert und das einen nicht unerheblichen Teil zum beeindruckenden audiovisuellen Gesamtkonzept beitrug. Das wollte Elina in Lissabon eigentlich so beibehalten, was aber am Geld scheitern könnte: wie der estnische Delegationsleiter Mart Normet nach einem Bericht von Wiwibloggs vorrechnet, summieren sich die geschätzten Kosten für die Miete leistungsstarker Projektoren…
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GE 2018: Neu­es aus Pora­da Nin­fu

Liebes georgisches Fernsehen, nur so als Tipp: wenn man schon mit voller Absicht als Letzter auf der Party einläuft, so für das standesgemäß große Entree, dann sollte der Auftritt auch überzeugen. Gespannt waren die Erwartungen, nachdem Ihr, mit schon seinerzeit wirklich unnachahmlichem Gefühl fürs Timing, am vergangenen Silvesterabend, nur wenige Stunden vor Mitternacht, Eure intern ausgewählte Vertreter verkündetet: Iriao, eine siebenköpfige Ethno-Jazz-Band rund um den um den auch in Deutschland tätigen Komponisten David Malazonia, welche laut Eigenbeschreibung die von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe gezählte, nur im Kaukasus praktizierte polyphone Gesangstechnik des Chakrulo, eines „dreiteiligen Trinkliedes zur Vorbereitung auf die Schlacht, mit zwei reich…
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BG 2018: Es lebe der Zen­tral­fried­hof

Als "düster", "mystisch" und "spirituell" kündigte das bulgarische Fernsehen den als strenge Verschlusssache gehandhabten und massiv gehypten Beitrag des Landes für den Eurovision Song Contest 2018 an, den es heute Morgen enthüllte. Um 7:30 Uhr in der Frühe, an einem Montagmorgen, dem denkbar unspirituellsten und nüchternsten Punkt der Woche. Gutes Timing, BNT! Dementsprechend ernüchtert fielen die meisten Reaktionen auf den Titel 'Bones' aus. Eine etwas glibbrige Variante von Dihajs 'Skeletons' (→ AZ 2017), so könnte man es vielleicht zusammenfassen, dargeboten von einem Quintett mit dem Namen Equinox (Sonnenwende), deren Mitglieder - eine bulgarische X-Factor-Siegerin, ein rumänischer X-Factor-Teilnehmer, einer der Chorsänger…
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LT 2018: Der Berg kraist… und gebiert eine Zasim­aus­kai­tė

Über zehn Wochen erstreckte sich das notorisch überlange litauische Vorentscheidungsverfahren, die Eurovizija, auch 2018 wieder. 50 Songs (!) nahmen ursprünglich daran teil, die man für das gestrige Finale, übrigens das letzte dieser Saison (fühlt Ihr bereits den Entzugsschmerz?), in einem epischen, hochkomplizierten Verfahren auf sechs reduzierte, mit denen der Sender LRT dann, anders als die in dieser Beziehung die Nerven ihrer Zuschauer/innen nicht über Gebühr strapazierende ARD, nochmals gute drei Stunden in der Primetime füllte. Es siegte, nachdem die Litauer/innen in den Vorrunden bereits sämtliche guten Beiträge bis auf einen herausgewählt hatten, leider nicht dieser, sondern wie erwartet die klare…
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MK 2018: So many Songs, so litt­le Time

Nicht einen, sondern gleich vier Songs präsentierte uns das mazedonische Fernsehen am heutigen Abend der Beitrags-Enthüllungen. 'Lost and found', so heißt das Stück des bereits vor geraumer Zeit intern bestimmten Duos Eye Cue. Und es klingt auch ein bisschen so, als habe man sich die Zutaten für das mazedonische Lied im städtischen Fundbüro zusammengesammelt. Es beginnt als nicht weiter auffällige Midtempo-Ballade - für die ersten 20 Sekunden. Dann klopft es auf einmal an der Tür. Wer da draußen wohl steht? Oh, es ist ein verspielter Reggae-Track! Wollen wir ihn hereinlassen? Eigentlich nicht, denn nur wenig ist (mit wenigen Ausnahmen) nach…
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RU 2018: Sticks and Stones won’t break your Bones

Und auch im Falle der russischen Repräsentantin für den Eurovision Song Contest 2018, Julia Samoylova, und ihrem Grand-Prix-Beitrag hielten die Dämme nicht: bereits vor der offiziellen Vorstellung in den heutigen Hauptabendnachrichten des Senders leakte der Song. Der heißt 'I won't break', stammt vom selben Komponistentrio, das bereits Dina Garipovas (→ RU 2013) gruselige Gehirnwäsche-Hymne 'What if we' verbrach und entpuppt sich musikalisch als belanglosester Radiopop ohne den geringsten Funken von Authentizität. Zumindest in der Studiofassung stellt er dennoch eine leichte Verbesserung zu Julias letztjährigem Lied 'Flame is burning' dar, was vor allem daran liegt, dass ein mehrstimmiger Frauenchor ihr den Refrain…
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IL 2018: Kuku­ri­ku

Schon des Nächtens suppte er durch, der eigentlich bis zur offiziellen Präsentation heute Abend unter Verschluss zu haltende israelische Eurovisionsbeitrag 2018. Woraufhin das Land in den Wettbüros sofort auf den Spitzenplatz schoss. Kein Wunder: Netta Barzilais feministische Hymne 'Toy' vereint einen außergewöhnlichen, authentischen Gesangsstil mit einem aktuellen gesellschaftspolitischen Anliegen - der in Hollywood gestarteten, aber mittlerweile globalen #metoo-Bewegung - und, am Wichtigsten, einem starken, Spaß machenden Pop-Track. Zusammengehalten wird das von Doron Medalie ('Golden Boy', IL 2015) komponierte und aus 140 Einsendungen ausgewählte 'Toy' von der naturgewaltigen Persönlichkeit der Wuchtbrumme Netta, einer Art israelischer Beth Ditto: dick, laut, talentiert und absolut fabelhaft! Die…
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SE 2018: Lass die Neon-Son­ne in Dein Herz

Mit dem erwarteten Sieg des Favoriten Benjamin Ingrosso ging am gestrigen Samstagabend das Finale des schwedischen Melodifestivalen zuende. So überraschungsarm das Ergebnis, so unspannend sein Song 'Dance you off': ein gemächlich vor sich hin pluckerndes, dampfstrahlgebügeltes Musikbett, über dem eine infantil hochgepitchte, komplett emotionslose Stimme schwebt. Mit anderen Worten: die Art von Track, die ein DJ am frühen Abend auflegt, wenn das Personal die Überzahl der Menschen im Club stellt und die zahlenden Gäste erst tröpfchenweise eintrudeln; wenn es also Verschwendung wäre, bereits jetzt einen echten Tanzflächenfüller aufzulegen. Dazu bewegt sich ein charismafreies Milchbübchen halbherzig vor einem Hintergrund aus bunten,…
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NO 2018: Alex­an­der ist Ry-back!

Zum Schluss musste man wirklich fürchten, er würde vor lauter Aufregung auf der Bühne des Osloer Spektrum gleich einen Schlaganfall erleiden. Vier Abstimmungen brauchte es, bis der Eurovisionssieger von 2009, Alexander Rybak, heute Abend beim MGP als neuerlicher Vertreter Norwegens beim Grand Prix 2018 in Lissabon feststand. 'That's how you write a Song' hieß sein selbstkomponierter Titel, und dass der Geigentroll wahrlich noch immer weiß, wie das geht, stellte er mit seinem erfrischend altmodischen, aber hochgradig ansteckenden Gute-Laune-Song und einer perfekt darauf abgestimmten Choreografie unter Beweis, die auf spielerisch-lässige Weise Zeichentrickelemente einband. Rybak, der den erneuten Sieg sehr, sehr erkennbar…
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PT 2018: Dans les Jardins du Lis­boa

Bevor heute Abend mit dem norwegischen Melodi Grand Prix und dem Finale des schwedischen Melodifestivalen zwei der drei letzten nationalen Vorentscheide der Eurovisionssaison 2018 über die Bühne gehen, gilt es noch ein Ergebnis des zurückliegenden Wochenendes nachzureichen, das mir bislang durchgerutscht ist. Nämlich das des Gastgeberlandes Portugal. Dort setzte sich vergangenen Sonntag im Finale des traditionsreichen Festival da Canção die 23jährige, bereits über mannigfache Casting-Show-Erfahrung verfügende Cláudia Pascoal durch. Und zwar mit dem Titel 'O Jardim' ('Der Garten'), einer fragilen Trauerballade, von der pinkhaarigen Interpretin mit passgenauer, zurückhaltender Hingabe und zum Schluss hin fast brüchiger Stimme gesungen. Dabei erfuhr die…
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IE 2018: Ein­mal wie immer

Heimlich, still und leise veröffentlichte am heutigen Freitag der irische Sender RTÉ sein Lied für Lissabon. Ohne große vorhergehende Ankündigung oder gar - wie beim österreichischen Kollegen - im Nachgang zu einer Pressekonferenz. So, als wolle man gar nicht, dass die Öffentlichkeit weiter Notiz davon nimmt. Und so klingt auch der Song: der ebenfalls bereits seit Monaten feststehende Ryan O'Shaugnessy intoniert mit enervierend weinerlicher, hoher Stimme eine bereits tausend Mal gehörte Midtempoballade namens 'Together'. An der ist das Interessanteste noch der dazugehörige Videoclip, in dem zwei junge Männer völlig selbstverständlich verliebt und Händchen haltend durch die Straßen Dublins tanzen. Das…
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AT 2018: Jean­ny, quit livin’ on Dreams

Zunächst einmal: Hut ab, ORF! Der österreichische Sender schaffte es tatsächlich, den Beitrag des bereits vor geraumer Zeit intern ausgewählten Cesár Sampson für den Eurovision Song Contest 2018 bis zum gewünschten Veröffentlichtungstermin, nämlich heute, strikt unter Verschluss zu halten. Das gelingt selten! Hat sich das lange Warten denn auch gelohnt? Unbedingt: 'Nobody but you', so der Titel, überzeugt qualitativ auf ganzer Linie. Feine Gospelelemente mischen sich mit druckvollem Pop und abwechslungsreichen gesanglichen Verzierungen. "Rag ’n‘ Bone Man trifft Hozier trifft Justin Timberlake," so ein Youtube-Kommentar. Das lässt sich hören! Dazu erzählt Cesár eine etwas düstere Geschichte, die sich je nach…
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